—  13  —

Schiff  nicht  gegen  Eispressungen  geschützt  ist.
Im  Frühsommer  kommt  das  Eis  durch  den  Fox  -  Kanal
in  die  Hudsonsstrasse  und  wird  hier  durch  die  Gezeiten ­
  hin-  und  hergetrieben.  Von  Osten  her  führt  der  arktische ­
  Strom  ebenfalls  Eis  in  die  Strasse.  Es  bildet  sich
auch  wohl  Packeis,  das  dann  eine  Zeitlang  den  Weg  versperrt. ­
  Westlich  vom  Fox-Kanal  trifft  man  aber  keine
Eisberge  mehr  an.
Die  Kapitäne  der  Hudsonsbay  -  Company  pflegten  nie
vor  dem  15.  Juli  von  England  abzufahren  und  nicht  später ­
  als  Ende  September  aus  der  Bai  zurückzukehren.  Die
Schiffahrt  ist  also  durchschnittlich  nur  2Y2  Monate  sicher,
doch  können  gut  ausgerüstete  Schiffe  vom  15.  Juni  bis
zum  i.  November  die  Fahrt  wagen.
Die  Küsten  der  Bai  sind  grösstenteils  trostlos  öde;  die
Ostküste  bildet  Labrador,  das  Dawson  schildert  : 4 )  „The
country  seems  unfinished,  as  if  it  had  been  left  as  a
specimen  to  show  what  other  countries  may  have  been
at  the  termination  of  the  glacial  epoch,  when  the  rivers
had  not  worn  down  their  beds,  and  valleys  and  basins
had  not  been  formed.”  Das  Land  ist  eine  öde  Steinwüste,
die  nur  südlich  vom  56°  bewaldet  ist.
Die  Südküste  der  Hudsonsbay  ist  ein  wildes  Gebiet
von  Urwald  und  nackten  Felsstrecken.  Im  Westen  breiten ­
  sich  die  Barren-Grounds  (Oedland)  aus,  begrenzt
von  der  Bai,  dem  Churchillriver,  den  Ostenden  der  drei
grossen  nordkanadischen  Seen  und  dem  Eismeer,  eine  felsige, ­
  baumlose  Sumpfgegend,  voll  von  seichten  Seen  und
seeartigen  fliessenden  Gewässern.  Der  Winter  ist  hier
kälter,  als  sonst  irgendwo  auf  dem  Kontinent,  und  in
dem  kurzen  Sommer,  der  niemals  ganz  den  spärlich  mit
Moos  und  Gestrüpp  bewachsenen  Boden  auftaut,  bele-4

 )  Dawson  S.  637.