﻿Zymin

Zündwaren	552

vom Reiche angekauften Schwienigschen
Verfahren hergestellten sog. Reichs-Z. mit
bleisaurem Kalzium als unbrauchbar erwie-
sen. — Bengalische Z. werden hergestellt
durch Zusatz von Buntfeuermischung, in grün,
rot usw. und gelten als Feuerwerkskörper. —
'Zoll: S. Tarif Nr. 367. Bengalische Zünd-
hölzer Nr. 369.

Zündwaren. Hierzu gehören dem Zolltarif
nach Zündpillen, Zündspiegel, Zündplättchen
für Kinderpistolen sog. Amorces usw. Alle
diese Waren werden aus einer Mischung von
amorphem Phosphor mit Kaliumchlorat her-
gestellt. Die Entzündung geschieht durch
Schlag, wobei eine knallende Explosion er-
folgt. — Zoll: S. Tarif Nr. 365 ff.

Zwiebel (Bolle, Gartenlauch, Haus-
zwiebel, Knofler, Zigeller, gemeine Z.,
lat. Bulbus cepae, frz. Oignon, engl. Onion),
eine Unterart der sehr artenreichen Pflanzen-
familie Lauch, Allium Cepa L., bildet ein
bekanntes Küchengewürz, welches von Gärt-
nern und Landwirten im Feldgemüsebau im
Großen erzeugt und in den Handel gebracht
wird. In Deutschland baut man die Z. haupt-
sächlich in der Gegend von Heldrungen,
Artern, Zörbig, Lübbenau, Ulm, Arnstadt,
Naumburg, Hannover, Darmstadt und in der
Pfalz im Großen und verkauft das Haupt-
erzeugnis auf besonderen Zwiebelmärkten.
Am beliebtesten sind glattrunde, hellrote und
gelbe Sorten, in verschiedenen Größen, bis
zu 1,5 kg schwer. Die Vermehrung erfolgt
durch Stecklinge und durch Samen, welche
auch für sich einen bedeutenden Handels-
artikel bilden. Von den mehr als 263 Arten,
welche in der alten Welt, im gemäßigten und
warmen Klima, am meisten in Südeuropa, dem
Orient und in Zentralasien bis Tibet gedeihen,
werden folgende als Küchengewürze benutzt.

1.	Knoblauch, wild und kultiviert, A. sa-
tivum L. (lat. Bulbus allii, frz. Tete d’atil,
engl. Garlic), walnußgroße Zwiebeln, von schar-
fem, dem der Asa foetida ähnlichem Geruch.
Man verwendet K. außer als Küchengewürz
medizinisch als Wurmmittel. Die Hauptbe-
standteile sind ätherisches Öl und Schwefel-

allyl. Das ätherische Öl wird auch in der
Wurstfabrikation verwendet. 2. Porr de,
Aschlauch, Sommer- und Winterpflanze, A.
Ampeloprasum L., A. Porrum L., in vielen
Varietäten in Europa, Nordfrankreich und
im Orient allgemein kultiviert. 3. Schnitt-
lauch, A. Schoenoprassum L., eine aus-
dauernde, in Europa, Mittelasien und Nord-
amerika wild wachsende, in Gärten vielfach
kultivierte Pflanze, dient als Zwiebel- und Blatt-
gewürz. 4. Schalotte (Echelotte, Schar-
lotte), A. ascalonicum L., P. ascaloni-
cum Rchb., wird im Orient, der kleinen, sehr
milden und feinen Zwiebelchen wegen an-
gebaut — Die Z. enthält eigentümliche
schwefelhaltige ätherische Öle, welche ihren
scharfen Geruch und Geschmack bedingen.
Verkauft werden sie zu Schnüren und Kränzen
zusammengebunden, sowie auch nach Schock
und Hundert oder nach Hektolitern und
Litern zu wechselnden Preisen. — Zoll: S.
Tarif Nr. 33.

Zwiebelöl, das ätherische Öl der gewöhn-
lichen Zwiebel, Allium Cepa, besitzt den
scharfen Geruch der Zwiebeln und eine rot-
braune Farbe. Das spez. Gew. beträgt 1,036.
Aus 5000 kg Zwiebeln erhält man 233 gr
dieses nur selten dargestellten Öles. — Zoll:
S. Tarif Nr. 353.

Zykasstämme, Zykaswedel. Die zu den
Gymnospermen gehörende Pflanzenfamilie
der Zycadeen ist durch ihre Zweige für den
inländischen Handel von Bedeutung geworden.
Die Zycadeen sind tropischer Herkunft und
ähneln in ihrem Wuchs den Palmen, die
Zweige mit ihren Blättern ähneln je nach
der Art bald den Nadelhölzern, bald den
Farnen. Wegen ihrer Verwendung als Blumen-
schmuck und als Ziergewächse werden die
Z. neuerdings vielfach in den Handelsgärt-
nereien kultiviert. —- Zoll: S. Tarif Nr. 38. 43.

Zymin, ein Dauerhefepräparat, wird durch
Entwässerung von Hefe durch Behandlung
mit Azeton und Äther hergestellt und wie
eine Reihe ähnlicher Präparate (Furuncu-
lin) gegen Furunkeln, Verstopfung und
Vaginal-Katarrhe verordnet. — Zollfrei.