Lohnlisten. 63 Kleinere Gruppenakkorde, welche innerhalb einer oder zwei Wochen erledigt werden, wie dies z. B. in der Fräserei und Hobelei vorkommt, werden bezüglich des Überschusses nicht einzeln verrechnet, sondern man konstatiert den Gesamtakkordverdienst solcher Kolonnen und repartiert den Gesamtüberschuß im Verhältnis des Zeitlohnbetrages. Haben z. B. drei Fräser, die eine Kolonne bilden, zusammen im Akkord M, 120,— verdient und ergibt der Stundenlohn ,, 90,— so sind zu verteilen M. 30,— = 33%% von M, 90,—. Jeder der drei Fräser erhält also neben seinem Stundenlohn noch 33%% Überschuß. Hat in der Kolonne ein Wechsel in den Arbeitern stattgefunden, so muß dies natürlich berücksichtigt werden. Lohnlisten. Um die wöchentlich verdiente und zu zahlende Gesamtlohnsumme zu ermitteln, werden die einzelnen Verdienstbeträge in Lohnbücher eingetragen. Hierbei werden die einzelnen Abteilungen (Meisterschaften) für sich addiert und dann die Schlußsummen der einzelnen Abteilungen zur Ermittlung der Gesamtsumme zusammengestellt. Die Lohnbücher laut Formular 44 sind nur für das Lohnbureau bestimmt. Sie sind für einen Monat, oder vielmehr für 4 resp. 5 Wochen eingerichtet. Die Eintragung der Löhne geschieht nach Scheidung in Zeit lohn- und Akkordlohnbeträge. Die gesetzlichen vom Arbeiter zu tragenden Versicherungsbeiträge und andere Abzüge werden nur am Schluß der letzten Woche des Monats verrechnet. Um für die Versicherungsbeiträge einen Lohnbetrag ein^ubehalten und auch, um die Arbeit des Auszahlens zu vereinfachen, werden nur die vollen Markbeträge zur Auszahlung gebracht. Reicht der Pfennigbetrag für die gesetzlichen Versicherungs beiträge nicht aus, so wird an jedem zweiten Zahltage, und wenn die Löhnungsperiode 5 Wochen hat, außerdem am vierten Zahltage außer den überschießenden Pfennigbeträgen noch eine Mark in Abzug gebracht. Aber auch in der letzten Woche kommen die Pfennige nicht zur Auszahlung, sondern werden auf die Liste des nächsten Monats vorgetragen und zum Verdienst hinzugerechnet. Wie im Beispiel gezeigt wird, hat der Dreher Albrecht in der ersten Woche des Monats März 1907 in 54 Stunden Jt 42,90 im Akkord verdient, wovon im M. 42,— ausgezahlt werden. Die zur Auszahlung gelangenden Beträge werden auf der rechten Seite des Lohn buches in die entsprechende Rubrik ausgeworfen. Ist der Verdienst der letzten Woche, im vorliegenden Fall also der 4. Woche, auf der linken Seite eingetragen, so werden zunächst die Verdienstziffern der 4 Wochen zu sammengezählt in die Rubrik „Summa“ geschrieben. Zu diesem Gesamt betrag werden die aus dem vorigen Monat übertragenen Pfennige gezählt und das Ergebnis in Rubrik „Bruttoverdienst“ eingetragen. Von diesem Brutto verdienst werden alsdann die bereits wöchentlich gezahlten Beträge,