80 Sonstige Handels kammern Schwedens. Schusses zusammen die Stockholmer Handelskammer bilden. Jährlich wird die Hälfte der Mitglieder auf zwei Jahre gewählt, uud zwar so, daß die Hauptgeschäftszweige ihrer Bedeutung ent sprechend in der Kammer vertreten sind. Die Handelskammer erwählt einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten. Bei An wesenheit von 11 Mitgliedern ist sie beschlußfähig. Sie hat etwa monatlich Plenarsitzungen; außerdem findet eine große Zahl von Kommissionssitzungen statt. Die Kammer stellt für die Geschäftsführung einen Sekretär mit dem nötigen Personal an. Die Aufgabe der Kammer ist es, den Behörden Vorschläge zur Förderung von Handel, Industrie und Schiffahrt des Landes und der Hauptstadt zu machen. Sie ist besonders tätig auf den Gebieten der Handelsgesetzgebung, des Zollwesens, der Ver- kehrseinrichtungen und des Handelsschulwesens. Ferner sammelt und veröffentlicht sie die Daten für die Handels- und Gewerbe statistik Stockholms. Fragen von besonderem, Gewichte ent scheidet die Kammer nicht selbst, sondern überläßt sie der Be schlußfassung der Stockholmer Kaufmannsvereinigung, doch ruht für gewöhnlich der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit hei der Handelskammer. Die Handelskammer Stockholm ist erst mit dem Jahre 1902 in Wirksamkeit getreten, die Kammern zu Gothenburg, Malmö, Boras und Lulea sind nach ihr errichtet. In Orebro und Norrköping, ebenso wie in den Provinzen Smaland und Gefleborg ist man jetzt dabei, die Gründung von Handelskammern vorzubereiten. Durch die Königl. Verordnung über die erweiterte Gewerbe freiheit vom 18. Juni 1864 ist den Gewerbetreibenden die Bildung von Vereinen zur Wahrung ihrer Angelegenheiten gestattet. Ein derartiger Verein kann sein Reglement behördlicherseits bestätigen lassen, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet. Die Interessenten sind übereinstimmend der Meinung, daß eine eventuelle Staats- unterstützung unter keinen Umständen mit der Aufgabe der vollen Unabhängigkeit der Kammern erkauft werden dürfe. Auf einer am 1. Febr. 1906 in Stockholm abgehaltenen Konferenz der be stehenden und im Stadium der Vorbereitung befindlichen Handels kammern wurde dieser Standpunkt klargestellt. Gleichzeitig wurde ziemlich übereinstimmend ausgesprochen, daß die Handels kammern den Verhältnissen jedes Ortes anzupassen wären und auf eine gleichmäßige Organisation verzichtet werden müßte. Für die Behandlung von Fragen mehr allgemeiner Bedeutung wurde der Zusammenschluß der schwedischen Kammern zu einem Ver bände mit einem ständigen Zentralbureau in Stockholm angeregt. Zur Prüfung des Vorschlags wurde von der Konferenz eine Kom mission eingesetzt, über deren Arbeitsergebnisse noch keine Mit teilungen vorzuliegen scheinen.