﻿Zitronensaures Chinin

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Zobelfelle

Einfuhr von Z., bzw. Kalziumzitrat und konz.
Zitronensaft in Deutschland betrug 1906 un-
gefähr 5730 Doppelzentner, die deutsche Aus-
fuhr von Z. 3135 Doppelzentner. Die Ver-
wendung der Z. zu Genußmitteln, in der
Technik und Medizin ist sehr vielseitig. Tech-
nisch wird sie hauptsächlich in der Kattun-
druckerei, ferner als Fleckenreinigungsmittel
und in der Photographie benutzt. Infolge
ihres angenehmen Geschmackes findet sie
vielfache Verwendung als Zusatz zu Limona-
den, als Essigersatz usw. Medizinischen Ge-
brauch finden sowohl die Säure selbst als
durstlöschendes, kühlendes Getränk bei Fie-
ber, auf Schiffen als Mittel gegen den Skor-
but usw., wie auch einige ihrer Salze
(Zitronensaures Chinin, Zitronensäure Mag-
nesia usf., s. d.). Die Aufbewahrung der Z.
hat in gut geschlossenen Gefäßen an einem
kühlen Orte zu erfolgen. — Zoll: Siehe Tarif
Nr. 279.

Zitronensaures Chinin (Chininzitrat,
lat. Chininum citricum, frz. Citrate de qui-
nine, engl. Citrate of quinia) stellt weiße
lockere Kristallnadeln dar, welche intensiv
bitter schmecken und in 900 Teilen kalten
oder 30 Teilen siedenden Wassers löslich sind.
Das zitronensaure Chinin wird medizinisch,
aber nur selten verwendet. — Zollfrei.

Zitronensaures Eisenchinin (Chinin-
eisenzitrat, lat. Chininum ferro-citricum,
frz. Citrate de fer de quinine, engl. Citrate
of iron and quinia) bildet glänzende, durch-
schimmernde, dunkelrotbraune Blättchen von
eisenartigem und bitterem Geschmack. In
Wasser ist es langsam, aber in jedem Ver-
hältnisse löslich. Das Eisenchininzitrat wird
häufiger medizinisch verwendet als das vor-
hergehende Präparat und findet sich auch im
D. A. B. IV. — Zollfrei.

Zitronensaures Eisenoxyd (Eisenoxyd-
zitrat, Ferrizitrat, lat. Ferrum citricum
oxydatum, frz. Citrate de fer, engl. Citrate
of iron) erhält man durch Auflösen von frisch-
gefälltem Eisenhydroxyd in wäßriger Zi-
tronensäurelösung. Die klare Flüssigkeit wird
vorsichtig bis zur Sirupdicke eingedampft,
auf Glasplatten ausgestrichen und getrocknet.
Das Ferrizitrat bildet dünne, durchscheinende
Blättchen von rubinrcter Farbe und schwachem
Eisengeschmack. In siedendem Wasser ist
es leicht, in kaltem Wasser langsam, aber
vollständig löslich. Die Lösung sieht gelb
aus und reagiert schwach sauer. Infolge
seines schwachen Eisengeschmacks wird das
Ferrizitrat gern als Eisenpräparat verordnet.
Es soll nach dem D.A. B. IV. 19—20°/o Eisen
enthalten. — Zollfrei.

Zitronensäure Magnesia (Magnesium-
zit rat, lat. Magnesium citricum, frz. Citrate
de magnösie, engl. Citrate of magnesia) stellt
je nach der Bereitungsweise ein lockeres,
kristallinisches Pulver, feste kristallinische
Krusten oder ein trocknes, amorphes Pulver
dar. Letzteres ist in kaltem Wasser leicht lös-
lich, die ersten beiden Modifikationen lösen
sich darin nur langsam. Magnesiumzitrat
dient als mildes Abführmittel, ist aber gegen-

wärtig meist in der Form des offizineilen
brausenden Magnesiumzitrats (lat. Mag-
nesium citricum effervescens, frz. Citrate de
magnösie granulaire, engl. Effervescent ci-
trate of magnesia) im Gebrauche. Dieses
bildet weiße Körnchen, welche sich in Wasser
unter Kohlensäureentwicklung zu einer an-
genehm säuerlich schmeckenden Flüssigkeit
auflösen. — Zollfrei.

Zitrophen (Citrophen), ein neueres Arznei-
mittel, das zitronensaure Salz des p. Pheneti-
dins, ist ein farbloses, wasserlösliches Kristall-
pulver vom Schmelzpunkt 188°, welches als
Fiebermittel an Stelle des Phenazetins benutzt
wird, aber mit Vorsicht anzuwenden ist. —
Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Zitwerwurzel (lat. Rhizoma zedoariae, frz.
Zödoaire, engl. Zedoary root), ein vielbenutzter
Artikel des Drogenhandels, stammt von einer
Zingiberacee (Curcuma Zedoaria), die
in Ostindien, China und Madagaskar heimisch
ist. Die getrockneten Wurzelstöcke sind ent-
weder in Scheiben geschnitten oder der
Länge nach geviertelt. Der Holzkörper ist
zäh und hornartig und gleich der Rinde, die
öfter abgeschält ist, mit zahlreichen Harz-
und Ölbehältern erfüllt. Als wirksame Be-
standteile sind ein cineolhaltiges ätherisches
öl, bitteres aromatisches Harz und Stärke
zugegen. Der Geruch ist stark aromatisch,
kampferartig, der Geschmack gleichzeitig
brennend und etwas bitter. Die Wurzel wird
in der Pharmazie bei Bereitung von Gewürz-
tinkturen, außerdem zu Magenlikören, wie
Ingwer, das Zitwerwurzelöl (lat. Oleum
zedoariae, frz. Essence de zödoaire, engl.
Zedoary oil) zu aromatischen Likören mit
verwendet. — Zoll: Zitwerwurzel ist zollfrei.
Z.-Öl: 30 M.

Zobelfelle. Zu dem edelsten und kost-
karsten Pelzwerk gehören die Felle des sibiri-
schen Zobels (russisch Sobol), einer Marder-
art (Mustela zibellina), welche an Größe
und Lebensweise den deutschen Mardern
gleicht. Ihr höherer Wert beruht auf der
größeren Feinheit, Weichheit und Dauer-
haftigkeit. Die Wertverschiedenheiten der
Felle selbst hängen besonders von der Farbe
ab, welche vom Hellbräunlichen bis in tiefes
Dunkelbraun geht. Je dunkler, desto teurer
sind die Z. Der Pelz der Männchen ist
größer, dichthaariger und daher wertvoller,
als derjenige der Weibchen. Z., bei denen die
längsten Haare weiß sind und mit ihren
Spitzen die anderen überragen, heißen Silber-
zobel und werden namentlich deshalb ge-
schätzt, weil sie nicht künstlich gefärbt werden
können. Die schönsten Felle kommen aus
dem östlichen Sibirien, von Irkutsk und
Ochotsk, weniger schöne vom Jenissei, von
der Lena und vom Amurflusse. Die Z. bilden
ein Monopol der russischen Krone und werden
von den Jägern entweder als Steuer geliefert,
oder an Beamte verkauft und nach Petersburg
gesandt, wo die besten für den Hof ausge-
sucht, die übrigen verauktioniert werden. Sie
werden von reichen Russen und Chinesen,
meist als Pelzfütterung, getragen. Ehrenpelze