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        <title>Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe &amp; Co. Actiengesellschaft, Berlin</title>
        <author>
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            <forname>Johann</forname>
            <surname>Lilienthal</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
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            <idno>876375174</idno>
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        ﻿
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        ﻿EIGENTUM

DES

I NSTITUTS

FD*

WELTWIRTSCHAFT

KIEL

BIBLIOTHEK

Nr. 5*
        <pb n="3" />
        ﻿Fabrikorganisation, Fabrikbuchftihrung
und Selbstkostenberechnung

der Firma

Ludw. Loewe &amp; Co.

Actiengesellsehaft, Berlin.

Mit Genehmigung der Direktion zusammengestellt
und erläutert
von

J.. Lilienthal.

Mit einem Vorwort von	Gr- Schlesinger,

dhr

■9W

Berlin.

Verlag von Julius Springer.

1907.
        <pb n="4" />
        ﻿Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen,
Vorbehalten.

Druck der Spamerschen Buclidruckerei in Leipzig.
        <pb n="5" />
        ﻿Vorwort.

Mit der Übersiedelung der Werkstätten der Firma Ludw. Loewe &amp; Co.,
Berlin, im Jahre 1898 aus ihren alten unzureichenden Räumen in der
Hollmannstraße 32/35 nach der Huttenstraße 17/20 begann mit der Spe-
zialisierung und Vergrößerung der verschiedenen Abteilungen gleichzeitig
eine Reorganisation in der Fabrikbuchführung, die heute nach fast zehn-
jähriger Arbeit in dieser Monographie der Öffentlichkeit übergeben wird.
Es ist mir vergönnt gewesen, lange Jahre in technisch verantwortlicher
Stellung im Maschinenbau an dem Gelingen des Werkes mitzuarbeiten,
und ich ergreife gern die Gelegenheit, die leitenden Gesichtspunkte, die der
Verfasser in den verschiedenartigen Abteilungen der Loeweschen Fabrik
zur Geltung gebracht und durchgearbeitet hat, die aber bei der mono-
graphischen Darstellung naturgemäß zurücktreten, durch ein paar ein-
leitende Worte hervorzuheben.

Wenn im Kleinbetriebe der Ingenieur dominiert und mit geringer kauf-
männischer Unterstützung die Ordnung aufrechterhalten kann, so ist das
beim Großbetriebe eine Unmöglichkeit. Der Ingenieur ist froh, wenn ihm die
Ordnung des Haushaltes, zu dem er ja doch immer gewissermaßen die Mittel
liefert, durch einen einsichtigen Kaufmann abgenommen wird. Der Inge-
nieur wird fast nie in der Lage sein, eine ordnungsmäßige Buchung selbst
vornehmen zu können; also soll er die Einrichtung und Führung der Buch-
haltung auch dem dafür Sachverständigen ruhig überlassen. Der Fabrik-
buchhalter muß die stärkste Stütze des Technikers sein, er muß einfach,
schnell und sicher die Unterlagen herbeischaffen, die über alle wichtigen
Fragen der Betriebsbuchführung klare Übersicht verschaffen. Dazu
müssen alle Fäden in einer Hand zusammenlaufen; die Trennung in
technische und kaufmännische Buchführung ist daher ein Unding in der-
selben Fabrik!

Der Techniker schafft die Arbeitswerte nach bestimmtem Plan, der
Kaufmann prüft die Richtigkeit der Annahmen nach dem Ergebnis; nicht
um dem Ingenieur Fehler nachzuweisen, sondern um die verbesserungs-
bedürftigen Stellen aufzudecken. Kaufmännisches und technisches Bein
müssen gleich lang sein, sonst kann eine Fabrik dauernd keine Erfolge
erzielen.
        <pb n="6" />
        ﻿IV

Vorwort.

Bei der heute üblichen Arbeitsteilung in Großbetrieben ist es nun den
Angestellten unmöglich gemacht, von dem ganzen System der Buch-
führung lückenlos Kenntnis zu gewinnen; besonders gilt das für die jüngeren
Beamten, die nun einmal unabänderlich ein gewisses Pensum, und zwar
schematisch erledigen müssen. Dadurch wird aber das Erziehen der nach-
wachsenden Jugend erschwert, um so mehr, je größer die Fabrik ist, in der
ein Angestellter arbeitet.

Der Grundzug, der das hier beschriebene System vom ersten bis zum
letzten beherrscht, ist, wie oben bereits allgemein erwähnt, Klarheit zu
schaffen durch die Buchhaltung über das, was die Arbeiter nach dem Plan
der Ingenieure produziert haben. Sie soll die Fehler im Betrieb aufdecken
und sie den Betriebsleitern in durchsichtiger Form vor Augen führen, so
sicher und so schnell, daß der Ingenieur in dem Kaufmann den Helfer er-
blickt, der es ihm ermöglicht, die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens
unausgesetzt nachzuprüfen.

Durch die Vielheit und grundsätzliche Verschiedenheit der Einzel-
abteilungen, aus denen sich die Loewesche Fabrik als Ganzes zusammen-
setzt, ist die Buchhaltung gezwungen gewesen, ihr System ganz ver-
schiedenen Bedürfnissen anzupassen, ohne jedoch von der allgemeinen
Idee irgendwo abzuweichen.

Die Anpassungsfähigkeit des Systems zeigen die Beispiele:

Der Maschinenbau betreibt die Fabrikation der Werkzeugmaschinen
von der einfachsten bis zur kompliziertesten Ausführung (bis zu
1500 verschiedene Teile an einer einzigen Maschine), unter-
mischt und gestört durch die große Masse der kleinen Orders;

der Spezialmaschinenbau hat im wesentlichen Einzelfabrikation
und anormale Arbeiten;

der Werkzeugbau fabriziert kleine Teile in großer Zahl;

die Normalienfabrik treibt Massenfabrikation in größtem Maß-
stabe.

Schon in diesen vier herausgegriffenen Abteilungen sind erhebliche
Unterschiede in der wichtigsten Betriebsfrage, der richtigen Verteilung
der Unkosten, festzustellen. Ganz besonders bildet aber die Eisen-
gießerei ein typisches Beispiel dafür, daß man sich hüten muß, die Er-
mittelung und den Zuschlag der Betriebsunkosten zu schematisieren.

Die Selbstkostenkontrollblätter und die Unkostenstatistik sind für
den Abteilungschef das Spiegelbild seiner Werkstatt! Mit Recht ist daher
auf ihre richtige und prompte Anfertigung die größte Sorgfalt verwendet
worden. Aus der Vielheit der zu lösenden Aufgaben nach einem gemein-
samen Hauptplan erklärt sich innerlich der Bruch mit dem häufig üblichen
Prinzip, möglichst wenig Formulare und außerdem möglichst gleichartige
an allen Stellen zu verwenden. Im Gegenteil, man hat die Formulare nur
dem Zweck angepaßt und ihren Text stets so gewählt, daß ihre Ausfüllung
ein Mindestmaß von Schreibarbeit erfordert. Daraus erklärt sich die
große Zahl von 132 verschiedenen Vordrucken, die nun aber auch ungeübte
Kräfte durch ihre durchgearbeitete Fassung zwingen, eine lückenlose und
        <pb n="7" />
        ﻿Vorwort.

V

sachgemäße Arbeit zu leisten, weil eben im Aufdruck des Formulars alles
vorgesehen ist, was für den betreffenden Fall unter Erwägung aller etwa
möglichen Nebenumstände in Betracht kommen kann. Es steckt eine
Riesenarbeit in der Ausarbeitung der Formulare, die sicherlich eine Fülle
von Anregung bieten, ohne daß es in vielen Fällen möglich sein dürfte, sie
ungeändert auf einen andern Betrieb zu übertragen. Die Kosten ihrer
Herstellung spielen für keinen Betrieb eine Rolle, denn es ist natürlich
gleichgültig, ob 30000 einer Sorte oder 10x3000 verschiedener Sorten
verwendet werden. Der Kern liegt in der Herabsetzung der Schreibarbeit,
und es klingt nur paradox, wenn man ausspricht, daß es ein Zuviel
an Formularen überhaupt nicht gibt. Jeder überflüssige Vordruck wird
eben nicht benutzt und verschwindet daher in kürzester Zeit von selbst.
Die konsequente Durchführung des Systems bei unausgesetzter Vergröße-
rung der Fabrik und Vermehrung der Abteilungen möge als Erklärung
dafür dienen, daß eine Vereinheitlichung der Formatgrößen noch nicht voll-
ständig zur Durchführung gelangt ist.

Die Vorzüge des Loeweschen Systems liegen in den aus-
gezeichneten Kontrollen an allen wichtigen Punkten, in großer
Üb ersichtlichkeit, in der Vermeidung der sogenannten Meister-
wirtschaft und in einer möglichst geringen Benutzung der An-
gaben der Arbeiter.

Hervorgehoben sei ferner die Schärfe, mit der die Betriebsunkosten
für jede einzelne Abteilung allmonatlich bestimmt werden, so daß eine
sehr genaue Bestimmung des Betriebskoeffizienten und damit der Ver-
kaufspreise möglich ist. Nur dadurch schafft sich die Fabrik von vornherein
volle Klarheit, ob Gewinn oder Verlust bei der Auftragserteilung zu er-
warten ist, macht sie sich frei vom Nachäffen der Preise der Konkurrenz, die
insbesondere bei dem ungewöhnlich wechselvollen Gebiet des Werkzeug-
maschinenbaues, der eine wirkliche Massenfabrikation kaum gestattet,
bisher schwer möglich war.

Die vollständige Angabe aller zur Verfolgung des Systems nötigen
Daten im vorliegenden Buche, unter Angabe von Beispielen, wird, trotzdem
die Zahlen überall fingiert sind, über das sonst sehr ermüdende Studium
trockener Formularköpfe hinweghelfen. Exempla docent! Das gilt hier in
hohem Maße.

Für die innere Betriebsbuchführung der schwierigsten Abteilung, des
Maschinenbaues z. B. sind 30 Formulare: Nr. 27—56, als notwendig an-
geführt.

Ein großer Apparat, wird mancher sagen, aber trotzdem ist es möglich,
die Abrechnung der fertiggestellten Maschinengruppen auf den Formu-
laren 55 und 56 spätestens 5 bis 6 Tage nach ihrer Fertigstellung als nor-
male Leistung der Direktion zur Verfügung zu stellen, und in besonders
eiligen Fällen ergibt das System die Schlußabrechnung, weil die Übertragung
aller Werte täglich erfolgt, unter Umständen auch schon einen Tag nach
erfolgter Maschinenrevision. Dagegen wird man nun einwenden, daß ein
derartiger Apparat auch hohe Kosten verursachen muß und sich deshalb
        <pb n="8" />
        ﻿VI

Vorwort.

auf Kleinbetriebe gar nicht oder schwer übertragen läßt. Es wird daher
erwünscht sein, einige Daten über die Kosten der gesamten Buchführung
zu erhalten.

Bei voller Beschäftigung der Fabrik, wie sie in den letzten Jahren
herrschte, wurden bei 1800 Arbeitern 36 kaufmännische Beamte für die Be-
triebsbuchführung beschäftigt, d. h. auf je 50 Arbeiter ein Lohnbeamter,
und die gesamte Gehaltssumme der kaufmännischen Verwaltung betrug
2% der produktiven Löhne; dabei ist interessant, daß bei einer Aufrech-
nung der Gehälter aller an der Betriebsbuchführung beteiligten kauf-
männischen Angestellten, vom jüngsten Schreiber bis zum Prokuristen,
ein durchschnittliches Jahresgehalt von M. 1800.—resultiert, welches auch
zahlenmäßig dem Jahresverdienst eines gelernten Arbeiters unter Berliner
Verhältnissen entspricht.

Es dürfte schwierig sein, in Werkstätten des allgemeinen Maschinen-
baus, in dem große und kleine Aufträge aller Art durcheinanderwirbeln,
mit weniger als einem Lohnbeamten auf 50 Arbeiter bei einer schnellen
und scharfen Eabrikbuchführung, wie es die vorliegende ist, auszukommen.
Soviel ist aber sicher, daß die Kosten eines derartigen Systems, wenn es
erst einmal eingeführt ist, nicht höher werden, als wenn neben den kauf-
männischen auch noch die technischen Beamten, insbesondere die Meister,
zu Schreibarbeiten herangezogen und dadurch ihrer Haupttätigkeit ent-
zogen werden. Man darf dabei nicht vergessen, daß die praktisch voll-
ständige Durchführung des reinen Akkordsystems in der Loeweschen Fa-
brik, auch an Stellen, an denen es sonst für undurchführbar angesehen wird,
wie z. B. in der Gießerei, bei den Kernmachern, Putzern, Sandmüllern,
Gicht- und Transportarbeitern usf., eine sichere Abrechnungsgrundlage
bietet, und den Arbeiter als Informationsquelle mit all ihren Unzuver-
lässigkeiten ausschaltet.

Durch einen geringeren Beschäftigungsgrad der Fabrik allerdings wird
das Verhältnis von Lohnbeamten ein ungünstigeres werden, aber das ist in
allen Fabriken der Fall, und kein besonderer Nachteil des gewählten
Systems. Die Organisation der Loeweschen Fabrik ist gerade vorwärts-
geschritten, weil die Leitung eine falsche Sparsamkeit bei der Zahl der
kaufmännischen Beamten der Fabrikbuchhaltung, die immer zum Schaden
der Fabrik ist, nicht geübt hat.

Die Veröffentlichung dieser Monographie unter offener Flagge und
folgerichtig durch den, der die Hauptarbeit bei ihrer Durchführung ge-
leistet hat, also sicher am besten über das Zusammenwirken des Ganzen
und den Zweck jeder Einzelheit Auskunft zu geben vermag, ist eine Tat
der Firma Loewe, die volle Anerkennung verdient. Sie geschah in der
Überzeugung, daß die innere Organisation einer jeden Maschinenfabrik
doch für jeden besonderen Betrieb besonders ausgestaltet werden muß,
daß sie wie ein Kleid ist, dessen Elemente zwar dieselben bleiben, dessen
Form sich aber immer der stetig wechselnden Gestalt des Trägers an-
schmiegen muß, und daß man zufrieden sein muß, wenn es wenigstens
einigermaßen sitzt und nicht geradezu verkehrt angezogen ist.
        <pb n="9" />
        ﻿Vorwort.

VII

Ich möchte zum Schlüsse den Wunsch aussprechen, daß auch Firmen
anderer Fabrikationszweige in gleich mutiger Weise ihre Organisations-
einrichtungen der Öffentlichkeit übergäben. Dem einzelnen erwächst kein
Schaden, die Allgemeinheit hat ungeheueren Nutzen; denn vergleichen
heißt verbessern und damit fortschreiten. Wer aber wollte leugnen, daß
wir auf dem Gebiete der industriellen Wirtschaft, der Fabrikwirtschaft
im besonderen, nicht noch gewaltige Fortschritte machen müssen!

Berlin, im Oktober 1907.

$r.=$ng. G. Schlesinger,

Professor an der Techn. Hochschule Berlin.
        <pb n="10" />
        ﻿Inhaltsverzeichnis

Seite

Einleitung................................................................ 1

Die Geschäftsbuchführung ................................................. 5

Der Verkehr der Fabrikbuchhalterei mit der	Zentralbuchhalterei ....	5

Die Eintragung der Kundenorders ...................................... 8

Die Fakturierung der zum Versand gelangten Waren .....................10

Die Kassabuchführung..................................................14

Die Revision der Lieferantenrechnungen................................16

Das Wareneingangsbuch ..............................................18

Die Kontierung......................................................22

A.	Geschäftsbuchführung......................................22

B.	Betriebsbuchführung.........................................24

Das Lieferantenfakturenbuch......................................... 31

Das Lieferantenrimessenbuch...........................................32

Das Kundenrimessenbuch................................................33

Das Memorial .........................................................34

Das Konto-Korrent-Buch................................................35

Die Provisionsbücher ................................................ 35

Das Journal ..........................................................40

Das Hauptbuch ........................................................40

Die Betriebsbuchführung ....................................................40

Abteilung I. Allgemeines..............................................41

Abteilung II. Maschinenbau ...........................................41

Die Auftragserteilung.................................................41

Die Teilliste ........................................................47

Die Selbstkostenbücher................................................49

Die Arbeitsbegleitkarte...............................................50

Die Materialbestellung ...............................................51

Die Kalkulation der Akkordlöhne...................................... 56

Die Lohn Verrechnung................................................56

Die Gruppenakkorde................................................... 60

Die Lohnlisten........................................................63

Die Selbstkostenberechnung..........................................

Die Ermittelung und Verrechnung der	Betriebsunkosten..................72

Abteilung III. Spezialmaschinenbau......................................83

Die Auftragserteilung ...............................................  83

Die Teillisten........................................................83

Die Selbstkostenberechnung......................... - • •	..........83

Abteilung IV. Werkzeugbau ..............................................84

Die Auftragserteilung.................................................84

Die Selbstkostenbücher................................................88

Die Arbeitsbegleitkarte...............................................88

Die Materialbestellung ...............................................88
        <pb n="11" />
        ﻿X

Inhaltsverzeichnis.

Seite

Die Kontrolle der Liefertermine...................................... 90

Die Kalkulation der Akkordlöhne ..................................... 91

Die Lohnverrechnung.................................................. 91

Die Selbstkostenbereehnung........................................... 92

Abteilung V. Spezialwerkzeugbau....................................... 94

Die Auftragserteilung................................................ 94

Die Selbstkostenbücher .............................................. 94

Abteilung VI. Normalienfabrik......................................... 95

Die Auftragserteilung ............................................. 95

Die Selbstkostennachweiskarten .................................... 96

Die Arbeitsbegleitkarte ........................................... 98

Die Materialbestellung............................................. 98

Die Kalkulation der Akkordlöhne ................................... 98

Die Lohnverrechnung.............................................. 98

Die Selbstkostenberechnung......................................... 100

Abteilung VII. Einrichterei........................................... 102

Abteilung VIII. Schmiede ............................................. 102

A.	Die Schmiede................................................... 103

B.	Die Abstecherei................................................ 105

C.	Die Härterei................................................... 105

Abteilung IX. Modelltischlerei ....................................... 106

Abteilung X. Eisengießerei............................................. 106

Die Auftragserteilung............................................... 106

Die Akkordscheine und die Modellkarten.............................. 109

Die Expeditionsbücher und Lieferscheine............................. 115

Die Kontrolle der Liefertermine..................................... 116

Die Lohnverrechnung................................................. 116

Die Materialienkontrollbücher ...................................... 119

Die Statistik und die Verrechnung der Betriebsunkosten...............119

Die Ermittelung der durchschnittlichen Selbstkosten................ .	119

Die Einzel-(Stück-)kalkulation..................................... 121

Die Selbstkostenberechnung mittels Tabellen......................... 124

Die Monatsbilanz ................................................... 132

Abteilung XI. Betriebswerkstätten...................................... 132

Die Auftragserteilung ...............................................133

Die Lohnverrechnung................................................. 136

Die Selbstkostenberechnung......................................... 136

Abteilung XII. Kraftzentrale........................................... 137

Abteilung XIII. Chemisches Laboratorium.................................137

Der Einkauf ............................................................. 139

Die Verwaltung der Lager................................................. 143

Das Hilfsmaterialienlager ..........................................144

Das Lager von Maschinen eigenen Fabrikates ........................ 147

Das Lager von Maschinen fremden Fabrikates......................... 147

Das Lager von Werkzeugen eigenen Fabrikates ............... ...	151

Das Lager von Werkzeugen fremden Fabrikates.........................154

Das Normalienlager...............................................   154

Das Steinkohlenlager .............................................. 155

Das Schreibmaterialienlager........................................ 156

Das Stahllager....................................................  156

Das Gießereimaterialienlager........................................156

Das Modell-Lager................................................... 156
        <pb n="12" />
        ﻿Inhaltsverzeichnis.

XI

Seite

Das Betriebs-Kontobueh........................................................ 157

Quartalsbilanzen............................................................... 170

Das Betriebs-Inventarienbuch.................................................. 171

Die Inventur.................................................................. 174

Die Aufnahme............................................................ 174

Die Bewertung............................................................ 177

Der Bücherabschluß............................................................  186

In der Betriebsbuehführung............................................... 186

In der Geschäftsbuchführung ............................................. 186

Die Fabrikbilanz .............................................................. 187

Das Gewinn- und Verlust-Konto ................................................. 192

Die Statistik ................................................................. 192

Anhang.

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.................................... 195

Arbeitsordnung........................................................... 201

Die Ausgabe und Verrechnung des Tees............................................208

Lehrlingswesen..................................................................209

Gewerbliche Lehrlinge.....................................................209

Kaufmännische Lehrlinge . ................................................218
        <pb n="13" />
        ﻿Einleitung.

Die Firma Ludw. Loewe &amp; Co., Actiengesellschaft in Berlin, unter-
scheidet hinsichtlich des Domizils und der Organisation zwei Abteilungen,
nämlich:

1.	die Finanzabteilung in der Dorotheenstraße 43—44;

2.	die Fabrikations- und Vertriebsabteilung in der Huttenstraße 17—20.

Jede Abteilung untersteht einem Direktor.

Die Finanzabteilung, deren Buchführung in diesem Buche nicht weiter
besprochen wird, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Verwaltung der
Effekten und der Konsortialbeteiligungen der Firma an fremden Fabriken,
leistet und vereinnahmt sämtliche Zahlungen an und von anderen Firmen,
und besorgt den gesamten Bank- und Wechselverkehr. Die Finanzabteilung
ist mit Rücksicht auf diese Tätigkeit in einen inneren Stadtteil gelegt
worden, wo sie sich in der Nähe der Großbanken befindet.

Die Fabrikations- und Vertriebsabteilung befindet sich dagegen an der
Weichbildgrenze, wo die Grundstücke billiger und die Arbeiterverhält-
nisse günstiger sind als im Innern der Stadt.

Die Firma befaßt sich in dem Fabriketablissement mit der Her-
stellung und dem Vertrieb von Werkzeugmaschinen und Werkzeugen
kuranter und spezieller Art, von normalisierten Maschinenteilen, Eisen-
und Metallguß für eigenen Bedarf und für fremde Kunden. In einem
eigenen Laboratorium werden chemische und physikalische Untersuchungen
für den eigenen Betrieb und für auswärtige Besteller ausgeführt.

Die Herstellung der Fabrikate erfolgt in zehn räumlich getrennten
Abteilungen, von denen in der Regel jede eine eigene Betriebsleitung
und eigene Verwaltung hat. Die wichtigsten Abteilungen sind zugleich
in einem besonderen Gebäude untergebracht. Nur einige kleinere Abtei-
lungen (Hilfsbetriebe) stehen unter gemeinschaftlicher Leitung und Ver-
waltung.

Die Abteilungsvorstände sind dem leitenden Direktor und in tech-
nischer Hinsicht auch dem Oberingenieur unterstellt.

Zurzeit werden folgende Abteilungen unterschieden, deren Fabri-
kationsfeld im Text des Buches näher angeführt ist:

1.	Allgemeiner Maschinenbau.

2.	Spezialmaschinenbau.

3.	Allgemeiner Werkzeugbau.

4.	Spezialwerkzeugbau.

Lilienthal, Fabrik Organisation.

1
        <pb n="14" />
        ﻿Straße

Einleitung.
        <pb n="15" />
        ﻿Einleitung.

B

5.	Normalienfabrik.

6.	Einrichterei.

7.	Schmiede (mit Abstecherei und Härterei).

8.	Modelltischlerei.

9.	Gießerei.

10.	Betriebswerkstätten.

Drei weitere Abteilungen, nämlich
eine Schleifmaschinenfabrik,
eine Geldzählmaschinenfabrik und

eine Abteilung zur Herstellung von Weißmetallguß mittels Spritz-
verfahrens (System Yeeder)
sind in Vorbereitung.

Die Erzeugung elektrischer Energie erfolgt in eigener Kraftzentrale,
welche auch den Dampf für die Heizungs- und Wascheinriehtungen und
für verschiedene andere Zwecke liefert.

Die einzelnen Fabrikgebäude und deren Lage zueinander sind aus
nebenstehendem Grundriß zu ersehen. Es ergibt sich hieraus:

1.	daß die Organisation in der baulichen Anlage der Fabrik klar zum

Ausdruck kommt;

2.	daß in der Anordnung der Gebäude so viel als möglich auf den Gang

der Fabrikation Rücksicht genommen wurde.

Die Bureauräume für die Direktion, die Geschäfts- und Betriebs-
buchhalterei, die kaufmännische Korrespondenz, das Offertenbureau, das
Literarische-Bureau, das Patentbureau und die Eabrikkasse befinden sich
im 1. Stock des Verwaltungsgebäudes; die Lehrlingsschule, das photo-
graphische Atelier und die Lichtpauserei sind im 2. Stockwerk unter-
gebracht.

Die Vorräte an Roh- und Hilfsmaterialien, Halb- und Eertigfabrikaten
befinden sich in zehn räumlich getrennten Lagern (vgl. Kapitel Lager-
verwaltung).

Bei Einrichtung der Buchführung in der Eabrikationsabteilung war
das leitende Prinzip, die Rentabüität jeder Abteilung nachzuweisen, und
innerhalb jeder Abteilung deren verschiedene Erzeugnisse bezüglich ihrer
Selbstkosten und des Verdienstes zu kontrollieren. Aus diesem Grunde
mußte das System natürlich etwas verzweigt werden, so daß es im ersten
Augenblicke kompliziert erscheinen mag. Dieser Eindruck wird jedoch
nach beendetem Studium dieses Werkes selbst bei den Lesern verschwin-
den, welche zum erstenmal in die Organisation eines großen Betriebes
Einblick nehmen.

Die Buchhaltung ist in die Geschäfts- und in die Betriebsbuchhaltung
geteilt. In ersterer werden alle Vorfälle gebucht, die sich auf den Einkauf
und auf den Vertrieb beziehen, während in der Betriebsbuchhaltung die
im Laufe der Fabrikation erforderlichen Buchungen eingetragen werden.

1*
        <pb n="16" />
        ﻿4

Einleitung.

Mit der Trennung der Buchführung in obige zwei Arten hängt auch die
strenge Scheidung der Geschäftsunkosten in Handlungsunkosten und
Fabrikationsunkosten zusammen.

Die Lohnverrechnung und Selbstkostennachweisung liegt den Lohn-
bureaus ob, welche zwecks Verbuchung auf die Betriebskonten die er-
mittelten Buchungsposten der Betriebsbuchhalterei aufgeben.

Da die Eigenheiten der erwähnten Fabrikationsabteilungen besonders
bezüglich der Selbstkostennachweisung verschiedene Ansprüche an die
Betriebsbuchhaltung stellen, so ist das System der Selbstkostennach-
weisung in jeder Abteilung verschieden ausgebaut. Teilweise liegt der
Grund des Bestehens verschiedener Systeme auch daran, daß ein neues
System erst in einer Abteilung erprobt wird, um alsdann auch in den
anderen Abteilungen ganz oder teilweise eingeführt zu werden.

Bei den Formularen ist deren natürliche Größe angegeben. Das
Prinzip, die Formulare zu normalisieren, ist besonders bei den neueren
Abteilungen deutlich erkennbar, aber auch hier mußte der praktische
Zweck an erster Stelle entscheiden.

Die in den angeführten Beispielen erscheinenden Zahlen sind durchweg
willkürlich angenommen und dienen lediglich zur Erläuterung.
        <pb n="17" />
        ﻿Die Geschäftsbuchführung.

Soweit die Geschäftsführung in dem Fabriketablissement Hutten -
straße 17/20 untergebracht ist, befaßt sie sich

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.
9.

10.

11.

12.

13.

mit der Eintragung der Kundenorders,

der Fakturierung der zum Versand gelangten Waren,

der Kassabuchführung,

der Revision der Lieferantenrechnungen,

der Führung des Wareneingangbuches,

„	,,	,,	Lieferantenfakturenbuches,

,,	,,	„	Lieferantenrimessenbuches,

,,	,,	,,	Kundenrimessenbuches,

,,	,,	,,	Memorials,

,,	„	,,	Konto-Korrent-Buches,

der Provisionsabrechnung mit den Agenten,
der Führung des Journals,

,,	,,	,,	Hauptbuches.

Der Verkehr der Fabrikbuchlialterei mit der Zentralbuchhalterei.

Die Fabrikkasse entnimmt ihren Geldbedarf zur Auszahlung der
Gehälter und Löhne, zur Begleichung kleiner Lieferantenrechnungen und
zur Bestreitung anderer in der Fabrik vorhandener kleinerer Ausgaben
aus der Hauptkasse in der Dorotheenstraße gegen Quittung. Banküber-
weisungen und Zahlungen größerer Beträge werden auf Veranlassung
der Fabrikleitung durch die Zentralbuchhalterei ausgeführt. Eine solche
Überweisungs- resp. Zahlungsaufgabe ist in Formular 1 zu ersehen.

Gleichzeitig empfängt die Zentralbuchhalterei für jede Firma, zu
deren Gunsten eine Überweisung stattfinden soll oder an welche direkte
Zahlung zu leisten ist, einen Rimessenbrief (Form. 2) nebst dazu-
gehörigem Kuvert.

Die Zentralbuchhalterei zahlt durch Überweisung oder bar. Die
erfolgte Zahlung wird hierauf lt. Formular 3 der Fabrikbuchhalterei der
Ordnung wegen bestätigt. Hat die Fabrikkasse Barbeträge von der
Zentralkasse entnommen, so belastet letztere die Fabrikkasse ebenfalls
mittels dieses Formulars.

Die Kunden der Fabrik leisten Zahlungen nur an die Hauptkasse. Die
eingegangenen Beträge werden wiederum mittels Formulars 3 (s. Form. 4)
der Fabrikbuchhalterei mitgeteilt. Je nachdem also eine Buchungs-
        <pb n="18" />
        ﻿6

Die Geschäftsbuchführung.

Mitteilung  von	|	an  LUDW. LOEWE &amp; Co.	LUDW. LOEWE &amp; Co.  Actiengesellschaft.	11	Actiengesellschaft.  BEELIN IW.,	- 1.	1907. '||	BEEL“ »*- «—■ “/"•		
Laut beifolgender Rimessenbriefe sind zu zahlen: per Reichsbank-Giro-Konto:  an Deutsche Bank-Berlin: für N. N.  (folgen die Firmen)  an A. Schaaffhausenscher Bankverein, Düsseldorf für N. N.  an Fa. Hirsch &amp; Sohn, Frankfurt a. M.  „	„ Gebr. Hollermann, Duisburg  usw.		
		
JL		
Die Direktion (Unterschrift)		

Form. 1. Orig.-Größe 220 X 285 mm.

LUDW. I0EWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

Werkzeugmaschinen-, Werkzeugfabrik, Eisengießerei und Laboratorium.

Giro-Konto bei der Reichsbank.

Telegramm-Adresse: LABORITAS BERLIN
Fernsprecher: Amt II, Nr. 2926 u. 2135.

LIEBER’S Standard Telegraphie Code
ABC Code.

Bureauzeit 8-41/.2 Uhr nachm.

Herrn Maier &amp; Gehr. Simon
Buchhaltung.	Berlin

Ihr Guthaben beträgt	A	3,	Wir vergüten Ihnen unter Vorbehalt aller Rechte betreffend Garantie und dergl. Verpflichtungen	A	äi
laut Ihrer Rechnung vom I./3.1907	758	45	per Reichsbank-Giro-Konto durch die Deutsche Bank	758	45

					
A	758	45	A	758	45

Wir bitten um Empfangsbestätigung und zeichnen

hochachtungsvoll

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

(Unterschriften.)

BERLIN NW. 87, den 1. April 1907.

Huttenstraße 17/20.

Form. 3. Orig.-Größe 220X285 mm.
        <pb n="19" />
        ﻿Der Verkehr der Fabrikbuchhalterei mit der Zentralbuchhalterei.

7

Buchungs-Aufgabe Nr. 79

von	an

LUDW.LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

KASSE

BERLINNW.,Dorotheenstr. 43/44, d.2./4.1907.

LUDW.LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

FABRIK

BERLIN NW., Huttenstr. 17/20.

Wir empfingen von ,, zahlten an	Bar oder Überweisung		Wechsel				Wir belasten Sie für	
und erkennen, resp. belasten Sie							Wechselstempel	
für beigesetzte Beträge:	Ji	3,	Ji	3t	Verfall	Ort	Ji	3,
laut Ihrer Aufgabe vom 31. f 3. er. bar an Ihre Kasse gegen	24140	90						
Quittung	5000	—						
Gincinnati-Machine &lt;Ss Tool-Co.								
Cincinnati; akzeptierten deren Tratte 90 Tage a vista per 30.j6. er.	$ 240.— ä 4.22	1012	80						
Ji	30153	70						
(Unterschriften)								

Form. 3. Orig.-Größe 225X285 mm.

Buchungs-Aufgabe Nr. 80

von

an

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

KASSE

BERLIN NW., Dorotheenstr. 43/44, den 2.14.1907.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

FABRIK

BERLIN NW., Huttenstr. 17/20.

Wir empfingen von „ zahlten an  und erkennen, resp. belasten Sie für beigesetzte Beträge:	Bar oder		Wechsel				Wir belasten Sie für	
	Ji	$	Ji	3,	Verfall	Ort	Wechselster  Ji	npel  *
Müller &amp; Sohne, Potsdam  Fritz Steffen, Berlin  A. -G. für Nähmaschinenfabrika- tion, Berlin  Gebr. Kapier, Chemnitz  Hans Reisermann, Leipzig Gottfried Haselbeck, Hamburg Friedrich Kasten, Remscheid Check a/Berlin  Danziger Automobilfabrik, G. m. b. II., Danzig	46  126  1190  100  9  681  12150	25  94  10  15  70	| gegen Q | per Pot  749	uittv  tanv  40	mg  Weisung  10.15.  07	Solingen		40
Ji	14304	14	749	40			—	40
(Unterschriften)								

Form. 4. Orig.-Größe 225X285 mm.
        <pb n="20" />
        ﻿8

Die Geschäftsbuehführung.

BERLIN NW. 87, den ........................... 190

Huttenstraße 17(20.

_ Postanweisung
Ihre —„-----;———H vom

Zuschrift
überhrachte uns Ji .......

99

zuzüglich „

in bar	j welchen Betrag

. „ Wechseln J wir Ihnen
für Skonto und Porto

zusammen mit M. ............................

unter üblichem Vorbehalt aufgabegemäß dankend gutgeschrieben haben.

Hochachtungsvoll

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

*

Form. 5. Postkartengröße.

aufgabe eine Einnahme oder Ausgabe betrifft, wird im Vordruck „wir
empfingen von“ oder „wir zahlten an“ unterstrichen oder das nicht
zutreffende durchstrichen. Die von der Kundschaft bei der Zentralkasse
eingehenden Rimessenavise werden mit der Buchungsaufgabe der Fabrik-
buchhalterei zugeschickt.

Die Anzeigen über Empfang der Rimessen gehen von der Fabrik-
buchhaltung aus unter Benutzung des Formulars 5.

Die weitere Verbuchung der Buchungsaufgaben wird später ge-
schildert werden, da ich die in der Geschäftsbuchhalterei zu erledi-
genden Arbeiten nunmehr in der Seite 5 angedeuteten Reihenfolge
durchgehen möchte.

Die Eintragung der Kundenorders.

Die Zergliederung der Fabrik in verschiedene Abteilungen bedingt
auch die Anlegung mehrerer Haupt-Orderbücher. Sobald die Aufträge
nach allen Richtungen hin, d. h. bezüglich des zu liefernden Objektes,
Preises, Liefertermins, Zahlungsbedingungen in Ordnung gehen, werden
sie, in Orders für die einzelnen Abteilungen getrennt, mit schapiro-
graphischer Tinte auf lose Blätter geschrieben, welche der Größe der
Orderbücher entsprechen.

Mittels dieses Schapirographenblattes werden dann die Orders in
die den verschiedenen Abteilungen entsprechenden verschiedenen Order-
bücher übertragen und zwar in je einem Exemplar für das Korre-
spondenzbureau, die Buchhalterei, die Expedition, sowie für das Chef-
bureau, Lohnbureau, technisches Bureau und die Fabrikatvorratslager der
betreffenden Abteilung. Maschinen resp. Werkzeuge, welche vom Lager
zu liefern sind, werden im Orderbueh mit einer entsprechenden Notiz
        <pb n="21" />
        ﻿April 1907.

Order  Nr.	Datum der Ein- tragung	Gegenstand	Preis		Lieferzeit	Speditionsvermerk	Bnchungsnotiz
23142  von Order 16707 V.  vom Lager	2./4. 07	F. Walter, Berlin, Elbinger Allee Nr. 212 mit Schrbn. vom l.f4. er. gemäß uns. Offerte vom 23.\3. 07  4 Stück Horiz.-Stoßmaschinen Nr. 26A Mod. I, kompl. mit Zubehör It. Katalog  pro Stück  1 Leitspindeldrehbank Nr. 3B Mod. II kompl. It. Katalog	1375  2250	.	r  21. Mai 07  5. Mai 07	Werden abgeholt  ft	tt	Rechnung in duplo  Zahlungsbedingung:  */3 bei Lieferung, ä/3 bis spätest. 1.18. er. ohne Kassa-Skonto
		Fo	rin. 6.	Orig.-Größe 220 X 400 mm.			

April 1907.

Order  Nr.	Datum der Ein- tragung	Gegenstand	Preis		Lieferzeit	Speditionsvermerk	Buchungsnotiz
	2.14. 07	Böttcher	Glaser, Chemnitz,					
2134		laut deren Brief vom l.\4. 07					
		Je 6 Stück Aufstecksenker He 24 mm		w			
		26,— 28,— 30,— 32,— 36,— mm					
		40,— 46,— 50,— 55,— 60,— mm		o			
		br.	558	30	sofort		
		Je 6 Maschinenreibahlen Gda 24 mm				Mit den am 25./3. 07 bestellten	Zahlbar nach 3 Monaten
		26,— 28,— 30,— 32,— 36,— mm				Werkzeugen zusammen in einer	ohne Kassa-Skonto
		40,— 46,— 50,— 55,— 60,— mm				Sendung	
		br.	731	40	sofort		
							

Form. 7. Orig.-Größe 440X400 mm.

CD

Die Eintragung der Kundenorders.
        <pb n="22" />
        ﻿10

Die Geschäftsbuchführung.

versehen (Form. 6 u. 7). Hat der Kunde für seine Order ausnahms-
weise einen Liefertermin nicht vorgeschrieben, so wird ein solcher von
der Fabrikleitung resp. dem Abteilungschef in dem Orderbuch fest-
gesetzt. Die Preise werden nicht in den Text des Schapirographenblattes
aufgenommen, daß sie nur in den für das Korrespondenzbureau und die
Buchhalterei bestimmten Orderbüchern erscheinen sollen; dies geschieht
handschriftlich soweit dieselben bereits in der Offerte resp. der Bestellung
festgelegt sind.

Die Aufträge der Kundschaft auf Guß gehen im Original an das
Bureau der Eisengießerei und werden dort direkt in das Gußorderbuch
eingetragen (siehe Kapitel Eisengießerei).

Die weitere Behandlung der Aufträge wird später geschildert.

Die Fakturierung der zum Versand gelangten Waren.

Alle Fabrikate und Waren, welche die Fabrik verlassen, passieren
die Expedition. Der Ausgang wird im Expeditionsbureau in die — nach
Absatzgebieten getrennten — Ausgangsbücher eingetragen. Diese Aus-
gangsbücher (Form. 8) sind paginiert und mit perforierten Doppel-
blättern eingerichtet. Das feste Blatt ist dünn, damit es das sogenannte
Durchschreiben zuläßt; außerdem wird zwischen das feste und das
perforierte Blatt noch das Formular „Inhaltsverzeichnis“ (Form. 9)
gelegt und mittels eingeschobenen Kohlenpapiers drei Exemplare bei ein-
maligem Schreiben hergestellt. Das Inhaltsverzeichnis erhält der Kunde,
das perforierte Blatt die Buchhalterei zwecks Ausschreibung der Fakturen.
Bei Zustellung der Waren mit eigenem Gespann oder Boten wird anstatt
des Inhaltsverzeichnisses der Lieferschein (Form. 10) und die Liefer-
quittung (Form. 11) mitgeschrieben.

Den 1ÄS April 1907.

Ordre	Stück		Gegenstand	
2719		7  7  7  7  7  7  7	Ostdeutsche Fahrzeugfabrik in Posen  14 Kisten	780—793  Handfräsmaschinen Nr. 11 Mod. II  Fabrik.-Nr. 26930—36 kompl.  4 Kolli	8—11 enth.  Lampenhalter  Kurbeln  Hakenschlüssel Nr. 57  Schlüssel Nr. 8 „	Nr. 10  7 Kolli jh1—7 enth.  Deckenvorgelege  in Wagen jf 20514 Magdeburg  Netto 6325 kg	
				

Form. 8. Orig.-Größe 345X205 mm.
        <pb n="23" />
        ﻿Die Fakturierung der zum Versand gelangten Waren.

11

LUDW. LOEWE &amp; Co.	™ ™	^  .	.	„ , ,,	BERLIN NW. 87, den	 190  Actiengesellschaft.	Huttenstraße 17/20.  Werkzeugmaschinen- u. Werkzeug-Fabrik  Gießerei, Laboratorium.  Inhalts-Verzeichnis		
Ordre-Nr.	Stück	Gegenstand
		

Form. 9. Orig.-Größe 365X205 mm.

Lieferschein  Sie empfangen per			
			
Ordre  M	Auftrags  M	Stück	Benennung
			
			
			
			
			
			
BERLIN  Huttenstraß	NW. 87, d..  17-20.		190	LUDW. LOEWE &amp; Co.  Actiengellschaft.

Form. 10. Orig.-Größe 290X220 mm.

Von der Firma: LUDW. LOEWE &amp; Co., Actiengesellschaft

BERLIN NW.

empfing:

Ordre  M	Auftrags  M	Stück	Benennung
			

BERLIN, den............ 190

Form. 11. Orig.-Größe 290X220 mm.
        <pb n="24" />
        ﻿12

Die Gesohäftsbuchführung.

Die Fakturen werden mit laufenden Nummern versehen und in
dieser Reihenfolge in das Fakturenbuoh in abgekürzter Form eingetragen
(Form. 12). Die rechte Seite der Buchblätter ist mit Kolonnen zwecks
Kontierung der Beträge auf die einzelnen Abteilungen eingerichtet. Durch
Addition der verschiedenen Kolonnen des Fakturenhuches erfährt man
also sowohl den Gesamtumsatz, als auch den Umsatz jeder Abteilung.
Außerdem wird jede Faktura dreimal mechanisch kopiert; eine Kopie
kommt in die Korrespondenzmappe des betreffenden Kunden, eine Kopie
erhält sofort der Agent, zu dessen Bezirk der Kunde gehört. Die dritte
Kopie ist ebenfalls für den Agenten und zwar für dessen Monatsabrechnung
bestimmt.

In die Kolonne des Fakturenbuches (Form. 12) „Betriebskonto, Aus-
lagen“ gehören die der Kundschaft berechneten Porti, verauslagte Fracht-
spesen u. dgl., während in die Kolonne „Betriebskonto, Diverse“ Beträge
für Lieferungen wie Altmaterialien, chemische Analysen u. dgl. kleinere
Posten ausgeworfen werden.

Die Schlußsummen des Fakturenbuches werden im Memorial folgender-
maßen gebucht:

Monat

Datum	Ausg.-  Buch  Fol.	Laufde.  Nr.	Order	Stück		Brutto-  preis		Netto-Preis		K.-K.  Konto	
						JL		JL		Nr.	Fol.,
					Transport:						
i					August Heinrich, Marienfelde						
	722	3 ISO	20911	i	aut. Fassondrehbank Nr. 33 A Mod. II						
					F. Nr. 24172						
					mit 3 Satz Werkzeugen	1750	—				
			719	6	div. Kopfsenker	23	70				
				6	„ Halssenker	23	70				
			1231	1	Werkzeugtisch Mod. I	SO					
					Verpackung	8	50				
					Porto für einges. Teile	2	25	1 888	15		

Transport:
        <pb n="25" />
        ﻿Die Fakturierung der zum Versand gelangten Waren.

13

Per Konto-Korrent-Konto
An folgende ........ Debitoren

Übertrag der Umsatzziffern aus dem Fakturenbuch Fol........

An Konto Maschinenfabrikate
„ Konto Gießereifabrikate
,, Betriebskonto
usw.

Die dem Betriebskonto kreditierten Beträge werden in der Betriebs-
buchführung weiter verbucht, wie wir später sehen werden. Der Konto-
Korrentbuchhalter belastet die Konten der Kunden für erhaltene Waren
lt. Fakturenbuch und vermerkt auf dem Konto das Folio dieses Buches.

Jede ausgehende Faktura erhält entsprechend der Seite 5 erwähnten
Einrichtung den Aufdruck:

Zahlungen erbeten
an unsere Kassen-Abteilung

NW. 7, Dorotheenstr. 43/44.

April 190 7.

Form. 13. Orig.-Größe 550X410 mm.
        <pb n="26" />
        ﻿14

Die Geschäftsbuchführung.

Die Kassabuchführung.

Wie bereits erwähnt, entnimmt die Fabrikkasse ihren Bedarf aus der
Hauptkasse und nur in vereinzelten Fällen fließen ihr kleine Beträge von
anderer Seite zu, z. B. Nachnahmen und Beträge für von Beamten und
Arbeitern gekaufte Materialien, dann zuweilen von der Kundschaft irrtüm-
licherweise nach der Fabrik adressierte Postsendungen. Wechsel und
Schecks der Kundschaft, die in der Fabrik eingehen, werden nach der
Hauptkasse geschickt. Die Ausgaben der Kasse beziehen sich auf Lohn-
und Salärzahlungen, Begleichung kleinerer Lieferantenrechnungen usw.

Das Kassabuch (Form. 13) ist sowohl auf der Debet- wie der
Kredit-Seite mit drei Betragskolonnen versehen. Dies hat den Zweck,
um die für das Betriebskonto und für das Konto-Korrent-Konto gezahlten
resp. vereinnahmten Beträge rein für sich zu haben und das Zusammen-
stellen aller in Betracht kommenden Konten zwecks Buchung der Monats-

Debet

Monat

Kassa

K. K. II! 145

An	Transport

„ Bestand

„ Ludw. Loewe &amp; Co., Zentr.-Konto

„ Schulz Gebr., Berlin
für Werkzeuge lt. Rechng. v. 15. 3. 07

„ Betriebs-Konto

für Barverkäufe im Materialienlager
lt. Aufstellung

Konto-Korrent-

Konto

14

50

Betriebs-

Konto

42

10

Diverse

12 131
5 000

49

Transport
        <pb n="27" />
        ﻿Die Kassabuchführung.

15

betrage im Memorial zu erleichtern. Die wöchentlich gezahlten Löhne
sowie die gesetzlichen Versicherungsbeiträge, welche den Arbeitern am
Lohn gekürzt und dem Bureau für Arbeiterangelegenheiten überwiesen
werden, werden wöchentlich zuerst in einer Summe auf das Lohnkonto
im Hauptbuch gebucht und dann monatlich in einer Summe auf das Be-
triebskonto umgebucht. Dasselbe geschieht hinsichtlich der Saläre. In
die dritte Kolonne des Kassabuches „Diverse“ kommen die Beträge für
das Lohn- resp. Salär-Konto, sowie die Beträge, welche einem der Hand-
lungsunkostenkonten oder einem anderen Hauptbuchkonto belastet resp.
gutgeschrieben werden. Die Kassabelege erhalten fortlaufende Nummern,
deren Reihenfolge im Kassabuch eingehalten wird; dann werden sie in
Falzmappen geklebt und aufbewahrt. Die Monatsschlußsummen des
Kassabuches, d. h., die Gesamteinnahme- resp. Ausgabebeträge werden im
Memorial gebucht.

April 190 7

Konto	Kredit

1

K- K. 1/212
„ 11/142

Per	Transport

„ Inv.- und Altersvers.-Konto
6400 Versich.-Mark.ä36=2304.—
340	„	„	ä30„ =	102.—

135	„	„	ä24 „ =	32.40

5	„	„	äl4„=	0.70

„ Lohn-Konto

Krankenkassenbeiträge der Arbeiter
laut Lohnlisten pro März

„ Betriebs-Konto

Krankenkassenbeitrag der Airma pro
März

„ Konto-Korrent-Konto

Zahlungen It. Postquittungsbuch
Nr. 640 bis 665
Alfred Baumert — Rixdorf
Fritz Winkler — Düsseldorf
usw.

Konto-Korrent-  Konto		Betriebs-  Konto		Diverse	
				2 439	10
				3 815	15
		1 907	58		
22	40				
139	SO				

Form. 13. Orig.-Größe 660X440 mm.
        <pb n="28" />
        ﻿16

Die Geschäftsbuchführung.

Die Revision der Lieferantenrechnungen.

Diese Revision erfolgt nach drei Richtungen hin und zwar hin-
sichtlich

a)	der Lieferung,

b)	der Einheitspreise,

c)	der rechnerischen Richtigkeit.

Die Revision unter a erfolgt an Hand der mit der Lieferung eingegangenen
Lieferscheine. Hat einen solchen die liefernde Firma nicht mit der Ware
eingesandt, so tritt an seine Stelle der vom Materialienverwalter, welcher
sämtliche Wareneingänge kontrolliert, gemäß Formular 14 ausgestellte
Eingangsschein. Auf den zu kontrollierenden Rechnungen wird die
Nummer des betreffenden Lieferscheines (Eingangscheines) vermerkt.

Die Revision unter b erfolgt auf Grund der Bestellbriefkopien, eventuell
der ihnen zugrunde liegenden Offerten, oder der Kataloge der Liefe-
ranten. Die beste Kontrolle der Preise bietet jedoch die Warenkartothek,
welche Preise von mehreren tausend Artikeln enthält. Für jeden Artikel
ist eine Karte (Form. 15) vorhanden; die einzelnen Karten sind in
alphabetischer Reihenfolge, mittels Leitkarten übersichtlich geordnet, in
Kasten untergebracht. Solange der Preis sich nicht ändert, bleibt die
erste Eintragung bestehen.. Die Revision der Lieferantenrechnungen wird
nach jeder der angeführten Richtungen hin von einem anderen Beamten
vorgenommen. Etwa konstatierte Fehler in der Rechnung und die dadurch
erforderlich gewordene Abänderung des Endbetrages wird dem Liefe-
ranten mittels Formulars 16 angezeigt.

Die Rechnungen erhalten den Stempelaufdruck:

Preise revidiert .-........................

Lieferzettel verglichen....................

Nachgerechnet .............................

Gegen die Zahlung ist nichts einzuweifden..

Per	Betriebs-Konto................M.—

„	Konto.......... .........Ji

„	„	.....................„ft..

„ .........................*....

pro Monat.................190 „ft.

Berlin,	den.......	190

damit der revidierende Beamte die von ihm vorgenommene Revision durch
Einträgen seines Namens bestätigt. Handelt es sich um Rechnungen über
größere Objekte, z. B. Roheisenlieferungen, Betriebsmaschinen, so werden
dieselben dem betreffenden Abteilungschef vorgelegt, damit auch dieser
die ordnungsmäßige Lieferung bescheinigt.

Die Rechnungen der Lieferanten werden nur in einerAusführung
benötigt.
        <pb n="29" />
        ﻿Die Revision der Lieferantenrechnungen.

17

	LTJDW. LOEWE &amp; Co.  Actiengesellschaft	.  Berlin	Emgangsschein.  Firma:				
	Menge j Einheit	Gegenstand		
				
				
				
				
				
	Fracht .... Porto ....  Zoll	  Nachnahme .	.  Bestellgeld .	.	.  Anschluß .	.	.  Diverse ....	dH 14	Die Spesen gehen zu unsern Lasten.  zu Lasten des Absenders.	Zur Bestimmung des Empfängers an Herrn  Empfangen	den	190
				Berlin, den	 190
	Sa.	1		Materialien Verwalter.

Form. 14. Orig.-Größe 225X200 mm.

Gegenstand: Bleimennige

Dimension

Modell

Nummer

Qualität

		heit	Datum			4		Rabatt	Skonto		Datum			Ji. /$			Skonto	
H. Schulz	Berlin	%Xo.	2.	1.	07	32	—	—	2%									
			15.	3.	,,	40	—	—	2%									
																		
																		
																		
																		
Gehr. Stöber	Gharlottbg.	%Ko.	15.	3.	07	39		—	1%							—		
																		
																		
																		
																		
																		
				—	—													
																		
																		
																		
																		—
																		

Form. 15. Orig.-Größe 210X170 mm.

Lilienthal, Fabrikorganisation.
        <pb n="30" />
        ﻿18

Die Geschäftsbuehführung.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

Werkzeugmaschinen-, Werkzeugfabrik, Eisengießerei und Laboratorium.

Giro-Conto bei der Reichsbank.

Telegramm-Adresse: LABORITAS BERLIN
Fernsprecher: Amt II, Nr. 2926 u. 2135.

LIEBER’S Standard Telegraphie Code
ABC Code.

Bureauzeit 8-4x/2 Uhr nachm.

Buchhaltung.

In Ihrer Rechnung vom	finden wir die in umstehender Aufstellung

angeführten Differenzen. Wir haben den sich ergebenden Differenzbetrag auf

Ihrer Rechnung	gesetzt, so daß sich der Endbetrag nunmehr auf

zu-

M.......................

stellt. Wir bitten um gleichlautende Buchung und zeichnen

H ochachtungsvoll

Form. 16. Vorderseite. Orig.-Größe 280 X 220 mm.

BERLIN NW. 87, den 1 .April 1907.

HuttenstraBe 17 20.

Pos.			Debet  M.	o,	Credit  X	^
				

Form. 16. Rückseite. Orig.-Größe 280X220 mm.

Das Wareneingangsbuch.

Nachdem die Rechnungen der Lieferanten wie vorhin erläutert,
revidiert sind, gelangen sie zur Eintragung in das Wareneingangsbuch
(Form. 17). In diesem Buch sind sämtliche Eingangsscheine (Liefer-
scheine) chronologisch und nach fortlaufenden Nummern eingetragen.
Da die Nummern der Eingangsscheine auch auf den Rechnungen ver-
merkt wurden, ist man in der Lage, bei jeder Position des Wareneingangs-
buches den Preis lt. Rechnung daneben zu schreiben. In das Waren-
eingangsbuch kommen aber nur solche Rechnungsbeträge zur Eintragung,
welche zu Lasten des Betriebs-Kontos gehen, während z. B. Rechnungen
über Kataloge, überhaupt alle Beträge, welche eines der Handlungs-
unkosten-Konten u. dgl. betreffen, auf eine andere Art behandelt werden.
Ist eine Rechnung teilweise dem Betriebs-Konto und teilweise einem an-
deren Konto zu belasten, so wird dieselbe in die einzelnen Beträge zerlegt
und diese auf der Rechnung, wie der Stempelvordruck zeigt, rekapituliert.
        <pb n="31" />
        ﻿Das Wareneingangsbuch.

19

Das Wareneingangsbuch hat zwei Betragsrubriken. Die erstere ist für
die Rechnungsbeträge bestimmt. Die Addition sämtlicher Beträge ergibt
folglich die Summe aller dem Betriebskonto belasteten Lieferantenrech-
nungen. Die zweite Rubrik dient für alle Beträge, welche durch die Kasse,
das Memorial, das Frachtenstundungsbuch usw. dem Betriebskonto be-
lastet werden, also z. B. auch alle Löhne. Die Gesamtsumme des Waren-
eingangsbuches umfaßt mithin sämtliche dem Betriehskonto belasteten
Ausgaben.

Alle durch das Kassabuch, Memorial usw. dem Betriebskonto belasten-
den Beträge werden, soweit sie sich auf eine eingegangene Warensendung
beziehen, an der Stelle, wo der betreffende Eingangsschein (Lieferschein)
eingetragen ist, in das Wareneingangsbuch übertragen. Somit hat man
alle Kosten für die Ware an einer Stelle. Alle anderen dem Betriebskonto
zu belastenden Beträge werden allmonatlich hinter dem letzten Eingangs-
schein der Reihe nach aus den einzelnen Grundbüchern übertragen.

Nachdem auf diese Art alle dem Betriebskonto debitierten Ausgaben
in das Wareneingangsbuch eingetragen sind, werden dieselben kontiert,
d. h. es wird bei jedem Betrag das Konto hinzugeschrieben, auf welches
derselbe gehört (s. Beispiel). Bei den Eingangsscheinen (Lieferscheinen)
geschieht die Kontierung gleich bei Eingang der Scheine in der Buch-
halterei. Die Kontenbezeichnungen werden alsdann bei Eintragung der
Scheine im Wareneingangsbuch vermerkt.

Um nun nach geschehener Kontierung der Einzelbeträge für jedes im
Wareneingangsbuch vorkommende Konto den Gesamtbetrag zu ermit-
teln, werden die Beträge jeder Zeile zunächst auf der rechten Seite des
Buches in die den verschiedenen Konten entsprechenden Rubriken aus-
geworfen (s. Beispiel). Dann geht man das Buch seitenweise durch und
notiert die Folien, auf welchen jedes Konto vorkommt. Hierauf addiert
man kontenweise sämtliche Posten derart, daß man die Seiten, auf denen
das Konto nicht vorkommt, überspringt. Erscheint z. B. das Konto B. C. 1
(Beständekonto 1) auf Seite 2, 6, 15, 29, 30 usw. so überträgt man die
Summe von Seite 2 nach 6 usw. Nachdem sämtliche Konten addiert
sind, werden die Gesamtbeträge der einzelnen Konten zusammengestellt
und es muß dann die Gesamtsumme aller Konten gleich sein der Gesamt-
summe des Wareneingangsbuches.

Die den einzelnen Fabrikationsabteilungen durch das Wareneingangs-
buch belasteten Beträge werden allmonatlich den Lohnbureaus bekannt-
gegeben, denn es muß auch jede Abteilung noch ihr eigenes Warenein-
gangsbuch führen, da das Hauptwareneingangsbuch den Abteilungen
nicht zur Verfügung steht. Zwecks Eintragung der jeder Abteilung zu
belastenden Lieferungen usw. in diese Abteilungseingangsbücher zirku-
lieren die Wareneingangsscheine in den Lohnbureaus und so sind am
Monatsschluß nur die Beträge von dem Buchhalter, welcher das Haupt-
wareneingangsbuch führt, einzusetzen.

Die Verwaltungen des Materialienlagers, Stahllagers und Werkzeug-
lagers haben ebenfalls je ein Wareneingangsbuch, in welches auch nur die

2*
        <pb n="32" />
        ﻿20

Die Geschäftsbuchführung.

Lieferungen eingetragen werden, welche Lagerartikel des betreffenden
Lagers sind.

Bei der Kontierung wird nicht der ganze Text der Konten geschrieben,
sondern es sind hierfür Abkürzungen in Anwendung, z. B. bedeutet

Nr.	Tag	Datum  der  Rech-  nung	April 1907	Mengen-  Bezeich-  nung	Preis		Empfänger  Bestim-  mung	Konto				
3140	1.	1.14.	Transport  Julius Bernhardt, Berlin	1 Grs.			Müller	B. K.8	12		80  3	2)  5«
			per Boten:  Bleistifte HF Nr. 0									
3141		20.13.	Siegfr. Baum &amp; Co.,	14995 kg	37	—	Homann	X.A.4	55	50		
			Magdeburg  1 Wag. Nr. 27 090  Formsand, graufett  Fracht It. Stundungsbuch									
3142		10./4.	Hans Zabel, Berlin	5 Bg.	10	35  °/  /o	Rumpf	II. P.	1	58		
			per Post:  Pauspapier Nr. 11									
3143		30.14.	Stahlwerke Brandenburg, Charlottenburg  Pol. Weilenstahl, 26 0  30 gj  35 0	250 kg 495 „ 370 „	%*0		Daul	VIII.A.	223			
			Rollgeld It. Kassenbeleg	1115 kg Nr. 75								
3144	2.	5.14.	Joh. Lindner, Berlin	6 St. 12 Bg. 2000 St. 1000 „			Rumpf  Müller  Franz  fy	II. P. B.K. 8 X. 0.  yy	10  12	40  50		
			Bücher Nr. 31  Aktendeckel  Formulare Nr. 246 „ „ 181									
3145		30.14.	Gustav Zimmermann,  Rixdorf  bes. Bretter. Qual. II, 4/4  „	„ I. 30 m = %  32 m = 4/t  45,8 m = 3/4  44,7 m = */„	240St. = 274,8 qm 4 St.  4 „  6 „  6 „	äqm  450m 298 „ 208 „ 192 „182	—	Krause	XI. A.  yy  yy  yy	274  19  14  19  18	80  85  80  55  05		
			Transport						673	03	83	1&gt;
        <pb n="33" />
        ﻿Das Wareneingangsbuch.

21

I- X.	= Allgemeine Betriebsleitungskosten,

N. A. IV. E. = Neuanschaffung der Klasse IV, Unterabteilung E.
XII. 5	= Reparaturen in der Kraftzentrale,

H. K. 20	= Hauptbuch-Konto 20 (Konto für fremde Fabrikate).

b.k.	8	XA.	4	111		VIIIA.		xo.		XIA.														
12  2	40	135	75	1  9	58	226	50	22	50	347	05													
14  3	40	135  7	75	10  2	58	226  10	50	22  4	50	347  10	05													

Form. 17. Orig.-Größe 520 X400 mm.
        <pb n="34" />
        ﻿22

Die Geschäftsbuchführung.

Die Kontierung.

A.	Geschäftsbuchführung.

Die in der Geschäfts- nnd Betriebsbuchführung vorkommenden
Konten sind in Kontierungstabellen festgelegt, welche in ein Büchlein von
Taschenformat gebunden sind. Wir haben es mit folgenden Konten zu
tun, von denen nur einige einer näheren Erläuterung bedürfen, um deren
Zweck klar zu machen.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.
9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.
21.
22.

23.

24.

25.

26.

27.

28.

29.

30.

31.

32.

33.

34.

35.

36.

Konten des Hauptbuches.

Ludw. Loewe &amp; Co., Zentral-Konto.
Betriebs-Konto.

Konto-Korrent-Konto.

Kassa-Konto.

Lohn-Konto.

Salär-Konto.

Invaliditäts- und Altersversicherungs-Konto.
Materialien -Konto.

Fabrikate -Konto.

Inventar-Zu- und Abgangs-Konto.

Konto Fabrikate der	Maschinenfabrik.

„	„	,,	Spezialmaschinenfabrik.

,,	,,	,,	Werkzeugfabrik.

,,	,,	,,	Spezialwerkzeugfabrik.

„	,,	,,	Normalienfabrik.

„	„	,,	Einrichter ei.

,,	,,	,,	Schmiede und diversen.

,,	,,	,,	Gießerei.

,,	,,	,,	Betriebswerkstatt.

,, Fremde Fabrikate.

Handlungsunkosten-Konto Gehälter und Löhne.
,,	,, Kataloge.

Reklame.

Reisespesen.

Patentgebühren.

Porti und Depeschen.

Drucksachen und Schreibmaterialien.
Diverse.

Konto Zinsen.

(offen)

Handlungsunkosten Verkaufsstelle Düsseldorf.
„	„	Karlsruhe.

,,	,,	Erfurt.

„	„	Breslau.

„	„	Leipzig.
        <pb n="35" />
        ﻿Die Kontierung.

23

37.	|

38.	i (offen)

39.	|

40.	Gesamthandlungsunkosten-Konto.

Zu 1. Ludw. Loewe &amp; Co., Zentral-Konto. Hierunter ist die Zentral-
kasse in der Dorotheenstraße gemeint. Dieses Konto wir ur
lt. Buchungsaufgaben (Form. 1 und 3) geleisteten Zahlungen er ann unc
für vereinnahmte Rimessen der Fabrikkundschaft belastet.

Zu 2. Betriebs-Konto wird belastet für alle Beträge, die durch di
Fabrikation veranlaßt werden. Die Betriebsbuchführung verar ei e
diese Belastungen in der später angegebenen Weise. Erkannt wir as
Betriebs-Konto für die Selbstkosten der verkauften Fabrikate und er au
Inventar-Konto zu buchendem Neuanschaffungen.

Zu 5. Lohn-Konto. Die wöchentlich gezahlten Löhne werden zuerst
auf dieses Konto gebucht und dann zuzüglich der von den Löhnen in
Abzug gebrachten Versicherungsbeiträge und anderer gesetzlich zulässigen
Abzüge, welche die Arbeiter zu tragen haben, mittels einer Memorial-
buchung monatlich auf das Betriebs-Konto übertragen. Die von der
Firma zu zahlenden Versicherungsbeiträge werden direkt auf das Be-
triebs-Konto gebucht. Das Lohn-Konto behält stets monatlich einen
Kredit-Saldo gleich der Summe aller Pfennigbeträge der ver lenten
Einzellöhne, weil überschießende Pfennigbeträge nach der Arbeitsordnung
nicht zur Auszahlung kommen. Dem Betriebs-Konto müssen na ur ic
die Gesamtsummen der Bruttoverdienste der Arbeiter belastet wer en
(Hierüber später ausführlicher.)

Zu 6. Salär-Konto. Sämtliche Saläre werden ebenfalls zuerst au
dieses Übergangs-Konto gebucht und durch eine Memorial uc ung
Lasten der in Betracht kommenden Unkosten-Konten ausgebuch .

Zu 7. Invalidität- und Altersversicherungs-Konto. Dieses Konto is
zur Kontrolle der verwendeten Invaliditäts- und Altersversicherungsmarken
angelegt. Das Bureau für Arbeiterangelegenheiten kauft diese ar en
Mengen für den ungefähren Monatsbedarf; die Beträge ersc einen
Kassabuch und werden obigem Konto belastet. Sind die ona s e*a8e
der von den Arbeitern zu zahlenden resp. denselben vom o n m	:r U

gebrachten Beiträge lt. Lohnlisten festgestellt, so wird durc i eine uc l g
im Memorial das Lohn-Konto belastet und das Invaliditäts un
versicherungs-Konto erkannt. Gleichzeitig bucht man ie g eic ie
als Beitrag der Firma auf Betriebs-Konto, und die Betnebsbuchfuhrung
bringt die auf jede Abteilung entfallende Summe auf das n ms en
„A. a.“ jeder Abteilung. Für die Berechnung der Beiträge, welche auf
die versicherungspflichtigen Beamten entfallen, besteht ein leso
Hilfsbuch, auf Grund dessen dieselben Buchungen wie vorhin vorgenommen
werden. Da der monatliche Saldo des Invaliditäts- und Altersversic e-
rungs-Kontos also gleich dem Bestand an vorrätigen Marken sein mu
so hat man die Unterlage für eine Kontrolle der Markenkasse.
        <pb n="36" />
        ﻿24

Die Geschäftsbuchführung.

Zu 8—10. Die folgenden drei Konten, nämlich: Materialien-Konto,
Fabrikate-Konto, Inventar-Zu- und Abgangs-Konto dienen zur buchmäßigen
Festlegung der lt. Inventur Vorgefundenen Bestände an Materialien und
Fabrikaten sowie der Beträge für Neuanschaffungen und Abgänge von
Inventarien, Utensilien usw.

Zu 21. Handlungsunkosten-Konto, Gehälter und Löhne. Diesem Konto
werden die Gehälter der Angestellten belastet, deren Tätigkeit sich auf den
Vertrieb der Fabrikate erstreckt; ferner die Löhne der Bureaudiener und
sonstigen Arbeiter, welche in den Bureaus dieser Angestellten beschäftigt
sind.

Zu 40. Das Gesamthandlungsunkosten-Konto dient dazu, um am
Jahresschluß die Beträge der einzelnen Handlungsunkosten-Konten in einer
Gesamtsumme aufzunehmen.

B.	Betriebsbuchführung,

a)	Unterabteilungen.

I.	Allgemeines.

II.	Maschinenbau.

III.	Spezialmaschinenbau.

IV.	Werkzeugbau.

V.	Spezialwerkzeugbau.

VI.	Normalienfabrik.

VII.	Einrichterei.

VIII.	Schmiede.

IX.	Modelltischlerei.

X.	Gießerei.

XI.	Betriebswerkstätten.

XII.	Kraftzentrale.

XIII. Chemisches Laboratorium.

b)	Bestände-Konten.

1.	Materialienlager.

2.	Lager von Maschinen eigenen Fabrikats.

3.	„	„ Maschinen fremden Fabrikats.

4.	,,	,, Werkzeugen eigenen Fabrikats.

5.	,,	,,	Werkzeugen	fremden Fabrikats.

6.	,,	,,	Normalien.

7.	,,	,,	Steinkohlen.

8.	,,	,,	Schreibmaterialien.

Zu B. a. I. Konto I. Allgemeines■ ist ein Betriebsunkosten-Konto
für solche allgemeinen Unkosten, die den verschiedenen Abteilungen nicht
im einzelnen, sondern nur nach einem generellen Maßstab (Lohnsummen,
Arbeiterzahl, Quadratmeter) belastet werden können.

Es handelt sich hier um die Ausgaben für Lagerverwaltungen, Be-
triebsbuchführung, Portiers, Nachtwächter, Fuhrwesen, Eisenbahnan-
        <pb n="37" />
        ﻿Die Kontierung.

25

Schluß, Bureau für Arbeiterangelegenheiten, Krankenkassenverwaltung,
Lichtpauserei, allgemeiner Wasserverbrauch u. dgl.

c)	Diverse Konten.

1.	Zentral-Konto.

2.	Konto	Löhne.

3.	,,	Saläre.

4.	,,	Abfälle.

5-	,,	Patentgebühren.

6-	,,	Auslagen.

7.	,,	Portbildungsschule.

3-	,,	Teeküche.

9-	„	pro Diverse.

10.	Abschluß-Konto — Materialien.

5)	„	— Fabrikate.

12.	Konto Abschreibungen.

13.	Gewinn- und Verlust-Konto.

B. c. 1. Das Zentral-Konto der Betriebsbuchführung ist das Gegen-
Konto vom Betriebs-Konto in der Geschäftsbuchführung. Für alle Beträge,
für welche also in der Geschäftsbuchführung das Betriebs-Konto belastet
wird, wird in der Betriebsbuchführung das Zentral-Konto erkannt. Der
Debet-Saldo des Betriebskontos der Geschäftsbuchführung muß also immer
dem Kredit-Saldo des Zentral-Kontos in der Betriebsbuchführung gleich
sein.

Zu B. c. 2. Das Konto Löhne nimmt zuerst die gesamten Löhne
summarisch auf, und wird mittels einer Verteilungsbuchung zu Lasten der
betreffenden Abteilungskonten wieder kreditiert.

Zu B. c. 3. Das Konto Saläre dient hinsichtlich der Saläre demselben
Zweck, wie das Lohn-Konto hinsichtlich der Löhne.

Zu B. c. 4. Das Konto Abfälle ist errichtet für die Einnahmen aus
Abfällen. Diese Beträge werden am Jahresschluß den einzelnen Abteilungen
im Verhältnis des in der Fabrikation verwendeten Materials gutgeschrieben.

Zu B. c. 5. Konto Patentgebühren. Alle Gebühren für die Herausnahme
und Erhaltung von Patenten werden aus buchtechnischen Gründen zu-
nächst auf dieses Konto gebucht, am Jahresschluß aber auf das Hand-
lungsunkosten-Konto ,,Patentgebühren“ übertragen.

Zu B. c. 6. Konto Auslagen. Diesem Konto werden die lt. Fakturen-
buch (Form. 12) in Kolonne „Auslagen“ ausgeworfenen Beträge gut-
geschrieben. Es sind dies Auslagen für Porti, Frachten u. dgl. Spesen, die
bei Eingang von Probe- oder Musterstücken von der Firma bezahlt wurden,
dem Kunden bei Fakturierung der bestellten Fabrikate aber wieder in
Rechnung gestellt werden.

Zu B. c. 7. Konto Fortbildungsschule wird belastet für alle Kosten,
welche die von der Firma eingerichtete Lehrlingsschule verursacht. Gut-
geschrieben werden diesem Konto die Lehrgelder der Volontäre, welche
        <pb n="38" />
        ﻿26

Die Geschäftsbuchführung.

ein oder zwei Jahre praktische Ausbildung genießen (s. Kapitel Lehr-
lingswesen).

Zu B. c. 8. Konto Teeküche. Um den Arbeitern im Sommer ein
erfrischendes, im Winter ein wärmendes Getränk geben zu können, ist
eine Küche zur Teebereitung eingerichtet. Die Kosten dieser Küche,
sowie andererseits die Einnahmen für den Tee werden über vorstehendes
Konto gebucht.

Zu B. c. 10 und 11. Materialien-Konto, Fabrikate-Konto. Diese
beiden Konten haben denselben Zweck, wie die gleichnamigen Konten des
Hauptbuches.

Zu B. c. 12. Konto Abschreibungen. Die jährlichen Abschreibungen
werden erst diesem Konto belastet, dann auf die betreffenden Unkosten-
konten der einzelnen Abteilungen durch eine Memorialbuchung übertragen.

(1) Konten der Abteilungen Nr. I bis XI.

A.	Fabrikationsmaterial.

15. Produktive Löhne.

C.	Unproduktive Löhne.

D.	Härtekosten.

Bei Abteilung X hat das Konto A. folgende Unter-Konten:

XA 1. Roheisen.

2.	Brucheisen.

3.	Schmelzkoks.

4.	Diverse.

5.	Metalle.

Zu B. d. Die bei den Abteilungen Nr. I—XI wiederkehrenden Konten
sind zu unterscheiden in Bestände-Konten von A.—D. und Unkosten-
Konten von E.—X a. Das Konto C. ist ein sogenanntes Übergangs-Konto,
weil alle unproduktiven Löhne nur zu statistischem Zwecke hierüber
gebucht werden und später, wie dies noch ausführlicher beschrieben
werden wird, in den Unkosten-Konten auftauchen und vom Konto C.
wieder weggenommen werden.

e)	Unkosten-Konten.

E.	Abschreibung auf Werkzeugmaschinen.

F.	Abschreibung auf Werkzeuge.

G.	Reparatur an Werkzeugmaschinen.

H.	Werkzeug-Verbrauch und Reparatur.

I.	Kraft.

K.	Hilfsmaterialien.

L.	Feilen.

M.	Gehalt und Lohn für Meister, Einrichter und Schreiber.

N.	Betriebsleitung.

O.	Verwaltung.
        <pb n="39" />
        ﻿Die Kontierung.

27

P.	Technisches Bureau.

Q.	Revision.

R.	Transporte.

S.	Reinigung.

T.	Beleuchtung.

U.	Heizung und Lüftung.

Y. Gas.

W.	Wasser.

X.	Ersatz, Ausschuß, Verluste.

Y.	Versuche.

Z.	Chemische Analysen.

A a. Gesetzliche Kassenbeiträge.

B a. Feuer Versicherungsprämie.

C a. Reparatur und Ersatz von Utensilien.

D a. Reparatur und Änderung an Transmissionen und D. V.

E a. Reparatur an Motoren, Kränen, Fahrstühlen.

F a. Instandhaltung der Preßluftanlage.

G a. Reparatur und Ersatz von Modellen.

H a. Reparatur an Gebäuden.

I a. Instandhaltung der Höfe und Umfriedung.

K a. Vorbereitung von Fabrikationsmaterial.

L a. Umzugskosten.

M a. Abschreibung auf Motore und Transmissionen.

N a. Abschreibung auf Kräne, Fahrstühle, Heizungs- und Lüftungs-
anlage.

0 a. Abschreibung auf Modelle.

P a. Abschreibung auf Utensilien.

Q a. Abschreibung auf Gebäude.

R a. Fuhrwesen.

S a. Eisenbahnanschluß.

T a. Portiers und Wächter.

U a. Krankenkasse.

V a. Bureau für Arbeiterangelegenheiten.

W a. Photographisches Atelier.

X a. Lichtpauserei.

Zu B. e. Die Unkosten-Konten sind wieder in drei Arten gruppiert,
wovon E.—M. die erste, N.—Q a. die zweite und Ra.—X a. die dritte
Gruppe bilden. — Auch hierauf komme ich später eingehend zurück,
wobei auch der etwa bestehende Zweifel über den Zweck des einen oder
anderen Kontos behoben werden wird.

f)	Konten der Abteilung Nr. XH, Kraftzentrale.

1.	Steinkohlen.

2.	Hilfsmaterialien.

3.	Bedienung der Kessel und Pumpen.
        <pb n="40" />
        ﻿28

Die Geschäftsbuehführung.

4.	Bedienung der Dampfmaschinen und Dynamos.

5.	Reparaturen.

6.	Beleuchtung.

7.	Gas.

8.	Verwaltung.

9.	Betriebsleitung.

10.	Feuerversicherungsprämie.

11.	Abschreibungen.

12.	Diverses.

Zu B. f. Konto Nr. XII, Kraftzentrale. Alle von der Kraftzentrale
verursachten Ausgaben für Kohlen, Löhne usw. werden dem dafür ein-
gerichteten Unter-Konto belastet. Dagegen werden die Stromheferungen,
nach Kilowattstunden berechnet, mit den Selbstkosten diesem Konto
kreditiert (s. Kapitel Kraftzentrale).

g)	Konten der Abteilung Nr. XIII, Cheni. Laboratorium.

1.	Saläre.

2.	Löhne.

3.	Chemikalien.

4.	Apparate.

5.	Kraft und Licht.

6.	Wasser.

7.	Gas.

8.	Druckluft.

9.	Heizung.

10.	Feuerversicherungsprämie.

11.	Diverse Arbeiten und Materialien.

12.	Abschreibungen.

Zu B. g. Konto Nr. XIII, Chemisches Laboratorium. Die Unter-
haltungskosten des Laboratoriums sind ebenfalls nach Unterkosten ge-
trennt. Kreditiert werden dem Konto Laboratorium die den Betrieben und
der fremden Kundschaft berechneten Beträge für Analysen u. dgl. (s. Ka-
pitel Chemisches Laboratorium).

h)	Konto Neuanschaffungen und Abgänge.

I.*) Grundstück- und Gebäude-Konto.

VI. Betriebs-Inventarien-Konto.

1.	Betriebs- und Fabrikationsmaschinen und Diverse.

A.	Krafterzeuger, Pumpen, Rohrleitungen und Zubehör.

B.	Motore, Dynamos, Schalttafeln, Transmissionen und Zu-

behör.

C.	Kräne, Fahrstühle, eingebaute Heizungs- und Lüftungs-

körper.

D.	Werkzeugmaschinen.

*) Vgl. das Bilanz-Konto Seite 188.
        <pb n="41" />
        ﻿Die Kontierung.

29

2.	Modelle.

3.	Hilfs- und Schneidewerkzeuge.

A.	Öfen, Apparate, größere Hilfswerkzeuge, Flaschenzüge usw.

B.	Bankschraubstöcke.

C.	Schneide- und Meßwerkzeuge für allgemeinen Gebrauch.

4.	Fabrikationswerkzeuge, Einspannvorrichtungen und Lehren.

A.	Werkzeuge von allgemeiner Verwendbarkeit.

B.	Spezialwerkzeuge für einzelne Arbeitsarten.

C.	Spezialausrüstung für Werkzeugmaschinen.

D.	Spezialeinrichtungen zur Serienfabrikation einzelner Ma-

schinen und Werkzeuge.

E.	Einrichtung für die Gießerei:

1.	Formkasten und Zubehör.

2.	Maschinenformkasten und Zubehör.

3.	Lasteisen.

4.	Kranpfannen.

5.	Handpfannen.

6.	Kupolöfen.

7.	Diverse Werkzeuge und Vorrichtungen.

8.	Trockenöfen.

9.

10. Pneumatische Anlage.

VII. Utensilien-Konto.

A.	Mobilien und Geräte.

B.	Riemen und Seile.

C.	Leitungen und Beleuchtungskörper.

X. Pferde- und Wagen-Konto.

Zu B. h. Konto Neuanschaffungen und Abgänge. Auf dieses Konto
werden alle neu angeschafften Inventarien und Utensilien usw. gebucht,
gleichviel ob sie von auswärts bezogen oder im eigenen Betriebe hergestellt
werden, und zwar unter Auseinanderhaltung nach den Abteilungen, für
welche sie bestimmt sind.

Die unter III. A. erwähnten Öfen sind nicht etwa Heizöfen für Werk-
stätten oder Bureaus, sondern Härteöfen, Glühöfen u. dgl. Die Werkzeuge
unter IV. D. sind noch einmal getrennt nach einzelnen Maschinen- resp.
Werkzeugtypen, für deren serienweise Fabrikation sie bestimmt sind.
Wenn Maschinen oder andere Inventarien oder Utensilien entweder ver-
kauft oder ausrangiert und vernichtet werden, so erscheinen deren Buch-
werte, wenn solche überhaupt noch bestehen, in der Inventur als Abgang
und buchmäßig auf dem Konto „Neuanschaffungen und Abgänge“ als
Kreditposten. Ein beim Verkauf etwa erzielter höherer Betrag als der
Buchwert zählt im Gewinn- und Verlust-Konto der Bilanz zu den Gewinn-
posten.
        <pb n="42" />
        ﻿30

Die Geschäftsbuchführung.

i)	Konto für die Selbstkosten der verkauften Fabrikate.

2.	Maschinenbau.

3.	Spezialmaschinenbau.

4.	Werkzeugbau.

5.	Spezialwerkzeugbau.

6.	Normalienfabrik.

7.	Einrichterei.

8.	Schmiede.

9.	Modelltischlerei.

10.	Gießerei.

11.	Betriebswerkstätten.

12.	Fremde Fabrikate.

Auf diese Konten werden die Selbstkosten der fakturierten Fabrikate
jeder Abteilung, sowie die eventuell zu Lasten der Firma gehenden Spesen
für Verpackung, Frachten u. dgl. gebucht. Am Jahresschluß werden die
angesammelten Beträge zu Lasten der Fabrikat-Konten der Geschäfts-
buchführung umgebucht, auf deren Kreditseite während des Jahres die
Erlöse erschienen sind. Die Salden auf diesen Konten bilden dann den
Bruttogewinn an den betreffenden Fabrikaten.

Zu vorstehenden Erläuterungen über Kontierung sei noch hinzuge-
fügt, daß die Unkosten streng geschieden werden in Betriebsunkosten,
d. h. solche Ausgaben, welche durch die Fabrikation verursacht werden,
also neben Material und produktivem Lohn einen Teil der Herstellungs-
kosten bilden, und Handlungsunkosten, d. h. Ausgaben, die mit der Ver-
triebstätigkeit im Zusammenhang stehen.

Monat April 190 7.

Lfd.  Nr.	Journ.-  Nr.	Firma	Ort	Dat.  der  B-echn.	Brutto-  Betrag  Ji		Skonto  Ji ^		Netto-  Betrag  Ji	^	
2186	195	Fritz Neubauer Nchf.	Transport  Berlin	5.14. 07	1286	40	25	75	1260	95
2187	205	Verlagsdruckerei Merkur	„	8.14.07	363	80	3	65	359	15
2188	198	Julius Kronfeld	Gharlottenbg.	31.13. 07	27	90			27	90
—									~~	.			—						—		—	—

Transport
        <pb n="43" />
        ﻿Das Lieferantenfakturenbuch.

31

Das Lieferantenfakturenbuch.

Dieses Buch ist, wie der Titel sagt, für die Buchung der Lieferanten-
rechnungen bestimmt. Es wird nicht jede Rechnung einzeln im Memorial
gebucht, sondern sämtliche Rechnungen werden in das Lieferantenfak-
turenbuch eingetragen, dessen Schlußsummen dann mittels Memorial-
buchung den einzelnen Hauptbuch-Konten zugewiesen wird. Formular 18
enthält einige Beispiele, wie die Rechnungen eingetragen werden. Die am
meisten vorkommenden Konten sind vorgedruckt, während die seltener
wiederkehrenden handschriftlich eingetragen werden.

Die Gesamtbeträge eines Monats werden im Memorial folgendermaßen
gebucht:

Per folgende Debitoren

An folgende Kreditoren

Übertrag der Schlußnummern It. Lieferantenfakturenbuch Fol. . . .

Per Betriebs-Konto
,, Handl.-Unk.-Kto.

&gt;? &gt;) ")•&gt;

JJ	&gt;}	JJ	&gt;&gt;

An Konto-Korr ent-Konto
„ Konto Zinsen (für Skonto)	M.	....

Im Konto-Korrent-Buch werden den betreffenden Konten die „Netto-
beträge“ gutgeschrieben, also nach eventuellem Abzug von Kassa-Skonto.
Die dem Betriebs-Konto belasteten Beträge müssen mit der Summe der
ersten Betragsrubrik des Wareneingangsbuches übereinstimmen.

Drucksachen usw.
Kataloge
Reklame
usw.	JÜ.

Per Konto

^°Rto-Korrent  Fol.		Betrieb  M.	2*		Handlungs-Unkosten																		
				Schreibm.		Reklame		Ilatal.														
u  ii  i	25  117  84	1286  176	40  80	112		75	-	27	90				_										

Form. 18. Orig.-Größe 520X400 mm.
        <pb n="44" />
        ﻿32

Die Geschäftsbuchführung.

Das Lieferantenrimessenbuch.

Die Rechnungen der Lieferanten werden, wie bereits erwähnt, ent-
weder von der Fabrikkasse oder von der Zentralkasse beglichen. Letzteres
trifft zu bei allen Lieferanten, welche Bank-Konto haben und bei denen,
die zwar kein Bank-Konto haben, deren Rechnungen aber höher als
Mk. 800,— sind (Postanweisungsgrenze). Die Formulare 1 und 3, welche
für den Verkehr mit der Zentralkasse in Anwendung sind, wurden bereits
besprochen. Es bleibt nur noch übrig die weitere Verbuchung der
Buchungsaufgaben lt. Formular 3 zu verfolgen.

Nachdem die lt. Aufgabe der Buchhalterei zu leistenden Zahlungen
resp. Überweisungen von der Zentralkasse als geschehen gemeldet sind,
werden die betreffenden Konten im Konto-Korrent-Buch belastet. Zu
diesem Zweck werden die Beträge in ein besonderes Buch, das Lieferanten-
rimessenbuch, eingetragen (Form. 19, s. Beispiele).

Die Schlußsummen des Monats werden im Memorial wie folgt ge-
bucht :

Per Konto-Korrent-Konto

An Ludw. Loewe &lt;fc Co., Zentral-Konto

für lt. Lieferantenrimessenbuch geleistete Zahlungen

M,

Alle von der Zentralkasse geleisteten Zahlungen können natürlich
nicht in das Lieferantenrimessenbuch eingetragen werden, so z. B. nicht
die lt. Formular 3 angeführte Barzahlung an die Fabrikkasse. Dieser
Posten wird dem Konto der Zentrale durch das Kassabuch gutgebracht.
Andere nicht in das Lieferanten-Rimessenbuch passende Zahlungen werden
im Memorial gebucht.

Die Lieferantenfakturen erhalten folgenden Stempelaufdruck, um
die betreffenden Buchfolien einzutragen

Gebucht

Bezahlt

Fakt. B. Fol....
Memorial Fol.,
Kassa B. Fol.
Lief. R. B. Fol.

Vorher muß zwecks Zahlung resp. Gutschrift der nachstehende Stempel-
vermerk seitens der Direktion ausgefüllt sein.

Anweisung zur Gutschrift beziehungsweise

Zahlung des auf M........... festgestellten

Rechnungsbetrages.

Berlin, den.......................

Die Direktion.
        <pb n="45" />
        ﻿Das Kundenrimessenbuch.

33

Monat April 190 7

Datum			Firma	Ort	Zum Ausgleich der Rechnungen				Fremde  Währung			Deutsche  Währung		Konto- Korrent	
					Dat.	Nr.	Ji	3,				Ji	A	Nr.	Fol.
/.	4.	07	Oebr. Hinzmann	Berlin	2.13.	1712	35	40				35	40	1	10
			Alfred, Kretschmarin	&gt;&gt;	5./3.	1695	176								
					10.13.	1798	24	90							
					15.fi.	1810	214	10							
					21.3.	1874	19	15							
												434	15	I	110
			Cincinnati Planer Co.	Cincinnati	20.12.	1571	3276	—							
					24./2.	1650	7350	—							
					10J3.	1800	5145		$	3755		15771		1	83

Das Kundenrimessenbucli.

Die lt. Formular 4 der Fabrikbuchhalterei von der Zentralkasse
gemeldeten Rimessen der Kundschaft werden ebenfalls nicht einzeln im
Memorial gebucht, sondern in das Kundenrimessenbuch eingetragen
(Form. 20). Diese Eintragung geschieht an Hand der Rimessenavise
resp. Begleitbriefe der Kunden, welche die Hauptkasse der Fabrikbuch-
haltung zuschickt, da sie dieselben nicht braucht. Die im Kundenrimessen-
buch angezogenen Seiten des betreffenden Fakturenbuches, wo die zur
Bezahlung gelangende Rechnung gebucht steht, ermittelt man mit Hilfe
des Datums der Rechnung. Daß die Daten und Folien der bezahlten
Rechnungen hier eingesetzt werden, geschieht, um im Konto-Korrent-
Buch durch ein Zeichen (Häkchen) auf der Debetseite die Posten zu kenn-
zeichnen, welche beglichen sind. Die Gesamtbeträge des Monats werden
im Memorial wie folgt gebucht:

Per folgende Debitoren
An Konto-Korrent-Konto

für lt. Kundenrimessenbuch Fol. . . . eingegangene Zahlungen und
in Abzug gebrachte Beträge
Per Ludw. Loewe	&amp; Co., Zentral-Konto	JI.

,, Konto Porti	Ji

„	,,	Zinsen	JH.

u. s. f.

Lilienthal, Fabrikorganisation.

3
        <pb n="46" />
        ﻿34

Die Geschäftsbuchführung.

Monat

Datum	Buchungs-  Aufgabe  Nr.	Firma	Ort	Bar oder  Wechsel					An
						Per Ludw. Loewe &amp; Co.			
						JL	4		4
3.14. 07	81	FriecLr. Meyer Ae Co.	Stettin	30.15.	a. Ratibor	150				
				4. j6.	„ Greifenbg.	72	40		
					bar	19	60	242	—
		Akt.-Ges. für Schiffsbau	Hamburg		bar			15	SO
		Deutsche Autom.-Werke	Berlin	28./4.	a. Dortmd.	12180	—		
				1.15.	„ Berlin	176	—		
					bar	48	50	12405	50
		Hans Wiedemann	Charlottenburg		bar			100	

			I					
		Transport						

Da im Kundenrimessenbuch sämtliche Abzüge für Skonto, Re-
touren, Preisdifferenzen usw. gebucht werden können, erspart man eine
sehr große Zahl von Buchungen, die früher im Memorial eingetragen
werden mußten.

Das Memorial.

Dieses Buch ist, wie Formular 21 zeigt, derart angelegt, daß man auf
der rechten Seite die Beträge für die auf der linken Seite angeführten
Konten auswirft und zwar die Debetbeträge mit schwarzer und die Kredit -
betrüge mit roter Tinte. Die Addition erfolgt wie im Wareneingangs-
buche, indem man die Seiten, auf den das zu addierende Konto nicht
vorkommt, überspringt.

Im Memorial werden, wie bereits bei den vorhin besprochenen
Büchern gesagt, nur die Schlußbeträge derselben gebucht. Außerdem
dient es dazu, die täglich im Verkehr mit der Kundschaft und den
Lieferanten laut Korrespondenz vorkommenden buchhalterischen An-
gelegenheiten, die Belastungen oder Kreditierungen darstellen, fest-
zulegen (s. Beispiele). Das Memorial ist für einen Monat eingerichtet,
d. h. es besteht für jeden Monat ein besonderes Buch, um die Benutzung
zu erleichtern.
        <pb n="47" />
        ﻿Das Konto-Korrent-Buch. Die Provisionsbüeher.

35

April 1907

Konto - Korrent - Konto

Per Konto

Porti

für Porti

Zinsen

für

Skonto

Betr. W.
Fabrik

für Ver-
packung

Diverse

Konto

Für

Ji $

Summa
Ji /$

Konto-

Korrent

Nr. Fol.

Zum Ausgleich der Rechnungen

Dat.

Pr. N.

Ji ^

Ji ^

20\

143

60

21

Maschf.

1 ret. Teil

242

16

12573

100\

10

II

I

I

II

65

31

240;



22./2. 07
2.13. 07

3.12. 07

10.13.	07

12.13.	07

II

III

II

III
III

48

102

98

44

51

3464

7180

1929

, Konto

10\

242

16

12573110
100 —

form. 30. Orig.-Größe 520X400 mm.

Das Konto-Korrent-Buch.

Im Konto-Korrent-Buch befinden sich nur alle persönlichen Konten.
(Kunden und Lieferanten). Es ist alphabetisch in mehrere Teile zerlegt.
Seine innere Einrichtung weicht von den gewöhnlich im Gebrauch befind-
lichen Büchern vielleicht darin ab, daß neben der Debet-Rubrik ein Raum
für wichtige Notizen, z. B. Zahlungsbedingungen, Auskünfte, Mahnungen
usw. vorgesehen ist (Form. 22).

Die Konto-Korrent-Buchhalter entnehmen die zu übertragenden
Posten aus den Seite 5 unter 2, 3, 6, 7, 8 und 9 aufgeführten Büchern
(Fakturenbuch, Kassabuch, Lieferantenfakturenbuch, Lieferantenrimessen-
buch, Kundenrimessenbuch, Memorial). Zu jedem Teil des Konto-Korrent-
Buches gehört ein Saldobuch, welches zwölf Monatsrubriken hat. Die
Debetsalden werden schwarz, die Kreditsalden rot geschrieben (Form. 23).

Die Provisionsbücher.

Die Vertreter arbeiten entweder als Agenten gegen Provision oder als
Beamte gegen festes Gehalt und Provision. In beiden Fällen ist die Pro-
vision zahlbar nach Eingang und im Verhältnis der Fakturenbeträge.
Die ausgehenden Rechnungen werden lt. Beispiel auf Formular 24 in die

3*
        <pb n="48" />
        ﻿36

Die Geschäftsbuchführung.

Monat April 1907.

K.Rb.

Per folgende 5 Debitoren

An Konto-Korrent-Konto

Transport

Transport

Übertrag der Monatsbeträge aus dem Kun-
denrimessenbuch Fol. 45.

I Per Ludw. Loewe &lt;k Go., Zentralkonto
I „ Konto Porti und Depeschen
„ Konto Zinsen
„ Konto Betriebsw. Fabrikate
„ Maschinen-Fabrikate

Per Konto Betriebswerkst. Fabrikate
An Konto-Korrent-Konto

1476286

780

8212

922

122

12

90

40

85

70

1486324

97

I. 41

I. 52

Herbert Grün, Hannover

für It. deren Brief v. 1. er. und Eingangs-
schein Nr. 4182 zurückgesandte Ver-
packungskiste

Per Konto-Korr ent-Konto

Franz Krieger &lt;Ss Söhne, München
An Konto Porti und Depeschen

für Kosten eines Telegramms It. uns. Brief
vom 1. 4. er.

20

1 50

Transport

Transport

Böttcher &amp; Glaser in Chemnitz

Monat Tag	Buch	Fol.		Debet		Notizen	Monat	Tag	Buch	Fol.		Kredit	
							April		K.R.		ä Konto		
April 6	F.	37	An Werkzeuge	1289	70	ohne Skonto ^Bestellung		15		15		1285	—
Mai 25	F.	142	„ 2 Fräs-			1 Lieferung							
			maschinen	3850		l|3 3 Mon ohne Sk.							

Form. 33. Orig.-Größe 340 X480 mm.
        <pb n="49" />
        ﻿Die Provisionsbücher.

37

Debetzahlen schwarz	Kreditzahlen rot

Form. 31. Orig.-Größe 680X480 mm.

Provisionslisten des betreffenden Vertreters eingetragen und die Pro-
visionsbeträge werden bei jedem Posten ausgerechnet. Diese Listen sind
in Klemm-Mappen untergebracht, welch letztere eine beliebige Vermeh-
rung der Listen jederzeit gestatten.

Die Vertreter erhalten von jeder Rechnung, welche ihnen provisions-
pflichtig ist, eine Preßkopie und am Monatsschluß eine Aufstellung aller
im vergangenen Monat verdienten Provisionen, d. h. der Provisionen, die
lt. obigen Rechnungen im vergangenen Monat ihm kreditiert wurden.
Für diese Aufstellungen wird Formular 25 verwendet. Die Provisions-
beträge lt. der Provisionslisten (Form. 24) werden mittels Memorials den
Konten der Agenten gutgeschrieben, und den Konten der in Betracht
kommenden Fabrikate belastet. Gehen die Zahlungen der Kunden ein.
        <pb n="50" />
        ﻿38

Die Geschäftsbuchführung.

1907

Fol.		Januar		Februar		März		April		Mai	
1	A.-G. f. Bauausführungen	rot = 250	10	—	—	rot = 1211	45	"4  o  II  1-4	40		
2	Fritz Apel 		2140	—	2140	—	5	40	412	42		
3	Hans Asser		89	15	10	12	285	70	—	—		
4	Bär, Ziegel de Co. . . .	rot— 922	55	rot= 450	13	rot = 291	20	rot =	40	90		
5	Aug. Bartel		7444	10	2260	44	815	85	3195	35		

Rcchn.  Nr.	Lfd.  Nr.	Datum	Firma	Ort	Gegenstand		Bemer-  kungen	Provisions-  pflichtiger  Betrag  M. 4		Valuta
							Transport			
3185	1	1.1.4 07	Peter Grünfeld		Düsseldorf	2	Drehbänke		4000	—	1.17.07
3190	2		A.-G, für Feldbahnenbed. .	Köln	1	Fräsmasch.		2000	—	15.15.07
3197	3		Friedrich Maier de Co. .	Aachen		Werkzeuge		500	—	1.16.07
3211	4		Stolzenberg Sohne ....	Solingen		99		700	—	1.17.07
3255	5	2. j4. 07	Hans Herder		Bonn		JJ		1250	—	2.17.07
3274	6		Jacob Normann de Co.	Krefeld	2	Schleifmasch.		4600	—	2./7.07
3291	7		Peter Jörgensen		Düsseldorf	1	Revolv.-Drb.		2100	—	2.17.07
						Werkzeuge		640	—	2.17.07
3315	8	3.14. 07	H. S. Bergmann, G.m.b.H.	Solingen		Werkzeuge		50		3.16.07

Provisions-Nachweisnng

für Herrn Roh. Brauer

für den Monat April 190 7

Lfd. Nr.		Datum	Firma	Ort	Provisions-				Provision		
Faktura	Prov.-  Buch	Faktura			X		X	a,	%	Jt	4
3185	i	1.14. 07	Peter Grünfeld		Düsseldorf	4000	—			5	200	—
3190	2		A.-G. für Feldbahnenbed.	Köln	2000	—			5	100	—
3197	3		Friedr. Maier &lt;fc Co. . .	Aachen	500	—			6	30	—
3211	4		Stolzenberg Söhne ....	Solingen	700	—			6	42	—
3255	5	2.14. 07	Hans Herder 		Bonn	1250	—			6	75	—

		1			
	Transport Jt				

Form. 35. Orig.-Größe 225X290 mm.
        <pb n="51" />
        ﻿Die Provisionsbücher.

39

Juni

	Juli	August	September	Oktober	November	Dezember

Form. 23. Orig.-Größe 680X480 mm.

Provision

; 4 m.

105

38

40

200 —
100 —
30 —
42
75
230

143

3

40

Eingang der Rimesse resp. Fälligkeit der Provision

Januar Febr. März April

Mai

10

Juni		Juli &lt;		
200				
100	—			
30	—	5	42	]
		10	75	-
		3	230		
		9	105	
			38	40\
3	—			

Januar Febr. März April Mai Juni

_



Form. 24. Orig.-Größe 700X370 mm.

Nachweisung der fälligen Provision
für Herrn Hob. Brauer

für den Monat Juni 190 7

Lfd. Nr.		Firma	Ort	Betrag der .Faktura  Jt	4		Datum des Ein- gangs	Fällige  Provision  A 4	
Faktura	Prov.-  Buch							
3185	i	Peter Grünfeld		Düsseldorf	4000	—	30.	200	—
3190	2	A.-G. für Feldbahnenbed. .	Köln	2000	—	1.	100	—
3197	3	Friedrich Maier &amp; Co. . .	Aachen	500	—	5.	30	—
3315	8	H. 8. Bergmann, G. m. b. H.	Solingen	50		10.	3	

Transport M.

Form. 26. Orig.-Größe 225 X290 mm.
        <pb n="52" />
        ﻿40

Die Betriebsbuchführung.

so werden in den Provisionslisten die Daten dieser Zahlungen notiert, wie
das Beispiel zeigt. Gleichzeitig wird die Provisionsziffer in die betreffende
Monatskolonne zwecks späterer Addition ausgeworfen. Am Schluß des
Monats werden alsdann die fällig gewordenen Provisionen auf Formular 26
ausgezogen, den Agenten zugeschickt und nach Richtigbefund zur Zah-
lung resp. Verrechnung gebracht.

Da die Nummern der Rechnungen auf beiden Formularen (25 und 26)
erscheinen und außerdem die provisionspflichtigen Beträge nummeriert
sind, so ist es für den Vertreter sehr leicht, die bezahlten Rechnungen
lt. Formular 26 auf dem Formular 25 durch horizontales oder vertikales
Durchstreichen oder durch eine andere Markierung als erledigt zu be-
zeichnen. Der Vertreter erhält dadurch zugleich die für ihn so wichtige
Kenntnis von der Zahlungsweise seiner Kunden und ist in der Lage, ohne
daß er von der Buchhalterei auf säumige Zahler aufmerksam gemacht
wird, solche an die Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten zu erinnern.

Das Journal.

Um die Endzahlen jedes Monats aus dem Memorial zwecks Übertrag
auf die Konten des Hauptbuches zusammenzustellen, dient das Journal.
Dasselbe weicht von den allgemein gebräuchlichen Büchern nicht ab, ist
also ein einfaches, foliiertes Buch mit zwei Betragsrubriken.

Das Hauptbuch.

Die Konten des Hauptbuches sind bereits bekannt. Die innere Einrich-
tung dieses Buches ist die gewöhnliche.

Auch das Bilanzbuch zum Hauptbuch, welches zur Aufstellung der
Salden dient, hat keine abweichende Einrichtung. Es hat, wie das Salden-
buch zum Konto-Korrent-Buch, zwölf Monatsrubriken, welche für Debet-
und Kreditzahlen, sowie für Debet- und Kreditsalden vorgesehen sind.

Die Betriebsbuchführung.

Die Aufgabe der Betriebsbuchführung besteht darin, die in der Ge-
schäftsbuchführung auf das Hauptbuch-Konto „Betriebs-Konto“ gebuchten
Beträge buchhälterisch weiter zu verarbeiten. Wie in der Einleitung
erwähnt, ist der ganze Betrieb in Abteilungen geteilt, die im internen
Verkehr im sogenannten Kundenverhältnis zueinander stehen und die
wegen der Verschiedenheit ihrer Fabrikationsobjekte und Fabrikations-
methoden an die Buchhaltung besonders bezüglich der Selbstkostenbe-
rechnung verschiedene Ansprüche stellen.

Wie weit die Betriebsbuchführung jeder Abteilung von der der
anderen Abteilungen abweicht, wird in nachstehendem geschildert werden.
        <pb n="53" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

41

Im allgemeinen sei nur bemerkt, daß die ganze Buchhaltung, soweit wie
irgend möglich, auf losen Blättern und Karten geführt wird und daß
Bücher nur noch Verwendung finden, wo sie durch Blätter oder Karten
nicht zweckmäßig ersetzt werden konnten. Um die Blätter zusammen-
zuhalten, sind Klemm-Mappen im Gebrauch, welche gestatten, die Blätter
jederzeit zwischenzulegen und wegzunehmen und das Registrieren er-
sparen. Zum Zusammenhalten der Karten dienen die bekannten Karto-
thekkasten.

Abteilung I. Allgemeines.

Dieses Konto ist, wie Seite 24 gesagt, für allgemeine Unkosten be-
stimmt.

Abteilung II. Maschinenbau.

Die Auftragserteilung.

Die Abteilung Maschinenbau fabriziert katalogmäßige Werkzeug-
maschinen in Serien von 10—100 Stück. Die von der Kundschaft be-
stellten katalogmäßigen Maschinen werden daher nicht einzeln angefertigt,
sondern vom Lager resp. von den Lagerbestellungen (sogenannte Vor-
ratsorders) entnommen. Nichtsdestoweniger müssen die Kundenorders
den Meistern und den Bureaus durch Eintragung in die Orderbücher mit-
geteilt werden, damit der vereinbarte Liefertermin ihnen bekannt wird;
allerdings wäre dies streng genommen nur dann notwendig, wenn die
beorderten Maschinen sich noch in der Fabrikation befinden.

Die sogenannten kleinen Orders, die sich auf Maschinen- und Ersatz-
teile beziehen, werden in besondere Bücher eingetragen. In den für die
Meister bestimmten Orderbüchern wird jedoch der Name des Bestellers nicht
genannt. Die Vervielfältigung der Orders in die einzelnen für die Meister
bestimmten Orderbücher geschieht mittels schapirographischer Blätter.

Die Vorratsbestellungen auf Maschinen gehen von der Direktion aus.
Ob und wann solche gegeben werden sollen, hängt einerseits von dem
Umsatz und dem Wert der Maschinen, andererseits von der Beschäftigung
der Werkstätten und der für die Fabrikation notwendigen Zeit ab. Zur
Erteilung von Vorratsbestellungen ist Formular 27 in Anwendung. Die
einzelnen Bestellungen erhalten fortlaufende Nummern mit den Buch-
staben „V“ Vorrat. Es werden stets zugleich zwei Durchschläge aus-
geschrieben, wovon das eine Exemplar an den Chef des Maschinenbaues,
das andere in das technische Bureau für Maschinenbau geht. Der Chef des
Maschinenbaues gibt die Order, eventuell mit technischen Ergänzungen ver-
sehen, in das Lohnbureau, wo die erwähnten Abzüge für die Meister und
Bureaus in besondere Bücher mittels Schapirograph hergestellt werden.

Die in Formular 27 unter 1 b erwähnten Fragebogen gehen von der
Direktion aus und dienen zur Ermittlung von Unterlagen, welche bei der
        <pb n="54" />
        ﻿42

Die Betriebsbuchführung.

Bestellung zu berücksichtigen sind. Die auf dem Bestellzettel gegebenen
Direktiven sind auf Grund dieser Fragebogen festgelegt.

Wenn der Maschinenbauabteilung Aufträge von anderen Abteilungen
zugehen, oder wenn der Maschinenbau sich selbst Aufträge ausschreibt,
z. B. für Vorrichtungen, Reparaturen u. dgl., so wird hierzu das Formular 28
verwendet. Derartige Aufträge werden den Meistern und Bureaus ebenfalls
in ihre kleinen Orderbücher übertragen.

Für eine Reihe von immer wiederkehrenden Arbeiten, für welche ein
jedesmaliges Ausschreiben eines Bestellzettels nicht durchführbar ist,
insbesondere auch für die unproduktiven Arbeiten, bestehen laufende
Ordernummern (Jahresnummern).

Es handelt sich hier um:

1.	Kleine Reparaturen an Werkzeugmaschinen.

2.	Kleine Reparaturen an Werkzeugen.

3.	Transportarheiten.

4.	Lagerverwaltung der im Maschinenbau benutzten Werkzeuge.

5.	Schmieren und Reinigen der Transmissionen, Motore und Decken-

vorgelege.

6.	Revisionsarbeiten.

7.	Reinigungsarbeiten.

8.	Bedienung der Kräne.

9.	Bedienung der Fahrstühle.

10.	Botengänge.

11.	Schriftliche Arbeiten im Bureau.

12.	„	„ in der Werkstatt.

13.	Materialbeförderung.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.	Order 707 V.

Bestellung an den Maschinenbau.

50 Stück Horizontal-Stoßmaschinen Nr. 26 A. Mod. I.

Ausstattung: normal.

Liefertermin: 30. September 1907.	Fabrikations-Nr.: 22201—22250.

Zur Beachtung.

1.	Die Maschinen sind zu bauen: a) nach den zuletzt benutzten Konstruktionszeichnungen.

b) nach den im Fragebogen vom ...................

stipulierten Änderungen.

2.	Die Änderung der Zeichnungen ist bis.........................zu vollenden.

3.	Es existieren zu obigen Maschinen Spezialeinrichtungen im Werte von M. 827.—.

4.	Zwecks Erzielung niedriger Herstellungskosten mit Beschaffung von weiterelL Spezial-

einrichtungen im Werte von M. 1200.— einverstanden.

5.	Im Lager sind Teile im Werte von M. 42.50 vorhanden.

BERLIN, den 1 ten April 1907.

Die Direktion

Form. 37. Orig.-Größe 210X140 mm.
        <pb n="55" />
        ﻿Die Auftragerteilung.

43

Reparaturen an Maschinen und Werkzeugen dürfen die Meister ohne
besondere Genehmigung des Abteilungschefs ausführen lassen, sofern dazu
nicht Materiahen von einer anderen Werkstatt oder einem Lager bezogen
werden müssen. Anderenfalls ist ein Bestellzettel (Form. 28) auszustellen,
der vom Abteilungschef zu unterschreiben und vom Lohnbureau mit einer
besonderen Bestellnummer zu versehen ist. Fabrikationsmaterialien
dürfen also niemals auf die Jahresnummern bestellt werden.

Die unter 13 erwähnte Materialbeförderung bezieht sich nicht auf den
Transport von Material vom Lager zur Werkstatt, oder von einer Werkstatt
zur andern, sondern hierunter ist die anordnende Tätigkeit derjenigen
Personen zu verstehen, die dafür zu sorgen haben, daß der Transport zu
richtiger Zeit und an den richtigen Platz geschieht.

Für einige der erwähnten Arbeiten, für welche Jahresnummern be-
stehen, müssen die Kosten auf die Unterabteilungen zerlegt werden, weil für

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.	B estellz ettel

an die Maschinenbau-Werkstatt

Order Nr. 126

Bestell-Nr.		Stück	Gegenstand (Skizzen umseitig)	Herstellungskosten									
be-	aus-  stellende | führende  Abteilung													
				Material		Härten		Löhne		Unkosten		Summe	
727	3518	1	Leitspindeldrehbank Nr. 3B,										
			Mod. II, Inv. Nr. 4382										
			reparieren	5	80	—	70	30	45	30	45	67	40
728	3519	1	Zahnrad Nr. 11 zur Horiz.										
			Stoßm. 26 A II,										
			Inv. Nr. 3094	1	25	—	—	2	—	2	—	5	25
			Sa.	7	05	—	70	32	45	32	45	72	65

BERLIN, den 1. April 190 7.	Verrechnet pro April 1907.

Besteller:	Genehmigt:	Laufende Nr. 24.

Werkzeugbau.

Form. 38. Vorderseite. Orig.-Größe 200 X 170 mm.

Skizzen.	Datum	Menge	Material-Ve rbraucl  Bezeichnung	Preis	Betrag  JL |
					

Uorin. 38. Rückseite. Orig.-Größe 200X170 mm.
        <pb n="56" />
        ﻿44

Die Betriebsbuchführung.

Nr. 1.

Dat. 1./4. 07.	50 Stück Univ.-Fräsmasch. Kat. Nr. 1511. Ord.-Nr. 2507 V. Fahr.-Nr. 51200—49.

Benennung des Hauptteils: Ständer.

Bestell-  er.		Blatt- Nr. der Zeich- nung	Teil-  Nr.	Stück  pro  Masch.	Benennung des Teils	Modellbezeichn, und Skizze		Material  Art	Dimensionen				Im Lager vorhan- den Stück	Bemerkungen
					Z usammenstellungen									
		u			Gesamtansicht									
		21			Schnitt durch den Vor- schubantrieb									
														
		st			Gußteile									
37115		St	1	1	Ständer		15II &gt;3	lb	G. E.						
37116		”	o	1	Tür		^	1511  Jl 2b	•• »						
37117		”	3	1	Werkzeug schale	&amp; ""		„ „						
37118		&gt;&gt;	4	1	Schlüsselhalter	Ir il V1		■&gt; &gt;&gt;						
														
31119		a	6	1	Lagerbock für die Selbst- gang stufenscheib en			G. E.						
37120		»	T	1	Lagerbock für die Selbst- gangstufenscheiben			* ••						
37121			8	4	Lagerbüchsen zum Lager- bock Nr. 6			Ph. Br.						
37122			9	1	V or schub stufenscheibe		15 II 	8b	G. E.	Diese Teile fallen bei Ausstattung der Ma- schinen mit Vorschubräderkasten fort.					
37123			10	1	dto.		Bl-	„ „						
37124			11	1	dto.		db VI	” ”						
37125			12	1	dto.		15 II  E=I- 11 b	■■ -&gt;						
37126			13	1	Stützmutter			- •&gt;						
37127			14	1	Gewindebüchse zur Tele- skopspindel	0	13 b		Ph. Br.						
														
37128		öf	16	1	Hohlspindel zur Teleskop- spindel		ff 1511 i 14 h	G. E.						
														

Form. 39. Orig.-Größe 320X450 mm.
        <pb n="57" />
        ﻿Die Teilliste.

45

a	b	C	d	e	f	Summa
						JL
Operation	Operation	Operation	Operation	Operation	Operation	
Dt.| Name | M.	Dt.| Name	JL	Dt.| Name JL	Dt.| Name | JL	Dt.| Name | JL	Dt. j Name | JL	
						
“1	I				|	—!—
						
i	i	1	i			
	|					
						
	|		1		i	
			I	l		
						
i		!	i			
I				i	i	
						-
i	i	1		i		
i						
Vordere Seite hob.	Fläche für die	Türfläche hob.	Äußere Naben und	usw.		
1*—	Stützmutter hob. | 0.40	10.40	Flächen hob. 11.20			
l	1					
						
i	i		i			
1	l	I		I	i	
						—
l	, 1			1	i	
	I	1	l			
						
~r~i	1	1	1	1	i	

Form. 30. Teilliste für die Meister. (Rückseite von Form. 29.)

																																						
	Eingang						Ausgang																															
																																						
																																						
																																						
																																						
																																						
																																						
																																						
																																						

Form. 31. Teilliste für das Lager. (Rückseite von Form. 29.)
        <pb n="58" />
        ﻿(Vorderseite.)

(Rückseite.)

03

1					2					3					4									5				
Groß-  Hobelei					Klein-  Hobelei					Groß-  Fräserei					Klein-Fräserei									Rund-  Fräserei				
Preis					Preis						Preis				Preis					Preis					Preis			
kalkul. Igezahlt					®*'|kalkul. gezahlt					St.	kalkul.		gezahlt		St.	kalkul.	gezahlt		St.	kalkul. {gezahlt				St.	kalkul.		gezahlt	
																												
																												
																												
																												
																			1									
																			1									
																			1									
																												

Form. 33. Einlage zur Teilliste

6										7					8					9									
Vertikal-Bohrerei										Horizontal-  Bohrerei					Groß-  Dreherei					Schleiferei									
	Preis					Preis					Preis					Preis					Preis					Preis			
St.	kalkul.		gezahlt		St.	kalkul.		gezahlt		St.	kalkul. {gezahlt				St.	kalk ul. {gezahlt				St.	kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt	
																													
																													
																													
																													
																													
																													
																													
	| |																												

für das Lohnbureau. (V2 Blatt.)

10										11										12					13					14															15						
Klein-Dreherei										Chucking-Abt.										Räder-  Fräserei					Gewinde-  Fräserei					Revolver-Dreherei															Montage					Sa.	
St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				St.	Preis				JL	3,
	kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			kalkul. gezahlt					kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			kalkul.		gezahlt			
											—r~																																								
																																																			
																																																			
																																																			
																																																			
										■"																																									
																																																			
																																																			

Form. 33. Teilliste für das Lohnbureau. (Rückseite von Form. 29.)

Die Betriebsbuchführung.
        <pb n="59" />
        ﻿Die Teilliste.

47

gewisse später zu erläuternde Zwecke die Unkosten jeder Unterabteilung
festgestellt werden müssen. Die Jaliresnummern sind daher so gewählt, daß
sie nicht nur die Arbeit, sondern auch die Unterabteilung bezeichnen. Die
in der Regel nach Meisterschaften unterschiedenen Unterabteilungen sind:

1.	Großhobelei.

2.	Kleinhobelei.

3.	Großfräserei.

4.	Kleinfräserei.

5.	Rundfräserei.

6.	Vertikalbohrerei.

7.	Horizontalbohrerei.

8.	Großdreherei.

9.	Schleiferei.

10.	Kleindreherei.

11.	Chuckingabteilung.

12.	Räderfräserei.

13.	Gewindefräserei.

14.	Revolverdreherei.

15.	Montage.

Zu erwähnen ist noch, daß die kleinen Orders, sowohl
schaft, als für die eigenen oder anderen Abteilungen nur
derjenigen Meister eingetragen werden, die mit der Arbeit
Die Bestellzettel (Form. 28), welche von anderen Abteilungen dem Ma-
schinenbau zugingen, werden nach Fertigstellung des Auftrages mit aus-
gefüllten Selbstkostenbeträgen der bestellenden Abteilung zurückgegeben
(s. Kapitel Selbstkostenberechnung).

Die Teilliste.

Die Anfertigung der Originalteillisten (Form. 29) liegt dem tech-
nischen Bureau des Maschinenbaues ob. Diese Listen werden aus trans-
parentem Papier hergestellt, damit man mit dem Lichtpausapparat weitere
Exemplare anfertigen kann. Nach Herstellung der erforderlichen Abzüge
werden die Originalteillisten stets ans technische Bureau zurückgegeben,
so daß eine neue Liste erst dann wieder anzufertigen ist, wenn infolge von
Konstruktionsveränderungen die alte Liste nicht mehr verwendbar ist.

Die Abzüge für die Werkstatt, das Lohnbureau und das Normalien-
lager werden auf gewöhnlichem Papier hergestellt mit verschiedenem
Aufdruck auf der Rückseite, wie Formulare 30, 31 und 32 veran-
schaulichen. Diese Rückseite bildet, wenn die einzelnen Blätter für eine
Maschine mittels einer Drahtheftmaschine in ein Heft gebunden werden,
die gegenüberstehende rechte Seite zu der gepausten linken Teilliste. Um
diese Listen lichtempfindlich zu machen, werden dieselben mit einer Lö-
sung von Blutlaugensalz und blausaurem Eisenoxydammoniak bestrichen.

Bevor jedoch die im technischen Bureau fertiggestellten Teillisten ver-
vielfältigt werden, werden den einzelnen Positionen im Lohnbureau fort-

für die Kund-
in die Bücher
zu tun haben.
        <pb n="60" />
        ﻿48

Die Betriebsbuchführung.

laufende Bestellnummern gegeben. Diese Nummern dürfen nicht auf die
Originalteilliste geschrieben werden, da bei dem nächsten Gebrauch andere
Nummern an diese Stelle treten. Man klebt daher einen Streifen aus
transparentem Papier auf die Originalliste und schreibt die Nummern auf
diesen Streifen, welcher leicht löslich ist und nach der Vervielfältigung
vernichtet wird.

Man unterscheidet bei einer Maschinenorder:

1.	die Vorratsnummer der ganzen Serie;

2.	die Fabrikationsnummern jeder einzelnen Maschine dieser Serie;

3.	die Bestellnummer für die gleichen Teile aller Maschinen dieser Serie.

Für solche Arbeiten, welche sich nicht auf ein einzelnes Teil berechnen

lassen, z. B. Streichen, Anreißen, Schaben, Montage u. dgl. sind am Ende
der Teilliste besondere Nummern vorgesehen.

Die Teillisten enthalten sämtliche Teile, aus denen die Maschine be-
steht, auch Schrauben, Splinte, Stifte usw. Bei jedem Teil ist das Material
aus dem es zu fertigen ist, angegeben, und bei Stangenmaterial auch die
Dimensionen, in welchen das Material bestellt werden muß, wobei die
Zugabe für die Bearbeitung berücksichtigt ist. Bei solchen Teilen, die
vom Normalienlager oder vom Materialienlager genommen werden, oder
die auswärts bestellt werden, ist eine entsprechende Notiz gemacht, z. B.
„vom Vorrat“, von „auswärts“ usw.

Auf der für die Meister bestimmten Teilliste ist der Vordruck, lt. For-
mular 30, derart gehalten, daß für jedes Teil der Akkordpreis nach
Operationen eingesetzt werden kann.

Die für das Teillager bestimmte Teilliste ist mit dem in Formular 31
veranschaulichten Aufdruck versehen, und dient dazu, die dem Lager
entnommenen Teile zu notieren, damit eine Kontrolle darüber besteht,
daß nicht mehr Teile entnommen werden, als gebraucht werden. Diese
Teile werden in der Regel erst während der Montage entnommen. In dem

Bestell-  Nurnmer	Order-  Nummer	Dat.	Stück	Benennung	Auszu-  führen  durch	Liefer-  termin	Ge-  liefert	Abge- rech- net im Monat	Dat.	Gezahlte Name 1 Op.		Jl	Si
3518	126	1.14.  07	i	Leitspindeldrehbank  Nr. 3 B. Mod. II Inv.-Nr. 4382 reparieren				April  07	8. j4. IO.)!. 12-14. 15. j 4. 15.14.	Philipp  Marx  Maier  Neumann  Vatze	Hob.  Dr.  Fr.  Schlf.  Schl.  JL	1  6  2  19  30	50  50  45  45
3519	126		i	Zahnrad Nr. 11 zur Horiz.-Stoßm.  26 A. II, I.-Nr. 3094				April  07	15.	/4.  16.	j 4. 16.14. 16.14.	Marx  Maier  Homann  Vatze	Dr.  Fr.  B.  Schl.  Ji	2	70  50  50  30
        <pb n="61" />
        ﻿Die Selbstkostenbücher.

49

Teillager werden auch Maschinenteile, die in den Werkstätten bereits
fertig sind, in der Montage aber noch nicht gebraucht werden, vorläufig
aufbewahrt. Um das Datum des Eingangs solcher Teile zu notieren, sind
auf der Teilliste Rubriken vorgesehen. Bei späterer Ausgabe in die Mon-
tage wird dann in gleicher Weise wie bei den Normalien das Ausgangs -
datum in die Rubriken „Ausgang“ geschrieben.

Die für das Lohnbureau bestimmte Teilliste hat wieder einen anderen
Aufdruck, wie Formular 32 zeigt, mit Rubriken für die erwähnten
15 Unterabteilungen des Maschinenbaues, welche je nach Bedarf schmaler
oder breiter eingerichtet sind. Da die Breite der Teillisten für die 15 Unter-
abteilungen nicht ausreicht, sind die Rubriken der Abteilungen Nr. 1—9
auf eine Einlage gebracht.

Die Selbstkostenlmcher.

Für kleine Orders bestehen an Stelle der Teillisten die Selbstkosten-
bücher, Formular 33. In diese Bücher werden die Bestellungen der
Reihe nach eingeschrieben. Man läßt für jeden Auftrag einen genügenden
Raum frei, damit man die aufgewandten Löhne und Materialien eintragen
kann. Arbeiten für auswärtige Kundschaft, eigene und fremde Abtei-
lungen werden hierbei von vornherein getrennt behandelt, indem man für
jede der drei Arten Bestellungen ein besonderes Buch verwendet. Für
Bestellnummern jeder Art dieser Aufträge ist ein bestimmter Zahlenkreis
vorgesehen, so daß man schon an der Nummer ersehen kann, um welche
Art Auftrag es sich handelt. Sind auf einem Bestellzettel mehrere Gegen-
stände aufgeführt, wofür man die Selbstkosten getrennt erfahren will, so
werden mehrere Bestellnummern verwendet (s. Beispiel). Bei Eintragung
solcher Orders in die Orderbücher müssen natürlich diese Bestellnummern
zugeschrieben werden.

me | Op.

Löhne

Dat.

Name j Op. I .ft

Dat.

8.14.

14.14.

15.14.

Abteilung
u. geleistete
Arbeit

Materialien und Arbeiten fremder Werkstätten
Härten | Löhne
.ft |^i

Schmiede

(Stabil.)

Härterei

Normaliem

Material!

.ft IA

5!5Ö

2 34\

70\

ft iA

Unkost,
ft IA

Summa
ft ! A

8.14.

|.Schmiede
(Stabil.)

25



Form. 33. Orig.-Größe 520X400 mm
4

Lilienthal, Fabrikorganisation.
        <pb n="62" />
        ﻿50

Die Betriebsbuchführung.

Die Arbeitsbegleitkarte.

Die in Formular 34 abgebildete Arbeitsbegleitkarte dient, wie der
Name sagt, dazu, das Arbeitsstück durch die Werkstätten zu begleiten.
Wie notwendig diese Karte ist, geht aus folgenden Gründen hervor:

1.	bei der großen Menge von einzelnen Arbeitsstücken, von denen sehr
viele sich täuschend ähnlich sind, muß es selbst dem erfahrensten
Meister oft schwer fallen zu erkennen, zu welcher Order oder
Maschine ein Teil gehört; die Karte jedoch gibt sofort Aufschluß
hierüber;

2.	die Karte verhütet, daß die Arbeiter bei Eintragung der auf eine
Arbeit verwendeten Zeit in die Akkord- und Zeitscheine Arbeitsstück
und Bestellnummern verwechseln;

3.	die Karte trägt die Nummer der Zeichnung, nach welcher zu arbeiten
ist, und erleichtert somit das Auffinden der Zeichnung;

4.	da die Arbeiter, welche an den Arbeitsstücken arbeiten, ihren Namen
in die Karte einzutragen haben, so kann sich der Revisor bei etwaiger
Beanstandung der Arbeit sofort an den richtigen Mann wenden;

5.	die Karte bietet den Revisoren Raum, den Befund der Arbeit zu
bescheinigen;

6.	durch die Karte wird vermieden, daß die Arbeitsstücke verschiedene
Benennungen erhalten;

7.	durch die Karte kann man eilige Orders und solche, die mit garan-
tierter Lieferfrist angenommen sind, kennzeichnen, indem man für
solche Arbeitsstücke Begleitkarten in besonderen Farben verwendet;

8.	bei der Inventuraufnahme kann auch ein nicht technisch vorgebil-
deter Angestellter oder Arbeiter die Aufnahme vornehmen, da die
Karte alle Daten, die zu notieren nötig sind, nachweist.

Die Begleitkarten sind zusammenlegbar, damit die mit Bleistift ge-
machten Notizen durch das öftere Anfassen nicht verwischt werden. Die
Aufschrift auf der Vorderseite, welche im Lohnbureau gemacht wird, ist
dagegen mit Tinte geschrieben.

Zu einer Maschine resp. zu einer Serie von Maschinen, die auf eine
Vorratsorder angefertigt werden, sind so viel Begleitkarten nötig, als eine
Maschine verschiedene in den Werkstätten herzustellende Teile hat. Für
Normalien z. B., die vom Vorrat genommen werden, sind natürlich Begleit-
karten nicht erforderlich.

Die Begleitkarten werden vom Lohnbureau des Maschinenbaues aus-
gestellt und in das Materialsammellager des Maschinenbaues weitergegeben,
wohin sämtliches Material zu liefern ist, bevor es im Maschinenbau ver-
arbeitet wird. Hier bleiben die Karten liegen, bis die Werkstätten das
Material zugeschickt bekommen, um dann das Material auf seinem Weg
durch die Werkstätten zu begleiten. Zu den kleinen Aufträgen werden
ebenfalls Begleitkarten ausgestellt, und zwar entsprechend dem Text der
kleinen Orderbücher.
        <pb n="63" />
        ﻿Die Materialbestellung.

51

Die Begleitkarten laufen schließlich in der Montage zusammen und
werden von den Montagemeistern nach Fertigstellung der Maschine dem
Lohnbureau zurückgegeben. Da die Karten für weitere Zwecke nicht zu
brauchen sind, werden sie vernichtet.

Bestell-Nr. 37115.	Masc  Order-Nr. 2507 V  Fabrikations-Nr. 51200 — 49		line Nr. 26 A I  Blatt Nr. 3 f  Teil Nr. 1	
50 Stück •g Maschinen  (Unbedruckte Rückseite.)	3	50 Stück Ständer		Ausführende  Abteilungen  M. B.
cq  Bemerkungen.			
Datum  1.14. 07	Jeder Arbeiter hat auf der Innenseite das Datum des Anfangs und der Fertig- stellung obiger Arbeit anzugeben.  Diese Karte  geht mit der Arbeit weiter.		

Form. 34. Vorderseite und Rückseite. Orig.-Größe einer Seite 140X75 mm.

Re visions vermerke.

Name	Art der Arbeit	angefangen  am	fertig- gestellt am	Ausschuß	Datum	Bemerkungen	Revidiert  von
							
							
							
							
							
							
							

Form. 34. Innenseiten.

Die Materialbestellung.

Nach Fertigstellung der Teillisten werden im technischen Bureau die
Materialien zu den betreffenden Maschinen bestellt. Hierfür sind folgende
Bestellzettel im Gebrauch:

1.	Für Eisen- und Metallgießerei das Formular 35. Diese Be-
stellungen werden mittels des Durchschreibeverfahrens in dreifacher Aus-
fertigung hergestellt. Ein Exemplar geht in das Gießereibureau, das zweite
in das Modell-Lager, damit die Modelle herausgegeben werden, und das
dritte erhält der Verwalter des Materialsammellagers. Dies letztere Formu-

4*
        <pb n="64" />
        ﻿52

Die Betriebsbuchführung.

lar ist jedoch abweichend von den beiden ersten eingerichtet (s. Form. 36)
und zwar so, daß der Lagerverwalter Datum und Stück der Einzel-
lieferungen notieren kann. — Sämtlichen Lieferungen der Gießerei wer-
den Lieferzettel mitgegeben, welche bei Eintragung in die Expeditions-
bücher gleichzeitig angefertigt werden.

2.	Für Bestellungen an die Schmiede und an das Stahllager wird
Formular 37 verwendet. Diese Bestellungen erfolgen in zweifacher Aus-
fertigung, von denen eine bei der in einer Post erfolgenden Ablieferung
des Materials an das vorhin erwähnte Sammellager des Maschinenbaues
als Begleitschein dient; die andere Ausfertigung bleibt zwecks Berechnung
des Materials im Lohnbureau der Schmiede. Die erste Ausfertigung,
welche als Begleitschein benutzt wird, ist in Formular 38 abgedruckt.
Sie ist kleiner als die zweite, da die rechte, zur Berechnung des Materials
bestimmte Hälfte fehlt.

Nr. 1

Order-Nr. 707 V	BERLIN, den 15. April 190 7

Bestell-Nr. 741 (Gnßb.-Nr.)

Bestellzettel für die Gießerei.

Zu liefern an Maschinenbau bis spätestens 1. Juli 190 7
für 50 Horiz.-Stoßmaschinen 26 A I.

03  O  Pd	Modell-  bezeich-  nung	Blatt-  Nr.	Teil-  Nr.	Stück	Benennung	Datum	Stück	Gewicht  kg		%  M,	kg  *	Sa  JC	4
1	26 AI	3f	i	50	Ständer	28./6.	50	14980					
2		ff	2	50	Türen	ff	50	1315					
3	,,	ff	3	50	vert. Schlitten	26.16.	50	5612	—				
4	ff	*f	4	50	Spannstücke	„	50	172					
5	,,	ff	5	50	Tische	30.16.	50	6295	—				
6	ff	,,	6	50	Stoßschlitten	ff	50	1894	—				
7	ff	ff	7	100	Zahnstangen	ff	100	673					
8	ff	„	8	50	Frikt.-Scheiben	15.16.	50	88	—				
9	„	,,	9	50	Zahnräder	ff	50	306	—				
10	ff	ff	10	50	ff	ff	50	271	—				
						—							—		—			—	—	—
J 1				L			II '						
						Sa.		31606					

Verrechnet unter Nr. 792 pro Juni 07
Preis pro °/0 kg 20 JL = JL 6321,20

Form. 35. Orig.-Größe 200X300 mm.
        <pb n="65" />
        ﻿Die Materialbestellung.

53

3.	Teile, welche von auswärts zu beziehen sind, werden dem Ma-
terialienlagerverwalter mittels Formular 39 aufgegeben. Diese Teile
unterscheiden sich wieder in solche, die regelmäßig auf dem Lager vor-
rätig sind und solche, die für die Order speziell gekauft werden. Letztere
hat der Lagerverwalter zu bestellen, während er bei den ersteren vorläufig
weiter nichts zu veranlassen hat. Treffen die auswärts bestellten Teile ein,
so werden sie an das Sammellager des Maschinenbaues abgeliefert, also nicht
als Bestand des Materialienlagers gebucht. Die Kontierung im Waren-
eingangsbuch lautet für solche Materialien also II. A. und nicht B. K. 1
(Bestände-Konto 1 s. S. 20). Die im Materialienlager vorrätigen Artikel,
wie Hähne, Verschraubungen, Gelenkketten usw. werden erst bei Montage
der Maschinen von den Monteuren gegen „Entnahmescheine“ entnommen
und dem Maschinenbau allmonatlich durch förmliche Rechnung des
Materialienlagers belastet (s. Kapitel Lagerverwaltung).

Nr. 1

Order-Nr. 707 V	BEBLIN, den 15. April 190 7

Bestell-Nr. 741

Bestellzettel für die Gießerei.

Zu liefern an Maschinenbau bis spätestens 1. Jnli 190 7
für 50 Horiz.-Stoßmaschinen 26 A I.

8  Ph	Modell-  bezeich-  nung	w	isg	Stück	Benennung		Geliefert																	
1  2	26 AI  99	3f	1	50	Ständer	Dat.  Stück	IV		22	25\28		V		1  3	8  4	USW.								
									2	4	3										...			
		99	2	50	Türen	Dat.																		
						Stück																		
3	„	99	3	50	vert. Schlitten	Dat.																		
						Stück																		
4	99	*t	*	50	Spannstücke	Dat.																		
						Stück																		
5	99	„	5	50	Tische	Dat.																		
						Stück																		
6	99	99	«	50	Stoßschlitten	Dat.																		
						Stück																		
7	99	99	7	100	Zahnstangen	Dat.																		
						Stück																		
8	99	99	8	50	Frikt. Scheiben	Dat.																		
						Stück																		
9	99	,,	9	50	Zahnräder	Dat.																		
						Stück																		
10	99	99	10	50	99	Dat.																		
						Stück									....									
						Dat.																		
						Stück																		
						Dat.																		
						Stück	...																	
						Dat.																		
						Stück						1												

Form. 36. Orig.-Größe 220X300 mm.
        <pb n="66" />
        ﻿LUDW. LOEWE &amp; Co

Actiengesellschaft.

BERLIN, den 15. April 190 7

w

Order-Nr. 707 V
Bestell-Nr. 2608

Bestellzettel an

die Schmiede
(das Stahllager)

						 1 1				—									—				—
			Art des Stahles	Dimens.				Lohn					Material				Freis		
Nr.	Stück	Benennung mit event. Skizze		Durch-  messer	Länge	des  Arbeiters	ä Stück		zusammen		Fertiges  Stück		Unbrauch- barer Abfall		Summa		ä kg	zusammen	
							JL	A	JL	A	kg		kg		kg			JL	A
211	50	Umsteuergabeln	M. St.			Raabe	—	80	40	—	138	5	36	3	174	8	0,20	34	96
213	100	Anschläge				tf	—	10	10	—	35	3	4	9	40	2	0,50	20	10
215	50	Arretierungsfedern	F. St.			Groß		30	15	—	7	6	3	2	10	8	1-	10	80
216	50	Ringe	M. St.			Haase		45	22	50	12	7	1	—	13	7	0,20	2	74
217	50	Federn	F. St.			Groß	—	02	1	—	4	7	—	—	4	7	1,20	5	64
219	50	Druckleisten	M. St.			Raabe	—	01	—	50	68	5	—	—	68	5	0,43	29	45
220	50					&gt;&gt;	—	01	—	50	82	5	—	—	82	5	0,22	18	15
221	50		&gt;&gt;			„		01	—	50	37	—	—	—	37	—	0,43	15	91
222	50		JJ			,,	—	01	—	50	50	—	—	—	50	—	0,22	11	—
223	50						~	01	—	50	17	5	—	—	17	5	0,43	7	52
224a	50	Klemmstücke	J5			Haase	—	02	1	~	9	5	—	—	9	5	0,52	4	94
		Für 50 Horiz. Stoßm.																	
		Nr. 26 A Mod. I																	
						Summa			92	—								161	21
Zi	lieferr	an: Maschinenbau.	Unterschrift:																

Lieferangstermin: 10. Mai 07.
Fertig: 30. April 07.
Empfangen:......... ...........

Verrechnet unter Nr. 22 pro April 1907.
Materialwert	JÜ	161,21

Lohnwert	„	92,00

Unkosten______„	184,00

Zusammen	Ji	437,21

Foi‘m. .‘57. Orig.-Größe 320X240 mm.

Die Betriebsbuchführang.
        <pb n="67" />
        ﻿Die Materialbestellung.

55

L. L. &amp; Co.

A.-G.

Order-Nr.

Bestell-Nr.

Bestellzettel

die Schmiede
das Stahllager

Nr.	Stück	Benennung mit event. Skizze	Art des Stahles	Dimens.	
				Durch-  messer	Länge
					
					
					
					
					

Zu liefern an: ...
Lieferungstermin:

Fertig..........

Empfangen ......

Unterschrift:

Form. 38. Orig.-Größe 160 X 240 mm.

LIJDW. LOEWE &amp; Co. Bedarfs-Anmeldung

Actiengesellschaft.	r..	.	,

iur eigenen Betrieb.

Anmerkung: Nur gleichartige Waren, welche von einem Lieferanten bezogen werden sollen,
sind auf dieser Bedarfs-Anmeldung zu notieren.

Menge	Einheit	Gegenstand	Bestimmung	Letzter Preis		
					Ji	4
50	Stück	Buchsen Nr. 19	Order 707 V			
50		„	Nr. 19a	für 50 Stück Horiz.-Stoßm.  Nr. 26 A Mod. 1		255	

Letzter Lieferant: Tegeler Metallgießerei in Tegel

Zunächst Offerte einzuholen bei		Hat offeriert zum Preise			Zu bestellen bei derselben Liefertermin 1. Mai 07  Zu liefern an Maschinenbau
Firma	Ort		Mo.	4	
					
					Berlin, den 15. April 190 7
					
					
					Genehmigt	Die Direktion  Berlin, den l.fi. 190 7
					
					

Form. 39. Orig.-Größe 220X 180 mm.
        <pb n="68" />
        ﻿56

Die Betriebsbuchführung.

4.	Die Normalien werden nicht mit besonderem Formular bestellt,
sondern der Verwalter dieses Lagers erhält die Teilliste (Form. 31),
auf welcher die vom Lager zu entnehmenden Normalien angemerkt sind.
Diese Teile werden ebenfalls erst bei Montage von den Monteuren ent-
nommen (s. Kapitel Normalienlager).

5.	Solche Arbeiten, welche der Maschinenbau nicht in eigener Werk-
statt ausführt, wie die Anfertigung von Holzeinlagen, Schutzblechen usw.,
werden den ausführenden Werkstätten mit Formular 28 in Auftrag gegeben.

Wie die unter 1—5 erwähnten Materialien, Teile und Arbeiten dem
Maschinenbau berechnet werden, geht aus den betreffenden späteren Ab-
handlungen über Selbstkostenberechnungen der einzelnen Abteilungen
hervor; hier sei nur erwähnt, daß sämtliche Bestell- und Entnahmescheine,
mit Selbstkostenpreisen ausgefüllt, in das Lohnbureau des Maschinenbaues
zurückkehren.

Die Kalkulation der Akkordlöhne.

Die Akkordlöhne werden im Kalkulationsbureau von besonderen
Kalkulatoren, welche in der Praxis erfahren und mit modernen Arbeits-
methoden gut vertraut sind, festgestellt. Die diesen Feststellungen ent-
sprechenden Akkordlöhne werden in die Teillisten der Meister (Form. 30)
neben dem Text für jede einzelne Operation eingetragen und sind von dem
Meister innezuhalten. Abweichungen sind nur mit Genehmigung des
Abteilungschefs gestattet. Den Arbeitern ist zugesagt, daß die Akkorde
nicht geändert werden, solange nicht die Arbeitsstücke oder die Arbeits-
methoden geändert werden.

Damit im Lohnbureau die Innehaltung der Löhne kontrolliert werden
kann, werden die kalkulierten Löhne aus Formular 30 in die für das
Bureau bestimmte Teilliste (Form. 32) übertragen. Bei Verbuchung der
Akkordscheine muß sich also der Betrag des Akkordscheines mit dem in
der Teilliste eingetragenen Betrag decken. Auf Grund der Meisterteillisten
werden im Bureau die Akkordscheine ausgeschrieben und dem Meister mit
der Liste übergeben, so daß bei Vergebung der Arbeit der Meister nur den
Namen des betreffenden Arbeiters und das Datum der Ausgabe zu notieren
hat, und zwar in seiner Teilliste und auf dem Akkördschein. Akkord-
scheine über „kleine Orders“ stellt der Meister aus.

Die Lohnverrechnung.

Die Akkordscheine, Formular 40, werden in zwei Exemplaren
ausgeschrieben, wovon das eine der Arbeiter, das andere das Lohnbureau
erhält. Etwaige Fälschungen im Text oder in der Lohnziffer müssen also
im Lohnbureau entdeckt werden, sobald der Akkordschein des Arbeiters
zur Verrechnung ins Bureau kommt. Die Duplikatscheine werden im
Lohnbureau sofort gebucht, d. h. in die Teillisten an entsprechender Stelle
in Rubrik „gezahlt“ übertragen. Bei „kleinen Orders“ geschieht diese
        <pb n="69" />
        ﻿Die Lohnverrechnung.

57

L. L. &amp; Co.

Akkordschein für Krause

Order-Nr. 507 V
Katalog-Nr. 26 A I

Bestell-  Nr.	Teil-  Nr.	Stück	Benennung und Operation	Fabrikat.-  Nr.	Preis			Vorschuß		
					Einzel* JL | ^	Gesai  JL	nt-	Dat.	JL	A
40140	i	50	Ständer					18./5.	20	
								26./Ö.	24	-
			vordere Seite hobeln	51200/49	4 -	200		i./ß.	24	
								8./6‘.	20	—
								usio.		
								—		
										—
								—	—	

Ausgeführt in Abteilung Nr. 1

auf Maschine Nr. 4377 in 418 Stunden. Ausgegeben den 10.15. 07.
Tägliche Stundenangabe umseitig.	Fertiggestellt den 22/7. 07.

Unterschrift
des Meisters:

Lampe

Form. 40. Vorderseite. Orig.-Größe 200 X 120 mm.

		5 ‘'i	■	1 1			|										1				
	cq  P  Xi	p s		i																	
																					
o  r*  3  &lt;1	07  fH  o  &gt;																				
		Datum																			
Tägliche Stundenangabe	Hand-  arbeit  Stunden																				
	Maschi-	ö  a&gt;  d pö  fl P  CO																			
		Datum																			
	Hand-  arbeit  Stunden																				
	Maschi- Datum nen  Stunden				°0		• cq  rH  °o		oo				°o		•						
					|						17./5.		Oo		§						

Form. 40. Rückseite.
        <pb n="70" />
        ﻿

58

Die Betriebsbuchführung.

Monat April 190 7	Stunden-

Bestell-Nr.	Fabrik-Nr.	Stück		Nr. und Mod.	1	2	3	4	5	6	7	8	9
26404	25190199	10	Rundfräsmaschinen	19 AI t		9	9	9	5	i			4
20175	2012 lj 30	10	Fräsmaschinen	13 All |					4	s		3	5
719	—	—	Reparatur einer Leit-									6	
			spindeldrehbanlc										

Einlage 01» Blatt) Vorderseite.

Verbuchung in die dafür bestehenden Selbstkostenbücher. Dann werden
die Duplikatscheine in kleinen Mappen, welche die Größe der Scheine
haben, meisterweise und alphabetisch geordnet, aufbewahrt.

Nach Fertigstellung der Arbeit hat jeder Arbeiter seinen Akkord-
schein an den Meister zurückzugeben. Der Meister bescheinigt die Fertig-
stellung der Arbeit und gibt den Akkordschein in das Lohnbureau. Hier
wird er (nach Vergleichung) dem Duplikatschein beigefügt.

Auf dem Akkordschein soll der Arbeiter täglich die aufgewendete
Zeit (getrennt nach Maschinen- und Handarbeitstunden) aufschreiben,
außerdem nach Fertigstellung der Arbeit die Inventarnummer der be-
nutzten Werkzeugmaschine. Bei gleichzeitiger Benutzung mehrerer
Maschinen durch einen Arbeiter sind die Stunden zu notieren, während
welcher jede Maschine gearbeitet hat. Wenn mehrere Arbeiter einen
Akkord gemeinschaftlich ausführen, wie dies z. B. in der Montage, Fräserei
und Hobelei vorkommt, so wird die Zeit in ein Buch (Form. 41) notiert.

Die in Stundenlohn beschäftigten — produktiven und unproduk-
tiven — Arbeiter benutzen zur Angabe der für jede Arbeit aufgewendeten
Zeit das Formular 42.

L. L. &amp; Co.

Die Eintragung der Stunden hat täglich in Übereinstimmung mit der Uhrkarte zu erfolgen.

Name Kademann Woche vom 1./4. bis 6.f4.	190 7

Order-Nr.	Bestell-Nr.	Stück	Benennung	Stunden-Angabe						Sa.  Stunden	ä 60	
				M.	D.	M.	D.	F.	s.		Mo.	s,
265 V	19183	25	Hebel bohren	2						2	i	20
	19187	50	Ringe „	4	5					9	5	40
275	31914	1	Bock	„	i						i	0	30
2613	4100	2	V erbindungsstücke							H	1	50
2713 V	18119	50	Leisten bohren		4					4	2	40
			usw.									
			Transport									

Form. 42. Orig.-Größe 200 X 160 mm.
        <pb n="71" />
        ﻿Die Lohnverrechnung.

59

Rückseite der Einlage.	Form. 41. Orig.-Größe der Buchseite 160 X 200 mm.

Zur Kontrolle ob und wie lange jeder Arbeiter sich in der Werkstatt
aufhält, sind am Eingang jeder Werkstatt Uhren aufgestellt, an welchen
der Arbeiter seine Uhrkarte bei Eintritt in die Werkstatt und bei Austritt
aus derselben zu stempeln hat (Form. 43). Die sich aus der Uhrkarte
ergebenden Arbeitsstunden sind bei Lohnarbeitern maßgebend für deren
Verdienstberechnung, bei Akkordarbeitern dienen sie — abgesehen von
der Kontrolle der Pünktlichkeit — nur zu statistischen u. dgl. Zwecken.
Die Stundenzahl der Uhrkarten muß sich bei Lohnarbeitern mit der auf
Formular 42 notierten Stundenzahl decken. Bei Akkordarbeitern deckt
sich die Gesamtstundenzahl der einzelnen Akkordscheine mit der der Uhr-
karte nur bei den Handarbeitern und bei solchen Maschinenarbeitern,
die nur eine Maschine bedienen.

Die Lohnzahlung findet wöchentlich, und zwar jeden Freitag nach-
mittags von 4 Uhr ab statt. Die Lohnperiode beginnt am Montag früh
und endet Sonnabend mit Schluß der Arbeitszeit resp. bei solchen Ar-
beitern, die auch am Sonntag beschäftigt werden, am Sonntag abend.

Am Montag beginnt das Lohnbureau mit der Aufstellung der Lohnlisten;
diese umfassen je eine Meisterschaft. Die Verdienste der Arbeiter ergeben
sich bei Akkordarbeitern durch Addition der Beträge der Akkordscheine,
die während der Woche für beendete Arbeiten durch die Meister ins Bureau

d

CM



ä

a

Stun-  den		«Kf  Mi	Mi		Mi											
&lt;v  O		58  w	^ |  w	»M  t-H  KT	04  1  KT											Woche  von		bis	 Sa.
Abwesend	1  a  o  M															
	£  CD  O															
'	3  3  D	&lt;50  w	8  ^ 1  ffl	%  KI	I  ’M |  KI	&gt;o  &lt;50  m										
Tag		a o s				a m a		s q s				s j a &lt;		• CQ . • &gt; &amp;		

S5

■

■Ü3

W

js

O

£

fi

P

h-3

Form. 43. Orig.-Größe 68 X 78 mm.
        <pb n="72" />
        ﻿60

Die Betriebsbuchführung.

zurückgegeben sind. Akkordscheine über nicht beendete Arbeiten sind am
Sonnabend dem Meister und von diesem dem Lohnbureau zu übergeben,
damit Abschlagszahlungen berechnet werden können, welche zu den
anderen Beträgen zugerechnet werden. Diese Abschlagszahlungen werden
nach der bereits auf gewendeten Zeit berechnet, jedoch haben die Meister
das Recht, dieselben nach dem Stand der Arbeit zu erhöhen oder zu er-
niedrigen. — Die Vorschüsse werden auf dem Akkordschein notiert, und
zwar auf beiden Exemplaren, worauf der Schein des Arbeiters diesem zurück-
gegeben wird. Bei Akkorden, welche nur einige Wochen dauern, wird für
die Vorschußnotierung der dafür vorgesehene Raum auf der Vorderseite, bei
solchen Akkorden, die längere Zeit dauern, der Raum auf der Rückseite
des Akkordscheines benutzt. Zur Bemessung der Abschlagszahlungen ist für
jeden Akkordarbeit er ein Stundenlohnsatz festgesetzt; bei Gruppenarbeitern
ist dieser Satz auch für die Verteilung der Akkordüberschüsse maßgebend.

Bei Lohnarbeitern ergibt sich der Verdienst durch Multiplikation der
lt. Uhrkarte ermittelten Stundenzahl mit dem Stundenlohnsatz.

Gruppenakkorde.

Bei Gruppen- oder Kolonnenarbeitern wird der Gesamtakkordver-
dienst der Gruppe festgestellt. Ergibt sich ein Überschuß, d. h. ist der
Gesamtakkordverdienst größer, wie der Betrag, welcher sich ergibt, wenn
man den für jeden Arbeiter festgelegten Stundenlohn mit der Stundenzahl
multipliziert, so wird dieser Überschuß verteilt, und zwar nach dem in
nachstehendem Beispiel zu ersehenden Grundsatz.

Eine Schlosserkolonne, die aus 8 Mann zusammengesetzt ist, hat
folgenden Verdienst:

Stunden Stundenlohn Betrag bei Stundenlohn

Thiele.......... 54	80	43,20

Philipp ....	49	65	31,85

Groß............ 54	65	35,10

Heinrich ...	52	60	31,20

Franzen ....	50	50	25,—

Pirke........... 48	50	24,—

Neumann ...	30	50	15,—

Walther ....	15	45	6,75

Summa Zeitlohn ~M. 212,10

Dagegen sind lt. Akkordzusammenstellung zu zahlen JÜ. 477,50

Akkordüberschuß M. 265,40

Der Akkordbetrag setzt sich aus folgenden Beträgen zusammen:
Nr.	20192.	Montage von 25 Maschinen N.	N.,	Restbetrag	JÜ.	331,40

,,	31915.	1 Vorrichtung usw. (Lohn)...............,,	34,90

„	40180.	Reparatur der Fräsmaschine	Nr.	4012 im

Werkzeugbau (in Lohn) ......................„	33,80

„	20242.	Montage von 30 Maschinen N.	N.,	Vorschuß	,,	77,40

Jli. 477,50
        <pb n="73" />
        ﻿Gruppenakkorde.

61

Der Überschuß von JL 265,40 resultiert also aus dem Akkord Nr. 20192.
Dieser Akkord beträgt M. 2000,— und hat vom 14. Januar bis 28. März,
also 63 Tage gedauert. Während dieser Zeit sind natürlich noch andere
Arbeiten in der Kolonne zur Ausführung gelangt.

Zur Verteilung des Überschusses ist es nötig zu wissen, ob alle Arbeiter
während dieser 63 Tage in der Kolonne waren. Trifft dies nicht zu, sondern
ist jemand erst später eingetreten, so partizipiert er natürlich im Ver-
hältnis der Zeit am Akkordüberschuß. Hierbei ist zu bemerken, daß, wenn
ein Arbeiter in der Woche eintritt, in welcher der Akkord zur Vollendung
gelangt, er einen Überschuß noch nicht bekommt. Ferner ist durch die
Arbeitsordnung vereinbart, daß Arbeiter, die während des Akkordes frei-
willig aufhören, oder die wegen eines gesetzlichen Grundes entlassen
werden müssen, einen später sich ergebenden Überschuß nicht zu bean-
spruchen haben.

Unter Berücksichtigung solcher Fälle ist für die Verteilung der
JL 265,40 folgende Aufstellung gemacht:

Verteilung des Überschusses von JL 265,40 auf Akkord Nr. 20192.

Dauer des Akkordes 63 Tage.

Name	Tage	Lohnsatz	Einheiten	Überschuß- „	.  Anteil	Bemerkung
Thiele . .	. 63	80	5040	54,29
Philipp . .	. 35	65	2275	24,50 eingetr. am 16./2. er.
Groß . . .	. 63	65	4095	44,10
Heinrich .	. 63	60	3780	40,72
Franzen	. 63	50	3150	33,93
Pirke . .	. 63	50	3150	33,93
Neumann .	. 63	50	3150	33,93
Walther	. 0 *	45	—	-—	eingetr. am 25./3. 07

24640	265,40

Der Überschuß entfällt also auf 24 640 Einheiten, die man durch
Multiplikation der Tage mit dem Stundenlohnsatz erhält. Auf eine Einheit
entfallen 1,077 Pfennig. Es wird nicht berücksichtigt, ob jeder Arbeiter
in der Kolonne überhaupt am Akkord mitgearbeitet hat, und dies braucht
auch nicht berücksichtigt zu werden, denn der Überschuß kommt der
Kolonne zu und nicht nur denjenigen, die daran arbeiteten. Wollte man
nur den Arbeitern, die am Akkord arbeiteten, Überschuß geben, so würde
ein Schlosser, der zufällig während der Dauer des Akkordes unangenehme,
schwerere Reparaturen u. dgl. ausführte, gar keinen Überschuß erhalten,
trotzdem er einer der tüchtigsten und erfahrensten Leute ist und gerade
wegen dieser Eigenschaft mit erwähnten Arbeiten betraut wurde.

Obwohl die wöchentlichen Vorschüsse auf dem Akkordschein notiert
werden, ist es doch nötig, die auf jeden Akkord wöchentlich gezahlten
Vorschüsse auf besonderen Blättern, die nach den Akkordnummern auf-
bewahrt werden, in folgender Weise zusammenzustellen, damit man
jederzeit in der Lage ist, nachzuweisen, wie der Akkordbetrag zur Auszah-
lung gelangte.
        <pb n="74" />
        ﻿Akkord Nr. 20192.

JL 2000.—

Lohnsatz		80			65			65			60			50			50			50			50			45			Sa.		Zusammen	
		Stun-  den	JL	3,	Stun-  den		3,	Stun-  den	JL	3i	Stun-  den	JL	3\	Stun-  den	,	3&gt;	Stun-  den	JL	3t	Stun-  den	,	3t	Stun-  den	JL	3t	Stun-  den	JL	3,				
von	bis																															
		Thiele			Philipp			Groß			Heinrich			Franzen			Homann			Pirke			Neumann			Walther			JL		JL	3t
1907.	1907.																															
14.11.	19. 1.	—	—	—				20	13	—	22	13 20		28	14	—	10	5		—	__	—	—	—	—				45120			
20.11.	26.11.	45	36	—				54	35-10		50	30	—	41	20\50		48	24	—	45	22	50	45	22	50				190 60		23580	
27.11.	2.12.	48	38	40				54	35\10		54	32,40		54	27	—	54	27	—	54	27	—	54	27	—				213.90		449V70	
3.12.	9.12.	5	4			eingetre ten			54	35,10		8	4' 80		10	5	—	7	3	50	21	10,50		13	6	50				69:40		519-10	
						am 16.12.																										
10.12.	16. 2.		—	—	8	5	20	54	35	10	—		—	54	27	—	54	27	—	54	27	—	42	21	—				142130		66140	
17.12.	23./2.	22	17	60	31	20	15	54	35	10	18	10.80		54	27	—	54	27	—	54	27	—	46	23	—				187\65		849 05	
24.12.	2./3.	54	43	20	54	35	10	54	35	10	54	32\40		54	27	—	54	27	—	54	27	—	7	3	50				230 30		1079\35	
3.13.	9.[3.	54	43	20	54	35	10	54	3s\l0		54	32 40		54	27	—	54	27	—	54	27	—	3	1	50				228\.30		1307,65	
10.13.	16.13.	54	43	20	38	24	70	54	35\10		54	32-40		54	27	—	—	—	—	54	27	—	54	27	—				216,40		1524 05	
17.13.	23./3.	54	43	20	54	35	10	34	22	10	34	20', 40		30	15	_	_					10	5			7	3	50	eingetre	ten		14130		1668	35
																											am 25J3.					
24.13.	30./3.	8	6'	40	22	14	30	25	16 25		8	4 80		io i	525		—	—	-	21	10-50		4	2	—	15	6 75		66 25		1734	60
	Sa.		275	20		169 65			332\15			213 60			221,75			167 50			210,50			137	50		6	75	1734,60			
																	entlas	sen.														
Überschuß			54	29		24 50			44,10			40,72			33.93			—	-		33i93			33	93		—	—	265\40			
	JL		329 49			194 15			376	25		254	32		255 68			167	50		244 43			171	43		6	75	2000			

Betriebsbuchführung.
        <pb n="75" />
        ﻿Lohnlisten.

63

Kleinere Gruppenakkorde, welche innerhalb einer oder zwei Wochen
erledigt werden, wie dies z. B. in der Fräserei und Hobelei vorkommt,
werden bezüglich des Überschusses nicht einzeln verrechnet, sondern man
konstatiert den Gesamtakkordverdienst solcher Kolonnen und repartiert
den Gesamtüberschuß im Verhältnis des Zeitlohnbetrages. Haben z. B.

drei Fräser, die eine Kolonne bilden, zusammen im

Akkord..........................M, 120,—

verdient und ergibt der Stundenlohn ,,	90,—

so sind zu verteilen............M. 30,—

= 33%% von M, 90,—. Jeder der drei Fräser erhält also neben seinem
Stundenlohn noch 33%% Überschuß. Hat in der Kolonne ein Wechsel
in den Arbeitern stattgefunden, so muß dies natürlich berücksichtigt
werden.

Lohnlisten.

Um die wöchentlich verdiente und zu zahlende Gesamtlohnsumme
zu ermitteln, werden die einzelnen Verdienstbeträge in Lohnbücher
eingetragen. Hierbei werden die einzelnen Abteilungen (Meisterschaften)
für sich addiert und dann die Schlußsummen der einzelnen Abteilungen
zur Ermittlung der Gesamtsumme zusammengestellt.

Die Lohnbücher laut Formular 44 sind nur für das Lohnbureau
bestimmt. Sie sind für einen Monat, oder vielmehr für 4 resp. 5 Wochen
eingerichtet. Die Eintragung der Löhne geschieht nach Scheidung in Zeit-
lohn- und Akkordlohnbeträge. Die gesetzlichen vom Arbeiter zu tragenden
Versicherungsbeiträge und andere Abzüge werden nur am Schluß der
letzten Woche des Monats verrechnet. Um für die Versicherungsbeiträge
einen Lohnbetrag ein^ubehalten und auch, um die Arbeit des Auszahlens
zu vereinfachen, werden nur die vollen Markbeträge zur Auszahlung
gebracht. Reicht der Pfennigbetrag für die gesetzlichen Versicherungs-
beiträge nicht aus, so wird an jedem zweiten Zahltage, und wenn die
Löhnungsperiode 5 Wochen hat, außerdem am vierten Zahltage außer
den überschießenden Pfennigbeträgen noch eine Mark in Abzug gebracht.
Aber auch in der letzten Woche kommen die Pfennige nicht zur Auszahlung,
sondern werden auf die Liste des nächsten Monats vorgetragen und zum
Verdienst hinzugerechnet. Wie im Beispiel gezeigt wird, hat der Dreher
Albrecht in der ersten Woche des Monats März 1907 in 54 Stunden Jt 42,90
im Akkord verdient, wovon im M. 42,— ausgezahlt werden. Die zur
Auszahlung gelangenden Beträge werden auf der rechten Seite des Lohn-
buches in die entsprechende Rubrik ausgeworfen. Ist der Verdienst der
letzten Woche, im vorliegenden Fall also der 4. Woche, auf der linken Seite
eingetragen, so werden zunächst die Verdienstziffern der 4 Wochen zu-
sammengezählt in die Rubrik „Summa“ geschrieben. Zu diesem Gesamt-
betrag werden die aus dem vorigen Monat übertragenen Pfennige gezählt
und das Ergebnis in Rubrik „Bruttoverdienst“ eingetragen. Von diesem
Brutto verdienst werden alsdann die bereits wöchentlich gezahlten Beträge,
        <pb n="76" />
        ﻿64

Die Betriebsbuchführung.

ferner die Versicherungsbeiträge und etwaige andere Abzüge gekürzt und
der Rest ohne Pfennigbetrag zur Auszahlung gebracht.

Die erste Hälfte des Formulars 44 zeigt eine Seite eines Lohn-
buches nach der ersten, die zweite Hälfte eine solche nach der letzten
Woehe eines Monats.

Um das Queraddieren von Stunden und Lohnbeträgen zu erleichtern,
sind die Linien zweiteilig. In die obere Hälfte werden die Stunden, in die
untere Hälfte die Lohnbeträge geschrieben. Ferner ist bei den Be-
trägen zur Invaliditäts- und Altersversicherung die Angabe der Wochen
und der Versicherungsklasse nötig, damit später die richtigen Marken

Abteilung Dreherei

N amen		vom		. Woche  2. bis 6.				2. Woche vom 8. bis 13.14.						3. Woche vom 15. bis 20.14.						4. Woche  vom 22. bis 27.14.						5. Woche  vom	bis						Summa		
		Verdienst						Verdienst						Verdienst						Verdienst						Verdienst						Ö	Ver-	
Zu-	Vor-	Lohn			Akkord			Lohn			Akkord			Lohn			Akkord			Lohn			Akkord			Lohn			Akkord			fl	dienst	
		st.	JL	St	St.	JL	■St	St.	JL $		St.	JL St		St.	JL	-s.	st.	JL	St	st.	JL ^		St.	JL	St	st.	JL	3,	st.	JL	St	ui	JL	St
Albrecht	Paul				54	42	90																											
Braun	Hans				52	39	85						■																					
Bunan	Friedr.				54	35	10																											
Christian	Wüh.	54	27																																
Daun	August				50	36																												
																																		
																																		
Albrecht	Paul				54	42	90				54						52	41	40				53	42	90							213	168	20
Braun	Hans				52	39	85				50	40	15	10	6		44	35	SO				54	42	50							210	164	
Burian	Friedr.				54	35	10				48	29	40				54	36	95				53	40	50							209	141	95
Christian	Wilh.	54	27					54	27					54	27					54	27											216	108	
Daun	August				50	36					54	40	20				54	43	09				50	38	70							208	157	99
																																		
																																		

\				1				“						~~						rr~	~~	i							
.. 1  Übertrag:																		1
        <pb n="77" />
        ﻿Lohnlisten.

65

entwertet werden. Für diese Angaben wird ebenfalls die obere Linie be-
nutzt. Endlich ist die Teilung der Linien geschehen, um die Vorschüsse
in den Rubriken „Gezahlt“ einzutragen. Diese Vorschüsse werden außer-
dem mit roter Tinte geschrieben und für sich addiert.

Um die gezahlten Löhne in die von der Nordöstlichen Eisen- und Stahl-
berufsgenossenschaft verlangten Klassen zu zerlegen, sind im Lohnbuch
entsprechende Rubriken vorgesehen. Die in Kolonne „Summa“ stehenden
Beträge werden in die betreffende Rubrik der drei Klassen A, B, C aus-
geworfen, dann werden sie addiert und die Schlußbeträge der einzelnen
Meisterschaften zu einer Gesamtsumme zusammengestellt, welche in die

Monat April 190 7

Klasse		A	Klasse		B	Klasse		c	+  Pfen-		Brutto-		Gezahlt								Abzüge												Rest			
b'S 5 x Pro Tag			über 5 M. pro Tag			jugendliche Arb. u.16 J. u. Lehrlinge			nig-  Über-  trag		Ver-  dienst		1.  Woche		2.  Woche		3.  Woche		4.  Woche		Werk-  zeuge		Tee		Stra-  fen		Kran-  ken-  kasse		Invalk  Alters  Woch.		1.- und -Vers.		Zu  zahlen		Über-  trag	
Tage	X		Tage	X		Tage	X		Ji		Ji	A	Ji		Ji	■Si	Ji		Ji	S,	Ji	A	Ji	3x	A		Ji	•Sl		ä	Ji		X S,		Ji	
										-			42																							
													39																							
													34																							
													26																							
													35																							
																																				
																																				
										15	168	35	42		40		40				i		2				2		4	18		72	40			63
										74	165	04	39		39		41						7	60			2		4	18		72	41			72
																																				
										95	142	90	34		28		36									50	2		4	18			72	41			68
											108		26		26		10  16	—	—	rot		40	i	20			2		4	18	-	72	25 —			68
										35	158	34	35		39		42							52			2		4	18		72	39			10
																																				
																																				
																																				
																																			"	

Form. 44. Orig.-Größe 520 X 400 mm.

5

Lilienthal, Fabrik Organisation.
        <pb n="78" />
        ﻿66

Die Betriebsbuchführung.



von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Formulare eingetragen
wird. Besondere Listen für diesen Zweck brauchen daher nicht ange-
fertigt zu werden. Ist die Anzahl der Tage nicht ohne weiteres aus der
Stundenzahl zu ersehen, z. B. wegen Überstunden oder Festen, so muß
dieselbe aus den Uhrkarten ermittelt werden.

Da das Lohnbuch wegen fast täglich vorkommenden Entlassungen
und auch aus anderen Gründen im Lohnbureau nicht entbehrt werden
kann, wird noch eine Zahlungsliste lt. Formular 45 angefertigt. In diese

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Aetiengesellschaft.

Zahlungsliste für den Monat April 1907

Abteilung Dreherei
Maschinenbau

Namen

Ver-

Pfen-

Brutto-

Ver-

Gezalilt pro Woche

		£  So	dienst		Über-  trag		dienst		v. 2. b. 6.		v. 8. b. 13.		v. 15. b. 20.		v. 22. b. 27.		W erk- zeuge		Tee		Stra-  fen		Kran-  kenk.		Inv.- u  Woch.		A.-V.		ZU  zahlen		Über-  trag	
ZiU-				3,	X	3,	X U		X	St	*\	St	X	3t	X	St	X	3,	x\		X	3t				ä	X	St	x\	3t	X	3t
Albrecht	Paul								42																							
Braun	Hans								.																							
Burian	Friedr.								34																							
Christian	Wilh.								26																							
Daun	August								35																							
																																
																																
																																
Albrecht	Paul	213	168	20		15	168	35	42			40			40					i		2				2			18			72	40			63
Braun	Hans	210	161	SO		74	165	04	39			39			41							1	60			2		4	18			72	41			72
Burian	Friedr.	209	141	95		95	142	90	34			28			36											50	2			4	18				72	41			68
Christian	Wilh.	216	108				108		26		26		10  16		=	rot			40	r	20			2			4	18		72	25			68
Daun	August	208	157	99		35	158	34	35		39		42							52			2		4	18		72	39			10
																																
																					_ 1											1..

Abzüge

Rest
pro Woche

				~			|		u			j																
Übertrag:								|																				

Form. 45. Orig.-Größe 260X400 cm.

.
        <pb n="79" />
        ﻿Lohnlisten.

67

Listen werden in den ersten 3 resp. 4 Wochen nur die zur Auszahlung
kommenden, auf der rechten Seite des Lohnbuches in Kolonne „Gezahlt“
stehenden Beträge eingeschrieben und erst in der letzten Woche werden
die übrigen Eintragungen gemacht (s. die beiden Beispiele). Die Ver-
dienstbeträge der einzelnen Wochen werden in dieser Liste nicht vermerkt.

Die Zahlungslisten dienen zuerst in der Kasse zur Einzählung der
einzelnen Löhne in Lohnbeutel. Nach der letzten Woche erhält sie das
Bureau für Arbeiterangelegenheiten, um die Invalidenmarken in die
Karten einzukleben, hierauf werden sie der Betriebskrankenkasse zuge-
stellt, welche die danach von der Firma und den Arbeitern zu zahlenden
Beiträge von der Fabrikkasse abhebt. Es brauchen also für die letzten
beiden Zwecke keine besonderen Listen angefertigt zu werden.

Nachdem der Kassierer für die ersten Wochen die Lohnzahlung be-
wirkt hat, gehen die Zahlungslisten jedesmal in das Lohnbureau zurück
und erst nach der Restzahlung in der 4. bzw. 5. Woche erhalten sie das
Bureau für Arbeiterangelegenheiten und die Krankenkasse.

Über etwa im Laufe der Woche gezahlte Vorschüsse läßt sich der
Kassierer Quittungen in roter Farbe, lt. Formular 46 geben. Solche
Vorschußzahlungen werden, wie bereits erwähnt, vom Lohnbureau, welches
die Zahlung veranlaßt, in die Zahlungsliste mit roter Tinte über den noch
zu zahlenden Betrag geschrieben.

Die Summe aller Vorschußquittungen muß sich natürlich mit diesen
roten Zahlen in den Zahlungslisten decken. — Am Zahltage dürfen vom
Kassierer nur die schwarzen Zahlen berücksichtigt werden. Zählt man
dann die Vorschußbeträge und die Abzüge zu den am Zahltage gezahlten
Summen hinzu, so erhält man die Bruttosumme der Zahlungslisten.

Wie bereits erwähnt, zählt der Kassierer die Beträge in Lohnbeutel
aus Tauenpapier (Form. 47), und zwar geschieht dies mit einer Zahl-
maschine, wobei ein jüngerer Beamter oder Lehrling zur Hilfe genommen

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

Name: Christian

empfängt von uns:...............

Zehn Ji — 3) Vorschuß	Restlohn

pro Monat April

Berlin, den 18. April 190 7
Quittiere:

Form. 46. Orig.-Größe 150 X 100 mm.

5*
        <pb n="80" />
        ﻿68

Die Betriebsbuchführung.

wird. Da nur Markbeträge gezahlt werden, vollzieht sich die Einzahlung
sehr schnell, so daß in einer Stunde 600 Lohnbeträge eingezählt werden
können.

Nach erfolgter Kassenabstimmung werden die Lohnbeutel zugeklebt,
wobei zuverlässige Boten Hilfe leisten.

Am Zahltage, d. i. Ereitag nachmittag, holen Beamte der Lohnbureaus
die Lohnbeutel vom Kassierer ab und bringen dieselben den Arbeitern an
ihren Platz. Die Aushändigung geschieht nur gegen Quittung (Form. 48).

Das Lohnquittungsformular ist ebenfalls für einen Monat vorgesehen
und zusammenlegbar, damit es durch den mehrmaligen Gebrauch nicht zu
unsauber wird.

Da die in den ersten 3 resp. 4 Wochen zur Auszahlung kommenden
Beträge den effektiven Beträgen, welche die Arbeiter zu bekommen haben,
nicht entsprechen, weil verschiedene Abzüge z. B. für Werkzeuge, Tee usw.
nicht berücksichtigt sind und die Pfennigbeträge nicht gezahlt werden,
so lautet die Quittung für diese Beträge über „Vorschuß“ und erst nach
der Zahlung für die letzte Woche der Löhnungsperiode quittieren die Ar-
beiter über den richtigen Empfang des Gesamtlohnes.

Durch diese Art der Lohnquittierung ist ein beachtenswerter Vorteil
erreicht, der darin besteht, daß für solche Arbeiten, die sich im Laufe einer
monatlichen Löhnungsperiode als unbrauchbar erweisen, nicht zu Unrecht
Lohn gezahlt zu werden braucht. Hat der Arbeiter über empfangenen
Lohn und nicht, wie oben gesagt, über Vorschuß quittiert, so ist eine
Kompensation nicht zulässig. Durch die obige Art der Quittungsleistung
ist dem Übelstande zwar nicht abgeholfen, aber doch Abbruch getan, indem
man pro Jahr statt 52 wöchentlichen Löhnungsperioden 12 monatliche
geschaffen hat.

Die ausgefüllten Quittungsformulare werden bereits am Donnerstag

nachmittag ausgestellt, damit die
Arbeiter bis Freitag nachmittag
Zeit haben, deren Richtigkeit zu
prüfen. Begründete Reklamatio-
nenwerden in der nächsten Woche
berücksichtigt, es sei denn, daß
die Arbeiter auf Berücksichtigung
in der laufenden Woche bestehen.
Eine Nachweisung, wie sich der
Wochen verdienst zusammensetzt,
erhalten die Arbeiter nicht, son-
dern sie kontrollieren den ausge-
wiesenen Betrag an Hand ihrer
Notizen über abgegebene Akkord-
scheine. Die Quittungskarten wer-
den nach der Restzahlung im Lohn-
bureau meisterweise und alpha-
betisch geordnet und auf bewahrt.

Lohnzahlung

Name:

Albrecht

In Gegenwart
des zahlenden Beamten

sofort beim Empfang nachzählen.
Spätere Reklamationen werden nicht
berücksichtigt.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft
BERLIN NW., Huttenstr. 17/20.

Form. 47. Orig.-Größe 90 X 120 mm.
        <pb n="81" />
        ﻿Lohnlisten.

69

LTJDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

(Unbedruckte Rückseite.)

Lolm-Quittiings-Karte

für

CJ

=3

PP

Albrecht

Abteilung Dreherei

für den Monat April 190 7

Form. 48. Vorderseite und Rückseite. Orig.-Größe 90 X 140 mm.

Lohn-Quittungs-Karte

Lohnabrechnung.

für die Zeit

vom 2. April bis 27. April 190 7.

Datum	Vorschuß		Quittung
vom 2. bis 6.\4.	42	—	Albrecht
vom 8. bis 13.\4.	40	—	Albrecht
vom 15. bis 20-14.	40	—	Albrecht
vom	bis			
Sa. JL	122	—	

Diese Lohn-Quittungs-Karte ist nach
jeder Zahlung dem zahlenden Beamten
auszuhändigen.

Übertragene Pfennige aus letztem Monat X 0,15

Verdienst für.....Stundend --------A X .... -

Verdienst für Akkordarbeit.........X 168,20

ab für Vorschuß............X	122,— X 168,35

Werkzeug............X	1,—

Tee.................X	2,—

Strafen.............X	...

Krankenkasse	.	.	.	X	2,—

Inval.* u. Alt.-Vers.	X	0,72

Sa.	Abzüge X 127,72	X	127,72

verbleiben	X	40,63

Hiervon	gelangen	zur Auszahlung	X	40,—

Auf neue Rechnung	werden übertragen	X	0,63

Laut obiger Lohnabrechnung, deren
Richtigkeit ich anerkenne, empfing ich
von Ludw. Loewe &amp; Co. Actiengesell-
schaft M. 40,— als Restbetrag für die
Zeit vom 2./4. bis 27./4. 190 7.

BERLIN, den 3. Mai 190 7.

Albrecht.

Form. 48. Innenseiten.
        <pb n="82" />
        ﻿70

Die Betriebsbuehführung.

Die Selbstkostenberechnung.

Die Selbstkosten einer Maschine setzen sich zusammen aus

1.	den Kosten des Materials;

2.	den Kosten für das Härten, Glühen und Einsetzen des Stahles;

3.	den produktiven Löhnen für die Bearbeitung des Materials;

4.	den Betriebsunkosten, d. h. allen übrigen Ausgaben, die durch die

Fabrikation verursacht werden.

Die Kosten des Materials ergeben sich aus den Bestellzetteln, die dem
Lohnbureau von der Gießerei, der Schmiede, dem Stahllager und dem
Materialienlager mit ausgefüllten Preisen zurückgegeben werden. Wie
diese Berechnungen erfolgen, geht aus den späteren Abhandlungen über
Selbstkostenberechnung dieser Abteilungen und Lager hervor. Das
Normalienlager gibt seine Teilliste ebenfalls dem Lohnbureau zurück,
nachdem die entnommenen Normalien mit Selbstkosten berechnet sind.
Die Preise für die von auswärts gekauften Teile usw. erscheinen im Waren-
eingangshuch und werden von hier auf Sammelzettel, die für jede Order-
nummer angelegt sind, übertragen. Die Kosten für Farben und Lacke
ergeben sich aus einer Tabelle, die den erfahrungsgemäß ermittelten Ver-
brauch enthält.

Die sämtlichen Materialbelege werden, sobald sie Maschinen betreffen,
nach Ordernummern in Kuverts gesammelt und bis zur Fertigstellung
der Maschinen auf bewahrt. Die Beträge der Materialbelege für kleine
Orders dagegen werden in den Selbstkostenbüchern (Form. 33) auf die
Abrechnungsstelle übertragen.

l. l. &amp; Co.	Bestellzettel

A.-Gr.

an die Einsetzerei — Härterei — Glüherei.

Order	Bestell-  Nr.	Stück	Benennung	Gewicht  kg		Dave	n gehärtet  kg		Preis ä kg | JL		4	Bemerkungen
4205 V		50	Hebel	35	—		35	—	—,60	21	—	
		50	Riegel	20	—		20	—	—,75	15	—	
		50	Anschläge	24		V»	8		1,50	12		
										48	—	

Unterschrift:

BERLIN, den 15. April 190 7.

Form. 49. Orig.-Größe 200X150 mm.
        <pb n="83" />
        ﻿Die Selbstkostenberechnung.

71

Mit Hilfe der Teilliste des Lohnbureaus wird nun bei der Selbstkosten-
nacbweisung (Nachkalkulation) kontrolliert, ob alle Materiaben berechnet
sind, indem man die einzelnen Belege mit der Teilliste vergleicht. Nach
dieser Kontrolle wird von allen Materialbelegen eine Zusammenstellung
gemacht, deren Betrag die Kosten des gesamten verbrauchten Materials
darstellt. Die Kosten für die Normalien figurieren einstweilen als Material-
beträge, werden aber in den später angeführten Selbstkostennachweis-
formularen getrennt auf geführt.

Die Kosten für Härten, Einsetzen und Glühen ergeben sich aus den
Bestellzetteln an die für alle Abteilungen arbeitende Härterei. Diese
Bestellungen erfolgen erst während der Fabrikation durch die Meister auf
Formular 49 und werden im Lohnbureau behandelt wie die Material-
bestellungen.

Die Summe der gezahlten Löhne ergibt sich bei Maschinen durch
Addition der in die Teilliste übertragenen Lohnbeträge. Die Rubriken der
Unterabteilungen sind für sich zu addieren und die gewonnenen Beträge
werden zwecks Ermittlung der Gesamtsumme addiert. Bei kleinen Orders
stehen die Lohnbeträge auf der Abrechnungsstelle und sind nur noch
zusammenzuzählen.

Um zu ermitteln, wieviel Löhne, die mit Formular 42 wöchentlich
angegeben werden, auf die Jahresnummern monatlich gezahlt werden,
sammelt man diese Wochenbeträge auf Formular 50. Die monatlich
vorzunehmende Addition der einzelnen Beträge ergibt die Summe der
Löhne, die innerhalb des Monats (resp. 5 Wochen) für die betreffende
Arbeit gezahlt wurde.

LTJDW. LOEWE &amp; Co. *

Actiengesellschaft.	JtllirGSOl d.Gl Nt. 12.

Name	1. Woche		2. Woche		3. Woche		4. Woche		5. Woche		Materialien und Arbeiten fremder Werkstätten											
	vom 2.		vom	8.	vom 15.		vom 22.		vom		Da-	Lager resp.	Material		Härten		Löhne		Unkost.		Summa	
	bis 6.14.		bis 13.14.		bis 20.14.		bis 27.ji.		bis		tum	Abteilung	Ji	St	Ji	St	Ji	St	Ji	St	Ji	St
Müller	24	—	24	—	24	—	24	—														
Angrick	19	60	24	—	24	—	21	—														
Paul	4	80	8	—	24	—	12	—														
Meinecke	24	—	24	—	—	•—	20	—														
Döihring	21	—	22	40	24	—	16	—														
Walter	26	—	16	—	28	_	21	20														
	119	40	118	40	124	—	114	20														
			J	L 4	76,-																	

Form. 50. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
        <pb n="84" />
        ﻿72

Die Betriebsbuchführung.

Die Ermittelung und Verrechnung der Betriebsunkosten.

Die Betriebsunkosten werden prozentual auf die produktiven Löhne
zugeschlagen. Der Prozentsatz wird für jede der 15 Unterabteilungen
besonders festgesetzt, weil jede dieser Abteilungen nach verschiedenen
Richtungen hin höhere oder niedrigere Kosten verursacht. Die Unkosten-
Konten, auf welche diese Kosten gebucht werden, sind bereits bei Be-
sprechnung der Kontierungstabellen erwähnt (S. 26), desgleichen deren
Unterscheidung in drei Gruppen.

Die erste Gruppe bilden die Konten von E—M (vgl. Form. 53).
Diese Unkosten heißen „Abteilungsunkosten“, weil sie eine unmittelbare
Verteilung auf die Unterabteilungen zulassen, was bei den Kosten der
Konten der zweiten Gruppe N—Qa nicht möglich ist. Die dritte Gruppe
bilden die Konten von Ra—Xa. Dies sind allgemeine Unkosten, welche
nicht im Maschinenbau selbst, sondern an verschiedenen anderen Stellen
des Betriebes verursacht werden.

Für jedes Unkosten-Konto ist eine Sammelliste (Form. 51) an-
gelegt, in welche die einzelnen Beträge eingetragen werden. Das Lohnbureau
entnimmt die in diese Sammelliste einzutragenden Unkostenbeträge aus
folgenden Büchern und Aufstellungen:

1.	Wareneingangsbuch.

Da dieses Buch auch alle Kassenposten enthält, so sind auch die von
der Firma zu entrichtenden gesetzlichen Versicherungsbeiträge, soweit sie
auf den Maschinenbau entfallen, hierin enthalten.

2.	Rechnung des Materialienlagers.

Sämtliche Posten dieser Rechnung werden kontiert und die Unkosten-
beträge in einer Summe in die betreffenden Sammellisten eingesetzt.
Näheren Aufschluß über diese Gesamtbeträge kann man aus der Rechnung
erhalten.

3.	Rechnung des Werkzeuglagers für Werkzeuge eigener Fabrikation.

Diese Rechnung kann sich nur auf Neuanschaffungen oder Ersatz-
Werkzeuge beziehen. Nur der Betrag für letztere gelangt in der Sammel-
liste des Kontos H zur Eintragung.

4.	Rechnung des Werkzeuglagers für Werkzeuge fremden Ursprungs.

In dieser Rechnung befinden sich die Beträge für Schublehren, Taster,
Zirkel, Zollstöcke, Feilen usw., welche ebenfalls kontiert werden. Die
Beträge der einzelnen Konten gelangen auch nur in einer Summe zur
Eintragung.

5.	Rechnung des Lagers für Schreibmaterialien.

Die Beträge dieser Rechnungen beziehen sich nur auf die Unkosten-
Konten N, 0 und P.
        <pb n="85" />
        ﻿Die Ermittelung und Verrechnung der Betriebsunkosten.

73

L. L. &amp; Co.

Sammelliste über

Konto R.

von

Transportarbeiten

für ........................................

Datum	Be-  stell-  Nr.			Materialien  usw.		Härten		Werkstatts-  Löhne		Unkosten		Summa	
30.14.	12		Löhne lt. Aufstellung					476	—			476	—
1907	201		Betriebswerkstatt:										
			Arbeiten lt. Bestell- zettel					126  &lt;0	80	12	68	139	48

Form. 51. Orig.-Größe 240 X 360 mm.

1. L. &amp; Co.

Sammelliste über

die Selbstkosten

von ...............................................

für	50 Stück Fräserschleifmaschinen

Nr. 27 Bll.

Order 37Q6V.	Fabr.-Nr. 25135—25184.

Datum	Be-  stell-  Nr.			Materialien  usw.		Härten		Werkstatts-  Löhne		Unkosten		Summa	
		i	Maschinenbau					9464	69	10221	84	19686	53
		2	Farben und Lack	90	70							90	70
		3	Eisengießerei	7970	39							7970	39
		4	Schmiede	169	72			59	90	99	83	329	45
		5	Stahllager	623	18							623	18
		6	Ilärterei			271	10					271	10
		7	Betriebswerkstätten										
			(Brettereinlagen)	20	40			9	40	4	70	34	50
		8	Normalien	2408	15							2408	15
		9	Materialienlager	28	62							28	62
		10	Auswärt. Lieferung	89	25							89	25
			JL	11400	41	271	10	9533	99	10326	37	31531	87
			1 Maschine	228	—	5	42	190	68	206	54	630	64

Form. 51a. Orig.-Größe 240X360 mm.
        <pb n="86" />
        ﻿74

Die Betriebsbuchführung.

6.	Salärbuch.

Für die Saläre, welche an die Angestellten gezahlt werden, ist in der
Betriebsbuchhalterei ein Salärbuch vorhanden, worin neben dem Namen
noch die Tätigkeit jedes Angestellten verzeichnet ist. Die Kontierung
der Saläre geschieht in gleicher Weise, wie die der vorhin erwähnten Waren-
rechnungen. Im Maschinenbau entfallen die Saläre auf die fünf Konten
M, N, 0, P und Q, und werden von der Betriehsbuchhalterei dem Lohn-
bureau für jedes Konto in einer Summe aufgegeben.

7.	Verteilung der Abstechkosten.

Die in dem Stahllager für Abstecharbeiten des Stangenmaterials
verursachten Kosten werden vom Lohnbureau der Schmiede festgestellt
und im Verhältnis des Wertes der entnommenen Materialien auf die
Unkosten-Konten Ka der entnehmenden Abteilungen verteilt. Die
Verbuchung der Ab,stechkosten auf die einzelnen Arbeitsstücke hat sich
als undurchführbar erwiesen, weil ein Arbeiter mehrere Maschinen bedient
und die einzelnen Abstiche nur kurze Zeit dauern.

8.	Rechnung der Kraftzentrale.

Der von jeder Abteilung verbrauchte elektrische Strom wird von
dem Betriebschef angegeben und zwar getrennt für Kraft, Beleuchtung
und den Antrieb der Heizungsventilatoren.

9.	Analysenbuch.

Die vom chemischen Laboratorium ausgeführten chemischen und
physikalischen Untersuchungen werden in ein Buch notiert und die tabel-
larisch festgesetzten Beträge dafür den bestellenden Abteilungen belastet.
Das Lohnbureau des Maschinenbaues erfährt die Summe der auf den
Maschinenbau entfallenden Beträge von der Betriebsbuchhalterei.

10.	Selbstkostennachweis der im eigenen Betriebe ausgeführten Reparaturen usw.

Die Kosten für „kleine Orders“ werden, wenn sie Unkosten des Be-
triebes darstellen, direkt auf der betreffenden Unkostensammelliste abge-
rechnet, d. h. es werden die auf dem betreffenden Abrechnungs-Konto an-
gesammelten Beträge für Lohn, Material und Härten auf die in Betracht
kommenden Unkostensammellisten übertragen. Dasselbe geschieht auch
mit den auf Formular 50 angesammelten Lohnbeträgen der Jahres-
ordernummern. Die auf Konto X (Ersatz-, Ausschußverluste) zu buchenden
Beträge ergeben sich bezüglich des Materials und der Härtekosten aus den
eingehenden Bestellzetteln, bezüglich der Löhne aus den Akkordzetteln
und Zeitnachweisscheinen. Diese Belege werden einzeln in die Unkosten-
sammellisten eingetragen. Hierbei sei bemerkt, daß die Meister für Ersatz-
stücke Material selbst bestellen dürfen, auch Akkordscheine über Löhne
für Ersatzstücke werden vom Meister ausgeschrieben, jedoch bedürfen
derartige Bestellungen und Akkordscheine der Unterschrift des Abtei-
lungschefs. Diese Bestellungen erhalten die Nummer der Original-
bestellungen mit dem Zusatz „Ersatz“.
        <pb n="87" />
        ﻿Die Ermittelung und Verrechnung der Betriebsunkosten.

75

Um den Lohnbeamten ein Kontrollmittel in die Hände zu geben,
ob die Arbeitsstücke, für welche Ersatz bestellt wird, auch wirklich ersetzt
werden müssen, haben die Revisoren in jedem Fall, in dem sie Arbeits-
stücke wegen Materialfehler oder unrichtiger Bearbeitung als Ausschuß
verwerfen, dem Lohnbureau auf Formular 52 Mitteilung zu machen.
Diese Mitteilungen werden nach Bestellnummern geordnet und bis zur
Fertigstellung der betreffenden Maschinen aufbewahrt.

Treffen nun Akkordscheine resp. Materialzettel über Ersatzstücke
im Lohnbureau ein, so müssen vorher auch Ausschußmeldekarten er-
schienen sein. Ist dies nicht der Fall, so sind die Ersatzbestellungen dem
Abteilungschef zur Prüfung der Angelegenheit vorzulegen. Die Ausschuß -
meldekarten sind vom Revisor und vom Meister zu unterschreiben unter
Angabe des Grundes der Unbrauchbarkeit des Arbeitsstückes; bei Arbeits-
ausschuß ist auch anzugeben, ob dem Arbeiter der Lohn für seine Vor-
operationen an dem Ausschußstück zu kürzen ist.

11.	Rechnung für fremde Betriebe.

Hat der Maschinenbau z. B. dem Werkzeugbau die Anfertigung von
Werkzeugen übertragen, so wird nach ihrer Fertigstellung der vom Ma-
schinenbau ausgestellte Bestellzettel (Form. 28) zurückgegeben, nach-
dem die Kosten dafür auf dem Zettel vermerkt sind. Im Maschinenbau-
bureau werden diese Kosten, vorausgesetzt, daß sie auf das Unkosten-
Konto und nicht auf das Neuanschaffungs-Konto gehören, auf die be-
treffende Unkostensammelliste übertragen. Die Unkostenbeträge, die
aus Arbeiten fremder Betriebe für den Maschinenbau resultieren, ergeben
sich also lt. den mit Selbstkostenbeträgen ausgefüllten Bestellzetteln.

Bestell-Nr.	Order Nr.	Stück	Benennung	Teil Nr.	Kat. Nr.	Blatt Nr.
27918	276 V.	2	Räder 35/126	45	■	24	6

Grund der Unbrauchbarkeit 1 Zahn porös

Name des Arbeiters Schneider	Beschäftigung Fräser

Ist Ersatz nötig? ja

Ist für den Ersatz Lohn zu zahlen? ja

Ist der Lohn für die Voroperation zu kürzen? nein	Welcher Betrag? —

BERLIN, den 20./4. 190 7

Unterschrift des Arbeiters:
Schneider

Unterschrift des Revisors:
Blahel

Unterschrift des Meisters:
Bahlk

Form. 53. Orig.-Größe 150 X 100 mm.
        <pb n="88" />
        ﻿76

Die Betriebsbuchführung.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Monat	190

	KONTO	Ein-  gangs-  Buch  Ji $		Mate-  rialien-  lager		Werkze  eigene Werk Ji A		uglager  fremde  zeuge  Ji A		Schreib-  mate-  rialien  Ji $		Saläre  Ji ^		Ab-  steche-  rei  Ji		Kraft-  zentrale  Ji ^		Chem.  Labora-  torium  Ji A		Diverse  X A	
E	Abteilungsunkosten.																				-
	Abschreibung aufWerkzeugmaschinen																				
F	Abschreibung auf Werkzeuge																				
G	Reparatur an Werkzeugmaschinen																				
H	Werkzeug verbrauch und Reparatur																				
I	Kraft																				
K	Hilfsmaterialien																				
L	Feilen																				
&gt;1  N  0	Gehalt u. Lohn für Meister, Einrichter																				
	u. Schreiber																				
	Gemeinschaftliche Unkosten.																				
	Betriebsleitung																				
	Verwaltung																				
P	Technisches Bureau																				
0	Revision																				
R	Transporte																				
s	Reinigung																				
T	Beleuchtung										•										
u	Heizung und Lüftung																				
y	Gas																				
w	Wasser																				
X	Ersatz, Ausschuß, Verluste																				
Y	Versuche																				
Z	Chemische Analysen																				
Aa	Gesetzliche Kassenbeiträge																				
B a	Feuerversicherungsprämie																				
Ca	Reparatur u. Ersatz von Utensilien																				
Da	Repar. u. Änderg.an Transm. u. D. V.																				
E a	Repar. an Motoren, Kränen, Fahrstühl.																				
Fa	Instandhaltung der Preßluftanlage																				
Ga	Reparatur und Ersatz von Modellen																				
Ha	Reparatur an Gebäuden																				
I a	Instandhaltung der Höfe u. Umfried.																				
Ka	Vorbereitung von Fabrikationsmater.																				
La	Umzugskosten																				
Ma	Abschreib, auf Motore u. Transmiss.																				
Na  Oa	Abschr. auf Kräne, Fährst.,Heiz- u. Lüftungsaul.																				
	Abschreibung auf Modelle																				
Pa	Abschreibung auf Utensilien																				
Q a	Abschreibung auf Gebäude																				
	Sa.				-												'—					
	Allgemeine Unkosten																				
	Sa.
        <pb n="89" />
        ﻿Die Ermittelung und Verrechnung der Betriebsunkosten.

77

Arbeiten im eigenen Betriebe										Arbeiten fremder						Betriebe				Summa		0/  /o	Zuzüglich der		%
Material		Härten		Löhne		Unk.		Summa		Material		Härten		Löhne		Unk.		Summa				prod.	Vormonate		
. •*	S,	A	■s,	JUL		A	S&gt;	A	■Si	A		A	S,	A		A	S,	A	3&lt;	A	3&gt;	Löhne	A	s,	
																									
																										
																									
																										
																										
																									
																										
																									
																									
																										
																										
																										
																										
																									
																									
																										
																										
																										
																									
-																											
																									
																									
																									
																									
																									
																									
																									
																									
																									
																									
																									
-																										
-																										
-																										
																									
																										
																									
																									
																										
																									
																										
																									
																									

Produktive Löhne A

Die Unkosten betragen %

Form. 53.

Orig.-Größe 520 X 440 mm,
        <pb n="90" />
        ﻿Die Betriebsbuehführang.

78

Um die Beträge sämtlicher Unkosten übersichtlich und monatweise neben-
einander zu stellen, werden sie auf Formular 53 (Unkostenstatistik)
übertragen und zwar nach den Quellen geordnet, aus welchen sie her-
rühren.

Die auf der Unkostenstatistik vorhandene Rubrik „Diverse“ dient
der Eintragung des Anteils an Abschreibungen, Beiträge an die Berufs-
genossenschaft, Kosten für Heizung und Lüftung, Feuerversicherungs-
prämien und Beträgen für Wasser und Gas.

Diese sechs Posten werden in der Buchhalterei für die einzelnen
Abteilungen berechnet und den Lohnbureaus aufgegeben. Die neben-
einander stehenden Beträge der Unkostenstatistik werden horizontal
addiert und der Gesamtbetrag in Rubrik „Summe“ ausgeworfen, so daß
auch eine Addition der sämtlichen untereinander stehenden Konten
erfolgen kann. Zu den so ermittelten eigenen Betriebsunkosten wird
der Anteil an allgemeinen Betriebsunkosten addiert und der Gesamt-
betrag aller vom Maschinenbau zu tragenden Betriebsunkosten steht
alsdann fest.

Allerdings entsprechen die Summen einzelner Rubriken nicht den in
dem betreffenden Monat tatsächlich verausgabten Beträgen, was besonders
bei den Arbeiten fremder Abteilungen und der eigenen Werkstatt zutrifft,
denn diese gelangen erst im Monat der Fertigstellung zur Eintragung,
während die Löhne teilweise schon früher gezahlt wurden. Dieser Fehler
tut dem Wert der Unkostenstatistik jedoch keinen Abbruch, zumal er sich
um so mehr ausgleicht, je mehr Monate die Statistik umfaßt, denn den
Summen und Prozentsätzen des einzelnen Monats stehen dann die Ge-
samtsummen- und Prozentsätze aller verflossenen Monate gegenüber.
Um sowohl die Beträge der einzelnen Konten als den Gesamtbetrag in
Prozenten der produktiven Löhne ausrechnen zu können, muß noch die
Summe der produktiven Löhne ermittelt werden. Dies geschieht, indem man
die in Rubrik „Arbeiten im eigenen Betriebe“ ermittelten unproduktiven
Löhne von den Gesamtlöhnen des betreffenden Monats in Abzug bringt.
Wollte man als Betrag für produktive Löhne alle an die produktiven Ar-
beiten gezahlten Löhne lt. Lohnbuch für diesen Zweck herausziehen und als
Divisor benutzen, so würde man zu einem falschen, und zwar zu günstigem
Ergebnis kommen, da ein Teil der produktiven Löhne für Reparaturen usw.
gezahlt wird, also tatsächlich unproduktiv ist.

Der so ermittelte Durchschnittsprozentsatz der Betriebsunkosten
dient nur zur Kontrolle und Statistik. Um die Betriebsunkosten zwecks
Ermittlung der Selbstkosten der Fabrikate auf die produktiven Löhne zu-
zuschlagen, muß berechnet werden, mit welchem Unkostenprozentsatz
jede der 15 Unterabteilungen arbeitet. Hierzu ist die Zerlegung der Konten
E—M erforderlich. Bei der Kontierung resp. bei Eintragung der Unkosten-
beträge in die Sammellisten ist daher die Nummer der die Unkosten ver-
ursachten Unterabteilung zu vermerken.

Zwecks Ermittlung der Prozentsätze der Unterabteilungen wird
folgende Aufstellung gemacht:
        <pb n="91" />
        ﻿Die Ermittelung und Verrechnung der Betriebsunkosten.

79

Ermittelung der Abteilungskosten der Unterabteilungen.

Konto:	Groß-  Hobelei	Klein-  Hobelei	Groß-  Fräserei	Klein-  Fräserei	Rund-  Fräserei	usw.	Zusam  Jt	men	0/  /o
E  F  G  H  I  K  L  M									
Sa.									
Prod. Löhne									
Die Unkosten betragen %									

Aus dieser Aufstellung geht hervor, welchen Prozentsatz die Abtei-
lungsunkosten von den produktiven Löhnen in jeder Unterabteilung aus-
machen. Sie bewegen sich zwischen 15 und 230%. Betragen z. B. die
Abteilungsunko'sten im Durchschnitt aller Abteilungen angenommen 35%
und die Gesamtunkosten einschließlich allgemeiner Betriebsunkosten 110%,
so entfallen auf die eine Abteilung, die den niedrigsten Prozentsatz Abtei-
lungsunkosten hat, 15% + (Differenz zwischen 110 und 35%) = 75%
= 90% Gesamtunkosten, während bei der anderen Abteilung mit 230% Ab-
teilungsunkosten 230% + 75% = 305% Gesamtunkosten sich ergeben.

Diese verschiedenen Prozentsätze für Betriebsunkosten werden also
bei der Selbstkostenberechnung auf die produktiven Löhne jeder Unter-
abteilung zugeschlagen, «derart, daß man den nach oben abgerundeten
Durchschnitt des vorigen Jahres nimmt und die sich ergebenden Diffe-
renzen wegen zu hohen oder zu niedrigen Zuschlages beim Bücherabschluß
durch Korrektionsbuchungen reguliert. Durch die Statistik muß natürlich
fortlaufend geprüft werden, ob die Prozentsätze noch angewendet werden
dürfen.

Die Unkostenstatistik ist eine der wichtigsten Aufstellungen, weil sie

1.	die Höhe der Betriebsunkosten und deren Ursprung nachweist;

2.	die Löhne in produktive und unproduktive scheidet;

3.	das Verhältnis der Betriebsunkosten zu den produktiven Löhnen
ausdrückt;

4.	dem Betriebschef ein Mittel an die Hand gibt, die Unkostenbeträge
kennen zu lernen und für deren Herabminderung zu sorgen.

Die Beträge, welche sich aus den vorhin erwähnten Belegen für die
Selbstkosten der auf eine Order fabrizierten Maschinen ergeben, wer-
den auf einer Sammelliste zusammengestellt, wie das Beispiel zeigt
(s.Porm. 51a). Diese Zusammenstellung wird in die Teilliste eingeklebt.
Die Schlußsumme wird durch die Anzahl der Maschinen dividiert und
somit die Selbstkosten für eine Maschine ermittelt. Am Monatsschluß
        <pb n="92" />
        ﻿80

Die Betriebsbuchführung.

gibt das Lohnbureau der Betriebsbuchhalterei eine Aufstellung der Selbst-
kosten jeder verrechneten Maschine zur Verbuchung auf das Bestände-
Konto fertiger Maschinen.

Bei kleinen Orders für andere Betriebe wird für Betriebsunkosten der
Gesamtdurchschnittsprozentsatz zugeschlagen; für auswärtige Orders
kommen dagegen die speziellen Prozentsätze der in Betracht kommenden
Unterabteilungen zur Anrechnung.

Demgemäß wird das Konto des Maschinenbaues erkannt und das
Bestände-Konto für Maschinen eigenen Fabrikats belastet. Außerdem
wird im Lohnbureau für jede Maschine eine Kontrollkarte (Form. 54)-
ausgefüllt. Diese Karten werden ebenfalls an die Buchhalterei gegeben
und sind für die Kartothek für „vorrätige Maschinen“ bestimmt, deren
Zweck später noch zur Besprechung gelangt.

Für den Abteilungschef ist zwecks Eintragung der Selbstkosten der
Maschinen das Formular Nr. 55 bestimmt. Für jeden Maschinentyp wird
ein solches Selbstkostenkontrollformular verwendet, worauf alle Abrech-
nungen nacheinander eingetragen werden. Die Eintragung der Selbst-
kosten erfolgt in der Weise, daß die Materialien nach ihrer Art und die
Löhne nach Unterabteilungen zerlegt werden, damit bei jeder Abrechnung
die Differenzen gegen die vorherige Abrechnung auf deren Ursprung hin
untersucht werden kann.

Diese Selbstkostenkontrollblätter und die Unkostenstatistik
sind für den Abteilungschef das Spiegelbild seiner Werkstatt;
in diesem Bewußtsein wird auf ihre richtige und prompte An-
fertigung die größte Sorgfalt verwendet.

Fabrikations-Nr. 25 135.

Kontrollkarte Nr. 942

F räser schleif Maschine
Katalog-Nr. 21 B. Modell-Nr. II.

Angefertigt auf Order Nr. 3706 V für 50 Stück. Verrechnet April 190 7.

Selbstkosten.

	Materialien  usw.		Härten		Löhne		Unkosten		Summa	
Normal	228		5	42	190	68	206	54	630	54

Versandt den 2./5. 190 7 auf Order Nr. 2995. Fakturiert Fakt. B. Mai 190 7. Fol. 143.
Bemerkungen.....................................................................

Form. 54. Orig.-Größe 210 X 170 mm.
        <pb n="93" />
        ﻿L i 1 i e n t h a 1, Fabrikorganisation.

r

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft. Magchine Nr&lt; 27B. Mod. II. Benennung:

							Materialien											Materialien										
Bestellt	Fertig	Stück	Order-  Nr.	Fabrika-  tions-Nr.	Ausstattung	Eisen-  gießerei		Metall-  gießerei		Schmiede		Stahl-  lager		Nor-  malien-  lager		Vor-  rätige  Teile		Mate-  rialien-  lager		Farben		Fremde  Abteilungen			Aus-  wärts		Sa.  Material	
Dat.	Dat.					A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	Abtl.	A	A	A	A	A	A
25.19. 06	15-14. 07	50	3706 V.	25135/84	Normal	159  ,	40			6	59	12	46	48	16				57	1	81	B.W.		69	1	79	231	50

(Linke Buchseite.)	(Einlage == x|2 Blatt.)

Fräserschleifmaschine.

								Löhne													j ^  JO  1 1-3	ne					Sa		Un		Sa. Selbst-
Härten		Hobelei		Fräserei		Räder- u. Gewinde- fräserei		Bohrerei	Dreherei		Schlei-  ferei		Chucking		Revolver-  dreherei		Guß-  putzen		Lackie-  rerei		Schaben		D. V.  Montage	Kleine  Montage		Montage	Löhne		kosten		kosten
A	A	A	A	A	A	A	•5|	A ^	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	A	.K	A	M. A	A	A	A j S)	A	A	A	A	A | $
5	42	10	84	17	50	5	60	6 50	26	40	19	1 « 	5	60	7	10		80	5	50	15		4 —	20		45	189	29	204	43	630 64

(Rückseite der Einlage.)	(Rechte Buchseite.)	11

Form. 55. Orig.-Größe jeder Seite 240X360 mm.

Die Ermittelung und Verrechnung der Betriebsunkosten.
        <pb n="94" />
        ﻿Bezeichnung: Fräser Schleifmaschine.

82

Die Betriebsbuchführung.



o

ö

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%  vom  Erlös			
Ver-  dienst  A %			
			
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		d ^7  d-2	C	«  ^			 X
£  03  -t-a  CG			2	0  §	s
		d	§ &amp;
&lt;13  K	Maschinenbau	3 *	Os	:0  °o  t-h	0
		s	^  -4-3  S	a-  a	■	5 42  Orig.-
		Schrau- ben usw. A ^	&lt;£&gt;
			
			3  ^	s*
			O
		. ö?	&lt;?o
			Oo
			Normal
Fabrikat. - Nr.			O0  vT  &lt;M
3Ä  ö			50
&lt;-t  T3  o			3706 V
Datum der		Ab-  rech-  nung	15./4.  07
		Be-  stel-  lung	

Die genaue Kenntnis der
Selbstkosten der Maschinen
ist in erster Linie für die
Direktion von außerordent-
lichem Wert. Deshalb wer-
den auf Formular 56 die Er-
gebnisse der jedesmaligen Ab-
rechnung eingetragen und bei
solchen Maschinen, zu denen
als Zubehör Werkzeuge ge-
liefert werden, auch die Selbst-
kosten der Werkzeuge, sowie
die Kosten für eventuelles
Einrichten der Maschinen mit
Spezialwerkzeugen daneben ge-
schrieben. Den so ermittel-
ten Gesamtherstellungskosten
stehen in den folgenden Rubri-
ken der Erlös sowie der Brutto-
verdienst gegenüber. Diese
Blätter für Verdienstnachweise
sind, katalogmäßig geordnet,
in Klemm-Mappen unterge-
bracht, welche im Direktions-
zimmer ihren ständigen Platz
haben.

Was nun den Selbstkosten-
nachweis für die „kleinen
Orders“ anbetrifft, so werden
dieselben orderweise in die
Sammellisten eingetragen, und
zwar getrennt nach Orders für

1.	auswärtige Kundschaft;

2.	jede der anderen Abtei-
lungen ;

3.	eigene Betriebsunkosten;

4.	Neuanschaffung, nach In-
ventarklassen getrennt.

Am Monatsschluß werden
die Listen ad 1, 2 und 4 der
Betriebsbuchhalterei zur wei-
teren Verbuchung übergeben,
während die Sammellisten der
Unkosten-Konten ad 3 im
Lohnbureau verbleiben.
        <pb n="95" />
        ﻿Die Auftragserteilung. Die Teillisten. Die Selbstkostenberechnung.

83

Abteilung III. Spezialmaschinenbau.

Die Auftragserteilung.

In dieser Abteilung werden neben einigen besonderen Typen der
katalogmäßigen Maschinen die Spezialwerkzeugmaschinen gebaut. Die
Auftragserteilung für die ersteren Maschinen erfolgt in derselben Weise,
wie im Maschinenbau; für die letzteren ist dagegen das Hauptorderbuch
bestimmt (s. S. 8). Der Spezialmaschinenbau hat also sowohl Vorrats-
bestellungen als auch Kundenbestellungen auszuführen, welche den Meistern
getrennt in deren Orderbücher übertragen werden (vgl. S. 41).

Die kleinen Orders, sowie die Bestellungen anderer Werkstätten
werden in gleicher Weise wie im Maschinenbau behandelt (vgl. S. 42).

Die Teillisten.

Bezüglich der Teillisten, für welche ebenfalls die Formulare 29, 30,
31 und 32 verwendet werden, ist zu erwähnen, daß im Spezialmaschinen-
bau infolge der Einzelanfertigung von Maschinen natürlich auch Teillisten
über nur eine' Maschine angefertigt werden müssen.

Die Selbstkostenberechnung.

Die Betriebsbuchführung in dieser Abteilung weicht von der des
Maschinenbaues nur hinsichtlich der Selbstkostenberechnung ab, und zwar
geschieht der Zuschlag der Betriebsunkosten mit Bücksicht auf die teil-
weise Einzelfabrikation auf eine andere Weise.

Die Betriebsunkosten werden hier unterschieden in

1.	Maschinenunkosten;

2.	Abteilungsunkosten;

3.	Gemeinschaftliche Unkosten.

Die Maschinenunkosten setzen sich zusammen aus den Beträgen für
Abschreibungen (Konto E) und Kraft (Konto J) und sind für jede Ma-
schine pro Arbeitsstunde auf einer Tabelle in folgender Weise festgesetzt:

		Abschrei-		Arbeits-	Abschrei-
Maschine	Inventar-  Nr.	bung pro Jahr		stunden	bung pro Arbeits-
		A		pro Jahr	stunde
Hobelmaschine . . .	4412				
,,	4419				
99	4421				
Fräsmaschine ....	4422				
Hobelmaschine . . .	4426				
Leitspindeldrehbank	4430				
99	4431				
Hobelmaschine . . .					
usw.					

Kraftver-
brauch
pr. Stunde

Sa.

Unkosten
X A

6*
        <pb n="96" />
        ﻿84

Die Betriebsbuchführung.

Die Abteilungsunkosten setzen sich zusammen aus den Beträgen
der Konten F—H und K—M. Die Ermittlung dieser Kosten für die Unter-
abteilungen geschieht auf dieselbe Weise, wie im Maschinenbau. Die ge-
meinschaftlichen Unkosten bilden die Beträge der Konten N—Q a und
der Anteil an allgemeinen Unkosten.

Nachdem die auf die Teillisten übertragenen Löhne addiert sind, wird
an Hand der Akkordscheine festgestellt, wieviel Maschinenstunden auf
jede in Betracht kommende Maschine entfallen. Zu diesem Zweck werden
die Akkordscheine nach den Nummern der Maschinen geordnet und die
Stunden jeder Maschine zusammengezählt und unter Angabe der Maschinen-
nummer untereinandergestellt, z. B.:

Nr. der  Maschine	Stunden	Unkosten pro Stunde	Zusammen	
4419	122			
4421	42			
4426	21			
4431	86			

Akkordscheine für Handarbeit kommen hierbei natürlich nicht in
Frage. Nachdem die Stunden mit dem Unkostensatz pro Stunde multi-
pliziert sind, addiert man die Beträge und gelangt so zu den Gesamt-
maschinenunkosten der betreffenden Order.

Die Ermittlung der Abteilungsunkosten erfolgt auf dieselbe Weise,
wie im Maschinenbau, jedoch fallen hier die als Maschinenunkosten figu-
rierenden Beträge der Konten E und J weg. Der Zuschlag für Abteilungs-
unkosten geschieht prozentual auf die produktiven Löhne, die in jeder
Abteilung für die betreffende Order lt. Teillisten gezahlt sind, und zwar
zuzüglich der für jede Unterabteilung prozentual gleichen gemeinschaft-
lichen Unkosten.

Abteilung IY. Werkzeugbau.

In der Abteilung Werkzeugbau werden die katalogmäßigen Werk-
zeuge hergestellt und zwar, je nachdem eine rationelle Fabrikation oder
der Bedarf es notwendig erscheinen lassen, bis zu Tausenden von Stücken
auf eine Bestellung.

Die Auftragserteilung.

Sämtliche Bestellungen gehen vom Werkzeuglager aus und erfolgen
mittels Bestellzettels lt. Formular 57. Nachdem diese Bestellungen von
der Direktion genehmigt sind, erhalten die einzelnen Positionen im
Betriebsbureau des Werkzeugbaues fortlaufende Bestellnummern (s. Bei-
spiel). Hierauf wird für jeden Posten mit schapirographischer Tinte
die Arbeitsbegleitkarte (Form. 58) ausgefüllt und mittels eines Schapiro-
        <pb n="97" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

85

graphblattes auf die Formulare 59, 60, 61 und 62, ferner in die Order-
bücher der in Betracht kommenden Meister, des Betriebsbureaus und
des Lohnbureaus übertragen. Durchschnittlich wird eine Bestellung, die
also nur einmal geschrieben wird, 18 mal vervielfältigt, da einige der
vorhin genannten Formulare 4—6 mal gebraucht werden. Das Schapiro-
graphblatt kann für verschiedenen Text 4—5 mal gebraucht werden, nur
muß man dasselbe jedesmal ungefähr 14 Tage liegen lassen, bis die Tinte
vollständig in die Masse eingedrungen ist und nicht mehr abdruckt.

Der Zweck der einzelnen Formulare wird spater besprochen werden.

Die Liefertermine für die einzelnen Unterabteilungen resp. Operationen
werden von der Betriebsleitung festgesetzt. Diese Liefertermine befinden
sich auf allen erwähnten Formularen und sind in dem gezeigten Beispiel
folgendermaßen zu verstehen:

M	= Material	ZU	liefern bis		5. April
D	= Dreherei	55	55	55	10. Mai,
F	= Fräserei	55	55	5 5	30. Mai,
St	= Stempelei	55	55	55	1. Juni,
S	= Schleiferei	55	55	55	8. Juni,
Hd	-= Hinterdreherei	55	55	55	22. Juni,
H	= Härterei	55	55	55	27. Juni,
Ss	= Scharfschleiferei	55	55	55	10. Juli,
R	= Revision	55	55	55	13. Juli.

Nachdem die Bestellungen (Form. 57) auf die vorhin geschilderte
Weise in die Werkstatt gegeben sind, wird der Bestellschein dem Werk-
zeuglager zwecks Kenntnisnahme der Bestellnummern zurückgegeben.
Im Werkzeuglager werden diese Nummern auf Skontrobogen notiert,
worauf die Bestellscheine* wieder in den Werkzeugbau geschickt werden.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Bestellung an den Werkzeugbau.

Bestell-Nr.	Stück	Katalogbezeichnung.	U msatz			Lagerbestand
			1905	1906	190 7	
23921	100	Fassonfräser Fs Nr. 1	136	158	53	41
23922	100	„	„ Nr. 2	121	140	45	53
23923	50	„	„ Nr. 3	69	78	22	16
23924	500	Walzenfräser Fw 15 mm 0	601	750	194	110
23925	500	„	„ 20 mm 0	574	613	181	88
J	~			|			

BERLIN, den 2. April 190 7.	Genehmigt

Die Direktion

Beantragt von................... Gesehen

Form. 57. Orig.-Größe 260 X 220 mm.
        <pb n="98" />
        ﻿Ord.	Bestell-Nr.	Material	Zeichnung Nr.	Datum
	23921	O. St.	215 W.	2. Avril 07	oo  CD

Form. 58. Vorder- und Rückseite. Orig.-Größe einer Seite 150 X 100 mm.

Abteilung				Davon sint  Abteilung				1 geliefert:  Abteilung				Abteilung					Revisi	onsv	ermerke.
Datum	Order	Stück	Bemerk.	Datum	Order	Stück	Bemerk.	Datum	Order	Stück	Bemerk.	Datum	Order	Stück	Bemerk.	Datum	Order	Stück	Bemerkungen
																			
																			
																			
																			
																			
																			
																			
																			
																			

Form. 58. Innenseiten.

Die Betriebsbucliführung.
        <pb n="99" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

87

Tu. 1. &amp; Co.

Akkordschein für................. Abtlg. .. . Operation.

Order	Bestell-Nr.	Material	| Zeichnung Nr.	Datum	Akkordpreis	
	23921	O. St.	215 W.	2. April 07	einzeln	zusammen

100 Fassonfräser Fs. Nr. 1.

MD F 8t S Hd H Ss R
5.14. 10.15. 30.15. 1.16. 8.16. 22.16. 27.16. 10.,17. 13./7.

V orschüase

Dat.	Unterschrift des Meisters	Dat.	Der Akkordpreis ist genehmigt von	Dat.	Die Arbeit ist geprüft u. für richtig befunden von	Dat.	M,	$	
								
								
								

L. L. &amp; Co.

Akkordschein für............... Abtlg... Operation

Order	Bestell-Nr.	Material	Zeichnung Nr.	Datum	Akkordpreis	
	23921	G. St.	215 W.	2. April 07	einzeln	zusammen

100 Fassonfräser Fs. Nr. 1.

MD F St S Hd H Ss R
5.14. 10.J5. 30./5. 1.16. 8.j6. 22.j6. 27.,16. 10.,17. 13./7.

Vorschüsse

Dat.	Unterschrift des Meisters	y. ■	Der Akkordpreis  1JaL' ist genehmigt von	Dat.	Die Arbeit ist geprüft u. für richtig befunden von	Dat.	M.	A	
							
							
							

Form. 59. Orig.-Größe 200 X 100 mm.

23921	0. St.	215 W.	2. April 07

100 Fassonfräser Fs. Nr. 1.

MD F St S Hd H Ss R
5.14. 10./5. 30.15. 1.16. 8.16. 22.,16. 27.\6. 10.\7. 13.\7.

Form. 60, 61, 63. Orig.-Größe 125X75 mm.
        <pb n="100" />
        ﻿88

Die Betriebsbuchführung.

Best.-Nr.	Ord.-Nr.	Ausschuß wurden:	Datum der Bestellung
23921			 Stück	2. April 07

100 Fassonfräser Fs. Nr 1.

Geliefert sind:				Geliefert sind:				Geliefert sind:			
Order	Datum	Stück	Zu-  sammen	Order	Datum	Stück	Zu-  sammen	Order	Datum	Stück	Zu-  sammen
	15./7.	20									
20.f7.		25	45								
	24.j7.	17	62								
	1./8.	38	100								
											
											
											_
											

Nach erfolgter Restlieferung ist diese Karte sofort in das Werkzeuglager
und von hier in das Lohnbureau zu schicken.

Form.	Orig.-Größe 150X 100 mm.

Die Seli)stko stenbüch er.

Im Lolmbureau werden die Bestellungen sofort auf die Selbstkosten-
nachweisforrnulare 64 übertragen. Diese Formulare sind so eingerichtet,
daß mehrere Bestellungen hintereinander und die jedesmaligen Selbst-
kosten nebeneinander eingetragen werden können. Für jeden Werkzeugtyp
ist natürlich ein Blatt nötig; die einzelnen Blätter werden katalogmäßig
geordnet in Klemm-Mappen aufbewahrt. Ist eine Bestellung erledigt und
sind die auf dem Kostennachweisformular 64 angesammelten Selbst-
kosten für das Werkzeuglager verrechnet, so wird das Formular aus dieser
Mappe herausgenommen und vorläufig in eine andere abgelegt, wo es
so lange verbleibt, bis eine neue Bestellung erfolgt. Man scheidet also die
Selbstkostenformulare immer in unerledigte und erledigte. Das Über-
tragen von Löhnen und Materialkosten geht dadurch schneller vonstatten,
da man weniger und nur solche Formulare in der Mappe hat, die man tat-
sächlich braucht.

Die Arbeitsbegleitkarte.

Wo und wann die Arbeitsbegleitkarte (Form. 58) ausgeschrieben
wird, ist bereits gesagt. Die Gründe, welche für die Notwendigkeit dieser
Karten sprechen, sind im allgemeinen dieselben wie im Maschinenbau.

Die Materialbestellung.

Das Material für die Werkzeuge wird im Betriebsbureau des Werk-
zeugbaues bestellt. Hierbei kommen genau dieselben Formulare zur Ver-
wendung wie im Maschinenbau. Als Liefertermin für die Materialien wird
        <pb n="101" />
        ﻿Kostennachweis für Fassonfräser Fs. Nr. 1.

Bruttopreis Ji
Selbstkosten „

Zulässige Selbstkosten						Bestell-Nr.	23921	
			Material	Ji	2,50		Material Ji	2	50
10,—			Härten	„	0,50		Härten	„	—	45
			Löhne	„	2,-		Löhne	„	1	36
s-			Unkosten „	3,-		Unkosten _ „	2	04
			Summa Ji	8,—		Summa Ji	6	35

28120

Dat.		Stück	Bemerkungen	Liefer-  termin	Arbeiter			Löhne				Materialien und Arbeiten fremder						Werkstätten				
	Nr.			und  geliefert	Dat.	Namen	Beschäf-  tigung	ä	zusamm.  JL ' Bi		Dat.		Material  JL 1 Bi		Härten  JL	Bi		Löhne  JL	Bi		Unkosten JL | Bi		Summa  JL	Bi	
2.14.	23921	100		13.17.	10. 4.	Mann	Dr.	0,25	25	—	7./4.	Stahll.	250								250	_
07				07	25.15.	Klein	Fr.	0,20	20	—												
					8.16.	Braun	St.	0,01	1	—	2.17.	Härter ei			45	—					45	—
					10./6.	Hamann	S.	0,10	10	—												
					15-16.	Krause	HD.	0,65	65	—												
					8.j7.	Pohl	Schl.	0,15	15	—												
									136	—												
lO.jlO.  07	28120	100																				

Form. 64. Orig.-Größe 240X360 mm.

oo

CD

Die Materialbestellung.
        <pb n="102" />
        ﻿90

Die Betriebsbuchführung.

das Datum angegeben, welches auf der Arbeitsbegleitkarte hierfür fest-
gesetzt wurde, im angeführten Beispiel also der 5. April.

Wie im Maschinenbau, so besteht auch im Werkzeugbau eine Abliefe-
rungsstelle für Materialien, wohin die liefernden Werkstätten und Lager
die Materialien zu schicken haben. An dieser Stelle werden die Arbeits-
begleitkarten zu dem Material gelegt und bei Beginn der Bearbeitung
des Materials mit in die Werkstatt gegeben. Für die Materiallieferung an
den Werkzeugbau kommen meist nur das Stahllager und die Schmiede in
Betracht. Die Bestellungen erfolgen lt. Formular 37 und 38 in zwei-
facher Ausführung.

Die Kontrolle der Liefertermine.

Im Interesse der Ordnung und um für solche Werkzeuge, die im Lager
nicht vorhanden sein sollten, bei Anfrage und Bestellungen der Kundschaft
Liefertermine abgeben zu können, wird über die Einhaltung der Liefer-
termine in der Werkstatt laufend Kontrolle geführt. Mit dieser Kontrolle
ist ein Beamter im Betriebsbureau betraut, für welchen die Formulare 60
und 61 bestimmt sind. Die ersteren Formulare befinden sich in einem
Kasten in katalogmäßiger Reihenfolge, während die letzteren in einem
anderen Kasten nach Lieferdaten geordnet sind. Die im Beispiel angeführte
Karte würde also unter dem 5. April abgelegt sein, d. i. dem Datum, an
welchem das Material geliefert werden soll. Der die Kontrolle führende
Beamte erhält bei Anlieferung der Materiahen die Lieferscheine resp.
Duplikatbestellungen zwecks Vermerkung auf beiden Karten seiner Karto-
thek, welche in der Weise geschieht, daß er das Datum durchstreicht.
Gleichzeitig wird die Datumkarte (Form. 61) unter dem nächsten Datum
(10. Mai) abgelegt. Die Karte Form. 60 bleibt dagegen bis zur Fertig-
stellung der Werkzeuge an demselben Platz stehen. Ist nun der 10. Mai
herangekommen, so nimmt der Kontrollbeamte die Karte Form. 61 aus
dem Kasten heraus und geht zum betreffenden Meister, um sich zu er-
kundigen, ob die Lieferung erfolgt ist, resp. um das Datum der Lieferung
zu erfahren. Damit der Meister zwecks Einhaltung der ihm vorgeschriebenen
Liefertermine rechtzeitig die richtigen Dispositionen treffen kann, wird für
ihn außer seinem Orderbuch noch die Karte lt. Formular 62 ausgefertigt.

Diese Karten werden nach den Lieferdaten in seiner Kartothek ab-
gelegt, so daß die Karten sämtlicher an demselben Tage zu liefernden Werk-
zeuge hintereinander stehen.

Der Meister ist verpflichtet, bei früherer Lieferung, als vorgesehen,
dem Kontrollbeamten Mitteilung zu machen, indem er demselben seine
Karte (Form. 62) mit dem geänderten Datum zustellt. Muß das Liefer-
datum dagegen aus irgend einem Grunde hinausgeschoben werden, so ver-
schieben sich natürlich alle folgenden Daten, welche der Kontrollbeamte
auf den Arbeitsbegleitkarten, der Meisterkarte und in seiner Kartothek
dementsprechend zu ändern hat. Dasselbe hat auch zu geschehen, wenn
der Liefertermin früher gelegt worden ist.
        <pb n="103" />
        ﻿Die Kalkulation der Akkordlöhne. Die Lohnverrechnung.

91

In der Kartothek des Kontrollbeamten kann man stets erfahren:

1.	ob überhaupt Werkzeuge von irgend einer Art in der Fabrikation sind;

2.	in welchem Stadium der Bearbeitung resp. in welcher Werkstatt sie

sind;

3.	wann auf Lieferung zu rechnen ist.

Nach Fertigstellung und nach Richtigbefund durch die Revision
werden die Werkzeuge an eine Ablieferungsstelle geschickt. Hier werden
dieselben auf der Lieferkarte (Form. 63) notiert und an den Besteller,
das Werkzeuglager, zur Ablieferung gebracht. Bei der Restlieferung wird
die Karte (Form. 63) mit an das Werkzeuglager gegeben, damit der
Lagerverwalter darauf aufmerksam wird, daß die Bestellung ausgeliefert
ist. — Dies ist besonders in solchen Fällen sehr wichtig, wenn nicht die
volle bestellte Anzahl wegen Ausschuß, der nicht ersetzt wird, geliefert
werden kann. Nachdem die Lagerverwaltung von der Restlieferung Notiz
genommen hat, werden die Karten dem Lohnbureau zugestellt, welches
auf Grund dieser Meldung die Selbstkostenberechnung vornimmt.

Die Kalkulation der Akkordlöhne.

Für sämtliche katalogmäßigen Werkzeuge werden die Akkordlöhne
für jede Operation von Lohnkalkulatoren festgesetzt. Diesen werden
daher die Akkordscheine (Form. 59) übergeben, damit sie die Preise ein-
setzen, worauf die Scheine dem betreffenden Meister zugestellt werden.
Der Meister darf diese Preise ohne Genehmigung des Abteilungschefs nicht
ändern. Eine Änderung der festgesetzten Akkorde darf überhaupt nur dann
vorgenommen werden, wenn die Arbeitsstücke oder die Arbeitsmethoden
geändert worden sind.

Die Akkordscheine werden in zwei Exemplaren ausgefertigt, wovon
das eine der Meister, das andere das Lohnbureau erhält. Der Meister
ordnet die Akkordscheine in katalogmäßiger Reihenfolge und hebt sie auf,
bis er die Arbeit aufnimmt. Alsdann schreibt er den Namen des Arbeiters
und das Datum der Ausgabe auf den Schein und händigt diesen dem
Arbeiter aus.

Der Duplikatschein wird im Lohnbureau sofort auf die Abrechnungs-
stelle der betreffenden Order übertragen und nach Fertigstellung der Arbeit
mit, dem Unikatschein zusammengeheftet, nachdem geprüft worden ist,
ob sich die Beträge auf beiden Scheinen decken.

Die Lohnverrechnung.

Die Lohnverrechnung geschieht in derselben Weise wie im Maschinen-
bau. Die Stundenlohnarbeiter geben ihre Zeit ebenfalls auf einem Wochen-
zettel an (Form. 42), während bei den Akkordarbeitern eine Zeitangabe
für die einzelnen Akkorde nicht verlangt wird, weil die Angaben über die
verhältnismäßig kurzen Arbeitszeiten zu wenig zuverlässig sind. Gruppen-
akkorde kommen in dieser Abteilung nicht vor.
        <pb n="104" />
        ﻿92

Die Betriebsbachführung.

Die Selbstkostenberechnung.

Für die Nachweisung der Selbstkosten ist das bereits erwähnte For-
mular 64 bestimmt. Hierauf werden die Beträge der Materialbestell-
zettel, welche mit ausgefüllten Preisen an das Lohnbureau zurückkommen,
übertragen, desgleichen auch die Beträge der Entnahmescheine für Nor-
malien und der Bestellzettel an die Härterei. Die Eintragung der Löhne
erfolgt laut der Akkordscheine und Wochenzettel.

Der Zuschlag für Betriebsunkosten geschieht prozentual auf die pro-
duktiven Löhne und ist in den einzelnen Unterabteilungen teilweise ein
verschieden hoher.

Für die Berechnung der Betriebsunkosten ist ebenfalls die Unkosten-
statistik (Form. 53) bestimmt. Die Abteilungsunkosten werden für folgende
Unterabteilungen in derselben Weise wie im Maschinenbau ermittelt:

1.	Dreherei.

2.	Automatische- und Bevolverdreherei.

3.	Fräserei.

4.	Rundschleiferei.

5.	Plan- und Scharfschleiferei.

6.	Spannfutterabteilung.

7.	Schneideeisenabteilung.

8.	Gewindebohrerabteilung.

9.	Lehrenabteilung.

10.	Poliererei.

11.	Stempelei und Graviererei.

Der Prozentsatz für Abteilungskosten zuzüglich desjenigen für gemein-
schaftliche und allgemeine Unkosten ergibt also den Zuschlag für Betriebs-
unkosten für die einzelnen Werkzeugsorten.

Die Selbstkosten werden, wie bereits erwähnt, dem Werkzeuglager
(Bestände-Konto 4) in Rechnung gestellt, und zwar auf Sammellisten
(Form. 51) getrennt nach Beträgen für Material, Härtekosten, Löhne
und Betriebsunkosten. Der sich aus dieser Rechnung ergebende Selbst-
kostenbetrag für ein Stück wird auf dem Selbstkostennachweisformular 64
eingetragen und gleichzeitig kontrolliert, ob die nach bestimmten Grund-
sätzen ausgerechneten „zulässigen Selbstkosten“ nicht etwa überschritten
worden sind. Bei der nächsten Selbstkostennachweisung werden die Be-
träge neben die vorhergehenden geschrieben und so die Schwankungen
der Selbstkosten fortlaufend kontrolliert. Ergeben sich hierbei größere
Differenzen, so wird natürlich die Ursache ermittelt.

Um die Höhe der Selbstkosten dem Abteilungschef zur Kenntnis
zu bringen, ist eine Kartothek eingerichtet, die für jeden Werkzeugtyp
eine Karte (Form. 65) enthält. Auf dieser Karte sind ebenfalls die zu-
lässigen Selbstkosten vermerkt, so daß ein Vergleich zwischen diesen und
den tatsächlichen Selbstkosten stattfinden kann. Die Angabe des Um-
satzes in den einzelnen Jahren dient zur Disposition bei Bestellungen und
eventueller Anfertigung von Fabrikationseinrichtungen.
        <pb n="105" />
        ﻿Die Selbstkostenberechnung.

93

Fassonfräser

Katalog Fs.

Nr. 1.

Verkaufspreis

Zulässige Selbstkosten

brutto Jt	10.—			X	8.—				
netto X	10.— \			X					

Selbstkosten laut Abrechnung

Datum

Bestellung Abrechnung

Best.-Nr.

Stück Selbstkosten P- Stck.

Verkauft
Jahr Stück

Bemerkungen

2.14. 07

.Juli 07

23921

100

35

1905 , 136
1900 158
1907 r

Form. 65. Vorderseite. Orig.-Größe 150X100 mm.

Verkauft

Monat	1904	1905	1906				
	Stück -	Stück	Stück				
Januar							
Februar							
März							
April							
Mai							
Juni							
Juli							
August							
September							
Oktober							
November							
Dezember							
Sa.					1	I		

Form. 65. Rückseite.

Um die Direktion über die jedesmaligen Selbstkostenbeträge zu in-
formieren, sind sämtliche Werkzeuge in einer folgendermaßen eingerich-
teten Liste mit Verkaufspreisen, zulässigen Selbstkosten und effektiven
Selbstkosten aufgestellt:

Werkzeugbenennung	Brutto-		Netto-		Zulässige  Selbst-  kosten  X i Fh		Selbst-  kosten		Selbstkosten im laufenden Jahre				
	X	3,	X	3\			Inven  X	ur	J anuar  X ! $		Febru  X	ar	usw.
        <pb n="106" />
        ﻿94

Die Betriebsbuchführung.

Die Beträge jeder Abrechnung werden in dieser Liste in die betreffende
Monatsrubrik eingetragen und zwar derart, daß man nach dem Prozent-
satz des Verdienstes verschiedene Farben wählt

z. B. bei einem Verdienst bis 10% schwarz,
bei einem Verdienst von 10—15% rot
und so fort. Etwa vorkommende Selbstkostenbeträge, die über die zuläs-
sigen Selbstkosten hinausgehen, also Verluste ergeben, werden durch
Ausrufungszeichen gekennzeichnet.

Abteilung Y. Spezialwerkzeugbau.

In dieser Abteilung werden die Spezialwerkzeuge und Vorrichtungen
hergestellt und zwar sowohl für die Kundschaft als auch für die eigenen
Betriebe.

Die Auftragserteilung.

Die Orders der auswärtigen Kundschaft gelangen im Hauptkontor
zur Eintragung in die Hauptorderbücher, welche für den Spezialwerk-
zeugbau in zwei Exemplaren ausgefertigt werden, wovon ein Exemplar das
technische Bureau, das andere das Betriebsbureau erhält. Von diesen
Orders sind jedoch sehr viele für die Weitergabe in die Werkstätten noch
nicht genug detailliert und müssen erst im technischen Bureau durch-
gearbeitet werden. Ist dies geschehen, so wird jeder Position der Order,
auch wenn diese nur über ein Stück lautet, eine laufende Bestellnummer
gegeben. Jede dieser Bestellnummern wird nun genau so weiter behandelt,
wie im Katalogwerkzeugbau, unter Benutzung der Formulare 58, 59,
60, 61 und 62. Aufträge der eigenen Betriebe werden auf Bestellzetteln
(Form. 28) erteilt, und es geschieht die weitere Behandlung in derselben
Weise, wie vorhin bei den auswärtigen Orders geschildert.

Die Selbstkostenbücher.

Zum Zweck des Selbstkostennachweises sind in dem Spezialwerk-
zeugbau die Bücher lt. Formular 33 im Gebrauch, in welche die Orders
in chronologischer Reihenfolge eingetragen werden. Für die Aufträge
der Kundschaft und die der eigenen Betriebe, ist je ein Buch vorhanden
und die Bestellnummern für die einzelnen Arten der Orders sind in be-
stimmte Zahlenkreise verteilt, so daß man an der Bestellnummer schon
sehen kann, ob dieselbe sich auf eine auswärtige Order oder eine Betriebs-
order bezieht.

Die Materialbestellung, die Kontrolle der Liefertermine, die Kalku-
lation der Akkordlöhne und die Lohnverrechnung werden in derselben
Weise behandelt wie im Katalogwerkzeugbau, und nur bezüglich der Selbst-
kostenberechnung sind Abweichungen zu erwähnen.
        <pb n="107" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

95

Die Selbstkosten der auswärtigen Orders werden auf Sammellisten
getrennt nach Beträgen für Material, Härtekosten, Löhne und Unkosten
und orderweise nachgewiesen. Der Unkostenzuschlag ist für alle Arbeiten
und in der ganzen Abteilung derselbe, da sich hier Unterabteilungen nicht
scharf genug trennen lassen. Die Selbstkosten für Bestellungen eigener
Betriebe werden ebenfalls auf Sammellisten abgerechnet und außerdem
auf dem Bestellzettel eingetragen, worauf dieser Zettel der bestellenden
Abteilung zurückgegeben wird.

Um zu ermitteln, welcher Verdienst an den Orders für auswärtige
Kundschaft geblieben ist, wird folgende Aufstellung gemacht, die erst dem
Abteilungschef und dann der Direktion monatlich vorzulegen ist.

(Linke Seite der Aufstellung.)	(Rechte Seite der Aufstellung.)

Order-Nr.	Datum  der  Bestel-  lung	Datum  der  Fertig-  stellung	Kurze Benen-  Besteller	nung der  Werkzeuge	Selbst-  kosten  A	Erlös  A	Ver-  dienst  A	Der Ver- dienst be- trägt vom ErlÖ3  0/  /o
							

In dieser Aufstellung werden nur die Gesamtbeträge der ganzen Order
eingetragen, da besonders bei Einrichtungen nicht für jedes einzelne
Werkzeug ein Verkaufspreis feststeht. Die Beträge für den Erlös werden
in der Eakturenabteilung eingesetzt.

Abteilung VI. Normalienfabrik.

Die Abteilung Normalienfabrik befaßt sich mit der Fabrikation
normalisierter Maschinenteile, wie Schrauben, Muttern, Stifte, Hefte,
Kurbeln, Handräder, Zahnräder u. dgl. sowohl für den eigenen Betrieb
als auch für auswärtige Kunden. Die vorwiegend automatische Fabri-
kation dieser Teile stellt bezüglich der Selbstkostenberechnung an die
Betriebsbuchführung natürlich andere Forderungen, als die der anderen
bisher besprochenen Abteilungen.

Die Auftragserteilung.

Die Aufträge für diese Abteilung gehen vom Normalienlager aus und
werden mittels Formulars 66 überschrieben. Der Verwalter des Nor-
malienlagers hat für rechtzeitige Bestellung Sorge zu tragen und den
Umfang der Bestellung dem Bedarf anzupassen. Alle Bestellungen müssen
von der Fabrikleitung genehmigt werden.

Im Lohnbureau erhält jede einzelne Bestellung eine fortlaufende
Bestellnummer, unter welcher die Bestellung in die Orderbücher der
Meister eingetragen werden.
        <pb n="108" />
        ﻿"

96

L» L. &amp; Co*

Die Betriebsbuchführung.

Bestellung an die Normalienfabrik.

Laufende Nr. 742

Bestell-	Stück	Gegenstand	Schrauben			Mod.	Nr.	Liefer-	Bemerkungen
Nr.			Form	0	Länge			termin	
3260	10000	Schrauben	IV	10	18			1. 6. 07	
5261	500	Stellringe				14 d.		10.f6. 07	
5262	1000	Handräder					7	1.16. 07	
5263	300	Kupplungsmuffen					1	15.17. 07	

J L

BERLIN, den 1. April 190 7

Form. (56. Orig.-Größe 220X150 mm.

Die Selbstkostennachweiskarten.

Zwecks Nachweisung der Selbstkosten wird im Lohnbureau für jede
Bestellung eine Karte (Form. 67) verwendet, auf welcher die Bestel-
lung bei Eintreffen im Bureau sofort eingetragen wird. Auf diese Karte
werden später sämtliche Lohn- und Materialienbeträge übertragen, außer-
dem die Nummer der lt. Akkordschein zur Bearbeitung gebrauchten
Maschine und die Arbeitsstunden dieser Maschine.

L. L. &amp; Co.	Bestellt den 1. April 190 7

Selbstkosten-Nachweis Besteu-Nr. mm

Fertig den 15. Mai 190 7

für 10000 Stück Schrauben lO'Klß Mod. Form Nr. IV

Gezahlte Löhne

Datum

10.14.07
26./ 4.
4.15.

Arbeiter

Brühl

Naugath

Kruschke

Operation
Nr.l Benennung

drehen
schlitzen
fertig m.

Stück

10000

pro
Stück
M 4

Sa. .&amp;

zusam-

men



100 —

Angefer-
tigt auf
Maschine
Nr.

5019

3189

4926

Ma-

schin.-

Stdn.

129

30

100

Maschinen-

unkosten

pro zu-
Stunde sammen

-145
— 10
— 15

Sa. JL

Nr.	Abteilung	Material	Härten	Löhne	Unkosten	Sa.

9.14. 07

75

Stahllager

40 —

40

Zusammenstellung

Material...............

Härten.................

Löhne .................

Maschinenunkosten . . .
Werkstattsunkosten 100%

zusammen A
1 Stück

Ji

05

75 ! 05

JL $

100 —
75 05
1001 —

315

05

03

Form. 07. Orig.-Größe 220X150 mm.
        <pb n="109" />
        ﻿Lilienthal, Fabrikorganisation.

I.	L. &amp; Co.

N ormalienf abrik.

Dat.: 2-/4:. 07 Liefertermin: 1./6. 07 Best.-Nr. 5260

td

TJnbedruckte Rückseite.	g

§■ 10000 stück Schrauben

Serie.........Mod............Nr...........Form. IV Länge 18

Diese Karte geht mit der 'Arbeit weiter und ist mit der Restlieferung an das
Normalienlager dem Lagerverwalter auszuhändigen.

Form. 68. Vorder- und Rückseite. Orig.-GrÖße einer Seite 140X80 mm.



Kevisionsvermerk.	Lieferungen an das Normalienlager:													
Datum	Operation	Stück			Revidiert	Datum		Stück	zus.	Quittung	Datum	Stück	zus.	Quittung
		brauchbar	zurück	Ausschuß									
													
						d							
					e  O  &amp;								
													
													
								Datu	m der R	sstlieferung:		.... Auss	3huß =			Stück.

co



Form. 68. Innenseiten.

Die Selbstkostennachweiskarten.
        <pb n="110" />
        ﻿98

Die Betriebsbuchführung.

Die Arbeitsbegleitkarte.

Wie Formular 68 veranschaulicht, ist diese Karte derart eingerichtet,
daß sie auch als Lieferschein gebraucht werden kann. Der Verwalter -
des Normalienlagers, an welchen sämthche fertige Normalien zur Ab-
lieferung gelangen, quittiert den Empfang auf der rechten Innenseite.
Die linke Innenseite ist für Revisionsvermerke vorgesehen. Nach erfolgter
Restheferung bleibt die Arbeitsbegleitkarte im Normalienlager und wird
von hier ins Lohnbureau geschickt, wo von der Fertigstellung Notiz ge-
nommen und mit der Selbstkostennachweisung sofort begonnen wird.

Die Materialbestellung.

Sogleich bei Eingang eines Auftrages werden im Betriebsbureau der
Normalienfabrik, wie in den anderen Abteilungen, die Materialien in be-
reits bekannter Weise bestellt. Bei vielen Bestellungen auf Normahen läßt
sich das Material jedoch nicht so genau berechnen, daß die bestellte
Stückzahl wirklich herauskommt. Da aber das herausgebrachte Quantum
gezählt wird, und die Selbstkostennachweisung über die Ausbringung,
nicht über die Bestellung lautet, so ist obiger Umstand für die Klarheit
der Abrechnung kein Hindernis.

Die Kalkulation der Akkordlöhne.

Für sämthche Normalien sind Arbeitsfolge (Reihenfolge der einzelnen
Arbeitspositionen) und Akkordpreise auf Karten lt. Formular 69 fest-
gelegt. — Auf Grund dieser Karten werden im Lohnbureau die Akkord-
scheine (Form. 70) ausgeschrieben und dem Meister zugestellt. Bei
Übertragung der Arbeit ist vom Meister der Name des Arbeiters und
das Datum der Ausgabe auszufüllen. Der Arbeiter hat auf dem Akkord-
scheine täglich die Arbeitszeit der Maschine oder bei Handarbeit die per-
sönliche Arbeitszeit, außerdem die Stückzahl der fertiggestellten Arbeits-
stücke zu notieren, und bei Fertigstellung die Inventarnummer der be-
nutzten Werkzeugmaschine.

Täglich, bei Schluß der Arbeitszeit sind alle Akkordscheine über in
Arbeit befindliche Teile im Lohnbureau abzugeben, damit die Eintragung
von Stückzahl und Stunden kontrolliert werden kann. Der Lohnbeamte
ist verpflichtet, die Richtigkeit dieser eingeschriebenen Stückzahlen nach
Feierabend durch Nachzählen der in der Werkstatt Vorgefundenen fertigen
Stücke stichprobenweise zu prüfen. Am Morgen des folgenden Tages werden
die mit einem Kontrollzeichen versehenen Akkordscheine dem Arbeiter
Avieder zurückgegeben.

Die Lohnverrechnung.

Die Lohnverrechnung wird in derselben Weise erledigt wie in den
vorher besprochenen Abteilungen.
        <pb n="111" />
        ﻿Die Lohnverrechnung.

99

Arbeitsfolge und Akkordpreise

Skizze	Benennung	Hauptmasse			Material
	Schraube	größte  Länge	größter  Durchm.	größte größtes Bohrung Gewinde	Eisen
	Serie FormT5i.IV	18	10		
					

Pos.	mit Maschine		Operation		Akkordlöhne						Bemerkungen
	Art.	Inv.-Nr.	Nr.	Benennung	pro Stück		pro Stück		zusammen		
	3311	5019		drehen	%	—	40					
	34	31S9		schlitzen	%	—	25					
	1A	4926		fertig machen	%		35					
				Sa. „ft	i	—	r~				

Form. 6i). Orig.-Größe 220X150 mm.

L. L. &amp; Co.	Akkordschein Berlin, den 10. April 190 7

für Brühl	Bestell-Nr. 5260

10000 Stück Schrauben	Mod. — Nr.

Schrauben, Form: IV						Durchm.		10	Länge:		18	Preis:  pro Stück | zusammen				
Operation Nr.			1				drehen						A	M.		
												% —	40	40		
Angefertigt auf Maschine Nr. 5019												Vorschuß				
Tägliche Zeitangaben:												Datum	M,	Sx	A	
Datum		Stunden			%	Stunden				Stunden						
	Ü  co	Hand-  arbeit	Ma-  schine	Datum	•+3  co	Hand-  arbeit	Ma-  schine	Datum	5  CO	Hand-  arbeit	Ma-  schine					
10.	/4.07  11.	/4. „	680  695		g													
			9													
12./4. „	671		9													
																
		usw.														
																
												Unterschrift d. Meisters				
												Fertig den....				190	

Form. 70. Orig.-Größe 220X150 mm.

7*
        <pb n="112" />
        ﻿100

Die Betriebsbuchführung.

Die Selbstkostenberechnung.

Wie bereits gesagt, ist zum Zweck der Selbstkostenberechnung die
Karte lt. Formular 67 bestimmt, auf welcher Lohn- und Materialbeträge
gesammelt werden. Es bleibt noch die Ermittlung der zuzuschlagen-
den Betriebsunkosten übrig, welche in dieser Abteilung wegen der vor-
wiegend automatischen Fabrikation im Verhältnis zu den Löhnen höhere
sind als in den anderen Abteilungen.

Die Betriebsunkosten werden in dieser Abteilung unterschieden in
Maschinenunkosten und Werkstattsunkosten. Die ersteren umfassen die
auf jede Maschine jährlich entfallende Abschreibungsquote und den Ver-
brauch an Kraft, die letzteren schließen sämtliche anderen Unkosten laut
Unkostenstatistik in sich. Zur Ermittlung der Maschinenunkosten, welche
auf jede Bestellung entfallen, ist die Angabe der Arbeitszeit der Maschinen
erforderlich, welche die Arbeiter auf dem Akkordzettel täglich zu notieren
haben. Nach Beendigung des Akkordes werden diese Stunden auf die
Selbstkostennachweiskarte übertragen und mit dem Unkostensatz der
betreffenden Maschine multipliziert. Nachdem dies bei jeder in Betracht
kommenden Maschine geschehen ist, werden die einzelnen Beträge addiert
und man hat die Gesamtmaschinenunkosten für die betreffende Arbeit
festgesetzt.

Um für richtige Berechnungen der Maschinenunkosten die für jede
Maschine in Betracht zu ziehende jährliche Arbeitszeit kennen zu lernen,
werden die auf den Akkordscheinen notierten Maschinenstunden auf die
Arbeitsstundennachweiskarte übertragen (s. Beispiel auf Form. 71). Dieser
Arbeitsstundennachweis dient dem Abteilungschef zugleich zur Kontrolle,
ob jede Maschine richtig ausgenützt wird. Die Werkstattsunkosten werden
prozentual auf die produktiven Löhne verrechnet.

Wenn sämtliche Beträge der Selbstkosten feststehen, werden sie auf
einer Sammelliste dem Normalienlager (Bestände-Konto 6) in Rechnung
gestellt. Auf der Selbstkostennachweiskarte wird noch der Preis für ein
Stück ausgerechnet; alsdann wird sie zusammen mit der Karte der vorigen
Bestellung dem Abteilungschef und der Direktion zur Kenntnisnahme
vor gelegt.

l. L. &amp; Co.	Arbeitsstundennachweis

für Automat. Revolverdrehbank Inventar Nr. 5019.

											
vom	bis	Stück	Gegenstand	Best.-  Nr.	Ma-  schinen-  stunden	vom	bis	Stück	Gegenstand	Best.-  Nr.	Ma-  schinen-  stunden
10.14. 07	28. j 4. 07	10000	Schrauben  F.IV.	5260	129						

Form. 71. Orig.-Größe 220X150 mm.
        <pb n="113" />
        ﻿Die Selbstkostenbereehnung.

101

An folgenden drei Beispielen will ich die Wirkung vorstehenden
Systems der Unkostenberechnung nachweisen, welche es auf die Selbst-
kosten ausübt.

1.	Beispiel. Eine automatische Eassondrehbank dreht 3000 Stifte
in 40 Stunden. Der Arbeiter erhält für 100 Stück 40 4, also für den ganzen
Akkord 12 M. Er hat zwei Maschinen zu bedienen.

Die Maschinenunkosten betragen pro Stunde 12 4, so daß auf den
Akkord 4,80 M. Maschinenunkosten entfallen, d. h. 40% von den produk-
tiven Löhnen.

Die Bearbeitungskosten betragen also ohne Werkstattsunkosten

M. 12,— Lohn
„	4,80 Maschinenunkosten

II 16,80.

2.	Beispiel. Eine Revolverdrehbank dreht und bohrt 500 Scheiben
in 90 Stunden. Der Arbeiter erhält für 100 Stück 12 M, also für den ganzen
Akkord 60 JÜ. Er hat nur diese eine Maschine zu bedienen.

Die Maschinenunkosten betragen pro Stunde 70 4, so daß auf den
Akkord 63 Jt Maschinenunkosten entfallen, d. h. 105% von den produk-
tiven Löhnen.

Die Bearbeitungskosten betragen also ohne Werkstattsunkosten

JlL 60,— Lohn
,,	63,— Maschinenunkosten

Jli 123,—.

3.	Beispiel. Auf einer Rundfräsmaschine werden 200 Kupplungs-
muffen in 60 Stunden rund gefräst. Der Arbeiter erhält für 100 Stück 3 M.,
also für den ganzen Akkord 6 1 Er hat fünf Maschinen zu bedienen.

Die Maschinenunkosten betragen pro Stunde 30 4, so daß auf den
Akkord 18 Ji Maschinenunkosten entfallen, d. h. 300% von den produk-
tiven Löhnen.

Die Bearbeitungskosten betragen ohne Werkstattsunkosten

Ji 6,— Lohn

,,	18,— Maschinenunkosten

M. 24,—.

Nimmt man nun an, daß die Maschinenunkosten im Durchschnitt
30% und die Werkstattsunkosten 100% von den gesamten produktiven
Löhnen ausmachen, so würden sich nach Zuschlag der Werkstattsunkosten
obige Selbstkosten wie folgt erhöhen:

1.	Beispiel	M,	16,80	+	12,— =	28,80.

2.	„	„	123,—	+	60,— =	183,—.

3.	„	„	24,—	+	6,—=	30,—.

Würde man dagegen die Unkosten mit dem Durchschnittsprozentsatz
von 130% verrechnen, so käme man auf folgende Selbstkosten:
        <pb n="114" />
        ﻿102

Die Betriebsbuchführung.

1.	Beispiel Jl 12,--1- 15,60 =	27,60 = Jli 1,20 zu niedrig =	4%

2.	„	„ 60,— + 78,— = 138,— = „ 45,— „	„	= 33%

3.	„	„ 6,— + 7,80 = 13,80 = „ 16,20 „	„	= 117%

Hierdurch ist klar erwiesen, daß eine Verrechnung der Betriebsunkosten
mit dem Durchschnittsprozentsatz absolut falsch ist. Sie würde bei Fest-
legung von Verkaufspreisen zu widersprechenden Ergebnissen führen,
zumal solche Teile, für deren Bearbeitung billige Maschinen benutzt werden
oder wo die Handarbeit die Hauptsache bildet, viel zu teuer berechnet
werden müßten.

Abteilung VII. Einrichterei.

Da diese Abteilung, wie bereits erwähnt, keine fabrizierende Werkstatt
ist, sondern zur Aufgabe hat, gewisse Maschinen zusammen mit den Werk-
zeugeinrichtungen auf ihre Arbeitsleistung hin zu prüfen, so ist hier die
Betriebsbuchführung sehr einfach. Welche Maschinen und Werkzeuge die
Einrichterei zu passieren haben, wird von der Betriebsleitung bestimmt.
Die Orders hierzu werden im Hauptkontor zugleich mit den Orderbüchern
für die iabrizierenden Abteilungen in ein Orderbuch für den Meister ein-
getragen.

Sämtliche Arbeiter dieser Abteilung stehen im Zeitlohn und notieren
die für jede Order aufgewendete Zeit auf Formular 42. Für Reinigungs-,
Transport- usw. Arbeiten sind Jahresorders festgesetzt, die von den be-
treffenden Arbeitern auf dem gleichen Formular anzugeben sind. Die
auf jede auswärtige und jede Betriebsordemummer entfallenden Lohn-
beträge werden im Lohnbureau in derselben Weise verbucht, wie in den
bereits besprochenen Abteilungen. Für die auswärtigen Orders sind eben-
falls die Selbstkostenbücher (Form. 33) und für die Jahresorders die
Formulare 50 im Gebrauch.

Die Betriebsunkosten werden prozentual auf die produktiven Löhne
zugeschlagen, und zwar für alle Arbeiten mit demselben durchschnittlichen
Prozentsatz, wie er sich lt. Unkostenstatistik ergibt. Die Selbstkosten
werden auf Sammellisten abgerechnet.

Abteilung VIII. Schmiede.

Das Konto für die Abteilung Schmiede umfaßt drei Abteilungen,
nämlich

die eigentliche Schmiede;

die Abstecherei (verbunden mit dem Stahllager) und
die Härterei mit der Einsetzerei und Glüherei.

Diese drei Abteilungen sind buchhalterisch deswegen auf einem Konto
vereinigt, weil sie in demselben Gebäude untergebracht sind und dieselbe
Betriebsleitung, sowie dieselbe technische und kaufmännische Verwaltung
        <pb n="115" />
        ﻿Die Schmiede.

103

haben, ferner weil verschiedene andere Betriebsunkosten von allen drei
Abteilungen gemeinschaftlich verursacht werden. Diese Unkosten auf die
drei Abteilungen zu zerlegen, ist Aufgabe des Lohnbureaus.

A. Die Schmiede.

Sämtliche Bestellungen eigener Abteilungen werden mittels Formu-
lar 37 erteilt. Aufträge auswärtiger Kundschaft werden im Hauptkontor
in das Orderbuch eingeschrieben und im Lohnbureau der Schmiede auf
die gleichen Bestellzettel (Form. 37) übertragen. Der Meister erhält kein
Orderbuch, sondern nur die Bestellzettel. Sämtliche Bestellzettel erhalten
im Lohnbureau der Schmiede eine fortlaufende Nummer. Diese Nummern
bewegen sich für die Zettel der einzelnen Abteilungen in einem anderen
Zahlenkreis. Eine weitere Verbuchung der Bestellzettel wird im Lohn-
bureau nicht vorgenommen.

Selbstkostenbücher und Arbeitsbegleitkarten braucht man in der
Schmiede nicht, da die Bearbeitung und Fertigstellung der Arbeitsstücke
sich in einer und derselben Werkstätte sehr rasch abspielt. Ebenso kennt
man hier keine Materialbestellung, da das Material auf Grund des Bestell-
zettels selbst verausgabt wird.

Derselbe Bestellzettel wird zugleich als Akkordschein verwendet,
indem der Meister den Namen des Schmiedes und den Akkordlohn in die
vorgesehenen Rubriken einschreibt. Mit diesem zum Akkordschein ge-
wordenen Bestellzettel geht der Schmied (Schirrmeister) in das Stahllager
und erhält dort das nötige Material, welches natürlich nicht in genau der-
selben Menge verausgabt werden kann, als gebraucht wird, sondern es wird
in fast allen Eällen mehr Material, als notwendig ist, herausgegeben und der
Schmied hat nach Fertigstellung der Arbeitsstücke das übriggebliebene
Material zurückzugeben. Dieses zurückgegebene Material hat teilweise
die ursprüngliche Form, teilweise ist es infolge des Abschmiedens in eine
andere Form gebracht, wieder ein anderer Teil besteht aus kleinen unbrauch-
baren Stücken; letzteres ist der sogenannte Abfall.

Im Stahllager wird darüber Kontrolle geführt, daß jeder Schirrmeister
das auf eine Bestellnummer entnommene, aber nicht verbrauchte Material
zurück liefert. Zu diesem Zweck ist für jeden Schirrmeister ein Konto
eingerichtet, der sogenannte Materialrapport (Form. 72). Auf diesem
Formular wird bei Ausgabe das Gewicht, die Art und die Dimension des
Materials notiert. Sind die Arbeitsstücke fertig, so hat der Schirrmeister
diese nebst dem übriggebliebenen Material an das Stahllager abzuliefern.
Im Stahllager werden zunächst die fertigen Stücke, dann die zurückgelie-
ferten Materialien gewogen und die beiden Gewichte auf dem Material-
rapport (Form. 72) notiert. Die Differenz zwischen diesen beiden Ge-
wichten und dem verausgabten Gewicht entfällt auf den unbrauchbaren
Abfall, dessen Wert zu dem Materialwert des fertigen Stückes zuzuschlagen,
also als Selbstkosten des fertigen Stückes mit zu berechnen ist. Hat z. B.
ein Schirrmeister 50 kg Material entnommen und liefert 10 kg zurück, so
        <pb n="116" />
        ﻿104

Die Betriebsbuchführung.

ist für das fertige Stück das Gewicht von 40 kg zu berechnen, wenngleich
dasselbe vielleicht nur 37 kg wiegt. Durch die Kontrolle mittels des Material -
rapports ist dem Schmied die Möglichkeit genommen, noch andere Bestel-
lungen, als die von ihm angegebenen von demselben Material zu erledigen,
da jedes fertige Stück an das Stahllager abzuliefern ist. Hat der Schmied
für irgend ein Stück kein Material geholt, sondern es aus Material gefertigt,
welches von einer anderen Bestellung übrig blieb, so wird dies bei Ab-
lieferung in das Stahllager resp. dann, wenn der Lagerverwalter das fertige
Gewicht in den Rapport eintragen will, auf jeden Fall entdeckt, weil keine
Eintragung erfolgt ist. Außerdem würde, wenn der Schmied nicht alles
Material abgeliefert hätte, bei dem betreffenden Arbeitsstücke, wofür er
das Material holte, ein solch großes Abfallgewicht übrig bleiben, daß der
Lagerverwalter schon beim Abwiegen auf den Fehler aufmerksam werden
würde.

Der Materialrapport weist stets nach, ob noch Material bei dem be-
treffenden Schmied sich befindet und infolgedessen auch, ob die betreffen-
den Arbeitsstücke fertig sind oder nicht. Ist ein Materialrapportformular
voll beschrieben und ist für alle Positionen die Ablieferung erfolgt, so wird
der Rapport in das Lohnbureau gegeben, wo das zur Berechnung kommende
Material auf den Bestellzettel übertragen wird. Im vorliegenden Fall
nimmt also der Lohnbeamte den im Rapport angeführten Bestellzettel
und überträgt die Gewichte für das zu berechnende Material für die Teile
Nr. 211 und 213.

Jeder Bestellzettel ist nach Fertigstellung der Arbeitsstücke vom
Schmied dem Meister zurückzugeben. Der Meister bescheinigt die Fertig-
stellung der Arbeit und übergibt den Zettel dem Lohnbureau zur Lohnver-
rechnung und Selbstkostenberechnung. Im Lohnbureau werden die zur
Berechnung gelangenden Materialien mit Selbstkostenpreisen bewertet.
Auf Grund des Lohnbetrages wird alsdann der Zuschlag für Betriebs-
unkosten am Fuße des Formulars 37 eingesetzt. Diese Beträge werden
in eine Sammelliste, welche zugleich als Rechnung für die bestellende

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

Materialrapport.

Raabe

Datum	Material		Preis  ä kg	Ausgabe  kg		Bestell-  nummer	Rücklieferung				Verbrauch			
	Be-  zeich-  nung	Dimension					Dimension  kg		Brauchb.  Abfall  kg		Fertige  Stücke  kg		Unbrauchb.  Abfall  kg	
5.15.	M. St.	60 mm 0	0,20	210	6	2608—211	31	—	4	8	138	5	36	3
07	”	20 X 30	0,50	60	5	„ —213	18	1	2	2	35	3	4	9
						8. Form. 37								
						Pos. 1 u. 2.								

Form. 73. Orig.-Größe 240X360 mm.
        <pb n="117" />
        ﻿Die Abstecherei. Die Härterei.

105

Abteilung dient, unter fortlaufender Nummer eingetragen. Für jede Ab-
teilung fangen diese Verrechnungsnummern am Anfang des Jahres mit
eins an. Für Kundschaftsorders ist ebenfalls eine solche Liste vorhanden.
Die mit den Selbstkosten ausgefüllten Bestellzettel werden dem Lohn-
bureau der bestellenden Abteilung zugestellt, während Bestellzettel über
auswärtige Orders im Lohnbureau der Schmiede aufbewahrt werden.

Die unbrauchbaren Abfälle werden an einer besonderen Stelle zum
Verkauf gesammelt.

Das System der Lohnverrechnung ist von dem der anderen Abtei-
lungen nicht abweichend, nur ist zu bemerken, daß hier Kolonnenakkorde
zur Ausrechnung gelangen, da in der Schmiede immer ein Schirrmeister
und ein oder zwei Gesellen einen Akkord gemeinschaftlich ausführen. Da
diese Akkorde jedoch meist innerhalb der Woche erledigt werden, so ist
die Ausrechnung ziemlich einfach, indem der Gesamtverdienst in dem
Verhältnis des für jeden Schmied festgesetzten Stundenlohnsatzes zur
Verteilung gelangt.

B. Die Abstechern.

Bestellungen an das Stahllager werden in der Abstecherei, welche sich
im Stahllager befindet, ausgeführt. Es ist bereits bekannt, daß für diese
Bestellungen ebenfalls das Formular 37 benutzt wird. Die weitere Be-
handlung dieser Bestellungen ist genau dieselbe, wie in der Schmiede.
Auch hier werden für jeden Abstecher Rapporte ausgefüllt, mittels welcher
die verbrauchten Materialien kontrolliert werden. Durch Abwiegen der
fertigen Stücke und der zurückgelieferten Stangen wird das beim Ab-
stechen verlorene Gewicht ermittelt, welches von der bestellenden Abtei-
lung als Materialverbrauch zu bezahlen ist. Bei diesen Bestellungen können
produktive Löhne nicht berechnet werden, da deren Verteilung auf die
einzelnen Abstiche undurchführbar ist, zumal ein Abstecher mehrere
Maschinen zu bedienen hat. Es kommt daher nur das Material zur Berech-
nung. Die Kosten des Ahstechens, wie Löhne, Hilfsmaterial, Kraft, Licht,
Abschreibungen usw. werden als Betriebsunkosten verrechnet und den
entnehmenden Abteilungen im Verhältnis des Wertes des entnommenen
Materials belastet (s. Konto Ka).

Die Abstecher sind im Zeitlohn beschäftigt, für deren Berechnung die
Stunden der Uhrkarten maßgebend sind. Irgendwelche andere Zeitangaben
haben diese Arbeiter nicht zu machen.

C.	Die Härterei.

Die mittels Formulars 49 erfolgenden Bestellungen der einzelnen Ab-
teilungen werden vor ihrer Ausführung nicht im Lohnbureau gebucht,
sondern sofort dem Meister übergeben. Die Kosten für Härten, Einsetzen
und Glühen sind auf Tabellen für einzelne Gewichtsgruppen festgesetzt
und müssen im Lohnbureau fortlaufend kontrolliert werden, d. h. es muß
        <pb n="118" />
        ﻿106

Die Betriebsbuchführung.

ermittelt werden, ob der den Betrieben monatlich berechnete Betrag die
Ausgaben für Löhne, Materialien und die lt. Unkostenstatistik sich erge-
benden Unkosten deckt. Die Bestellzettel werden nach Fertigstellung der
Arbeit im Lohnbureau mit den Kosten ausgefüllt und nach Eintragung in
die Sammellisten den Lohnbureaus der bestellenden Abteilungen zugestellt.
Die in der Härterei beschäftigten Arbeiter stehen ebenfahs im Zeitlohn.

Abteilung IX. Modelltischlerei.

Die Modelltischlerei arbeitet nur für die eigenen Betriebe und zwar
auf Grund von Bestellungen, die ihr mittels Formulars 28 zugehen. Diese
Bestellzettel werden im Lohnbureau in die Selbstkostenbücher (Form. 33)
eingetragen und dann dem Meister übergeben. Ein Orderbuch erhält der
Meister nicht. Die Modelltischler arbeiten zum größten Teil im Akkord
und erhalten bei Übertragung der Arbeit einen vom Meister ausgestellten
Akkordschein (Form. 73), auf dessen Rückseite die aufgewendete Zeit zu
notieren ist.

Das Holz und andere Materiahen werden vom Modellholzlager ent-
nommen. Sie werden vom Meister zugeteilt und von diesem auf der Rück-
seite des Bestellzettels notiert. Auf Grund dieser Notierungen wird im
Lohnbureau später die Berechnung vorgenommen.

Die Akkordscheine werden nach Fertigstellung der Arbeit ins Lohn-
bureau zurückgegeben. Im Zeitlohn beschäftigte Tischler und unproduk-
tive Arbeiter notieren ihre Zeit für die einzelnen Orders auf Wochenzetteln
(Form. 42). Für unproduktive Arbeiter bestehen Jahresordernummern
wie in den anderen Abteilungen. Die Lohnverrechnung wird in der bereits
bekannten Weise erledigt. Nachdem der Bestellzettel vom Meister in das
Lohnbureau zurückgegeben ist, werden hier die Selbstkosten festgesetzt
und auf dem Bestellzettel eingetragen. Alsdann werden die Beträge in
Sammellisten geschrieben und der Bestellzettel dem Lohnbureau der be-
stellenden Abteilung zugeschickt, wo sie entweder auf die Unkosten ver-
bucht werden (Konto Ga), oder wenn sie Neuanschaffungen betreffen, auf
dem Modell-Konto zur Verbuchung gelangen. Die Betriebsunkosten werden
ebenfalls monatlich mittels Unkostenstatistik nachgewiesen und prozentual
auf die produktiven Löhne als Selbstkostenfaktor verrechnet.

Abteilung X. Eisengießerei.

Die Auftragserteilung.

Die Bestellungen der eigenen Betriebe an die Eisengießerei erfolgen
mittels Bestellzettels lt. Formular 35, während die Bestellbriefe der
Kundschaft dem Gießereibureau im Original zugestellt werden. Die ersteren
Bestellungen werden, soweit sie ganze Maschinen betreffen, auf „Guß-
bogen“ (Form. 74) übertragen. Diese Gußbogen sind für höchstens
100 Positionen eingerichtet und erhalten fortlaufende Nummern, die für
        <pb n="119" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

107

die beiden Maschinenbauabteilungen in verschiedenen Zahlenkreisen liegen
(in dem Beispiel auf Form. 35 = Nr. 741). Jede Position des Bestell-
zettels erhält auf dem Gußbogen eine besondere Nummer, welche auf den
Bestellzettel geschrieben wird.

L. 1. &amp; Co.

Akkordschein für Kaem/pf

Order-Nr. 7265
Katalog-Nr. 15 £

Bestell-

Nr..

Zeich-

nung

Blatt

Nr.

Modelle

Stück

Kern-

kasten

Stück

Benennung

Modell

Nr.

Preis

Einzel
Ji |3

Gesamt
Ji |3

Vorschuß

Dat.

Ji 3

735

5B

Deckel

15 0 2

25

25



Tägliche Stundenangabe umseitig.

Ausgegeben den 2./4. 1907.
Fertiggestellt den 6. \4. 190 7.

Unterschrift
des Meisters:

form. 73. Vorderseite. Orig.-Größe 200X 120 mm.

form. 73. Rückseite.
        <pb n="120" />
        ﻿108

Die Betriebsbuchführung.

Die auf Formular 35 angeführten 50 Ständer stehen also auf Guß-
bogen Nr. 741 unter Position 1. Diese beiden Nummern finden wir später
auf allen Formularen für die Lohnverrechnung und Selbstkostenberechnung.

Solche Bestellungen, welche nicht komplette Maschinen betreffen,
sowie die Bestellungen der Kundschaft werden je auf einen anderen
Gußbogen (Form. 75) übertragen. Auch diese Bogen erhalten fort-
laufende Nummern, die wieder für die eigenen Betriebe und die in Gruppen
geteilte Kundschaft in verschiedenen Zahlenkreisen liegen. Die Gußbogen
werden in Klemm-Mappen aufbewahrt und vertreten die Stelle der
Orderbücher.

Dat. der Bestellung 15.j4. 07	Guß-NummeD

Eing. „	„	17.14. 07

Bestell-Nr. —	Order-Nr. 707V	Bezeichnung: 26AI

Pos.	Stück-  zahl	Benennung	Modell-  bezeichnung		Modell- Eing. Ausg.		Name des Formers	Lohn pro Stück  “ImaX'r			Liefer-  termin
1	50	Ständer	26 AI	1	17.14.	20./4.	Reimann	10 —	5	—	1. Jul
2	50	Türen	„	2	»	21.14.	Oering	- 60			io. Ma
3	50	vert. Schlitten	ff	3	ff	25. j 4.	Pahl	1 —			15. M«
4	50	Spannstiicke	ff	4	20.14.	1./5.	Sorge	— 03			5. Aid
5	50	Tische	ff	5	17.14.	25./4.	Hausmann	3 —	—	10	5. Al“
6	50	Stoßschlitten	ff	6	5./5.	10.15.	Heinrich	1 20			l. Jv&lt;
7	100	Zahnstangen	ff	7	20.j4.	6.15.	Sorge	— \03			10. Aid
8	50	Friktionsscheiben	ff	8	»	I.j5.	Gas'per	—L o			10. Aid
9	50	Zahnräder	»	9	17.14.	1-15.	Müller	—\io			5. Al»
10	50	ff	ff	10	»	l.\5.	Müller	—\io			5. Aid

Gußbogen-Nr.

Pos.

Datum

der

Bestellg.

Eingang

der

Bestellg.

Best.-Nr.

Stück-

zahl

Benennung

Modell-

bezeichnung

Modell-
Eing. !Ausgb.

Name des Formers

Liefe.r'

teröß11
        <pb n="121" />
        ﻿Die Akkordscheine und die Modellkarten.

109

Die Akkordscheine und die Modellkarten.

Auf Grund der Gußbogen wird im Modellraum, wohin die Modelle der
eigenen Betriebe und der Kundschaft abgeliefert werden, von einem
Schreiber der Formerakkordschein (Form. 76) mit schapirographischer Tinte
ausgeschrieben und zwar so weit, als im Beispiel in der oberen Hälfte
gezeigt wird. Die Akkordlöhne für solche Abgüsse, die schon einmal
angefertigt wurden, entnimmt der Schreiber den Modellkarten (Form. 77);
für Abgüsse, die zum erstenmal beordert werden, sind die Löhne vom
Meister zu kalkulieren. In beiden Fällen werden die Löhne vom Schreiber

Ul

Liefertermin: 1. Juli 07
        <pb n="122" />
        ﻿110

Die Betriebsbuchführung.

zuerst mit Bleistift auf den Akkordschein geschrieben. Eine Modellkarte
(Form. 77) ist für jedes Modell vorhanden, und zwar haben die Modell-
karten für die eigenen Betriebe und für die nach Gruppen geteilte Kund-
schaft verschiedene Farben. Auf den Modellkarten werden die feststehen-
den Akkordlöhne für Former, Kernmacher und Putzer notiert, so daß bei

l. L. &amp; (o. Akkordsehein für den	y Former Reimann

Eingang der Be- stellung	Best.-  Nr.	Gußb.  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell-  bezeichnung	Besteller	Modell-  ausgabe	Lohn pr. Stück		Liefer- termin von bis
17.14.  07	'	741	1	50	Ständer	26 AI 1	L.L. &amp;Co.	20. j 4.	10	-	23.14.^30.16.
									pro  Stde.		1 Stück täglich
Bemerkungen:						Name des Formers:		Unterschrift des Meisters:  Mathes			
											

Dat.	Stück	zus.  Stück	Lohn  JL «9,		Vor- schuß zu j ab	Beschei- nigung des Meisters	Zu  zahlen M, $		Dat.	Stück	zus.  Stück	Lohn  Ji		Vor- schuß zu i ab		Beschei- nigung des Meisters	Zi  zahl  M.	en
24.14.	2																	
27./4.	2	4	40	—	5	Mathes	45	—										
2./5.	3																	
6./5.	3	6	60	—	5	Mathes	55	—										
10.15.	2																	
13.15.	3	5	50	—	3	Mathes	53											

Form. 76. Orig.-Größe 220X 140 mm.

L. L. &amp; Co.  Benennung: Ständer	Mod. Nr. 26 A I 1						Nr. 1	
Modellteile: ein			Kernkastenteile: zwei				
Eingang	Ausgang	Former	per Stück  M, | $		Kernmacher	per Stück  JL | $	
17. j4. 07  Eigentü	2p. 07  mer: L. L	Reimann  dk Co.	10		Pfeifer	5	
					Putzer:	2	

Form. 77. Orig.-Größe 120 X 80 mm.
        <pb n="123" />
        ﻿LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

Name: Reimann

Eingang  der  Bestellung	Bestell-  er.	Gußb.-  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell-  bezeichnung	Besteller	Modell-  Ausgabe	Lohn pro Stück  JL	| $		Liefertermin  von	bis
17. j 4.		741	1	50	Ständer	26 AI 1	L. L. &lt;Sc Co.	20.14.	10	—	23.14.	30-16.
07											1
											
											
											
											
											

Form.	Vorderseite. Orig.-Größe 240X360 mm.

Name: Reimann

Fertig gestellt	April

Die Akkordscheine und die Modellkarten.	111
        <pb n="124" />
        ﻿112

Die Betriebsbuchführung.

wiederkehrender Bestellung der Schreiber bei Ausschreibung der Akkord-
scheine die Löhne ablesen kann. Ferner wird auf der Modellkarte das
Datum des jedesmaligen Ein- und Ausganges des Modelles in die Formerei
und die Zahl der Abgüsse notiert. Die Karten werden in einer Kartothek
nach Farben und Nummern der Modelle geordnet aufbewahrt.

Sobald die Formerakkordscheine ausgeschrieben sind, werden sie auf
die Modelle gelegt und bleiben hier liegen, bis der Formermeister die Arbeit
einem Former überträgt. Solche Akkordscheine, die einen früheren Preis
tragen, werden zugleich kontrolliert, ob dieser Preis bestehen bleiben kann
oder ob er infolge einer Änderung des Modelles oder aus anderen Gründen
geändert werden muß. Jede Preisänderung muß dem Gießereichef zwecks
Genehmigung vor Ausgabe des Akkordscheines mitgeteilt werden. Nach-
dem der Meister den Namen des Formers, das Datum der Ausgabe und
seinen Namen mit Bleistift auf den Akkordschein geschrieben hat, erhält
diesen der Schreiber zurück, welcher den Preis und das Datum der Aus-
gabe mit schapirographischer Tinte nachschreibt und außerdem links
neben dem Namen des Meisters ebenfalls mit schapirographischer Tinte
noch einmal den Namen des Formers schreibt. Dann wird der mit schapiro-
graphischer Tinte geschriebene Text des Akkordscheines mittels eines
Schapirographenblattes, welches die Größe von 22 x 3 cm hat, zunächst
auf Formular 78 übertragen, welches für den Beamten bestimmt ist,
der die Liefertermine zu kontrollieren hat, und ferner auf dem Duplikat-
Akkordschein (Form. 79). Darauf wird auf dem Schapirographenblatt
mittels eines Stückchens Papier die Stelle, wo der Akkordpreis für den
Former steht, bedeckt, damit bei Übertragung des Textes auf andere

L. L. &amp; Co.	Duplikat-Akkordschein für den Former Reimann

Eingang der Be- stellung	Best.-  Nr.	Gußb.  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell-  bezeichnung	Besteller	Modell-  ausgabe	Lohn pr. Stück JL | ^		Liefen  von	ermin  bis
17.! 4. 07		741	1	50	Ständer	26 AI 1	L. L. &amp; Co.	20. j 4.	10	—	23./4.	30.16.
									pro  Stde.		1 Stück täglich.	

Bemerkungen:

Xame des Formers:

"Unterschrift des Meisters :

Reimann

Mathes

Woche		Stück	zus.  Stück	Lohn	Vor-  schuß		Gezahlt		Woche		Stück	zus.  Stück	Lohn		Vor-  schuß		Gezahlt	
vom	bis			JL |	zu	ab	JL	S,	vom	bis			X		zu	ab	Ji	•3)
22. 4.	27. 4.	4		40 —	5	—	45	—										
29. 4.	4. 5.	6	10	60 —	—	5	55	—										
6.15.	11.15.	5	15	50 —	3		53											

Form. 79. Orig.-Größe 220X 140 mm.
        <pb n="125" />
        ﻿Die Akkordscheine und die Modellkarten.

113

Formulare dieser Preis nicht mit abgedruckt wird. Alsdann werden,
falls es sich um Abgüsse mit Kernen handelt, die Kernmacherakkordscheine
(Form. 80 und 81) und bei schwereren Gußstücken, die ein größeres
Gewicht als ca. 100 kg haben, die Putzerakkordscheine (Form. 82
und 83) angefertigt.

L. L. &amp; Co.

Akkordschein für d Kernmacher

Eingang der Be- stellung	Best.-  Nr.	Gußb.  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell-  bezeichnung	Besteller	Modell-  ausgabe	Lohn pr. Stück JL | %		Liefertermin  von | bis
17.14.		741	1	50	Ständer	26 AI 1	L.L.&amp;Co.	20.14.	5	—	23./4J 30.16.
07									pro  Stde.		1 Stück täglich

Bemerkungen:

Name des Formers:

Unterschrift des Meisters:

Beimann

Hamann

Woche  vom ! bis		M	D	M	D	F	s	pro  Woche  Stück	zus.  Stück	Zu  zahlen JL \ $		Woche  vom ! bis		M	D	M	D
22.14.	27.14.		i	i	i	i	1	5		25	—						
29./4.	4.15.	i	2	i	i	i	—	6	u	30	—						
6.15.	11.15.	i	1	i	—	i	1	5	16	25	—						
								USW.									

pro

Woche

Stück

zus.

Stück

Zu

zahlen
JL $

L. L. &amp; Co.

Duplikat-Akkordschein für d	Kernmacher

Eingang der Be- stellung	Best.-  Nr.	Gußb.  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell- bezeichnung	Besteller	Modell-  ausgabe	Lohn pr. Stück JL |		Liefertermin  von bis
17.14.		741	i	50	Ständer	26AI1	L. L. de Go.	20.j4.	5	—	23.'4.\ 30.16.
07									pro  Stde.		1 Stück täglich

Bemerkungen:

Name des Formers:

Unterschritt des Meisters:

Reimann

Hamann

Woche		Stück	zus.  Stück		Gezahlt		Woche		Stück	zus.  Stück		Gezahlt	
vom	bis				JL	■S,	vom	bis				JL	&amp;
22. j 4.	27.14.	5			25	—							
29.14.	4.15.	6	ii		30	-							
6.15.	11.15.	5	16	USW.	25								

l'orm. 80 n. 81.

Orig.-Größe je 220 X 140 mm.

Lilienthal, Fabrikorganisation.

8
        <pb n="126" />
        ﻿114

Die Betriebsbuchführung.

Nachdem auf vorher geschilderte Art die Formulare ausgefüllt worden
sind, erhält der Former den Akkordschein, während dem Kernmacher-
meister der Unikat- und Duplikatschein für den Kernmacher und dem
Putzermeister der Unikat- und Duplikatschein für den Putzer zugestellt
werden. Vorher ist vom Schreiber der Kernmacher-, sowie der Putzerlohn
lt. Modellkarte auf diese Scheine geschrieben worden. Der Duplikat-
Akkordschein für den Former wird in das Lohnbureau geschickt.

Lj. L. &amp; Co*

Akkordschein für den Putzer Lauf

Eingang der Be- stellung	Best.-  Nr.	Gußb.  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell-  bezeichnung	Besteller	Modell-  ausgabe	Loh pr. St X	n  tick  $	Liefertermin  von | bis
17./4.  07		741	1	50	Ständer	26 AI 1	L. L. &amp; Co.	20. j 4.	2	—	23.I4.\ 30'l6-
									pro  Stde.		1 Stück täglich

Bemerkungen:

Name des Formers:
Reimann

Unterschrift des Meisters:
Haase

Wo  vom	che  bis	M	D	M	D	F	S	pro  Woche  Stück	ZU 3.  Stück	Zu  zahlen X | ^		Wo  vom	che  bis	M	D	M	D	F	S	pro  Woche  Stück	zua.  Stück	Zu  zahlen X | 3,
22. j 4.	27.14.		i	i	i	i	—	4		8	—											
29.14.	4. 5.	i	i	i	i	i	i	6	10	12	—											
6.j5.	11. 5.	—	i	i	—	i	2	5	15	10	—											
								usw.														

L. L. &amp; Co.

Duplikat-Akkordschein für den Putzer Lauf

Eingang der Be- stellung	Best.-  Nr.	Gußb.  Nr.	Pos.	Stück	Benennung	Modell-  bezeichnung	Besteller	Modell-  ausgabe	Loh  pr.St  X	n  lick  ■s*	Liefertermin  von | bis
17.14.  07		741	1	50	Ständer	26 AI 1	L.L. &lt;k Co.	20. &gt;4.	2	—	23./4.|30./fi.
									pro  Stde.		1 Stück täglich

Bemerkungen:

Name dsa Formers:
Reimann

Unterschrift des Meisters:

Haase

Woche
vom I bis

Stück

zus.

Stück

Gezahlt

Jt!A

Woche
vom ! bis

Stück

zus.

Stück

Gezahlt
X 1 %

22./4. 27./4.
29./4.	4.15.

6.5. 11.5.

10

15

8

12

10

Form. 83 u. 83. Orig.-Größe je 220 X 140 mm.
        <pb n="127" />
        ﻿Die Expeditionsbücher und Lieferscheine.

115

Wenn der Kernmachermeister, sowie der Putzermeister die Arbeiten
ausgeben, so notieren sie den Namen des Arbeiters und unterschreiben
die Scheine. Die Duplikat-Akkordscheine erhält ebenfalls das Lohnbureau
und zwar zu derselben Zeit, als den Arbeitern die Akkordscheine zugestellt
werden, also bei Beginn der Arbeit. Daß man auf den Akkordscheinen für
die Kernmacher und Putzer den Namen des Formers schapirographisch
überträgt, hat den Zweck, daß die Kernmacher wissen, an welchen Former
sie die Kerne abzuliefern haben, und daß die Putzer oder deren Meister
z. B. bei Ausschuß, der sich beim Putzen herausstellt, sofort den Former
benachrichtigen können.

Die Expeditionsbüeher und Lieferscheine.

Die Gußbogen (Form. 74 u. 75) werden nach Ausfertigung der vorhin
erwähnten Formulare in die Gußexpedition geschickt. Gelangen die Guß-'
stücke, nachdem sie geputzt sind, in den Expeditionsraum, so werden sie
gewogen und das Gewicht auf dem Gußbogen notiert (s. Beispiel). Damit
die Expedition die Namen resp. Modellnummern der Gußstücke sowie die
Gußbogen- und Positionsnummern erfährt, sind die Former angewiesen,
ihre Akkordscheine zu den in den Expeditionsraum abgelieferten Guß-
stücken zu legen. Die Expedienten notieren dann gleichzeitig auf den
Formerakkordscheinen das Datum und die Zahl der abgelieferten Stücke,
worauf die Scheine den Formern zurückgegeben werden. Die Expedienten
schreiben die zur Ablieferung an die Besteller gelangenden Gußstücke in
die Expeditionsbücher unter Angabe der Guß- und Positionsnummern und
der Ordernummern des Bestellers ein. Diese Expeditionsbücher (Form. 84)
sind in mehreren Exemplaren vorhanden, und zwar je eins für die Ma-
schinenbauabteilungen, eins für die übrigen Betriebe, je eins für die
großen Kunden und je eins für die kleinen Kunden in Berlin und auswärts.
Jedes Buch hat abwechselnd ein festes und ein perforiertes Blatt mit
gleichen Seitenzahlen. Das perforierte Blatt wird gleichzeitig mit dem festen
beschrieben, indem man Kohlepapier zwischen beide legt. Außerdem
wird noch ein Lieferschein (Form. 85) mittels Kohlepapier mitgeschrieben.

L. L. &amp;Co.	Den ten ........ ............190

Order		Stück	Benennung	ModeU	H		per % kg	JL	3,		
			Transport							
										
										
										

										
			Transport							

Form. 84. Orig.-Größe 240X360 mm.

8*
        <pb n="128" />
        ﻿116

Die Betriebsbuchführung.

Dieser Schein wird mit den Gußstücken dem Besteller zugeschickt. Das
perforierte Blatt wird aus dem Expeditionsbuch herausgetrennt und dem
Lohnbureau zugestellt. Die Gewichtskolonnen der Expeditionsbücher
werden täglich addiert und die Tagesbeträge in einem Buch zusammen-
gestellt, wodurch die Ausbringung der Gießerei festgestellt wird.

Sie empfangen anbei:

							
Unsere	Ihre  Order		Stück	Benennung	Modell	kg		
							
							
							
							

						
						
Summa:						

BERLIN NW. 87, den................190

Huttenstraße 17/20.

LUI)W. LOEWE &amp; Co.

Actien-Gesellschaft.
Abteilung Eisengießerei.

Form. 85. Orig.-Größe 180X300 mm.

Die Kontrolle der Liefertermine.

Die zur Kontrolle der Liefertermine dienenden Formulare 78 sind
so eingerichtet, daß ein Akkordschein eines Formers immer unter den vor-
hergehenden übertragen werden kann. Auf der Rückseite des Scheines sind
31 Rubriken mit den Daten für einen Monat vorgesehen. Liegen nun mehrere
Blätter in einer Klemm-Mappe, so erhält man gewissermassen ein Buch,
dessen rechte Seite der Blätter durch die Rückseite des Formulars gebildet
wird. Auf dieser Seite werden täglich von dem Kontrollbeamten die vom
Former fertiggestellten Gußstücke notiert. Die Zahl der fertigen Stücke
erfährt der Kontrollbeamte nicht etwa durch den Expedienten, sondern
er hat sich täglich in der Werkstatt die gegossenen Stücke anzusehen und zu
zählen. Sind Stücke Ausschuß geworden, so notiert er diese in der Rubrik
unter der dünnen Linie, während er brauchbare (soweit er sie als solche
feststellen kann), über der dünnen Linie einträgt (s. Beispiel). Die täglich
fertigzustellende Stückzahl, die auf dem Formerzettel notiert ist, wird auf
Grund des Lohnes festgesetzt.

Die Lolmverrechnung.

Wie bereits erwähnt, erhält das Lohnbureau bei Beginn der Arbeiten
die Duplikate der Former-, Kernmacher- und Putzerakkordscheine zuge-
stellt. Diese Duplikatscheine werden ausgefertigt, damit eine Kontrolle
        <pb n="129" />
        ﻿Die Lohnverrechnung.

117

darüber ausgeübt werden kann, ob Fälschungen des Lohnbetrages oder der
abgelieferten Stückzahl vorgekommen sind. Die Duplikat-Akkordscheine
werden im Lohnbureau in Kuverts auf bewahrt, die in Kasten nach Meister-
schaften und alphabetisch sortiert werden. Nach Fertigstellung der Arbeit
hat jeder Arbeiter seine Akkordscheine dem Meister auszuhändigen, welcher
sie, wenn er nichts gegen die Bezahlung des Betrages einzuwenden hat,
dem Lohnbureau zustellt. Im Lohnbureau wird jeder Akkordschein mit
dem Duplikatschein verglichen, diesem angeheftet und dann werden beide
Scheine bis zum Wochenschluß in den Kuverts aufbewahrt.

Es wurde bereits erwähnt, daß den Formern auf ihren Akkordscheinen
die täglich abgelieferte Stückzahl von den Expedienten bescheinigt (ab-
geschrieben) wird. Die Kernmacher und Putzer notieren selbst die täglich
fertiggestellten Stücke auf ihren Akkordscheinen. Diese Eintragungen
werden vom Meister kontrolliert.

Am Wochenschluß müssen auch solche Akkordscheine ins Lohnbureau
gegeben werden, die nicht erledigt sind, damit für die bereits abgelieferten
Stücke Abschlagszahlungen berechnet werden können. Diese Akkordscheine
erhalten die Arbeiter nach Fertigstellung wieder zurück, nachdem darauf
die Abschlagszahlung notiert ist. Es kommt aber auch oft vor, daß an die
Former auf Gußstücke, die am Wochenschluß noch nicht fertig sind, bereits
Abschlagszahlungen geleistet werden. Diese müssen vom Meister festgesetzt
werden und gelangen auf dem Akkordschein in der Rubrik „Vorschuß“
zur Eintragung. Diese Vorschüsse werden in der nächsten Woche-von dem
für die abgelieferten Stücke sich ergebenden Betrage in Abzug gebracht.
Die Rubrik „Vorschuß“ ist zweiteilig, damit man die zuzuzählenden und
die abzuziehenden Beträge getrennt ein tragen kann. An die Kernmacher
und Putzer brauchen solche Vorschüsse nur sehr selten gezahlt zu werden,
da deren Einzelakkordbeträge kleiner sind als die der Former.

Wenn die Beamten im Lohnbureau am Montag mit der Feststellung
der Verdienstbeträge der Arbeiter beginnen, so brauchen sie bei den Akkord-
arbeitern nur die Lohnbeträge der in den Kuverts befindlichen Akkord-
scheine zusammenzustellen und die Abschlagszahlungen und Vorschüsse
hinzuzuzählen. Die Abschlagszahlungen und Vorschüsse werden auf dem
Duplikatschein vermerkt, wie die Beispiele zeigen. Dann werden für die
nächste Woche neue Kuverts ausgeschrieben und die unerledigten Duplikat-
scheine hineingelegt. Die Kuverts jeder Woche mit den erledigten
Unikat- und Duplikatscheinen werden zugeklebt, alphabetisch geordnet
und abgelegt.

Die Zusammenstellung der Verdienstbeträge geschieht auf der Vorder-
seite des Kuverts, welches einen hierzu geeigneter Aufdruck hat (Form. 86).
Damit der Arbeiter erfährt, wieviel er verdient hat, wird für ihn ein
Lohnnachweiszettel ausgeschrieben, der denselben Aufdruck hat, als das
Kuvert. Dieser Zettel wird in das Kuvert gesteckt oder auch auf dieses
gelegt und mittels Kohlenpapier gleichzeitig mit dem Kuvert beschrieben.
Nachdem ein zweiter Beamter die Eintragungen auf dem Kuvert revidiert
und nachgerechnet hat, gelangen die ermittelten Verdienstbeträge zur Ein-
        <pb n="130" />
        ﻿118

Die Betriebsbuchführung.

tragung in die Lohnbücher und Lohnlisten, die in gleicher Weise geführt
werden wie im Maschinenbau.

Wie bereits Seite 113 gesagt, erhalten die Putzer nur für größere Guß-
stücke Stückpreise, während leichtere nach Gewicht bezahlt werden, wobei
in der Regel vier Gewichtsgruppen unterschieden werden, die verschieden
bezahlt werden. Für solche Abgüsse fällt natürlich die Ausschreibung der
Putzerakkordscheine fort. Die Gewichte werden täglich in der Putzerei
vom Meister festgestellt und in das Buch eingetragen.

In der Gießerei werden aber außer den erwähnten drei Arbeiter-
kategorien noch andere im Akkord beschäftigt, nämlich:

1.	die Eisenaufgeber auf dem Gichtboden, für welche der Lohn nach dem
Quantum der eingesetzten Materialien berechnet wird;

2.	die Sandmischer oder Sandmüller; diese erhalten ebenfalls ihren
Lohn nach der Menge des zubereiteten Formsandes;

3.	die Arbeiter, welche Roheisen, Brucheisen, Koks, Sand u. dgl. aus den
Waggons ausladen und die ebenfalls für die bewegten Mengen
Akkordpreise haben;

4.	die Transportarbeiter, welche die Gußstücke aus der Gießerei in die
Putzerei und Beizerei und in die Expedition befördern. Auch für diese
wird der Lohn nach einem Akkordsatz für die bewegten Mengen be-
rechnet.

Die noch ferner in der Gießerei beschäftigten Hilfsarbeiter sind im
Stundenlohn angestellt. Der Verdienst dieser Hilfsarbeiter wird auf Grund
der auf der Uhrkarte nachgewiesenen Stundenzahl berechnet. Die wöchent-
liche Stundenzahl der Akkordarbeiter erfährt man ebenfalls von den Uhr-
karten; denn auch die Akkordarbeiter müssen bei Beginn und Schluß der
Arbeitszeit ihre Karten an den Uhren stempeln.

Das Auszahlen der Löhne wird in der Gießerei in der bekannten Weise
vorgenommen; auch die Lohnquittungen sind dieselben, wie in den anderen
Betrieben.

Woche vom 2./4. bis 7.j4. 1907.	Name: Gräser

Form. 86. Orig.-Größe 180X140 mm.
        <pb n="131" />
        ﻿Statistik u. Verrechnung der Betriebsunkosten. Ermittelung der Selbstkosten. 119

Die Materialienkontrollbücher.

Um den monatlichen Verbrauch an Materialien festzustellen, ist für
jede Materialsorte einSkontro eingerichtet, in welches die Zugänge lt. Waren-
eingangsbuch eingetragen werden. In der Rubrik für Ausgänge wird von
einem besonderen Beamten, der die Materiahenausgabe überwacht, täglich
das entnommene Quantum eingetragen. Am Monatsschluß wird der Be-
stand ermittelt und von Zeit zu Zeit der effektive Bestand mit dem Soll-
bestand der Skontri verglichen. Die Preise für die einzelnen Materialien
erscheinen bekanntlich im Wareneingangsbuch. Um die Ermittlung des
effektiven Bestandes einiger Materialien zu erleichtern, wird bei Roheisen
für jeden Stapel auf einer Tafel, die am Stapel befestigt wird, das Gewicht
notiert. Die Roheisenskontri sind nach Eisensorten angelegt und erhalten
die Resultate der Analysen, die im chemischen Laboratorium festgestellt
worden sind. Bei Koks und Sand notiert man ebenfalls auf Tafeln, die an
den einzelnen Buchten hängen, wieviel in der Bucht lagert. Die Ermittlung
des monathchen Verbrauches resp. des Bestandes der Materiahen geschieht
an dem Sonnabend, an welchem die monathche Löhnungsperiode schließt,
damit sich Löhne und Materiahenverbrauch auf dieselbe Zeit beziehen.

Die Statistik und die Verrechnung der Betriebsunkosten.

Was man unter Betriebsunkosten versteht, ist in dem Kapitel „Ma-
schinenbau“ erschöpfend geschildert. In der Gießerei werden die Betriebs-
unkosten ebenfalls mittels des Formulars 53 monatlich ermittelt und zu
statistischen Zwecken in Prozenten von den produktiven, d. h. Former-,
Kernmacher- und Putzerlöhnen ausgerechnet. Die Verrechnung der Un-
kosten als Teil der Selbstkosten geschieht jedoch in der Weise, daß man
dieselben prozentual auf den Betrag der gesamten verbrauchten Mate-
rialien und der gezahlten Löhne verrechnet, wie dies aus späteren Bei-
spielen hervorgeht. Die Verrechnung der Unkosten auf die produktiven
Löhne ist in der Gießerei aus dem Grunde nicht angängig, weil die Löhne
pro 100 kg sehr schwanken. Man müßte dann verschiedene Prozentsätze
anwenden, was aber die Kalkulation und die Kontrolle über die ver-
rechneten Unkosten sehr erschwert. Verteilt man dagegen die Unkosten
auf Material und Löhne, so wird infolge des hierdurch entstehenden klei-
neren Prozentsatzes ein Ausgleich geschaffen.

Die Ermittelung der durchschnittlichen Selbstkosten.

Nach Schluß jeder monatlichen Löhnungsperiode wird für das in diesem
Zeitabschnitt produzierte Gußquantum, welches, wie bereits gesagt, mit
Hilfe der Expeditionsbücher nachgewiesen wird, der Selbstkostenpreis
ermittelt. Dieser Selbstkostenpreis dient aber keinesfalls zu Bestimmungen
des Verkaufspreises, sondern wird nur zu statistischen Zwecken gebraucht,
d. h. man will kontrollieren, wie sich der Preis zu dem der Vormonate stellt
        <pb n="132" />
        ﻿120

Die Betriebsbuchführung.

und wo bei Schwankungen die Ursache liegt. Zur Ermittlung der Durch-
schnittsselbstkosten wird folgende Aufstellung gemacht:

'Selbstkostenberechnung pro Monat April 1907.

Produktion 465820,— kg Eisenguß.

kg	Sorte		% kg	M.		Zusamm  A	en  A	% kg Gußware
	1. Eis enverbrauch.							
224 100	—		—	— ■	—			
91000	—		—	—	—			
49 000	—	Sorten	—	—	—			
2B 500	—		—	—	—			
67 400	—		—	—	—			
13 300	—		—	—	—			
42 595	Brucheisen . .		—	—	—			
510 895			74,60	38 113	14	38113	14	8,18
	2. Schmel	zkoks.						
98 000	—		27,50	2 695	—	2 695	—	0,58
	3. Trockenmaterial.							
7 000	Schmelzkoksreste .		27,50	192	50			
25 000	Gaskoks . . .		18,-	450	—			
	Briketts . . .			38	—	680	50	0,15
	4. Formsand	u. Kern-						
	sand.							
—		► Sorten								
—				—	—	1840	66	0,40
	5. Kleinmaterial.							
	Holzkohlen . .			—	—			
	Steinkohlenstaub ....			—	—			
	Graphit . . .			—	—			
	Schwefelsäure .			—	—			
	Schamottesteine ....			—	—			
	Formerstifte .			—	—			
	Kernnägel . .			—	—			
	Kernstützen usw				—	—	5 697	80	1,22
	6. Löhne.							
	Former . . .			24 225	76			5,20
	Kernmacher			6 068	74			1,30
	Putzer . . . .			5 123	85	35 418	35	1,10
	Schmelzer . .			—	—			
	Sandmüller . .			—	—			
	Zimmerer . .			—	—			
	Schlosser und Schmiede .			—	—			
	Hilfsarbeiter .			—	—			
	Kranführer usw				—	—	12 069	45	2,59
						96 514	90	20,72
	ab Brucheisenwert vom							
	Ausschußguß ....					526	70	0,11
						95 988	20	20,61
	7. 25% Betriebs-							
	Unkosten					23 997	05	5,15
			Summa Selbstkosten			119 985	25	25,76
        <pb n="133" />
        ﻿Die Einzel- (Stück-) Kalkulation.

121

Diese Aufstellung ergibt also, daß die produzierten 465 820 kg Eisen-
guß zusammen dl 119 985 25 kosten; folglich stellen sieh die Selbstkosten
für 100 kg auf M. 25,76. Zu dieser Produktion waren 510 895 kg Eisen
erforderlich. Zählt man hierzu den Ausschuß, welcher sich als solcher
bereits in der Gießerei erwies, also nicht in die Expeditionsbücher einge-
tragen wurde, mit 10 334 kg (= 2,2% von der produzierten Ware) hinzu,
so ergibt sich, daß 476154 kg Eisenguß produziert wurden, also 34 741 kg
weniger als Eisen eingesetzt wurden; diese Differenz bildet den Abbrand,
der im angeführten Beispiel 6,8% vom Eiseneinsatz beträgt. Um die pro-
duzierte Gußware eines Monats richtig festzustellen, muß in der Expedition
in den ersten Tagen des folgenden Monats unterschieden werden, aus
welcher Produktion der abgeheferte Guß stammt, da manche Stücke länger
in der Putzerei und Beizerei bleiben müssen, so daß Stücke aus der neuen
Monatsproduktion bereits zur Ablieferung gekommen sind. Die Ausschuß -
stücke behandelt man bei Aufstellung der Monatsrechnung in der Weise,
daß man den Brucheisenwert vom Wert des eingesetzten Eisens, und das
Gewicht vom Produktionsgewicht abzieht.

Was den Betriebsunkostenprozentsatz anbetrifft, so nimmt man in
der Regel einen Jahresdurchschnittsatz an, der allerdings so hoch gehalten
ist, daß man auf alle Fälle sämtliche Betriebsunkosten verrechnet. In der
Jahresaufstellung rechnet man jedoch mit dem in der Buchhalterei konsta-
tierten effektiven Unkostenbetrag.

Es kommt sehr oft vor, daß von den Modellarbeitern Modelle für
Rechnung der Kunden repariert oder ersetzt werden, oder daß neue Modelle
auf eigene Rechnung angefertigt werden, die auf das Inventarien-Konto
als Neuanschaffung zu verbuchen sind. Für solche Arbeiten wird eine
besondere Bestellung ausgeschrieben und die hierfür gezahlten Löhne und
verbrauchten Materiahen werden auf das Konto (Abrechnungsstelle)
dieser Order übertragen. Diese Löhne und Materialbeträge dürfen natürlich
nicht in die Selbstkostennachweisung der Monatsproduktion aufgenommen
werden. Die Selbstkosten für derartige Arbeiten werden, wie im Maschinen-
bau, auf Sammellisten abgerechnet und der Betriebsbuchhalterei zwecks
weiterer Verbuchung aufgegeben.

Die Einzel- (Stück-) Kalkulation.

Die alte Methode, den Eisenguß dem eigenen Betriebe und den Kunden
mit Durchschnittspreisen zu berechnen, kennt man schon seit langer Zeit
nicht mehr. Der Grund, für jedes Gußstück eine Kalkulation aufzustellen,
hegt darin, daß die Selbstkosten jedes Stückes mit der Schwierigkeit der
Herstellung steigen. Die Schwierigkeit der Herstellung drückt sich in den
Löhnen aus, die man an die Former und Kernmacher zahlt. Demnach ist
es auch gerechtfertigt, die Hilfsmaterialien und die Hilfslöhne auf diese
Löhne prozentual zu verteilen. Die Putzerlöhne stehen für solche Stücke,
die im Stückakkord geputzt werden, fest; bei solchen Stücken, die nach
Gewichtsakkorden bezahlt werden, rechnet man mit dem betreffenden
        <pb n="134" />
        ﻿122

Die Betriebsbuchführung.

Gruppenpreis. Der Wert für das eingesetzte Eisen richtet sich natürlich
nach dem Gewicht des fertigen Stückes, wobei der Abbrand und ein Prozent-
satz für Abfall, der durch die Eingüsse und Trichter entsteht, berücksichtigt
werden muß. Bei solchen Abfällen hat man wiederum den bleibenden
Brucheisenwert in Abrechnung zu bringen. Die Schmelzerlöhne und der
Betrag für Schmelzkoks richten sich ebenfalls nach der eingegossenen
Eisenmenge.

Wie stark der Wert des Eisens, die Schmelzerlöhne und der Wert des
Schmelzkoks auf die Selbstkosten eines Gußstückes einwirken, geht aus
folgendem Beispiel hervor. Hat man auf der Eormmaschine kleine, dünn-
wandige Stücke herzustellen, wovon das Modell achtmal auf der Platte ist,
und beträgt das fertige Gewicht der acht Stücke 400 g, der Einguß und die
Läufe dagegen 2 kg, so hat man mit einem Abfall von S00% zu rechnen,
d. h. um 100 kg Gußware herzustellen, sind 600 kg Eisen zu schmelzen,
wovon noch ein Abbrand von ca. 7% kommt, so daß man sogar mit 650 kg
zu rechnen hat.

Unter Berücksichtigung solcher Schwankungen bildet man die nach-
stehende Tabelle, in der man mit dem Durchschnittspreis des Eisens (im
Beispiel Jl 8,50) rechnet und für Abbrand ebenfalls einen durchschnitt-
lichen Prozentsatz (im Beispiel 7%) in Ansatz bringt. Laut Selbstkosten-
rechnung beträgt der Wert für Schmelzkoks pro 100 kg Gußware JL 0,58.
In dem Beispiel ist angenommen, daß dies der Jahresdurchschnitt ist und
daß die jährliche Ausbringung reiner Guß wäre 66 2/s% vom Eiseneinsatz
(Gewicht des eingesetzten Eisens und der sogenannten Reste, die aus Ab-
güssen usw. stammen) beträgt. Dies ist gleichbedeutend damit, daß durch-
schnittlich Gußstücke mit 50% Abfall fabriziert werden. Deshalb nimmt
man den Schmelzkoksverbrauch mit JL 0,58, bei Gußstücken mit 50% Ab-
fall an und erhöht oder erniedrigt ihn nach den Prozentsätzen des Abfalles,
angenommen um JL 0,03 für 10% Abfall.

Die Schmelzerlöhne richten sich ebenfalls nach dieser Abstufung.
Bei Gußstücken mit 50% Abfall sind im Beispiel für Schmelzerlöhne
0,32 JL pro 100 kg Gußware angenommen.

Tabelle.

bei %	Eisen		Schmelzerlohn		Schmelzkoks	
Abfall	X	A	Ji	A	JC	■Si
5	9	23	—	23	—	45
10	9	35	—	24	—	46
15	9	49	—	25	—	48
20	9	61	—	26	—	49
25	9	74	—-	27	—	50
30	9	87	—	28	—	52
40	10	13	—	30	—	55
50	10	39	—	32	—	58
60	10	65	—	34	—	61
70	10	91	—	36	—	64
        <pb n="135" />
        ﻿Die Einzel- (Stück-) Kalkulation.

123

bei %	Eisen.		Schmelzerlobn		Schmelzkoks	
Abfall	A	S&gt;	A	-s.	A	A
80	n	17	—	38	—	67
90	n	43	—	40	—	70
100	n	69	—	42	—	73
120	12	21	—	46	—	79
140	12	73	—	50	—	85
160	13	25	—	54	—	91
180	14	77	—	58	—	97
200	14	29	—	62	i	03,

Die Hilfsmaterialien und Hilfslöhne werden bei der Selbstkosten-
rechnung prozentual zu den Former- und Kernmacherlöhnen verrechnet.
Dieselben betragen laut der Selbstkostenberechnung (Seite 120) 62% von
den Löhnen, hiervon entfallen

auf Hilfslöhne (außer Schmelzern)	.	.	.	34,9%	rund	35%

Trockenmaterial..................2,2%	,,	2%

Form- und Kernsand...............ß,l%	,,	6%

Kleinmaterial .......................18,8%	,,	19%

zusammen 62%	,,	62%

Nachdem für die zu berechnenden Gußstücke die Gewichte feststehen
und die Former- und Kernmacherlöhne kalkuliert sind, berechnet man
die Selbstkosten auf folgende Weise:

		I	II	III	IV	V
Gewicht		kg	800	125	30	6	1,5
Eormerlohn		M.	7,20	5-	2,40	0,45	0,15
Kernmacherlohn ....		—	1,25	0,60	—	0,03
Putzerlohn 				2,40	0,90	0,45	1,20	1,80
					pro 100 kg	pro % kg
Abfall		0/  /o	5	10	30	60	100
		pro 100 kg	pro 100 kg	pro 100 kg	pro 100 kg	pro 100 kg
		A	A	A	JL	A
1. Eormerlohn			0,90	4-	8-	7,50	10,—
2. Kernmacherlohn ....		—	1-	2,-	—	2,-
3. Putzerlohn			0,30	0,72	1,50	1,20	1,80
4. Schmelzerlohn lt. Skala .		0,23	0,24	0,28	0,34	0,42
5. Hilfslöhne (35% von 1 u. 2) . .		0,32	1,75	3,50	2,63	4,20
6. Eisen lt. Skala			9,23	9,35	9,87	10,65	11,69
7. Schmelzkoks lt. Skala . .		0,45	0,46	0,52	0,61	0,73
8. Trockenmaterial (2% von 1	u. 2)	0,02	0,10	0,20	0,15	0,24
9. Form-u. Kernsand (6% von lu. 2)		0,05	0,30	0,60	0,45	0,72
10. Kleinmaterial (19% von 1	u. 2)	0,17	0,95	1,90	1,43	2,28
*		11,67	18,87	28,37	24,96	34,08
Betriebsunkosten (25%)		2,92	4,72	7,09	6,24	8,52
		14,59	23,59	35,46	31,20	42,60
	rund	14,50	23,50	35 5	31,-	42,50
        <pb n="136" />
        ﻿124

Die Betriebsbuchführung.

Diese Hundertkilopreise werden den eigenen Betrieben in Rechnung
gestellt, während man der Kundschaft noch einen Prozentsatz für Verdienst
hinzuschlägt.

Um die Berechnung der Gußstücke für die eigenen Betriebe zu er-
leichtern, wird jedoch nicht für jedes einzelne Stück dessen Einheitspreis in
Ansatz gebracht, sondern man hat für jeden Maschinentyp einen Durch-
schnittspreis ermittelt, den man bei kompletten Maschinenbestellungen
in Anwendung bringt. Bei Bestellungen auf einzelne Teile wird dagegen
der Einzelpreis des Stückes berechnet.

Die Selbstkostenbereehnung mittels Tabellen.

Die Zahl der Modelle, nach welchen Abgüsse herzustellen sind, ist so
groß, daß die Selbstkostenberechnung nach der vorhin geschilderten
Methode viel Zeit und Kosten verursachen würde. Man hat daher Kalku-
lationstabellen zusammengestellt, von denen man die Hundertkilopreise
ablesen kann, wenn das Gewicht des Stückes, der Former- und Kern-
macherlohn bekannt sind. Bei Aufstellung dieser Tabellen sind diejenigen
Faktoren, welche prozentual von den Former- und Kernmacherlöhnen
berechnet werden, von denjenigen getrennt, welche von dem Prozentsatz
des Abfalles oder, was dasselbe ist, von dem Gewicht der Stücke abhängig
sind. Wie Seite 123 nachgewiesen, betragen im angeführten Beispiel die
Beträge für Hilfslöhne, Trockenmaterial, Form- und Kernsand und Klein-
material 62% von den Former -und Kernmacherlöhnen. Hat man nun ein
Gußstück zu kalkulieren, für welches

Former und Kernmacherlohn..............% kg JL 10,—

betragen, so beträgt der Aufschlag (62%) . . . „	6,20

zusammen JL 16,20

hierzu 25% Betriebsunkosten..................,,	4,05

zusammen JL 20,25
rund JL 20,—

also Former- und Kernmacherlohn (JL 10,—) + 100% Aufschlag (JL 10,—)
= JL 20,—.

Außerdem sind zu berechnen
Eisen,

Schmelzkohle,

Schmelzerlöhne und
Putzerlöhne.

Hierfür kann man eine tabellarische Berechnung nur erreichen, indem
man für die verschiedenen Abfallprozentsätze bestimmte Gewichtsgruppen
festlegt. Zu diesem Zwecke stellt man fest, wie hoch sich das durchschnitt-
liche Stückgewicht der Gußproduktion stellt, indem man die Stückzahl
der Abgüsse während einiger Monate zählt und in das Produktionsgewicht
dividiert. Dieses Resultat nimmt man für den Durchschnittsprozentsatz an,
der lt. des Beispiels der Selbstkostenberechnung (Seite 120) 50% beträgt.
        <pb n="137" />
        ﻿Angenommen, das ermittelte Durchschnittsgewicht ist 23 kg, so erhält man folgende Staffel:

Gruppe Nr. . .	1	2	3	4	5	6	7	8	9	10	11	12	13	14	15	16	17	18	19
Abfall % . . .	200	150	100	90	80	70	60	50	40	30	25	20	15	10	5	5	5	5	5
Gewicht pr. Stück	bis	0,6 bis	1 bis	2 bis	3 bis	4 bis	5 bis	10 bis	15 bis	20 bis	30 bis	40 bis	50 bis	100 bis	200 bis	300 bis	400 bis	500 bis	über
	0,5 kg	1 kg	2 kg	3 kg	4 kg	5 kg	10 kg	15 kg	20 kg	30 kg	40 kg	50 kg	100 kg	200 kg	300 kg	4001tg	500 kg	1000 kg	1000 kg
	JL	JL	A	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	JL	X
Eisen		14,29	12,99	11,69	11,43	11,17	10,91	10,65	10,39	10,13	9,87	9,74	9,61	9,49	9,35	9,23	9,23	9,23	9,23	9,23
Schmelzkoks . .	1,03	—,88	-73	-70	—,67	—,64	—,61	—,58	—,55	—,52	—,50	—,49	-48	—,46	—,45	—,45	—,45	—,45	—,45
Schmelzerlöhne.	—,62	—,52	-42	—,40	—,38	—,36	-34	—,32	—,30	—,28	-27	—,26	—,25	-24	—,23	—,23	—,23	—,23	—,23
Putzerlöhne . .	2,50	2,10	1,80	1,50	1,40	1,30	1,20	1,10	1,05	1,—	—,90	—,80	— 75	—,70	—,65	—,60	—,55	—,50	-.45
Sa.	18,44	16,49	14,64	14,03	13,62	13,21	12,80	12,39	12,03	11,67	11,41	11,16	10,97	10,75	10,56	10,51	10,46	10,41	10,36
25 % Unkosten	4,61	4,12	3,66	3,51	3,40	3,30	3,20	3,10	3,01	2,92	2,85	2,79	2,74	2,69	2,64	2,63	2,72	2,60	2,59
Summa	23,05	20,61	00  'bs  o	17,54	17,02	16,51	16,-	15,49	15,04	14,59	14,26	13,95	13,71	13,44	13,20	13,14	13,08	13,01	12,95

Berechnet man nach dieser Staffel die auf Seite 123 angeführten fünf Gußstücke, so stellt sich die Kalkulation wie folgt:

	1	II	III	IV	V
Gewicht	 kg	800	125	30	6	1,5
Gruppe 		18	14	10	7	3
	JL	JL	JL	JL	JL
Wert der Gruppe .	13,01	13,44	14,59	16,-	18,30
Former- und Kemmacherlöhne .	0,90	5-	10,-	7,50	12,-
Aufschlag 100%		0,90	5.—	10,—	7,50	12-
	14,81	’ 23,44	34,59	31-	42,30
rund	15-	23,50	34,50	31-	42,50
Gegen Seite 123		14,50	23,50	35,50	31-	42,50

Die kleinen Differenzen ergehen sich durch die Abrundung

der Aufschläge.

Die Selbstkostenberechnung mittels Tabellen.	125
        <pb n="138" />
        ﻿126

Die Betriebsbuchführung.

Auf Grund dieser Gruppenwerfe und der stets gleichbleibenden Auf-
schläge von 100% auf die Former- und Kernmacherlöhne sind die nach-
stehenden Tabellen aufgestellt, in welchen von oben nach unten die Löhne
in einer Summe, von links nach rechts die Stückgewichte in den Abstufungen
und bis zu der Höhe, in der man sie laufend braucht, eingesetzt sind. Man
kann also die Hundertkilopreise ohne weiteres ahlesen und diese in die
Expeditionsbücher eintragen, um festzustellen, wie hoch sich die Selbst-
kosten der Gußstücke für die verschiedenen Besteller stellen.

Die Former- und Kernmacherlöhne erfährt man bei dieser Arbeit am
schnellsten, wenn man die Modellkarten (Form. 77) zur Hand nimmt,
während man die Stückgewichte aus dem Expeditionsbuch ersieht.

Die Selbstkostenwerte dieser Tabellen sind, wie erwähnt, auf Grund
von Durchschnittspreisen der Materialien festgelegt. Steigen oder sinken
die Preise derart, daß sie die Kosten des Gusses wesentlich beeinflußen,
so wird natürlich bei Offerten resp. Preisstellungen ein Prozentsatz für
Konjunkturdifferenz zugezählt oder abgezogen. Ferner können diese
Tabellenpreise nicht verwendet werden, wenn bei größeren Aufträgen oder
bei scharfer Konkurrenz spezielle Kalkulationen aufgestellt werden müssen,
wobei auch der effektive Verbrauch von Hilfsmaterialien u. dgl. festgestellt
wird. Im allgemeinen bieten die Tabellen aber große Vorteile und ermög-
lichen es, monatlich die Selbstkosten für jeden Besteller auszurechnen,
was für die Aufstellung von Monatsbilanzen unerläßlich ist. Die Tabellen
werden jährhch einmal auf Grund der Jahresselbstkostenberechnung
revidiert und eventuell abgeändert.

Um die Gewichte, Selbstkosten und Verkaufspreise für die Abgüsse
aller Modelle jedes auswärtigen Kunden beisammen zu haben, werden die-
selben auf Formular 87 eingetragen. Auf Grund dieser Eintragungen
werden auch die Kundschaftsfakturen ausgeschrieben.

Firma: Neue Berliner Motorenfabrik G. m. b. H.

Benennung	Modell-  ier.	Ge-  wicht		F.  Lohn  K.  Lohn	Preis  Selbstk. Verkauf		Offerte  Dat.jPreis		Benennung	Modell-  ier.	Ge-  wicht	F,  Lohn  K-  Lohn	Preis  Selbstk. Verkauf	
Kolben	80 M	41	5	4.50  3.50	%  46,—	kg  53,—								
Oehäuse	P. 211	30		4,50  4,50	65,—	75,-								
Deckel	P.165	2	—	0,75  0,25	103,—	118,—								
Schlitten	48 B	80		3-	19,50	22,-								
Radkasten	F. 5	1	8	0,20  0,08	46-	53,—								

Offerte

Dat.

PreA

Form. 87. Orig.-Größe 25X30 mm.
        <pb n="139" />
        ﻿Selbstkostentabelle.

Die Selbstkostenberechnung mittels Tabellen.	127

	1 0,01 |	CM  O  O	1 0,03 |	Hi  O  o	0,05	0,06	IC—  O  cd	oo  o  o	0,09	1 o;io |	rH  rH  cd	CM  rH  cd	0,13	1 0,14 1	0,15	CD  cd	C—  rH  &lt;d	00  cd	o  CM  cd	0,22	0,24	1 0,26 |	0,28	0,30	0,32	0,34	0,36	1 0,38 |	o  Hi  d	
2,0	19,50 |	20,50 |	21,50 |	22,50 |	23,50 |	24,50	25,50 |	26,50 |	27,50	28,50 |	29,50	i  cd  co	L  i—i  co	1  CM  CO	33,-	L  d  co	35,—	L  CD  CO	1 37,—	1  d  Hi	1  cd  Hi	44,—	1  CD  Hi	1  cd  Hi	1  d  kO	52,-	L  Hi'  IO	56,—	58,—	1 2,0
T—1	19,50 |	20,50 1	21,50	22,50	1 23,50	24,50	25,50	26,50	L  cd  (M	L  cd  CM	30,—	L  rH  CO	I  CM  CO	33,— |	l  Hi'  CO	35,— !	36,—	L  td  co	39,—	41,—	l  cd  Hi	L  CD  Hi	L  oo  Hi	50,—	52,—	L  d  kO	56,—	58,—	60 —	Ob^  rH
co  1—1	19,50 |	20,50 |	21,50 1	22,50 |	1 24,—	25,—	26,— j	L  td  (M	28,50	29,50 |	1.  rH  CO	32,— |	33,—	34,— |	35,—	36,— !	37,—	1  00  co	1  d  Hi	43,—	l  d  Hi	L  td  Hi	L  cd  Hi	1 52,—	t.  Hi  kO	1 56,—	58,—	L  CD	L  cd  CD	00  rH
t&gt;^  T—1	19,50 |	o  kO  O  CM	CM  CM	23,—	| 24,50	25,50	26,50	28,—	29,—	30,— 1	L  rH  CO	1  cd  co	L  Hi'  CO	35,— |	36,—	1  td  co	38,—	39,—	1  cd  Hi	Hi'  Hi	L  td  Hi	L  cd  Hi	1.  kO	L  Hi  kO	56,—	1 58,—	CD	63,—	L  d  CD	tH
CD  i—1	19,50 |	l  i—l  CM	22,—	l 23,50	24,50	26,—	1 27,—	28,50 |	29,50	31,— 1	32,—	33,— |	35,—	36,— |	37,—	38,— |	1  cd  Hi	Hi	L  cd  Hi	l  CD  Hi	1  00  Hi	kO	53,—	L  CD  kO	58,—	L  CD	L  cd  CD	L  CD  CD	1  00  CD	9‘I
	19,50 1	l  CM	| 22,50 |	| 23,50	l  d  CM	26,50	| 27,50	29,—	30,—	32,— |	33,—	L  Hi'  CO	36,—	l  td  CO	38,—	i  cd  Hi	l  Hi	L  C^I  Hi	l  d  Hi	L  cd  Hi	1  d  kO	53,— |	56,—	58,— |	61,—	64,— ]	66,—	L  Ob  CD	1  cd  tH	kO
Hi^ 1—1	19,50 1	L  r—1  CM	22,50	1  -d  CM	1 25,50	L  cd  CM	o  kO^  cd  CM	30,— 1	JL  CO	33,— 1	-d  co	35,— |	L  cd  CO	38,-	40,—	l  rH  Hi	43,—	i  Hi'  Hi	l  td  Hi	50,—	53,—	55,—	oo  kO	J^  CD	L  Hi  CD	67,—	1  d  tH	L  cd  D-	75,—	
CO  rHi	1  §	21,50 |	23,—	24,50	26,—	27,50	29,—	co	32,—	1  •d  CO	35,—	l  td  co	38,—	1  cd  Hi	L  Hi	L  co  Hi	I  d  Hi	46,—	l  cd  Hi	52,—	1 55,—	1 58,—	JL  CD	64,—	68,—	L  rH  IH	74,—	L  td  CH	I  d  co	co  rH
CM  r—1	1  o  (M	21,50	23,50 |	l  d  CM	26,50	28,50	30,—	32,—	33,—	35,— 1	l  td  CO	1  00  co	1  o  Hi	1  CM  Hi	L  Hi'  Hi	1;  CD  Hi	47,—	cd  H	1  cd  kO	55,—	58,—	62,—	65,—	68,—	72,—	L  d  l—	L  cd  tH	82,—	85,—	(M_  &gt;—i
rH  T—1	20,— 1	22,— 1	l  &lt;M	25,50	27,50	29,—	l  rH  CO	33,— 1	35,—	cd  co	38,—	1  cd  H*	l  CM  Hi	44,— |	46,—	L  td  Hi	l  cd  Hi	L  rH  kO	55,—	58,—	1  cd  CD	l  d  CD	69,—	L  cd  IH	L  cd.  tH	1  d  00	93,— 1 84,—	■97,— j 87,— |	L  rH  Ob	rH
o  t—H	22,50 1	24,50 1	26,50	28,50	l  T—(  CO	l  cd  CO	l  d  co	37,-	39,—	JL  Hi	43,—	1  id  Hi	l  td  Hi	49,—	L  rH  kO	53,—	55,—	L  tH  kO	JL  CD	65,—	69,—	cd  c—	77,—	l  CO	85,—	—‘68			L  i—i  o	o
0,9 1	l  CO  CM	d  CM	27,50	29,50	1 32,—	34,—	36,—	1  cd  co	l  Hi	cd  Hi	l  d  Hi	L  tb—  Hi	L  cd  Hi	I 52,—	54,—	1 56,—	58,—	L  CD	65,—	69,—	l  ■H  CH	1  cd  tH	L  cd  oo	L  td  00	92 —	L  CD  Ob	L  rH  o  T—1	L  d  O	L  Ob  o  rH	0,9
00  O	l  CO  CM	25,50	1 28,—	r—1  CO	L  co  co	36,—	1  cd  co	JL  Hi	L  cd  Hi	l  cd  H&lt;	l  oo  Hi	l  kO	L  cd  kO	56,—	58,—	L  rH  CD	63,—	u  CD  CD	7!,—	76,—	l  00	1  CD  00	L  rH  Oi	96,— 1	L  o	L  cd  o  rH	L  rH  rH	L  CD  rH	L  Ol	00  d
tr—  O	23,50 1	26,50	L  cd  (M	1 32,—	1 35,—	38,—	JL  Hi	1 43,—	L  CD  Hi	l  cd  Hi	52,—	1 55,—	58,—	\  CD	63,—	66,—	69,—	L  cd  c-	1  00  tH-	83,—	89,—	95,—	L  ■—i  o	L  CD  O  rH	i  cd	L  cd  rH  rH	I.  cd  CM	Ob CM i—i	135,—|	IH  d
0,6 !	L  d  CM	27,50	L  r—1  CO	1  -h  co	L  D—  CO	l  rH  H	44,—	1 47,—	\  IO	1 54,—	L  td  kO	CD	1  Hi'  CD	1 67,—	L  rH  t-	74,—	77,—	L  rH  00	L  td  00	94,—	101,—	107,— !	L  Hi'	L  CM  rH	L  td  &lt;M	L  Hi  CO  rH	L  t—i Hi •—1	L  td  Hi  rH	1  Hi'  kO	0,6
0,5	L  td  CM	l  CO	35,—	1 39,—	1 43,—	L  td  Hi	l  rH  in	55,—	59,—	1 63,—	L  cd  CD	J,  O*	L  kd  c-	l  cd  c-	83,—	1 87,— |	l  r—(  07)	95,—	l  cd  O	l  rH	119,—	127,—	135,—	cd  Hi  rH						0,5
Hi  O	28,—	L  co  co	L  00  co	L  cd  Hi	l  oo  Hi	53,—	1 58,—	1 63,—	68,—	l  cd  t-	L  00  C~	1  cd  00	t  co  oo	1 93,—	98,—	.1  cd  o  rH	108,—	113,—	123,—											0,4
0,3 |	29,50	1 36,—	1  co'  Hi	1 50,—	1 56,—	63,—	1  cd  o-	L  cd	83,—	1 90,—	96,—	L  cd  o  T—i	t  cd  rH  rH	1.  CD  —1  rH	L  cd  CM															0,3 |
0,2 |	1.  co'  CO	l  co  Hi	1 53,—	L  co  CD	1.  cd  C-*	L  cd  co	93,—	—‘8011	L  cd  rH  rH	l  cd  CM  rH																				0,2
0,1 1	L  co'  h&lt;	1 63,—	l  CO  00	L  co  o  y—1	L  cd  CM  rH																									0,1
	O  o	CM  O  O	1 0,03	0,04	1 0,05	0,06	t—  o  o	00  O  cd	0,09	o  rH  cT	0,11	0,12	0,13	Hi  cd	iO  rH  cd	1 0,16 1	C-*  rH  cd	0,18	1 0,20 |	0,22	Hi  (M  d	1 0,26 |	00  CM  d	0,30	0,32	Hi  CO  d	0,36	1 0,38 1	O  Hi  d
        <pb n="140" />
        ﻿Selbstkostentabelle.

	2,1	2,2	2,3	2,4	2,5	2,6	2,7	2,8	2,9	3,0	3,1	3,2	3,3	3,4	3,5	3,6	3,7	3,8	3,9	4,0	
0,05	22,50	22,—	22 —	21,50	21,50	21,50	21,50	21,-	21,-	21,-	20,50	20,—	20,—	20,-	20,—	20,—	19,50	19,50	19,50	19,50	0,05
0,06	23,50	23,—	23,—	22,50	22,50	22,—	22,—	22,—	21,50	21,50	21,-	21,-	20,50	20,50	20,50	20,50	20,50	20,—	20,-	20,-	0,06
0,07	24-	24,-	23,50	23,50	23,—	23,—	22,50	22,50	22,50	22,—	21,50	21,50	21,50	21,-	21,-	21,-	21,-	20,50	20,50	20,50	0,07
0,08	25,—	25,—	24,50	24,—	24,-	23,50	23,50	23,—	23,—	23,—	22,—	22,—	22,-	22,—	21,50	21,50	21,50	21,50	21,—	21,-	0,08
0,09	26,—	25,50	25,50	25,—	24,50	24,50	24,-	24,-	23,50	23,50	23,—	22,50	22,50	22,50	22,—	22,—	22,—	22,—	21,50	21,50	0,09
0,10	27,-	26,50	26,—	26,—	25,50	25,—	25,—	24,50	24,50	24,-	23,50	23,50	23,50	23,—	23,—	22,50	22,50	22,50	22,—	22,—	0,10
0,12	29-	28,50	28 —	27,50	27,-	27,—	26,50	26,—	26,—	25,50	25,—	24,50	24,50	24,—	24,—	23,50	23,60	23,50	23,—	23,—	0,12
0,15																					0,15
0,18																					0,18
0,20																					0,20
0,22										usw.											0,22
0,25																					0,25
0,28																					0,28

	4,1	4,2	4,3	4,4	4,5	4,6	4,7	4,8	4,9	5,0	5,1	5,2	5,3	5,4	5,5	5,6	5,7	5,8	5,9	6,0	
0,10	21,50	21,50	21,-	21,-	21,-	21,—	21,—	20,50	20,50	20,50	20,—	20,—	20,—	19,50	19,50	19,50	19,50	19,50	19,50	19,50	0,10
0,15	24,-	23,50	23,50	23,50	23,—	23,—	23,—	23,—	22,50	2250	22,—	22,—	21,50	21,50	21,50	21,50	21,-	21,-	21,-	21,-	0,15
0,18	25,50	25,—	25,—	24,50	24,50	24,50	24,-	24,-	24,-	23,50	23,—	23,—	23,—	22,50	22,50	22,50	22,50	22,—	22,—	22,—	0,18
0,20																					0,20
0,22																					0,22
0,25																					0,25
0,28										USW.											0,28
0,30																					0,30
0,32																					0,32
0,35																					0,35
0,38																					0,38
0,40																					0,40
0,42																					0,42

128	Die Betriebsbuchführung.
        <pb n="141" />
        ﻿Die Selbstkostenberechnung mittels Tabellen.

129

©

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h—&gt;

Ö

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■4«s&gt;

Cß

O

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QC

	io  rH  o	CO  rH  o	o  Ol  ©	1 0,25 |	00  Ol  O	0,30	1 0,35 j	0,38	1 0,40 |	0,45	00  ■^fl  o	o  i-O  ©	1 0,55 1
00  oT	L  cf  rH	19,50	1  ©  Ol										
9,6	cf	19,50	20,50 |										
9,4	L  05	1  o	20,50 |										
9,2	19,50	1  s“	20,50 |										
L  oiT	19,50	1  ©  CM	20,50										
CO  00	19,50	20,—	20,50										
8,6 |	19,50	1  ©  04	20,50										
-fl  00	19,50	20,50	21,—										
(N  00	19,50	20,50	l  rH  Ol										
CO	1  o  Ol	20,50	L  Ol										
00	1  ©  04	20,50	21,—		i  3								
co	20 —	20,50	1 21,50										
1 7,4	20,—	L  rH  Ol	21,50										
VI \	1  ©  (M	21,—	21,50										
L	20,50 1	L  rH  Ol	21,50										
1 6,8	20,50	21,50	22,—										
CO  co"	20,50	21,50	22,— I										
[ 6,5	20,50	21,50	22,—										
1 6,4	20,50	21,50	oT  Ol										
CO	l  i—(  04	22,-	22,50										
	0,15	0,18	0,20	0,25	CO  Ol  o	0,30	0,35	00  CO  ©	o  ©	0,45	00  ^+1  o	0,50	&gt;o  &gt;o  o

Lilienthal, Fabrik Organisation.
        <pb n="142" />
        ﻿Selbstkostentabelle.

	20,—	20,5	21,-	21,5	22,—	22,5	23,—	23,5	24,—	24,5	25,—	25,5	26,—	26,5	27 —	27,5	28 —	28,5	29,—	29,5	
0,40	19,—	18,50	18,50	18,50	18,50	18,50	18,-	18 —	18,—	18,—	18,-	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	0,40
0,50	20,—	19,50	19,50	19,-	19,-	19,-	19,—	19,-	18,50	18,50	18,50	18,50	18,50	18,50	18,50	18,50	18-	18,-	18,-	18,-	0,50
0,60	21 —	20,00	20,50	20,—	20,—	20,—	20,—	19,50	19,50	19,50	19,50	19,50	19-	19,-	19,—	19,—	19,-	18,50	18,50	18,50	0,60
0,70																					0,70
0,75																					0,75
0,80																					0,80
0,85																					0,85
0,90										usw.											0,90
1-																					1,—
1,10																					1,10
1,20																					1,20
1,30																					1,30
1,40																					1,40

	30 —	31,-	32-	33,—	34,—	35,—	36,—	37-	38,—	39,—	40,—	41-	42,—	43,-	44-	45,-	46,—	47,—	48,-	49,—	
0,60	18,50	18,—	18,-	18,—	18,-	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17-	17,—	16,50	16,50	16,50	16,50	16,50	16,50	16,50	0,60
0,80	20-	19,50	19,50	19,-	19-	19-	18,50	18,50	18,50	18,50	18,50	18,—	18,-	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,50	17,-	0,80
1,—																					1-
1,15																					1,15
1,30																					1,30
1,50																					1,50
1,65										USW.											1,65
1,80																					1,80
2,—																					2-
2,20																					2,20
2,40																					2,40
2,60																					2,60
2,80																					2,80

130	Die Betriebsbuchführung.
        <pb n="143" />
        ﻿Die Selbstkostenberechnung mittels Tabellen.

131

9*
        <pb n="144" />
        ﻿132

Die Betriebsbuchführung.

Die Monatsbilanz.

Da man, wie bereits erwähnt, die Selbstkosten jedes Postens zu
Tabellenpreisen im Expeditionsbuch (Form. 84) berechnet, so erfährt
man durch Addition der einzelnen Posten die monatlichen Selbstkosten
der gesamten Lieferungen. Nachdem man die Gewichte und Selbst-
kosten für alle Kunden und eigenen Betriebe zusammengestellt hat, muß
natürlich berücksichtigt werden, daß diese Selbstkosten Grundpreisselbst-
kosten darstellen. Stellen sich die effektiven Preise niedriger, z. B. anstatt
Jü. 8,50 nur auf Jli 7,46 pro hundert Kilo, so muß diese Differenz, sowie
auch die Differenz für die prozentual berechneten Hilfsmaterialien und
Hilfslöhne von den Grundpreisselbstkosten in Abzug gebracht werden,
wobei angenommen wird, daß diese Unterschiede jeden Posten gleichmäßig
berühren. In dem Seite 120 (Selbstkostenberechnung) angeführten Beispiel
wurden die Gesamtselbstkosten mit Jt 119 985,25 nachgewiesen. Ergibt
nun die Zusammenstellung der Grundpreisselbstkosten (Tabellenselbst-
kosten) einen Betrag von dt 125 672,15, so hat man die Differenz von
dt 5686,90 = 4,5 % von den einzelnen Beträgen gleichmäßig in Abzug
zu bringen.

Den nunmehr ermittelten tatsächlichen Selbstkosten stellt man die
erlösten Beträge laut der ausgeschriebenen Fakturen gegenüber und er-
mittelt auf diese Weise den Gewinn, der aus den Lieferungen an die einzelnen
Kunden erzielt wurde. Bei den Lieferungen an eigene Betriebe kann natür-
lich kein Gewinn bleiben, da diesen der Guß zu Selbstkosten berechnet wird.
Die Differenz zwischen Grundpreisselbstkosten und tatsächlichen Selbst-
kosten wird am Jahresschluß zurückgebucht, nachdem durch die Jahres-
selbstkostenberechnung der durchschnittliche Eisenpreis ermittelt worden
ist. Ferner wird am Jahresschluß festgestellt, ob die in den Tabellenpreisen
enthaltenen und weiter verrechneten Betriebsunkosten zu hoch oder zu
niedrig bemessen worden sind. Etwaige Differenzen werden alsdann in
derselben Weise, wie die Differenzen für die Eisenpreise berücksichtigt.

Abteilung XI. Betriebswerkstätten.

In den Betriebswerkstätten findet eine Fabrikation irgend eines Ver-
kaufsartikels nur äußerst selten statt. Diese Werkstätten umfassen viel-
mehr jene Arbeiter, welche die fortlaufend vorkommenden Reparaturen
an Gebäuden, Kränen, Motoren, elektrischen Leitungen und Lampen aus-
führen, ferner solche, die mit Reinigungsarbeiten, Transporten u. dgl. be-
schäftigt werden. Außer diesen zählen noch die Zimmerleute, Sattler,
Kutscher, Nachtwächter zu dieser Abteilung. Um der Kraftzentrale einen
Lohnbeamten zu ersparen und weil einige in der Kraftzentrale beschäftigte
Arbeiter zeitweise noch für andere Abteilungen beschäftigt werden, werden
auch die Maschinisten und Heizer zu den Arbeitern der Betriebswerkstätten
gerechnet, deren auf die Kraftzentrale entfallende Löhne dieser belastet
werden.
        <pb n="145" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

133

Die Betriebswerkstätten sind in drei Meisterschaften geteilt:

1.	die Schlosserei und Klempnerei;

2.	die Verpackungswerkstatt und Zimmerei;

3.	die Abteilung für Maurer, Maler, Rohrleger, Elektromonteure, Sattler,
Transportarbeiter, Reinigungsarbeiter u. dgl.

Der Meister der letzten Abteilung beaufsichtigt auch den Betrieb in
der Kraftzentrale.

Die Auftragserteilung.

Für die fortlaufend zu erledigenden Arbeiten und für solche, die sich
sehr häufig wiederholen, bestehen Jahresorders. Diese sind auf Tabellen
festgelegt, die an einzelnen Stellen aushängen, um die Orders den Arbeitern
bekannt zu machen. Arbeiten, für welche keine Jahresorders vorhanden
sind, werden mit Bestellzetteln lt. Formular 28 in Auftrag gegeben.
Diese Bestellzettel werden im Lohnbureau mit laufenden Nummern ver-
sehen, die für die bestellenden Abteilungen in verschiedenen Zahlenkreisen
liegen; dann werden sie in die Selbstkostennachweisbücher (Form. 33)
eingetragen. Diese Bücher sind ebenfalls nach Abteilungen angelegt. Nach
der Eintragung erhält den Bestellzettel der in Betracht kommende Meister.
Es werden also in den Betriebswerkstätten keine Orderbücher geführt.
Die erwähnten Jahresordernummern der Betriebswerkstätten unterscheiden
sich in solche für die Kraftzentrale, den eigenen Betrieb, in spezielle Orders
für einzelne Abteilungen, in allgemeine Orders, und in solche, die für sämt-
liche Fabrikationsabteilungen gelten. Letztere sind so gewählt, daß die
Orders für dieselbe Arbeit in jeder Abteilung auch dieselben Endzahlen
haben, den die Nummern der Abteilung als Hunderter vorgesetzt werden.
Die Ordernummer für kleine Maurerarbeiten an den Gebäuden z. B. hat für
alle Abteilungen die Endzahl sechs. Für den Werkzeugbau, der die Ab-
teilungsnummer 4 hat, lautet diese Ordernummer also 406 (= 400 und 6).

Die Jahresordernummern sind folgende:

A)	Für die Kraftzentrale.

1.	Bedienung der Dampfkessel und Pumpen.

2.	Bedienung der Dampfmaschinen und Dynamos.

3.	Instandhaltung und Reinigung der Dampfkessel und Pumpen.

4.	,,	,,	,,	,, Dampfmaschinen und Dynamos.

5.	,,	,, Bedienung der Wasserreinigungsanlagen.

6.	Reinigung der Gullys und Revisionsbrunnen.

7.	Reparaturen am Gebäude.

8.	Instandhaltung	der	Kraft- und Lichtleitung	und Lampen.

9.	,,	,,	Telephonanlage.

10.	„	„	Werkzeuge.

11.	Sattlerarbeiten.

12.	Reinigungsarbeiten.

13.	Schriftliche Arbeiten.
        <pb n="146" />
        ﻿134

Die Betriebsbuchführung.

B) Für die Betriebswerkstätten.

21.	Kleine Reparaturen an Werkzeugmaschinen.

22.	Instandhaltung der Werkzeuge für die Schlosserei.

23.	,,	„	,,	,, Elektromonteure.
24.	,,	,,	„ Maurer und Rohrleger.
25.	„	„	,, Sattlerei.
26.	„	,,	„ die Zimmerei.
27. Spänetransport	in der Zimmerei.
28.	Reparatur der Stauhabzugsanlage in der Zimmerei.  29.	Verwaltung des Werkzeuglagers.	

30. Schriftliche Arbeiten im Lager.

C)	Für die Schmiede.

51.	Maurerarbeiten an den Schmiedeöfen.

52.	„	„	„	Glühöfen.

53.	,,	,,	„	Härteöfen.

D)	Für die Modelltischlerei.

61.	Reparatur der Staubahzugsanlage.

62.	Spänetransport.

E)	Für die Gießerei.

71.	Kleine Reparaturen am Sandstrahlgebläse.

72.	„	„	an der Preßluftanlage.

73.	Reinigung der Gullys und Brunnen.

F)	Für das chemische Laboratorium.

81.	Reinigung der Räume.

82.	Reparaturen am Gebäude.

83.	Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Druckluftleitungen.

84.	,,	,, Kraft- und Lichtleitung und Lampen.

85.	„	,, Telephonanlage.

86.	Botengänge.

G)	Allgemeine Orders.

101.	Reinigung und Instandhaltung der Höfe.

102.	Instandhaltung der Hofbeleuchtung.

103.	„	,, elektrischen Leitung auf den Höfen.

104.	Beaufsichtigung und Instandhaltung des Fahrradschuppens.

105.	Instandhaltung und Reinigung des Eisenbahnanschlußgleises.

106.	Rangieren der Eisenbahnwaggons.

107.	Kohlenentladen.

108.	Wächterdienst.

109.	Portierdienst.

110.	Kutscherdienst.

111.	Kleine Arbeiten für Fuhrwesen.

112.	Instandhaltung der Pferdegeschirre.
        <pb n="147" />
        ﻿Die Auftragserteilung.

135

113.	Reinigung der Hauptkontorräume.

114.	Reinigung des Bureaus für Arbeiterangelegenheiten und Kranken-

kasse.

115.	„	„	photographischen	Ateliers.

116.	„	der	Lichtpauserei.

117.	„	des	Speisesaales.

118.	Transporte von Maschinen eigenen Fabrikats.

119.	Transporte von Maschinen fremden Fabrikats.

120.	Arbeiten im	Maschinenlager.

121.	„	„	Werkzeuglager.

122.	,.	„	Materialienlager.

123.	„	in	der Teeküche.

124.	.,	in	der Expedition.

125.	Hilfeleistung beim Photographieren.

126.	,,	„ Lichtpausen.

127.	Bedienung der Telephonzentrale.

128.	Botengänge für das Hauptkontor.

	II.	III.	IV.	V.	VI.	VII.	VIII.	IX.	X.	XI.
H) Für alle Fabrikations- abteilungen.	Maschinen-  bau	Spezial-  maschinenb.	Werkzeug-  bau	Spezial-  werkzeugb.	Normalien-  fabrik	Ein-  richterei	Schmiede	Modell-  tischlerei	Gießerei	Betriebs-  werkstatt
Transportarbeiten. . .	201	301	401	501	601	701	801	901	1001	1101
Aufräumungs- u. Reinigungsarbeiten in den Werkstätten. . .	202	302	402	502	602	702	802	902	1002	1102
Reinigung der Waschräume ....	203	303	403	503	603	703	803	903	1003	1103
„	„ Bureauräume ....	204	304	404	504	604	704	804	904	1004	1104
„	„ Aborte		205	■305	405	505	605	705	805	905	1005	1105
•Kleine Maurerarbeiten an d. Gebäuden	206	306	406	506	606	706	806	906	1006	1106
„ Malerarbeiten „ „	„	207	307	407	507	607	707	807	907	1007	1107
Instandhaltung der Türen u. Fenster	208	308	408	508	608	708	808	908	1008	1108
„	„ Dächer u. Dach-										
rinnen . . . . .	209	309	409	509	609	709	809	909	1009	1109
„	„ Aufzüge u. Kräne	210	310	410	510	610	710	810	910	1010	1110
Instandhaltung der Motore ....	211	311	411	511	611	711	811	911	1011	1111
„	„ Transmission u.  Deekenvorgelege	212	312	412	512	612	712	812	912	1012	1112
„	„ Heizungsanlagen	213	313	413	513	613	713	813	913	1013	1113
„	„ Kraftleitungen .	214	314	414	514	614	714	814	914	1014	1114
„	„ Lichtleitungen u.  Lampen ....	215	315	415	515	615	715	815	915	1015	1115
Instandhaltung der Telephonleitungen	216	316	416	516	616	716	816	916	1016	1116
„	„ Gasleitungen . .	217	317	417	517	617	717	817	917	1017	1117
„	„ Wasserleitungen	218	318	418	518	618	718	818	918	1018	1118
„	„ Dampfleitungen.	219	319	419	519	619	719	819	919	1019	1119
„	., Preßluftleitungen	220	320	420	520	620	720	820	920	1020	1120
Sattlerarbeiten . .	221	321	421	521	621	721	821	921	1021	1121
Bedienung der Heizventilatoren und Motore ....	222	322	422	522	622	722	822	922	1022	1122
Bedienung der Umformer	223	323	423	523	623	723	823	923	1023	1123
Botengänge . .	224	324	424	524	624	724	824	924	1024	1124
        <pb n="148" />
        ﻿136

Die Betriebsbuchführung.

Für jede Jahresorder wird jeden Monat ein Bestellzettel (Form. 28)
ausgefüllt und dem in Betracht kommenden Meister übergehen, damit auf
der Rückseite die verwendeten Materialien notiert werden.

Die Lohnverrechnung.

Die Arbeiter in den Betriebswerkstätten werden im Zeitlohn beschäf-
tigt. Nur selten kommen Arbeiten vor, die im Akkord ausgeführt werden.
Um die für jede Order auf gewendete Zeit zu notieren, erhalten die Arbeiter
die Wochenzettel (Form. 42), deren Gesamtstundenzahl sich mit der
Stundenzahl der Uhrkarten decken muß. Die Richtigkeit der Zeitangaben
wird vom Meister bescheinigt. Die Feststellung der Verdienstbeträge
geschieht durch Multiplikation der geleisteten Arbeitsstunden mit dem für
jeden Arbeiter festgesetzten Stundenlohnsatz. Die Lohnbücher, Lohnlisten
und Lohnquittungen sind dieselben, wie in den anderen Abteilungen.

Die Selbstkostenberechnung.

Um festzustellen, wieviel Löhne monatlich auf die Jahresordernummern
gezahlt werden, überträgt man die einzelnen Beträge der Wochenzettel
auf die Sammelbogen (Form. 50). Solche Löhne, die auf spezielle Ordres
gezahlt werden, gelangen in dem Selbstkostennachweisbuch (Form. 33) zur
Eintragung.

Die für die einzelnen Orders verwendeten Materialien können nur in
seltenen Fällen mittels Bestellzetteln von den Lagern entnommen werden,
denn es handelt sich hier meist um solche Materialien, die sich in den
Betriebswerkstätten selbst auf Vorrat befinden und deren zu verarbeitende
Menge man vorher nicht bestimmen kann, z. B. Mörtel, Kalk, Farbe, Holz,
Bleche, Riemen, Drähte, elektrische Artikel u. dgl. Die verbrauchten
Materialien werden daher von den Meistern auf der Rückseite der Bestell-
zettel notiert, oder man läßt die Arbeiter Notizen auf Zetteln machen, die
vom Meister geprüft und auf die Bestellzettel übertragen werden. Materia-
lien, die mittels Bestellzetteln von der Gießerei oder von den Lagern ent-
nommen werden, gelangen im Lohnbureau auf Grund der Rechnungen
der liefernden Abteilungen und Lager zur Eintragung auf die Konten der
Bestellung.

Die für die einzelnen Jahresordernummern gezahlten Löhne und ver-
wendeten Materialien werden monatlich zusammengezählt, auf die Be-
stellzettel geschrieben und den Betrieben unter Aushändigung der Bestell-
zettel in Rechnung gestellt. Die Selbstkosten der Verpackungskisten werden
der Buchhalterei aufgegeben. Spezielle Orders werden natürlich nach
Fertigstellung verrechnet.

Die Betriebsunkosten werden wie in den Fabrikationsabteilungen
mittels des Formulars 53 nachgewiesen und prozentual auf die Löhne
verrechnet. Dieser Zuschlag ist je nach der Art der Arbeit ein verschiedener.
Es werden drei Arbeitsarten unterschieden:
        <pb n="149" />
        ﻿Kraftzentrale. Chemisches Laboratorium.

137

1.	Arbeiten, bei deren Verrichtung weder Werkzeuge noch Maschinen
gebraucht werden;

2.	Arbeiten, die mit Hilfe von Werkzeugen ausgeführt werden;

3.	Arbeiten, die einen maschinellen Betrieb erfordern.

Abteilung XII. Kraftzentrale.

In der Kraftzentrale gibt es keine selbständige Buchführung, denn wie
erwähnt, geschieht die Berechnung der Löhne für die in der Kraftzentrale
beschäftigten Arbeiter in dem Bureau der Betriebswerkstätten, während
die Kosten für den elektrischen Strom, die von dem Kesselhaus der Kraft-
zentrale erfolgte Heizung der Fabrik und Bureauräume und für diverse
andere Leistungen der Kraftzentrale in der Betriebsbuchhalterei nach-
gewiesen werden. In der Kraftzentrale werden nur Bücher geführt über
Kohlen- und Hilfsmaterialverbrauch, Abgabe von Strom, Wasserabgabe
zu verschiedenen Zwecken, Druckluft- und Dampfabgabe an die Schmiede
u. dgl. Diese Angaben werden monatlich der Betriebsbuchhalterei zur
weiteren Verbuchung übergeben.

Das Konto der Kraftzentrale hat die auf Seite 27 aufgeführten zwölf
Unterkonten, auf welche die Kosten für Kohlen, Hilfsmaterialien, Löhne
für Bedienung der Kessel und Dampfmaschinen, Reparaturen, Verwaltungs-
kosten, Abschreibungen u. dgl. gebucht werden. Kreditiert werden dem
Konto der Kraftzentrale die Stromlieferungen, welche nach Kilowatt-
stunden mit Selbstkosten berechnet werden, ferner die Kosten für Heizung,
Druckluft und Dampf, der zu verschiedenen Zwecken an die verschiedenen
Betriebe abgegeben wird, sowie für das dem Reservoir der Kraftzentrale
von den Betrieben entnommene Wasser, wofür monatlich vom Betriebs-
ingenieur die Kosten berechnet und der Betriebsbuchhalterei zwecks Be-
lastung der Betriebe aufgegeben werden.

Da die Selbstkosten des elektrischen Stromes monatlich schwanken,
wird zwecks Berechnung desselben für die eigenen Betriebe ein geschätzter
Einheitspreis pro Kilowattstunde angenommen und am Jahresschluß die
Differenz zwischen tatsächlichem und angenommenem Preis den ver-
schiedenen Betriebsunkostenkonten gutgeschrieben resp. nachberechnet
(s. Konto Kraftzentrale).

Abteilung XIII. Chemisches Laboratorium.

Die Aufgabe des Chemischen Laboratoriums besteht hauptsächlich
darin, die in den eigenen Betrieben zur Verwendung kommenden Roh-
materialien chemisch und physikalisch zu untersuchen und so der Fabrik-
leitung beim Einkauf eine unerläßliche Stütze zu bieten. Welche Anforde-
rungen ferner seitens der Eisen- und Metallgießerei an das Laboratorium
gestellt werden, geht aus der Broschüre „Gießerei und Laboratorium“
hervor, welche die Firma Ludw. Loewe &amp; Co. an ihre Kunden gratis abgibt.
        <pb n="150" />
        ﻿138

Die Betriebsbuchführung.

Dem Chemischen Laboratorium werden die Aufträge für Unter-
suchungen von den Abteilungsvorständen und Lagerverwaltern mittels
des Formulars 88 überschrieben. Bestellbriefe auswärtiger Kundschaft
auf chemische und physikalische Untersuchungen werden dem Laboratorium
im Original übergeben. Im Laboratorium werden die Aufträge in chrono-
logischer Reihenfolge in ein Analysenbuch eingetragen, welches derart
eingerichtet ist, daß die Preise, nach auswärtigen Kunden und bestellenden
Abteilungen getrennt, eingetragen werden können (s. Form. 89).

Am Monatsschluß wird das Analysenbuch der Betriebsbuchhalterei
zwecks Verbuchung der Monatsbeträge zugestellt. Bei dieser Buchung

LUDW. LOEWE &amp; Co.	BERLIN, den 2. April 1907. Nr. 45

Actiengesellsckaft.

An das Chemische Laboratorium folgen hiermit zur Untersuchung:

Gegenstand: 1 Stück Maschinenstahl 52 mm 0

Lieferant: N. N.

Abteilung: Maschinenbau	Unterschrift:................

Ergebnis der Untersuchung:

Probe  Nr.	C	P	Mn	Si	S		Anmerkungen
9701	0,40	0,033	0,63	0,02	0,059		gut

Datum: 10. April 1907 Journ.-Nr.: 11/187	Unterschrift:

Form. 88. Orig.-Größe 200 X 120 mm.

Elemente

Dat-

Nr.

Besteller

Gegenstand

2.14. 07

9701

Maschinenbau

Maschinenstahl 52 mm 0

0,40

0,033

Mn

0,63

0,02

0,05$
        <pb n="151" />
        ﻿(I

Der Einkauf.	X39

kommen aber nur die Beträge für eigene Betriebe in Betracht, da die Unter-
suchungen für auswärtige Kunden diesen sofort nach Beendigung der
Untersuchungen fakturiert werden. Die Fakturierung geschieht auf Grund
der brieflichen Mitteilungen, welche dem Kunden über das Ergebnis der
Untersuchungen gemacht werden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen für eigene Betriebe werden auf
dem Bestellzettel vermerkt, welcher der bestellenden Abteilung nach der
Untersuchung zurückgegeben wird.

Das Konto für das Chemische Laboratorium hat die auf Seite 28 er-
wähnten zwölf Unterkonten, welchen alle Ausgaben, die das Laboratorium
verursacht, belastet werden. Im Kredit des Kontos erscheinen die Beträge
für ausgeführte Untersuchungen.

Der Einkauf.

Der Einkauf der wichtigsten, finanziell besonders in die Wagschale
fallenden Materialien geschieht durch die Direktion und zwar in der Regel
nach Beratung mit den Abteilungsvorständen, welchen ein weitgehender
Einfluß in dieser Beziehung eingeräumt ist. Diese Methode des Einkaufs
ist besonders eingeführt wegen der Gefahren, welche die Stellung eines
einzigen „Einkäufers“ beinahe unvermeidlich mit sich bringt und wegen
der unbedingt erforderlichen Sachkenntnis, die für alle vorkommenden
Materialien von einer Person nicht gut verlangt oder erwartet werden
kann. Nur die Bearbeitung des Einkaufes der weniger wertvollen Materialien
ist dem Verwalter des Lagers für Hilfsmaterialien übertragen, der jedoch
nicht selbständig ist, sondern der Direktion seine Vorschläge zur Entschei-
dung vorzulegen hat. Der Bedarf an solchen Rohmaterialien, welche in
größeren Mengen gebraucht werden, wird in der Regel durch Abschlüsse
für längere Zeit gedeckt. Zu diesen Materialien gehören: Roheisen, Bruch-
eisen, Schmelzkoks, Stahl, Zinn, Zink, Kupfer, Steinkohlen u. dgl. Für
        <pb n="152" />
        ﻿140

Der Einkauf.

andere Materialien wird der Preis regelmäßig auf ein Kalendervierteljahr
festgesetzt. Der Materialienlagerverwalter fordert vor Beginn eines neuen
Quartals verschiedene Lieferanten zur Preisabgabe auf und legt der Direk-
tion die auf Formular 90 zusammengestellten Preise der einzelnen Liefe-
ranten vor. In der Regel wird verlangt, daß jeder Offerte eine Analyse
oder Probe mitgegeben wird, deren Qualität für spätere Lieferungen maß-
gebend sein soll.

Nachdem die Qualität der Proben dieser Materialien im Chemischen
Laboratorium und je nach ihrer Art seitens der Betriebsleiter begutachtet
worden ist, wird unter Berücksichtigung der Qualität, des Preises und der
Zuverlässigkeit des Lieferanten von der Direktion die Firma bestimmt,
welcher die Lieferungen für das nächste Quartal überschrieben werden
sollen. Zu letzteren Materialien gehören z. B. Öle, Lacke, Petroleum, Benzin,
Holz, Putzmaterial, Stroh, Häcksel, Hafer usw. Als dritte Art von Materia-
lien kommen solche in Betracht, für die kein regelmäßiger oder nur ein
geringer Bedarf vorliegt, die also von Fall zu Fall für den vorliegenden
Bedarf eingekauft werden. Ferner gibt es noch eine Menge von Bedarfs-
artikeln, die zwar regelmäßig gebraucht werden, für die aber in jedem ein-
zelnen Falle eine andere Ausführung oder Qualität zu berücksichtigen ist,
z. B. Formulare, spezielle Fabrikationsmaterialien, Gas- und Wasser-
artikel, Spezialwerkzeuge für die verschiedenen Betriebe u. dgl. In der
Regel werden auch für die Lieferung dieser Materialien mehrere Liefe-
ranten zur Offertenabgabe aufgefordert. Diese Offerten werden auf der
Rückseite des Formulars 91 zusammengestellt.

Wenn für Materialien oder sonstige Artikel in den Werkstätten und
Bureaus Bedarf vorliegt, so ist dem Einkäufer (Verwalter des Materialien-
lagers) hiervon mittels Formulars 91 Anzeige zu machen. Nachdem auf
dieser Bedarfsanmeldung die liefernde Firma und der Preis seitens des
Einkäufers vermerkt ist, wird sie einem Direktionsmitglied zur Geneh-
migung der Bestellung vorgelegt. Alsdann geht sie an den Verwalter des
Materialienlagers zurück, welcher die Bestellungen ausschreibt und an
welchen später sämtliche Materialien zu liefern sind. Von hier gelangen die
Materialien an die Stelle, von welcher sie bestellt winden (vgl. Form. 14).

Artikel: Petroleum	Preis für wo kg

Firma	I. Quartal jj II. Quartal						III. Quartal			IV. Quartal			I. Quartal			II. Quartal			III. Quartal			IV. Quartal		
	1907												1908											
	Ji	2,		Ji	■3|		Ji	■Si		Ji	2&gt;		Ji	2		Ji	2,		Ji	2&gt;		Ji j ^		
Max Schubert	19	SO		20	—																			
F. Lindemann &amp; Go.	19	50	X	20	—	X																		
Leop. Hausmann	20	—		19	so																			
H. Günther Sohne	19	40		19	95																			

Form. 90. Orig.-Größe 220 X 300 mm.
        <pb n="153" />
        ﻿Der Einkauf.

141

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Bedarfs-Anmeldung

für eigenen Betrieb

Anmerkung: Nur gleichartige Waren, welche von einem Lieferanten bezogen werden, sind auf dieser

Bedarfs-Anmeldung zu notieren.

Menge	Einheit	Gegenstand	Bestimmung		Letzter Preis		
						Ji	Sh
5000	Stück	Formulare Nr. 309			01	15	_
10000	99	„	Nr. 75		für die BuchhaÜerei	99	6		
10000	„	„	Nr. 201					
5000		„	Nr. 74			99		&lt;0
					99	24	—
		Mit der Offerte ist eine Papier-					
		probe einzusenden!					

Letzter Lieferant: Buchdrucker ei „Nordwest“, Berlin

Zunächst Offerte	einzuholen bei		Hat offeriert zum Preise			Zu bestellen bei	
Firma		Ort		von  Ji	Sh	Liefertermin	  Zu liefern an		
		Berlin  99					
Lincke  Schmidt			S.	ums.		Berlin, den - - Antragsteller:		190...  	 Gesehen:		
Glaser		99				Genehmigt	Die Direktion
						Berlin, den	190		

Form. 91. Vorderseite. Orig.-G'röße 200X 180 mm.

Zusammenstellung der Offerten bei mehreren Artikeln.

309

x

Formulare

75

~x~

Sh

201
X U

74

X

Sh

X \ Sh

X

Nordwest

Lincke

Schmidt

Olaser

15

5 75

19 50
17
16 80

5 50

5	90

6	20

8 140
10 i-
8 ■

22 50
22 —
21 50

9 50

24 —

Form. !&gt;I. Rückseite.
        <pb n="154" />
        ﻿142

Der Einkauf

Bestellzettel Nr...

Bestellung

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft

Werkzeugmaschinen- und Werkzeug-Fabrik, Gießerei
und Laboratorium.

BERLIN NW. 87, den..

Huttenstr. 17/20.

190

für

Lieferungsbedingungen:

1.	Nur schriftliche Bestel-
lungen haben Gültigkeit, wenn
sie die ordnungsgemäße Unter-
schrift tragen.

2.	Alle Lieferungen auf
Grund dieser Bestellung
sind an unsere

Mat.-Yerwaltung

Berlin NW., Huttenat-raße 17/20,
Bahnsen düngen dagegen
nach Berlin

Bahnhof Moabit

zu richten.

3.	Die Abnahme erfolgt
vormittags von 8—11 und
nachmittags von 2—5 Uhr.

4.	Auf den Lieferscheinen, in
allen Korrespondenzen und
einzureichenden Rechnungen ist
die Nummer dieses Bestellzettels
anzugeben; ferner ist bei allen
Lieferungen der Preis für die ge-
lieferten Waren auf den Liefer-
scheinen zu vermerken.

5.	Kann die vorgeschriebene
Lieferzeit nicht mit Bestimmt-
heit eingehalten werden, so er-
suchen wir um sofortige Mit-
teilung und möglichst genaue
Angabe, wann die Lieferung
erfolgen wird.

6.	Gesamtrechnung über unsere
Monatsentnahme erbitten wir in
den ersten 3 Tagen des folgenden
Monats in einfacher Ausführung.

7.	Wir sehen nur diejenigen
Aufträge als ausgeführt und zur
Zahlung berechtigt an, welche
der Lieferant durch Quittung
unserer Lager Verwaltung als ge-
liefert nachweisen kann.

Wir bestellen hierdurch:

Order

Liefer-

termin

Preis

Muster und Skizzen werden bei Lieferung zurückerbeten.

Hochachtungsvoll

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Form. 92. Orig.-Größe 220X300 mm.
        <pb n="155" />
        ﻿Die Verwaltung der Lager.

143

Für die Bestellungen wird Formular 92 verwendet. Dieses Formular
ist aus dünnerem Papier angefertigt, welches eine Vervielfältigung mittels
Kohlepapiers zuläßt. In der Regel werden von allen Bestellungen zwei
Exemplare angefertigt, von welchen das eine der Lieferant zugestellt be-
kommt, während das zweite für den Materialienverwalter bestimmt ist.
Das Exemplar für den Lieferanten wird von der Direktion unterschrieben,
alsdann wird für die Akten in der Registratur eine Preßkopie angefertigt.
Die Bestellung wird zu diesem Zweck mit Kopierstift geschrieben.

Die Bestellungen erhalten fortlaufende Nummern, welche auch auf
der Bedarfsanmeldung (Form. 91) vermerkt werden. Im Materialien-
lager werden die Bedarfsanmeldungen nach diesen Bestellnummern geordnet
aufgehoben. Die Duplikatbestellbriefe werden dagegen nach Firmen ab-
gelegt. Der Materialienlagerverwalter hat also alle Bestellungen einmal
nach Firmen und einmal nach Bestellnummern in seiner Registratur und
ist in der Lage, nach jeder Richtung hin über Bestellungen und Lieferanten
Auskunft zu erteilen.

Bei Lieferung wird auf dem Bestellformular (Form. 92) das Datum und
die Menge der Lieferung notiert. Ist eine Bestellung ausgeliefert, so wird
das Bestellformular aus der Mappe für unerledigte Bestellungen heraus-
genommen und in eine Mappe für erledigte Bestellungen gelegt. Auf diese
Weise hat der Lagerverwalter stets alle noch nicht erledigten Bestellungen
firmenweise beisammen und ist in der Lage, bei Eingang der Waren sofort
die Bestellung zu finden, um sich über den Bestimmungszweck zu infor-
mieren. Fehlen auf dem Eingangsschein des Lieferanten die Bestellnummer
oder andere erwünschte Daten, so kann eine Ergänzung solcher Angaben
an Hand der Bedarfsanmeldungen, die wieder auf Grund der Bestellnummern
sofort gefunden werden, ohne nennenswerte Mühe und Zeitaufwand vor-
genommen werden.

Die Verwaltung der Lager.

Wie bereits Seite 3 erwähnt, bestehen für die verschiedenen Fabri-
kations- und Hilfsmaterialien und für die Halb- und Fertigfabrikate
mehrere Lager, von denen jedes eine eigene Verwaltung hat. Bei Durch-
führung dieser Dezentralisierung der Lagerverwaltung waren besonders
folgende Gesichtspunkte leitend:

1.	Daß gewisse Materialien in die Nähe der sie verarbeitenden Werk-
stätten gebracht werden (z. B. Roheisen, Koks, Formsand in die Nähe der
Gießerei, Stahl und Eisen in Stangen in die Nähe der Schmiede und der
Abstecherei (vgl. Situationsplan S. 2); normalisierte Maschinenteilein die
Nähe der Maschinenfabriken; Schreibmaterialien in die Nähe der Haupt-
bureaus, u. dgl.).

2.	Daß eine leichte Kontrolle und klare Übersicht der Bestände und
somit beste Ordnung aufrecht erhalten werden kann.
        <pb n="156" />
        ﻿~

144	Die Verwaltung der Lager.

3.	Daß mit der Verwaltung solche Beamte betraut werden können,
welche die für die verschiedenen Materialien unbedingt erforderlichen
Spezialkenntnisse besitzen.

4.	Um die Lagerbuchführung zu erleichtern und je nach Art der Artikel
zu spezialisieren.

Für die Kontrolle der Bestände der Lager sind in der Betriebsbuch-
führung die Seite 24 genannten Bestände-Konten eingerichtet. Die Roh-
materialien der Eisengießerei erscheinen auf dem Konto der Eisengießerei
als Fabrikationsmaterialien, weil sie ausschließlich von der Gießerei ver-
braucht werden, Das Stahllager steht auf dem Konto der Schmiede ebenfalls
auf dem Unterkonto für Fabrikationsmaterialien, weil die Materialien
stets entweder geschmiedet oder abgestochen zur Ausgabe gelangen. Die
Ausgänge des Stahllagers werden also buchhalterisch als Leistungen der
Schmiede betrachtet und zusammen mit den Löhnen für Bearbeitung und
den Betriebsunkosten zur Verrechnung gebracht.

Jedem Lager werden die von auswärtigen Lieferanten oder eigenen
Betrieben eingehenden Lagerartikel mit den Selbstkosten belastet. Unter
Selbstkosten ist bei Lieferungen von auswärts der Nettofakturenwert
zuzüglich Fracht-, Zoll- u. dgl. Spesen zu verstehen. Die Kosten für Lager-
verwaltung werden den Selbstkosten nicht hinzugerechnet, sondern als
allgemeine Betriebsunkosten verbucht. Bei solchen Lagerartikeln, die in
eigenen Betrieben hergestellt werden, werden die bei der Selbstkosten-
berechnung nachgewiesenen Herstellungskosten berechnet, die sich aus
Beträgen für Material, Härten, Löhne und Betriebsunkosten zusammen-
setzen. Die Preise für auswärtige Lieferungen gehen, wie Seite 19 geschil-
dert, aus dem Wareneingangsbuch hervor, während für Lieferungen eigener
Betriebe von den Lohnbureaus monatlich Rechnung erteilt wird. Über
die monatlich verausgabten Materialien u. dgl. erteilt jede Lagerverwaltung
den entnehmenden Abteilungen Rechnung, wobei die den Lagern belasteten
Selbstkostenpreise ohne jeden Zuschlag eingesetzt werden.

Wenngleich die Lagerbuchführung in allen Lagern im Prinzip dieselbe
ist, weicht sie doch bezüglich der Einrichtung der Formulare zuweilen ab,
weshalb ich die Buchführung jedes einzelnen Lagers noch besonders dar-
stellen will.

Das Hilfsmaterialien-Lager.

Welche Tätigkeit dem Verwalter dieses Lagers außer der eigentlichen
Verwaltung noch obliegt, ist bereits unter Kapitel „Einkauf“ gesagt
worden. Die Ausgabe von Materialien erfolgt nur gegen Materialentnahme-
schein (Form. 93), die von den Abteilungsvorständen unterschrieben sein
müssen. Die auf diesem Lager befindlichen Materialien sind teilweise Be-
triebs- oder Hilfsmaterialien, teilweise Fabrikationsmaterialien. Bei Ent-
nahme der letzteren ist der Entnahmeschein sofort von dem Lager-
verwalter mit dem Preis der Materialien zu versehen und dem Lohnbureau
der entsprechenden Abteilung zuzustellen, damit hier die Verbuchung auf

I
        <pb n="157" />
        ﻿Das Hilfsmaterialienlager.

145

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengeseiischaft.	Material-Entnahme s chein

	Menge	Ein-  heit	Benennung	Dimension,	Ealls für Fabrikate					
				Marke, Modell, Nummer usw.	Preis			Order-	Bestell-	Fabrik.-
					einz.	zusammen		Nr.	Nr.	Nr.
					%					
	50	Stück	Kniee		4,40	2	20			
	10	55	T Stücke J"Xf"		6,80	0	68			
	50	55	Nippel		6,—	3	—			
	20	„	» r		2,40	0	48	T-H		
	10		senkr. Bewegungen		äl,25	12	50	Os		1
	10	”	Mittelbewegunyen J-"		%  115,50	11	55	Oi		Ob
	10	55	Spitzhähne m.\" J.G.		82,50	8	25			
	20	55	Muffen			0	80			

BEELIN, den 2. April 1907	Gesehen....

..................... Genehmigt..............

Form. 93. Orig.-Größe 220 X150 mm.

das Konto der betreffenden Order vorgenömmen werden kann (s. Beispiel).
Entnahmescheine über Hilfsmaterialien bleiben bis zum Monatsschluß im
Lager und gehen mit den Monatsrechnungen zusammen in die Lohn-
bureaus. Auf diesen Scheinen wird der Preis nicht notiert. Zur Kontrolle
des Bestandes und des Verbrauches ist für jede Sorte der Materialien ein
Skontroblatt (Form. 94) angelegt, auf welchem Zugänge und Abgänge
notiert werden. Durch Abzug der Ausgangsbeträge von den Eingangs-
beträgen wird der Sollbestand ermittelt, der von Zeit zu Zeit mit dem
tatsächlichen Bestand verglichen wird.

Aus dem Skontroblatt (Form. 94) kann man ersehen:

1.	wie groß der Lagerbestand jeder Materialsorte ist;

2.	wieviel davon gebraucht wurde;

3.	wann und in welchem Umfange eine neue Bestellung sich empfiehlt;

4.	von welchen Firmen das Material zu beziehen ist (die in Betracht
kommenden Firmen werden im Kopf des Formulars eingetragen);

5.	zu welchem Preis der Artikel gekauft wurde.

Die Rechnungserteilung für die entnehmenden Betriebe geschieht
am Monatsschluß und zwar derart, daß man in der alphabetischen Reihen-
folge, nach welcher die Skontrohlätter in Klemm-Mappen aufbewahrt
werden, die Einzelentnahmen jeder Abteilung herausschreibt. Auf diese
Weise erscheinen also alle Posten desselben Materials in der Reihenfolge,
wie sie von dem betreffenden Betriebe entnommen wurden, untereinander.
Man kann daher ohne weitere Zusammenstellung z. B. sofort ermitteln,
wieviel Putzlappen, Rüböl, Seife usw. verbraucht wurden und wie sich

Lilienthal, Fabrikorganisation.

10
        <pb n="158" />
        ﻿146

Die Verwaltung der Lager.

Rüböl

Lieferanten:

Fischer &amp; Blum
Kasper Söhne

O. Isral Nchf.
W. Plötz

Eingang									Ausgang							Ausgang				
Mon.	Tag	kg	An-  zahl	Preis	JL	s&gt;	Mon.	Tag	Namen	kg	An-  zahl	Preis JL $		Moa.	Tag	Namen	kg	An-  zahl	Preis  AI %	
1907				%																
Jan.	1	391,7		64,-	250	6S	Jan.	3	Raabe	so		5120								
11	5	1045,-		66,75	697	54	11	11	Neumann	21		13 34								
							77	4	Pritsche	35		2140								
							11	11	Hahn	42		26 68								
							)9	5	Fischer	9,5		6:08								
							11	11	Klette	145,-		SO	—							
							11	11	Homann	79,-		50 50								
							11	6	Raabe	80,-		53 40								

Form. 94. Orig.-Größe 240X360 mm.

diese Entnahmen auf die Unterabteilungen verteilen. Im Lohnbureau
erleichtert diese Art der Rechnungserteilung die Kontierung. Das For-
mular 95 veranschaulicht eine solche Monatsrechnung des Materialienlagers.

Rechnung des Mater ialien-Lagem pro Monat April 190 7
für die Abteilung Maschinenbau

Datum J	Menge		Benennung	Empfänger	Order-  Nr.	Bestell-  Nr.	Pre  einzeln			S  zu-  sammen		Konto
							per	JL	3&gt;	A	3,	
			Transp.							849	15	
12	10	—	kg Schmirgel Nr. H	Gebauer			0/  Io	26	50	2	65	K
13	10	—	17	11	11	11	11			n	11	11	2	65	1)
17	10	—	11	71	71	11	11			„	11	11	2	65	11
21	1	—	„	„	Nr. 53	Brohm			D	17	11	0	26	7}
11	10	—	„ „ Nr-	Gebauer			11	11	11	2	65	11
			usw.									
2	10		Stück Spitzhähne	J. O.	Haase II	2931	25147	0/  lo	82	50	8	25	A
7	5	—	11	11	11	71	11	3742	29188	11	71	11	4	13	A
			USW.									

Übertrag |

Form. 95. Orig.-Größe 240X360 mm.
        <pb n="159" />
        ﻿Das Lager von Maschinen eigenen und fremden Fabrikates.

147

Das Lager von Maschinen eigenen Fabrikates.

Die Verwaltung dieses Lagers liegt einem der technischen Fabrik-
leitung unterstehenden Verwalter ob. In welcher Weise die Bestellungen
für Vorratsmaschinen erteilt werden, ist bereits Seite 41 (Kapitel Ma-
schinenbau — Auftragserteilung) gesagt. Sobald den Maschinenbau-
abteilungen eine Order auf Vorratsmaschinen überschrieben ist, werden
auf Formular 96 die Zahl der Maschinen und die Fabrikationsnummern
dafür eingetragen. Bei Fertigstellung resp. Lieferung der Maschinen an das
Lager wird das Datum der Anlieferung und beim Verkauf die Nummer der
Verkaufsorder, die bestellende Firma, das Datum der Bestellung und der
Liefertermin eingetragen. Aus Formular 96 kann man also ersehen:

1.	wieviel Maschinen sich in der Werkstatt in Auftrag befinden;

2.	wann dieselben bestellt wurden;

3.	wann sie fertig sein sollen;

4.	wieviel Maschinen bereits verkauft sind;

5.	wieviel Maschinen noch disponibel sind;

6.	wieviel Maschinen sich auf dem Lager befinden;

7.	welche Firmen die verkauften Maschinen erhalten haben;

8.	wieviel Maschinen umgesetzt wurden;

9.	wie lange die Erledigung einer Bestellung gedauert hat;

10.	wann und in welchem Umfange sich eine neue Bestellung empfiehlt.

Auf Grund der Eintragungen auf Formular 96 sind bei Eintragung
der auswärtigen Maschinenorders in die Orderbücher die Maschinen, die für
den Kunden genommen werden sollen, von der technischen Leitung be-
stimmt und im Orderbuch vermerkt (s. Kapitel Geschäftsbuchführung,
Die Eintragung der Kundenorders Seite 8).

Für die buchhalterische Kontrolle des Maschinenlagers ist die be-
reits Seite 80 (Kapitel Maschinenbau - Selbstkostenberechnung) erwähnte
Kontrollkarte (Form. 54) bestimmt. Auf Grund des Fakturenbuches
(Form. 12) werden monatlich die Karten für fakturierte Maschinen aus
der Kartothek für „vorrätige Maschinen“ entfernt und in eine andere
Kartothek für „verkaufte Maschinen“ gelegt. Am Jahresschluß muß sich
also der Inventurbestand mit dem Sollbestand der Kartothek decken,
wobei vorausgesetzt ist, daß die Selbstkostenberechnung für alle abgeliefer-
ten Maschinen bereits erfolgt ist.

Das Lager von Maschinen fremden Fabrikates.

Dieses Lager umfaßt solche Werkzeugmaschinen, für welche die Firma
von anderen, meist amerikanischen Fabriken, den Vertrieb übernommen
hat. Die Verwaltung dieses Lagers liegt der für solche Agenturgeschäfte
bestehenden „Handelsabteilung“ ob. Während die Maschinen eigenen
Fabrikates tatsächlich das Lager passieren, kommt es bei den Agentur-
maschinen oft vor, daß sie entweder vom Absender oder vom Spediteur
direkt an den Kunden geschickt werden, daß sie also das Lager gar nicht

10*
        <pb n="160" />
        ﻿Gegenstand: Horizont. Stoßmaschine

Kat.-Nr. 26 A Mod. I

Datum  der  Bestellung		Vorrats-  Order  Nr.		Ausstattung  der  Maschine		Fertig		Bestimmt für					Ex-
			In  Arbeit  Stück		Fabri-  kations-  Nr.	ir  Masch.-  Bau	n  Bevision	Tag der Be- stellung	Order-  Nt.	Liefer-  termin	Name des Bestellers und Ort	Bestellt  durch	pediert  am
April	1	707 V		normal	22201	15.j8.	25-18.	5./7. 07	259	20.18.07	Herrn. Saß, Berlin	Brf. v. 4./7.	26./8.07
1907					22202	55		55	55	55	55	55	55
					22203	„	55	10.17.	381	2.j9.	Berliner Kranfabrik	Br.v. 9./7. 07	6./9. 07
					22204	„	55		55	„	55	55	„
					22205	55			55	,5	55		»&gt;
					22206	29.&lt;8.	5. j9.	55	55	„	55	55	55
					22207	,,	,,	55	55	„	55	55	55
					22208	,,	55	10./8.	514	10J9.	Neue Autorn.-Ges. Stettin	Brf. v. 8.18.	9.f9. 07
					22209	,,	55	15.18.	580	10.j9.	Verein. Fahrradf. Berlin	Brf. v. 9.18.	9./9. 07
					22210	55	55	6.j9.	615	6./9.	Philipp Meyer, Köln	V erkauf sstelle	6.19. 07
					22211	5. j9.	12-19.					in DA.	
								usw.					

1

Form. 96.

Orig.-Größe 280X400 mm.

148	Die Verwaltung der Lager.
        <pb n="161" />
        ﻿Rundschleifmaschine 10"X 50"	Codewort: Nebula

Fabrikant: Norton Gr inding C&lt;L Worcester

Maße: ..................................................................

Gewichte:

Netto

% engl. 6790
Kilogr. 3080

Brutto

1$ engl. 9100
Kilogr. 4130

Preise: Einkaufspreis......................Ykf. fob...................Vkf. ab Hamburg.....................Vkf. ab Berlin.

Order  Nr.	Dat.	Voraus-  sichtl.  Termin	Tatsächl.  abge-  gangen	Dampfer	Kolli	Signum	Versand-  Instr.-Nr.	Bestimmt für	Verkaufs-  preis	Be-  stellt	Ge-  liefert	Bemerkungen
40	2.14.  1907	31.j5.	5.6.	Graf Walder-  see	10	40  1—10	15. 6. 07	M aschinenbau-A ,-G.  Mannheim		15.16. 07	Dir.	via Antw.
41	”	ft	ft	ft	10	41  1—10	ft	Max Giesen dh Co.,  Wien		20.16. 07	Dir.	
42	”	ft	ft	”	10	**  1	ft	Lager in Düsseldorf				via Antw.
												
												
												

Form. D’J’. Orig.-Größe 320X360 mm.

Das Lager von Maschinen fremden Fabrikates.	149
        <pb n="162" />
        ﻿150

Die Verwaltung der Lager.

berühren. Der Begriff „Lager“ erstreckt sich also nicht nur auf die tat-
sächlich in dem Lagerraum befindlichen, sondern auch auf solche Maschinen,
die sich unterwegs befinden. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes
mußte die Lagerkontrolle und Buchführung natürlich anders gestaltet
werden, als für das Lager eigener Maschinen.

Im Bureau der Handelsabteilung ist für jeden Maschinentyp ein
Skontroblatt lt. Formular 97 vorhanden, welches im allgemeinen denselben
Zweck hat, als das Formular 96 für Maschinen eigenen Fabrikates. Die
einzelnen Notierungen als: Abgangsdatum, Name des Dampfers, Zahl der
Kolli, Signum derselben usw. geschehen auf Grund der Mitteilungen des
Absenders, der Frachtbriefe und der Verschiffungskonnossemente.

Für die buchhalterische Kontrolle dient das Formular 98, auf
welchem sämtliche von derselben Firma stammenden Maschinen ohne
Rücksicht auf Größe und Art zur Eintragung gelangen. In der Buch-
halterei wird hauptsächlich kontrolliert, daß die Maschinen, welche nicht
das Lager passieren, dem Kunden rechtzeitig und richtig berechnet werden,
da infolge der veränderten Versanddispositionen, die vielfach erst während
des Seetransportes geschehen, auch die Verkaufspreise geändert werden
müssen und die Spesen für Transport, Versicherung und Zoll eine andere
Behandlung erfordern. Ferner hegt der Buchhalterei die Verdienstnach-
weisung für jede Maschine ob. Für diesen Zweck wird auf Formular 99
für jede Maschine ein Selbstkostennachweis geführt und die Gesamtziffern
der Selbstkosten laut dieser Nachweisung auf Formular 98 übertragen
(s. die Beispiele).

Auf Grund der Eintragungen auf Formular 98 kann man also er-
sehen :

1.	wieviel Maschinen bei jeder Firma bestellt sind;

2.	wann dieselben bestellt wurden;

3.	wann sie geliefert werden;

4.	wieviel Maschinen bereits verkauft sind;

Norton Grinding Go.

Bestellung		Stück	Bezeichnung der Maschine		Vers.-  Wert		Liefer-  termin	Geliefert		Name  des  Dampfers	Kisten		Gewicht	
Nr.	Datum		Größe	Ausstattung	Ji	ä&gt;		ab  (Hafen)	Datum		Stck.	Sign.	Brutto	Netto
40	2.14.07	i	10"X50"				31.15. 07	Boston	8.j6. 07	Graf Wal- dersee	10	40  1—10	4142	3110
41		i	10"X50"				31.15.07	Boston	8.16. 07		10	41  1—10	4135	3100
42		i	10"X50"				31.15. 07	Boston	8.16.07	”	10	42  1—10	4140	3120
        <pb n="163" />
        ﻿Das Lager von Werkzeugen eigenen Fabrikates.

151

5.	wieviel Maschinen noch disponibel sind;

6.	wieviel Maschinen sich auf Lager befinden;

7.	wieviel Maschinen sich unterwegs befinden;

8.	welche Kunden diese Maschine erhalten haben;

9.	wieviel Maschinen umgesetzt wurden;

10.	wieviel an jeder Maschine und wieviel im ganzen verdient wurde;

11.	wann und in welchen Umfange sich eine neue Bestellung empfiehlt.

Das Lager von Werkzeugen eigenen Fabrikates.

Wie bereits Seite 84 gesagt, enthält dieses Lager seine Bestände aus-
schließlich vom Werkzeugbau. Die Art der Auftragserteilung und der
Berechnung seitens des Werkzeugbaues geht ebenfalls aus dem Kapitel
„Abteilung IV, Werkzeugbau“ hervor. Für jeden Werkzeugtyp ist imLager
ein Skontroblatt lt. Formular 100 angelegt. Auf diesem Blatt werden sämt-
liche Bestellungen, Lieferungen, Rechnungsbeträge und Ausgänge notiert.
Die Lagerausgänge werden wieder in solche für auswärtige Kundschaft
und eigene Betriebe getrennt in besonderen Kolonnen eingetragen. Die
Ausgabe von' Werkzeugen an eigene Betriebe erfolgt nur gegen Entnahme-
schein (Form. 93). Wie das auf Formular 100 veranschaulichte Beispiel
zeigt, bestellte das Werkzeuglager am 2. April an den Werkzeugbau 100
Fräser Nr. 10 auf Bestellnummer 23 921, Diese Fräser lieferte der Werk-
zeugbau in vier Raten in der Zeit vom 15. Juli bis 1. August ab. Die Be-
rechnung erfolgte pro Monat August. Je nachdem durch Eingang oder
Ausgang der Lagerbestand an diesem Werkzeug eine Veränderung erfährt,
wird die Bestandziffer in Kolonne „Bestand“ neu vorgetragen. Für den
Fall, daß von der Kundschaft oder von eigenen Betrieben Werkzeuge
wieder zurückgegeben werden, die bereits im Ausgang notiert waren, ist
auf dem Skontroblatt für die Verbuchung solcher Rücklieferung ein ent-
sprechender Raum vorgesehen.

Verkauft				Selbstkosten											Erlös			Ver-  dienst		Proz.  vom  Erlös
Datum	Order	Firma	Ort	lt  Dat.	Re chm  $		mg  M.		Spesen  AL		Prov.  9,		Sa.  M. 1.9,		Fakt.  B.	m.	S,	.« 19,		
15.16.07	792	Maschb. A.-G. Mannheim	Mann-  heim																	
20.16. 07	822	Max Giesen &amp; Co.	Wien																	
																				
																				
																				

Form. 98. Orig.-Größe 480 X 360 mm.
        <pb n="164" />
        ﻿152

Die Verwaltung der Lager.

K osten-Nachweis

für

..........Kisten Nr.............. Gewicht........

verladen am.................... in...............

Ankunft in Berlin.................. ........ am.

- kg brutto ....
mit Dampfer.

.kg netto

Selbstkosten

JL I 2,

M. 3x

1. Lt. Rechnung des Lieferanten vom.

.190... = $

2. Lt. Rechnung des Spediteurs ............... vo

a.	Nachnahme lt. Konossement ...............

b.	Seefracht bis inl. Hafen.................

c.	Entladespesen............................

d.	Fracht resp. Rollgeld bis Eisenbahnstation

e.	Zoll für...... kg %.........JL............

f.	Zollabfertigungsspesen...................

g.	Fracht bis................................

h............................................

3. Lt. Kassenbeleg Nr. ...... vom......................190, .

a.	Fracht per Eisenbahn bis..................% kg.......

b.	„	„ Schiff „ ......................% kg.......

c.	Entladespesen, in ...................................

d.	Kleine Spesen......................................

4.	Transportversicherungsprämie

5.	Provision an den Vertreter .....

°/

7a

Sa. JL.

Von vorstehenden Spesen trägt der Empfänger . . . .

Sa. JL

Erlös lt. Fakturenbuch...........Fol...

Verdienst............................

. . JL

JL

Der Verdienst beträgt vom Erlös =...........%

Empfänger:

Order...........vom.................190...,	Fakturiert am ................190 .

form. 99. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
        <pb n="165" />
        ﻿
        <pb n="166" />
        ﻿154

Die Verwaltung der Lager.

Am Jahresschluß wird festgestellt, wieviel Werkzeuge von jedem Typ
umgesetzt wurden. Diese Umsatzziffer wird in der oberen linken Ecke des
Skontroblattes notiert und ist bei Bestimmung des Umfanges neuer Lager -
bestellungen von großer Wichtigkeit. Aus dem Skontroblatt (Form. 100)
kann man ersehen:

1.	wieviel Werkzeuge sich in der Werkstatt in Auftrag befinden;

2.	wann dieselben bestellt wurden;

3.	wieviel die Selbstkosten betragen;

4.	wieviel Werkzeuge verkauft wurden;

5.	wieviel Werkzeuge die eigenen Betriebe entnahmen;

6.	wieviel Werkzeuge sich auf dem Lager befinden;

7.	wie groß der Umsatz in den einzelnen Jahren war;

8.	an welche Firmen das Werkzeug geliefert wurde (auf Grund der Order-
nummer) ;

9.	wie lange die Erledigung einer Bestellung in der Werkstatt dauert;

10.	wann und in welchem Umfange sich eine neue Lagerbestellung

empfiehlt.

Am Monatsschluß erteilt das Werkzeuglager den Betrieben über ihre
Entnahme Rechnung mit Selbstkostenbeträgen wie das Materialienlager.
Über die an auswärtige Kunden zum Versand gekommenen Werkzeuge
wird ebenfalls eine Aufstellung mit Selbstkostenbeträgen gemacht und
zwar in chronologischer Reihenfolge nach Orders, damit die Beträge für
sämtliche Werkzeuge, die auf eine Order geliefert werden, hintereinander-
stehen. Diese Aufstellungen werden zusammen mit den Rechnungen für
die Betriebe in der Betriebsbuchhalterei verbucht.

Das Lager von Werkzeugen fremden Fabrikates.

Unter Werkzeugen fremden Fabrikates sind gemeint: Feilen, Schmirgel-
scheiben, Schublehren, Ölsteine, Taster, Zirkel, Hämmer, Zangen, Zoll-
stöcke u. dgl. Werkzeuge. Dieses Lager wird gemeinschaftlich mit dem
Lager von Werkzeugen eigenen Fabrikates verwaltet und erfährt nur in
buchhalterischer Beziehung eine getrennte Behandlung. Die Buchführung
ist in jeder Hinsicht dieselbe wie im Lager von Werkzeugen eigenen Fa-
brikates.

Das Normalienlager.

In diesem Lager befinden sich die Seite 95 auf geführten Fabrikate
der Normalienfabrik, welche für eigenen Bedarf und zum Verkauf auf Vor-
rat angefertigt werden. Die Art der Bestellung seitens des Lagerverwalters
und der Selbstkostenberechnung seitens der Normalienfabrik ist bereits
Seite 95 besprochen worden. Für die einzelnen Arten der Normalien sind
ebenfalls Skontroblätter (Form. 100) zwecks Verbuchung der Ein- und
Ausgänge vorhanden. Die Ausgabe der Normalien geschieht für ganze
        <pb n="167" />
        ﻿Das Steinkohlenlager.

155

Maschinen auf Grund der Teillisten (Form. 31) für kleine Ordres gegen
Normalien - Entnahmescheine (Form. 101), für auswärtige Orders auf
Grund des Orderbuches. Die Rechnungserteilung geschieht in der be-
kannten Weise.

lUDW. LOEWE &amp; Co.	0rder Nr. m

Actiengesellschaft.	-*T	,	-.	-*

JN ormalien-Jlintnalimescnein. Kat. Nr...........

Bestell-  er.			Schrauben			Serie	Nr.	Mod.	Eabr.-	Preis		
	Stück	Benennung	Form	0	Länge				Nr.	ein-  zeln	zusamm.  M, $	
3518	4	Schrauben	1	5	4					0*7.		22
	4		I	5	3					04	—	16
	1	Spannhebel					1				i	96
	Berechnet pro Monat April 190 7					lfd. Nr. 45			JlL		2	34

BERLIN, den 15. April 190 7	Gesehen:

............ Genehmigt:.................

Form. 101. Orig.-Gr. 220X 150 mm.

Das Steinkohlenlager.

Die Belastung des Beständekontos für Steinkohlen geschieht:

1.	für die Fakturenwerte und Frachten auf Grund des Wareneingangs-
buches ;

2.	für die Entladespesen auf Grund der auf der Monatsorder für solche
Arbeiter angesammelten Lohnbeträge;

3.	für Anfuhrkosten u. dgl. Spesen auf Grund von Aufgaben des
Betriebsingenieurs.

Der Verbrauch wird getrennt für Erzeugung von elektrischem Strom
und für Heizungszwecke täglich gemessen und am Monatsschluß der
Buchhalterei zur Verbuchung aufgegeben. Der Betrag für die zur Kraft-
erzeugung verbuchten Kohlen wird dem Konto der Kraftzentrale, der
für Heizungszwecke den betreffenden Unkosten-Konten der Betriebe be-
lastet. Die mit der Heizung in Verbindung stehenden diversen anderen
Kosten für Bedienung der Kessel, Abschreibungen usw. werden den Be-
trieben in demselben Verhältnis belastet als der Betrag für Steinkohlen.
Der Anteil an Heizungskosten wird in der Regel nach der Größe des
Raumes jedes Betriebes bemessen.
        <pb n="168" />
        ﻿156

Die Verwaltung der Lager.

Das Schreibmaterialienlager.

Solche Schreibmaterialien und Drucksachen, welche für alle Betriebe
zu verwenden sind, werden an einer Stelle auf Vorrat gehalten und gegen
Materialien - Entnahmescheine (Form. 93) ausgegeben. Die Verwaltung
dieses Lagers hegt dem die Briefexpedition besorgenden Beamten ob und
ist im Prinzip dieselbe, wie die der anderen Lager.

Das Stahllager.

Das Konto für das Stahllager erscheint, wie bereits Seite 102 erwähnt,
nicht als Bestände-Konto, sondern als Unterkonto der Abteilung Schmiede.
Die Verwaltung des Stahllagers ist bei Kapitel „Schmiede und Abstecherei“
bereits geschildert, ebenso die Art der Verrechnung des Materials. Für
jede Materialsorte ist auch hier ein Skontroblatt (Form. 94) angelegt, auf
welches Zugänge und Abgänge laut den Materialrapporten (Form. 72) über-
tragen werden.

Das Gießereimaterialienlager.

Für die buchhalterische Kontrolle der Bestände der in der Gießerei zur
Verwendung kommenden Materialien, wie Roheisen, Brucheisen, Schmelz-
koks, Formsand u. dgl. sind auf dem Konto der Gießerei die Unterkonten
XA 1 bis 5 eingerichtet. Die Verwaltung dieser Lager geschieht vom
Büreau der Gießerei aus in der unter Kapitel „Eisengießerei“ angeführten
Weise. Die Kreditierung dieser Konten geschieht in der Buchhalterei auf
Grund der Seite 120 angeführten Selbstkostenberechnung der Monats-
produktion.

Das Modell-Lager.

Die Modelle sämtlicher Abteilungen sind in einem gemeinschaftlichen
Lager untergebracht, für welches ein besonderes Gebäude errichtet ist
(s. den Grundriß). Die Modelle sind in der Reihenfolge ihrer Nummern
auf bewahrt, soweit sie in den ebenfalls nummerierten Regalen Platz haben;
größere Modelle liegen zwar in demselben Lager, aber abseits von den
kleineren in einem nicht mit Regalen besetzten Raum.

Der Verwalter des Modell-Lagers hat für jedes Modell mit den event.
dazu gehörigen Kernkasten eine Karte, welche mit Rubriken für die Daten
der Ausgabe in die Gießerei oder in die Modelltischlerei und für Rückliefe-
rung in das Lager versehen ist. Diese Karten sind für sämtliche Modelle
in einer Kartothek in der Reihenfolge der Modellnummern geordnet, so daß
der Verwalter des Lagers jederzeit in der Lage ist, über den Aufenthaltsort
jedes Modelles Aufschluß zu geben. Alle anderen Daten, z. B. bezüglich
der Anfertigung, der Herstellungskosten usw. sind aus Formular 122 zu
ersehen, welches in der Buchhalterei aufbewahrt wird und für dessen Ein-
tragungen das Lohnbureau der Modelltischlerei monatlich die Unterlagen
liefert.
        <pb n="169" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

157

Das Betriebs-Kontobuch.

Dieses Buch, welches die (Seite 24 bis 30) bei Besprechung der Kon-
tierung erwähnten Konten enthält, ist 45 cm breit und 60 cm hoch. Es ist
aus karriertem Papier gefertigt, dessen einzelne quadratische Felder
4 mm groß sind. Zwecks besserer Übersicht sind die Linien, welche die
Felder bilden, abwechselnd rot und schwarz gedruckt.

Die Konten sind teilweise nach dem System der sogen, italienischen,
teilweise nach dem System der sog. amerikanischen Buchführung ein-
gerichtet. Letzteres System ist besonders für die Fabrikations-Konten
der Abteilungen geeignet, da es wegen seiner tabellarischen Anordnung
eine Übersicht der einzelnen Unterkonten jeder Abteilung bietet und zu-
gleich die Veränderung der Werte der in jeder Abteilung in Arbeit befind-
lichen Fabrikate, summarisch sowohl, als für Materialien, Löhne und
Unkosten getrennt, nachweist. Die Übertragungen geschehen quartals-
weise auf Grund der angeführten Grundbücher und der von den Lohn-
bureaus der einzelnen Betriebe und Lagerverwaltungen erfolgten Aufgaben
über Empfänge und Leistungen, resp. Einnahmen und Ausgaben.

Zur Zusammenstellung der Monatsbeträge ist das Memorial bestimmt,
welches so eingerichtet ist, daß die zur Verbuchung gelangenden Selbst-
kosten der Arbeiten eigener Betriebe getrennt in Beträge für Material,
Härtekosten, Löhne und Betriebsunkosten eingetragen werden können.
Da die Buchungen des ersten Quartals sich in den drei anderen Quar-
talen sämtlich wiederholen, so werden die Buchungsansätze nur einmal
geschrieben und für die einzelnen Quartale nebeneinander geordnete
Rubriken eingerichtet (s. Form. 102). Für spezielle Buchungen ist ein
Hilfsmemorial vorhanden.

Die in der Betriebsbuchführung vorzunehmenden Buchungen unter-
scheiden sich in drei Gruppen:

A)	solche, die eine Vermehrung oder Verminderung des Saldos des
„Zentral-Kontos“ verursachen, die also in der Geschäftsbuchführung
ebenfalls, wenn auch in anderer Gestalt, erscheinen;

B)	solche, die nur die Salden der Konten der Betriebsbuchführung ändern
(interne Buchungen innerhalb aller Abteilungen und Lager);

C)	solche, die nur die Salden der Unterkonten einer Abteilung ändern,
den Hauptsaldo des Kontos aber unverändert lassen (interne Bu-
chungen innerhalb einer Abteilung).

Die sich wiederholenden Buchungen sind folgende:

Gruppe A.

1.	Buchung der lt. Wareneingangsbuch nachgewiesenen Zahlungen für
Waren, Löhne, Saläre usw.;

2.	Buchung der in der Geschäftsbuchführung dem Betriebs-Konto gut-
geschriebenen Beträge (solche Beträge werden zuerst in einem Buch
[„Ausgangsbuch“] zusammengefaßt, dann kontiert und in einer
Buchung ins Memorial eingetragen).
        <pb n="170" />
        ﻿158

Das Betriebs-Kontobuch.

I.	Quartal 1907

	Konto		Monat	Materialien  usw.		Härten		Löhne		Unkosten		Summa		Folio
Transport														
Per folgde. Debitoren	i	N	I  II  III									14  3	50	
An Zentral-Konto												17	50	
für lt, Warenein- gangsbxieh gezahlte Beträge		0	I  II  III									124  246  190	30  70  18	
												561	18	
		V	I  II  III									150  165  133	10  20  90	
												449	20	
	US	w  W.	I  II  III									511  480  515	30  15  20	
												1506	25	
	II	H	I  II  III									350  275  315	25  20	
												940	45	
		K	I  II  III									205  196  410	50  80	
												812	30	
		Y	I  II  III									80	40	
												80	40	
		Aa	I  II  III									690  718  700	10  10  85	
												2109	35	
		Ea	I  II  III									75  90  25	75  80  10	
												191	65	
	US	w.	I  II  III											
														
	Ab	fälle	I  II  III									42  53	15  05	
												95	20	
	.1 u-s	lag.	I  II  III									65  171  8	10  20  45	
												244	75	
	Lö	hne	I  II  III									400 726 420 925 415 811	18  24  76	
												1237 463	18	
	Sol	äre	I  II  III									51215  51490  51385	50  90  95	
												154 092	35	
	The	ek.	I  II  III									840  716  945	95  20  90	
												2503	05	
Transport												USW.		

Form. 103,

Orig.-Größe 260X400 mm.
        <pb n="171" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

159

I.	Quartal 1907

	Konto		Monat	Materialien  usw.		Härten		Löhne		Unkosten		Summa		Folio
Transport														
Per folgde. Debitoren	i	0	I  II  III									21  14  19	90  32	
A n Bestände-Konto I												55	22	
für verausgabte Materialien It. Rechnungen des  M aterialienlagers		Ra	I  II  III									12  19  7	18  12  40	
												38	70	
		Ta	I  II  III									9  10  7	15  80  45	
												27	40	
		Ua	I  II  III									18  9  12	80  10  17	
												40	07	
		Va	I  II  III									1	84  17  40	
												2	41	
		Wa	I  II  III									22  1  4	10  50  13	
												27	73	
		Xa	I  II  III									5 17  6	95  12  83	
												29	90	
	ii	A	I  II  III									2180  1742  2482	92  44  17	
												6405	53	
		K	I  II  III									965  940  1083	80  12  58	
												2989	50	
		N	I  II  III									18  17  22	91  40  95	
												59	26	
		0	I  II  III									15  26  19	40  43  17	
												61	—	
		P	I  II  III									35  29  48	40  82  75	
												113	97	
		Q	I  II  III									12  7  21	32 18  33	
												40	83	
		s	I  II  III									27  31  19	40  55  47	
												78	42	
														
														
Transport												USW.		

Form. 103. Orig.-Größe 260X400 mm.
        <pb n="172" />
        ﻿160

Das Betriebs-Kontobuch.

I. Quartal 1907

	Konto		Monat	Materialien  usw.		Härten		Löhne		Unkosten		Summa		Folio
Transport														
Per folgde. Debitoren		III	I  II  III	15  122	40  28	8	55  46	22  15	11  50	22  15	11  50	60  161	17  74	
An Konto II Maschb.				137	68	9	01	37	61	37	61	221	91	
für dieS elbstkosten der auf Vorratsor- ders, auswärtige Orders und für fremde Betriebefer- tiggestellten Pabri- kate		IV	I  II  III	50  3	15  90		80	120  4	45  88	120  4	45  88	291  13	85  66	
				54	05		80	125	33	125	33	305	51	
		V	I  II  III	155	78	2	10	344		344		845	88	
				155	78	2	10	344		344		845	88	
		VI	I  II  III					222  790  85	15  05  30	222  790  85	15  05  30	444  1580  170	30  10  60	
								1097	50	1097	50	2195	—	
		VII	I  II  III	15  10	20  90			40  25	18  15	40  25	18  15	95  61	56  20	
				26	10			65	33	65	33	156	76	
		VIII	I  II  III	80  220  7	40  55  95	7  19	12  45	126  780  29	30  45  10	126  780  29	30  45  10	340  1800  66	12  90  15	
				308	90	26	57	935	85	935	85	2207	17	
		X	I  II  III					111  4  756	90  50  42	111  4  786	90  50  42	223  9  1572	80  84	
								902	82	902	82	1805	64	
		XIII  11	I  II  III					95  111  115	15  90  30	95  111  115	15  90  30	190  223  230	30  80  60	
								322	35	322	35	644	70	
	B.	K.  2	I  II  III	150 890 130 000 135 000	15	723  912  977	06  20  40	107 000 175000 180000		107 000 175000 180000		365 613 480 912 495 977	18  20  40	
				415 890	15	2612	63	462000		462 000		1342 502	78	
	V.	F.  2	I  II  III	1428  733  1840	56  65  56	120  77  102	44  30  43	4026  2542  3074	95  90  55	4026  2542  3074	95  90  55	9602  5896  8092	90  75  09	
				4002	77	300	17	9644	40	9644	40	23 591	74	
														
														
														
														
														
														
														
														
	S	a.	I  II  III	152 479 130969 137126	86  57	851  1008  1090	94  95 39	111765 179 259 184 450	19  83  17	111765  179259  184450	19  83  17	376 862 490497 507 117	18  61  30	
				420 575	43	2951	28	475 475	19	475 475	19	1374 477	09	
Transport														

Form. 104.

Orig.-Größe 260X400 mm.
        <pb n="173" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

161

I. Quartal 1907

	Konto		Mo i uil	Materialien  usw.		Härten		Löhne		Unkosten		Summa		Folio
Transport														
Per Konto II Maschb.	ii	0												
An KontoIIMaschb.				640	80	4	18	1211	50	112	95	1969	43	
Übertrag der laut Sammellisten nach- gewiesenen Beträge f. Betriebsunkosten		H												
				418	40	118	22	3490	11	1290	84	5317	57	
		M												
								2280	40		—	2280	40	
		N												
								410	10			410	10	
		0												
								5490	80			5490	80	
		P												
								601	20			601	20	
		Q												
								6220	15			6220	15	
		R												
								4860	90	79	40	4940	30	
		S												
				45	40			840	45	40	90	926	75	
		T												
				88	42			122	40	60	10	270	92	
	US	w.												
												USW.		
														
														
														
														
														
														
		Sa.												
				6190	50	212	13	43945	20	6490	46	56 838	29	
Transport														

Form. 105. Orig.-Größe 260X400 mm.
Lilientkal, Fabrikorganisation.	\\
        <pb n="174" />
        ﻿162

Das Betriebs-Kontobuch.

Gruppe B.

3.	Verteilung der lt. Salärbuch gezahlten Saläre auf die Unterkonten
der Abteilungen (Umbuchung der dem Konto „Saläre“ belasteten
Beträge);

4.	Buchung der lt. Lohnlisten gezahlten Löhne auf die Unterkonten
(B und C) der Abteilungen (Umbuchung der dem Konto „Löhne“
belasteten Beträge);

5.	Buchung der Rechnungen der verschiedenen Lager nach den in den
Lohnbureaus vorgenommenen Kontierungen;

6.	Buchung der Selbstkosten der von jeder Abteilung abgerechneten
Fabrikate und der für andere Betriebe ausgeführten Arbeiten.

7.	Umbuchung der Selbstkosten der lt. Fakturenbuch fakturierten
Maschinen von den Bestände-Konten auf die betreffenden Fabrikate-
Konten;

8.	Buchung der lt. Sammellisten für Neuanschaffungen nachgewiesenen
Selbstkosten auf das Konto für Zugänge an Betriebsinventar und
Utensilien;

9.	Buchung des von der Kraftzentrale abgegebenen elektrischen Stromes,
sowie der Kosten für Heizung und anderer Leistungen der Kraft-
zentrale ;

10.	Buchung der Kosten für chemische und physikalische Untersuchungen.

Gruppe C.

11.	Buchung der lt. Sammellisten angesammelten Betriebsunkosten der
einzelnen Abteilungen.

Von den erwähnten Buchungen sind zwecks näherer Besprechung in
den angeführten Beispielen folgende vier herausgegriffen:

1.	Zu 1. Buchung der lt. Wareneingangsbuch nachgewiesenen Zahlungen

für Waren, Löhne, Saläre usw.;

2.	Zu 5. Buchung der Rechnungen des Materialienlagers nach der in den

Lohnbureaus vorgenommenen Kontierung;

3.	Zu 6. Buchung der Selbstkosten der im Maschinenbau abgerechneten

Maschinen und kleinen Orders und der für andere Betriebe
ausgeführten Arbeiten;

4.	Zull. Buchung der lt. Sammellisten angesammelten Betriebsunkosten

des Maschinenbaues.

Wie aus der Buchung Nr. 3 hervorgeht, werden die Selbstkosten der
in den Werkstätten ausgeführten Arbeiten für andere Betriebe diesen
getrennt mit Beträgen für Materialien, Härtekosten, Löhne und Betriebs-
unkosten belastet. In dem Lohnbureau der empfangenden Abteilung
werden die einzelnen Posten, gleichviel ob sie sich auf Fabrikate oder Be-
triebsunkosten usw. beziehen, in derselben Form weiterverbucht. Die
verrechneten Unkosten des Maschinenbaues sind also nicht nur Betriebs-
unkosten des eigenen Betriebes, sondern auch solche anderer Betriebe,
z. B. der Schmiede, der Betriebswerkstätten, der Modelltischlerei u. a.,
        <pb n="175" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

163

welche vom Maschinenbau für von diesen Abteilungen ausgeführte Ar-
beiten seinerzeit übernommen wurden. Fertigt z. B. die Tischlerei zu Fräs-
maschinen die hölzernen Wechselradkasten an, so werden die Selbstkosten
getrennt in Beträge für Materialien, Löhne und Unkosten der Tischlerei
dem Maschinenbau in Rechnung gestellt und vom Maschinenbau bei Ab-
rechnung der betreffenden Maschinen ebenfalls getrennt weiter verrechnet.

Bei der Buchung Nr. 4 sind bei einigen Konten Betriebsunkosten
gebucht, bei anderen nicht. Hierzu ist zu bemerken, daß zu den Löhnen
eigener Werkstatt, wenn sie als Betriebsunkosten erscheinen, Zuschläge
für Betriebsunkosten nicht gemacht werden, weil hierdurch nur eine Ver-
änderung der Zahlen hervorgerufen werden würde, während das prozen-
tuale Verhältnis zu den Löhnen dasselbe bleibt; denn mit dem vergrößerten
Betrag der Betriebsunkosten würde natürlich auch die Ziffer der Löhne
steigen, die als Divisor einzusetzen ist. Die in dieser Buchung erscheinenden
Betriebsunkosten sind also ausschließlich von anderen Abteilungen über-
nommen worden. Bei dem Betrag von di 1969,43, der dem Konto „G“
Reparatur an Werkzeugmaschinen belastet wird, sind z. B., obwohl die
Löhne Jli 1211,50 betragen, nur M. 112,95 für Unkosten zu buchen. Da
jede Abteilung mit einem anderen Unkostenzuschlag rechnet, kann man
ohne weiteres nicht ersehen, auf welchen Lohnbetrag sich der Unkosten-
betrag bezieht und wieviel Löhne in eigener Werkstatt gezahlt wurden.
Dies geht jedoch aus der betreffenden Unkostensammelliste hervor.

Bei Übertragung der Buchung Nr. 4 verändern sich nur die Salden der
Unterkonten des Maschinenbaues, nicht aber der Hauptsaldo des Kontos:
denn der Betrag, der von den Unterkonten; Materialien, Härtekosten, Löhne
und verrechnete Unkosten abgeht, kommt bei den Unkosten-Konten hinzu.

Bei der Kreditierung des Kontos Löhne für die lt. Buchung Nr. 4 nach-
gewiesenen Lohnbeträge wird zunächst das Konto „C“ „Unproduktive
Löhne“ ausgeglichen: denn diese Löhne sind in den Unkostenbeträgen
enthalten. Der überschießende Betrag wird dem Konto ,,B“ „Produktive
Löhne“ kreditiert. Dieser letztere Betrag setzt sich zusammen aus über-
nommenen Löhnen anderer Abteilungen und aus solchen Löhnen produk-
tiver Arbeiter eigener Werkstatt, die für Reparaturen u. dgl. aufgewendet
worden sind.

Das angeführte Konto „Verrechnete Unkosten“ dient dazu, um die
von anderen Abteilungen übernommenen Betriebsunkosten aufzunehmen.
Kreditiert wird dasselbe für alle weiter verrechneten Betriebsunkosten,
so daß es natürlich während des Jahres einen Kreditsaldo aufweist. Wäre
man in der Lage, die Unkostenzuschläge so genau zu treffen, daß sie die
effektiven Unkosten ohne Rest absorbieren, so würde am Jahresschluß der
Kreditsaldo des Unterkontos „Verrechnete Unkosten“ gleich sein den
Debetsalden der Konten E bis Q a zuzüglich des Betrages für allgemeine
Unkosten. Dies trifft jedoch nicht zu, sondern es verbleibt stets eine
Differenz, welche um so größer ist, je mehr die Prozentsätze, mit denen
man bei der Selbstkostenberechnung rechnet, von den effektiven Prozent-
sätzen abweichen (s. Kapitel Bücherabschluß).

11*
        <pb n="176" />
        ﻿164

Das Betriebs-Kontobuch.

Debet	Zentral-

1907		Fol.	JC	St	Jt	3t
I. Quartal	An div. Kreditoren	55	95915	72	95915	72

Debet	Konto

1907		Fol.	Jt	3,	M.	St,
I. Quartal	An Zentral-Konto	10	1237463	18
        <pb n="177" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

165

Konto

Kredit

Fol.	Jt	
157	469327	26
158	3074343	87
10	2480090	55

1907

I. Quartal

Per Abschluß-Konto Materialien
„	„	„ Fabrikate

„ div. Debitoren

s. Bilanz-Konto für das Jahr 1906

Ji

6023761

68

Form. 106.

Löhne

1907

Quartal

Per 10 Debitoren

Kredit

Fol.

52

Jt ! •$(

1237463	18

M. :

Form. III
        <pb n="178" />
        ﻿166

Das Betriebs-Kontobuch.

Zwecks näherer Erläuterung sind folgende Konten der Betriebsbuch-
führung nachstehend veranschaulicht:

1.	Zentral-Konto (Form. 106).

2.	Konto II. Maschinenbau (Form. 107).

3.	,,	X. Gießerei (Form 108).

4.	,,	XII. Kraftzentrale (Form. 109).

5.	Bestände-Konto (Form. 110).

6.	Konto Löhne (Form. 111).

7.	„ Neuanschaffungen und Abgänge (Form. 112).

8.	Konto für die Selbstkosten der verkauften Fabrikate (Form. 113).

Wenn auch an Hand der Buchungsbeispiele und Konten das System

der Betriebsbuchführung bereits erklärt ist, will ich doch die auf Konto
„II. Maschinenbau“ übertragenen Buchungen noch einmal im Interesse
des allgemeinen Verständnisses der Reihe nach durchgehen und er-
läutern; zu diesem Zweck sind die einzelnen Buchungen mit laufenden
Nummern versehen worden.

Die ersten zwei Buchungen sind die sogenannten Eröffnungsbuchungen,
womit die Bestände lt. Inventur des vorigen Geschäftsjahres auf das Konto
für das neue Jahr vorgetragen werden. Während die Bestände an Materia-
lien, die nicht auf Orders bestimmt waren, sondern als „Vorrat“ vorgefunden
wurden, dem Konto A (Materialien) belastet sind, ist der Wert der in Arbeit
befindlichen Fabrikate in seine Bestandteile nach Materialien, Härte-
kosten, Löhne und Unkosten zerlegt, vorgetragen. Wenn nach den früheren
Darlegungen eigentlich solches Material, das nicht für eine Order bestimmt
ist, nicht vorhanden sein dürfte, so kommt es doch vor, daß während der
Fabrikation Materialien zurückgestellt werden, die wegen ihrer speziellen
Beschaffenheit in der betreffenden Abteilung verbleiben müssen. Außer-
dem werden zwecks billigerer Herstellung oft Teile in größerer Anzahl be-
stellt, als zurzeit gebraucht wurden.

Die Buchung Nr. 3 betrifft die lt. Wareneingangsbuch dem Konto
Maschinenbau zu belastenden Beträge. Wie bei Kapitel „Wareneingangs-
buch“ gesagt, muß für solche Beträge das „Zentral-Konto“ kreditiert
werden, da es für die Betriebsbuchführung das hergebende Konto für
solche Posten ist.

Durch die Buchung Nr. 4 werden die auf den Maschinenbau ent-
fallenden, durch die Lohnliste nachgewiesenen Löhne getrennt in produktive
und unproduktive Löhne gebucht.

Bei der Buchung Nr. 5 sind die Unkosten-Konten M, N, O, P, Q für
die Saläre belastet, die sich auf die Angestellten des Maschinenbaues be-
ziehen. Die Kontierung der Saläre erfolgt bekanntlich an Hand des Salär-
buches in der Buchhalterei.

Die folgenden fünf Buchungen Nr. 6—10 beziehen sich auf die Rech-
nungen der Lager für den Maschinenbau, deren Beträge im Lohnbureau
für die belasteten Unterkonten festgesetzt wurden.

Die Buchung Nr. 11 betrifft die vom Werkzeugbau dem Maschinenbau
berechneten Arbeiten.
        <pb n="179" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

167

Der Gesamtbetrag der Selbstkosten dieser Arbeiten beläuft sich auf
M. 323,39 und zerfällt in

Jt 75,70 für Material,

„ 118,94 ,, Löhne,

,,	9,81	,,	Härtekosten,

,, 118,94 „ Betriebsunkosten des Werkzeugbaues,
zus. Jl 323,39.

Ob diese Beträge sich auf Fabrikate des Maschinenbaues beziehen
oder auf Reparaturen oder andere Arbeiten, wird bei der Buchung nicht
berücksichtigt, sondern ist Sache des Lohnbureaus der empfangenden
Abteilung. Würden die Beträge sich z. B. auf Reparatur oder Ersatz von
Werkzeugen beziehen, so würden die betreffenden Abrechnungszettel
(Form. 28) im Maschinenbau auf die Sammelliste des Unkosten-Kontos
,,H“ übertragen werden. Bei späterer Verbuchung der angesammelten
Beträge der Unkostensammellisten scheiden diese Beträge von den Unter-
konten „Material“, „Härtekosten“, „Löhne“ und „Verrechnete Unkosten“
aus und treten auf die Unkosten-Konten über.

Die Buchung Nr. 12 betrifft die von der Abteilung Spezialwerkzeugbau
übernommenen Selbstkosten für geleistete Arbeiten, bei welchen das vorhin
Erwähnte ebenfalls zutrifft.

Die Buchung Nr. 13 enthält die Leistungen und Lieferungen der Ab-
teilung Schmiede, welche auch die vom Stahllager bezogenen Materialien
und die in der Härterei ausgeführten Härtearbeiten umfaßt. Außerdem
erscheint auf dem Konto „Ka“ „Vorbereitung von Fabrikationsmaterial“
ein Betrag von M. 1618,24. Dies ist der anteilige Betrag für Abstech-
kosten, die im Stahllager entstanden sind und im Verhältnis der Entnahme
den Betrieben als Unkosten belastet werden (s. Kapitel „Abstecherei“
Seite 105).

Zu den Buchungen Nr. 14, 15 und 16, welche ebenfalls Leistungen
anderer Betriebe betreffen, ist dasselbe zu sagen, wie zu den Buchungen
über Leistungen der vorhin erwähnten Betriebe.

Die mit Buchung Nr. 17 dem Maschinenbau belasteten Beträge be-
ziehen sich auf elektrischen Strom, Heizungskosten und Wasser, welches
von der Kraftzentrale an den Maschinenbau abgegeben wird. Wie die
Beträge hierfür ermittelt werden, ist bereits Seite 137 gesagt.

Die Buchung Nr. 18 enthält die Beträge, welche für die vom chemischen
Laboratorium ausgeführten Arbeiten dem Maschinenbau belastet werden
(s. Kapitel „Chemisches Laboratorium“).

Die Buchung Nr. 19 ist eine interne Buchung innerhalb der Unter-
konten des Maschinenbaues und bezieht sich auf die lt. Unkostensammel-
listen (Form. 51) nachgewiesenen Betriebsunkosten, soweit sie sich auf
Arbeiten eigener und fremder Betriebe beziehen.

Wie die Buchung im Memorial veranschaulicht, werden die End-
summen der Unkostensammellisten getrennt in Beträge für Material,
        <pb n="180" />
        ﻿168

Das Betriebs-Kontobuch.

Härtekosten, Löhne nnd eventuell Unkosten (anderer Betriebe) in das
Memorial eingetragen. Auf dem Unkosten-Konto wird dagegen nur der
Gesamtbetrag gebucht. Die Beträge aus dieser Buchung für sämtliche
Unkosten-Konten sind also gleich den Beträgen für Materialien, Härte-
kosten, Löhne und Unkosten, welche den Konten A, B, C, D und Ver-
rechnete Unkosten kreditiert werden, denn beide Additionen ergeben den
Betrag von Jli 56 838,29, wie in der Buchung im Memorial (Form. 105)
zu ersehen ist.

Die Kreditbuchung Nr. 1 betrifft die Selbstkosten der im betreffenden
Quartal vom Lohnbureau des Maschinenbaues verrechneten Fabrikate,
sowie diverse Arbeiten für andere Betriebe. Die Gutschrift erfolgt, wie
wiederholt gesagt, getrennt in Beträge für Materialien, Löhne, Härtekosten
und Unkosten. Für die Kreditierung der Unkosten ist bekanntlich das
Konto „Verrechnete Unkosten“ bestimmt, da die Gutschrift auf die ein-
zelnen Unkosten-Konten nicht verteilt werden kann.

Die Kreditbuchung Nr. 2 ist zugunsten des Kontos X. „Eisen-
gießerei“ erfolgt. Hierbei ist angenommen, daß der Maschinenbau an
die Eisengießerei Brucheisen abgegeben hat, welches von Ausschußstücken
stammte.

Der dem Zentral-Konto in der Buchung Nr. 3 gutgeschriebene Betrag
von M. 176,46 bezieht sich, wie die Kreditierung auf dem Konto des
Maschinenbaues zeigt, ebenfalls auf Fabrikationsmaterial, welches von
auswärts bezogen war und dem Lieferanten zurückgegeben wurde.

Die Buchung Nr. 4 betrifft die Selbstkosten der auf Neuanschaffungs-
Konto zu buchenden Inventarien und Utensilien. Für diese Buchung gilt
auch das zu Buchung Nr. 1 Gesagte.

Die letzte Kreditbuchung ist keine eigentliche Buchung, sondern
bezieht sich nur auf die in der Debetbuchung Nr. 19 angeführten Betriebs-
unkosten, welche aus Gründen der Buchtechnik summarisch im Kredit
erscheinen müssen, um eine Saldierung des Gesamtkontos zu ermög-
lichen.

Eine Addition der Debet- und Kreditposten ergibt einen Debetsaldo
von M. 1 Ul 675,09. Zu diesem Resultat muß man auch kommen, wenn
man die Salden sämtlicher Unterkonten gegenüberstellt, wie nachstehende
Aufstellung (siehe Seite 169) zeigt.

Diejenigen Konten, auf welchen keine Beträge erscheinen, betreffen
solche Unkostenbeträge, die nicht durch reguläre Geschäftsvorfälle ver-
ursacht werden, sondern die entweder von der Buchhalterei ermittelt
werden, wie z. B. Abschreibungen, oder die für längere Zeitabschnitte ge-
zahlt werden, wie Feuerversicherungsprämien, Steuern, Kassenbeiträge usw.
Solche Posten werden in der Regel am Jahresabschluß gebucht, während
man sich während des Jahres für die Aufstellung der Betriebsunkosten
mit Durchschnittsziffern des Vorjahres behilft. Auch der auf jede Ab-
teilung entfallende Anteil an allgemeinen Betriebsunkosten wird, wie
Seite 24 angeführt, am Jahresschluß festgestellt.
        <pb n="181" />
        ﻿Debet

Konto II

1907					A		B		c		D			Verrechnete  Unkosten		
					Fabrikations-  Material		Produktive  Löhne		Unprod.  Löhne		Härte-  kosten					
				Fol.	M.	Sh	JL	Sh	M.	S&gt;i	JC	Sh		JL	-S)	
I. Quartal	1	An Abschluß-Konto Materialien		157	2180 |	95										
					— 420575	43	— 475 475	19			— 2951	28		— 475 475	19	
	2		Fabrikate	158	840912	80	309194	78			8950	11		309194	78	
					—	340	40										
	3	„ Zentral-Konto		4	2 840	15										
					—	176	46										
	4	„ Konto Löhne		10			290840	10	40146	—						
					—	8140	12	—	8029	50						—	8029	50	
	5	„	„ Saläre		11												
					—	6190	50	—	3 799	20	— 40146	—	— 212	13		—	6 490	46	
	6	.. Bestände.-Konto T		12	6405	53										
													Die auf dem Konto mit roter Tinte			
	7	9&gt;	99	99	IV	14									geschriebenen Kreditposten sind hier			
													durch — gekennzeichnet.			
	8	99	99	99	V	15												
	9	99	99	99	VI	16	8944	47										
	10	99	99	99	VIII	17												
	11	„ Konto IV	Werkzeugbau	22	75	70	118	94			9	81		118	94	
	12	„	„	V	Spezialwerkzeugbau	24	594	74	1004	45			12	84		1004	45	
	13	„	„ VIII	Schmiede	25	245637	12	56940	65			1618	20		56 940	65	
	14	„	„ IX	Modelltischlerei	26	3390	55	3363	85						3363	85	
	15	„	„ x	Gießerei	28	220175	50										
	16	„	„	XI	Betriebswerkstätten	31	2155	72	3418	32			7	30		3418	32	
	17	„	„ XII	Kraftzentrale	37												
	18	„	„ XIII	Chem. Laboratorium	40												
	19	„	„ II	M aschinenbau	46												
			Sa. Liebet	JL	1333313	23	664881	09	40146	—	10598	27		374040	99	
			Sa. Kredit	JL	— 435 422	91	— 487303	89	— 40146	—	— 3163	41		— 489995	15	
			Saldo	JL	897890	32	177577	20			7434	86		— 115954	\16
        <pb n="182" />
        ﻿E

G

H

K

M

N

0

Abschreibung

auf

Werkzeugm.

Abschreibung

auf

Werkzeuge

Reparatur

an

Werkzeugm.

Werkzeug-
verbrauch u.
Reparatur

Kraft

Hilfsmat.

Feilen

Geh. u. Löhne
für Meister,
Einr. u. Schrbr.

Betriebs-

leitung

Ver-

waltung

3,

A 3,

A

A

A

3,

A .3,

A 3&gt;

3,

A

1

2

3

4

5

6

7

8
9

10

11

12

13

14

15

16

17

18
19

2 969 43

940 i 45

1780	40
1075	95

18944 20

8517\ 57

812 \ 30

2989 ! 50

14790 \

294 ! 38

2280 40

9250 \ —
59 1 26

101 40

410 : 10

6175

61

145 : 80

5 490

80

2969 \ 43

12314I37

18944 20

3801 ! 80

294 38

17070

40

9820 76

11872

60

2969 43

12314 i 37

18944 20

3801 I 80

294 \ 38

17070 ' 40

9820 | 76

11872

60
        <pb n="183" />
        ﻿	P		Q		R		s		T		V		V		w		X		Y		
	Technisch.  Bureau		Revision		Transport		Reinigung		Beleuch-  tung		Heizung  und  Lüftung		Bas		Wasser		Ersatz,  Ausschuß,  Verlust		Versuche		
	.ft	*	X	A	JL	A	JL	A	JL	A	X	A	JL	A	X	A	JL	A	JL	A	
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19	901  14820  113  95  601	10  97  15  20	1000  40  14  6220	83  14  15	4 940	30	78  926	42  75	899  2408  270	10  70  92	•  5050  750	95	120	25	79  _  501	75  74	4184	56	80	40	
	16531	42	7275	12	4940	30	1005	17	3578	72	5800	95	120	25	581	49	4184	56	80	40	
	16531	42	7275	12	4940	30	1005	17	3578	72	5800	95	120	25	581	49	4184	56	80	40
        <pb n="184" />
        ﻿	z		Aa		Ba		Ca		Da		Ea		Fa		Ga		Ha		I a		
	Chem.  Analysen		Gesetzt.  Kassenb.		Feuervers.  Prämie		Repar. und Ersatz von Utensilien		Rep. u. Änd. an Transm. u. D. V.		Re parat, an Motoren, Kr. u. Fst.		Instandhalt, der Preßluft- leitung		Reparatur und Ersatz an Modellen		Reparatur  an  Gebäuden		Instandhält, der Höfe und Umfried.		
	X	A	X	A	X	A	M.	A	X	A	X	A	—TI	A	X	A	X	A	X	A	
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19	345	20	2109	35		•	2896	45	4891	40	191  1012	65  74	483	12	9014	15	276	79	201	05	
	345	20	2109	35			2896	45	4 891	40	1204	39	483	12	9014	15	276	79	201	05	
	345	20	2109	35			2896	45	4891	40	1204	39	483	12	9014	15	276	79	201	05
        <pb n="185" />
        ﻿	Ka		La		Ma		Na		Oa		Pa		Qa								
	Vorbereitung von Fabrik.- Materialien		Umzugs-  kosten		Abschreibung auf Motore u. Transm.		Ab sehr, auf Kr.,Fst., Hz. u. Lft. Krp.		Abschreibung  auf  Modelle		Abschreibung  auf  Utensilien		Abschreibung  auf  Gebäude				Anteil an Allgem. Un- kosten				—
	A	*	X		X	3&gt;	A	9,	A	■9)	X	■S,	X	9&gt;	A	9&gt;	X	9,	X	9	
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19	1618	24	500	41																	
	1618	24	500	41																	
	1618	24	500	41												•
        <pb n="186" />
        ﻿Maschinenbau

Kredit

Form. 107.
        <pb n="187" />
        ﻿Debet

Konto X

																		
1907		Fol.	A. Fabrikationsmaterial															
			1. Roheisen				2. Brucheisen				3. Schmelzkoks				4. Diverse		5. Metalle	
			kg		x	-Si	leg		ji	3,	kg			3,	JUL	3,	X	3&gt;
        <pb n="188" />
        ﻿	B. Produktive Löhne								c		D		V errechnte Unkosten	
	1. Former- lohne		2. Kernm.- löhne		3. Putzer- löhne		4. Schmelzer- löhne		Unprod.  Löhne		Härte-  kosten			
	X	■S1	X	A	X	A	X	A	X	A	X	A	X	A
        <pb n="189" />
        ﻿	E		F		G		H		I		K		L		M		N		0		
	Abschreibung  auf  Werkzeugm.		Abschreibung  auf  Werkzeuge		Reparatur  an  Werkzeugm.		Werkzeug - verbrauch u. Reparatur		Kraft		Hüfsmat.		Feilen		Geh. u. Löhne für Meister, Einr. u.Schrbr.		Betriebs-  leitung		Ver-  waltung		
	X	3&gt;	X	-Sl	A	Sh	X	Sh	X	3,	A	Sh	X	Sh	A	Sh	X	Sh	A	■3.
        <pb n="190" />
        ﻿	p		Q		R		s		T		ü		V		w		X		Y		
	Technisch.  Bureau		Revision		Transport		Reinigung		Beleuch-  tung		Reizung  und  Lüftung		Gas		Wasser		Ersatz,  Ausschuß,  Verlust		Versuche		
	X	A	X	A	X	3,		X	A	X	A		A	A	A	A	X	A		A	A	X	A	
																					»
        <pb n="191" />
        ﻿	z		Aa		Ba		Ca		Da		Ea		Fa		Ga		Ha		Ia		
	Chem.  Analysen		Gesetzl.  Kassenb.		Feuervers.-  Prämie		Rep. und Ersatz von Utensilien		Rep. u. Änd. an Transm. u. D. V.		Reparat. an Motoren, Kr. u. Fst.		Instandhalt, der Preßluft- leitung		Reparatur und Ersatz an Modellen		Reparatur  an  Gebäuden		Instandhalt, der Höfe und Umfried.		
	A	3,	A	3,	X	4		A | 3,		X	3,	X	3,	A	3,	A	3,	X	3,	X	3,	
*
        <pb n="192" />
        ﻿Gießerei

Kredit

	Ka		La		M a		Na		Oa		Pa		Qa		Anteil  an  Allg. Unkosten		Sa. Debet				1907		Fol.	Sa. Kredit			
	Vorbereitung von Fabrik.- Materialien		TJmzugs-  kosten		Abschreibung auf Motore u. Transm.		Abschr. auf Kr., Fst., Hz. u. Lft. Krp.		Abschreibung  auf  Modelle		Abschreibung  auf  Utensilien		Abschreibung  auf  Gebäude														
																											
	X	A	X	A		X	A	JL	£&gt;	M.	•S»	JL	A	JL	A	AL	A	X	A	X	A				X	A	X	A
																											

Form. 108.

\
        <pb n="193" />
        ﻿Debet

Bestände

1907				1		2		3		4		5		6	
				Hauptmaterialien-		Lager v. Maschinen		Lager v. Maschinen		Lager v. Werkzeugen		Lager v. Werkzeugen			
				lager		eigenen Fabrikates		fremden Fabrikates		eigenen Fabrikates		fremden Fabrikates		iv ormauentayer	
			Hol.	A	3,	A	3&gt;	A	S,	M.	3i	A	•Sl	M.	3,
I. Quartal	An	Abschluß-Konto Materialien	157	40618	20										
		»	„ Fabrikate		—	34112	25										
	99		158			310255	85	125380	10	380994	38	133817	12	245311	24
		Zentral-Konto				—	1086420	10								
	99		10	36413	19			133890 —	157312	90  80			68422	65		
		Konto II Maschinenbau													
	99		23			1342502	78			—	225310	25				
		„ III Spezialmaschinenbau													
	99		25			516312	92								
	99	„ IV Werkzeugbau	26							• 188120	12	—	70111	25		
	99	„ VI Normalienfabrik	29											—	125614  114112	22  76
															
		Sa. Debet	JL	77031	39	2169071	55	259271	—	569114	50	202239	77	359424	—
		Sa. Kredit	JL	—	34112	05	—	1086420	10	—	157312	80	—	225310	25	—	70111	25	—	125614	22
		Saldo	JL	42919	34	1082651	45	101958	20	343804	25	132128	52	233809	78
        <pb n="194" />
        ﻿Konto

Steinkohlenlager

kg

Ji

! a

8

Schreibmaterial.-

lager

St

Sa. Debet

X	St
117043	60
1195758	69
260791	68
1342502	78
516312	92
188120	12
114112	76

AL

1907

3 795000

1057000

68212 —

20545

80

8213

1519

40

24

I. Quartal

— 1192540

21465

75

—	1405

15

3734 642 \ 55

4852000

■1192540

3659460

88757	80	9732
21465	75	—	1405
67292	05	8327

3 734642
1721751

39

2012890 \ 98

Kredit

Fol.

Sa. h	
JL	St
34112	05
1086420	10
157312	80
225310	25
70111	25
125614	22
21465	75
1405	15

X

Per div. Debitoren

12

14

15

16
18
19
26
31

1721751

57

Form. 110
        <pb n="195" />
        ﻿Debet

Konto Neu-Anschaffungen

Grundstück

und

Gebäude

M.

VI. Betriebs-Inventar

1. Betriebs- und Fabrikationsmaschinen und Diverse

A

Krafterzeuger, Pumpen,
Rohrleitungen
und Zubehör.

Ji

B

Motore, Dynamos,
Schalttafeln, Transmiss.
und Zubehör

A

$

C

Kräne, Kahrstühle,
Heiz- u. Lüftungsk.

D

Werkzeug-

maschinen

2.

Modelle

jt
        <pb n="196" />
        ﻿arid Abgänge

VI. Betriebs-Inventar

3. Hilfs-	und Schneidewerkzeuge				4.	Fabrikationswerkzeuge, Einspann-						
A	B		c		A		B		C		D	
Öfen, Apparate, gr. Hilfswerlczeuge, Flaschenzüge usw.	Bank-  schraubstöclce		Schneide- und Meßwerkzeuge f. a. Gebt.		Werkz. v. allgem. V erwendbarkeit		Spezialwerkzeuge für einz. Arbeits- arten		Spezialausrüstung  für  Werkzeugmaschinen		Spez.-Einr. zur Serienfabrik, von Maschinen u. Werkz.	
X	A	A	A	X	A	A	A	x		X	A	X	A
        <pb n="197" />
        ﻿nschaffungen

VI. Betriebs-Inventar
-Vorrichtungen und Lehren

E. Einrichtung für die Gießerei

1		2		3		4		5		6		7		8		9		10	
Formkast.  Zubehör	u.	Masch.-Frmk. und Zubehör		Lasteisen		Kran- Pfannen		Hand-  pfannen		Kupolöfen		Div. Werkz. und Von.		Trocken-  öfen				Pneumat.  Anlage	
X	s,	X		X	S|	X	S|	X	■3,	X	-S|	X	■S,	.tt	3,	M.	S|	.ft	-Sl
								■
        <pb n="198" />
        ﻿und Abgänge.

VII. Utensilien

Mobilien

und

Geräte

B

Riemen

und

Seile

Ji

c

Leitungen

und

Beleuchtungs-

körper

A

X

Pferde

und

Wagen

Sa. Debet

M.

1907

Fol.

Klasse



Kredit

Kredit

s,

.11

■3,

Form. 113.
        <pb n="199" />
        ﻿Debet

Konto XII

1907		Fol.	1				2		3		4		5		6		7	
			Ste	inkohlen			Hilfs-  Material		Bedienung d. Kessel u. Ppn.		Bedienung der Dampfmaschinen und Dynamos		Reparaturen		Beleuchtung		Gas	
			leg	%	X	St	X	S,	X		X	s,	X	St	X		Ji	St
																		

Debet.Konto Verkaufte Fabrikate

1907		Fol.	2		3		4		5		6		7		8	
			Maschinen-  bau		Spezial-  maschinenbau		Werkzeug-  bau		Spezialwerk-  zeugbau		Normalien-  fabrik		Einrichterei		Schmiede	
			X	St	X	St	X	St	X	St	X	St	X	St	X	St
        <pb n="200" />
        ﻿Kraftzentrale

Kredit

Verwaltung

M

Betriebs-

leitung

10

Feuerversich. •
Prämie

.ft

4

11

Abschreibung

M.

12

Diverses

Sä. Debet

Ml	4

.ft 4

1907

Fol.

Kredit

Ml	4

.ft 4

Form. 109.

Selbstkosten

Kredit.

9

Modell-

tischlerei

M

4

10

Gießerei

11

Betriebs-

werkstätte

Ml

4

12

Fremde

Ml	$

Sa. Debet

Ml

M 4

1907

Fol.

Kredit

m. %

M. %

Form. 113,
        <pb n="201" />
        ﻿Das Betriebs-Kontobuch.

169

Saldo.

Konto	A	Debet  JL  897 890,32
33	B	177 577,20
33	D	7 434,86
33  33	Verr. Unk.  G	2 969,43
33	H	12 314,37
33	J	18 944,20
33	K	3 801,80
33	L	294,38
33	M	17 070,40
33	N	9 820,76
33	0	11 872,60
33	P	16 531,42
33	Q	7 275 12
33	R	4 940,30
33	S '	1 005,17
3 3	S	3 578,72
33	N	5 800,95
3 3	V	120,25
33	w	581,49
33	X	4 184,56
33	Y	80,40
33	Z	345,20
33	A a	2 109,35
33	Ca	2 896,45
33	D a	4 891,40
3 3	E a	1 204,39
33	F a	483,12
33	Ga	9 014,15
33	Ha	276,79
33	J a	201,05
33	Ka	1 618,24
33	L a	500,41

Saldo

1 227 629,25

Kredit

JL

115 954,16

115 954,16
1 111 675,09

1 227 629,25	1 227 629,25

Der auf dem Konto Maschinenbau nach Abschluß des vierten Quartals
verbleibende Saldo für Materialien, Löhne und Härtekosten muß durch
die Inventur nachgewiesen werden, wobei natürlich Summen von einigen
Hundert Mark, die sich als Fehlbetrag erweisen, keine Rolle spielen (s. Ka-
pitel „Inventur“).
        <pb n="202" />
        ﻿170

Quartalsbilanzen.

Quartalsbilanzen.

Nachdem sämtliche Buchungen eines Quartals erledigt sind, wird
zwecks Ermittlung des Gewinnes jedes Quartals für die Direktion eine
Bilanz aufgestellt, soweit sich ohne Inventuraufnahme eine Fabrikbilanz
machen läßt. Die Aktiva ergeben sich teilweise aus der Geschäftsbuch-
führung, teilweise aus der Betriebsbuchführung, und zwar werden ent-
nommen :

A)	Aus der Geschäftsbuchführung:

1.	die Konto-Korrent-Debitoren;

2.	der Kassenbestand;

3.	der Bestand an Versicherungsmarken.

B)	Aus der Betriebsbuchführung:

4.	die Bestände in den Lagern;

5.	die Bestände in den Werkstätten;

6.	die Werte für Neuanschaffungen.

Die Passiva ergeben sich ebenfalls aus beiden Buchführungen, und
zwar sind ersichtlich

A)	Aus der Geschäftsbuchführung:

1.	der Saldo des Kontos der Zentralbuchhalterei;

2.	die Konto-Korrent-Kreditoren.

B)	Aus der Betriebsbuchführung:

3.	die Buchwerte für etwa verkaufte Inventarien und Utensilien;

4.	die auf den betreffenden Zeitabschnitt entfallenden Abschreibungen
für Abnutzung.

Die Bestände in den Werkstätten (Halbfabrikate) werden mit den
Selbstkosten berechnet; wobei für Betriebsunkosten der Durchschnitts-
prozentsatz lt. Unkostenstatistik angewendet wird. Bei den Maschinen-
bauabteilungen ist zu prüfen, für wieviel bereits fakturierte Maschinen
die Herstellungskosten noch nicht festgestellt („abgerechnet“) werden
konnten, für welche der Wert also noch auf den Konten dieser Abteilungen
steht. Für solche Maschinen nimmt man die Herstellungskosten lt. früherer
Abrechnung an und setzt diese von dem buchmäßigen Bestand der Halb-
fabrikate ab. Bei erstmaliger Anfertigung müssen in einem solchen Falle
die Herstellungskosten allerdings mittels der Teillisten und Materialbelege
ermittelt werden.

Um eine Kontrolle darüber zu haben, ob der durch Subtraktion der
Passiva von den Aktiva sich ergebende Gewinn richtig ist, wird eine Gewinn-
und Verlustrechnung aufgestellt, für welche die Gewinn- und Verlust-
beträge wiederum in beiden Buchhaltungen zu finden sind. Auf der Debet-
seite dieser Aufstellung erscheinen die Handlungsunkosten lt. dem Salden-
buch zum Hauptbuch der Geschäftsbuchführung, und eventuell der Saldo
des Kontos Zinsen.
        <pb n="203" />
        ﻿Das Betriebs-Inventarienbuch.

171

Die Gewinnposten auf der Kreditseite ergeben sich, indem man die
Selbstkosten der Fabrikate jeder Abteilung lt. den Konten in der Betriebs-
buchführung von den Erlösen lt. den Konten in der Geschäftsbuchführung
in Abzug bringt. Bei den Maschinenbauabteilungen sind hierbei die vorhin
erwähnten Selbstkosten für fakturierte, aber noch nicht abgerechnete
Maschinen zu berücksichtigen. Desgleichen muß bei den Selbstkosten
sämtlicher Abteilungen eine Regulierung bezüglich der Betriebsunkosten
vorgenommen werden, falls sich der tatsächliche Prozentsatz jeder Abtei-
lung mit dem einkalkulierten Prozentsatz nicht deckt.

Der Gewinn, der an dem Verkauf von fremden Fabrikaten erzielt
wurde, ergibt sich aus den beiden Konten für Selbstkosten und Erlöse.

Die Überschüsse des Chemischen Laboratoriums für chemische und
physikalische Untersuchungen für auswärtige Kunden lassen sich aus dem
Saldo des Kontos unter Berücksichtigung der noch zu buchenden Unter-
haltungskosten ebenfalls ausrechnen, so daß sämtliche Gewinnbeträge für
die Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt sind.

Der durch Abzug der Handlungsunkosten (Debetbeträge) von den
Gewinnposten (Kreditbeträge) sich ergebende Gewinnbetrag muß dem
sich durch die Bilanz ergebenden Gewinnbetrag wenigstens annähernd
gleich sein.

Die seit Jahren auf vorstehende Art auf gestellten Quartalsbilanzen
haben stets ein dem Jahresergebnis ziemlich entsprechendes, mithin
richtiges Resultat ergeben.

Das Betriebs Jnventarienbucli.

Das Inventarienbuch, welches zum Nachweis der Einzelwerte für die
Betriebsinventarien und Utensilien dient, ist entsprechend der Einteilung
dieser Mobilien in verschiedene Klassen (s. Kontierung) eingerichtet. Bei
jeder Klasse ist wiederum eine Scheidung der Inventarien und Utensilien
nach Abteilungen vorgenommen, weil dies zur Verteilung der Abschrei-
bungen auf die Abteilungen notwendig ist.

Das Inventarienbuch ist für zehn Jahre ausreichend, d. h. der Inhalt
braucht nur alle zehn Jahre in ein neues Buch vorgetragen zu werden.
Die Betragsrubriken für diese zehn Jahre sind nebeneinander angeordnet,
wobei zur Vermeidung einer zu großen Breite des Buches fünf Spalten auf
eine Einlage gedruckt sind (s. Form. 114). Da in das Inventarien-
buch unentbehrliche Notizen, wie z. B. Lieferant, Standort im Betrieb,
Eeuerversicherungswert u. dgl. nicht eingetragen werden können, ohne die
Handlichkeit des Buches und die Übersicht ungünstig zu gestalten, so sind
für die Mobilien der Klasse „I. Betriebs- und Fabrikationsmaschinen und
Diverse“ Inventarblätter (Form. 115) im Gebrauch, auf welche der-
artige Eintragungen gemacht werden. Eine Ausnahme hiervon machen
die Transmissionen, für welche die Werte nur abteilungsweise und summa-
        <pb n="204" />
        ﻿Klasse IB.

Motore, Dynamos, Schalttafeln, T\

und Zubehör

1 Motor E. G. 100—500 V. 15 P. S. F. Nr. 198957
1 Motor S. M. 75- 500 V. 10 P. S, F. Nr. 7519
1 Motor J.G.M. 100—500 V. 15P.S. F. Nr. 201130 A
1 Motor E. G. 100-500 V. 15 P. S. F. Nr. 200102
1 Motor M. O. P. 75—500 V. 7‘/4 P. S. F. Nr. 273
usw.

Klasse IV D.

Spezialeinrichtungen zur Serienfabrikation einzelner

Maschinen und Werlczeuge.
a) im Maschinenbau
für selbsttätige Drehbänke Nr. 2
„	„	„ Nr. 2A

für Leitspindeldrehbänke Nr. 3 A Ä
„	„	Nr. 3A

„	„	Nr. 3B

Nr. 3 C
Nr. 3 D

für Hinterdrehbänke Nr. 6

usw.

			1907					1908							
Bestand		Zugang		Abgang		Abschreibung		Bestand		Zugang		Abgang		Abschreibung	
JL	*	JL	*	M.	3&gt;	JL	St	M.	3,	X	3h	Ji		X	3h
1050				1050											
960	—					120	—	840	—						
1050	—					150	—	900	—						
		1500				150	—	1350	—						
		1200				120		1080							
126		750	_			219		657							
845	—	124	42			242	42	727	—						
2140	—	790	38			732	38	2198	—						
2246	—	—	—			561	—	1685	—						
3946	—	946	55			1223	55	3669	—						
3214	—	—	—			803	—	2411	—						
940	—	—	—			235	—	705	—						
2000		450	22			612	22	1838							

1909

Bestand

X

Zugang

X 3,

Form. 114. Orig.-Größe 450 X 580 mm.



172	Das Betriebs-Inventarienbuch.
        <pb n="205" />
        ﻿Das Betriebs-Inventarienbuch.

173

Inventarklasse ID Nr. 2145
Gegenstand: Leitspindeldrehbank Nr. 3B Mod. II

Herkunft: Ludw. Loewe &amp; Co. A. G., Berlin

Anschaffungskosten und
Zugänge

Jahr Mon.

Betrag

Stand und Buchwert
bei Jahresschluß

Jahr 1

Kaum

Betrag

Deuerversicherungs betrage

Jahr [ Betrag

Jahr , Betrag

1885 XII

eig. Fabrikat

2000		1885	Schulz	1800
		18S6	»	1600
		1887	99	1400
		1888	99	1200
		1889	J&gt;	1000
		1890	Braun	800
		1891	&gt;&gt;	600
		1892		400
		1893	&gt;&gt;	200
		1894	»&gt;	0
		1895	J J	0
		1896		0
		1897	5&gt;	0
		1898		0
		1899	&gt;&gt;	0
		1900	Homann	0
		1901	Kunz	0
		1902	»»	0
		1903		0
		1904	&gt;&gt;	0
		1905	i j	0
		1906	99	0

Abgänge

Jahr Mon.

Betrag

Reparaturkosten

Jahr Mon. Betrag Jahr Mon.1 Betrag



Abschreibungen

Jahr j % | Betrag Jahr % | Betrag

1885|10 200
1886

1887

1888

1889

1890

1891

1892

1893

1894

200 —
200
200
200
200
200
200 —
200 j —
200 I —

Form. 115. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
        <pb n="206" />
        ﻿174

Die Inventur.

risch eingetragen werden. Eine Aufführung der Einzelanschaffungswerte
befindet sich auf der Rückseite des Inventarblattes, und wenn dieses nicht
ausreicht, auf einem Ergänzungsblatt. Für alle übrigen Inventarien, wie
Modelle und Werkzeuge, und für die Utensilien, bei welchen ein Nachweis
von Einzelwerten und Abschreibungen nicht durchführbar ist, sind ebenfalls
die Inventarblätter im Gebrauch, jedoch geschieht die Eintragung auch
nur summarisch nach Abteilungen und Arten. Eür alle Spezialwerkzeuge
der Klasse IV D, welche z. B. zur Fabrikation der Hinterdrehbank Nr. 6
angeschafft wurden, ist nur ein Inventarblatt vorhanden, welches, wie
das Beispiel (Form. 114) zeigt, im Inventarienbuch unter Nr. 8 dieser
Klasse steht. Die Spezifikation dieser Werkzeuge befindet sich auf der
Rückseite eventuell auf einem Ergänzungsblatt. Die jährlich hinzukom-
menden Werkzeuge werden auf Grund der Inventur auf diese Blätter
nachgetragen und der Wert auf der Vorderseite der Blätter in nur einer
Summe vermerkt.

Die Inventur.

Die Aufnahme.

Die Inventaraufnahme findet am Ende jedes Jahres statt. Zu diesem
Zweck werden bereits Anfang Dezember den Betriebsleitern, Meistern und
Lagerverwaltern die in Formular 116 wiedergegebenen Informationen für
die Vorbereitung erteilt. Für die Aufnahme der Inventarien, welche durch
die Meister resp. deren Helfer zu geschehen hat, werden den Meistern
Inventarbücher zugestellt, in welchen sich auf der ersten Seite folgende
Instruktion befindet:

Aufnahme der Inventarien.

„Die Aufnahme der Inventarien muß am ....... beendet sein. Die

Eintragung geschieht in nachstehender Reihenfolge:

A)	Antriebsdynamos mit Zubehör.

B)	Betriebswerkzeugmaschinen mit Deckenvorgelegen und Ausstattung
unter Angabe der Inventar- und Eabrikationsnummern und Anzahl
der Riemen.

C)	Sämtliche in der Werkstatt befindliche, nicht im Werkzeuglager auf-
bewahrten Werkzeuge usw. für allgemeinen Gebrauch soweit diese
nicht von den Arbeitern als in ihrer Verwahrung befindlich, auf dem
Werkzeuginventurformular notiert werden.

D)	Bankschraubstöcke.

E)	Sämtliche Utensilien als Spinde, Regale, Pulte, Feilbänke u. dgl.

Die Aufnahme der Werkzeuglagerbestände erfolgt getrennt für sich

in ein für diesen Zweck vorgeschriebenes Buch durch den Lagerverwalter,
eventuell unter Schreibhilfe. Eabrikations- und Hilfsmaterialien werden
an den beiden Inventurtagen aufgenommen.“
        <pb n="207" />
        ﻿Die Aufnahme.

175

Inventaraufnahme pro 190

Vorbereitung.

Die allgemeine Inventaraufnahme findet am ...............................

................. statt. Sie beginnt an beiden Tagen pünktlich früh 8 Uhr und

dauert mit x/2stündiger Mittagspause (12 bis I2V2), bis 31/2 Uhr.

Zu diesem Behufe hat bereits im Laufe des Dezember folgendes zu geschehen:

1.	Die in den Werkstätten und Werkzeuglagern vorhandenen unbrauchbaren Teile
sind zu ordnen und nach Entscheidung der betreffenden Herren Betriebsleiter
entweder an das Lager alter Teile im Keller des Verwaltungsgebäudes zu senden,
oder als Altmaterial für den Verkauf,

oder für die Gießerei beiseite zu stellen.

2.	Wie alljährlich hat jeder Meister die in seiner Werkstatt befindlichen, zum Be-

trieb gehörigen Maschinen, Motore, Werkzeuge und Utensilien, mit Ausnahme
der Transmissionen, jedoch einschließlich der Treibriemen, unter Angabe der
an den Maschinen befindlichen Inventarnummern in das ihm ausgehändigte
Inventarbuch einzutragen. Fabrikations- und Hilfsmaterialien werden
am .......................... aufgenommen.

3.	Die in den Händen der Arbeiter befindlichen Feilen und Werkzeugstähle aller
Art sind unter Aufsicht der Meister zu wiegen, die ermittelten Gewichte sind in
die jedem Arbeiter eingehändigten Formulare (Werkzeuglisten) einzutragen.
Die erforderlichen Wagen werden vom Materialienverwalter zur Verfügung
gestellt.

Spätestens am ............ hat folgendes zu geschehen:

4.	Stücke, an denen die Bearbeitung für längere Zeit unterbrochen wurde, sind
besonders auszubreiten und mit den zugehörigen Arbeitsbegleitkarten zu be-
legen.

5.	Die aus dem Werkzeuglager entnommenen Inventarwerkzeuge sind an dieses
zurückzuliefern.

6.	Die übrigen Werkzeuge bleiben in den Händen der Arbeiter und sind von diesen

am ............ auf einem, jedem Arbeiter eingehändigten Formular (Werk-
zeugliste) aufzuführen und am ............ abends geordnet auf der Werk-

bank oder auf dem Werkzeugtisch mit der ausgefüllten Werkzeugliste auszu-
breiten (die dabei befindlichen Feilen und Werkzeugstähle aller Art sind gemäß
Ziffer 3 bereits vorher aufgenommen).

7.	Die einzelnen Werkstätten für maschinelle Bearbeitung haben die von ihnen
fertig gestellten Halbfabrikate an die nächsten Werkstätten auszuliefern und
es sind zu einer Bestellnummer gehörige Teile sämtlich nach Möglichkeit an
demselben Ort zusammenzulegen. Sämtliche in der Werkstatt befindliche rohe,
in Bearbeitung begriffene oder fertige Teile, Maschinen usw., sind mit den dazu
gehörigen Arbeitsbegleitkarten zu belegen. In der Montage müssen sowohl die
Montagekarten, als auch die Arbeitsbegleitkarten ausgelegt werden; die Arbeits-
begleitkarten sind in die Montagekarten hineinzulegen.

Fehlen einzelne Teile, so ist der Ort, wo sie sich befinden, eventuell der Ver-
merk: „Ausschuß“ auf der Rückseite der Arbeitsbegleitkarte, nötigenfalls auf
besonderem Zettel anzugeben, z. B.:

1 Stück Ausschuß
4 Stück in der Dreherei.

Berlin, den ........... 190..	Die Direktion.

Form. 116. Orig.-Größe 200 X 250 mm.
        <pb n="208" />
        ﻿176

Die Inventur.

Die Aufnahme der Lagerbestände geschieht in der Weise, daß an den
Inventurtagen der Sollbestand lt. Skontroblatt mit dem tatsächlichen
Bestand verglichen wird. Bei Übereinstimmung wird von dem aufnehmen-
den Beamten nur ein Zeichen (Haken) gemacht, während bei Differenzen
der Vorgefundene Bestand mit Blaustift unter die Sollziefer des Skontro-
blattes geschrieben wird. Nach beendeter Aufnahme werden die Bestände
in der Reihenfolge der Skontroblätter auf das zur Ausrechnung bestimmte
Formular 117 übertragen.

Zum Zweck der Aufnahme der in Arbeit befindlichen Fabrikate werden
die Werkstätten in der Regel nach Meisterschaften in Aufnahmefelder
geteilt und jedem Feld eine entsprechende Anzahl von Angestellten und
Arbeitern zugeteilt. Die Aufnahmefelder werden laufend numeriert,
außerdem ist für jeden aufnehmenden Beamten eine Nummer festgesetzt.

LUDW. 10EWE &amp; Co.	Pol. 125

Actiengesellschaft.	-----------

Menge		Benennung	Einheitspreis			Gesamtpreis			
Zahl	Ein-  heit		für	X		X	■Si		•S)
		Transport				8150	64	40381	42
14,5	tcg	blank gezogener Gußstahl 5,1 mm 0	%kg	160	—	23	20		
42,0	99	„	„	„	9,75 „	„	99	110	—	46	20		
140,5	99	„ „ „ 18,0 „ „	99	99		154	55		
123,5	99	99	99	99	18,16	,,	,,	99	99		135	85		
135,0	99	”	99	99	18, 26 ,,	,,	99	99		148	50		
112,0	99	99	99	99	18,6	,,	,,	99	99		123	20		
		usw.							

Form. 117. Orig.-Größe 240X360 mm.

LUDW. LOEWE &amp; Co.  Actiengesellschaft.						
Inventur-  Nr.	Bestellungs-  Nr.  M. "= Montagekarte S. Schabekarte	Stck.	kg	Gegenstand  R. = roh, A. = in Arbeit, E. = fertig.	Bemerkungen	
					■	

Form. 118. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
        <pb n="209" />
        ﻿Die Bewertung.

177

Jeder der aufnehmenden Beamten erhält eine Mappe (Schnellhefter), in
welcher einige Formulare für die Aufnahme (Form. 118) eingeheftet sind.
Außerdem wird jeder Mappe eine Vorschrift für das Aufnahmeverfahren
beigegeben (Form. 119). Wie die Aufnahme vor sich geht, ist aus den
Informationen und Formularen zu ersehen. Die im Text des Formulars 119
ad 3 erwähnten Zettel sind in Formular 120 veranschaulicht.

Die Beaufsichtigung der aufnehmenden Beamten wird von den Re-
visoren ausgeübt, welche die Richtigkeit der Aufnahme stichprobenweise
prüfen. Auf Grund der Inventurzettel, welche die Nummer des Aufnehmers
und die laufende Aufnahmenummer tragen, kann der Revisor den einge-
tragenen Posten in der Inventurliste leicht finden.

Die Inventaraufnahme in den Werkstattswerkzeuglagern geschieht
in der Weise, daß die Verwalter dieser Lager die Werkzeuge nach Arten
und Größen in besondere Listen eintragen.

Solche Werkzeuge, die sich im Besitz der Arbeiter befinden, werden
von diesen am Tage vor der Inventur auf der Werkzeugliste (Form. 121)
aufgeführt. An den Inventurtagen werden die Aufnahmen kontrolliert
und dann dem Lohnbureau übergeben, welches dieselben dahin prüft, ob
sich der aufgenommene Bestand mit dem Sollbestand deckt, der dem
Arbeiter übergeben worden ist.

Der Modellbestand ergibt sich aus den in der Buchhalterei befindlichen
maschinenweise geordneten Modellverzeichnissen, in welche auch die
Herstellungskosten eingetragen werden (s. Formular 122). Die Zeich-
nungen sind ebenfalls maschinenweise im Verzeichnisse auf genommen mit
Angabe der nach der Arbeitsdauer berechneten Herstellungskosten (s. For-
mular 123).

Die Bewertung.

Die Bewertung der Inventarien ist eine summarische, d. h. es werden
die lt. Bilanz übernommenen Buchwerte des Vorjahres nach Abzug der für
das Vorjahr beschlossenen Abschreibungen zuzüglich der Neuanschaffungs-
beträge des laufenden Jahres als Bilanzwerte eingesetzt, ohne eine Vertei-
lung der Buchwerte auf die nach vielen Tausenden zählenden einzelnen
Maschinen, Werkzeuge und Utensilien vorzunehmen. Die Aufnahmen
der Inventarien der Klasse I (mit Ausnahme der Transmissionen) werden
an Hand der Inventarblätter (Form. 115) dahin geprüft, ob sämtliche
Objekte darin enthalten sind. Bei dieser Kontrolle wird auf dem Inventar-
blatt der Standort (in der Regel mit dem Namen des Meisters) notiert
(s. Beispiel lt. Formular 115).

Die Bewertung der Lagerbestände geschieht mit den auf den Skontro-
blättern eingetragenen Selbstkosten. Die Selbstkosten der auf Lager be-
findlichen Maschinen stehen bekanntlich auf der Kontrollkarte (Form. 54).
Bei solchen Waren, die einen Markt- oder Börsenpreis haben, wird bei
niedrigerer Notierung per 31. Dezember als der Buchwert ist, der Tages-
preis eingesetzt.

Lilienthal, Fabrikorganisation.

12
        <pb n="210" />
        ﻿178

Die Inventur.

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Verfahren bei der Inventaraufnahme

am ..........................190...

1.	Die Aufnahme beginnt an diesem Tage pünktlich früh 8 Uhr und dauert mit
halbstündiger Mittagspause ohne weitere Unterbrechung bis 372 Uhr.

2.	Der Vorgang bei der Aufnahme unterscheidet sich nach Art der Gegenstände in
folgender Weise:

A)	Aufnahme von Waren, deren Wertberechnung sich auf die Aufnahmen des
Aufnahmeprotokolls stützt.

Hierhin gehören:

I.	Nach Maß, Gewicht oder Zahl zu bestimmende Rohmaterialien aller Art,
die nicht für eine einzelne Bestellung ausgegeben werden, z. B. Putz-
lappen, öl, Stangenmaterial usw. (Bei gleichmäßigem Querschnitt Kann
letzteres unter Angabe des genauen Durchmessers nach dem Längenmaß
aufgenommen werden.)

II.	Nach Maß, Gewicht oder Zahl zu bestimmende Fabrikationsmaterialien,
die zwar für eine bestimmte Bestellungsnummer, aber nicht in genau
bemessener Menge ausgegeben wurden, so daß die Rücklieferung des
nicht verbrauchten Restes zu erfolgen hat.

III.	Vorräte an solchen Fabrikaten (Schrauben usw.), die unabhängig von
bestimmten Bestellungen zur Verwendung für Maschinen und Vorrich-
tungen auf Vorrat angefertigt werden. (Vorräte aus dem Lager fertiger
Teile oder für dasselbe.)

B)	Aufnahmen von rohen, in Arbeit befindlichen und fertigen Fabrikaten aller
Art, deren Inventurwert durch das über die Arbeit geführte Konto bestimmt
wird, deren Zahl und Brauchbarkeit aber durch die Inventuraufnahme fest-
zustellen ist. Hierbei kommt es also auf eine sachgemäße Beurteilung der
Vorgefundenen Gegenstände und darauf an, ob diese sich der Zahl nach mit
den aufgelegten Arbeitsbegleitkarten decken. Bei Aufführung dieser Gegen-
stände in der Liste ist die richtige Wiedergabe der auf den Karten an-
gegebenen Bestellungsnummer von größter Wichtigkeit, insbesondere ist fol-
gendes zu beachten:

I.	Bei in Ordnung gehenden Posten genügt neben richtiger Angabe der
Nummer die Stückzahl und abgekürzte Teilbezeichnung nebst Maschinen-
Katalognummer.

II.	In Montage begriffene Teile sind in einer Post unter der Nummer der
Montagekarte aufzuführen.

III.	In den Fällen I und II muß in der Liste notiert werden, ob Gegenstände
fehlen oder ausschußverdächtig sind.

3.	Jeder der aufnehmenden Beamten erhält eine Liste und gibt den darin ein-
getragenen Posten eine mit 1 beginnende laufende Nummer. Diese laufende
Nummer wird auf einen Zettel vermerkt, welcher auf den aufgenommenen Gegen-
stand gelegt oder daran befestigt wird. Liegen zusammengehörige Teile be-
einander, so genügt es, diesen Posten eine einzige Inventurnummer zu geben und
einen einzigen Zettel aufzulegen. Stehen jedoch zusammengehörige Teile, Ma-
schinen uzw. an verschiedenen Orten, so erhält jeder der versprengt stehenden
Gegenstände einen besonderen Inventurzettel und die entsprechende einzelne
Eintragung in die Inventurliste mehrere laufende Inventurnummern, z. B.:

,,35—39 5 Leitspindelbänke Nr. 3C Modell II Bestellung Nr. 61714.“

4)	Ist mehreren Herren ein gemeinsames Feld zugewiesen, so arbeitet jeder der-
selben trotzdem möglichst unabhängig, jedoch sollen sich die Herren nötigenfalls
gegenseitig unterstützen.

5)	Nach Fertigstellung einer Aufnahme ist das Protokoll dem zuständigen Revisor
zu übergeben, der eventuell den betreffenden Beamten für andere Zwecke der
Inventur verwenden kann.

6. Ein jeder der aufnehmenden Beamten hat bis zum..........mit dem betreffen-

den Meister sich wegen etwa nötiger Arbeitskräfte usw. in Verbindung zu setzen.

«

Die Direktion.

BERLIN, den...................190...

Form. 119. Vorderseite. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
        <pb n="211" />
        ﻿179

Die Bewertung.

Beispiele:

Inven-  tur-Nr.	Bestellungs-  Nr.  M. = Montagekarte S. = Schabekarte	Stck.	kg	Gegenstand	Bemerkungen  R. = roh,  A. = in Arbeit.  F. = fertig.	
	AI.	Rohmatej		rialienvorräte, nicht für Bestei	ungen,	
80  81	—	— 20  3	12		Putzwolle  Atlasstahl 20 mm Q		

AII. Rohmaterialien für bestimmte Bestellungen.
84 |	13620^	| 50	— || 32,5 mm Gasrohr	J 3/8"

AIII. Teile im Vorrat, nicht für Bestellungen.

90  104	—	416  14	I	Schrauben 12 mm O X 35 mm lg. 50 mm X zus. 6,310 mm	T Kopf  Lehrenmaterial gehobelt	
		B.	In	Arbeit befindliche Fabrikate.		
86	48723	12	—	Spindeln 211	Ä	
119	17 622	8	—	Fräser	R	
94	50614	24	—	Räderplatten 3 C	A 1 St. Ausschuß	
300	47611	35	—	Reibahlen	A 15 St. geliefert.	
401	M 35619	12	—	Fräsm. 12 II	F	
419	M 41711	30	—	Univ.-Fräsköpfe 1511	A	
611	33715	50	—	Oneidafutter	A 14 Triebe fehlen	
719	M 66311	25	—	Spindelkasten 3 C	A 25 Spindeln „	
111	23611	50	—	verstellbare Reibahlen	A 20 Muttern „	
	M 70311	25	—	Fräsm. 12 III	A	
			hierzu nur vorhanden			
860/64	70290	25		Ständer		

Die Revisoren revidieren auf Grund der Listen unter Kennzeichnung des bei den
Teilen verbleibenden Inventurzettels.

Form. lli&gt;. Rückseite.

LUDW. LOEWE &amp; Co. A.-G.

Inventurzettel

Liste.....

Nr........

Form. 130. Orig.-Größe 100 X 100 mm.

12*
        <pb n="212" />
        ﻿180

Die Inventur.



LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Nr.

Werkzeuginventur pro 190

Name.......................... Beschäftigung..

(Durch den Arbeiter auszufüllen.)

Benennung

Achtschraubenfutter
Amboße . . .
Anlagebolzen
Anlagekreuze
Anlageschienen
Anschlagwinkel
Anspann Winkel

Becher.............

Blaubrenner . . . .
Bleibacken . . . .

Bohrfutter mit Mut-
tern ..............

Bohrstangen mit
Messer . . . .

Bohrverlängerungen
Buchstaben, Satz .

Drehdorne . . . .
Drehherze . . . .
Dreibackenfutter .
Durchschlage. . .

Feilen ....
Feilenbürsten
Feilkloben . .
Flachbrenner
Fräser ....

Fräsdorne m. Mutter
und Ringen . . .

Anzahl

'S . 3

Material

S -o . -g

tn cd] ®

1 I» s

d W ®	=3

ö £ O

Bemer-

kungen

Benennung

Gasständer . . .
Gewindebohrer .

Handfeger ....
Hämmer (Stahl) .
„ (Holz) .
„ (Zink) .
Hilfsvorrichtungen
Holzkluppen . . .

Konushülsen . .
Körner ....
Kupferdorne. .

Lampen (öl) . . .
„ (Petrol.)

Leeren............

Lineale...........

Messerköpfe mit
Messer . . . . ,

Mikrometerschraub.

Ölkannen. . .
Ölsteine . . .
Oneidafutter .

Anzahl

II

a : g

Material

2 I &lt;D Ö i

&lt;ä '1.2]

a 'ja ®

Form. 131. Vorderseite. Orig.-Größe 240 X 360 mm.

s

Atlasstahl
        <pb n="213" />
        ﻿Die Bewertung.

181

Benennung	Anzahl			Material				Bemer-  kungen	Benennung	Anzahl			Material				Bemer-  kungen
	groß	mittel	klein	Gußeisen  Schmiede-  eisen		Gußstahl	Atlasstahl			C3  1	mittel	klein	Gußeisen	Schmiede-  eisen 1	Gußstahl	Atlasstahl	
Parallelherze ....  Parallelreißer . . .  Parallelschraub- zwingen 	  Parallelstücke . . .  Petroleumbecher . .  Petroleumpinsel . .  Pinsel	  Reibahlen	  Reißnadeln ....  Richtplatten ....  Schaber	  Schlüssel	  Schmiedezangen . .  Schmirgelhölzer . .  Schmirgelleinen . .  Schraubenschlüssel .  Schraubenzieher . .  Schraubzwingen . .  Schraubstöcke auf der Feilbank . . .  Schraubstöcke auf Maschinen ....  Schubleeren ....  Spanneisen	  Spannkeile	  Spannkloben ....  Spannschrauben mit Muttem	  Spiralbohrer ....  Spitzenapparate . .  Spitzenleeren. . . .  Spritzkannen. . . .  Taster	  Tropfgefäße ....									Verniers	  Versenker	  Vier klobenscheiben  Wasserwagen . . .  Zahlen, Satz . . . .  Zollstöcke (Holz). .  „	(Stahl) .  Zirkel									

Form. 131. Rückseite.
        <pb n="214" />
        ﻿182

Die Inventur.

L. L. &amp; Co.

Modellverzeichnis für die Maschine Nr. 3B Mod. I

Benennung: Leitspindeldrehbank

Datum	Benennung	Nr.	Anzahl der		Selbstkosten								Art des	Bemer-
Eingangs		Modells	Mod.-  Teile	Kern-  kasten	Material		Lohn		Unkost.		Sa.		Materials	kungen
15.17.06	Lagerhoek	34	l		2	25	16	—	16	—	34	25	Holz	
„	99	35	l		1	—	5	25	5	25	11	50	99	
„	Lager	30	l		—	35	2	50	2	50	5	35	99	
20.17.	Zwischenrad	24•	l		—	25	1	25	1	25	2	75	„	
„	Fuß	2	l		15	—	4	—	4	—	23	—	Eisen	
”	Schere	126	2	2	1		7	—	7	—	15	—	Holz	
	usw.													

Form. 123. Orig.-Größe 240 X 360 mm.

L. L. &amp; Co.  Verzeichnis der Zeichnungen für die Maschine Nr. 3G Mod.1—V1I1 Benennung: Leitspindeldrehbank							
Datum des Zugangs	Lauf.  Nr.	Blatt  Nr.	Inhalt des Blattes	Wert			Bemerkungen
				Arbeits-  tage		A	
15-18. 07	25	6	Hebel, Böcke	5			
99	26	8	Buchsen				
„	27	9	Kuppelungskörper	6			
99	28	17	Kastenfuß, Wechselräder-				
			kästen	4			
99	29	18	Seitenansicht des Spindel-				
			kastens	*7.			
99	30	45	Mitgehende Lünette	2			
			USW.				

Form. 123. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
        <pb n="215" />
        ﻿Die Bewertung.

18B

Die Halbfabrikate werden mit den Beträgen bewertet, die für Mate-
rialien, Härtekosten und Löhne auf dem für jede Bestellnummer eingerich-
teten Konto angesammelt sind. Zu diesem Zweck werden die Stückzahlen
der lt. Aufnahmeliste (Form. 118) in den Werkstätten Vorgefundenen
Teile an Hand der Bestellnummern auf den Abrechnungskonten notiert
(bei Maschinen die Teillisten, bei Werkzeugen die Kostennachweis -
formulare 64, für diverse kleine Arbeiten die Selbstkostenbücher lt. For-
mular 33). Ergibt sich hierbei, daß die Zahl der Vorgefundenen Teile sich
nicht mit der Zahl der bestellten oder lt. Konto in Arbeit befindlichen
Teile deckt, so muß der Grund hierfür untersucht werden. Stellt sich
hierbei heraus, daß Teillieferungen erfolgt sind, so müssen die Kosten
hierfür noch abgerechnet werden.

Für die Bewertung der Halbfabrikate werden die Sammellisten ver-
wendet, in welche die Kosten getrennt in Beträge für Materialien, Härten
und Löhne eingetragen werden. Der Zuschlag für Betriebsunkosten ge-
schieht summarisch auf den Gesamtlohnbetrag der Inventur jeder Ab-
teilung, nachdem in der Betriebsbuchführung der tatsächliche Durch-
schnittsprozentsatz des abgelaufenen Jahres für jede Abteilung ermittelt
worden ist.

Dieser Unkostenprozentsatz enthält den in früheren Abschnitten
gegebenen Erörterungen zufolge auch die auf das abgelaufene Geschäfts-
jahr entfallenden Abschreibungen auf Gebäude, Maschinen, Modelle,
Werkzeuge usw., so daß diese Abschreibungen, soweit sie auf die in die
Inventur aufgenommenen Halbfabrikate entfallen, als Bestandteil der
Selbstkosten in der Bilanz als Aktiva erscheinen. Dies trifft auch bei den
Fertigfabrikaten zu, deren Selbstkosten ebenfalls einschließlich der Ab-
schreibungen kalkuliert sind.

Dieser Bewertungsmodus ist vielfach als unzulässig hingestellt
worden unter Anführung von Gründen, die meist auf Unkenntnis der
Kalkulationsmethoden industrieller Betriebe und auf Verkennung der
Bedeutung, welche diese Frage für eine gesunde Entwicklung der Organi-
sation und der modernen Arbeitsmethoden einer Fabrik hat, zurück-
zuführen sind.

Die Abschreibungen auf Gebäude, Werkzeugmaschinen, Werkzeuge,
Kräne, Motoren, Dampfmaschinen, Utensilien usw. werden vorgenommen,
weil der Wert dieser Objekte durch die Benutzung herabgemindert wird.
Diese Wertverminderung ist durch die Fabrikation hervorgerufen und ist
gleichbedeutend mit den Kosten, die für Reparatur und Ersatz der Gebäude,
Inventarien und Utensilien ausgegeben werden und die als Betriebsunkosten
ebenfalls in den Selbstkosten der Fabrikate anteilig enthalten sind. Ein
Grund dafür, daß beide Faktoren verschieden zu behandeln sind, dürfte
schwer zu finden sein.

Gebäude, Maschinen, Werkzeuge u. dgl. sind zur Herstellung der
Waren unumgänglich notwendig; deren Wert Verminderung durch Ver-
schleiß bildet ebenso unzweifelhaft einen Bestandteil der Herstellungs-
kosten, als dies hinsichtlich der Miete der Fall ist, die ein Fabrikant für
        <pb n="216" />
        ﻿184

Die Inventur.

derartige, ihm nicht gehörende, sondern gemietete Einrichtungen ausgibt.
Mit anderen Worten: Die Mieten für Fabrikräume, Maschinen, Werkzeuge
u. dgl. sind nicht Handlungsunkosten, sondern Fabrikationsunkosten.
Wenn nun die sonst völlig gleichen Bestände im Falle der Miete nur unter
Berücksichtigung des Mietsbetrages richtig bewertet werden, so können
sie im Falle der eigentümlichen Beschaffung der Gebäude, Maschinen
u. dgl. ohne Berücksichtigung der Abschreibungen unmöglich richtig be-
wertet sein.

Nehmen wir an, daß irgend ein Gegenstand bisher mittels Handarbeit
hergestellt wurde und beispielsweise 3 JC pro Stück Arbeitslohn kostete;
nun werden Maschinen erfunden, auf denen statt wie früher 1 bis 2 Stück
pro Tag täglich 100 Stück hergestellt werden, so daß das Stück etwa 10 Pfg.
für Material und Lohn kostet. Betragen die Anschaffungskosten der Ma-
schine 10 000 Ji und wird dieselbe dermaßen stark in Anspruch genommen,
daß eine starke Abschreibung, vielleicht 20%, geboten erscheint, so entfallen
auf das Jahr 2000 M. Abschreibung, d. i. wenn man mit 2000 Arbeits-
stunden der Maschine rechnet, pro Stunde 1 Ji Abschreibung, welche
ca. 200% von den Arbeitslöhnen ausmacht. Das fertige Stück würde also
ungefähr mit 20 Pfg. (ohne die anderen Betriebsunkosten) bewertet werden,
während es früher schon 3 Ji Arbeitslohn kostete und bezüglich seiner
Qualität vielleicht bedeutend hinter der Maschinenarbeit zurückstand.
(Vgl. Kapitel Selbstkostenberechnung in der Normalienfabrik).

Hat ferner ein Fabrikant einen großen Auftrag erhalten von ange-
nommen 1 Million Ji, für deren Ausführung zirka ein Jahr gebraucht
wird und beschafft er für diesen Auftrag zwecks rationeller Herstellung
der Waren eine Spezialeinrichtung, die nach Beendigung des Auftrages
wertlos ist, so muß dieselbe in einem Jahr abgeschrieben werden. Am
Jahresschluß ist der Auftrag zu Neunzehntel fertig, eine Anzahlung seitens
des Auftraggebers ist aber nicht erfolgt, da Zahlung erst nach erfolgter
Abnahme der gesamten Bestellung zu geschehen hat. Der Fabrikant ist
nun verpflichtet, die geschaffene Einrichtung entsprechend dem Umfange
der bereits ausgeführten Arbeiten, also mit 90% abzuschreiben, ohne ein
Äquivalent für diesen Unkostenbetrag in seiner Bilanz zu haben. Sollte
es nun nicht gestattet sein, diese Abschreibungen mit den übrigen Fabri-
kationsunkosten als Selbstkostenbestandteil zu verrechnen, so würde der
Fabrikant eventuell seine Bilanz mit Verlust abschließen, während er
tatsächlich und gerade infolge der geschaffenen Spezialeinrichtung einen
großen Verdienst an dem Aufträge haben wird.

Berücksichtigt man ferner, daß in Fabriken, die mehrere Abteilungen
unterscheiden, jede Abteilung die für eine andere Abteilung ausgeführte
Arbeit während des Jahres mit Selbstkosten (also einschließlich Abschrei-
bungen) berechnet, so würde z. B. bei der Inventur der von der Eisen-
gießerei dem Maschinenbau berechnete Eisenguß und die hierin enthaltenen
Abschreibungsquoten reduziert werden müssen, wenn diese in den Aktiva
nicht mit enthalten sein dürften. Hätte man dagegen den Eisenguß von
        <pb n="217" />
        ﻿Die Bewertung.

185

einer fremden Firma bezogen, so könnte dieser Betrag, der die Herstellungs-
kosten der eigenen Gießerei noch übersteigen würde, voll in die Inventur
eingesetzt werden.

Auch müßte z. B. der während des Jahres von der Kraftzentrale den
Betrieben berechnete elektrische Strom, dessen Selbstkostenbetrag durch
die Abschreibungen wesentlich beinflußt wird, in Beträge für Abschrei-
bungen und andere Erzeugungskosten zerlegt werden, damit der Anteil,
der mit den Betriebsunkosten auf die Herstellungskosten der Bestände
zugeschlagen wird, zurückgerechnet werden kann. Daß dieses Rechen-
exempel nicht leicht zu lösen sein würde, will ich nur beiläufig er-
wähnen.

Hätte der Fabrikant die Betriebskraft nicht im eigenen Betriebe er-
zeugt, sondern von einem fremden Kraftwerk zu einem weit höheren Preis
bezogen, so würde er dagegen den vollen Betrag in seine Betriebsunkosten
einrechnen und folglich auch die Fabrikatbestände höher bewerten dürfen.
Ebenso würde es sich mit der Bewertung mancher anderer Artikel verhalten,
die ein Fabrikant in seinen eigenen Werkstätten billiger herstellt, als er
sie von anderer Seite beziehen kann.

Eine besondere Schwierigkeit würde bei der Bewertung der Inventur-
bestände durch die Ausscheidung der Abschreibungen aus den Herstellungs-
kosten bei den auf Lager befindlichen Maschinen, Werkzeugen und normali-
sierten Maschinenteilen entstehen, wofür die Herstellungskosten einschließ-
lich der Abschreibungen berechnet wurden. Da diese Vorräte teilweise aus
verschiedenen Jahrgängen stammen, der Prozentsatz, den die Abschrei-
bungen von den produktiven Löhnen ausmachen, aber jedes Jahr ein ver-
schiedener ist, so würde zunächst festgestellt werden müssen, in welchem
Jahre jedes einzelne Stück fabriziert wurde, was zwar bei den Maschinen
immerhin noch durchführbar wäre, aber bei den Normalien und Werk-
zeugen unmöglich ist. Eine Berechnung der Herstellungskosten ohne
Abschreibungen aber würde, wie aus früheren Erläuterungen hervorgeht,
absolut falsch sein und das Gedeihen eines Unternehmens ernstlich ge-
fährden, zumal die Abschreibungen sich nicht auf alle Fabrikate gleich-
mäßig verteilen.

Es muß daher ganz unbegreiflich erscheinen, warum der richtig kalku-
lierende Kaufmann, der lt. § 261 des Handelsgesetzbuches seine Erzeugnisse
mit den „Herstellungskosten“ bewerten darf, dem Begriff „Herstellungs-
kosten“ bei Aufstellung seiner Inventur eine andere Auslegung geben sollte,
als dieser Begriff nach richtiger und allgemeiner kaufmännischer Auf-
fassung hat. Allerdings gibt es eine, im Handelsgesetzbuch nur für Waren
mit Marktpreis vorgeschriebene, aber von jedem verständig und vorsichtig
handelnden Kaufmann beobachtete Grenze, welche bei Bemessung der
Unkostenzuschläge innezuhalten ist, nämlich die, daß die sich ergehende
Summe der Herstellungskosten nicht den Nettoverkaufspreis übersteigt,
welcher nach der Marktlage oder nach abgeschlossenen Lieferungsver-
trägen für die fertigen Produkte erzielt werden kann.
        <pb n="218" />
        ﻿186

Der Bücherabschluß.

Der Bücherabschluß.

In der Betriebsbuchführung.

Der Abschluß der Bücher beginnt mit der Verbuchung der Inventur-
bestände. Die hierfür eingerichteten Abschlußkonten für Materialien und
Fabrikate werden für die Bestände belastet und die Konten der Lager und
der Fabrikationsabteilungen getrennt nach Beträgen für Materialien,
Härtekosten, Löhne und Verrechnete Unkosten erkannt. Die nach dieser
Buchung etwa verbleibenden Debet- oder Kreditsalden werden gegen das
allgemeine Verlust-Konto ausgeglichen. Nachdem noch andere, früher
bereits erwähnte Regulierungsbuchungen, wie z. B. die Rückbuchung der
Differenz infolge zu hoch berechneten elektrischen Stromes, Verteilung
der Feuerversicherungsprämien, Wasserverbrauch, Beiträge an die Berufs-
genossenschaft, Abschreibungen, Verteilungen der allgemeinen Betriebs-
unkosten usw. erledigt sind, werden die Beträge der Unkosten-Konten der
einzelnen Abteilungen auf die Konten „Verrechnete Unkosten“ über-
gebucht. Stellt sich nun heraus, daß das Konto „Verrechnete Unkosten“
einen Debetsaldo behält, so ist erwiesen, daß die Unkostenzuschläge während
des Jahres zu niedrig waren und der verbleibende Rest wird dem betreffen-
den Selbstkosten-Konto summarisch belastet. Dieser Fall tritt jedoch
selten ein, da, wie bereits an anderer Stelle gesagt, die Unkostenzuschläge
etwas höher als sie voraussichtlich in Wirklichkeit sind, berechnet werden.

Verbleibt auf dem Konto „Verrechnete Unkosten“ ein Kreditsaldo,
und dies ist meist der Fall, so wird dieser dem betreffenden Selbstkosten-
Konto der Fabrikate summarisch gutgeschrieben. Alsdann werden folgende
Konten zu Lasten des Zentral-Kontos ausgebucht:

1.	Verkaufte Fabrikate-Selbstkosten;

2.	Konto Neuanschaffungen und Abgänge;

3.	Konto Patentgebühren (vgl. S. 25);

4.	Abschluß-Konto Materialien;

5.	Abschluß-Konto Fabrikate.

Der auf dem Konto „Abschreibungen“ erscheinende Kreditsaldo wird
in der Weise ausgebucht, daß das Zentral-Konto für die Abschreibungen
kreditiert und das Konto Abschreibungen belastet wird.

Auf dem Gewinn- und Verlust-Konto ist ebenfalls ein Kreditsaldo
auszubuchen, welcher aus Überschüssen des Chemischen Laboratoriums
und aus anderen Gewinnbeträgen resultiert. Dieser Saldo wird ebenfalls
gegen das Zentral-Konto ausgebucht, da er von der Geschäftsbuchführung
zwecks Aufstellung der Fabrikbilanz übernommen werden muß.

In der Geschäftsbuchführung.

Die Abschlußbuchungen der Geschäftsbuchführung beginnen mit den
Verbuchungen der von der Betriebsbuchführung zu übernehmenden Selbst-
kosten der Fabrikate, Neuanschaffungen und Bestände an Materiahen
und Fabrikaten. Außerdem müssen in der Geschäftsbuchführung diejenigen
        <pb n="219" />
        ﻿Die Fabrikbilanz.

187

Beträge gebucht werden, die in der Betriebsbuchführung dem Zentral-
Konto belastet resp. kreditiert wurden. Für die dem Betriebs-Konto zu
belastenden Abschreibungen wird das Konto „Ludw. Loewe &amp; Co. Zentral-
Konto“ erkannt, weil das Inventarien-Konto, welches für die Abschrei-
bungen erkannt werden muß, in der Zentralbuchhalterei geführt wird.

Nachdem die Selbstkosten auf die Konten der Fabrikate (Haupt-
buch-Konten Nr. 11—20) gebucht sind, werden die den Gewinn darstellen-
den Salden auf das neu zu errichtende Gewinn- und Verlust-Konto über-
tragen. Die auf die einzelnen Handlungsunkosten angesammelten Beträge
werden zunächst auf das Gesamthandlungsunkosten-Konto gebucht, und
dann dem Gewinn- und Verlust-Konto summarisch belastet. Nachdem auch
die von der Betriebsbuchführung übernommenen Beträge für Überschüsse
des Chemischen Laboratoriums und andere in der Betriebsbuchführung
ermittelte und an die Geschäftsbuchführung abgegebene Gewinnposten
auf das Gewinn- und Verlust-Konto gebucht sind, verbleibt nur noch die
Ermittlung zweifelhafter Forderungen, welche als Verlustposten ebenfalls
auf das Gewinn- und Verlust-Konto übertragen werden.

Das Invaliditäts- und Altersversicherungs-Konto Aveist am Jahres-
schluß keinen Saldo auf, da der Bestand an Versicherungsmarken zu Lasten
des Kassa-Kontos ausgebucht wird und in der Bilanz mit dem Barbestand
der Kasse zusammengefaßt wird.

Die Fabrikbilanz.

In den Büchern der Geschäftsbuchführung stehen nach Ausführung
obiger Abschlußbuchungen sämtliche in die Bilanz einzusetzenden Aktiva
und Passiva fest, so daß die Fabrikbilanz auf gestellt werden kann.

Als Aktiva treten in der Bilanz auf:

1.	Kassa-Konto (Barbestand der Fabrikkasse);

2.	Betriebsinventarzugänge;

3.	Utensilienzugänge;

4.	Bestände an Materialien;

5.	Bestände an fertigen und halbfertigen Fabrikaten;

6.	Konto-Korrent-Debitoren;

außerdem eventuell hinzugekommene Werte für Neubauten, Pferde und
Wagen, Patente u. dgl., falls solche von der Betriebsbuchführung aufge-
geben Avurden.

Als Passiva sind einzusetzen:

1.	der Saldo des Kontos „Ludw. Loewe &amp; Co. Zentral-Konto“;

2.	die Abschreibungen;

3.	die Konto-Korrent-Kreditoren;

4.	der Saldo des Gewinn- und Verlust-Kontos;

außerdem eventuell die Buchwerte für ausrangierte oder verkaufte Inven-
tarien und Utensilien, falls solche von der Betriebsbuchführung aufgegeben
wurden.
        <pb n="220" />
        ﻿188

Bilanz-Konto.

Aktiva	Bilanz-Konto

-		JL	•s.	Jl		.ft	
I.	Grundstück- und Gebäude-Konto:						
	a) Martinikenfelde, Huttenstr. 17/20.						
	Buchwert am 1. Januar 1906 		3 633 362	84				
	Zugang in 1906 		111 250	36				
		3 744 613	20				
	ab 1% Abschreibung		37 446	15	3 707 167	05		
	b) Dorotheenstr. 43/44.						
	Buchwert am 1. Januar 1906 		949 326	70				
	Abgang in 1906 		18 052	70				
		931 274	—				
	ab 1% Abschreibung		9 312	75	921 961	25		
	c) Dorotheenstr. 45.						
	Buchwert am 1. Januar 1906 		1 350146	95				80
	ab 1% Abschreibung		13 501	45	1 336 645	50	5 965 773	
II.	Kassa-Konto:						
	Kassenbestand						48 867	84
III.	Wechsel-Konto:						
	Bestand abzüglich Diskont						27 946	06
IV.	Hypotliekcn-Dokumenten-Konto:						
	4% Hypotheken-Forderung						225 000	"
V.	Effekten- und Beteiligungs-Konto:						
	a) Staatsanleihen, Bestand und Kautionen . . .			13 522	90		
	b) Diverse Effekten und Beteiligungen ....			12 215 206	88	12228 729	78
VI.	Betriebs-Inventarien-Konto:						
	1. Betriebs- und Fäbrilcationsmaschinen und Diverse:						
	Bestand am 1. Januar 1906 		1 343 736	80				
	Abgang 1906			13 035	21				
		1 330 701	59				
	Zugang in 1906			720 076	09				
		2 050 777	68				
	ab 15% Abschreibung		307 616	68	1 743 161	—		
	2. Modelle:						
	Bestand am 1. Januar 1906 		1	—				
	Zugang in 1906			21 669	81				
		21 670	81				
	ab Abschreibung			21 669	81	1	—		
	3. Hilfs- und Schneidewerkzeuge:						
	Bestand am 1. Januar 1906 		5 663	50				
	Zugang in 1906			12 685	25				
		18 348	75				
	ab 50% Abschreibung		9 174	40	9 174	35		
	4. Fabrikationswerkzeuge,	Einspannvorrichtungen						
	und Leeren:						
	Bestand am 1. Januar 1906 		268 531	10				
	Abgang in 1906 		2 217	60				
		266 313 50					
	Zugang in 1906 		151 819|10					
		418 132	60				6t
	ab 50% Abschreibung		209 066	30	209 066 30		1 961 402	
	Übertrag					20457 720	13
        <pb n="221" />
        ﻿Bilanz-Konto.

189

am 31. Dezember 1906	Passiva

		JL	•Sl	X	•£&gt;&gt;
I.	Aktien-Kapital-Ivonto:				
	Nom. .		 				7 500 000	—
II.	Konto der 4% Anleihe von 1895:			6 500 000	—
III.	Pfandbrief-Scliulden-Konto:				
	auf Dorotheenstraße 43/44 lastende 4% städtische Pfand-				
	briefe		240 000	—		
	abzüglich:				
	Pfandbrief-Reservefonds  10% von Jt 240 000,—	Ji 24 000 —  Pfandbrief-Amortisations-Bonds				
	46,522% von Ji 240 000,—	AL 111 652,99	135 652	99	104 347	01
IV.	Kranken-Unterstiitzungsfonds-Konto:				
	Bestand des Arbeiter-Unterstützungsfonds					24 733	75
V.	Ludwig Loewe-Stiftungsfonds-Konto:				
	Vermögen dieser Beamten- und Arbeiter - Unterstiitzungs-				
	kasse				388 122	65
VI.	Dividenden-Konto pro 1905:				
	noch nicht abgehobene Dividende pro 1905					960	—
VII.	Akzept-Konto:				
	laufende Akzepte . .			84116	15
VIII.	Konto-Korrent-Konto:				
	Kreditoren:				
	1. Lohnrechnungen, Rest vom Dezember 1906			32165	49		
	2. Waren- und Materialien-Lieferanten		597 475	48		
	3. Bankier-Kredite . . . 		 ....	1 157 790	21		
	4. Sonstige Kreditoren		2 665 683	50	4 453 114	68
IX.	Reservefonds-Konto:				
	übernommen von 1905 	 				6 251 899	20
X.	Spezial-Reservefonds-Konto:				
	übernommen von 1905 				1 248 100	80
	Übertrag			26555 394	24
        <pb n="222" />
        ﻿190

Das Gewinn- und Verlust-Konto.

VII.	Utensilien-Konto:  Bestand am 1. Januar 1906 . . . Abgang in 1906 		Übertrag	JL  64 526 492	A  60	JL	A	JL  20447 720	A  13
	Zugang in 1906 			64 034 59 992	60  98				
	ab 50% Abschreibung			124 027 62 013	58  78			62 013	80
VIII.	Fabrikate-Konto:  Vorrätige Fabrikate in fertigem fertigem Zustande		und un-					3 074 343	87
IX.	Materialien-Konto:  Bestand							469 327	26
X.	Pferde- und Wagen-Konto:  Bestand am 1. Januar 1906 . . . Zugang in 1906				1  2 705	—				
	ab Abschreibung			2 706 2 705	—			1	—
XI.	Ludwig Loewe-Stiftung, Anlage-Konto:  Jl 282 500,— D. 3£% Reichsanl.\ M, 126,500— D. 3% Reichsanl./						386 949	50
XII.	Konto-Korrent-Konto:  Debitoren:  1.	Versicherungs-Gesellschaften für voraus be- zahlte Prämien	  2.	Anzahlungen auf Fabrikneubauten	  3.	Sonstige Debitoren					27 065 531 716 2 920 454	62  11	3 479 235	73
							27 929 591	29

Debet	Gewinn- und Verlust

	M.	A
An Anleilie-Zinsen-Konto,  gezahlte und zurückgestellte Anleihezinsen		275 000	—
„ Pfandbrief-Zinsen-Konto,  gezahlte Pfandbriefzinsen		3 912	01
„ Handlungs-Unkosten-Konto,  Saläre, Steuern, Drucksachen, Porti und Diverse		432 857	89
„ Amortisations-Konto,  für Abschreibungen		672 506	32
„ Bilanz-Konto,  Reingewinn . 			1 374 197	05
	2 758 473	27
        <pb n="223" />
        ﻿Das Gewinn- und Verlust-Konto’

191

	■ft	s,	Jt	s,
Übertrag  Gewinn- und Verlust-Konto:			26 555 394	24
Vortrag von 1905 ....	.	.	27 894	40		
Reingewinn pro 1906			1 346 302	r,r»	1 374197	05
Dieser Gewinn von		1 374 197	05		
verteilt sieb, auf				
Ludwig Loewe-Stiftung:  Dotierung		50 000			
Dividenden-Konto:	1 324 197	05		
4% Dividende von Ji 7 500 000,— Aktienkapital ....	300 000	—		
Tantiemen-Konto:	1 024 197	05		
Aufsichtsrats-Tantieme	 		59 778	15		
Dividenden-Konto:	964 418	90		
12% Super-Dividende . . .	900 000	—		
Der Rest von		64 418	90		
wird auf nächstes Jahr vorgetragen.				
			27 929 591	29

Konto pro 1906.	Kredit
        <pb n="224" />
        ﻿192

Das Gewinn- und Verlust-Konto. Die Statistik.

Das Gewinn- und Verlust-Konto.

Als Verlustposten erscheinen auf der Debetseite die Handlungsunkosten
und eventuell der Saldo des Kontos Zinsen.

Als Gewinnposten werden die Gewinne lt. der Fabrikate-Konten aufge-
führt, außerdem die Betriebsüberschüsse des Chemischen Laboratoriums
und diverse andere in der Betriebsbuchführung ermittelte, bei der Ab-
schlußbuchung erwähnte Gewinnbeträge. Die Differenz zwischen den Debet-
und Kreditbeträgen stellt den Reingewinn der Fabrik dar, welcher Betrag
gleich ist dem Saldo der Fabrikbilanz. Zwecks Ausgleich der Konten
werden die Debetposten der Fabrikbilanz dem Zentral-Konto ,,Ludw.
Loewe &amp; Co.“ belastet und die Kreditposten demselben kreditiert, so daß
sämtliche Konten des Hauptbuches ohne Saldo auf gehen. Die Fabrikbilanz
wird von der Zentralbuchhalterei zur Aufstellung der vorstehend abge-
druckten Geschäftsbilanz benutzt.

Die Buchungen der Fabrikbuchhalterei beginnen im neuen Geschäfts-
jahr mit dem Vortrag des Kassabestandes, der Bestände an Materialien
und Fabrikaten, der Konto-Korrent-Debitoren und Kreditoren. Die Zu-
gänge für Inventarien und Utensilien werden der Fabrikbuchhalterei nicht
aufgegeben, da die Konten hierfür in der Zentralbuchhalterei geführt
werden.

Die Statistik.

Um den in der Betriebs- und Geschäftsbuchführung ermittelten Er-
gebnisziffern eine nachhaltige Wirkung zu geben, werden sie statistisch
zusammengestellt und der Grund etwaiger Schwankungen für die verschie-
denen Zeitabschnitte intensiv untersucht. In dem Bewußtsein, daß man
nur an Hand einer gut durchdachten Statistik in der Lage ist, die fort-
schreitende Entwicklung der einzelnen Betriebe zu verfolgen und die
Organisation in gesunde Bahnen zu lenken und hierin zu erhalten, ist die
Statistik weit ausgebaut worden. Es würde zu weit führen, das gesamte
statistische Material in seinen Einzelheiten zu spezifizieren und darzulegen;
auch dürfte dies nicht im allgemeinen Interesse liegen. Deshalb will ich
mich darauf beschränken, die Statistik nur in ihren Grundzügen an-
zuführen.

Die Zentrale für die statistischen Arbeiten ist die Betriebsbuchhalterei,
welche die Unterlagen teils aus der Buchführung entnimmt, teils von den
Lohnbureaus zugestellt erhält. Die statistischen Aufstellungen unter-
scheiden sich in

A)	tägliche;

B)	wöchentliche;

C)	monatliche;

D)	jährliche.
        <pb n="225" />
        ﻿Die Statistik.

193

A) Tägliche Statistik.

Die Statistik bezieht sich auf

1.	Eingang von Aufträgen, getrennt nach Absatz- resp. Vertreter-
gebieten und außerdem nach Fabrikaten der einzelnen Fabrikationsab-
teilungen ;

2.	Ausgeschriebene Fakturen;

3.	Die Zahl der in jeder Abteilung beschäftigten Arbeiter.

4.	Ausbringung der Maschinenbauabteilungen und der Gießerei
nach Gewichtsmengen.

B) Wöchentliche Statistik.

5.	Gezahlte Löhne, getrennt nach Abteilungen;

6.	Konto-Korrent-Debitoren (Vermehrung oder Verminderung der
Forderungen);

7.	Saldo des Kontos der Zentralbuchhalterei (Gegenüberstellung der
für die Fabrik gezahlten Beträge und der von der Kundschaft eingegangenen
Zahlungen).

C)	Monatliche Statistik.

8.	Summe der monatlichen Löhne/getrennt nach Abteilungen;

9.	Durchschnittsverdienst der Arbeiter pro Stunde, nach Professionen
und Abteilungen getrennt;

10.	Beamtenzahl und Summe der gezahlten Saläre, getrennt nach Ab-
teilungen ;

11.	Gegenüberstellung von Löhnen und Sälaren und Ermittelung des
Prozentsatzes der Saläre von den Löhnen;

12.	Wert der eingegangenen Aufträge für die einzelnen Fabrikate
und Absatzgebiete;

13.	Effektuierte Aufträge nach derselben Scheidung;

14.	Verbleibender Auftragsbestand;

15.	Ausbringung der einzelnen Fabrikationsabteilungen, ausgedrückt
in Nettoverkaufswerten;

16.	Wert der in die Werkstätten gegebenen Aufträge und verbleibender
Auftragsbestand;

17.	Gegenüberstellung der Ausbringung und Löhne der einzelnen
Fabrikationsabteilungen;

18.	Ausbringung, berechnet für jede Fabrikationsabteilung aüf einen
Arbeiter und eine Betriebsstunde;

19.	Lagerbestand an Materiahen und Fabrikaten lt. Konten der Be-
triebsbuchführung ;

20.	Verbrauch von Rohmaterialien;

21.	Stromabgabe der Kraftzentrale für die einzelnen Abteilungen;

22.	Konto-Korrent-Debitoren und Kreditoren;

23.	Verhältnis der Debitoren zum durchschnittlichen monatlichen
Umsatz;

Lilienthal, Fabrikorganisation.

13
        <pb n="226" />
        ﻿194

Die Statistik.

24.	Handlungsunkosten, deren Verhältnis zu den Aufträgen und zum
Fakturenwert;

25.	Rentabilität der Verkaufsstellen;

26.	Provisionen der selbständigen Agenten und Verhältnis zum
Umsatz;

27.	Betriebsunkosten jeder Abteilung getrennt nach Konten (vgl.
Form. 53);

28.	Zusammenstellung der Neuanschaffungen, getrennt nach Ab-
teilungen.

D)	Jährliche Statistik.

29.	Zusammenstellung der monatlichen Zahlen vorstehender Statistik
zwecks Ermittelung der Jahresbeträge und Gegenüberstellung derselben
zwecks Beurteilung des Ergebnisses gegen die Vorjahre;

30.	Amortisation, getrennt nach Klassen der Inventarien und nach
Fabrikationsabteilungen;

31.	Bestände an Materiahen und Fabrikaten lt. Inventur, getrennt
nach Lagern und Abteilungen;

32.	Jährliche Betriebsunkosten aller Abteilungen;

33.	Unterhaltungskosten und Leistungen des Chemischen Labora-
toriums ;

34.	Unterhaltungskosten, Stromabgabe und diverse Leistungen der
Kraftzentrale, Kosten pro Kilowattstunde;

35.	Stückzahl der umgesetzten Maschinen- und Werkzeugtypen;

36.	Gewinn an den einzelnen Fabrikaten lt. Gewinn- und Verlust-
Konto und Prozentsatz des Gewinnes vom Umsatz.
        <pb n="227" />
        ﻿Anhang.

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter geschieht durch die
Meister.

In der Regel benachrichtigen diese den Portier, wenn Neueinstellungen
erfolgen sollen, worauf der Portier die Arbeitsuchenden an den betreffenden
Meister verweist, oder die Arbeitsnachweisstelle des Verbandes Berliner
Metallindustrieller wird um Zuweisung von Arbeitern ersucht. Der Meister
läßt den einzustellenden Arbeiter folgenden Revers (Form. 124) unter-
schreiben, welchen dieser im Bureau für Arbeiterangelegenheiten ab-
zugeben hat.

Jeder Arbeiter ist verpflichtet, der Betriebskrankenkasse der Firma
beizutreten, sofern er nicht nachweist, daß er Mitglied einer anderen
Krankenkasse ist, welche den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Vor
Aufnahme in die Krankenkasse wird jeder Arbeiter ärztlich untersucht.
Hat der Arzt gegen die Einstellung nichts einzuwenden, so begibt sich der
Arbeiter in das Bureau für Arbeiterangelegenheiten, wo er den vom Arzt
erhaltenen Schein und seine Quittungskarte für Invaliditäts- und Alters-
versicherungmarken abgibt. Alsdann wird sein Vor- und Zuname, Ort
und Datum seiner Geburt, Stand, Tag des Eintritts, Wohnung und der
Inhalt der Quittungskarten (Zahl der Marken unter Nennung der Klasse)
in ein Aufnahmebuch eingetragen (Form. 125). Durch eigenhändige Ein-

LUDW. LOEWE &amp; Co., Actiengesellscliaft

BERLIN NW., Huttenstr. 17/20.

Der ....................................................................

bewirbt sich um Einstellung und stellt sich zur ärztlichen Untersuchung. Derselbe
erkennt an, gegen die Firma keinerlei Anspruch auf Lohn oder sonstige Vergütung
zu haben, falls er aus irgendwelchem Grunde nicht eingestellt werden sollte, oder
falls die Beschaffung der für eine eventuelle Einstellung erforderlichen Papiere mit
Zeitverlust verbunden ist, oder falls die Aufnahme der Arbeit nicht sofort nach
seiner Einstellung erfolgen kann.

BERLIN, den..........................

Gelesen und anerkannt:	Meister:

Form. 134. Orig.-Größe 160 X 100 mm.

13*
        <pb n="228" />
        ﻿196

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

Lfd.  Nummer	N ame			Geburts			Stand	Tag  des Eintritts
	Zu-	Vor-	Tag	Monat	Jahr	Ort		
26 134	Fiebig	Karl	5.	10.	1869	Rothfließ	Dreher	5. April 1907
26 135	Knopf	Heinrich	28.	8.	1875	Berlin	Former	5. April 1907
26 136	Jerichs	Waldemar	1.	3.	1880	Bromberg	Schlosser	6. April 1907

tragung seines Namens in dieses Buch bescheinigt der Arbeiter, wie der
Vordruck auf dem Formular 127 zeigt:

1.	daß er ein Formular der Arbeitsordnung, ein Statut der Fabrik-
krankenkasse und einen Abdruck der Unfallverhütungsvorschriften
erhalten hat (diese Schriftstücke werden dem Arbeiter vorher einge-
händigt) ;

2.	daß er die Arbeitsordnung gelesen hat und dieselbe anerkennt;

3.	daß die Zahl der Invaliditäts- und Altersversicherungsmarken richtig
eingetragen ist.

Jeder Arbeiter erhält im Aufnahmebuch eine fortlaufende Nummer,
welche auf allen Formularen, die für die Anmeldung, Annahme und Ab-
meldung gebraucht werden, vermerkt wird (Nat.-Nr.). Nach Eintragung
des Arbeiters in das Aufnahmebuch wird im Bureau für Arbeiterangelegen-
heiten der Aufnahmeschein (Form. 126) ausgefüllt, mit welchem sich der
Arbeiter zu seinem Meister begibt und auf Grund dessen die Einstellung
erfolgen kann.

Jeder Meister hat morgens sowohl wie nachmittags dem Bureau für
Arbeiterangelegenheiten eine Präsenzliste (Form. 127) zuzustellen, mit
welcher er den Bestand, sowie den Zugang und Abgang der Arbeiter
meldet. Diese Präsenzliste passiert zunächst das betreffende Lohnbureau,
welches eventuelle Veränderungen, sowie die als abwesend gemeldeten
Arbeiter in ein Tagebuch notiert. Bei Einstellung von Arbeitern ist der
Aufnahmeschein (Form. 126) mit der Präsenzliste mitzugeben. Im Lohn-
bureau wird alsdann auf Grund des Aufnahmescheines die Karte lt.
Formular 128 ausgefüllt, welche im Lohnbureau verbleibt und in einer
Kartothek auf bewahrt wird. Die Präsenzliste und der Aufnahmeschein
werden dem Bureau für Arbeiterangelegenheiten zugestellt, welches auf
Grund der Präsenzliste eine tägliche Statistik anfertigt, während der Auf-
nahmeschein in einer Mappe abgelegt wird.

Im Arbeiterbureau wird für jeden Arbeiter eine Kontrollkarte lt.
Formular 129 ausgestellt, welche in einer Kartothek aufbewahrt wird.
        <pb n="229" />
        ﻿Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

197

	Inhalt der abgegebenen J.- und A.-V.-Karte				Krankenkassenstatut  und Unf all-Verhütungs vor Schriften erhalten;
Wohnung	Karte  Nr.	.  Anzahl  der  Marken	Klasse	Summa  der  Marken	Arbeitsordnung gelesen, erhalten und durch eigenhändige Unterschrift anerkannt, ebenso die Richtigkeit der vorstehenden Rubrik.
Charlottenburg, Krummestr. 19IV	5	4  25	in  IV	29	Fiebig
Berlin, Thurmstr. 22II	7	20	V	20	Knopf
Berlin, Rostockerstr. 75III	2	12  8	IV  V	20	Jerichs

Form. 135. Orig.-Größc 260 X 420.

Beim Abgang des Arbeiters wird die Karte ans dieser Kartothek heraus -
genommen und in eine andere Kartothek für entlassene Arbeiter gelegt,
nachdem Datum und Grund der Entlassung auf der Rückseite notiert sind.

Nat. Nr. 26134

Nr. der Abt. II. Maschb. — Homann
Familienname Fiebig
Rufname Karl

( Tag 5. Oktober
Geburt- j Jahr 1869

1 Ort Rothfließ
Familienstand verheiratet
Stand Dreher
Beschäftigt als Dreher
Datum des Eintritts 5. April 1907
' Straße Krummestr.

Haus-Nr. 19
Wohnung	4 Treppen

f vorn	f rechts

1 Hof	(links	Seradezu

bei....................................

Gehört zur Krankenkasse L. L. &lt;Ss Go.

Nr. des Mitgliedbuches....................................

Bei der Firma zuerst beschäftigt im Jahre.................

Ärztlich untersucht am 5./4. 190 7

p. F. ist für diese Woche bez. J. A. V. nicht zu versichern.

B., den 5. April 190 7

Unterschrift ............. ......................

Form. 136. Orig.-Größe 130X210 mm.
        <pb n="230" />
        ﻿LUDW. LOEWE &amp; Co.

BERLIN.

Präsenzliste.

Bestand bei letzter Meldung.................. 45

heute Nach mittag Zugang........................... 1________

46

heute Nach mittag Abgang........................... —

1t. Rückseite	Total	46

Davon sind anwesend.......................... 44

mit Entschuldigung abwesend........................ 2

ohne Entschuldigung abwesend....................... —

Total wie oben	46

Mit Entschuldigung:	Grund:	ohne Entschuldigung	fehlen:

Brauer	krank

Neumann	beurlaubt

BERLIN, den 5.14. 190 7	(Unterschrift)

Nach mittags	Homann

Wenden I

Form. 137. Vorderseite. Orig.-Größe 150 X 220 mm.

		Zugang	
Nationale Nr.		Name	von Abteilung
26134	Fiebig		
		Abgang	
Nationale Nr.	Marken  Nr.	Name	nach Abteilung

Form. 137. Rückseite.

198	Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.
        <pb n="231" />
        ﻿Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

199

Nat. Nr.	Zuname	Vorname		Beruf
26134	' Fiebig		Karl		Dreher
geb. den	5. Oktober 1869 zu Rothfließ			
Wohnung:	Charlottenburg, Krummestr. 19 4 Tr.			
				
Eintritt	Abteilung	Austritt	Grund des Austritts	
5.14. 1907	Homann			
			Notizen	

Form. 138. Orig.-Größe 150X100 mm.

Familienname: Fiebig Vorname: Karl Geburtstag: o. Oktober 1869
Geburtsort: Rothfließ Kreis Braunsberg
Beruf: Dreher	Familienstand: verheiratet

Nat.  Nr.	Abteilung	Datum des Ein- resp.  Übertritts Austnttä		Ab-  gemeldet  am	Beschäf- tigt als	Dauer der Beschäftigung Jahre[Mon. Tage	Wohnung
26134	Homann	5.14. 07			Dreher	1	Krummestr. 19IV

Form. 139. Orig.-Größe 220X160 mm.

LUDW. LOEWE &amp; Co.  Actiengesellschaft.	
Abmeldeschein	für das Arbeiterbureau.
über den bei der Abt.	Häusler als Fräser beschäftigten
(Vorname) Wilhelm	(Zuname) Kuntze	Nat. Nr. 19894
An Beiträgen für die Invaliden- und Altersversicherung sind zu leisten:  für die 1. Woche 18 Pfg.  „ „ 2.	„	18 Pfg.	
Monat A-pril 07	„	„	3.	„	18	Pfg.  „	„	4.	„	18	Pfg.  „	„	5.	„	—	Pfg.
Monat Mai 07	„ „ 1.	„	18 Pfg.  /Stempel und\
BERLIN, den 4. Mai 1907.	V Unterschrift)

Form. 130. Orig.-Größe 220 X 160 mm.
        <pb n="232" />
        ﻿200

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

Wird ein Arbeiter später wieder eingestellt, so wird für ihn die bei der
ersten Einstellung ausgefüllte Karte wieder benutzt. Der Beamte im Bureau
für Arbeiterangelegenheiten hat daher vor jeder Einstellung zu unter-
suchen, ob der betreffende Arbeiter bereits einmal bei der Firma beschäftigt
war und ob auf dessen Karte eventuell Notizen über tadelhafte Führung

Arbeitszeugnis.

Wilhelm Kuntze

geboren am	25. Juli 1874	zu	Berlin

ist seit dem 10. November 1901 bis zum	4. Mai 190 7

bei uns als Fräser beschäftigt gewesen und war während dieser Zeit ver-
sicherungspflichtiges Mitglied unserer Fabrikkrankenkasse,
p. Kuntze erhielt beim Abgänge
seine J.-A.-V.-Karte Nr. 12 Vers.-Anst. Brandenburg
mit einem Inhalte von 13 Wochenbeiträgen:

Klasse:	I.

Wochen: —

Die Richtigkeit bescheinigt

BERLIN, den 4. Mai 190 7

Huttenstraße 17)20.

II.

III. IV.

V.

13

Sa.

13

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Unterschrift.

Form. 131. Orig.-Größe 220X 160 mm.

Dem

Berlin

gebürtig aus
Zeugnis aus:

Fleiß: gut

Leistung: befriedigend
Pünktlichkeit: gut
Betragen: ohne Tadel

BERLIN NW., den 4. Mai 1907

Huttenstr. 17)20.

Führiingszeu gnis.

Fräser Wilhelm Kuntze

stellen wir hiermit über seine Führung folgendes

LUDW. LOEWE &amp; Co.

Actiengesellschaft.

Form. 133. Orig.-Größe 220X160 mm.
        <pb n="233" />
        ﻿Arbeitsordnung.

201

u. dgl. gemacht worden sind, auf Grund deren eine Wiedereinstellung nicht
geboten erscheint.

Die Entlassung von Arbeitern wird dem Bureau für Arbeiterangelegen-
heiten vom betreffenden Lohnbureau mittels des Formulars 130 ange-
zeigt, auf Grund dessen dem Arbeiter die Invaliditäts- und Altersversiche-
rungskarte ausgehändigt wird. Damit die richtige Anzahl von Marken
entwertet wird, gibt das Lohnbureau die Zahl und Klasse der Marken für
die Zeit an, für welche die Lohnlisten noch nicht im Bureau für Arbeiter-
angelegenheiten sind.

Der Abmeldeschein wird dem Arbeiter im Lohnbureau erst dann aus-
gestellt, wenn derselbe die ihm bei Einstellung übergebenen Werkzeuge
abgeliefert hat und wenn die Ausrechnung seines Restlohnes erfolgt ist.
Ohne Abmeldeschein darf das Bureau für Arheiterangelegenheiten dem
Arbeiter die Papiere nicht aushändigen.

Jeder Arbeiter erhält bei seiner Entlassung ein Arbeitszeugnis
(Form. 131) und, falls er es wünscht, ein Führungszeugnis (Form. 132).
Die Kopien dieser Zeugnisse werden zusammen mit dem Aufnahmeschein
(Form. 126) in alphabetischer Reihenfolge in Mappen aufbewahrt.

Arbeitsordnung.

1.	Annahme der Arbeiter.

§ 1.

Bei der Aufnahme in die Fabrik hat der Arbeiter seine Legitimationspapiere
vorzulegen und diese Arbeitsordnung durch eigenhändige Eintragung seines Namens
in das dafür bestimmte Buch, welchem die Arbeitsordnung vorgeheftet ist, anzu-
erkennen.

Jeder Arbeiter empfängt bei seiner Aufnahme in die Fabrik einen Abdruck der
Arbeitsordnung.

Die Annahme und Entlassung der Arbeiter geschieht durch den betreffenden
Meister, welcher als direkter Vorgesetzter gilt und dessen Anordnungen Folge zu
leisten ist.

§ 2.

Jeder Arbeiter ist verpflichtet, der bestehenden Betriebskrankenkasse der Firma
beizutreten, sofern er nicht nachweist, daß er bereits Mitglied einer anderen Kranken-
kasse ist, welche den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

2.	Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

§ 3.

Das Arbeitsverhältnis kann von beiden Teilen zu jeder Zeit ohne Innehaltung
einer Kündigungsfrist gelöst werden. Dies gilt auch für die im Akkordlohn stehenden
Arbeiter.

Über die Abrechnung vgl. § 14.

Für Kranführer und die Hilfsarbeiter in der Gießerei kann das Arbeitsverhältnis
nur mit Schluß der täglichen Arbeitszeit gelöst werden.

3.	Arbeitszeit.

§ 4.

Die regelmäßige tägliche Arbeitszeit beginnt des Morgens um 7 Uhr und endet
des Abends um 5 ‘/4 Uhr.
        <pb n="234" />
        ﻿202

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

Während dieser Zeit findet eine Arbeitspause von ll3/4 bis 1 Uhr statt.

Sonnabends endet die Arbeitszeit nachmittags um 4 Uhr.

In der Gießerei kann Sonnabends die Mittagspause verkürzt werden für einzelne
Abteilungen, wenn dies notwendig ist, um die Arbeitszeit um 4 Uhr beenden zu
können.

Für Arbeiter, die während der Mittagspause arbeiten, verkürzt sich deren Ar-
beitszeit dementsprechend.

§ 5.

Eine etwa notwendig werdende Verschiebung, Verlängerung oder Verkürzung
der Arbeitszeit für den ganzen Betrieb, für Teile desselben oder für einzelne Arbeiter
wird den betreffenden Arbeitern durch Aushang oder mündlich von ihren Meistern
besonders mitgeteilt und ist diese veränderte Arbeitszeit ebenfalls einzuhalten. Für
die verkürzte Arbeitszeit können keinerlei Ansprüche auf Lohnentschädigung erhoben
werden.

§ 6.

Die Arbeiter sind außerdem verpflichtet, an Sonn- und Festtagen in den gesetz-
lich zulässigen Fällen zu arbeiten.

Als Festtage gelten:

Der Neujahrs tag, der Oster- und Pfingstmontag, der erste und zweite Weih-
nachtsfeiertag, der Karfreitag, der Himmelfahrtstag und der Buß- und Bettag.

§ 7.

Falls infolge von Betriebsstörungen oder aus anderen Gründen für einzelne
oder mehrere Arbeiter augenblicklich Arbeit nicht vorhanden ist, können diese
Arbeiter mit ihrer Zustimmung vorübergehend -— an Stelle der Entlassung — außer
Arbeit gesetzt werden (das sogenannte Aussetzen oder Feiern), damit dieselben ihrer
Ansprüche an die verschiedenen Kassen nicht verlustig gehen. Solche zeitweise außer
Arbeit gesetzte Arbeiter haben keinerlei Ansprüche auf Lohnentschädigung für die
beschäftigungslose Zeit, auch wenn nach Ablauf derselben eine Wiedereinstellung
nicht stattfinden sollte.

Der Arbeiter kann keinen Lohn für solche Zeiten beanspruchen, in denen er
durch einen in seiner Person liegenden Grund an der Arbeit verhindert worden ist,
auch wenn die Versäumnis entschuldbar und nicht von erheblicher Dauer ist.

§ 8.

Maßgebend für Beginn und Ende der Arbeitszeit ist die Fabrikuhr.

Jeder Arbeiter hat rechtzeitig an seiner Arbeitsstelle zu erscheinen; er darf mit
der Arbeit nicht früher aufhören, als bis das Zeichen dazu gegeben ist.

Der Aufenthalt in den Arbeitsräumen außerhalb der Arbeitszeit ist nur mit
Erlaubnis gestattet.

§ ».

Wer durch Krankheit oder aus einem sonstigen Grunde verhindert ist, zur
Arbeit zu kommen, hat seinem Meister hiervon spätestens bis zum Mittage des auf
den Beginn der Versäumnis folgenden Tages Anzeige zu machen.

§ 10.

Der Ein- und Ausgang zu und aus den Arbeitsräumen erfolgt durch die Waseh-
und Ankleideräume. Beim Betreten und Verlassen der Arbeitsräume hat jeder Ar-
beiter seine Kontrollkarte in dem Kontrollapparat seiner Werkstatt persönlich
abzustempeln. Letzteres hat er auch zu tun, so oft er sonst ohne dienstlichen Grund
aus der Werkstätte geht, um das Fabrikgrundstück zu verlassen.

Wer während der Arbeitszeit oder vor deren Schluß das Fabrikgrundstück
verlassen muß, hat dies seinem Meister anzuzeigen und erhält von diesem einen
Passierschein, der dem Portier bei Verlassen des Fabrikgrundstückes abzugeben ist.
        <pb n="235" />
        ﻿Arbeitsordnung.

203

4.	Lohnberechnung und Lohnzahlung.

§ 11.

Der Lohn wird entweder nach einem vorher vereinbarten Stundenlohnsatz oder
nach einem jedesmal vor Beginn der betreffenden Arbeit festgesetzten Akkordpreis
bezahlt.

§ 12.

Die Abrechnungsperiode für den Stundenlohn schließt Sonnabend abend;
die Auszahlung erfolgt an dem darauffolgenden Freitag.

Fällt der Freitag auf einen Feiertag, so findet die Auszahlung am darauffolgenden
Wochentage statt.

§ 13.

Die fertigen Akkordarbeiten werden einmal monatlich abgerechnet,
Wöchentlich erfolgen Vorschußzahlungen, abgerundet nach unten auf M. 5.—
und Ji 10.— und zwar:

soweit Akkordarbeiten fertig sind, entsprechend den bis zum vorhergehen-
den Sonnabend verdienten Beträgen;

soweit Akkorde noch nicht fertig sind, im Verhältnis des hierfür für jeden
Arbeiter festgesetzten Stundenlohnsatzes und der Stundenzahl;

für die Former entsprechend den bis zum vorhergehenden Freitag gegossenen
und von der Putzerei bis Montag abend an die Gußexpedition abgelieferten
Stücken.

Alle Zahlungen gelten als Vorschußzahlungen auf vollendete oder angefangene
Akkorde, bis feststeht, ob die im Akkord gemachten Stücke fehlerfrei sind.

Akkordarbeiter können Lohnansprüche aus Akkorden nicht mehr geltend machen,
wenn seit Gutbefund der Akkordarbeit mehr als ein Monat verflossen ist. Diese Frist
wird zugunsten von Akkordarbeitern, welche in einem gemeinschaftlichen Akkord-
verhältnis (Kolonnenakkord) gestanden haben, aber vor Abrechnung des Kolonnen-
akkordes aus der Fabrik ausgeschieden sind, auf drei Monate verlängert. Derartige
Lohnreste verfallen nach drei Monaten zugunsten der übrigen Kolonnenarbeiter.

§ 14.

Führt ein Arbeiter eine zu einem bestimmten Preise übernommene Akkordarbeit
nicht zu Ende, so ist zu unterscheiden, ob der Grund hierfür hegt:

a)	an der Anordnung der Fabrikleitung, daß diese Arbeit vorläufig nicht zu Ende
geführt werden soll,

oder an einer Entlassung des Arbeiters (§ 3), welche sich nicht auf einen
gesetzlichen Grund stützt (Gewerbeordnung § 123),

oder daran, daß der Arbeiter seiner Militärpflicht genügen muß;

b)	oder daran, daß der Arbeiter die Arbeit aus einem sonstigen Grunde nicht zu
Ende führen kann,

oder daß er die Arbeit nicht zu Ende führen will,

oder daß er aus einem gesetzlichen Grunde entlassen wird. (Gewerbe-
ordnung § 123.)

Liegt einer der Fälle a vor, so wird die Arbeit bezahlt nach der Zahl der darauf
verwendeten Stunden und nach dem Lohnsatz, welcher bei Bemessung der Vorschuß-
zahlung für den Arbeiter vorgesehen ist.

Liegt einer der Fälle b vor, so wird die geleistete Arbeit von dem Meister des
Arbeiters nach dem Werte geschätzt, welchen die Arbeit für die Firma hat unter
Berücksichtigung der Kosten, welche voraussichtlich aufzuwenden sind, um die
Arbeit durch einen anderen Arbeiter zu Ende führen zu lassen.

Stand der Arbeiter mit anderen Leuten in ein und demselben Akkordverhältnis
(Kolonnenakkord), so erhält er in den beiden letzten Fällen sub a außerdem seinen
Anteil an dem Überschüsse, welcher sich bei Abrechnung des Kolonnenakkordes
ergibt.
        <pb n="236" />
        ﻿204

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

§ 15.

Wer im Akkordverhältnis gestanden hat, tritt ohne ausdrückliche Erklärung
seines Meisters nicht in Stundenlohnverhältnis.

§ 16.

An den Lohntagen werden nur die Markbeträge ausgezahlt; die Pfennigbeträge
dagegen dem nächsten Verdienst hinzugerechnet.

§ 17.

Vom Lohn werden in Abzug gebracht: die gesetzlichen Versicherungsbeiträge,
Auslagen für Werkzeuge und Lebensmittel, Schadenersatzleistungen und Strafgelder.

§ 18.

Einwendungen gegen die Lohnberechnung sind spätestens am Tage nach deren
Mitteilung mittags 12 Uhr bei dem betreffenden Lohnbeamten zu erheben, wenn sie
noch bei der nächsten Lohnzahlung berücksichtigt werden sollen.

Von der Richtigkeit des ihm übergebenen Geldbetrages hat sich jeder bei Emp-
fang zu überzeugen. Spätere Beanstandungen eines Fehlbetrages werden nicht mehr
berücksichtigt.

§ 19.

Abgegangene Arbeiter haben die Auszahlung ihres Lohnes erst bei dem nächsten
Lohnzahlungstermin zu beanspruchen und zwar nur an der Fabrikkasse.

Sie haben erst Anspruch auf Auszahlung des verdienten Akkordlohnes, wenn
die ordnungsmäßige Revision ergeben hat, daß die Akkordarbeit abgeliefert und
fehlerfrei ist.

5.	Verhalten bei Ausführung der Arbeit.

§ 20.

Jeder Arbeiter ist verpflichtet, seinen Vorgesetzten in bezug auf die Arbeit und
alle Einrichtungen der Fabrik Gehorsam zu leisten, und die ihm zugewiesenen Arbeiten
und Aufträge gewissenhaft auszuführen.

§ 21.

Erkennbare Fehler, die sich im Material oder in der vorherigen
Bearbeitung zeigen sollten, hat der Arbeiter dem Meister anzuzeigen,
ehe er an dem betreffenden Stück fortarbeitet. Wer dies unterläßt, hat
keinen Anspruch auf Lohn für seine Arbeit an dem fehlerhaften Stück.

Wer ein ihm anvertrautes Stück verdirbt, auch anders als ihm
angegeben oder sonst fehlerhaft bearbeitet, erhält dafür keinen Lohn
und hat außerdem den Wert des Stückes zu ersetzen. Auf die imbrauchbar
gewordenen Stücke hat der Arbeiter keinen Anspruch.

Wer Stücke, die er selbst als Ausschuß erkennt, oder die von der Kundschaft
oder von unseren eigenen Werkstätten als Ausschuß bezeichnet sind, zerstört, beiseite
schafft oder unkenntlich macht oder veranlaßt, daß dies geschieht, verzichtet auf den
Nachweis, daß er für den Ausschuß verantwortlich ist.

§ 22.

Der Arbeiter erhält Lohn nur für Arbeiten, welche dem Meister abgeliefert und
von ihm oder dem Revisor als richtig abgenommen sind.

§ 23.

Materialien und Werkzeuge dürfen, auch wenn sie den Arbeitern gehören, ohne
Erlaubnisschein nicht aus der Fabrik entfernt werden.

Jeder Arbeiter kann beim Eintritt in die Fabrik oder beim Verlassen derselben
angehalten werden, um sich wegen etwa unrechtmäßig mit sich geführter Gegenstände
auszuweisen.
        <pb n="237" />
        ﻿Arbeitsordnung.

205

§ 24.

Bei seinem Abgänge hat der Arbeiter das ihm übergebene Werkzeug abzu-
liefern, bzw. jedes etwa fehlende Stück zu ersetzen.

§ 25.

Ein jeder hat darauf zu achten, daß der ihm zugeteilte Werkzeugkasten in
gutem Zustande und Verschluß erhalten bleibt.

Das Ver- und Erborgen von Werkzeugen, sowie das öffnen fremder Werkzeug-
kasten ist streng verboten.

Allgemeine Werkzeuge, welche den einzelnen Arbeitern nicht zugeteilt werden
können, sind vom Meister zu fordern und nach Gebrauch an denselben zurückzugeben.
Ohne weitere Meldung dürfen derartige Werkzeuge nicht an einen anderen Arbeiter
überlassen werden.

§ 26.

Kauft ein Arbeiter Werkzeug von der Firma, so geht es in sein Eigentum erst
nach völliger Zahlung über.

§ 27.

Jeder Arbeiter haftet für die gute Erhaltung der ihm zur Führung resp. Be-
nutzung übergebenen Maschinen, Modelle und Werkzeuge.

Veränderungen oder Reparaturen an den anvertrauten Maschinen und Werk-
zeugen dürfen nicht eigenmächtig vorgenommen werden.

Es ist den Arbeitern verboten, ohne ausdrückliche Genehmigung der Vorge-
setzten andere Maschinen als diejenigen zu benutzen, welche ihnen zur speziellen Be-
dienung überwiesen sind.

Ein jeder ist für die allabendliche Aufräumung seines Platzes und Reinigung
der ihm übergebenen Maschinen und Werkzeuge verantwortlich. An jedem Wochen-
schlußtage hat eine gründliche Reinigung stattzufinden.

Auf Anordnung des Meisters hat der Arbeiter auch Maschinen zu reinigen, an
denen er nicht gearbeitet hat.

§ 28.

Das Fortwerfen von Speiseresten, Papier usw. in die Säle ist verboten.

§ 29.

Mitnahme oder Abzeichnung von Maschinen, Werkzeugen oder anderen Gegen-
ständen, wie Zeichnungen, Modellen, Fabrikaten und Teilen, wird durch sofortige
Entlassung geahndet.

6.	Wahrung der allgemeinen Sicherheit und Ordnung.

§ 30.

Die Kesselhäuser, die Maschinenräume und die mit „Eintritt verboten“ be-
zeichneten Räume dürfen nur von den in diesen Räumen beschäftigten Arbeitern
betreten werden. Die Unfallverhütungsvorschriften (siehe Plakate und
die ausgehändigten Druckexemplare) sind streng zu befolgen.

§ 31.

Jeder Arbeiter ist verpflichtet, die von ihm zurzeit benutzte Maschine beim
Anhalten der Transmissionen während des Betriebes und bei Schluß des Betriebes
sofort auszurücken.

Dieses Ausrücken der benutzten Maschine hat auch sofort zu erfolgen, sobald
irgend eine Unregelmäßigkeit an derselben sich zeigt.

§ 32.

Auf Feuer und Licht, wie auf feuergefährliche Gegenstände muß sorgfältig
acht gegeben werden und insbesondere sind die gebrauchten Putzlappen und Putz-
fäden stets in die besonders dazu hergerichteten Kästen zu werfen.
        <pb n="238" />
        ﻿206

Die Einstellung und Entlassung der Arbeiter.

§ 33.

Aller Lärm, Wortwechsel, Pfeifen und Singen, Branntweintrinken und Rauchen
in der Fabrik und auf dem Fabrikgrundstück ist untersagt.

§ 34.

Beim Verlassen des ihm zugewiesenen Platzes oder der ihm zugewiesenen
Maschine während der Arbeitszeit ist jeder gehalten, die von ihm benutzten Flammen
und Lampen abzustellen. Etwa an den Leitungen sich zeigende Schadhaftigkeiten
sind sofort zur Anzeige zu bringen.

§ 35.

Die vorhandenen Feuerlöscheinrichtungen dürfen ohne besondere Genehmigung
zu keinem anderen Zweck als Brandlöschung verwendet oder von ihrem Platz entfernt
werden.

§ 36.

Die Anfertigung von Gegenständen zum eigenen Nutzen oder für Rechnung
dritter Personen ist verboten.

§ 37.

Kein Arbeiter darf den ihm angewiesenen Platz verlassen oder durch andere
Räume gehen, wenn es nicht seine Arbeit erfordert.

§ 38.

Besuche von Verwandten, Freunden und sonstigen Fremden in den Werk-
statträumen sind nicht gestattet. Abgegangenen Arbeitern ist das Betreten des
Fabrikgrundstückes nicht gestattet.

§ 39.

Den Arbeitern ist jeder Handel innerhalb der Fabrik, namentlich mit Eßwaren,
Getränken, Tabak, Zigarren usw. verboten.

§ 40.

Zusammenkünfte, Beratungen und Versammlungen in den Räumen, Höfen
und Zugängen der Fabrik sind ohne Genehmigung verboten. Das Sammeln von
Unterschriften, der Verkauf von Losen und Einlaßkarten, sowie die Vornahme von
Geldsammlungen in der Fabrik sind verboten. Sammellisten dürfen nur mit Geneh-
migung der Fabrikleitung in Umlauf gesetzt werden. Das Einkassieren der gezeich-
neten Gelder erfolgt durch eine von der Fabrikleitung bestimmte Persönlichkeit.

§ 40 a.

Der Arbeiterausschuß ist die offizielle und einzige Vertretung der gesamten
Arbeiterschaft. Er hat das Recht und die Pflicht,

1.	außerhalb der Arbeitszeit in allen Arbeiterangelegenheiten unter sich und mit
unseren Arbeitern zu beraten,

sowie

2.	mit der Direktion zu sprechen und zu verhandeln.

Er soll nicht nur Anträge, Wünsche und Beschwerden der Arbeiterschaft bei
uns Vorbringen und sich dazu äußern, sondern auch allgemein über alle Fragen, die
unsere Arbeiterschaft und ihr Verhältnis zu uns betreffen, insbesondere über Ände-
rungen der Arbeitsordnung und Einrichtungen, über generelle Lohn- und Akkord-
differenzen, über Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen, sowie zum Wohl unserer
Arbeiterschaft sein Gutachten abgeben.

§ 40b.

Als Arbeiterausschuß fungieren die aus der Arbeiterschaft jeweils gewählten
Mitglieder des Vorstandes der Betriebskrankenkasse.

Wenn es sich um Verhandlungen über Angelegenheiten solcher Werkstätten
der Fabrik handelt, die in dem Arbeiterausschuß nicht vertreten sind, kann ein von
        <pb n="239" />
        ﻿Arbeitsordnung.

207

dem Arbeiterausschuß in Vorschlag gebrachter Arbeiter aus diesen Werkstätten zu
den Verhandlungen hinzugezogen werden.

§ 40 c.

Der bestehende Arbeiterausschuß tritt sofort zur Konstituierung zusammen
(vgl. § 40 d) und gibt sich eine Geschäftsordnung, welche der Direktion zur Genehmi-
gung vorzulegen ist. Die späteren Verhandlungen des Ausschusses unter sich finden
nach Bedarf auf eigene Veranlassung oder auf Ersuchen der Direktion in einem
innerhalb der Fabrik zur Verfügung gestellten Raum außerhalb der Arbeitszeit
statt.

§ 40 d.

Demnächst wählt der Ausschuß alljährlich im Dezember alsbald nach erfolgter
Neubesetzung der erloschenen Mandate unter sich einen Obmann und einen Schrift-
führer, sowie für beide je einen Stellvertreter. Der Vorsitzende und der Schriftführer,
bzw. deren Stellvertreter, bilden den Vorstand des Ausschusses, leiten dessen Verhand-
lungen und führen die Protokolle derselben.

§ 40 e.

Die Mitglieder des Ausschusses erhalten von der Direktion eine schriftliche
Legitimation. Sie dürfen nur mit Wissen und Genehmigung der Direktion entlassen
oder in eine andere Werkstatt versetzt werden. Ein Verzeichnis der Mitglieder des
Ausschusses wird an den Eingängen der Fabrik ausgehängt. Ein Exemplar dieses

Statuts wird jedem Arbeiter verabfolgt.

«

§ 40f.

Uber die Ergebnisse der mündlichen Verhandlungen der Direktion mit dem
Arbeiterausschuß wird in jedem Falle ein Protokoll geführt, welches von der Direktion
und zwei Ausschußmitgliedern unterzeichnet und dem Ausschuß in Abschrift zugestellt
wird.

§ 41.

Jeder Arbeiter ist verpflichtet, alle Mitteilungen zu lesen, welche durch Anschlag
bekannt gemacht werden.

7.	Schadenersatzpflicht der Arbeiter.

§ 42.

Jeder Nachteil oder Schaden, welcher der Firma absichtlich oder fahrlässiger-
weise durch einen Arbeiter zugefügt wird, sei es an Materialien, Zeichnungen, Werk-
zeugen, Maschinen und anderem Fabrikzubehör, sei es an Arbeitserzeugmssen, ist
von demselben, abgesehen, von den gesetzlichen und den in dieser Arbeitsordnung
vorgesehenen Folgen, zu ersetzen.

Die zum Schadenersatz dienenden Beträge werden bei der nächstfolgenden
Lohnzahlung in Abzug gebracht.

Ergibt sich erst nach Entlassung eines Arbeiters, daß Stücke, die ihm bezahlt
worden sind, Fehler haben, so steht der Firma Anspruch auf Ersatz des Schadens zu.

8.	Ordnungsstrafen.

§ 43.

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Arbeitsordnung werden mit
Geldstrafen bis zur Hälfte des durchschnittlichen Tagesarbeitsverdienstes, Tätlich-
keiten gegen Mitarbeiter, erhebliche Verstöße gegen die guten Sitten, sowie gegen die
zur Aufrechterhaltung der Ordnung des Betriebes, zur Sicherung des gefahrlosen-
Betriebes oder zur Durchführung der Bestimmungen der Gewerbeordnung erlassenen
Vorschriften mit Geldstrafen bis zum vollen Betrage des durchschnittlichen Tages-
arbeitsverdienstes belegt.
        <pb n="240" />
        ﻿208

Die Ausgabe und Verrechnung des Tees.

Die Feststellung der Strafen erfolgt durch den Betriebsvorgesetzten und wird
dem zu bestrafenden Arbeiter ohne Verzug bekannt gegeben.

Eine etwaige Beschwerde hiergegen ist beim Leiter der Fabrik anzubringen.
Die Strafgelder fließen in die Fabrikkrankenkasse.

§ 43 a.

Auf die Arbeiterinnen findet die für die Arbeiter geltende Arbeitsordnung der
Firma Ludw. Loewe &amp; Co. Actiengesellschaft Anwendung mit folgenden Änderungen:
I. die Arbeiterinnen dürfen nicht in der Nachtzeit von 8‘/2 Uhr abends bis 5!/2 Uhr
morgens, und am Sonnabend, sowie an Vorabenden der Festtage nicht nach
5V2 Uhr nachmittags beschäftigt werden;

II.	Arbeiterinnen über 16 Jahre, welche ein Hauswesen zu führen haben, sind auf
ihren Antrag eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu entlassen;

III.	Wöchnerinnen dürfen während 4 Wochen nach ihrer Niederkunft überhaupt
nicht und während der folgenden 2 Wochen nur beschäftigt werden, wenn das
Zeugnis eines approbierten Arztes dies für zulässig erklärt.

Es bleibt Vorbehalten:

die Arbeitszeit der Arbeiterinnen morgens eine halbe Stunde später beginnen
zu lassen;

abends eine halbe Stunde früher enden zu lassen;
ihre Mittagspause auf die Zeit von 1—2 Uhr zu verlegen.

9.	Zusätze und Abänderungen der Arbeitsordnung.

§ 44.

Zusätze und Abänderungen vorstehender Arbeitsordnung erfolgen durch den
Erlaß von Nachträgen. Die Nachträge treten frühestens zwei Wochen nach ihrem
Erlaß in Geltung. Der Erlaß erfolgt durch Aushang in der Fabrik.

Die Ausgabe und Verrechnung des Tees.

Von den Einrichtungen, welche die Firma für ihre Arbeiter geschaffen hat,
verdient besonders die Seite 26 genannte Teeküche genannt zu werden, welche ein-
gerichtet ist, um den Arbeitern im Sommer ein erfrischendes, im Winter ein wärmen-
des Getränk geben zu können.

Die Teeküche ist im Erdgeschoß des Spezialmaschinengebäudes untergebracht.
Mit Hilfe moderner Einrichtungen zum Reinigen der Flaschen und zum Zubereiten
und Füllen des Tees in Flaschen wird bei Verwendung guter Qualität ein wohl-
schmeckendes Getränk zu billigem Preise hergestellt. Zurzeit wird der Tee an die
eigenen Arbeiter und Beamten für 3 Pfg. pro ‘/a Liter abgegeben. Der tägliche Kon-
sum schwankt je nach der Jahreszeit und Temperatur zwischen 1750 und 2000 Flaschen
ä V„ Liter. Die Zubereitung erfolgt in der Regel in der Weise, daß auf 180 Liter Wasser
1 kg Tee und 4 kg weißer Zucker genommen wird.

Die Ausgabe des Tees an die Arbeiter erfolgt an den „Teeausgabestellen“, welche
meist in den Werkzeuglagern der Werkstätten eingerichtet und von den Lagerver-
waltern übernommen sind. Die Ausgabestellen holen den Tee aus der Küche gegen
Quittungsbücher („Teebücher“) und verausgaben ihn an die Arbeiter und Beamten
gegen Blechmarken. Die Marken können an den Ausgabestellen gegen Quittung in
Mengen von zehn oder fünfundzwanzig Stück entnommen werden. Am Monatsschluß
werden die Quittungen in die Bureaus gegeben und den Arbeitern der danach zu
berechnende Betrag für den Tee vom Lohn in Abzug gebracht. Von den Beamten
werden die Beträge einkassiert.

Hat ein Arbeiter oder Beamter bei seinem Austreten aus der Firma Teemarken
noch nicht verwendet, so wird ihm der bereits erhobene Betrag hierfür zurück-
gezahlt.
        <pb n="241" />
        ﻿Das Lehrlingswesen.

209

Die Ausgabestellen haben je nach Bedarf einen größeren oder kleineren festen
Markenbestand, der in ein „Markenkontrollbuch“ eingetragen ist. Am Monatsschluß
wird durch Beamte des Lohnbureaus geprüft, ob der Sollbestand der Marken vorhanden
ist. Der Sollbestand wird festgestellt, indem man zu dem am Monatsanfang über-
nommenen Bestand die lt. Markenquittungen ausgegebenen Marken abzieht und die
für entnommenen Tee eingegangenen Marken zuzählt. Wieviel Flaschen Tee ausge-
geben wurden, geht aus den „Teebüchern“ hervor.

Das Lelirlingswesen.

Gewerbliche Lehrlinge.

Die Firma bildet in ihren Werkstätten gewerbliche Lehrlinge für ver-
schiedene Berufe aus. Für die Einstellung und Ausbildung der Lehrlinge
und Volontäre sind folgende Grundsätze festgelegt:

1. Die Firma nimmt Lehrlinge an, um sie auszubilden als:

Hobler und Fräser,
Schmiede,
Modelltischler,
Former.

Maschinenbauer,

Maschinenschlosser,

Werkzeugschlosser,

Dreher,

Werkzeugdreher,

Lehrlinge unter 14 Jahren und solche, die nicht wenigstens im Besitz des Reifezeug-
nisses für die 2. Klasse einer achtklassigen Gemeindeschule sind, werden nicht
angenommen. Die Einstellung der Lehrlinge erfolgt nur zum 1. Oktober.

2.	Die Maschinenbauerlehrlinge haben eine Lehrzeit von vier Jahren, die
übrigen Lehrlinge eine solche von drei Jahren durchzumachen.

3.	Die Maschinenbauerlehrlinge werden ausgebildet in der

Schlosserei ...........................8	Monate,

Dreherei.............................  8

Hobelei und Fräserei...................8

Montage .................

Schleiferei und Poliererei
Räderfräserei	. . . . ,

Schmiede und Härterei
Modelltischlerei . . .
Gießerei....................

zusammen ... 48 Monate.

4.	Die Maschinenschlosserlehrlinge werden ausgebildet in der

Schlosserei .........................18	Monate,

Dreherei .............................3	,,

Hobelei und Fräserei..................3	„

Montage ..............................9	„

Schmiede und Härterei.................3	„

zusammen .... 36	Monhte.

5.	Die Werkzeugschlosserlehrlinge werden ausgebildet in der

Schlosserei..........................24	Monate,

Dreherei..............................3	,,

Hobelei und Fräserei..................3	„

Schleiferei und Poliererei ...........3	,,

Schmiede und Härterei.................3	,,

zusammen .... 36	Monate.

Lilienthal, Fabrikorganisation.	14
        <pb n="242" />
        ﻿210

Das Lehrlingswesen.

6.	Die Dreherlehrlinge werden ausgebildet in der

Schlosserei............................3	Monate.

Dreherei..............................24	„

Schleiferei und Poliererei ............6	„

Schmiede und Härterei..................3	,,

zusammen .... 36	Monate,

7.	Die Werkzeugdreherlehrlinge werden ausgebildet in der

Werkzeugdreherei .....................30	Monate,

Werkzeugschleiferei....................3	„

Härterei...............................3	,,

zusammen .... 36	Monate.

8.	Die Hobler- und Fräserlehrlinge werden ausgebildet in der

Schlosserei........................6	Monate.

Hobelei und Fräserei..............24	,,

Räderfräserei .......................3	,,

Schmiede und Härterei..............3	,,

zusammen	....	36	Monate.

9.	Die Schmiedelehrlinge werden ausgebildet	in	der

Schmiede und Härterei.............36	Monate,

10.	Die Modelltischlerlehrlinge werden ausgebildet in der

Modelltischlerei..................30	Monate.

Gießerei......................... 6	,,____

zusammen	.	.	.	.36	Monate.

11.	Die Formerlehrlinge werden ausgebildet in der

Gießerei.............................36 Monate.

12.	Die Lehrlinge haben keinen Anspruch darauf, die verschiedenen Abteilungen
durchweg in der vorstehenden Reihenfolge durchzumachen, vielmehr wird die Reihen-
folge durch die Fabrikleitung bestimmt; die für die einzelnen Abteilungen angegebenen
Zeiten sind nur annähernd maßgebend.

13.	Sobald ein Lehrling in einer Abteilung soweit ausgebildet ist, daß seine
Arbeit für die Firma Wert hat, erhält der Lehrling den dem Wert seiner Arbeit ent-
sprechenden, von seinem Meister festzusetzenden Lohn.

14.	Ein Jahr wird nur dann als volles Lehrjahr behandelt, wenn der Lehrling
wenigstens 270 Tage im Jahre gearbeitet hat.

15.	Die ersten drei Monate gelten als Probezeit, während welcher jeder Teil
ohne weiteres vom Lehrvertrag zurücktreten kann.

16.	Der Lehrling ist an die Vorschriften der Arbeitsordnung gebunden.

17.	Die Lehrlinge sind berechtigt, die für die Beamten eingerichtete Bibliothek
zu benutzen und die von der Firma eingerichtete Fortbildungsschule zu besuchen,
solange sie die dafür erlassenen besonderen Bedingungen gewissenhaft befolgen.
Hat ein Lehrling sich für die Teilnahme entschlossen, so ist er verpflichtet, den ge-
samten Unterricht für die ganze Lehrzeit zu besuchen, sofern ihn nicht die Schul-
leitung von einzelrfen Fächern dispensiert.

18.	Die Lehrlinge sind verpflichtet, Mitglieder der Betriebskrankenkasse zu
werden. Die auf sie entfallenden Krankenkassenbeiträge werden von der Firma ge-
zahlt. Die Lehrlinge erhalten von der Krankenkasse freie ärztliche Behandlung und
Heilmittel auch für diejenige Zeit, für welche ihnen ein Anspruch auf Krankengeld
nicht zusteht.

19.	Die Firma nimmt auch sogenannte Volontäre als Lehrlinge für ein oder zwei
Jahre an.
        <pb n="243" />
        ﻿Gewerbliche Lehrlinge.

211

Die Volontäre erhalten keinen Lohn, haben vielmehr im ersten Jahre 1000, im
zweiten Jahre 500 Ji Lehrgeld an die Firma im voraus zu zahlen.

Diese Beträge werden besonders verwaltet und dienen dazu, den eigentlichen
Lehrlingen nach dem Ermessen der Firma während der Lehrzeit theoretischen Unter-
richt in der Fortbildungsschule und, soweit die Mittel reichen, besonders befähigten,
fleißigen und bedürftigen Lehrlingen nach Schluß der Lehrzeit theoretischen Unter-
richt erteilen zu lassen.

Zum Zweck der theoretischen Ausbildung ist eine eigene Fortbildungs-
schule eingerichtet, welche durch Verfügung des Herrn Oberpräsidenten
der Provinz Brandenburg vom 26. Juni 1905 als ausreichender Ersatz für
die städtischen Pflichtfortbildungsschulen anerkannt worden ist. Der
Unterricht wird in der Regel während der Arbeitszeit von geeigneten
technischen und kaufmännischen Beamten der Firma erteilt. Wie aus dem
nachstehenden Stundenplan zu ersehen ist, findet auch in der Stunde von
7—8 Uhr vormittags, also vor Beginn der Arbeitszeit Unterricht statt
und zwar in der Regel in solchen Fächern, welche das Denkvermögen der
Schüler in höherem Maße beanspruchen und mehr Aufmerksamkeit er-
fordern, als die in den Nachmittagsstunden vorkommenden Fächer. Diese
Anordnung ist getroffen, weil nach 8—9 ständiger Arbeit der Lehrling meist
ermüdet und daher auch seine geistige Aufnahmefähigkeit nicht so groß ist,
als am Morgen. Außerdem sind im Sommer die Schulräume morgens kühl
und deshalb für geistige Tätigkeit besser geeignet, als in den Nachmittags-
stunden.

Die Honorare der Lehrer und die Unterhaltungskosten der Schule
werden aus den Lehrgeldern der Volontäre gedeckt (vgl. § 19 der Grund-
sätze), soweit diese dafür ausreichen.

Die Schule ist zurzeit eine dreiklassige. Der Unterricht wird nach
folgenden Lehrplänen erteilt:

Klasse I und Ia (die oberen):

(Siehe Anmerkung Seite 218.)

1 Volkswirtschaftslehre und Bürgerkunde (Pensum zusammengestellt unter A).

1 Buchführung (mit Weehselrecht und Handelsrecht; Pensum unter B).

1 Algebra (Pensum unter C).

1 Geometrie (Pensum unter D).

1 Materialienkunde (Eisenhüttenkunde; Pensum unter E).

1	Materialienkunde (Werkstattkunde; Pensum unter F).

2	Zeichnen (Pensum unter O) .

Klasse II (die mittlere):

2 Deutsch (Pensum unter G).

1 Rechnen (Pensum unter H).

1 Algebra (Pensum unter J).

1	Geometrie (Pensum unter K).

2	Zeichnen (Pensum unter O).

Kl asse III (die untere):

2 Deutsch (Pensum unter L).

1 Rechnen (Pensum unter M).

1	Geometrie (Pensum unter N).

2	Zeichnen (Pensum unter O).

14*
        <pb n="244" />
        ﻿212

Das Lehrlingswesen.

A) Pensum für den Unterricht in Volkswirtschaftslehre und Bürgerkunde.

(Klasse I und Ia, 1 Stunde wöchentlich.)

Grundbegriffe der Volkswirtschaftslehre.

Das Bedürfnis. Das Gut. Wert und Preis. Das Vermögen. Reichtum und
Wohlstand. Einzelwirtschaft und Volkswirtschaft. Triebfedern der Wirtschaft.
Die Volkswirtschaftslehre. Der Staat und die Volkswirtschaft.

Die Lehre von der Gütererzeugung.

Gütererzeugung im allgemeinen. Die äußere Natur. Die Arbeit im allgemeinen.
Das Kapital. Arbeitsteilung. Das Eigentum. Die Familie. Das Erbrecht. Ge-
werbepflege.

Die Lehre vom Güterumlauf.

Begriffsbestimmung. Entwicklung und Bedeutung des Güterumlaufs. Frei-
handel und Schutzzölle. Die Preisbildung. Die Lehre vom Gelde. Vom Kredit
im allgemeinen. Bankwesen. Börsen. Die wichtigsten Verkehrsanstalten (Post,
Telegraphie, Eisenbahn).

Von der Verteilung des Volkseinkommens.

Unternehmergewinn. Arbeitslohn. Kapitalzins. Grundrente.

Die Lehre vom Güterverbrauch.

Güterverbrauch im allgemeinen. Absatzkrisen. Von der Versicherung. Luxus.
Bevölkerung.

Die Gemeinde, der Staat, das Reich.

Der Kaiser, der Bundesrat, der Reichstag.

Der Reichskanzler, die Reichsbehörden.

Die Gesetze.

öffentlich-rechtliche Gesetze. Strafrechtliche Gesetze. Privatrechliche Ge-
setze. Polizeigesetze.

Die Gerichte.

Gerichtsverfassung. Gerichte. Staatsanwaltschaft. Rechtsanwaltschaft. Zivil-
prozeßverfahren. Strafprozeßverfahren. Konkursverfahren.

Heer und Marine.

Das Reichsheer. Militärgesetzgebung. Wehrpflicht und Heeresdienst. Gliede-
rung des Heeres und Dienstbetrieb. Kriegsmarine.

Landwirtschaft, Handel und Gewerbe.

Die Landwirtschaft. Der Handel. Das Gewerbe. Genossenschaftswesen.
Kolonien.

Schiffahrt. Konsulate. Kolonien.

Finanzen, Steuern, Zölle.

Finanzen. Steuern. Direkte Steuern. Indirekte Steuern (Reichssteuern).
Steuern der Einzelstaaten. Gemeindesteuern. Zölle.

Kirchen- und Unterrichtswesen.

Soziale Gesetzgebung.

Krankenversicherung. Unfallversicherung. Invalidenversicherung. Sonntagsruhe.

B) Pensum für den Unterriehl in Buchführung mit Handelsrecht
und Wechselrecht.

(Klasse I und Ia, 1 Stunde wöchentlich.)

Handelsgesetz.

Einleitung.

Wie verhält sich das Handelsgesetzbuch zum Bürgerlichen Gesetzbuch, zu den
übrigen Gesetzen, zum Landesrecht?

Gibt es neben dem Handelsgesetzbuch noch ein Handelsgewohnheitsrecht?
Der Handelsstand.

Kaufleute.

Handelsregister.
        <pb n="245" />
        ﻿Gewerbliche Lehrlinge.

213

Handelsfirma.

Handelsbücher.

Prokura und Handelsvollmacht.

Handlungsagenten und Mäkler.

Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft.

Offene Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft.
Aktiengesellschaft.

Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Stille Gesellschaft.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Genossenschaftsgesetz.

Handelsgeschäfte.

Handelsgeschäfte und bürgerliches Recht.

Einzelne Abweichungen des Handelsrechts vom bürgerlichen Recht.
Handelskauf.

Kommissionsgeschäft.

Speditionsgeschäft.

Lagergeschäft.

Frachtgeschäft.

Beförderung von Gütern und Personen auf den Eisenbahnen.

Wechselordnung.

Erster Abschnitt.

Von der Wechselfähigkeit.

Zweiter Abschnitt.

Von gezogenen Wechseln.

Erfordernisse eines gezogenen Wechsels.

Verpflichtungen des Ausstellers.

Indossament.

Präsentation zur Annahme.

Annahme.

Regreß auf Sicherstellung:

Wegen nicht erhaltener Annahme.

Wegen Unsicherheit des Akzeptanten.

Erfüllung der Wechselverbindlichkeit:

Zahlungstag.

Zahlung.

Regreß mangels Zahlung.

Intervention:

Ehrenannahme.

Ehrenzahlung.

Vervielfältigung eines Wechsels:

Wechselduplikate.

Wechselkopien.

Abhanden gekommene Wechsel.

Falsche Wechsel.

W echselver j ährung.

Klagerecht des Wechselgläubigers.

Protest.

Ort und Zeit für die Präsentation und andere im Wechselverkehre vorkom-
mende Handlungen.

Mangelhafte Unterschriften.

Dritter Abschnitt.

Von eigenen Wechseln.

Wechselprozeß.
        <pb n="246" />
        ﻿214

Das Lehrlingswesen.

Buchführung.

Praktische Buchführung durch Vornahme sämtlicher Buchungen eines ein-
monatlichen Geschäftsganges in die Bücher der einfachen Buchführung:

Inventarienbuch;	Hauptbuch;

Memorial;	Warenbuch;

Kassenbuch;	Wechselbuch.

C)	Pensum für den Unterricht in Algebra.

* (Klasse I u. Ia, 1 Stunde wöchentlich).

Gebrochene Zahlen. Proportionen und Anwendung derselben (z. B. zur Wechsel-
radberechnung).

Gleichungen ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten; Anwendungen.

Quadrieren und Quadratwurzelausziehung; irrationale Zahlen (imaginäre
Zahlen).

Quadratische Gleichungen mit einer Unbekannten nebst Anwendungen.

Potenzen mit ganzzahligen Exponenten; höhere Wurzeln; Potenzen mit ge-
brochenen Exponenten.

*	Siehe Anmerkung Seite 218.

D)	Pensum für den Unterricht in Geometrie.

* (Klasse I u. Ia, 1 Stunde wöchentlich.)

Ableitung der Flächeninhaltsformeln für gradlinige Figuren (Parallelogramme,
Paralleltrapez, Dreieck).

Berechnung einzelner Dreieckstücke aus den Seiten in allgemeinen und Zahlen-
größen. (Formeln für Höhenabschnitte, Höhen, Inhalt, Mitteltransversalen.)

Von der Proportionalität an geraden Linien, sogenannte Strahlensätze. Sätze
über das Teilungsverhältnis der Dreiecksmitteltransversalen (Schwerpunkt).

Begriff der Ähnlichkeit und die vier Ähnlichkeitssätze.

Verhältnis der Flächeninhalte ähnlicher Figuren.

Sätze von zwei sich scheidenden Sehnen, bzw. einer Sekante und Tangente,
ptolemäischer Lehrsatz.

Vierte und mittlere Proportionale geometrisch gedeutet, geometrische Kon-
struktion algebraischer Ausdrücke und die Anwendung zur analytischen Lösung von
Konstruktionsaufgaben.

Die geometrisch konstruierbaren regulären Polygone: Berechnung ihrer Seiten,
Inkreisradien -und Flächeninhalte aus dem Umkreisradius. Berechnung des Ver-
hältnisses zwischen Peripherie und Durchmesser durch Einengung zwischen die
Umfänge ein- und umbeschriebener Polygone gleicher Eckenzahl, Formel für Kreis-
umfang, Kreisinhalt, Kreissektor.

*	Siehe Anmerkung Seite 218.

E)	Pensum für den Unterricht in Materialienkunde. (Eisenhüttenkunde.)

(Klasse I u. Ia, 1 Stunde wöchentlich).

Chemischer Vorkursus.

Theoretische Einleitung: Elemente, chemische Verbindung, Atomgewichts-
theorie. — Sauerstoff, Verbrennung, Säure und Base. — Wasserstoff, Wasser. —
Stickstoff, Luft, Salpetersäure. — Chlor, Salzsäure. — Schwefel und Phosphor (Schwe-
fel- und Phosphorsäure). —■ Kohlenstoff, Kohlensäure, Leuchtgas; Cyan. — Silizium,
Kieselsäure.

Eisenhüttenkunde.

Erklärung des Begriffs „Eisen“; Bestandteile des technisch verwendeten Eisens.
Einteilung der Eisensorten.

Übersicht über die wichtigsten Eisenerze, vorbereitende Behandlung derselben
(Rösten).
        <pb n="247" />
        ﻿Gewerbliche Lehrlinge.

215

Die Darstellung des Roheisens: Zuschläge, Brennstoffe, Gebläsewind (Windvor-
wärmer). Konstruktion und Betrieb des Hochofens, die chemischen Prozesse beim
Betriebe. Die Erzeugnisse: graues und weißes Roheisen, Schlacke.

Die Darstellung des schmiedbaren Eisens: Nomenklatur (Sohweißeisen, Schweiß-
stahl, Flußeisen, Flußstahl). Das Herdfrischen. Der Puddelprozeß. Das saure und
basische Bessemerverfahren (Thomasverfahren). Das Siemens-Martinverfahren.
Der Zementierprozeß. Die Erzeugung des Tiegelflußstahls.

Formgebungsarbeiten: a) Eisengießerei: Gießereiroheisen, Umschmelzen im
Kupolofen; Formerei nach Modellen, mit Schablonen, Formmaschinen. Stahlformguß
(Mitisguß). Das Tempern, b) Schmieden und Walzen: Dampfhammer, Schmiede-
presse; Blech-, Draht-, Radreifen-, Röhrenwalzwerk.

Prüfung des Eisens: chemische Analyse, Festigkeitsprobe, Härtebestimmung.

Die wichtigsten anderen Metalle und Legierungen.

F)	Pensum für den Unterricht in Materialienkunde. (Werkstattskunde.)

(Klasse I u. Ia, 1 Stunde wöchentlich).

1.	Spanabhebende Werkzeuge: Dreh- und Hobelstähle, Loch- und Gewinde-
bohrer, Reibahlen, Fräser mit Spitzzähnen, hinterdrehte Fräser, Feilen, Schaber.

2.	Festspannende Werkzeuge: Spannknaggen und -Schrauben, Schraubstöcke,
Futter, Frösche.

3.	Meßwerkzeuge: Zollstock, Taster, Schublehre, Mikrometerschraube, Nor-
mallehren, Toleranzlehren, Meßscheiben, Klötzchen-Rapporteure.

4a. Das Anreißen auf der Richtplatte: Lineal, Richtplatte, Wasserwage,
Winkelsehmiege.

4b. Mechanische Bearbeitung: Drehen, Hobeln, Fräsen; Untersuchung auf
Fehler; Drehdorne und Zentrierer.

5.	Maschinenelemente: Schrauben, Riemenscheiben, Zahnräder (Weehsel-
räderberechnung).

6.	Lesen der Zeichnungen: Zweck derselben, Herstellung derselben, fehlerhafte
Zeichnungen.

7.	Härten und Anlassen, Werkzeuge schleifen, Schnitte und Stanzen, Schmieden.

(I) Pensum für den Unterricht in Deutsch.

(Klasse II, 2 Stunden wöchentlich.).

1.	Kurze Wiederholung der deutschen Grammatik; die Lehre vom Satzbau und
der Interpunktion.

2.	Übungen im schriftlichen Verkehr mit gewerblichen Unternehmungen und
Behörden.

3.	Kurzer Abriß der deutschen Literaturgeschichte.

H) Pensum für den Unterricht in Rechnen.

(Klasse II, 1 Stunde wöchentlich.)

Zusammengesetzte Regeldetriaufgaben.

Verhältnisrechnung.

Prozentrechnung.

Gewinn- und Verlustrechnung.

Zinsrechnung.

Tararechnung.

Rabattrechnung.

Gesellschaftsrechnungen.

Durchschnittsrechnungen.

Mischungsrechnungen.

Aufgaben betreffend die Arbeiterunfallversicherung, Gesetzbestimmungen.

Aufgaben betreffend die Arbeiterkrankenversicherung, Invaliditäts- und
Altersversicherung, gesetzliche Bestimmungen.
        <pb n="248" />
        ﻿216

Das Lehrlingswesen.

J)	Pensum für den Unterricht in Algebra.

(Klasse II, 1 Stunde wöchentlich.)

Übergang vom Rechnen zur Arithmetik.

Arithmetische Bezeichnungen.

Die drei Klammerregeln.

Bedeutung des Buchstabens in der Arithmetik.
Rechnungsarten erster Stufe.

Zählen, Zahl, Addition.

V	ertauschungsgesetz.

Verbindungsgesetz.

Subtraktion.

Regeln für die erste Stufe.

Null und negative Zahlen.

Rechnungsarten zweiter Stufe.

Multiplikation.

Erklärende Formel.

Verteilungsgesetze.

V	ertauschungsgesetz.

Verbindungsgesetz.

Division.

K)	Pensum für den Unterricht in Geometrie.

(Klasse II, 1 Stunde wöchentlich.)

Kreislehre: Entstehung des Kreises; Sätze über Seimen und Tangenten; Pe-
ripherie- und Zentriwinkel (Peripheriewinkel im Halbkreis); Sätze über Sehnen und
Tangentenvierecke; Zentrale zweier Kreise und der Einfluß der gegenseitigen Lage
der Kreise auf die Größe derselben.

Vergleichung des Flächeninhalts geradliniger Figuren: Parallelogramme und
Dreiecke von gleicher Grundlinie und Höhe; Ergänzungsparallelogramme; Satz vom
Kathetenquadrat im rechtwinkligen Dreieck, pythagoräischer Lehrsatz; allgemeiner
pythagoräischer Lehrsatz (für schiefwinklige Dreiecke).

Zur Einübung des letzten Abschnittes: Teilungs- und Verwandlungsaufgaben.

L)	Pensum für den Unterricht in Deutsch.

(Klasse III, 2 Stunden wöchentlich.)

1.	Wiederholung der deutschen Grammatik.

a)	Die Lehre vom Satz:

Wesen und Bestandteile des einfachen Satzes,

Wesen und Bestandteile des zusammengesetzten Satzes.

b)	Die Wortlehre:

Wesen und Einteilung der Hauptwörter, Eigenschaftswörter, Zeitwörter,
Zahlwörter, Fürwörter, Umstandswörter, Verhältniswörter, Binde-
wörter, Empfindungswörter.

c)	Die Lehre von der Interpunktion:

Satzpausezeichen, Satztonzeichen.

d)	Die Rechtschreibung.

2.	Übungen im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache;
Diktate; Aufsätze und Briefe.

M)	Pensum für den Unterricht in Rechnen.

(Klasse III, 1 Stunde wöchentlich.)

I. Münzen (Reichskassenscheine, Reichsbanknoten).

II. Maße:

a)	Längenmaße, b) Flächenmaße, c) Körpermaße.
        <pb n="249" />
        ﻿Gewerbliche Lehrlinge.

217

III.	Gewichte.

IV.	Zähl- und Zeitmaße.

Unbenannte Zahlen.

Benannte Zahlen.

Resolvieren.

Reduzieren.

Die 4 Spezies:

Addition, die Gheder der Addition.

Subtraktion, die Gheder derselben.

Multiplikation, die Gheder derselben.

Division, die Glieder derselben.

Teilbarkeit der Zahlen:

Bruchrechnung.

Gemeine Brüche.

Echte Brüche.

Unechte Brüche.

Addition, gleichnamige und ungleichnamige Brüche (Regel).

Subtraktion, gleichnamige und ungleichnamige Brüche (Regel).

Multiplikation eines Bruches mit einer ganzen Zahl, eines Bruches mit einem
Bruche (Regel).

Division eines Bruches durch eine ganze Zahl, eines Bruches durch einen Bruch
(Regel).

Dezimalbrüche. Wesen derselben.

Multiplikation von Dezimalbrüchen (Regel).

Division der Dezimalbrüche (Regel).

Verwandlung der gemeinen Brüche in Dezimalbrüche (Regel).

Die gebräuchlichsten gemeinen Brüche in Dezimalbrüchen ausgedrückt.
Verwandlung der Dezimalbrüche in gemeine Brüche.

a)	Verwandlung eines endlichen Dezimalbruches.

b)	Verwandlung eines periodischen Dezimalbruches.

Verbindung der Multiplikation und Division mehrsortiger Größen, Regeldetri.
Zeitrechnung.

N)	Pensum für den Unterricht in Geometrie.

(Klasse III, 1 Stunde wöchentlich.)

Begriff und Einteilung der Geometrie, Grundsätze.

Von den Winkeln (Einteilung derselben, Neben- und Scheitelwinkel).

Begriff der Parallelität; von den Winkeln an Parallelen.

Vom Dreieck: Einteilung nach Seiten und Winkeln; Sätze über Seiten, Winkel
und Außenwinkel des Dreiecks; die vier Kongruenzsätze, im Anschluß daran die
geometrischen Fundamentalkonstruktionsaufgaben (Strecke halbieren, Winkel hal-
bieren, Winkel antragen, Lot errichten bzw. fällen usw.); Sätze über die Beziehungen
zwischen Seiten und Winkeln desselben Dreiecks; Höhen, Mitteltransversalen und Win-
kelhalbierungslinien, im Anschluß daran Dreieckskonstruktionsaufgaben; Sätze vom
gleichschenkligen und gleichseitigen Dreieck.

Vom Viereck: Winkelsumme; Einteilung der Vierecke; Sätze vom Parallelo-
gramm im allgemeinen (über Seiten, Winkel und Diagonalen; Einteilung der Parallelo-
gramme und Sätze über Rechteck und Rhombus.

O)	Pensum für den Unterricht in Zeichnen.

(Klasse I, II, III, je 2 Stunden wöchentlich.)

Der Zeichenunterricht ist ein rein individueller, die Fortschritte des Schülers
sind somit je nach seiner Auffassungsgabe und seinem Fleiß recht verschieden; ein
normal befähigter Schüler dürfte ungefähr folgenden Lehrstoff verarbeiten:
        <pb n="250" />
        ﻿218

Das Lehrlingswesen.

1.	Jahr (Klasse III).

Zirkelzeichnen; Aufzeichnung viel gebrauchter Kurven; Ellipse, Parabel,
Hyperbel, Evolvente, Zykloiden, Schraubenlinien; Körperzeichnen.

2.	Jahr (Klasse II).

Körperzeichnen; Aufnahme nach Modell; Perspektivische Darstellungen.

3.	Jahr (Klasse I).

Aufnahme nach Modell; Entwurf von Bohr- und Reibwerkzeugen; Spann- und
Bohrvorrichtungen für Maschinenteile mit den zugehörigen Werkzeugen.

Anmerkung.

Oktober 1906 wurde versuchsweise aus solchen Schülern, die nach erfolgreicher
Absolvierung des Pensums der I. Klasse ihre Lehrzeit noch nicht beendet haben,
eine Klasse Ia. gebildet, die je eine Wochenstunde Geometrie und Algebra erhält,
sonst jedoch mit Klasse I gemeinsam unterrichtet wird.

Als Lehrstoff für den selbständigen Mathematikunterricht ist neben Wieder-
holungen und Erweiterungen des früheren Pensums in Aussicht genommen:
Geometrie:

Trigonometrie der Ebene, Stereometrie.

Algebra:

Logarithmenrechnung, eventuell Übungen im Gebrauch des Rechenstabes.

Kaufmännische Lehrlinge.

Die Firma nimmt für ihre mit der Fabrik in der Huttenstraße verbun-
denen kaufmännischen Bureaus junge Leute in die Lehre, um sie in den
dort vorkommenden kaufmännischen Arbeiten unterweisen zu lassen.

Für die Aufnahme und die Ausbildung dieser Lehrlinge und Volontäre
sind folgende Grundsätze festgelegt;

1.	Die Firma nimmt junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren an, um sie als
kaufmännische Lehrlinge auszubilden. Dieselben müssen die Berechtigung zum ein-
jährig-freiwilligen Dienst haben. Die Einstellung der Lehrlinge erfolgt zum 1. April
oder 1. Oktober.

2.	Die Lehrzeit dauert 3 Jahre. Ein Jahr wird nur dann als volles Lehrjahr
behandelt, wenn der Lehrling wenigstens 270 Tage im Jahre gearbeitet hat. Die ersten
3 Monate gelten als Probezeit, während welcher jeder Teil vom Lehrvertrag zurück-
treten kann.

3.	Die Lehrlinge sind verpflichtet, Mitglieder der Betriebskrankenkasse zu
werden.

4.	Die Firma* gewährt dem Lehrling

im ersten Jahre	Jl/L	20.—	monatliches	Gehalt,

,, zweiten ,,	,,	40.—	,,	,,

„ dritten „	,,	60.—	,,	,,

sobald und solange seine Leistungen befriedigen.

5.	Die Lehrlinge werden in folgenden Abteilungen unterwiesen:

a)	Lohnbureau Maschinenbau (Allgemeiner oder Spezialmaschinen-

bau ....................................................3 Monate.

Aufstellung der Arbeitslöhne,

Statistik der Betriebsunkosten,

Nachweis der Selbstkosten.

b)	Lohnbureau Werkzeugbau ..................................3 Monate.

Aufstellung der Arbeitslöhne,

Statistik der Betriebsunkosten,

Nachweis der Selbstkosten.
        <pb n="251" />
        ﻿Kaufmännische Lehrlinge.

219

c)	Stahllager und Schmiede....................................2 Monate.

Führung der Lagerbücher,

V erbrauchsstatistik,

Aufstellung der Arbeitslöhne und Betriebsunkosten für Schmiede,
Härterei, Glüherei und Einsetzerei,

Selbstkosten der Schmiedestücke.

d)	Gießerei...................................................4 Monate.

Führung der Lagerbücher,

Verbrauchsstatistik,

Aufstellung der Arbeitslöhne,

Statistik der Betriebsunkosten,

Berechnung der Selbstkosten,

Aufstellung der Monatsbilanzen.

e)	Materialienlager...........................................3 Monate.

Führung der Lagerbücher,

Statistik über Ein- und Ausgänge,

Materialbestellungen,

Kontrolle der Liefertermine,

Warenkenntnis.

f)	Werkzeuglager..............................................4 Monate.

Führung der Lagerbücher,

Statistik der Ein- und Ausgänge,

Kenntnis des Expeditionswesens, für ein- und ausgehende Waren,

W arenkenntnis.

g)	Expedition für Frachtgüter.................................4 Monate.

h)	Arbeiterbureau und Krankenkasse............................2 Monate.

Annahme und Entlassung der Arbeiter,
Arbeiterstatistik,

Arbeiterversicherung.

i) Korrespondenzbureau ............................. 5 Monate.

Korrespondenz mit Lieferanten, Kunden und Vertretern, Expedi-
tion der Postsendungen.

k) Betriebs- und Geschäftsbuchführung, Fabrikkasse.........6 Monate.

Abrechnung der Werkstätten untereinander,

Revision der Lieferantenrechnungen,

W areneingangsbuch,

Ausstellung der Fakturen,

Provisionsabrechnung,

Lohnzahlung,

Kassabuch,

Memorial, Konto-Korrent-Konto.

6.	Die Lehrlinge haben keinen Anspruch darauf, die verschiedenen Abteilungen
durchweg und in der vorstehenden Reihenfolge durchzumachen, vielmehr wird die
Reihenfolge durch die Geschäftsleitung bestimmt; die für die einzelnen Abteilungen
angegebenen Zeiten sind nur annähernd maßgebend.

7.	Die Lehrlinge werden bei ihrer Einstellung einem Herrn unterstellt, der dafür
sorgt, daß sie die verschiedenen Abteilungen in angemessener Reihenfolge durch-
machen. Alle Wünsche und Beschwerden haben die Lehrlinge bei diesem Herrn anzu-
bringen.

8.	Die kaufmännischen Lehrlinge sind berechtigt, an dem Unterrichte der für
die gewerblichen Lehrlinge eingerichteten Fortbildungsschule in folgenden Fächern
teilzunehmen:

Buchführung, Materialienkunde, Bürgerkunde, Handelsrecht, Wechselrecht.
Hat sich ein Lehrling für die Teilnahme entschlossen, so ist er verpflichtet, den betr.
Kursus während eines halben Schuljahres zu besuchen.
        <pb n="252" />
        ﻿220

Das Lehrlingswesen.

9.	Die Firma nimmt auch Volontäre als kaufmännische Lehrlinge für ein oder
zwei Jahre an; die Volontäre erhalten keine Vergütung, sondern haben im ersten
Jahre Jt 500.—, im zweiten Jahre JL 300.—- Lehrgeld an die Firma irn voraus zu
zahlen, welches zur Bestreitung der Kosten der Fortbildungsschule dient.

Der Inhalt der Lehrverträge, welche mit den gewerblichen und kauf-
männischen Lehrlingen geschlossen werden, entspricht im allgemeinen dem
der angeführten Grundsätze.

Nach Vollendung der Lehrzeit erhalten die Lehrlinge ein Zeugnis, wo-
für in Kunstdruck ausgeführte Formulare verwendet werden.

Stundenplan für die Fortbildungsschule.

7—8	Uhr	vormittag,	Montag:  Klasse I u. Ia.	Buchführung;
7—8		}&gt;	„ II.	Deutsch;
5—6	J?	nachmittag,	„ Ia.	Geometrie.
7—8	Uhr	vormittag,	Dienstag:  Klasse I.	Algebra;
7—8	&gt;&gt;	&gt;&gt;	„ HI-	Deutsch;
4—6	&gt;&gt;	nachmittag,	„ i u. y2 ii.	Zeichnen.
7—8	Uhr	vormittag,	Mittwoch:  Klasse I u. Ia.	Bürgerkunde;
7—8	J&gt;	&gt; J	„ II-	Geometrie;
5—6		nachmittag,	,,	I u. Ia.	Materialkunde
5—6	&gt;&gt;		„ II-	(Eisenhüttenkunde). Deutsch.
7—8 Uhr		vormittag,	Donnerstag:  Klasse Ia.	Algebra;
7—8	&gt;&gt;	J)	„ II-	Rechnen;
5—6	J J	nachmittag,	„ I.	Geometrie;
5—6	J J		„ HI-	Deutsch.
7—8	Uhr	vormittag,	Freitag:  Klasse II.	Algebra;
7—8	&gt; J	&gt;5	„ HI-	Geometrie;
4—6	J)	nachmittag,	„ V2 II u. III.	Zeichnen.
7—8	Uhr	Sonnabend; vormittag, Klasse I u. Ia.		Materialkunde (Werk-
7—8	J?	55	„ HI-	stattskunde).  Rechnen.
        <pb n="253" />
        ﻿Verlag von Julius Springer in Berlin.

Werkstättenbuehfülirung für moderne Fabrikbetriebe, von c. M. Lewin,

Diplom-Ingenieur. In Leinwand geb. Preis M. 5.—.

Der Fabrikbetrieb. Praktische Anleitung zur Anlage und Verwaltung von
Maschinenfabriken und ähnlichen Betrieben sowie zur Kalkulation und Lohn-
verrechnung. Von Albert Ballewski. Zweite, verbesserte Auflage. Preis M. 5.— ;
in Leinwand geb. M. 6.—.

Ermittelung der billigsten Betriebskraft für Fabriken unter Berück-
sichtigung der Heizungskosten sowie der Abdampfverwertung. Von Karl Urbahn,
Ingenieur. Mit 23 Textfiguren und 26 Tabellen. Preis M. 2.40.

Praktische Erfahrungen im Maschinenbau in Werkstatt und Betrieb.

Von R. Grimshaw. Autorisierte deutsche Bearbeitung von A. Elfes, Ingenieur.
Mit 220 Textfiguren. In Leinwand geb. Preis M. 7.—.

Die Werkzeugmaschinen und ihre Konstruktionselemente. Ein Lehr-
buch zur Einführung in den Werkzeugmaschinenbau. Von Pr. W. Hülle,
Ingenieur, Oberlehrer an der Kgl. höheren Maschinenbauschule in Stettin.
Mit 326 Textfiguren. In Leinwand geb. Mi 8.—.

Die Werkzeugmaschinen. Von Hermann Fischer, Geh. Regierungsrat und
Professor an der Kgl. Hochschule zu Hannover. I. Die Metallbearbeitungs-
maschinen. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 1545 Text-
figuren und 50 lithogr. Tafeln. In zwei Leinwandbände geb. Preis M. 45. — .
II. Die Holzbearbeitungsmaschinen. Mit 421 Textfiguren. In Leinwand geb.
Preis M. 15. — .

Aufgaben und Fortschritte des deutschen Werkzeugmaschinenbaues.

Von Friedrich Ruppert, Oberingenieur. Mit 398 Textfiguren. In Leinwand
geb. Preis M. 6.—.

Die Werkzeugmaschinen auf der Weltausstellung in Lüttich 1905.

Von Professor ®r.*3jng. G. Schlesinger. Mit einem Vorbericht von Paul Möller.
Mit 228 Textfiguren. Preis M. 3.—.

Das praktische Jahr des Maschinenbau-Volontärs. Ein Leitfaden für

den Beginn der Ausbildung zum Ingenieur. Von Dipl.-Ingenieur F. zur Nedden.
Mit 4 Figuren. Preis M. 4. — ; in Leinwand geb. M. 5.—.

Die Verwaltungspraxis bei Elektrizitätswerken und elektrischen

Straßen- und Kleinbahnen. Von Max Berthold, Bevollmächtigter der
Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen und der Elek-
trizitäts-Aktiengesellschaft vormals Schuckert &amp; Co. in Nürnberg. In Leinwand
geb. Preis M. 8.—.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung.
        <pb n="254" />
        ﻿Yerlag von Julius Springer in Berlin.

Hilfsbuch für den Maschinenbau. Für Maschinentechniker sowie für den
Unterricht an technischen Lehranstalten. Yon Fr. Freytag, Professor, Lehrer
an den technischen Staatslehranstalten in Chemnitz. Zweite, vermehrte
und verbesserte Auflage. Mit 1004 Textfiguren und 8 Tafeln. In Leinwand
geh. Preis M. 10.— ; in Ganzleder geh. M. 12.—.

Hilfsbuch für die Elektrotechnik. Herausgegeben unter Mitwirkung zahl-
reicher Fachgenossen von Dr. Karl Strecker. Siebente, umgearbeitete und ver-
mehrte Auflage. Mit 675 Textfiguren. In Leinwand geb. Preis M. 14.—.

Entwerfen und Berechnen der Dampfmaschinen. Ein Lehr- und Hand-
buch für Studierende und Konstrukteure. Yon Heinrich Dubbel, Ingenieur.
Zweite, verbesserte Auflage. Mit 427 Textfiguren. In Leinwand geb.
Preis M. 10. —.

Hilfsbuch für Dampfmaschinen-Techniker. Herausgegeben von Joseph
Hrabäk, k. u. k. Hofrat, emer. Professor an der k. u. k. Bergakademie zu
Pribram. Vierte Auflage. In 3 Teilen. Mit Textfiguren. In 3 Leinwand-
bände geb. Preis M. 20.—

Theorie und praktische Berechnung der Heißdampfmaschinen. Mit

einem Anhänge über die Zweizylinder-Kondensations-Maschinen mit hohem
Dampfdruck. Von Joseph Hrab&amp;k, k. u. k. Hofrat, emer. Professor an der
k. und k. Bergakademie zu Pribram. In Leinwand geb. Preis M. 7.—.

Die Steuerungen der Dampfmaschinen. Von Carl Leist, Professor an der
Kgl. Technischen Hochschule zu Berlin. Zweite, sehr vermehrte und um-
gearbeitete Auflage, zugleich als fünfte Auflage des gleichnamigen Werkes von
Emil Blaha. Mit 553 Textfiguren. In Leinwand geb. Preis M. 20.—.

Di© Regelung der Kraftmaschinen. Berechnung und Konstruktion der
Schwungräder, des Massenausgleichs und der Kraftmaschinenregler in ele-
mentarer Behandlung. Von Max Tolle, Professor und Maschinenbauschul-
direktor. Mit 372 Textfiguren und 9 Tafeln. In Leinwand geb. Preis M. 14.—.

Kondensation. Ein Lehr- und Handbuch über Kondensation und alle damit
zusammenhängenden Fragen, einschließlich der Wasserrückkühlung. Für
Studierende des Maschinenbaues, Ingenieure, Leiter größerer Dampfbetriebe,
Chemiker und Zuckertechniker. Von F. J. Weiß. Zivilingenieur in Basel.
Mit 96 Textfiguren. In Leinwand geb. Preis M. 10.—.

Die Dampfkessel. Ein Lehr- und Handbuch für Studierende Technischer Hoch-
schulen, Schüler höherer Maschinenbauschulen und Techniken sowie für
Ingenieure und Techniker. Bearbeitet von F. Tetzner, Professor, Oberlehrer
an den Kgl. vereinigten Maschinenbauschulen in Dortmund. Dritte, verbesserte
Auflage. Preis in Leinwand geb. M. 8.—.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung.
        <pb n="255" />
        ﻿Verlag von Julius Springer iu Berlin.

Das Entwerfen und Berechnen der Verbrennungs-Motoren. Handbuch

für Konstrukteure und Erbauer von Gas- und Ölkraftmaschinen. Von Hugo
Güldner, Oberingenieur, Direktor der Güldner-Motoren-Gesellschaft in München.
Zweite, bedeutend erweiterte Auflage. Mit 800 Textfiguren und 30 Kon-
struktionstafeln. In Leinwand geb. Preis M. 24.—.

Die Turbinen für Wasserkraftbetrieb. Ihre Theorie und Konstruktion.
Von A. Pfarr, Geh. Baurat, Professor des Maschinen-Ingenieurwesens an der
Grofiherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt. Mit 496 Textfiguren
und einem Atlas von 46 lithogr. Tafeln. In zwei Bände geb. Preis M. 36.—

Neuere Turbinenanlagen. Auf Veranlassung von Prof. E. Reichel und unter
Benutzung seines Berichtes „Der Turbinenbau auf der Weltausstellung in
Paris 1900“, bearbeitet von Wilhelm Wagenbach, Konstruktionsingenieur an
der Kgl. Technischen Hochschule Berlin. Mit 48 Textfiguren und 54 Tafeln.
In Leinwand geb. Preis M. 15.—.

Turbinen und Turbinenanlagen. Von Viktor Gelpkc, Ingenieur. Mit 52 Text-
figuren und 31 lithogr. Tafeln. In Leinwand geb. Preis M. 15.—.

Die Pumpen. Berechnung und Ausführung der für die Förderung von Flüssig-
keiten gebräuchlichen Maschinen. Von Konrad Hartmann und J. O. Knoke.
Dritte, neubearbeitete Auflage bearbeitet von H. Berg, Professor an der
Technischen Hochschule in Stuttgart. Mit 704 Textfiguren und 14 Tafeln.
In Leinwand geb. Preis M. 18.—.

Zur Theorie der Zenlrifugalpumpen. Von Ingenieur Br. techn. Egon R.
v. Grünebaum. Mit 89 Textfiguren und 3 Tafeln. Preis M. 3.—.

Z entrif ugalpumpen mit besonderer Berücksichtigung der Schaufelschnitte. Von
Dipl.-Ing. Fritz Neumann. Mit 135 Textfiguren und 7 lithogr. Tafeln. In
Leinwand geb. Preis M. 8.—.

Die Dampfturbinen, mit einem Anhänge über die Aussichten der Wärmekraft-
maschinen und über die Gasturbine. Von Dr. A. Stodola, Professor am Eid-
genössischen Polytechnikum in Zürich. Dritte, bedeutend erweiterte Auflage.
Mit 434 Textfiguren und 3 lithogr. Tafeln. In Leinwand geb. Preis M. 20.—.

Die Hebezeuge. Theorie und Kritik ausgeführter Konstruktionen mit besonderer
Berücksichtigung der elektrischen Anlagen. Ein Handbuch für Ingenieure,
Techniker und Studierende. Von Ad. Ernst, Professor des Maschinen-Ingenieur-
wesens an der Königl. Technischen Hochschule in Stuttgart. Vierte, neu-
bearbeitete Auflage. Drei Bände. Mit 1486 Textfiguren und 97 lithogr. Tafeln.
In 3 Leinwandbände geb. Preis M. 60.—.

Die Luftseilbahnen. Ihre Konstruktion und Verwendung. Von P. Stephan.
Mit 194 Textfiguren und 4 lithogr. Tafeln. Preis M. 7.—.

Technische Untersuchungsmethoden zur Betriebskontrolle, insbesondere

zur Kontrolle des Dampfbetriebes. Zugleich ein Leitfaden für die Übungen
in den Maschinenlaboratorien technischer Lehranstalten. Von Julius Brand,
Ingenieur, Oberlehrer der Königl. Vereinigten Maschinenbauschulen zu Elberfeld.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Preis in Leinwand geb. M. 8.—.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung.
        <pb n="256" />
        ﻿Verlag von Julius Springer in Berlin.

WERKSTATTSTECHNIK.

Zeitschrift fiir Anlage und Betrieb von
Fabriken und für Herstellungsverfahren.

Herausgegeben von

3)r.=$ng. G. Schlesinger,

Professor an der Technischen Hochschule Berlin.

Monatlich ein Heft von 48 —64 Seiten. Preis des Jahrgangs M. 15.—.

Unter dem Titel „Werkstattstechnik“ erscheint seit Beginn des Jahres
1907 in unserem Verlage eine neue Zeitschrift, die der gesamten
Maschinen - Industrie und ihren zahlreichen Ingenieuren Belehrung und
Anregung auf Gebieten geben will, welche in den bestehenden tech-
nischen Zeitschriften nur kurz behandelt werden.

Die „Werkstattstechnik“ bringt eingehende Berichte über die An-
lage, den Bau und den Betrieb von Fabriken — hauptsächlich von
Maschinenfabriken —, sie beschäftigt sich mit deren innerer Organisation,
der Zusammenarbeit der technischen und der kaufmännischen Leitung,
und mit allen zum Fabrikbetrieb gehörenden wirtschaftlichen Fragen.

Ein wesentlicher Teil der Zeitschrift ist der eigentlichen Werkstatts-
technik — den Bearbeitungsmaschinen, Werkzeugen und Einrichtungen
für den allgemeinen Maschinenbau und für Massenfabrikation — ge-
widmet, die in der Wechselwirkung mit der Arbeit des berechnenden
Ingenieurs und des nachprüfenden Kaufmanns die Grundlage zum Ge-
deihen einer Fabrik bildet.

Besonderen Anklang hat der Fragekasten „Aus Werkstatt und
Bureau“ gefunden, in dem der Herausgeber und seine Mitarbeiter auf
Anfragen rein technischer Art bereitwilligst Auskunft geben.

Probehefte stehen gerne zur Verfügung.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung.

BBEntsCutrung

26 Nw. 2810
        <pb n="257" />
        ﻿Die Bewertung.

179

Beispiele:

Inven
tur-Ni|

iStck.j kg

Gegenstand

Bemerkungen

E.	= roh,

A. = in Arbeit.

F.	= fertig.

e v

ii r

Rollmaterialienvorräte, nicht für Bestellungen,

20	Putzwolle	
12	Atlasstahl 20 mm Q	

84

Rohmaterialien für bestimmte Bestellungen.

I&gt;0 { — | 32,5 mm Gasrohr	1^3/8"

Teile im Vorrat, nicht für Bestellungen.

»oh 01 — ÄHi	—	Schrauben 12 mm 0X35 mm lg.	| Kopf	
UM	1 i	—	50 mm X zus. 6,310 mm	Lehrenmaterial gehobelt	

■ 3. In Arbeit befindliche Fabrikate.

M

860/64

Die Bei
Teilen verbleit!

Spindeln 211
Fräser

Räderplatten 3 C
Reibahlen
Fräsm. 1211
Univ.-Fräsköpfe 15 II
Oneidafutter
Spindelkasten 3 C
verstellbare Reibahlen
Fräsm. 12 III
ierzu nur vorhanden
Ständer

A

R

A 1 St. Ausschuß
A 15 St. geliefert.
F
A

A 14 Triebe fehlen
A 25 Spindeln „

A 20 Muttem „

A

?n auf Grund der Listen unter Kennzeichnung des bei den
■Zettels.

Form. 111). Rückseite.

1WE &amp; Co. A.-G.

tr-

q. CD
o CD

Inyenturzettel

Liste.
Nr. .

_^1&gt;. Orig.-Größe 100X100 mm.

12*
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