Die Lohnverrechnung. 117 darüber ausgeübt werden kann, ob Fälschungen des Lohnbetrages oder der abgelieferten Stückzahl vorgekommen sind. Die Duplikat-Akkordscheine werden im Lohnbureau in Kuverts auf bewahrt, die in Kasten nach Meister schaften und alphabetisch sortiert werden. Nach Fertigstellung der Arbeit hat jeder Arbeiter seine Akkordscheine dem Meister auszuhändigen, welcher sie, wenn er nichts gegen die Bezahlung des Betrages einzuwenden hat, dem Lohnbureau zustellt. Im Lohnbureau wird jeder Akkordschein mit dem Duplikatschein verglichen, diesem angeheftet und dann werden beide Scheine bis zum Wochenschluß in den Kuverts aufbewahrt. Es wurde bereits erwähnt, daß den Formern auf ihren Akkordscheinen die täglich abgelieferte Stückzahl von den Expedienten bescheinigt (ab- geschrieben) wird. Die Kernmacher und Putzer notieren selbst die täglich fertiggestellten Stücke auf ihren Akkordscheinen. Diese Eintragungen werden vom Meister kontrolliert. Am Wochenschluß müssen auch solche Akkordscheine ins Lohnbureau gegeben werden, die nicht erledigt sind, damit für die bereits abgelieferten Stücke Abschlagszahlungen berechnet werden können. Diese Akkordscheine erhalten die Arbeiter nach Fertigstellung wieder zurück, nachdem darauf die Abschlagszahlung notiert ist. Es kommt aber auch oft vor, daß an die Former auf Gußstücke, die am Wochenschluß noch nicht fertig sind, bereits Abschlagszahlungen geleistet werden. Diese müssen vom Meister festgesetzt werden und gelangen auf dem Akkordschein in der Rubrik „Vorschuß“ zur Eintragung. Diese Vorschüsse werden in der nächsten Woche-von dem für die abgelieferten Stücke sich ergebenden Betrage in Abzug gebracht. Die Rubrik „Vorschuß“ ist zweiteilig, damit man die zuzuzählenden und die abzuziehenden Beträge getrennt ein tragen kann. An die Kernmacher und Putzer brauchen solche Vorschüsse nur sehr selten gezahlt zu werden, da deren Einzelakkordbeträge kleiner sind als die der Former. Wenn die Beamten im Lohnbureau am Montag mit der Feststellung der Verdienstbeträge der Arbeiter beginnen, so brauchen sie bei den Akkord arbeitern nur die Lohnbeträge der in den Kuverts befindlichen Akkord scheine zusammenzustellen und die Abschlagszahlungen und Vorschüsse hinzuzuzählen. Die Abschlagszahlungen und Vorschüsse werden auf dem Duplikatschein vermerkt, wie die Beispiele zeigen. Dann werden für die nächste Woche neue Kuverts ausgeschrieben und die unerledigten Duplikat- scheine hineingelegt. Die Kuverts jeder Woche mit den erledigten Unikat- und Duplikatscheinen werden zugeklebt, alphabetisch geordnet und abgelegt. Die Zusammenstellung der Verdienstbeträge geschieht auf der Vorder seite des Kuverts, welches einen hierzu geeigneter Aufdruck hat (Form. 86). Damit der Arbeiter erfährt, wieviel er verdient hat, wird für ihn ein Lohnnachweiszettel ausgeschrieben, der denselben Aufdruck hat, als das Kuvert. Dieser Zettel wird in das Kuvert gesteckt oder auch auf dieses gelegt und mittels Kohlenpapier gleichzeitig mit dem Kuvert beschrieben. Nachdem ein zweiter Beamter die Eintragungen auf dem Kuvert revidiert und nachgerechnet hat, gelangen die ermittelten Verdienstbeträge zur Ein-