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        <title>Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe &amp; Co. Actiengesellschaft, Berlin</title>
        <author>
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            <forname>Johann</forname>
            <surname>Lilienthal</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
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            <idno>876375174</idno>
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        EIGENTUM
DES
I  NSTITUTS
FD*
WELTWIRTSCHAFT
KIEL

BIBLIOTHEK
Nr.  5*
        <pb n="2" />
        Fabrikorganisation,  Fabrikbuchftihrung
und  Selbstkostenberechnung
der  Firma
Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.
Actiengesellsehaft,  Berlin.
Mit  Genehmigung  der  Direktion  zusammengestellt
und  erläutert
von
J..  Lilienthal.

Mit  einem  Vorwort  von  Gr-  Schlesinger,

dhr

■9W
Berlin.

Verlag  von  Julius  Springer.
1907.
        <pb n="3" />
        Druck  der  Spamerschen  Buclidruckerei  in  Leipzig.

Alle  Rechte,  insbesondere  das  der  Übersetzung  in  fremde  Sprachen,
Vorbehalten.
        <pb n="4" />
        Vorwort.

Mit  der  Übersiedelung  der  Werkstätten  der  Firma  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.,
Berlin,  im  Jahre  1898  aus  ihren  alten  unzureichenden  Räumen  in  der
Hollmannstraße  32/35  nach  der  Huttenstraße  17/20  begann  mit  der  Spezialisierung ­
  und  Vergrößerung  der  verschiedenen  Abteilungen  gleichzeitig
eine  Reorganisation  in  der  Fabrikbuchführung,  die  heute  nach  fast  zehnjähriger ­
  Arbeit  in  dieser  Monographie  der  Öffentlichkeit  übergeben  wird.
Es  ist  mir  vergönnt  gewesen,  lange  Jahre  in  technisch  verantwortlicher
Stellung  im  Maschinenbau  an  dem  Gelingen  des  Werkes  mitzuarbeiten,
und  ich  ergreife  gern  die  Gelegenheit,  die  leitenden  Gesichtspunkte,  die  der
Verfasser  in  den  verschiedenartigen  Abteilungen  der  Loeweschen  Fabrik
zur  Geltung  gebracht  und  durchgearbeitet  hat,  die  aber  bei  der  monographischen ­
  Darstellung  naturgemäß  zurücktreten,  durch  ein  paar  einleitende ­
  Worte  hervorzuheben.
Wenn  im  Kleinbetriebe  der  Ingenieur  dominiert  und  mit  geringer  kaufmännischer ­
  Unterstützung  die  Ordnung  aufrechterhalten  kann,  so  ist  das
beim  Großbetriebe  eine  Unmöglichkeit.  Der  Ingenieur  ist  froh,  wenn  ihm  die
Ordnung  des  Haushaltes,  zu  dem  er  ja  doch  immer  gewissermaßen  die  Mittel
liefert,  durch  einen  einsichtigen  Kaufmann  abgenommen  wird.  Der  Ingenieur ­
  wird  fast  nie  in  der  Lage  sein,  eine  ordnungsmäßige  Buchung  selbst
vornehmen  zu  können;  also  soll  er  die  Einrichtung  und  Führung  der  Buchhaltung ­
  auch  dem  dafür  Sachverständigen  ruhig  überlassen.  Der  Fabrikbuchhalter ­
  muß  die  stärkste  Stütze  des  Technikers  sein,  er  muß  einfach,
schnell  und  sicher  die  Unterlagen  herbeischaffen,  die  über  alle  wichtigen
Fragen  der  Betriebsbuchführung  klare  Übersicht  verschaffen.  Dazu
müssen  alle  Fäden  in  einer  Hand  zusammenlaufen;  die  Trennung  in
technische  und  kaufmännische  Buchführung  ist  daher  ein  Unding  in  derselben ­
  Fabrik!
Der  Techniker  schafft  die  Arbeitswerte  nach  bestimmtem  Plan,  der
Kaufmann  prüft  die  Richtigkeit  der  Annahmen  nach  dem  Ergebnis;  nicht
um  dem  Ingenieur  Fehler  nachzuweisen,  sondern  um  die  verbesserungsbedürftigen ­
  Stellen  aufzudecken.  Kaufmännisches  und  technisches  Bein
müssen  gleich  lang  sein,  sonst  kann  eine  Fabrik  dauernd  keine  Erfolge
erzielen.
        <pb n="5" />
        IV

Vorwort.

Bei  der  heute  üblichen  Arbeitsteilung  in  Großbetrieben  ist  es  nun  den
Angestellten  unmöglich  gemacht,  von  dem  ganzen  System  der  Buchführung ­
  lückenlos  Kenntnis  zu  gewinnen;  besonders  gilt  das  für  die  jüngeren
Beamten,  die  nun  einmal  unabänderlich  ein  gewisses  Pensum,  und  zwar
schematisch  erledigen  müssen.  Dadurch  wird  aber  das  Erziehen  der  nachwachsenden ­
  Jugend  erschwert,  um  so  mehr,  je  größer  die  Fabrik  ist,  in  der
ein  Angestellter  arbeitet.
Der  Grundzug,  der  das  hier  beschriebene  System  vom  ersten  bis  zum
letzten  beherrscht,  ist,  wie  oben  bereits  allgemein  erwähnt,  Klarheit  zu
schaffen  durch  die  Buchhaltung  über  das,  was  die  Arbeiter  nach  dem  Plan
der  Ingenieure  produziert  haben.  Sie  soll  die  Fehler  im  Betrieb  aufdecken
und  sie  den  Betriebsleitern  in  durchsichtiger  Form  vor  Augen  führen,  so
sicher  und  so  schnell,  daß  der  Ingenieur  in  dem  Kaufmann  den  Helfer  erblickt, ­
  der  es  ihm  ermöglicht,  die  Wirtschaftlichkeit  seines  Unternehmens
unausgesetzt  nachzuprüfen.
Durch  die  Vielheit  und  grundsätzliche  Verschiedenheit  der  Einzelabteilungen, ­
  aus  denen  sich  die  Loewesche  Fabrik  als  Ganzes  zusammensetzt, ­
  ist  die  Buchhaltung  gezwungen  gewesen,  ihr  System  ganz  verschiedenen ­
  Bedürfnissen  anzupassen,  ohne  jedoch  von  der  allgemeinen
Idee  irgendwo  abzuweichen.
Die  Anpassungsfähigkeit  des  Systems  zeigen  die  Beispiele:
Der  Maschinenbau  betreibt  die  Fabrikation  der  Werkzeugmaschinen
von  der  einfachsten  bis  zur  kompliziertesten  Ausführung  (bis  zu
1500  verschiedene  Teile  an  einer  einzigen  Maschine),  untermischt ­
  und  gestört  durch  die  große  Masse  der  kleinen  Orders;
der  Spezialmaschinenbau  hat  im  wesentlichen  Einzelfabrikation
und  anormale  Arbeiten;
der  Werkzeugbau  fabriziert  kleine  Teile  in  großer  Zahl;
die  Normalienfabrik  treibt  Massenfabrikation  in  größtem  Maßstabe.

Schon  in  diesen  vier  herausgegriffenen  Abteilungen  sind  erhebliche
Unterschiede  in  der  wichtigsten  Betriebsfrage,  der  richtigen  Verteilung
der  Unkosten,  festzustellen.  Ganz  besonders  bildet  aber  die  Eisengießerei ­
  ein  typisches  Beispiel  dafür,  daß  man  sich  hüten  muß,  die  Ermittelung ­
  und  den  Zuschlag  der  Betriebsunkosten  zu  schematisieren.
Die  Selbstkostenkontrollblätter  und  die  Unkostenstatistik  sind  für
den  Abteilungschef  das  Spiegelbild  seiner  Werkstatt!  Mit  Recht  ist  daher
auf  ihre  richtige  und  prompte  Anfertigung  die  größte  Sorgfalt  verwendet
worden.  Aus  der  Vielheit  der  zu  lösenden  Aufgaben  nach  einem  gemeinsamen ­
  Hauptplan  erklärt  sich  innerlich  der  Bruch  mit  dem  häufig  üblichen
Prinzip,  möglichst  wenig  Formulare  und  außerdem  möglichst  gleichartige
an  allen  Stellen  zu  verwenden.  Im  Gegenteil,  man  hat  die  Formulare  nur
dem  Zweck  angepaßt  und  ihren  Text  stets  so  gewählt,  daß  ihre  Ausfüllung
ein  Mindestmaß  von  Schreibarbeit  erfordert.  Daraus  erklärt  sich  die
große  Zahl  von  132  verschiedenen  Vordrucken,  die  nun  aber  auch  ungeübte
Kräfte  durch  ihre  durchgearbeitete  Fassung  zwingen,  eine  lückenlose  und
        <pb n="6" />
        Vorwort.

V

sachgemäße  Arbeit  zu  leisten,  weil  eben  im  Aufdruck  des  Formulars  alles
vorgesehen  ist,  was  für  den  betreffenden  Fall  unter  Erwägung  aller  etwa
möglichen  Nebenumstände  in  Betracht  kommen  kann.  Es  steckt  eine
Riesenarbeit  in  der  Ausarbeitung  der  Formulare,  die  sicherlich  eine  Fülle
von  Anregung  bieten,  ohne  daß  es  in  vielen  Fällen  möglich  sein  dürfte,  sie
ungeändert  auf  einen  andern  Betrieb  zu  übertragen.  Die  Kosten  ihrer
Herstellung  spielen  für  keinen  Betrieb  eine  Rolle,  denn  es  ist  natürlich
gleichgültig,  ob  30000  einer  Sorte  oder  10x3000  verschiedener  Sorten
verwendet  werden.  Der  Kern  liegt  in  der  Herabsetzung  der  Schreibarbeit,
und  es  klingt  nur  paradox,  wenn  man  ausspricht,  daß  es  ein  Zuviel
an  Formularen  überhaupt  nicht  gibt.  Jeder  überflüssige  Vordruck  wird
eben  nicht  benutzt  und  verschwindet  daher  in  kürzester  Zeit  von  selbst.
Die  konsequente  Durchführung  des  Systems  bei  unausgesetzter  Vergrößerung ­
  der  Fabrik  und  Vermehrung  der  Abteilungen  möge  als  Erklärung
dafür  dienen,  daß  eine  Vereinheitlichung  der  Formatgrößen  noch  nicht  vollständig ­
  zur  Durchführung  gelangt  ist.
Die  Vorzüge  des  Loeweschen  Systems  liegen  in  den  ausgezeichneten ­
  Kontrollen  an  allen  wichtigen  Punkten,  in  großer
Üb  ersichtlichkeit,  in  der  Vermeidung  der  sogenannten  Meisterwirtschaft ­
  und  in  einer  möglichst  geringen  Benutzung  der  Angaben ­
  der  Arbeiter.
Hervorgehoben  sei  ferner  die  Schärfe,  mit  der  die  Betriebsunkosten
für  jede  einzelne  Abteilung  allmonatlich  bestimmt  werden,  so  daß  eine
sehr  genaue  Bestimmung  des  Betriebskoeffizienten  und  damit  der  Verkaufspreise ­
  möglich  ist.  Nur  dadurch  schafft  sich  die  Fabrik  von  vornherein
volle  Klarheit,  ob  Gewinn  oder  Verlust  bei  der  Auftragserteilung  zu  erwarten ­
  ist,  macht  sie  sich  frei  vom  Nachäffen  der  Preise  der  Konkurrenz,  die
insbesondere  bei  dem  ungewöhnlich  wechselvollen  Gebiet  des  Werkzeugmaschinenbaues, ­
  der  eine  wirkliche  Massenfabrikation  kaum  gestattet,
bisher  schwer  möglich  war.
Die  vollständige  Angabe  aller  zur  Verfolgung  des  Systems  nötigen
Daten  im  vorliegenden  Buche,  unter  Angabe  von  Beispielen,  wird,  trotzdem
die  Zahlen  überall  fingiert  sind,  über  das  sonst  sehr  ermüdende  Studium
trockener  Formularköpfe  hinweghelfen.  Exempla  docent!  Das  gilt  hier  in
hohem  Maße.
Für  die  innere  Betriebsbuchführung  der  schwierigsten  Abteilung,  des
Maschinenbaues  z.  B.  sind  30  Formulare:  Nr.  27—56,  als  notwendig  angeführt. ­

Ein  großer  Apparat,  wird  mancher  sagen,  aber  trotzdem  ist  es  möglich,
die  Abrechnung  der  fertiggestellten  Maschinengruppen  auf  den  Formularen ­
  55  und  56  spätestens  5  bis  6  Tage  nach  ihrer  Fertigstellung  als  normale ­
  Leistung  der  Direktion  zur  Verfügung  zu  stellen,  und  in  besonders
eiligen  Fällen  ergibt  das  System  die  Schlußabrechnung,  weil  die  Übertragung
aller  Werte  täglich  erfolgt,  unter  Umständen  auch  schon  einen  Tag  nach
erfolgter  Maschinenrevision.  Dagegen  wird  man  nun  einwenden,  daß  ein
derartiger  Apparat  auch  hohe  Kosten  verursachen  muß  und  sich  deshalb
        <pb n="7" />
        VI

Vorwort.

auf  Kleinbetriebe  gar  nicht  oder  schwer  übertragen  läßt.  Es  wird  daher
erwünscht  sein,  einige  Daten  über  die  Kosten  der  gesamten  Buchführung
zu  erhalten.
Bei  voller  Beschäftigung  der  Fabrik,  wie  sie  in  den  letzten  Jahren
herrschte,  wurden  bei  1800  Arbeitern  36  kaufmännische  Beamte  für  die  Betriebsbuchführung ­
  beschäftigt,  d.  h.  auf  je  50  Arbeiter  ein  Lohnbeamter,
und  die  gesamte  Gehaltssumme  der  kaufmännischen  Verwaltung  betrug
2%  der  produktiven  Löhne;  dabei  ist  interessant,  daß  bei  einer  Aufrechnung ­
  der  Gehälter  aller  an  der  Betriebsbuchführung  beteiligten  kaufmännischen ­
  Angestellten,  vom  jüngsten  Schreiber  bis  zum  Prokuristen,
ein  durchschnittliches  Jahresgehalt  von  M.  1800.—resultiert,  welches  auch
zahlenmäßig  dem  Jahresverdienst  eines  gelernten  Arbeiters  unter  Berliner
Verhältnissen  entspricht.
Es  dürfte  schwierig  sein,  in  Werkstätten  des  allgemeinen  Maschinenbaus, ­
  in  dem  große  und  kleine  Aufträge  aller  Art  durcheinanderwirbeln,
mit  weniger  als  einem  Lohnbeamten  auf  50  Arbeiter  bei  einer  schnellen
und  scharfen  Eabrikbuchführung,  wie  es  die  vorliegende  ist,  auszukommen.
Soviel  ist  aber  sicher,  daß  die  Kosten  eines  derartigen  Systems,  wenn  es
erst  einmal  eingeführt  ist,  nicht  höher  werden,  als  wenn  neben  den  kaufmännischen ­
  auch  noch  die  technischen  Beamten,  insbesondere  die  Meister,
zu  Schreibarbeiten  herangezogen  und  dadurch  ihrer  Haupttätigkeit  entzogen ­
  werden.  Man  darf  dabei  nicht  vergessen,  daß  die  praktisch  vollständige ­
  Durchführung  des  reinen  Akkordsystems  in  der  Loeweschen  Fabrik, ­
  auch  an  Stellen,  an  denen  es  sonst  für  undurchführbar  angesehen  wird,
wie  z.  B.  in  der  Gießerei,  bei  den  Kernmachern,  Putzern,  Sandmüllern,
Gicht-  und  Transportarbeitern  usf.,  eine  sichere  Abrechnungsgrundlage
bietet,  und  den  Arbeiter  als  Informationsquelle  mit  all  ihren  Unzuverlässigkeiten ­
  ausschaltet.
Durch  einen  geringeren  Beschäftigungsgrad  der  Fabrik  allerdings  wird
das  Verhältnis  von  Lohnbeamten  ein  ungünstigeres  werden,  aber  das  ist  in
allen  Fabriken  der  Fall,  und  kein  besonderer  Nachteil  des  gewählten
Systems.  Die  Organisation  der  Loeweschen  Fabrik  ist  gerade  vorwärtsgeschritten, ­
  weil  die  Leitung  eine  falsche  Sparsamkeit  bei  der  Zahl  der
kaufmännischen  Beamten  der  Fabrikbuchhaltung,  die  immer  zum  Schaden
der  Fabrik  ist,  nicht  geübt  hat.
Die  Veröffentlichung  dieser  Monographie  unter  offener  Flagge  und
folgerichtig  durch  den,  der  die  Hauptarbeit  bei  ihrer  Durchführung  geleistet ­
  hat,  also  sicher  am  besten  über  das  Zusammenwirken  des  Ganzen
und  den  Zweck  jeder  Einzelheit  Auskunft  zu  geben  vermag,  ist  eine  Tat
der  Firma  Loewe,  die  volle  Anerkennung  verdient.  Sie  geschah  in  der
Überzeugung,  daß  die  innere  Organisation  einer  jeden  Maschinenfabrik
doch  für  jeden  besonderen  Betrieb  besonders  ausgestaltet  werden  muß,
daß  sie  wie  ein  Kleid  ist,  dessen  Elemente  zwar  dieselben  bleiben,  dessen
Form  sich  aber  immer  der  stetig  wechselnden  Gestalt  des  Trägers  anschmiegen ­
  muß,  und  daß  man  zufrieden  sein  muß,  wenn  es  wenigstens
einigermaßen  sitzt  und  nicht  geradezu  verkehrt  angezogen  ist.
        <pb n="8" />
        Vorwort.

VII

Ich  möchte  zum  Schlüsse  den  Wunsch  aussprechen,  daß  auch  Firmen
anderer  Fabrikationszweige  in  gleich  mutiger  Weise  ihre  Organisationseinrichtungen ­
  der  Öffentlichkeit  übergäben.  Dem  einzelnen  erwächst  kein
Schaden,  die  Allgemeinheit  hat  ungeheueren  Nutzen;  denn  vergleichen
heißt  verbessern  und  damit  fortschreiten.  Wer  aber  wollte  leugnen,  daß
wir  auf  dem  Gebiete  der  industriellen  Wirtschaft,  der  Fabrikwirtschaft
im  besonderen,  nicht  noch  gewaltige  Fortschritte  machen  müssen!
Berlin,  im  Oktober  1907.

$r.=$ng.  G.  Schlesinger,
Professor  an  der  Techn.  Hochschule  Berlin.
        <pb n="9" />
        Inhaltsverzeichnis

Seite
Einleitung  1
Die  Geschäftsbuchführung  5
Der  Verkehr  der  Fabrikbuchhalterei  mit  der  Zentralbuchhalterei  ....  5
Die  Eintragung  der  Kundenorders  8
Die  Fakturierung  der  zum  Versand  gelangten  Waren  10
Die  Kassabuchführung  14
Die  Revision  der  Lieferantenrechnungen  16
Das  Wareneingangsbuch  18
Die  Kontierung  22
A.  Geschäftsbuchführung  22
B.  Betriebsbuchführung  24
Das  Lieferantenfakturenbuch  31
Das  Lieferantenrimessenbuch  32
Das  Kundenrimessenbuch  33
Das  Memorial  34
Das  Konto-Korrent-Buch  35
Die  Provisionsbücher  35
Das  Journal  40
Das  Hauptbuch  40
Die  Betriebsbuchführung  40
Abteilung  I.  Allgemeines  41
Abteilung  II.  Maschinenbau  41
Die  Auftragserteilung  41
Die  Teilliste  47
Die  Selbstkostenbücher  49
Die  Arbeitsbegleitkarte  50
Die  Materialbestellung  51
Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne  56
Die  Lohn  Verrechnung  56
Die  Gruppenakkorde  60
Die  Lohnlisten  63
Die  Selbstkostenberechnung
Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten  72
Abteilung  III.  Spezialmaschinenbau  83
Die  Auftragserteilung  83
Die  Teillisten  83
Die  Selbstkostenberechnung  -  •  •  83
Abteilung  IV.  Werkzeugbau  84
Die  Auftragserteilung  84
Die  Selbstkostenbücher  88
Die  Arbeitsbegleitkarte  88
Die  Materialbestellung  88
        <pb n="10" />
        X

Inhaltsverzeichnis.

Seite
Die  Kontrolle  der  Liefertermine  90
Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne  91
Die  Lohnverrechnung  91
Die  Selbstkostenbereehnung  92
Abteilung  V.  Spezialwerkzeugbau  94
Die  Auftragserteilung  94
Die  Selbstkostenbücher  94
Abteilung  VI.  Normalienfabrik  95
Die  Auftragserteilung  95
Die  Selbstkostennachweiskarten  96
Die  Arbeitsbegleitkarte  98
Die  Materialbestellung  98
Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne  98
Die  Lohnverrechnung  98
Die  Selbstkostenberechnung  100
Abteilung  VII.  Einrichterei  102
Abteilung  VIII.  Schmiede  102
A.  Die  Schmiede  103
B.  Die  Abstecherei  105
C.  Die  Härterei  105
Abteilung  IX.  Modelltischlerei  106
Abteilung  X.  Eisengießerei  106
Die  Auftragserteilung  106
Die  Akkordscheine  und  die  Modellkarten  109
Die  Expeditionsbücher  und  Lieferscheine  115
Die  Kontrolle  der  Liefertermine  116
Die  Lohnverrechnung  116
Die  Materialienkontrollbücher  119
Die  Statistik  und  die  Verrechnung  der  Betriebsunkosten  119
Die  Ermittelung  der  durchschnittlichen  Selbstkosten  .  119
Die  Einzel-(Stück-)kalkulation  121
Die  Selbstkostenberechnung  mittels  Tabellen  124
Die  Monatsbilanz  132
Abteilung  XI.  Betriebswerkstätten  132
Die  Auftragserteilung  133
Die  Lohnverrechnung  136
Die  Selbstkostenberechnung  136
Abteilung  XII.  Kraftzentrale  137
Abteilung  XIII.  Chemisches  Laboratorium  137
Der  Einkauf  139
Die  Verwaltung  der  Lager  143
Das  Hilfsmaterialienlager  144
Das  Lager  von  Maschinen  eigenen  Fabrikates  147
Das  Lager  von  Maschinen  fremden  Fabrikates  147
Das  Lager  von  Werkzeugen  eigenen  Fabrikates  ...  151
Das  Lager  von  Werkzeugen  fremden  Fabrikates  154
Das  Normalienlager  154
Das  Steinkohlenlager  155
Das  Schreibmaterialienlager  156
Das  Stahllager  156
Das  Gießereimaterialienlager  156
Das  Modell-Lager  156
        <pb n="11" />
        Inhaltsverzeichnis.

XI

Seite
Das  Betriebs-Kontobueh  157
Quartalsbilanzen  170
Das  Betriebs-Inventarienbuch  171
Die  Inventur  174
Die  Aufnahme  174
Die  Bewertung  177
Der  Bücherabschluß  186
In  der  Betriebsbuehführung  186
In  der  Geschäftsbuchführung  186
Die  Fabrikbilanz  187
Das  Gewinn-  und  Verlust-Konto  192
Die  Statistik  192
Anhang.
Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter  195
Arbeitsordnung  201
Die  Ausgabe  und  Verrechnung  des  Tees  208
Lehrlingswesen  209
Gewerbliche  Lehrlinge  209
Kaufmännische  Lehrlinge  .  218
        <pb n="12" />
        Einleitung.
Die  Firma  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.,  Actiengesellschaft  in  Berlin,  unterscheidet ­
  hinsichtlich  des  Domizils  und  der  Organisation  zwei  Abteilungen,
nämlich:
1.  die  Finanzabteilung  in  der  Dorotheenstraße  43—44;
2.  die  Fabrikations-  und  Vertriebsabteilung  in  der  Huttenstraße  17—20.
Jede  Abteilung  untersteht  einem  Direktor.
Die  Finanzabteilung,  deren  Buchführung  in  diesem  Buche  nicht  weiter
besprochen  wird,  beschäftigt  sich  hauptsächlich  mit  der  Verwaltung  der
Effekten  und  der  Konsortialbeteiligungen  der  Firma  an  fremden  Fabriken,
leistet  und  vereinnahmt  sämtliche  Zahlungen  an  und  von  anderen  Firmen,
und  besorgt  den  gesamten  Bank-  und  Wechselverkehr.  Die  Finanzabteilung
ist  mit  Rücksicht  auf  diese  Tätigkeit  in  einen  inneren  Stadtteil  gelegt
worden,  wo  sie  sich  in  der  Nähe  der  Großbanken  befindet.
Die  Fabrikations-  und  Vertriebsabteilung  befindet  sich  dagegen  an  der
Weichbildgrenze,  wo  die  Grundstücke  billiger  und  die  Arbeiterverhältnisse
  günstiger  sind  als  im  Innern  der  Stadt.
Die  Firma  befaßt  sich  in  dem  Fabriketablissement  mit  der  Herstellung ­
  und  dem  Vertrieb  von  Werkzeugmaschinen  und  Werkzeugen
kuranter  und  spezieller  Art,  von  normalisierten  Maschinenteilen,  Eisenund
  Metallguß  für  eigenen  Bedarf  und  für  fremde  Kunden.  In  einem
eigenen  Laboratorium  werden  chemische  und  physikalische  Untersuchungen
für  den  eigenen  Betrieb  und  für  auswärtige  Besteller  ausgeführt.
Die  Herstellung  der  Fabrikate  erfolgt  in  zehn  räumlich  getrennten
Abteilungen,  von  denen  in  der  Regel  jede  eine  eigene  Betriebsleitung
und  eigene  Verwaltung  hat.  Die  wichtigsten  Abteilungen  sind  zugleich
in  einem  besonderen  Gebäude  untergebracht.  Nur  einige  kleinere  Abteilungen ­
  (Hilfsbetriebe)  stehen  unter  gemeinschaftlicher  Leitung  und  Verwaltung. ­

Die  Abteilungsvorstände  sind  dem  leitenden  Direktor  und  in  technischer ­
  Hinsicht  auch  dem  Oberingenieur  unterstellt.
Zurzeit  werden  folgende  Abteilungen  unterschieden,  deren  Fabrikationsfeld ­
  im  Text  des  Buches  näher  angeführt  ist:
1.  Allgemeiner  Maschinenbau.
2.  Spezialmaschinenbau.
3.  Allgemeiner  Werkzeugbau.
4.  Spezialwerkzeugbau.
Lilienthal,  Fabrik  Organisation.

1
        <pb n="13" />
        Straße

Einleitung.
        <pb n="14" />
        Einleitung.

B

5.  Normalienfabrik.
6.  Einrichterei.
7.  Schmiede  (mit  Abstecherei  und  Härterei).
8.  Modelltischlerei.
9.  Gießerei.
10.  Betriebswerkstätten.
Drei  weitere  Abteilungen,  nämlich
eine  Schleifmaschinenfabrik,
eine  Geldzählmaschinenfabrik  und
eine  Abteilung  zur  Herstellung  von  Weißmetallguß  mittels  Spritzverfahrens ­
  (System  Yeeder)
sind  in  Vorbereitung.
Die  Erzeugung  elektrischer  Energie  erfolgt  in  eigener  Kraftzentrale,
welche  auch  den  Dampf  für  die  Heizungs-  und  Wascheinriehtungen  und
für  verschiedene  andere  Zwecke  liefert.
Die  einzelnen  Fabrikgebäude  und  deren  Lage  zueinander  sind  aus
nebenstehendem  Grundriß  zu  ersehen.  Es  ergibt  sich  hieraus:
1.  daß  die  Organisation  in  der  baulichen  Anlage  der  Fabrik  klar  zum
Ausdruck  kommt;
2.  daß  in  der  Anordnung  der  Gebäude  so  viel  als  möglich  auf  den  Gang
der  Fabrikation  Rücksicht  genommen  wurde.
Die  Bureauräume  für  die  Direktion,  die  Geschäfts-  und  Betriebsbuchhalterei, ­
  die  kaufmännische  Korrespondenz,  das  Offertenbureau,  das
Literarische-Bureau,  das  Patentbureau  und  die  Eabrikkasse  befinden  sich
im  1.  Stock  des  Verwaltungsgebäudes;  die  Lehrlingsschule,  das  photographische ­
  Atelier  und  die  Lichtpauserei  sind  im  2.  Stockwerk  untergebracht. ­

Die  Vorräte  an  Roh-  und  Hilfsmaterialien,  Halb-  und  Eertigfabrikaten
befinden  sich  in  zehn  räumlich  getrennten  Lagern  (vgl.  Kapitel  Lagerverwaltung). ­


Bei  Einrichtung  der  Buchführung  in  der  Eabrikationsabteilung  war
das  leitende  Prinzip,  die  Rentabüität  jeder  Abteilung  nachzuweisen,  und
innerhalb  jeder  Abteilung  deren  verschiedene  Erzeugnisse  bezüglich  ihrer
Selbstkosten  und  des  Verdienstes  zu  kontrollieren.  Aus  diesem  Grunde
mußte  das  System  natürlich  etwas  verzweigt  werden,  so  daß  es  im  ersten
Augenblicke  kompliziert  erscheinen  mag.  Dieser  Eindruck  wird  jedoch
nach  beendetem  Studium  dieses  Werkes  selbst  bei  den  Lesern  verschwinden, ­
  welche  zum  erstenmal  in  die  Organisation  eines  großen  Betriebes
Einblick  nehmen.
Die  Buchhaltung  ist  in  die  Geschäfts-  und  in  die  Betriebsbuchhaltung
geteilt.  In  ersterer  werden  alle  Vorfälle  gebucht,  die  sich  auf  den  Einkauf
und  auf  den  Vertrieb  beziehen,  während  in  der  Betriebsbuchhaltung  die
im  Laufe  der  Fabrikation  erforderlichen  Buchungen  eingetragen  werden.
1*
        <pb n="15" />
        4

Einleitung.

Mit  der  Trennung  der  Buchführung  in  obige  zwei  Arten  hängt  auch  die
strenge  Scheidung  der  Geschäftsunkosten  in  Handlungsunkosten  und
Fabrikationsunkosten  zusammen.
Die  Lohnverrechnung  und  Selbstkostennachweisung  liegt  den  Lohnbureaus ­
  ob,  welche  zwecks  Verbuchung  auf  die  Betriebskonten  die  ermittelten ­
  Buchungsposten  der  Betriebsbuchhalterei  aufgeben.
Da  die  Eigenheiten  der  erwähnten  Fabrikationsabteilungen  besonders
bezüglich  der  Selbstkostennachweisung  verschiedene  Ansprüche  an  die
Betriebsbuchhaltung  stellen,  so  ist  das  System  der  Selbstkostennachweisung ­
  in  jeder  Abteilung  verschieden  ausgebaut.  Teilweise  liegt  der
Grund  des  Bestehens  verschiedener  Systeme  auch  daran,  daß  ein  neues
System  erst  in  einer  Abteilung  erprobt  wird,  um  alsdann  auch  in  den
anderen  Abteilungen  ganz  oder  teilweise  eingeführt  zu  werden.
Bei  den  Formularen  ist  deren  natürliche  Größe  angegeben.  Das
Prinzip,  die  Formulare  zu  normalisieren,  ist  besonders  bei  den  neueren
Abteilungen  deutlich  erkennbar,  aber  auch  hier  mußte  der  praktische
Zweck  an  erster  Stelle  entscheiden.
Die  in  den  angeführten  Beispielen  erscheinenden  Zahlen  sind  durchweg
willkürlich  angenommen  und  dienen  lediglich  zur  Erläuterung.
        <pb n="16" />
        Die  Geschäftsbuchführung.

Soweit  die  Geschäftsführung  in  dem  Fabriketablissement  Hutten  -
straße  17/20  untergebracht  ist,  befaßt  sie  sich

1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.

mit  der  Eintragung  der  Kundenorders,
der  Fakturierung  der  zum  Versand  gelangten  Waren,
der  Kassabuchführung,
der  Revision  der  Lieferantenrechnungen,
der  Führung  des  Wareneingangbuches,
„  ,,  ,,  Lieferantenfakturenbuches,
,,  ,,  „  Lieferantenrimessenbuches,
,,  ,,  ,,  Kundenrimessenbuches,
,,  ,,  ,,  Memorials,
,,  „  ,,  Konto-Korrent-Buches,
der  Provisionsabrechnung  mit  den  Agenten,
der  Führung  des  Journals,
,,  ,,  ,,  Hauptbuches.

Der  Verkehr  der  Fabrikbuchlialterei  mit  der  Zentralbuchhalterei.
Die  Fabrikkasse  entnimmt  ihren  Geldbedarf  zur  Auszahlung  der
Gehälter  und  Löhne,  zur  Begleichung  kleiner  Lieferantenrechnungen  und
zur  Bestreitung  anderer  in  der  Fabrik  vorhandener  kleinerer  Ausgaben
aus  der  Hauptkasse  in  der  Dorotheenstraße  gegen  Quittung.  Banküberweisungen ­
  und  Zahlungen  größerer  Beträge  werden  auf  Veranlassung
der  Fabrikleitung  durch  die  Zentralbuchhalterei  ausgeführt.  Eine  solche
Überweisungs-  resp.  Zahlungsaufgabe  ist  in  Formular  1  zu  ersehen.
Gleichzeitig  empfängt  die  Zentralbuchhalterei  für  jede  Firma,  zu
deren  Gunsten  eine  Überweisung  stattfinden  soll  oder  an  welche  direkte
Zahlung  zu  leisten  ist,  einen  Rimessenbrief  (Form.  2)  nebst  dazugehörigem ­
  Kuvert.
Die  Zentralbuchhalterei  zahlt  durch  Überweisung  oder  bar.  Die
erfolgte  Zahlung  wird  hierauf  lt.  Formular  3  der  Fabrikbuchhalterei  der
Ordnung  wegen  bestätigt.  Hat  die  Fabrikkasse  Barbeträge  von  der
Zentralkasse  entnommen,  so  belastet  letztere  die  Fabrikkasse  ebenfalls
mittels  dieses  Formulars.
Die  Kunden  der  Fabrik  leisten  Zahlungen  nur  an  die  Hauptkasse.  Die
eingegangenen  Beträge  werden  wiederum  mittels  Formulars  3  (s.  Form.  4)
der  Fabrikbuchhalterei  mitgeteilt.  Je  nachdem  also  eine  Buchungs-
        <pb n="17" />
        6

Die  Geschäftsbuchführung.

Form.  3.  Orig.-Größe  220X285  mm.

Mitteilung
von  |  an
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.  11  Actiengesellschaft.
BEELIN  IW.,  -  1.  1907.  '||  BEEL “  »*-  «—■  “/"•

Laut  beifolgender  Rimessenbriefe  sind  zu  zahlen:
per  Reichsbank-Giro-Konto:
an  Deutsche  Bank-Berlin:
für  N.  N.
(folgen  die  Firmen)
an  A.  Schaaffhausenscher  Bankverein,  Düsseldorf
für  N.  N.
an  Fa.  Hirsch  &amp;amp;  Sohn,  Frankfurt  a.  M.
„  „  Gebr.  Hollermann,  Duisburg
usw.

JL

Die  Direktion
(Unterschrift)

Form.  1.  Orig.-Größe  220  X  285  mm.

LUDW.  I0EWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
Werkzeugmaschinen-,  Werkzeugfabrik,  Eisengießerei  und  Laboratorium.
Giro-Konto  bei  der  Reichsbank.
Telegramm-Adresse:  LABORITAS  BERLIN
Fernsprecher:  Amt  II,  Nr.  2926  u.  2135.
LIEBER’S  Standard  Telegraphie  Code
ABC  Code.
Bureauzeit  8-4 1 /. 2  Uhr  nachm.

Herrn  Maier  &amp;amp;  Gehr.  Simon
Buchhaltung.  Berlin

Ihr  Guthaben  beträgt

A

3,

Wir  vergüten  Ihnen
unter  Vorbehalt  aller  Rechte  betreffend
Garantie  und  dergl.  Verpflichtungen

A

äi

laut  Ihrer  Rechnung  vom  I./3.1907

758

45

per  Reichsbank-Giro-Konto
durch  die  Deutsche  Bank

758

45

A

758

45

A

758

45

Wir  bitten  um  Empfangsbestätigung  und  zeichnen
hochachtungsvoll
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.
(Unterschriften.)

BERLIN  NW.  87,  den  1.  April  1907.
Huttenstraße  17/20.
        <pb n="18" />
        Der  Verkehr  der  Fabrikbuchhalterei  mit  der  Zentralbuchhalterei.

7

Form.  4.  Orig.-Größe  225X285  mm.

Buchungs-Aufgabe  Nr.  79
von  an

LUDW.LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
KASSE
BERLINNW.,Dorotheenstr.  43/44,  d.2./4.1907.

LUDW.LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
FABRIK
BERLIN  NW.,  Huttenstr.  17/20.

Wir  empfingen  von
,,  zahlten  an

Bar  oder
Überweisung

Wechsel

Wir  belasten  Sie
für

und  erkennen,  resp.  belasten  Sie

Wechselstempel

für  beigesetzte  Beträge:

Ji

3,

Ji

3t

Verfall

Ort

Ji

3,

laut  Ihrer  Aufgabe  vom  31.  f  3.  er.
bar  an  Ihre  Kasse  gegen

24140

90

Quittung

5000

—

Gincinnati-Machine  &amp;lt;Ss  Tool-Co.

Cincinnati;  akzeptierten  deren
Tratte  90  Tage  a  vista  per
30.j6.  er.  $  240.—  ä  4.22

1012

80

Ji

30153

70

(Unterschriften)

Form.  3.  Orig.-Größe  225X285  mm.

Buchungs-Aufgabe  Nr.  80
von

an

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
KASSE
BERLIN  NW.,  Dorotheenstr.  43/44,  den  2.14.1907.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
FABRIK
BERLIN  NW.,  Huttenstr.  17/20.

Wir  empfingen  von
„  zahlten  an
und  erkennen,  resp.  belasten  Sie
für  beigesetzte  Beträge:

Bar  oder

Wechsel

Wir  belasten  Sie
für

Ji

$

Ji

3,

Verfall

Ort

Wechselster
Ji

npel
*

Müller  &amp;amp;  Sohne,  Potsdam
Fritz  Steffen,  Berlin
A.  -G.  für  Nähmaschinenfabrikation, ­
  Berlin
Gebr.  Kapier,  Chemnitz
Hans  Reisermann,  Leipzig
Gottfried  Haselbeck,  Hamburg
Friedrich  Kasten,  Remscheid
Check  a/Berlin
Danziger  Automobilfabrik,  G.  m.
b.  II.,  Danzig

46
126
1190
100
9
681
12150

25
94
10
15
70

|  gegen  Q
|  per  Pot
749

uittv
tanv
40

mg
Weisung
10.15.
07

Solingen

40

Ji

14304

14

749

40

—

40

(Unterschriften)
        <pb n="19" />
        8

Die  Geschäftsbuehführung.

BERLIN  NW.  87,  den  190
Huttenstraße  17(20.

_  Postanweisung
Ihre  —„  ;——— H  vom

Zuschrift
überhrachte  uns  Ji

99
zuzüglich  „

in  bar  j  welchen  Betrag
.  „  Wechseln  J  wir  Ihnen
für  Skonto  und  Porto

zusammen  mit  M.
unter  üblichem  Vorbehalt  aufgabegemäß  dankend  gutgeschrieben  haben.
Hochachtungsvoll
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.
*
Form.  5.  Postkartengröße.

aufgabe  eine  Einnahme  oder  Ausgabe  betrifft,  wird  im  Vordruck  „wir
empfingen  von“  oder  „wir  zahlten  an“  unterstrichen  oder  das  nicht
zutreffende  durchstrichen.  Die  von  der  Kundschaft  bei  der  Zentralkasse
eingehenden  Rimessenavise  werden  mit  der  Buchungsaufgabe  der  Fabrikbuchhalterei ­
  zugeschickt.
Die  Anzeigen  über  Empfang  der  Rimessen  gehen  von  der  Fabrikbuchhaltung ­
  aus  unter  Benutzung  des  Formulars  5.
Die  weitere  Verbuchung  der  Buchungsaufgaben  wird  später  geschildert ­
  werden,  da  ich  die  in  der  Geschäftsbuchhalterei  zu  erledigenden ­
  Arbeiten  nunmehr  in  der  Seite  5  angedeuteten  Reihenfolge
durchgehen  möchte.
Die  Eintragung  der  Kundenorders.
Die  Zergliederung  der  Fabrik  in  verschiedene  Abteilungen  bedingt
auch  die  Anlegung  mehrerer  Haupt-Orderbücher.  Sobald  die  Aufträge
nach  allen  Richtungen  hin,  d.  h.  bezüglich  des  zu  liefernden  Objektes,
Preises,  Liefertermins,  Zahlungsbedingungen  in  Ordnung  gehen,  werden
sie,  in  Orders  für  die  einzelnen  Abteilungen  getrennt,  mit  schapirographischer
  Tinte  auf  lose  Blätter  geschrieben,  welche  der  Größe  der
Orderbücher  entsprechen.
Mittels  dieses  Schapirographenblattes  werden  dann  die  Orders  in
die  den  verschiedenen  Abteilungen  entsprechenden  verschiedenen  Orderbücher ­
  übertragen  und  zwar  in  je  einem  Exemplar  für  das  Korrespondenzbureau, ­
  die  Buchhalterei,  die  Expedition,  sowie  für  das  Chefbureau, ­
  Lohnbureau,  technisches  Bureau  und  die  Fabrikatvorratslager  der
betreffenden  Abteilung.  Maschinen  resp.  Werkzeuge,  welche  vom  Lager
zu  liefern  sind,  werden  im  Orderbueh  mit  einer  entsprechenden  Notiz
        <pb n="20" />
        April  1907.

Order
Nr.

Datum
der  Eintragung ­


Gegenstand

Preis

Lieferzeit

Speditionsvermerk

Bnchungsnotiz

23142
von  Order
16707  V.
vom  Lager

2./4.  07

F.  Walter,  Berlin,  Elbinger  Allee  Nr.  212
mit  Schrbn.  vom  l.f4.  er.  gemäß  uns.
Offerte  vom  23.\3.  07
4  Stück  Horiz.-Stoßmaschinen  Nr.  26A
Mod.  I,  kompl.  mit  Zubehör  It.  Katalog
pro  Stück
1  Leitspindeldrehbank  Nr.  3B  Mod.  II
kompl.  It.  Katalog

1375
2250

.

r
21.  Mai  07
5.  Mai  07

Werden  abgeholt
ft  tt

Rechnung  in  duplo
Zahlungsbedingung:
*/ 3  bei  Lieferung,
ä / 3  bis  spätest.  1.18.  er.
ohne  Kassa-Skonto

Fo

rin.  6.

Orig.-Größe  220  X  400  mm.

April  1907.

Order
Nr.

Datum
der  Eintragung ­


Gegenstand

Preis

Lieferzeit

Speditionsvermerk

Buchungsnotiz

2.14.  07

Böttcher  Glaser,  Chemnitz,

2134

laut  deren  Brief  vom  l.\4.  07

Je  6  Stück  Aufstecksenker  He  24  mm

w

26,—  28,—  30,—  32,—  36,—  mm

40,—  46,—  50,—  55,—  60,—  mm

o

br.

558

30

sofort

Je  6  Maschinenreibahlen  Gda  24  mm

Mit  den  am  25./3.  07  bestellten

Zahlbar  nach  3  Monaten

26,—  28,—  30,—  32,—  36,—  mm

Werkzeugen  zusammen  in  einer

ohne  Kassa-Skonto

40,—  46,—  50,—  55,—  60,—  mm

Sendung

br.

731

40

sofort

Form.  7.  Orig.-Größe  440X400  mm.

CD

Die  Eintragung  der  Kundenorders.
        <pb n="21" />
        10

Die  Geschäftsbuchführung.

versehen  (Form.  6  u.  7).  Hat  der  Kunde  für  seine  Order  ausnahmsweise ­
  einen  Liefertermin  nicht  vorgeschrieben,  so  wird  ein  solcher  von
der  Fabrikleitung  resp.  dem  Abteilungschef  in  dem  Orderbuch  festgesetzt. ­
  Die  Preise  werden  nicht  in  den  Text  des  Schapirographenblattes
aufgenommen,  daß  sie  nur  in  den  für  das  Korrespondenzbureau  und  die
Buchhalterei  bestimmten  Orderbüchern  erscheinen  sollen;  dies  geschieht
handschriftlich  soweit  dieselben  bereits  in  der  Offerte  resp.  der  Bestellung
festgelegt  sind.
Die  Aufträge  der  Kundschaft  auf  Guß  gehen  im  Original  an  das
Bureau  der  Eisengießerei  und  werden  dort  direkt  in  das  Gußorderbuch
eingetragen  (siehe  Kapitel  Eisengießerei).
Die  weitere  Behandlung  der  Aufträge  wird  später  geschildert.
Die  Fakturierung  der  zum  Versand  gelangten  Waren.
Alle  Fabrikate  und  Waren,  welche  die  Fabrik  verlassen,  passieren
die  Expedition.  Der  Ausgang  wird  im  Expeditionsbureau  in  die  —  nach
Absatzgebieten  getrennten  —  Ausgangsbücher  eingetragen.  Diese  Ausgangsbücher ­
  (Form.  8)  sind  paginiert  und  mit  perforierten  Doppelblättern ­
  eingerichtet.  Das  feste  Blatt  ist  dünn,  damit  es  das  sogenannte
Durchschreiben  zuläßt;  außerdem  wird  zwischen  das  feste  und  das
perforierte  Blatt  noch  das  Formular  „Inhaltsverzeichnis“  (Form.  9)
gelegt  und  mittels  eingeschobenen  Kohlenpapiers  drei  Exemplare  bei  einmaligem ­
  Schreiben  hergestellt.  Das  Inhaltsverzeichnis  erhält  der  Kunde,
das  perforierte  Blatt  die  Buchhalterei  zwecks  Ausschreibung  der  Fakturen.
Bei  Zustellung  der  Waren  mit  eigenem  Gespann  oder  Boten  wird  anstatt
des  Inhaltsverzeichnisses  der  Lieferschein  (Form.  10)  und  die  Lieferquittung ­
  (Form.  11)  mitgeschrieben.

Den  1ÄS  April  1907.

Ordre

Stück

Gegenstand

2719

7
7
7
7
7
7
7

Ostdeutsche  Fahrzeugfabrik  in  Posen
14  Kisten  780—793
Handfräsmaschinen  Nr.  11  Mod.  II
Fabrik.-Nr.  26930—36  kompl.
4  Kolli  8—11  enth.
Lampenhalter
Kurbeln
Hakenschlüssel  Nr.  57
Schlüssel  Nr.  8
„  Nr.  10
7  Kolli  jh1—7  enth.
Deckenvorgelege
in  Wagen  jf  20514  Magdeburg
Netto  6325  kg

Form.  8.  Orig.-Größe  345X205  mm.
        <pb n="22" />
        Die  Fakturierung  der  zum  Versand  gelangten  Waren.

11

Form.  11.  Orig.-Größe  290X220  mm.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  ™  ™  ^
.  .  „  ,  ,,  BERLIN  NW.  87,  den  190
Actiengesellschaft.  Huttenstraße  17/20.
Werkzeugmaschinen-  u.  Werkzeug-Fabrik
Gießerei,  Laboratorium.
Inhalts-Verzeichnis

Ordre-Nr.

Stück

Gegenstand

Form.  9.  Orig.-Größe  365X205  mm.

Lieferschein
Sie  empfangen  per

Ordre
M

Auftrags
M

Stück

Benennung

BERLIN
Huttenstraß

NW.  87,  d..
17-20.

190  LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengellschaft.

Form.  10.  Orig.-Größe  290X220  mm.

Von  der  Firma:  LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.,  Actiengesellschaft
BERLIN  NW.
empfing:

Ordre
M

Auftrags
M

Stück

Benennung

BERLIN,  den  190
        <pb n="23" />
        12

Die  Gesohäftsbuchführung.

Die  Fakturen  werden  mit  laufenden  Nummern  versehen  und  in
dieser  Reihenfolge  in  das  Fakturenbuoh  in  abgekürzter  Form  eingetragen
(Form.  12).  Die  rechte  Seite  der  Buchblätter  ist  mit  Kolonnen  zwecks
Kontierung  der  Beträge  auf  die  einzelnen  Abteilungen  eingerichtet.  Durch
Addition  der  verschiedenen  Kolonnen  des  Fakturenhuches  erfährt  man
also  sowohl  den  Gesamtumsatz,  als  auch  den  Umsatz  jeder  Abteilung.
Außerdem  wird  jede  Faktura  dreimal  mechanisch  kopiert;  eine  Kopie
kommt  in  die  Korrespondenzmappe  des  betreffenden  Kunden,  eine  Kopie
erhält  sofort  der  Agent,  zu  dessen  Bezirk  der  Kunde  gehört.  Die  dritte
Kopie  ist  ebenfalls  für  den  Agenten  und  zwar  für  dessen  Monatsabrechnung
bestimmt.
In  die  Kolonne  des  Fakturenbuches  (Form.  12)  „Betriebskonto,  Auslagen“ ­
  gehören  die  der  Kundschaft  berechneten  Porti,  verauslagte  Frachtspesen ­
  u.  dgl.,  während  in  die  Kolonne  „Betriebskonto,  Diverse“  Beträge
für  Lieferungen  wie  Altmaterialien,  chemische  Analysen  u.  dgl.  kleinere
Posten  ausgeworfen  werden.
Die  Schlußsummen  des  Fakturenbuches  werden  im  Memorial  folgendermaßen ­
  gebucht:

Monat

Datum

Ausg.-Buch

Fol.

Laufde.
Nr.

Order

Stück

Bruttopreis ­


Netto-Preis

K.-K.
Konto

JL

JL

Nr.

Fol.,

Transport:

i

August  Heinrich,  Marienfelde

722

3  ISO

20911

i

aut.  Fassondrehbank  Nr.  33  A  Mod.  II

F.  Nr.  24172

mit  3  Satz  Werkzeugen

1750

—

719

6

div.  Kopfsenker

23

70

6

„  Halssenker

23

70

1231

1

Werkzeugtisch  Mod.  I

SO

Verpackung

8

50

Porto  für  einges.  Teile

2

25

1  888

15

Transport:
        <pb n="24" />
        Die  Fakturierung  der  zum  Versand  gelangten  Waren.

13

Per  Konto-Korrent-Konto
An  folgende  Debitoren
Übertrag  der  Umsatzziffern  aus  dem  Fakturenbuch  Fol
An  Konto  Maschinenfabrikate
„  Konto  Gießereifabrikate
,,  Betriebskonto
usw.
Die  dem  Betriebskonto  kreditierten  Beträge  werden  in  der  Betriebsbuchführung ­
  weiter  verbucht,  wie  wir  später  sehen  werden.  Der  Konto-Korrentbuchhalter
  belastet  die  Konten  der  Kunden  für  erhaltene  Waren
lt.  Fakturenbuch  und  vermerkt  auf  dem  Konto  das  Folio  dieses  Buches.
Jede  ausgehende  Faktura  erhält  entsprechend  der  Seite  5  erwähnten
Einrichtung  den  Aufdruck:
Zahlungen  erbeten
an  unsere  Kassen-Abteilung
NW.  7,  Dorotheenstr.  43/44.

April  190  7.

Form.  13.  Orig.-Größe  550X410  mm.
        <pb n="25" />
        14

Die  Geschäftsbuchführung.

Die  Kassabuchführung.
Wie  bereits  erwähnt,  entnimmt  die  Fabrikkasse  ihren  Bedarf  aus  der
Hauptkasse  und  nur  in  vereinzelten  Fällen  fließen  ihr  kleine  Beträge  von
anderer  Seite  zu,  z.  B.  Nachnahmen  und  Beträge  für  von  Beamten  und
Arbeitern  gekaufte  Materialien,  dann  zuweilen  von  der  Kundschaft  irrtümlicherweise ­
  nach  der  Fabrik  adressierte  Postsendungen.  Wechsel  und
Schecks  der  Kundschaft,  die  in  der  Fabrik  eingehen,  werden  nach  der
Hauptkasse  geschickt.  Die  Ausgaben  der  Kasse  beziehen  sich  auf  Lohnund
  Salärzahlungen,  Begleichung  kleinerer  Lieferantenrechnungen  usw.
Das  Kassabuch  (Form.  13)  ist  sowohl  auf  der  Debet-  wie  der
Kredit-Seite  mit  drei  Betragskolonnen  versehen.  Dies  hat  den  Zweck,
um  die  für  das  Betriebskonto  und  für  das  Konto-Korrent-Konto  gezahlten
resp.  vereinnahmten  Beträge  rein  für  sich  zu  haben  und  das  Zusammenstellen ­
  aller  in  Betracht  kommenden  Konten  zwecks  Buchung  der  Monats-Debet



Monat
Kassa

K.  K.  II!  145

An  Transport
„  Bestand
„  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.,  Zentr.-Konto
„  Schulz  Gebr.,  Berlin
für  Werkzeuge  lt.  Rechng.  v.  15.  3.  07
„  Betriebs-Konto
für  Barverkäufe  im  Materialienlager
lt.  Aufstellung

Konto-Korrent-Konto


14

50

Betriebs-Konto


42

10

Diverse

12  131
5  000

49

Transport
        <pb n="26" />
        Die  Kassabuchführung.

15

betrage  im  Memorial  zu  erleichtern.  Die  wöchentlich  gezahlten  Löhne
sowie  die  gesetzlichen  Versicherungsbeiträge,  welche  den  Arbeitern  am
Lohn  gekürzt  und  dem  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten  überwiesen
werden,  werden  wöchentlich  zuerst  in  einer  Summe  auf  das  Lohnkonto
im  Hauptbuch  gebucht  und  dann  monatlich  in  einer  Summe  auf  das  Betriebskonto ­
  umgebucht.  Dasselbe  geschieht  hinsichtlich  der  Saläre.  In
die  dritte  Kolonne  des  Kassabuches  „Diverse“  kommen  die  Beträge  für
das  Lohn-  resp.  Salär-Konto,  sowie  die  Beträge,  welche  einem  der  Handlungsunkostenkonten ­
  oder  einem  anderen  Hauptbuchkonto  belastet  resp.
gutgeschrieben  werden.  Die  Kassabelege  erhalten  fortlaufende  Nummern,
deren  Reihenfolge  im  Kassabuch  eingehalten  wird;  dann  werden  sie  in
Falzmappen  geklebt  und  aufbewahrt.  Die  Monatsschlußsummen  des
Kassabuches,  d.  h.,  die  Gesamteinnahme-  resp.  Ausgabebeträge  werden  im
Memorial  gebucht.

April  190  7
Konto  Kredit

1

K-  K.  1/212
„  11/142

Per  Transport
„  Inv.-  und  Altersvers.-Konto
6400  Versich.-Mark.ä36=2304.—
340  „  „  ä30„  =  102.—
135  „  „  ä24  „  =  32.40
5  „  „  äl4„=  0.70
„  Lohn-Konto
Krankenkassenbeiträge  der  Arbeiter
laut  Lohnlisten  pro  März
„  Betriebs-Konto
Krankenkassenbeitrag  der  Airma  pro
März
„  Konto-Korrent-Konto
Zahlungen  It.  Postquittungsbuch
Nr.  640  bis  665
Alfred  Baumert  —  Rixdorf
Fritz  Winkler  —  Düsseldorf
usw.

Konto-Korrent-Konto


Betriebs-Konto


Diverse

2  439

10

3  815

15

1  907

58

22

40

139

SO

Form.  13.  Orig.-Größe  660X440  mm.
        <pb n="27" />
        16

Die  Geschäftsbuchführung.

Die  Revision  der  Lieferantenrechnungen.
Diese  Revision  erfolgt  nach  drei  Richtungen  hin  und  zwar  hinsichtlich ­

a)  der  Lieferung,
b)  der  Einheitspreise,
c)  der  rechnerischen  Richtigkeit.
Die  Revision  unter  a  erfolgt  an  Hand  der  mit  der  Lieferung  eingegangenen
Lieferscheine.  Hat  einen  solchen  die  liefernde  Firma  nicht  mit  der  Ware
eingesandt,  so  tritt  an  seine  Stelle  der  vom  Materialienverwalter,  welcher
sämtliche  Wareneingänge  kontrolliert,  gemäß  Formular  14  ausgestellte
Eingangsschein.  Auf  den  zu  kontrollierenden  Rechnungen  wird  die
Nummer  des  betreffenden  Lieferscheines  (Eingangscheines)  vermerkt.
Die  Revision  unter  b  erfolgt  auf  Grund  der  Bestellbriefkopien,  eventuell
der  ihnen  zugrunde  liegenden  Offerten,  oder  der  Kataloge  der  Lieferanten. ­
  Die  beste  Kontrolle  der  Preise  bietet  jedoch  die  Warenkartothek,
welche  Preise  von  mehreren  tausend  Artikeln  enthält.  Für  jeden  Artikel
ist  eine  Karte  (Form.  15)  vorhanden;  die  einzelnen  Karten  sind  in
alphabetischer  Reihenfolge,  mittels  Leitkarten  übersichtlich  geordnet,  in
Kasten  untergebracht.  Solange  der  Preis  sich  nicht  ändert,  bleibt  die
erste  Eintragung  bestehen..  Die  Revision  der  Lieferantenrechnungen  wird
nach  jeder  der  angeführten  Richtungen  hin  von  einem  anderen  Beamten
vorgenommen.  Etwa  konstatierte  Fehler  in  der  Rechnung  und  die  dadurch
erforderlich  gewordene  Abänderung  des  Endbetrages  wird  dem  Lieferanten ­
  mittels  Formulars  16  angezeigt.
Die  Rechnungen  erhalten  den  Stempelaufdruck:
Preise  revidiert  .-Lieferzettel
  verglichen
Nachgerechnet
Gegen  die  Zahlung  ist  nichts  einzuweifden

Per  Betriebs-Konto  M.—
„  Konto  Ji
„  „  „ft
„  *
pro  Monat  190  „ft.
Berlin,  den  190

damit  der  revidierende  Beamte  die  von  ihm  vorgenommene  Revision  durch
Einträgen  seines  Namens  bestätigt.  Handelt  es  sich  um  Rechnungen  über
größere  Objekte,  z.  B.  Roheisenlieferungen,  Betriebsmaschinen,  so  werden
dieselben  dem  betreffenden  Abteilungschef  vorgelegt,  damit  auch  dieser
die  ordnungsmäßige  Lieferung  bescheinigt.
Die  Rechnungen  der  Lieferanten  werden  nur  in  einerAusführung
benötigt.
        <pb n="28" />
        Die  Revision  der  Lieferantenrechnungen.

17

LTJDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft  .
Berlin  Emgangsschein.
Firma:

Menge  j  Einheit

Gegenstand

Fracht  ....
Porto  ....
Zoll
Nachnahme  .  .
Bestellgeld  .  .  .
Anschluß  .  .  .
Diverse  ....

dH  14

Die  Spesen  gehen
zu  unsern  Lasten.
zu  Lasten  des
Absenders.

Zur  Bestimmung  des  Empfängers
an  Herrn
Empfangen  den  190

Berlin,  den  190

Sa.

1

Materialien  Verwalter.

Form.  14.  Orig.-Größe  225X200  mm.

Gegenstand:  Bleimennige

Dimension
Modell
Nummer
Qualität

heit

Datum

4

Rabatt

Skonto

Datum

Ji.  /$

Skonto

H.  Schulz

Berlin

%Xo.

2.

1.

07

32

—

—

2%

15.

3.

,,

40

—

—

2%

Gehr.  Stöber

Gharlottbg.

%Ko.

15.

3.

07

39

—

1%

—

—

—

—

Form.  15.  Orig.-Größe  210X170  mm.
Lilienthal,  Fabrikorganisation.
        <pb n="29" />
        18

Die  Geschäftsbuehführung.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
Werkzeugmaschinen-,  Werkzeugfabrik,  Eisengießerei  und  Laboratorium.
Giro-Conto  bei  der  Reichsbank.
Telegramm-Adresse:  LABORITAS  BERLIN
Fernsprecher:  Amt  II,  Nr.  2926  u.  2135.
LIEBER’S  Standard  Telegraphie  Code
ABC  Code.
Bureauzeit  8-4 x / 2  Uhr  nachm.

Buchhaltung.
In  Ihrer  Rechnung  vom  finden  wir  die  in  umstehender  Aufstellung
angeführten  Differenzen.  Wir  haben  den  sich  ergebenden  Differenzbetrag  auf
Ihrer  Rechnung  gesetzt,  so  daß  sich  der  Endbetrag  nunmehr  auf
zu-M

stellt.  Wir  bitten  um  gleichlautende  Buchung  und  zeichnen
H  ochachtungsvoll

Form.  16.  Vorderseite.  Orig.-Größe  280  X  220  mm.

BERLIN  NW.  87,  den  1  .April  1907.
HuttenstraBe  17  20.

Pos.

Debet
M.  o,

Credit
X  ^

Form.  16.  Rückseite.  Orig.-Größe  280X220  mm.

Das  Wareneingangsbuch.
Nachdem  die  Rechnungen  der  Lieferanten  wie  vorhin  erläutert,
revidiert  sind,  gelangen  sie  zur  Eintragung  in  das  Wareneingangsbuch
(Form.  17).  In  diesem  Buch  sind  sämtliche  Eingangsscheine  (Lieferscheine) ­
  chronologisch  und  nach  fortlaufenden  Nummern  eingetragen.
Da  die  Nummern  der  Eingangsscheine  auch  auf  den  Rechnungen  vermerkt ­
  wurden,  ist  man  in  der  Lage,  bei  jeder  Position  des  Wareneingangsbuches ­
  den  Preis  lt.  Rechnung  daneben  zu  schreiben.  In  das  Wareneingangsbuch ­
  kommen  aber  nur  solche  Rechnungsbeträge  zur  Eintragung,
welche  zu  Lasten  des  Betriebs-Kontos  gehen,  während  z.  B.  Rechnungen
über  Kataloge,  überhaupt  alle  Beträge,  welche  eines  der  Handlungsunkosten-Konten ­
  u.  dgl.  betreffen,  auf  eine  andere  Art  behandelt  werden.
Ist  eine  Rechnung  teilweise  dem  Betriebs-Konto  und  teilweise  einem  anderen ­
  Konto  zu  belasten,  so  wird  dieselbe  in  die  einzelnen  Beträge  zerlegt
und  diese  auf  der  Rechnung,  wie  der  Stempelvordruck  zeigt,  rekapituliert.
        <pb n="30" />
        Das  Wareneingangsbuch.

19

Das  Wareneingangsbuch  hat  zwei  Betragsrubriken.  Die  erstere  ist  für
die  Rechnungsbeträge  bestimmt.  Die  Addition  sämtlicher  Beträge  ergibt
folglich  die  Summe  aller  dem  Betriebskonto  belasteten  Lieferantenrechnungen. ­
  Die  zweite  Rubrik  dient  für  alle  Beträge,  welche  durch  die  Kasse,
das  Memorial,  das  Frachtenstundungsbuch  usw.  dem  Betriebskonto  belastet ­
  werden,  also  z.  B.  auch  alle  Löhne.  Die  Gesamtsumme  des  Wareneingangsbuches ­
  umfaßt  mithin  sämtliche  dem  Betriehskonto  belasteten
Ausgaben.
Alle  durch  das  Kassabuch,  Memorial  usw.  dem  Betriebskonto  belastenden ­
  Beträge  werden,  soweit  sie  sich  auf  eine  eingegangene  Warensendung
beziehen,  an  der  Stelle,  wo  der  betreffende  Eingangsschein  (Lieferschein)
eingetragen  ist,  in  das  Wareneingangsbuch  übertragen.  Somit  hat  man
alle  Kosten  für  die  Ware  an  einer  Stelle.  Alle  anderen  dem  Betriebskonto
zu  belastenden  Beträge  werden  allmonatlich  hinter  dem  letzten  Eingangsschein ­
  der  Reihe  nach  aus  den  einzelnen  Grundbüchern  übertragen.
Nachdem  auf  diese  Art  alle  dem  Betriebskonto  debitierten  Ausgaben
in  das  Wareneingangsbuch  eingetragen  sind,  werden  dieselben  kontiert,
d.  h.  es  wird  bei  jedem  Betrag  das  Konto  hinzugeschrieben,  auf  welches
derselbe  gehört  (s.  Beispiel).  Bei  den  Eingangsscheinen  (Lieferscheinen)
geschieht  die  Kontierung  gleich  bei  Eingang  der  Scheine  in  der  Buchhalterei. ­
  Die  Kontenbezeichnungen  werden  alsdann  bei  Eintragung  der
Scheine  im  Wareneingangsbuch  vermerkt.
Um  nun  nach  geschehener  Kontierung  der  Einzelbeträge  für  jedes  im
Wareneingangsbuch  vorkommende  Konto  den  Gesamtbetrag  zu  ermitteln, ­
  werden  die  Beträge  jeder  Zeile  zunächst  auf  der  rechten  Seite  des
Buches  in  die  den  verschiedenen  Konten  entsprechenden  Rubriken  ausgeworfen
  (s.  Beispiel).  Dann  geht  man  das  Buch  seitenweise  durch  und
notiert  die  Folien,  auf  welchen  jedes  Konto  vorkommt.  Hierauf  addiert
man  kontenweise  sämtliche  Posten  derart,  daß  man  die  Seiten,  auf  denen
das  Konto  nicht  vorkommt,  überspringt.  Erscheint  z.  B.  das  Konto  B.  C.  1
(Beständekonto  1)  auf  Seite  2,  6,  15,  29,  30  usw.  so  überträgt  man  die
Summe  von  Seite  2  nach  6  usw.  Nachdem  sämtliche  Konten  addiert
sind,  werden  die  Gesamtbeträge  der  einzelnen  Konten  zusammengestellt
und  es  muß  dann  die  Gesamtsumme  aller  Konten  gleich  sein  der  Gesamtsumme ­
  des  Wareneingangsbuches.
Die  den  einzelnen  Fabrikationsabteilungen  durch  das  Wareneingangsbuch ­
  belasteten  Beträge  werden  allmonatlich  den  Lohnbureaus  bekanntgegeben,
  denn  es  muß  auch  jede  Abteilung  noch  ihr  eigenes  Wareneingangsbuch ­
  führen,  da  das  Hauptwareneingangsbuch  den  Abteilungen
nicht  zur  Verfügung  steht.  Zwecks  Eintragung  der  jeder  Abteilung  zu
belastenden  Lieferungen  usw.  in  diese  Abteilungseingangsbücher  zirkulieren ­
  die  Wareneingangsscheine  in  den  Lohnbureaus  und  so  sind  am
Monatsschluß  nur  die  Beträge  von  dem  Buchhalter,  welcher  das  Hauptwareneingangsbuch ­
  führt,  einzusetzen.
Die  Verwaltungen  des  Materialienlagers,  Stahllagers  und  Werkzeuglagers ­
  haben  ebenfalls  je  ein  Wareneingangsbuch,  in  welches  auch  nur  die
2*
        <pb n="31" />
        20

Die  Geschäftsbuchführung.

Lieferungen  eingetragen  werden,  welche  Lagerartikel  des  betreffenden
Lagers  sind.
Bei  der  Kontierung  wird  nicht  der  ganze  Text  der  Konten  geschrieben,
sondern  es  sind  hierfür  Abkürzungen  in  Anwendung,  z.  B.  bedeutet

Nr.

Tag

Datum
der
Rechnung ­


April  1907

Mengen-Bezeich
 ­


Preis

Empfänger
Bestimmung ­


Konto

3140

1.

1.14.

Transport
Julius  Bernhardt,  Berlin

1  Grs.

Müller

B.  K.8

12

80
3

2)
5«

per  Boten:
Bleistifte  HF  Nr.  0

3141

20.13.

Siegfr.  Baum  &amp;amp;  Co.,

14995  kg

37

—

Homann

X.A.4

55

50

Magdeburg
1  Wag.  Nr.  27  090
Formsand,  graufett
Fracht  It.  Stundungsbuch

3142

10./4.

Hans  Zabel,  Berlin

5  Bg.

10

35
°/
/o

Rumpf

II.  P.

1

58

per  Post:
Pauspapier  Nr.  11

3143

30.14.

Stahlwerke  Brandenburg,
Charlottenburg
Pol.  Weilenstahl,  26  0
30  gj
35  0

250  kg
495  „
370  „

%*0

Daul

VIII.A.

223

Rollgeld  It.  Kassenbeleg

1115  kg
Nr.  75

3144

2.

5.14.

Joh.  Lindner,  Berlin

6  St.
12  Bg.
2000  St.
1000  „

Rumpf
Müller
Franz
fy

II.  P.
B.K.  8
X.  0.
yy

10
12

40
50

Bücher  Nr.  31
Aktendeckel
Formulare  Nr.  246
„  „  181

3145

30.14.

Gustav  Zimmermann,
Rixdorf
bes.  Bretter.  Qual.  II,  4 / 4
„  „  I.  30  m  =  %
32  m  =  4 / t
45,8  m  =  3 / 4
44,7  m  =  */„

240St.  =
274,8  qm
4  St.
4  „
6  „
6  „

äqm
450m
298
„  208
„  192
„182

—

Krause

XI.  A.
yy
yy
yy

274
19
14
19
18

80
85
80
55
05

Transport

673

03

83

1&amp;gt;
        <pb n="32" />
        Das  Wareneingangsbuch.

21

I-  X.  =  Allgemeine  Betriebsleitungskosten,
N.  A.  IV.  E.  =  Neuanschaffung  der  Klasse  IV,  Unterabteilung  E.
XII.  5  =  Reparaturen  in  der  Kraftzentrale,
H.  K.  20  =  Hauptbuch-Konto  20  (Konto  für  fremde  Fabrikate).

b.k.

8

XA.

4

111

VIIIA.

xo.

XIA.

12
2

40

135

75

1
9

58

226

50

22

50

347

05

14
3

40

135
7

75

10
2

58

226
10

50

22
4

50

347
10

05

Form.  17.  Orig.-Größe  520  X400  mm.
        <pb n="33" />
        22

Die  Geschäftsbuchführung.

Die  Kontierung.
A.  Geschäftsbuchführung.
Die  in  der  Geschäfts-  nnd  Betriebsbuchführung  vorkommenden
Konten  sind  in  Kontierungstabellen  festgelegt,  welche  in  ein  Büchlein  von
Taschenformat  gebunden  sind.  Wir  haben  es  mit  folgenden  Konten  zu
tun,  von  denen  nur  einige  einer  näheren  Erläuterung  bedürfen,  um  deren
Zweck  klar  zu  machen.

1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
35.
36.

Konten  des  Hauptbuches.
Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.,  Zentral-Konto.
Betriebs-Konto.
Konto-Korrent-Konto.
Kassa-Konto.
Lohn-Konto.
Salär-Konto.
Invaliditäts-  und  Altersversicherungs-Konto.
Materialien  -Konto.
Fabrikate  -Konto.
Inventar-Zu-  und  Abgangs-Konto.
Konto  Fabrikate  der  Maschinenfabrik.
„  „  ,,  Spezialmaschinenfabrik.
,,  ,,  ,,  Werkzeugfabrik.
,,  ,,  ,,  Spezialwerkzeugfabrik.
„  ,,  ,,  Normalienfabrik.
„  „  ,,  Einrichter  ei.
,,  ,,  ,,  Schmiede  und  diversen.
,,  ,,  ,,  Gießerei.
,,  ,,  ,,  Betriebswerkstatt.
,,  Fremde  Fabrikate.
Handlungsunkosten-Konto  Gehälter  und  Löhne.
,,  ,,  Kataloge.

Reklame.
Reisespesen.
Patentgebühren.
Porti  und  Depeschen.
Drucksachen  und  Schreibmaterialien.
Diverse.

Konto  Zinsen.
(offen)
Handlungsunkosten  Verkaufsstelle  Düsseldorf.
„  „  Karlsruhe.
,,  ,,  Erfurt.
„  „  Breslau.
„  „  Leipzig.
        <pb n="34" />
        Die  Kontierung.

23

37.  |
38.  i  (offen)
39.  |
40.  Gesamthandlungsunkosten-Konto.
Zu  1.  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.,  Zentral-Konto.  Hierunter  ist  die  Zentralkasse ­
  in  der  Dorotheenstraße  gemeint.  Dieses  Konto  wir  ur
lt.  Buchungsaufgaben  (Form.  1  und  3)  geleisteten  Zahlungen  er  ann  unc
für  vereinnahmte  Rimessen  der  Fabrikkundschaft  belastet.
Zu  2.  Betriebs-Konto  wird  belastet  für  alle  Beträge,  die  durch  di
Fabrikation  veranlaßt  werden.  Die  Betriebsbuchführung  verar  ei  e
diese  Belastungen  in  der  später  angegebenen  Weise.  Erkannt  wir  as
Betriebs-Konto  für  die  Selbstkosten  der  verkauften  Fabrikate  und  er  au
Inventar-Konto  zu  buchendem  Neuanschaffungen.
Zu  5.  Lohn-Konto.  Die  wöchentlich  gezahlten  Löhne  werden  zuerst
auf  dieses  Konto  gebucht  und  dann  zuzüglich  der  von  den  Löhnen  in
Abzug  gebrachten  Versicherungsbeiträge  und  anderer  gesetzlich  zulässigen
Abzüge,  welche  die  Arbeiter  zu  tragen  haben,  mittels  einer  Memorialbuchung ­
  monatlich  auf  das  Betriebs-Konto  übertragen.  Die  von  der
Firma  zu  zahlenden  Versicherungsbeiträge  werden  direkt  auf  das  Betriebs-Konto ­
  gebucht.  Das  Lohn-Konto  behält  stets  monatlich  einen
Kredit-Saldo  gleich  der  Summe  aller  Pfennigbeträge  der  ver  lenten
Einzellöhne,  weil  überschießende  Pfennigbeträge  nach  der  Arbeitsordnung
nicht  zur  Auszahlung  kommen.  Dem  Betriebs-Konto  müssen  na  ur  ic
die  Gesamtsummen  der  Bruttoverdienste  der  Arbeiter  belastet  wer  en
(Hierüber  später  ausführlicher.)
Zu  6.  Salär-Konto.  Sämtliche  Saläre  werden  ebenfalls  zuerst  au
dieses  Übergangs-Konto  gebucht  und  durch  eine  Memorial  uc  ung
Lasten  der  in  Betracht  kommenden  Unkosten-Konten  ausgebuch  .
Zu  7.  Invalidität-  und  Altersversicherungs-Konto.  Dieses  Konto  is
zur  Kontrolle  der  verwendeten  Invaliditäts-  und  Altersversicherungsmarken
angelegt.  Das  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten  kauft  diese  ar  en
Mengen  für  den  ungefähren  Monatsbedarf;  die  Beträge  ersc  einen
Kassabuch  und  werden  obigem  Konto  belastet.  Sind  die  ona  s  e* a 8 e
der  von  den  Arbeitern  zu  zahlenden  resp.  denselben  vom  o  n  m  : r  U
gebrachten  Beiträge  lt.  Lohnlisten  festgestellt,  so  wird  durc  i  eine  uc  l  g
im  Memorial  das  Lohn-Konto  belastet  und  das  Invaliditäts  un
versicherungs-Konto  erkannt.  Gleichzeitig  bucht  man  ie  g  eic  ie
als  Beitrag  der  Firma  auf  Betriebs-Konto,  und  die  Betnebsbuchfuhrung
bringt  die  auf  jede  Abteilung  entfallende  Summe  auf  das  n  ms  en
„A.  a.“  jeder  Abteilung.  Für  die  Berechnung  der  Beiträge,  welche  auf
die  versicherungspflichtigen  Beamten  entfallen,  besteht  ein  leso
Hilfsbuch,  auf  Grund  dessen  dieselben  Buchungen  wie  vorhin  vorgenommen
werden.  Da  der  monatliche  Saldo  des  Invaliditäts-  und  Altersversic  erungs-Kontos
  also  gleich  dem  Bestand  an  vorrätigen  Marken  sein  mu
so  hat  man  die  Unterlage  für  eine  Kontrolle  der  Markenkasse.
        <pb n="35" />
        24

Die  Geschäftsbuchführung.

Zu  8—10.  Die  folgenden  drei  Konten,  nämlich:  Materialien-Konto,
Fabrikate-Konto,  Inventar-Zu-  und  Abgangs-Konto  dienen  zur  buchmäßigen
Festlegung  der  lt.  Inventur  Vorgefundenen  Bestände  an  Materialien  und
Fabrikaten  sowie  der  Beträge  für  Neuanschaffungen  und  Abgänge  von
Inventarien,  Utensilien  usw.
Zu  21.  Handlungsunkosten-Konto,  Gehälter  und  Löhne.  Diesem  Konto
werden  die  Gehälter  der  Angestellten  belastet,  deren  Tätigkeit  sich  auf  den
Vertrieb  der  Fabrikate  erstreckt;  ferner  die  Löhne  der  Bureaudiener  und
sonstigen  Arbeiter,  welche  in  den  Bureaus  dieser  Angestellten  beschäftigt
sind.
Zu  40.  Das  Gesamthandlungsunkosten-Konto  dient  dazu,  um  am
Jahresschluß  die  Beträge  der  einzelnen  Handlungsunkosten-Konten  in  einer
Gesamtsumme  aufzunehmen.

B.  Betriebsbuchführung,
a)  Unterabteilungen.
I.  Allgemeines.
II.  Maschinenbau.
III.  Spezialmaschinenbau.
IV.  Werkzeugbau.
V.  Spezialwerkzeugbau.
VI.  Normalienfabrik.
VII.  Einrichterei.
VIII.  Schmiede.
IX.  Modelltischlerei.
X.  Gießerei.
XI.  Betriebswerkstätten.
XII.  Kraftzentrale.
XIII.  Chemisches  Laboratorium.

b)  Bestände-Konten.
1.  Materialienlager.
2.  Lager  von  Maschinen  eigenen  Fabrikats.
3.  „  „  Maschinen  fremden  Fabrikats.
4.  ,,  ,,  Werkzeugen  eigenen  Fabrikats.
5.  ,,  ,,  Werkzeugen  fremden  Fabrikats.
6.  ,,  ,,  Normalien.
7.  ,,  ,,  Steinkohlen.
8.  ,,  ,,  Schreibmaterialien.

Zu  B.  a.  I.  Konto  I.  Allgemeines■  ist  ein  Betriebsunkosten-Konto
für  solche  allgemeinen  Unkosten,  die  den  verschiedenen  Abteilungen  nicht
im  einzelnen,  sondern  nur  nach  einem  generellen  Maßstab  (Lohnsummen,
Arbeiterzahl,  Quadratmeter)  belastet  werden  können.
Es  handelt  sich  hier  um  die  Ausgaben  für  Lagerverwaltungen,  Betriebsbuchführung, ­
  Portiers,  Nachtwächter,  Fuhrwesen,  Eisenbahnan-
        <pb n="36" />
        Die  Kontierung.

25

Schluß,  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten,  Krankenkassenverwaltung,
Lichtpauserei,  allgemeiner  Wasserverbrauch  u.  dgl.
c)  Diverse  Konten.
1.  Zentral-Konto.
2.  Konto  Löhne.
3.  ,,  Saläre.
4.  ,,  Abfälle.
5-  ,,  Patentgebühren.
6-  ,,  Auslagen.
7.  ,,  Portbildungsschule.
3-  ,,  Teeküche.
9-  „  pro  Diverse.
10.  Abschluß-Konto  —  Materialien.
5)  „  —  Fabrikate.
12.  Konto  Abschreibungen.
13.  Gewinn-  und  Verlust-Konto.
B.  c.  1.  Das  Zentral-Konto  der  Betriebsbuchführung  ist  das  Gegen-Konto
  vom  Betriebs-Konto  in  der  Geschäftsbuchführung.  Für  alle  Beträge,
für  welche  also  in  der  Geschäftsbuchführung  das  Betriebs-Konto  belastet
wird,  wird  in  der  Betriebsbuchführung  das  Zentral-Konto  erkannt.  Der
Debet-Saldo  des  Betriebskontos  der  Geschäftsbuchführung  muß  also  immer
dem  Kredit-Saldo  des  Zentral-Kontos  in  der  Betriebsbuchführung  gleich
sein.
Zu  B.  c.  2.  Das  Konto  Löhne  nimmt  zuerst  die  gesamten  Löhne
summarisch  auf,  und  wird  mittels  einer  Verteilungsbuchung  zu  Lasten  der
betreffenden  Abteilungskonten  wieder  kreditiert.
Zu  B.  c.  3.  Das  Konto  Saläre  dient  hinsichtlich  der  Saläre  demselben
Zweck,  wie  das  Lohn-Konto  hinsichtlich  der  Löhne.
Zu  B.  c.  4.  Das  Konto  Abfälle  ist  errichtet  für  die  Einnahmen  aus
Abfällen.  Diese  Beträge  werden  am  Jahresschluß  den  einzelnen  Abteilungen
im  Verhältnis  des  in  der  Fabrikation  verwendeten  Materials  gutgeschrieben.
Zu  B.  c.  5.  Konto  Patentgebühren.  Alle  Gebühren  für  die  Herausnahme
und  Erhaltung  von  Patenten  werden  aus  buchtechnischen  Gründen  zunächst ­
  auf  dieses  Konto  gebucht,  am  Jahresschluß  aber  auf  das  Handlungsunkosten-Konto ­
  ,,Patentgebühren“  übertragen.
Zu  B.  c.  6.  Konto  Auslagen.  Diesem  Konto  werden  die  lt.  Fakturenbuch ­
  (Form.  12)  in  Kolonne  „Auslagen“  ausgeworfenen  Beträge  gutgeschrieben. ­
  Es  sind  dies  Auslagen  für  Porti,  Frachten  u.  dgl.  Spesen,  die
bei  Eingang  von  Probe-  oder  Musterstücken  von  der  Firma  bezahlt  wurden,
dem  Kunden  bei  Fakturierung  der  bestellten  Fabrikate  aber  wieder  in
Rechnung  gestellt  werden.
Zu  B.  c.  7.  Konto  Fortbildungsschule  wird  belastet  für  alle  Kosten,
welche  die  von  der  Firma  eingerichtete  Lehrlingsschule  verursacht.  Gutgeschrieben ­
  werden  diesem  Konto  die  Lehrgelder  der  Volontäre,  welche
        <pb n="37" />
        26

Die  Geschäftsbuchführung.

ein  oder  zwei  Jahre  praktische  Ausbildung  genießen  (s.  Kapitel  Lehrlingswesen). ­

Zu  B.  c.  8.  Konto  Teeküche.  Um  den  Arbeitern  im  Sommer  ein
erfrischendes,  im  Winter  ein  wärmendes  Getränk  geben  zu  können,  ist
eine  Küche  zur  Teebereitung  eingerichtet.  Die  Kosten  dieser  Küche,
sowie  andererseits  die  Einnahmen  für  den  Tee  werden  über  vorstehendes
Konto  gebucht.
Zu  B.  c.  10  und  11.  Materialien-Konto,  Fabrikate-Konto.  Diese
beiden  Konten  haben  denselben  Zweck,  wie  die  gleichnamigen  Konten  des
Hauptbuches.
Zu  B.  c.  12.  Konto  Abschreibungen.  Die  jährlichen  Abschreibungen
werden  erst  diesem  Konto  belastet,  dann  auf  die  betreffenden  Unkostenkonten ­
  der  einzelnen  Abteilungen  durch  eine  Memorialbuchung  übertragen.
(1)  Konten  der  Abteilungen  Nr.  I  bis  XI.
A.  Fabrikationsmaterial.
15.  Produktive  Löhne.
C.  Unproduktive  Löhne.
D.  Härtekosten.
Bei  Abteilung  X  hat  das  Konto  A.  folgende  Unter-Konten:
XA  1.  Roheisen.
2.  Brucheisen.
3.  Schmelzkoks.
4.  Diverse.
5.  Metalle.
Zu  B.  d.  Die  bei  den  Abteilungen  Nr.  I—XI  wiederkehrenden  Konten
sind  zu  unterscheiden  in  Bestände-Konten  von  A.—D.  und  Unkosten-Konten
  von  E.—X  a.  Das  Konto  C.  ist  ein  sogenanntes  Übergangs-Konto,
weil  alle  unproduktiven  Löhne  nur  zu  statistischem  Zwecke  hierüber
gebucht  werden  und  später,  wie  dies  noch  ausführlicher  beschrieben
werden  wird,  in  den  Unkosten-Konten  auftauchen  und  vom  Konto  C.
wieder  weggenommen  werden.
e)  Unkosten-Konten.
E.  Abschreibung  auf  Werkzeugmaschinen.
F.  Abschreibung  auf  Werkzeuge.
G.  Reparatur  an  Werkzeugmaschinen.
H.  Werkzeug-Verbrauch  und  Reparatur.
I.  Kraft.
K.  Hilfsmaterialien.
L.  Feilen.
M.  Gehalt  und  Lohn  für  Meister,  Einrichter  und  Schreiber.
N.  Betriebsleitung.
O.  Verwaltung.
        <pb n="38" />
        Die  Kontierung.

27

P.  Technisches  Bureau.
Q.  Revision.
R.  Transporte.
S.  Reinigung.
T.  Beleuchtung.
U.  Heizung  und  Lüftung.
Y.  Gas.
W.  Wasser.
X.  Ersatz,  Ausschuß,  Verluste.
Y.  Versuche.
Z.  Chemische  Analysen.
A  a.  Gesetzliche  Kassenbeiträge.
B  a.  Feuer  Versicherungsprämie.
C  a.  Reparatur  und  Ersatz  von  Utensilien.
D  a.  Reparatur  und  Änderung  an  Transmissionen  und  D.  V.
E  a.  Reparatur  an  Motoren,  Kränen,  Fahrstühlen.
F  a.  Instandhaltung  der  Preßluftanlage.
G  a.  Reparatur  und  Ersatz  von  Modellen.
H  a.  Reparatur  an  Gebäuden.
I  a.  Instandhaltung  der  Höfe  und  Umfriedung.
K  a.  Vorbereitung  von  Fabrikationsmaterial.
L  a.  Umzugskosten.
M  a.  Abschreibung  auf  Motore  und  Transmissionen.
N  a.  Abschreibung  auf  Kräne,  Fahrstühle,  Heizungs-  und  Lüftungsanlage. ­

0  a.  Abschreibung  auf  Modelle.
P  a.  Abschreibung  auf  Utensilien.
Q  a.  Abschreibung  auf  Gebäude.
R  a.  Fuhrwesen.
S  a.  Eisenbahnanschluß.
T  a.  Portiers  und  Wächter.
U  a.  Krankenkasse.
V  a.  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten.
W  a.  Photographisches  Atelier.
X  a.  Lichtpauserei.
Zu  B.  e.  Die  Unkosten-Konten  sind  wieder  in  drei  Arten  gruppiert,
wovon  E.—M.  die  erste,  N.—Q  a.  die  zweite  und  Ra.—X  a.  die  dritte
Gruppe  bilden.  —  Auch  hierauf  komme  ich  später  eingehend  zurück,
wobei  auch  der  etwa  bestehende  Zweifel  über  den  Zweck  des  einen  oder
anderen  Kontos  behoben  werden  wird.
f)  Konten  der  Abteilung  Nr.  XH,  Kraftzentrale.
1.  Steinkohlen.
2.  Hilfsmaterialien.
3.  Bedienung  der  Kessel  und  Pumpen.
        <pb n="39" />
        28

Die  Geschäftsbuehführung.

4.  Bedienung  der  Dampfmaschinen  und  Dynamos.
5.  Reparaturen.
6.  Beleuchtung.
7.  Gas.
8.  Verwaltung.
9.  Betriebsleitung.
10.  Feuerversicherungsprämie.
11.  Abschreibungen.
12.  Diverses.
Zu  B.  f.  Konto  Nr.  XII,  Kraftzentrale.  Alle  von  der  Kraftzentrale
verursachten  Ausgaben  für  Kohlen,  Löhne  usw.  werden  dem  dafür  eingerichteten ­
  Unter-Konto  belastet.  Dagegen  werden  die  Stromheferungen,
nach  Kilowattstunden  berechnet,  mit  den  Selbstkosten  diesem  Konto
kreditiert  (s.  Kapitel  Kraftzentrale).
g)  Konten  der  Abteilung  Nr.  XIII,  Cheni.  Laboratorium.
1.  Saläre.
2.  Löhne.
3.  Chemikalien.
4.  Apparate.
5.  Kraft  und  Licht.
6.  Wasser.
7.  Gas.
8.  Druckluft.
9.  Heizung.
10.  Feuerversicherungsprämie.
11.  Diverse  Arbeiten  und  Materialien.
12.  Abschreibungen.
Zu  B.  g.  Konto  Nr.  XIII,  Chemisches  Laboratorium.  Die  Unterhaltungskosten ­
  des  Laboratoriums  sind  ebenfalls  nach  Unterkosten  getrennt. ­
  Kreditiert  werden  dem  Konto  Laboratorium  die  den  Betrieben  und
der  fremden  Kundschaft  berechneten  Beträge  für  Analysen  u.  dgl.  (s.  Kapitel ­
  Chemisches  Laboratorium).
h)  Konto  Neuanschaffungen  und  Abgänge.
I.*)  Grundstück-  und  Gebäude-Konto.
VI.  Betriebs-Inventarien-Konto.
1.  Betriebs-  und  Fabrikationsmaschinen  und  Diverse.
A.  Krafterzeuger,  Pumpen,  Rohrleitungen  und  Zubehör.
B.  Motore,  Dynamos,  Schalttafeln,  Transmissionen  und  Zubehör. ­

C.  Kräne,  Fahrstühle,  eingebaute  Heizungs-  und  Lüftungskörper. ­

D.  Werkzeugmaschinen.

*)  Vgl.  das  Bilanz-Konto  Seite  188.
        <pb n="40" />
        Die  Kontierung.

29

2.  Modelle.
3.  Hilfs-  und  Schneidewerkzeuge.
A.  Öfen,  Apparate,  größere  Hilfswerkzeuge,  Flaschenzüge  usw.
B.  Bankschraubstöcke.
C.  Schneide-  und  Meßwerkzeuge  für  allgemeinen  Gebrauch.
4.  Fabrikationswerkzeuge,  Einspannvorrichtungen  und  Lehren.
A.  Werkzeuge  von  allgemeiner  Verwendbarkeit.
B.  Spezialwerkzeuge  für  einzelne  Arbeitsarten.
C.  Spezialausrüstung  für  Werkzeugmaschinen.
D.  Spezialeinrichtungen  zur  Serienfabrikation  einzelner  Maschinen ­
  und  Werkzeuge.
E.  Einrichtung  für  die  Gießerei:
1.  Formkasten  und  Zubehör.
2.  Maschinenformkasten  und  Zubehör.
3.  Lasteisen.
4.  Kranpfannen.
5.  Handpfannen.
6.  Kupolöfen.
7.  Diverse  Werkzeuge  und  Vorrichtungen.
8.  Trockenöfen.
9.
10.  Pneumatische  Anlage.
VII.  Utensilien-Konto.
A.  Mobilien  und  Geräte.
B.  Riemen  und  Seile.
C.  Leitungen  und  Beleuchtungskörper.
X.  Pferde-  und  Wagen-Konto.
Zu  B.  h.  Konto  Neuanschaffungen  und  Abgänge.  Auf  dieses  Konto
werden  alle  neu  angeschafften  Inventarien  und  Utensilien  usw.  gebucht,
gleichviel  ob  sie  von  auswärts  bezogen  oder  im  eigenen  Betriebe  hergestellt
werden,  und  zwar  unter  Auseinanderhaltung  nach  den  Abteilungen,  für
welche  sie  bestimmt  sind.
Die  unter  III.  A.  erwähnten  Öfen  sind  nicht  etwa  Heizöfen  für  Werkstätten ­
  oder  Bureaus,  sondern  Härteöfen,  Glühöfen  u.  dgl.  Die  Werkzeuge
unter  IV.  D.  sind  noch  einmal  getrennt  nach  einzelnen  Maschinen-  resp.
Werkzeugtypen,  für  deren  serienweise  Fabrikation  sie  bestimmt  sind.
Wenn  Maschinen  oder  andere  Inventarien  oder  Utensilien  entweder  verkauft ­
  oder  ausrangiert  und  vernichtet  werden,  so  erscheinen  deren  Buchwerte, ­
  wenn  solche  überhaupt  noch  bestehen,  in  der  Inventur  als  Abgang
und  buchmäßig  auf  dem  Konto  „Neuanschaffungen  und  Abgänge“  als
Kreditposten.  Ein  beim  Verkauf  etwa  erzielter  höherer  Betrag  als  der
Buchwert  zählt  im  Gewinn-  und  Verlust-Konto  der  Bilanz  zu  den  Gewinnposten. ­
        <pb n="41" />
        30

Die  Geschäftsbuchführung.

Transport

i)  Konto  für  die  Selbstkosten  der  verkauften  Fabrikate.
2.  Maschinenbau.
3.  Spezialmaschinenbau.
4.  Werkzeugbau.
5.  Spezialwerkzeugbau.
6.  Normalienfabrik.
7.  Einrichterei.
8.  Schmiede.
9.  Modelltischlerei.
10.  Gießerei.
11.  Betriebswerkstätten.
12.  Fremde  Fabrikate.
Auf  diese  Konten  werden  die  Selbstkosten  der  fakturierten  Fabrikate
jeder  Abteilung,  sowie  die  eventuell  zu  Lasten  der  Firma  gehenden  Spesen
für  Verpackung,  Frachten  u.  dgl.  gebucht.  Am  Jahresschluß  werden  die
angesammelten  Beträge  zu  Lasten  der  Fabrikat-Konten  der  Geschäftsbuchführung ­
  umgebucht,  auf  deren  Kreditseite  während  des  Jahres  die
Erlöse  erschienen  sind.  Die  Salden  auf  diesen  Konten  bilden  dann  den
Bruttogewinn  an  den  betreffenden  Fabrikaten.
Zu  vorstehenden  Erläuterungen  über  Kontierung  sei  noch  hinzugefügt, ­
  daß  die  Unkosten  streng  geschieden  werden  in  Betriebsunkosten,
d.  h.  solche  Ausgaben,  welche  durch  die  Fabrikation  verursacht  werden,
also  neben  Material  und  produktivem  Lohn  einen  Teil  der  Herstellungskosten ­
  bilden,  und  Handlungsunkosten,  d.  h.  Ausgaben,  die  mit  der  Vertriebstätigkeit ­
  im  Zusammenhang  stehen.

Monat  April  190  7.

Lfd.
Nr.

Journ.-Nr.


Firma

Ort

Dat.
der
B-echn.

Brutto-Betrag

Ji

Skonto
Ji  ^

Netto-Betrag

Ji  ^

2186

195

Fritz  Neubauer  Nchf.

Transport
Berlin

5.14.  07

1286

40

25

75

1260

95

2187

205

Verlagsdruckerei  Merkur

„

8.14.07

363

80

3

65

359

15

2188

198

Julius  Kronfeld

Gharlottenbg.

31.13.  07

27

90

27

90

—

~~  .

—

—

—

—
        <pb n="42" />
        Das  Lieferantenfakturenbuch.

31

Das  Lieferantenfakturenbuch.
Dieses  Buch  ist,  wie  der  Titel  sagt,  für  die  Buchung  der  Lieferantenrechnungen ­
  bestimmt.  Es  wird  nicht  jede  Rechnung  einzeln  im  Memorial
gebucht,  sondern  sämtliche  Rechnungen  werden  in  das  Lieferantenfakturenbuch ­
  eingetragen,  dessen  Schlußsummen  dann  mittels  Memorialbuchung ­
  den  einzelnen  Hauptbuch-Konten  zugewiesen  wird.  Formular  18
enthält  einige  Beispiele,  wie  die  Rechnungen  eingetragen  werden.  Die  am
meisten  vorkommenden  Konten  sind  vorgedruckt,  während  die  seltener
wiederkehrenden  handschriftlich  eingetragen  werden.
Die  Gesamtbeträge  eines  Monats  werden  im  Memorial  folgendermaßen
gebucht:
Per  folgende  Debitoren
An  folgende  Kreditoren
Übertrag  der  Schlußnummern  It.  Lieferantenfakturenbuch  Fol.  .  .  .
Per  Betriebs-Konto
,,  Handl.-Unk.-Kto.
&amp;gt;?  &amp;gt;)  ")•&amp;gt;
JJ  &amp;gt;}  JJ  &amp;gt;&amp;gt;

An  Konto-Korr  ent-Konto
„  Konto  Zinsen  (für  Skonto)  M.  ....
Im  Konto-Korrent-Buch  werden  den  betreffenden  Konten  die  „Nettobeträge“ ­
  gutgeschrieben,  also  nach  eventuellem  Abzug  von  Kassa-Skonto.
Die  dem  Betriebs-Konto  belasteten  Beträge  müssen  mit  der  Summe  der
ersten  Betragsrubrik  des  Wareneingangsbuches  übereinstimmen.

Drucksachen  usw.
Kataloge
Reklame
usw.  JÜ.

Per  Konto

^°Rto-Korrent
Fol.

Betrieb
M.  2*

Handlungs-Unkosten

Schreibm.

Reklame

Ilatal.

u
ii
i

25
117
84

1286
176

40
80

112

75

-

27

90

_

Form.  18.  Orig.-Größe  520X400  mm.
        <pb n="43" />
        32

Die  Geschäftsbuchführung.

Das  Lieferantenrimessenbuch.
Die  Rechnungen  der  Lieferanten  werden,  wie  bereits  erwähnt,  entweder ­
  von  der  Fabrikkasse  oder  von  der  Zentralkasse  beglichen.  Letzteres
trifft  zu  bei  allen  Lieferanten,  welche  Bank-Konto  haben  und  bei  denen,
die  zwar  kein  Bank-Konto  haben,  deren  Rechnungen  aber  höher  als
Mk.  800,—  sind  (Postanweisungsgrenze).  Die  Formulare  1  und  3,  welche
für  den  Verkehr  mit  der  Zentralkasse  in  Anwendung  sind,  wurden  bereits
besprochen.  Es  bleibt  nur  noch  übrig  die  weitere  Verbuchung  der
Buchungsaufgaben  lt.  Formular  3  zu  verfolgen.
Nachdem  die  lt.  Aufgabe  der  Buchhalterei  zu  leistenden  Zahlungen
resp.  Überweisungen  von  der  Zentralkasse  als  geschehen  gemeldet  sind,
werden  die  betreffenden  Konten  im  Konto-Korrent-Buch  belastet.  Zu
diesem  Zweck  werden  die  Beträge  in  ein  besonderes  Buch,  das  Lieferantenrimessenbuch, ­
  eingetragen  (Form.  19,  s.  Beispiele).
Die  Schlußsummen  des  Monats  werden  im  Memorial  wie  folgt  gebucht ­
  :
Per  Konto-Korrent-Konto
An  Ludw.  Loewe  &amp;lt;fc  Co.,  Zentral-Konto
für  lt.  Lieferantenrimessenbuch  geleistete  Zahlungen
M,

Alle  von  der  Zentralkasse  geleisteten  Zahlungen  können  natürlich
nicht  in  das  Lieferantenrimessenbuch  eingetragen  werden,  so  z.  B.  nicht
die  lt.  Formular  3  angeführte  Barzahlung  an  die  Fabrikkasse.  Dieser
Posten  wird  dem  Konto  der  Zentrale  durch  das  Kassabuch  gutgebracht.
Andere  nicht  in  das  Lieferanten-Rimessenbuch  passende  Zahlungen  werden
im  Memorial  gebucht.
Die  Lieferantenfakturen  erhalten  folgenden  Stempelaufdruck,  um
die  betreffenden  Buchfolien  einzutragen

Gebucht
Bezahlt

Fakt.  B.  Fol....
Memorial  Fol.,
Kassa  B.  Fol.
Lief.  R.  B.  Fol.

Vorher  muß  zwecks  Zahlung  resp.  Gutschrift  der  nachstehende  Stempelvermerk ­
  seitens  der  Direktion  ausgefüllt  sein.
Anweisung  zur  Gutschrift  beziehungsweise
Zahlung  des  auf  M  festgestellten
Rechnungsbetrages.
Berlin,  den

Die  Direktion.
        <pb n="44" />
        Das  Kundenrimessenbuch.

33

Monat  April  190  7

Datum

Firma

Ort

Zum  Ausgleich  der
Rechnungen

Fremde
Währung

Deutsche
Währung

Konto-Korrent


Dat.

Nr.

Ji

3,

Ji

A

Nr.

Fol.

/.

4.

07

Oebr.  Hinzmann

Berlin

2.13.

1712

35

40

35

40

1

10

Alfred,  Kretschmarin

&amp;gt;&amp;gt;

5./3.

1695

176

10.13.

1798

24

90

15.fi.

1810

214

10

21.3.

1874

19

15

434

15

I

110

Cincinnati  Planer  Co.

Cincinnati

20.12.

1571

3276

—

24./2.

1650

7350

—

10J3.

1800

5145

$

3755

15771

1

83

Das  Kundenrimessenbucli.
Die  lt.  Formular  4  der  Fabrikbuchhalterei  von  der  Zentralkasse
gemeldeten  Rimessen  der  Kundschaft  werden  ebenfalls  nicht  einzeln  im
Memorial  gebucht,  sondern  in  das  Kundenrimessenbuch  eingetragen
(Form.  20).  Diese  Eintragung  geschieht  an  Hand  der  Rimessenavise
resp.  Begleitbriefe  der  Kunden,  welche  die  Hauptkasse  der  Fabrikbuchhaltung ­
  zuschickt,  da  sie  dieselben  nicht  braucht.  Die  im  Kundenrimessenbuch ­
  angezogenen  Seiten  des  betreffenden  Fakturenbuches,  wo  die  zur
Bezahlung  gelangende  Rechnung  gebucht  steht,  ermittelt  man  mit  Hilfe
des  Datums  der  Rechnung.  Daß  die  Daten  und  Folien  der  bezahlten
Rechnungen  hier  eingesetzt  werden,  geschieht,  um  im  Konto-Korrent-Buch
  durch  ein  Zeichen  (Häkchen)  auf  der  Debetseite  die  Posten  zu  kennzeichnen, ­
  welche  beglichen  sind.  Die  Gesamtbeträge  des  Monats  werden
im  Memorial  wie  folgt  gebucht:
Per  folgende  Debitoren
An  Konto-Korrent-Konto
für  lt.  Kundenrimessenbuch  Fol.  .  .  .  eingegangene  Zahlungen  und
in  Abzug  gebrachte  Beträge
Per  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.,  Zentral-Konto  JI.
,,  Konto  Porti  Ji
„  ,,  Zinsen  JH.
u.  s.  f.
Lilienthal,  Fabrikorganisation.

3
        <pb n="45" />
        34

Die  Geschäftsbuchführung.

Monat

Datum

Buchungs-Aufgabe

Nr.

Firma

Ort

Bar  oder
Wechsel

An

Per  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.

JL

4

4

3.14.  07

81

FriecLr.  Meyer  Ae  Co.

Stettin

30.15.

a.  Ratibor

150

4.  j6.

„  Greifenbg.

72

40

bar

19

60

242

—

Akt.-Ges.  für  Schiffsbau

Hamburg

bar

15

SO

Deutsche  Autom.-Werke

Berlin

28./4.

a.  Dortmd.

12180

—

1.15.

„  Berlin

176

—

bar

48

50

12405

50

Hans  Wiedemann

Charlottenburg

bar

100

I

Transport

Da  im  Kundenrimessenbuch  sämtliche  Abzüge  für  Skonto,  Retouren, ­
  Preisdifferenzen  usw.  gebucht  werden  können,  erspart  man  eine
sehr  große  Zahl  von  Buchungen,  die  früher  im  Memorial  eingetragen
werden  mußten.

Das  Memorial.
Dieses  Buch  ist,  wie  Formular  21  zeigt,  derart  angelegt,  daß  man  auf
der  rechten  Seite  die  Beträge  für  die  auf  der  linken  Seite  angeführten
Konten  auswirft  und  zwar  die  Debetbeträge  mit  schwarzer  und  die  Kredit  -
betrüge  mit  roter  Tinte.  Die  Addition  erfolgt  wie  im  Wareneingangsbuche, ­
  indem  man  die  Seiten,  auf  den  das  zu  addierende  Konto  nicht
vorkommt,  überspringt.
Im  Memorial  werden,  wie  bereits  bei  den  vorhin  besprochenen
Büchern  gesagt,  nur  die  Schlußbeträge  derselben  gebucht.  Außerdem
dient  es  dazu,  die  täglich  im  Verkehr  mit  der  Kundschaft  und  den
Lieferanten  laut  Korrespondenz  vorkommenden  buchhalterischen  Angelegenheiten, ­
  die  Belastungen  oder  Kreditierungen  darstellen,  festzulegen ­
  (s.  Beispiele).  Das  Memorial  ist  für  einen  Monat  eingerichtet,
d.  h.  es  besteht  für  jeden  Monat  ein  besonderes  Buch,  um  die  Benutzung
zu  erleichtern.
        <pb n="46" />
        Das  Konto-Korrent-Buch.  Die  Provisionsbüeher.

35

April  1907

Konto  -  Korrent  -  Konto

Per  Konto

Porti

für  Porti

Zinsen

für
Skonto

Betr.  W.
Fabrik

für  Verpackung ­


Diverse

Konto

Für

Ji  $

Summa
Ji  /$

Konto-Korrent


Nr.  Fol.

Zum  Ausgleich  der  Rechnungen

Dat.

Pr.  N.

Ji  ^

Ji  ^

20\

143

60

21

Maschf.

1  ret.  Teil

242
16
12573
100\

10

II
I
I
II

65

31
240;

22./2.  07
2.13.  07
3.12.  07
10.13.  07
12.13.  07

II
III
II
III
III

48
102
98
44
51

3464
7180
1929

,  Konto

10\

242
16

12573110
100  —

form.  30.  Orig.-Größe  520X400  mm.

Das  Konto-Korrent-Buch.
Im  Konto-Korrent-Buch  befinden  sich  nur  alle  persönlichen  Konten.
(Kunden  und  Lieferanten).  Es  ist  alphabetisch  in  mehrere  Teile  zerlegt.
Seine  innere  Einrichtung  weicht  von  den  gewöhnlich  im  Gebrauch  befindlichen ­
  Büchern  vielleicht  darin  ab,  daß  neben  der  Debet-Rubrik  ein  Raum
für  wichtige  Notizen,  z.  B.  Zahlungsbedingungen,  Auskünfte,  Mahnungen
usw.  vorgesehen  ist  (Form.  22).
Die  Konto-Korrent-Buchhalter  entnehmen  die  zu  übertragenden
Posten  aus  den  Seite  5  unter  2,  3,  6,  7,  8  und  9  aufgeführten  Büchern
(Fakturenbuch,  Kassabuch,  Lieferantenfakturenbuch,  Lieferantenrimessenbuch, ­
  Kundenrimessenbuch,  Memorial).  Zu  jedem  Teil  des  Konto-Korrent-Buches
  gehört  ein  Saldobuch,  welches  zwölf  Monatsrubriken  hat.  Die
Debetsalden  werden  schwarz,  die  Kreditsalden  rot  geschrieben  (Form.  23).

Die  Provisionsbücher.
Die  Vertreter  arbeiten  entweder  als  Agenten  gegen  Provision  oder  als
Beamte  gegen  festes  Gehalt  und  Provision.  In  beiden  Fällen  ist  die  Provision ­
  zahlbar  nach  Eingang  und  im  Verhältnis  der  Fakturenbeträge.
Die  ausgehenden  Rechnungen  werden  lt.  Beispiel  auf  Formular  24  in  die
3*
        <pb n="47" />
        36

Die  Geschäftsbuchführung.

Monat  April  1907.

K.Rb.

Per  folgende  5  Debitoren

An  Konto-Korrent-Konto

Transport
Transport

Übertrag  der  Monatsbeträge  aus  dem  Kundenrimessenbuch ­
  Fol.  45.
I  Per  Ludw.  Loewe  &amp;lt;k  Go.,  Zentralkonto
I  „  Konto  Porti  und  Depeschen
„  Konto  Zinsen
„  Konto  Betriebsw.  Fabrikate
„  Maschinen-Fabrikate

Per  Konto  Betriebswerkst.  Fabrikate
An  Konto-Korrent-Konto

1476286
780
8212
922
122

12
90
40
85
70

1486324

97

I.  41

I.  52

Herbert  Grün,  Hannover
für  It.  deren  Brief  v.  1.  er.  und  Eingangsschein ­
  Nr.  4182  zurückgesandte  Verpackungskiste ­

Per  Konto-Korr  ent-Konto
Franz  Krieger  &amp;lt;Ss  Söhne,  München
An  Konto  Porti  und  Depeschen
für  Kosten  eines  Telegramms  It.  uns.  Brief
vom  1.  4.  er.

20

1  50

Transport
Transport

Böttcher  &amp;amp;  Glaser  in  Chemnitz

Monat  Tag

Buch

Fol.

Debet

Notizen

Monat

Tag

Buch

Fol.

Kredit

April

K.R.

ä  Konto

April  6

F.

37

An  Werkzeuge

1289

70

ohne  Skonto
^Bestellung

15

15

1285

—

Mai  25

F.

142

„  2  Fräs-1

  Lieferung

maschinen

3850

l| 3  3  Mon
ohne  Sk.

Form.  33.  Orig.-Größe  340  X480  mm.
        <pb n="48" />
        Die  Provisionsbücher.

37

Debetzahlen  schwarz  Kreditzahlen  rot

Form.  31.  Orig.-Größe  680X480  mm.

Provisionslisten  des  betreffenden  Vertreters  eingetragen  und  die  Provisionsbeträge ­
  werden  bei  jedem  Posten  ausgerechnet.  Diese  Listen  sind
in  Klemm-Mappen  untergebracht,  welch  letztere  eine  beliebige  Vermehrung ­
  der  Listen  jederzeit  gestatten.
Die  Vertreter  erhalten  von  jeder  Rechnung,  welche  ihnen  provisionspflichtig ­
  ist,  eine  Preßkopie  und  am  Monatsschluß  eine  Aufstellung  aller
im  vergangenen  Monat  verdienten  Provisionen,  d.  h.  der  Provisionen,  die
lt.  obigen  Rechnungen  im  vergangenen  Monat  ihm  kreditiert  wurden.
Für  diese  Aufstellungen  wird  Formular  25  verwendet.  Die  Provisionsbeträge ­
  lt.  der  Provisionslisten  (Form.  24)  werden  mittels  Memorials  den
Konten  der  Agenten  gutgeschrieben,  und  den  Konten  der  in  Betracht
kommenden  Fabrikate  belastet.  Gehen  die  Zahlungen  der  Kunden  ein.
        <pb n="49" />
        Form.  35.  Orig.-Größe  225X290  mm.

38

Die  Geschäftsbuchführung.

1907

Fol.

Januar

Februar

März

April

Mai

1

A.-G.  f.  Bauausführungen

rot  =  250

10

—

—

rot  =  1211

45

"4
o
II
1-4

40

2

Fritz  Apel

2140

—

2140

—

5

40

412

42

3

Hans  Asser

89

15

10

12

285

70

—

—

4

Bär,  Ziegel  de  Co.  .  .  .

rot—  922

55

rot=  450

13

rot  =  291

20

rot  =  40

90

5

Aug.  Bartel

7444

10

2260

44

815

85

3195

35

Rcchn.
Nr.

Lfd.
Nr.

Datum

Firma

Ort

Gegenstand

Bemerkungen ­


Provisionspflichtiger ­

Betrag
M.  4

Valuta

Transport

3185

1

1.1.4  07

Peter  Grünfeld

Düsseldorf

2

Drehbänke

4000

—

1.17.07

3190

2

A.-G,  für  Feldbahnenbed.  .

Köln

1

Fräsmasch.

2000

—

15.15.07

3197

3

Friedrich  Maier  de  Co.  .

Aachen

Werkzeuge

500

—

1.16.07

3211

4

Stolzenberg  Sohne  ....

Solingen

99

700

—

1.17.07

3255

5

2.  j4.  07

Hans  Herder

Bonn

JJ

1250

—

2.17.07

3274

6

Jacob  Normann  de  Co.

Krefeld

2

Schleifmasch.

4600

—

2./7.07

3291

7

Peter  Jörgensen

Düsseldorf

1

Revolv.-Drb.

2100

—

2.17.07

Werkzeuge

640

—

2.17.07

3315

8

3.14.  07

H.  S.  Bergmann,  G.m.b.H.

Solingen

Werkzeuge

50

3.16.07

Provisions-Nachweisnng

für  Herrn  Roh.  Brauer
für  den  Monat  April  190  7

Lfd.  Nr.

Datum

Firma

Ort

Provisions-Provision



Faktura

Prov.-Buch


Faktura

X

X

a,

%

Jt

4

3185

i

1.14.  07

Peter  Grünfeld

Düsseldorf

4000

—

5

200

—

3190

2

A.-G.  für  Feldbahnenbed.

Köln

2000

—

5

100

—

3197

3

Friedr.  Maier  &amp;lt;fc  Co.  .  .

Aachen

500

—

6

30

—

3211

4

Stolzenberg  Söhne  ....

Solingen

700

—

6

42

—

3255

5

2.14.  07

Hans  Herder

Bonn

1250

—

6

75

—

1

Transport  Jt
        <pb n="50" />
        Form.  26.  Orig.-Größe  225  X290  mm.

Die  Provisionsbücher.

39

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Form.  23.  Orig.-Größe  680X480  mm.

Provision

;  4  m.

105
38

40

200  —
100  —
30  —
42
75
230

143
3

40

Eingang  der  Rimesse  resp.  Fälligkeit  der  Provision

Januar  Febr.  März  April

Mai

10

Juni

Juli  &amp;lt;

200

100

—

30

—

5

42

]

10

75

-

3

230

9

105

38

40\

3

—

Januar  Febr.  März  April  Mai  Juni

_

Form.  24.  Orig.-Größe  700X370  mm.

Nachweisung  der  fälligen  Provision
für  Herrn  Hob.  Brauer

für  den  Monat  Juni  190  7

Lfd.  Nr.

Firma

Ort

Betrag  der
.Faktura
Jt  4

Datum
des  Eingangs ­


Fällige
Provision
A  4

Faktura

Prov.-Buch


3185

i

Peter  Grünfeld

Düsseldorf

4000

—

30.

200

—

3190

2

A.-G.  für  Feldbahnenbed.  .

Köln

2000

—

1.

100

—

3197

3

Friedrich  Maier  &amp;amp;  Co.  .  .

Aachen

500

—

5.

30

—

3315

8

H.  8.  Bergmann,  G.  m.  b.  H.

Solingen

50

10.

3

Transport  M.
        <pb n="51" />
        40

Die  Betriebsbuchführung.

so  werden  in  den  Provisionslisten  die  Daten  dieser  Zahlungen  notiert,  wie
das  Beispiel  zeigt.  Gleichzeitig  wird  die  Provisionsziffer  in  die  betreffende
Monatskolonne  zwecks  späterer  Addition  ausgeworfen.  Am  Schluß  des
Monats  werden  alsdann  die  fällig  gewordenen  Provisionen  auf  Formular  26
ausgezogen,  den  Agenten  zugeschickt  und  nach  Richtigbefund  zur  Zahlung ­
  resp.  Verrechnung  gebracht.
Da  die  Nummern  der  Rechnungen  auf  beiden  Formularen  (25  und  26)
erscheinen  und  außerdem  die  provisionspflichtigen  Beträge  nummeriert
sind,  so  ist  es  für  den  Vertreter  sehr  leicht,  die  bezahlten  Rechnungen
lt.  Formular  26  auf  dem  Formular  25  durch  horizontales  oder  vertikales
Durchstreichen  oder  durch  eine  andere  Markierung  als  erledigt  zu  bezeichnen. ­
  Der  Vertreter  erhält  dadurch  zugleich  die  für  ihn  so  wichtige
Kenntnis  von  der  Zahlungsweise  seiner  Kunden  und  ist  in  der  Lage,  ohne
daß  er  von  der  Buchhalterei  auf  säumige  Zahler  aufmerksam  gemacht
wird,  solche  an  die  Erfüllung  ihrer  Verbindlichkeiten  zu  erinnern.
Das  Journal.
Um  die  Endzahlen  jedes  Monats  aus  dem  Memorial  zwecks  Übertrag
auf  die  Konten  des  Hauptbuches  zusammenzustellen,  dient  das  Journal.
Dasselbe  weicht  von  den  allgemein  gebräuchlichen  Büchern  nicht  ab,  ist
also  ein  einfaches,  foliiertes  Buch  mit  zwei  Betragsrubriken.
Das  Hauptbuch.
Die  Konten  des  Hauptbuches  sind  bereits  bekannt.  Die  innere  Einrichtung ­
  dieses  Buches  ist  die  gewöhnliche.
Auch  das  Bilanzbuch  zum  Hauptbuch,  welches  zur  Aufstellung  der
Salden  dient,  hat  keine  abweichende  Einrichtung.  Es  hat,  wie  das  Saldenbuch ­
  zum  Konto-Korrent-Buch,  zwölf  Monatsrubriken,  welche  für  Debetund
  Kreditzahlen,  sowie  für  Debet-  und  Kreditsalden  vorgesehen  sind.

Die  Betriebsbuchführung.
Die  Aufgabe  der  Betriebsbuchführung  besteht  darin,  die  in  der  Geschäftsbuchführung ­
  auf  das  Hauptbuch-Konto  „Betriebs-Konto“  gebuchten
Beträge  buchhälterisch  weiter  zu  verarbeiten.  Wie  in  der  Einleitung
erwähnt,  ist  der  ganze  Betrieb  in  Abteilungen  geteilt,  die  im  internen
Verkehr  im  sogenannten  Kundenverhältnis  zueinander  stehen  und  die
wegen  der  Verschiedenheit  ihrer  Fabrikationsobjekte  und  Fabrikationsmethoden
  an  die  Buchhaltung  besonders  bezüglich  der  Selbstkostenberechnung ­
  verschiedene  Ansprüche  stellen.
Wie  weit  die  Betriebsbuchführung  jeder  Abteilung  von  der  der
anderen  Abteilungen  abweicht,  wird  in  nachstehendem  geschildert  werden.
        <pb n="52" />
        Die  Auftragserteilung.

41

Im  allgemeinen  sei  nur  bemerkt,  daß  die  ganze  Buchhaltung,  soweit  wie
irgend  möglich,  auf  losen  Blättern  und  Karten  geführt  wird  und  daß
Bücher  nur  noch  Verwendung  finden,  wo  sie  durch  Blätter  oder  Karten
nicht  zweckmäßig  ersetzt  werden  konnten.  Um  die  Blätter  zusammenzuhalten, ­
  sind  Klemm-Mappen  im  Gebrauch,  welche  gestatten,  die  Blätter
jederzeit  zwischenzulegen  und  wegzunehmen  und  das  Registrieren  ersparen. ­
  Zum  Zusammenhalten  der  Karten  dienen  die  bekannten  Kartothekkasten. ­


Abteilung  I.  Allgemeines.
Dieses  Konto  ist,  wie  Seite  24  gesagt,  für  allgemeine  Unkosten  bestimmt. ­


Abteilung  II.  Maschinenbau.
Die  Auftragserteilung.
Die  Abteilung  Maschinenbau  fabriziert  katalogmäßige  Werkzeugmaschinen ­
  in  Serien  von  10—100  Stück.  Die  von  der  Kundschaft  bestellten ­
  katalogmäßigen  Maschinen  werden  daher  nicht  einzeln  angefertigt,
sondern  vom  Lager  resp.  von  den  Lagerbestellungen  (sogenannte  Vorratsorders) ­
  entnommen.  Nichtsdestoweniger  müssen  die  Kundenorders
den  Meistern  und  den  Bureaus  durch  Eintragung  in  die  Orderbücher  mitgeteilt ­
  werden,  damit  der  vereinbarte  Liefertermin  ihnen  bekannt  wird;
allerdings  wäre  dies  streng  genommen  nur  dann  notwendig,  wenn  die
beorderten  Maschinen  sich  noch  in  der  Fabrikation  befinden.
Die  sogenannten  kleinen  Orders,  die  sich  auf  Maschinen-  und  Ersatzteile ­
  beziehen,  werden  in  besondere  Bücher  eingetragen.  In  den  für  die
Meister  bestimmten  Orderbüchern  wird  jedoch  der  Name  des  Bestellers  nicht
genannt.  Die  Vervielfältigung  der  Orders  in  die  einzelnen  für  die  Meister
bestimmten  Orderbücher  geschieht  mittels  schapirographischer  Blätter.
Die  Vorratsbestellungen  auf  Maschinen  gehen  von  der  Direktion  aus.
Ob  und  wann  solche  gegeben  werden  sollen,  hängt  einerseits  von  dem
Umsatz  und  dem  Wert  der  Maschinen,  andererseits  von  der  Beschäftigung
der  Werkstätten  und  der  für  die  Fabrikation  notwendigen  Zeit  ab.  Zur
Erteilung  von  Vorratsbestellungen  ist  Formular  27  in  Anwendung.  Die
einzelnen  Bestellungen  erhalten  fortlaufende  Nummern  mit  den  Buchstaben ­
  „V“  Vorrat.  Es  werden  stets  zugleich  zwei  Durchschläge  ausgeschrieben, ­
  wovon  das  eine  Exemplar  an  den  Chef  des  Maschinenbaues,
das  andere  in  das  technische  Bureau  für  Maschinenbau  geht.  Der  Chef  des
Maschinenbaues  gibt  die  Order,  eventuell  mit  technischen  Ergänzungen  versehen, ­
  in  das  Lohnbureau,  wo  die  erwähnten  Abzüge  für  die  Meister  und
Bureaus  in  besondere  Bücher  mittels  Schapirograph  hergestellt  werden.
Die  in  Formular  27  unter  1  b  erwähnten  Fragebogen  gehen  von  der
Direktion  aus  und  dienen  zur  Ermittlung  von  Unterlagen,  welche  bei  der
        <pb n="53" />
        42

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  37.  Orig.-Größe  210X140  mm.

Bestellung  zu  berücksichtigen  sind.  Die  auf  dem  Bestellzettel  gegebenen
Direktiven  sind  auf  Grund  dieser  Fragebogen  festgelegt.
Wenn  der  Maschinenbauabteilung  Aufträge  von  anderen  Abteilungen
zugehen,  oder  wenn  der  Maschinenbau  sich  selbst  Aufträge  ausschreibt,
z.  B.  für  Vorrichtungen,  Reparaturen  u.  dgl.,  so  wird  hierzu  das  Formular  28
verwendet.  Derartige  Aufträge  werden  den  Meistern  und  Bureaus  ebenfalls
in  ihre  kleinen  Orderbücher  übertragen.
Für  eine  Reihe  von  immer  wiederkehrenden  Arbeiten,  für  welche  ein
jedesmaliges  Ausschreiben  eines  Bestellzettels  nicht  durchführbar  ist,
insbesondere  auch  für  die  unproduktiven  Arbeiten,  bestehen  laufende
Ordernummern  (Jahresnummern).
Es  handelt  sich  hier  um:
1.  Kleine  Reparaturen  an  Werkzeugmaschinen.
2.  Kleine  Reparaturen  an  Werkzeugen.
3.  Transportarheiten.
4.  Lagerverwaltung  der  im  Maschinenbau  benutzten  Werkzeuge.
5.  Schmieren  und  Reinigen  der  Transmissionen,  Motore  und  Deckenvorgelege. ­

6.  Revisionsarbeiten.
7.  Reinigungsarbeiten.
8.  Bedienung  der  Kräne.
9.  Bedienung  der  Fahrstühle.
10.  Botengänge.
11.  Schriftliche  Arbeiten  im  Bureau.
12.  „  „  in  der  Werkstatt.
13.  Materialbeförderung.
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.  Order  707  V.
Bestellung  an  den  Maschinenbau.

50  Stück  Horizontal-Stoßmaschinen  Nr.  26  A.  Mod.  I.
Ausstattung:  normal.
Liefertermin:  30.  September  1907.  Fabrikations-Nr.:  22201—22250.
Zur  Beachtung.
1.  Die  Maschinen  sind  zu  bauen:  a)  nach  den  zuletzt  benutzten  Konstruktionszeichnungen.
b)  nach  den  im  Fragebogen  vom
stipulierten  Änderungen.
2.  Die  Änderung  der  Zeichnungen  ist  bis  zu  vollenden.
3.  Es  existieren  zu  obigen  Maschinen  Spezialeinrichtungen  im  Werte  von  M.  827.—.
4.  Zwecks  Erzielung  niedriger  Herstellungskosten  mit  Beschaffung  von  weiterelL  Spezialeinrichtungen ­
  im  Werte  von  M.  1200.—  einverstanden.
5.  Im  Lager  sind  Teile  im  Werte  von  M.  42.50  vorhanden.

BERLIN,  den  1  ten  April  1907.

Die  Direktion
        <pb n="54" />
        Die  Auftragerteilung.

43

Uorin.  38.  Rückseite.  Orig.-Größe  200X170  mm.

Reparaturen  an  Maschinen  und  Werkzeugen  dürfen  die  Meister  ohne
besondere  Genehmigung  des  Abteilungschefs  ausführen  lassen,  sofern  dazu
nicht  Materiahen  von  einer  anderen  Werkstatt  oder  einem  Lager  bezogen
werden  müssen.  Anderenfalls  ist  ein  Bestellzettel  (Form.  28)  auszustellen,
der  vom  Abteilungschef  zu  unterschreiben  und  vom  Lohnbureau  mit  einer
besonderen  Bestellnummer  zu  versehen  ist.  Fabrikationsmaterialien
dürfen  also  niemals  auf  die  Jahresnummern  bestellt  werden.
Die  unter  13  erwähnte  Materialbeförderung  bezieht  sich  nicht  auf  den
Transport  von  Material  vom  Lager  zur  Werkstatt,  oder  von  einer  Werkstatt
zur  andern,  sondern  hierunter  ist  die  anordnende  Tätigkeit  derjenigen
Personen  zu  verstehen,  die  dafür  zu  sorgen  haben,  daß  der  Transport  zu
richtiger  Zeit  und  an  den  richtigen  Platz  geschieht.
Für  einige  der  erwähnten  Arbeiten,  für  welche  Jahresnummern  bestehen, ­
  müssen  die  Kosten  auf  die  Unterabteilungen  zerlegt  werden,  weil  für

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.  B  estellz  ettel
an  die  Maschinenbau-Werkstatt

Order  Nr.  126

Bestell-Nr.

Stück

Gegenstand
(Skizzen  umseitig)

Herstellungskosten

be-  ausstellende ­
  |  führende
Abteilung

Material

Härten

Löhne

Unkosten

Summe

727

3518

1

Leitspindeldrehbank  Nr.  3B,

Mod.  II,  Inv.  Nr.  4382

reparieren

5

80

—

70

30

45

30

45

67

40

728

3519

1

Zahnrad  Nr.  11  zur  Horiz.

Stoßm.  26  A  II,

Inv.  Nr.  3094

1

25

—

—

2

—

2

—

5

25

Sa.

7

05

—

70

32

45

32

45

72

65

BERLIN,  den  1.  April  190  7.  Verrechnet  pro  April  1907.
Besteller:  Genehmigt:  Laufende  Nr.  24.
Werkzeugbau.

Form.  38.  Vorderseite.  Orig.-Größe  200  X  170  mm.

Skizzen.

Datum

Menge

Material-Ve  rbraucl
Bezeichnung

Preis

Betrag
JL  |
        <pb n="55" />
        44

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  39.  Orig.-Größe  320X450  mm.

Nr.  1.
Dat.  1./4.  07.  50  Stück  Univ.-Fräsmasch.  Kat.  Nr.  1511.  Ord.-Nr.  2507  V.  Fahr.-Nr.  51200—49.

Benennung  des  Hauptteils:  Ständer.

Besteller. ­


Blatt-Nr.
  der
Zeichnung ­


Teil-Nr.


Stück
pro
Masch.

Benennung  des  Teils

Modellbezeichn,
und  Skizze

Material
Art

Dimensionen

Im  Lager
vorhanden ­

Stück

Bemerkungen

Z  usammenstellungen

u

Gesamtansicht

21

Schnitt  durch  den  Vorschubantrieb ­


st

Gußteile

37115

St

1

1

Ständer

15II
&amp;gt;3  lb

G.  E.

37116

”

o

1

Tür

^  1511
Jl  2b

••  »

37117

”

3

1

Werkzeug  schale

&amp;amp;  ""

„  „

37118

&amp;gt;&amp;gt;

4

1

Schlüsselhalter

Ir  il  V 1

■&amp;gt;  &amp;gt;&amp;gt;

31119

a

6

1

Lagerbock  für  die  Selbstgang ­
  stufenscheib  en

G.  E.

37120

»

T

1

Lagerbock  für  die  Selbstgangstufenscheiben ­


*  ••

37121

8

4

Lagerbüchsen  zum  Lagerbock ­
  Nr.  6

Ph.  Br.

37122

9

1

V  or  schub  stufenscheibe

15  II
8b

G.  E.

Diese  Teile  fallen  bei  Ausstattung  der  Maschinen ­
  mit  Vorschubräderkasten  fort.

37123

10

1

dto.

Bl-„

  „

37124

11

1

dto.

db  VI

”  ”

37125

12

1

dto.

15  II
E=I-  11  b

■■  -&amp;gt;

37126

13

1

Stützmutter

-  •&amp;gt;

37127

14

1

Gewindebüchse  zur  Teleskopspindel ­


0  13  b

Ph.  Br.

37128

öf

16

1

Hohlspindel  zur  Teleskopspindel ­


ff  1511
i  14  h

G.  E.
        <pb n="56" />
        Die  Teilliste.

45

a

b

C

d

e

f

Summa

JL

Operation

Operation

Operation

Operation

Operation

Operation

Dt.|  Name  |  M.

Dt.|  Name  JL

Dt.|  Name  JL

Dt.|  Name  |  JL

Dt.|  Name  |  JL

Dt.  j  Name  |  JL

“1

I

|

—!—

i

i

1

i

|

|

1

i

I

l

i

!

i

I

i

i

-

i

i

1

i

i

Vordere  Seite  hob.

Fläche  für  die

Türfläche  hob.

Äußere  Naben  und

usw.

1*—

Stützmutter  hob.  |  0.40

10.40

Flächen  hob.  11.20

l

1

i

i

i

1

l

I

I

i

—

l

,  1

1

i

I

1

l

~r~i

1

1

1

1

i

Form.  30.  Teilliste  für  die  Meister.  (Rückseite  von  Form.  29.)

Eingang

Ausgang

Form.  31.  Teilliste  für  das  Lager.  (Rückseite  von  Form.  29.)
        <pb n="57" />
        (Vorderseite.)

(Rückseite.)

03

1

2

3

4

5

Groß-Hobelei


Klein-Hobelei


Groß-Fräserei


Klein-Fräserei

Rund-Fräserei


Preis

Preis

Preis

Preis

Preis

Preis

kalkul.  Igezahlt

®*'|kalkul.  gezahlt

St.

kalkul.

gezahlt

St.

kalkul.

gezahlt

St.

kalkul.  {gezahlt

St.

kalkul.

gezahlt

1

1

1

Form.  33.  Einlage  zur  Teilliste

6

7

8

9

Vertikal-Bohrerei

Horizontal-Bohrerei


Groß-Dreherei


Schleiferei

Preis

Preis

Preis

Preis

Preis

Preis

St.

kalkul.

gezahlt

St.

kalkul.

gezahlt

St.

kalkul.  {gezahlt

St.

kalk  ul.  {gezahlt

St.

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

|  |

für  das  Lohnbureau.  (V 2  Blatt.)

10

11

12

13

14

15

Klein-Dreherei

Chucking-Abt.

Räder-Fräserei


Gewinde-Fräserei


Revolver-Dreherei

Montage

Sa.

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

St.

Preis

JL

3,

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.  gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

kalkul.

gezahlt

— r~

■"

Form.  33.  Teilliste  für  das  Lohnbureau.  (Rückseite  von  Form.  29.)

Die  Betriebsbuchführung.
        <pb n="58" />
        Die  Teilliste.

47

gewisse  später  zu  erläuternde  Zwecke  die  Unkosten  jeder  Unterabteilung
festgestellt  werden  müssen.  Die  Jaliresnummern  sind  daher  so  gewählt,  daß
sie  nicht  nur  die  Arbeit,  sondern  auch  die  Unterabteilung  bezeichnen.  Die
in  der  Regel  nach  Meisterschaften  unterschiedenen  Unterabteilungen  sind:
1.  Großhobelei.
2.  Kleinhobelei.
3.  Großfräserei.
4.  Kleinfräserei.
5.  Rundfräserei.
6.  Vertikalbohrerei.
7.  Horizontalbohrerei.
8.  Großdreherei.
9.  Schleiferei.
10.  Kleindreherei.
11.  Chuckingabteilung.
12.  Räderfräserei.
13.  Gewindefräserei.
14.  Revolverdreherei.
15.  Montage.
Zu  erwähnen  ist  noch,  daß  die  kleinen  Orders,  sowohl
schaft,  als  für  die  eigenen  oder  anderen  Abteilungen  nur
derjenigen  Meister  eingetragen  werden,  die  mit  der  Arbeit
Die  Bestellzettel  (Form.  28),  welche  von  anderen  Abteilungen  dem  Maschinenbau ­
  zugingen,  werden  nach  Fertigstellung  des  Auftrages  mit  ausgefüllten
  Selbstkostenbeträgen  der  bestellenden  Abteilung  zurückgegeben
(s.  Kapitel  Selbstkostenberechnung).
Die  Teilliste.
Die  Anfertigung  der  Originalteillisten  (Form.  29)  liegt  dem  technischen ­
  Bureau  des  Maschinenbaues  ob.  Diese  Listen  werden  aus  transparentem ­
  Papier  hergestellt,  damit  man  mit  dem  Lichtpausapparat  weitere
Exemplare  anfertigen  kann.  Nach  Herstellung  der  erforderlichen  Abzüge
werden  die  Originalteillisten  stets  ans  technische  Bureau  zurückgegeben,
so  daß  eine  neue  Liste  erst  dann  wieder  anzufertigen  ist,  wenn  infolge  von
Konstruktionsveränderungen  die  alte  Liste  nicht  mehr  verwendbar  ist.
Die  Abzüge  für  die  Werkstatt,  das  Lohnbureau  und  das  Normalienlager ­
  werden  auf  gewöhnlichem  Papier  hergestellt  mit  verschiedenem
Aufdruck  auf  der  Rückseite,  wie  Formulare  30,  31  und  32  veranschaulichen. ­
  Diese  Rückseite  bildet,  wenn  die  einzelnen  Blätter  für  eine
Maschine  mittels  einer  Drahtheftmaschine  in  ein  Heft  gebunden  werden,
die  gegenüberstehende  rechte  Seite  zu  der  gepausten  linken  Teilliste.  Um
diese  Listen  lichtempfindlich  zu  machen,  werden  dieselben  mit  einer  Lösung ­
  von  Blutlaugensalz  und  blausaurem  Eisenoxydammoniak  bestrichen.
Bevor  jedoch  die  im  technischen  Bureau  fertiggestellten  Teillisten  vervielfältigt ­
  werden,  werden  den  einzelnen  Positionen  im  Lohnbureau  fortfür

  die  Kundin ­
  die  Bücher
zu  tun  haben.
        <pb n="59" />
        48

Die  Betriebsbuchführung.

laufende  Bestellnummern  gegeben.  Diese  Nummern  dürfen  nicht  auf  die
Originalteilliste  geschrieben  werden,  da  bei  dem  nächsten  Gebrauch  andere
Nummern  an  diese  Stelle  treten.  Man  klebt  daher  einen  Streifen  aus
transparentem  Papier  auf  die  Originalliste  und  schreibt  die  Nummern  auf
diesen  Streifen,  welcher  leicht  löslich  ist  und  nach  der  Vervielfältigung
vernichtet  wird.
Man  unterscheidet  bei  einer  Maschinenorder:
1.  die  Vorratsnummer  der  ganzen  Serie;
2.  die  Fabrikationsnummern  jeder  einzelnen  Maschine  dieser  Serie;
3.  die  Bestellnummer  für  die  gleichen  Teile  aller  Maschinen  dieser  Serie.
Für  solche  Arbeiten,  welche  sich  nicht  auf  ein  einzelnes  Teil  berechnen
lassen,  z.  B.  Streichen,  Anreißen,  Schaben,  Montage  u.  dgl.  sind  am  Ende
der  Teilliste  besondere  Nummern  vorgesehen.
Die  Teillisten  enthalten  sämtliche  Teile,  aus  denen  die  Maschine  besteht, ­
  auch  Schrauben,  Splinte,  Stifte  usw.  Bei  jedem  Teil  ist  das  Material
aus  dem  es  zu  fertigen  ist,  angegeben,  und  bei  Stangenmaterial  auch  die
Dimensionen,  in  welchen  das  Material  bestellt  werden  muß,  wobei  die
Zugabe  für  die  Bearbeitung  berücksichtigt  ist.  Bei  solchen  Teilen,  die
vom  Normalienlager  oder  vom  Materialienlager  genommen  werden,  oder
die  auswärts  bestellt  werden,  ist  eine  entsprechende  Notiz  gemacht,  z.  B.
„vom  Vorrat“,  von  „auswärts“  usw.
Auf  der  für  die  Meister  bestimmten  Teilliste  ist  der  Vordruck,  lt.  Formular ­
  30,  derart  gehalten,  daß  für  jedes  Teil  der  Akkordpreis  nach
Operationen  eingesetzt  werden  kann.
Die  für  das  Teillager  bestimmte  Teilliste  ist  mit  dem  in  Formular  31
veranschaulichten  Aufdruck  versehen,  und  dient  dazu,  die  dem  Lager
entnommenen  Teile  zu  notieren,  damit  eine  Kontrolle  darüber  besteht,
daß  nicht  mehr  Teile  entnommen  werden,  als  gebraucht  werden.  Diese
Teile  werden  in  der  Regel  erst  während  der  Montage  entnommen.  In  dem

Bestell-Nurnmer


Order-Nummer


Dat.

Stück

Benennung

Auszuführen ­

durch

Liefertermin ­


Geliefert ­


Abgerech ­
 ­
  im
Monat

Dat.

Gezahlte
Name  1  Op.

Jl

Si

3518

126

1.14.
07

i

Leitspindeldrehbank
Nr.  3  B.  Mod.  II
Inv.-Nr.  4382
reparieren

April
07

8.  j4.
IO.)!.
12-14.
15.  j  4.
15.14.

Philipp
Marx
Maier
Neumann
Vatze

Hob.
Dr.
Fr.
Schlf.
Schl.
JL

1
6
2
19
30

50
50
45
45

3519

126

i

Zahnrad  Nr.  11  zur
Horiz.-Stoßm.
26  A.  II,  I.-Nr.  3094

April
07

15.  /4.
16.  j  4.
16.14.
16.14.

Marx
Maier
Homann
Vatze

Dr.
Fr.
B.
Schl.
Ji

2

70
50
50
30
        <pb n="60" />
        Die  Selbstkostenbücher.

49

Teillager  werden  auch  Maschinenteile,  die  in  den  Werkstätten  bereits
fertig  sind,  in  der  Montage  aber  noch  nicht  gebraucht  werden,  vorläufig
aufbewahrt.  Um  das  Datum  des  Eingangs  solcher  Teile  zu  notieren,  sind
auf  der  Teilliste  Rubriken  vorgesehen.  Bei  späterer  Ausgabe  in  die  Montage ­
  wird  dann  in  gleicher  Weise  wie  bei  den  Normalien  das  Ausgangs  -
datum  in  die  Rubriken  „Ausgang“  geschrieben.
Die  für  das  Lohnbureau  bestimmte  Teilliste  hat  wieder  einen  anderen
Aufdruck,  wie  Formular  32  zeigt,  mit  Rubriken  für  die  erwähnten
15  Unterabteilungen  des  Maschinenbaues,  welche  je  nach  Bedarf  schmaler
oder  breiter  eingerichtet  sind.  Da  die  Breite  der  Teillisten  für  die  15  Unterabteilungen ­
  nicht  ausreicht,  sind  die  Rubriken  der  Abteilungen  Nr.  1—9
auf  eine  Einlage  gebracht.

Die  Selbstkostenlmcher.
Für  kleine  Orders  bestehen  an  Stelle  der  Teillisten  die  Selbstkostenbücher, ­
  Formular  33.  In  diese  Bücher  werden  die  Bestellungen  der
Reihe  nach  eingeschrieben.  Man  läßt  für  jeden  Auftrag  einen  genügenden
Raum  frei,  damit  man  die  aufgewandten  Löhne  und  Materialien  eintragen
kann.  Arbeiten  für  auswärtige  Kundschaft,  eigene  und  fremde  Abteilungen ­
  werden  hierbei  von  vornherein  getrennt  behandelt,  indem  man  für
jede  der  drei  Arten  Bestellungen  ein  besonderes  Buch  verwendet.  Für
Bestellnummern  jeder  Art  dieser  Aufträge  ist  ein  bestimmter  Zahlenkreis
vorgesehen,  so  daß  man  schon  an  der  Nummer  ersehen  kann,  um  welche
Art  Auftrag  es  sich  handelt.  Sind  auf  einem  Bestellzettel  mehrere  Gegenstände ­
  aufgeführt,  wofür  man  die  Selbstkosten  getrennt  erfahren  will,  so
werden  mehrere  Bestellnummern  verwendet  (s.  Beispiel).  Bei  Eintragung
solcher  Orders  in  die  Orderbücher  müssen  natürlich  diese  Bestellnummern
zugeschrieben  werden.

me  |  Op.

Löhne

Dat.

Name  j  Op.  I  .ft

Dat.

8.14.
14.14.
15.14.

Abteilung
u.  geleistete
Arbeit

Materialien  und  Arbeiten  fremder  Werkstätten
Härten  |  Löhne
.ft  |^i

Schmiede
(Stabil.)
Härterei
Normaliem

Material!
.ft  IA

5 ! 5Ö

2  34\

70\

ft  iA

Unkost,
ft  IA

Summa
ft  !  A

8.14.

|.Schmiede
(Stabil.)

25

Form.  33.  Orig.-Größe  520X400  mm
4

Lilienthal,  Fabrikorganisation.
        <pb n="61" />
        50

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Arbeitsbegleitkarte.
Die  in  Formular  34  abgebildete  Arbeitsbegleitkarte  dient,  wie  der
Name  sagt,  dazu,  das  Arbeitsstück  durch  die  Werkstätten  zu  begleiten.
Wie  notwendig  diese  Karte  ist,  geht  aus  folgenden  Gründen  hervor:
1.  bei  der  großen  Menge  von  einzelnen  Arbeitsstücken,  von  denen  sehr
viele  sich  täuschend  ähnlich  sind,  muß  es  selbst  dem  erfahrensten
Meister  oft  schwer  fallen  zu  erkennen,  zu  welcher  Order  oder
Maschine  ein  Teil  gehört;  die  Karte  jedoch  gibt  sofort  Aufschluß
hierüber;
2.  die  Karte  verhütet,  daß  die  Arbeiter  bei  Eintragung  der  auf  eine
Arbeit  verwendeten  Zeit  in  die  Akkord-  und  Zeitscheine  Arbeitsstück
und  Bestellnummern  verwechseln;
3.  die  Karte  trägt  die  Nummer  der  Zeichnung,  nach  welcher  zu  arbeiten
ist,  und  erleichtert  somit  das  Auffinden  der  Zeichnung;
4.  da  die  Arbeiter,  welche  an  den  Arbeitsstücken  arbeiten,  ihren  Namen
in  die  Karte  einzutragen  haben,  so  kann  sich  der  Revisor  bei  etwaiger
Beanstandung  der  Arbeit  sofort  an  den  richtigen  Mann  wenden;
5.  die  Karte  bietet  den  Revisoren  Raum,  den  Befund  der  Arbeit  zu
bescheinigen;
6.  durch  die  Karte  wird  vermieden,  daß  die  Arbeitsstücke  verschiedene
Benennungen  erhalten;
7.  durch  die  Karte  kann  man  eilige  Orders  und  solche,  die  mit  garantierter ­
  Lieferfrist  angenommen  sind,  kennzeichnen,  indem  man  für
solche  Arbeitsstücke  Begleitkarten  in  besonderen  Farben  verwendet;
8.  bei  der  Inventuraufnahme  kann  auch  ein  nicht  technisch  vorgebildeter ­
  Angestellter  oder  Arbeiter  die  Aufnahme  vornehmen,  da  die
Karte  alle  Daten,  die  zu  notieren  nötig  sind,  nachweist.
Die  Begleitkarten  sind  zusammenlegbar,  damit  die  mit  Bleistift  gemachten ­
  Notizen  durch  das  öftere  Anfassen  nicht  verwischt  werden.  Die
Aufschrift  auf  der  Vorderseite,  welche  im  Lohnbureau  gemacht  wird,  ist
dagegen  mit  Tinte  geschrieben.
Zu  einer  Maschine  resp.  zu  einer  Serie  von  Maschinen,  die  auf  eine
Vorratsorder  angefertigt  werden,  sind  so  viel  Begleitkarten  nötig,  als  eine
Maschine  verschiedene  in  den  Werkstätten  herzustellende  Teile  hat.  Für
Normalien  z.  B.,  die  vom  Vorrat  genommen  werden,  sind  natürlich  Begleitkarten
  nicht  erforderlich.
Die  Begleitkarten  werden  vom  Lohnbureau  des  Maschinenbaues  ausgestellt ­
  und  in  das  Materialsammellager  des  Maschinenbaues  weitergegeben,
wohin  sämtliches  Material  zu  liefern  ist,  bevor  es  im  Maschinenbau  verarbeitet ­
  wird.  Hier  bleiben  die  Karten  liegen,  bis  die  Werkstätten  das
Material  zugeschickt  bekommen,  um  dann  das  Material  auf  seinem  Weg
durch  die  Werkstätten  zu  begleiten.  Zu  den  kleinen  Aufträgen  werden
ebenfalls  Begleitkarten  ausgestellt,  und  zwar  entsprechend  dem  Text  der
kleinen  Orderbücher.
        <pb n="62" />
        Die  Materialbestellung.

51

Die  Begleitkarten  laufen  schließlich  in  der  Montage  zusammen  und
werden  von  den  Montagemeistern  nach  Fertigstellung  der  Maschine  dem
Lohnbureau  zurückgegeben.  Da  die  Karten  für  weitere  Zwecke  nicht  zu
brauchen  sind,  werden  sie  vernichtet.

Bestell-Nr.  37115.  Masc
Order-Nr.  2507  V
Fabrikations-Nr.  51200  —  49

line  Nr.  26  A  I
Blatt  Nr.  3  f
Teil  Nr.  1

50  Stück
•g  Maschinen
(Unbedruckte  Rückseite.)  3

50  Stück  Ständer

Ausführende
Abteilungen
M.  B.

cq
Bemerkungen.

Datum
1.14.  07

Jeder  Arbeiter  hat  auf  der  Innenseite
das  Datum  des  Anfangs  und  der  Fertigstellung ­
  obiger  Arbeit  anzugeben.
Diese  Karte
geht  mit  der  Arbeit  weiter.

Form.  34.  Vorderseite  und  Rückseite.  Orig.-Größe  einer  Seite  140X75  mm.

Re  visions  vermerke.

Name

Art  der  Arbeit

angefangen
am

fertiggestellt ­
  am

Ausschuß

Datum

Bemerkungen

Revidiert
von

Form.  34.  Innenseiten.

Die  Materialbestellung.
Nach  Fertigstellung  der  Teillisten  werden  im  technischen  Bureau  die
Materialien  zu  den  betreffenden  Maschinen  bestellt.  Hierfür  sind  folgende
Bestellzettel  im  Gebrauch:
1.  Für  Eisen-  und  Metallgießerei  das  Formular  35.  Diese  Bestellungen ­
  werden  mittels  des  Durchschreibeverfahrens  in  dreifacher  Ausfertigung ­
  hergestellt.  Ein  Exemplar  geht  in  das  Gießereibureau,  das  zweite
in  das  Modell-Lager,  damit  die  Modelle  herausgegeben  werden,  und  das
dritte  erhält  der  Verwalter  des  Materialsammellagers.  Dies  letztere  Formu-4*
        <pb n="63" />
        52

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  35.  Orig.-Größe  200X300  mm.

lar  ist  jedoch  abweichend  von  den  beiden  ersten  eingerichtet  (s.  Form.  36)
und  zwar  so,  daß  der  Lagerverwalter  Datum  und  Stück  der  Einzellieferungen ­
  notieren  kann.  —  Sämtlichen  Lieferungen  der  Gießerei  werden ­
  Lieferzettel  mitgegeben,  welche  bei  Eintragung  in  die  Expeditionsbücher ­
  gleichzeitig  angefertigt  werden.
2.  Für  Bestellungen  an  die  Schmiede  und  an  das  Stahllager  wird
Formular  37  verwendet.  Diese  Bestellungen  erfolgen  in  zweifacher  Ausfertigung, ­
  von  denen  eine  bei  der  in  einer  Post  erfolgenden  Ablieferung
des  Materials  an  das  vorhin  erwähnte  Sammellager  des  Maschinenbaues
als  Begleitschein  dient;  die  andere  Ausfertigung  bleibt  zwecks  Berechnung
des  Materials  im  Lohnbureau  der  Schmiede.  Die  erste  Ausfertigung,
welche  als  Begleitschein  benutzt  wird,  ist  in  Formular  38  abgedruckt.
Sie  ist  kleiner  als  die  zweite,  da  die  rechte,  zur  Berechnung  des  Materials
bestimmte  Hälfte  fehlt.

Nr.  1
Order-Nr.  707  V  BERLIN,  den  15.  April  190  7
Bestell-Nr.  741  (Gnßb.-Nr.)
Bestellzettel  für  die  Gießerei.

Zu  liefern  an  Maschinenbau  bis  spätestens  1.  Juli  190  7
für  50  Horiz.-Stoßmaschinen  26  A  I.

03
O
Pd

Modellbezeich ­
 ­


Blatt-Nr.


Teil-Nr.


Stück

Benennung

Datum

Stück

Gewicht
kg

%
M,

kg
*

Sa
JC

4

1

26  AI

3f

i

50

Ständer

28./6.

50

14980

2

ff

2

50

Türen

ff

50

1315

3

,,

ff

3

50

vert.  Schlitten

26.16.

50

5612

—

4

ff

*f

4

50

Spannstücke

„

50

172

5

,,

ff

5

50

Tische

30.16.

50

6295

—

6

ff

,,

6

50

Stoßschlitten

ff

50

1894

—

7

ff

ff

7

100

Zahnstangen

ff

100

673

8

ff

„

8

50

Frikt.-Scheiben

15.16.

50

88

—

9

„

,,

9

50

Zahnräder

ff

50

306

—

10

ff

ff

10

50

ff

ff

50

271

—

—

—

—

—

—

—

J  1

L

II  '

Sa.

31606

Verrechnet  unter  Nr.  792  pro  Juni  07
Preis  pro  °/ 0  kg  20  JL  =  JL  6321,20
        <pb n="64" />
        Die  Materialbestellung.

53

Form.  36.  Orig.-Größe  220X300  mm.

3.  Teile,  welche  von  auswärts  zu  beziehen  sind,  werden  dem  Materialienlagerverwalter ­
  mittels  Formular  39  aufgegeben.  Diese  Teile
unterscheiden  sich  wieder  in  solche,  die  regelmäßig  auf  dem  Lager  vorrätig ­
  sind  und  solche,  die  für  die  Order  speziell  gekauft  werden.  Letztere
hat  der  Lagerverwalter  zu  bestellen,  während  er  bei  den  ersteren  vorläufig
weiter  nichts  zu  veranlassen  hat.  Treffen  die  auswärts  bestellten  Teile  ein,
so  werden  sie  an  das  Sammellager  des  Maschinenbaues  abgeliefert,  also  nicht
als  Bestand  des  Materialienlagers  gebucht.  Die  Kontierung  im  Wareneingangsbuch ­
  lautet  für  solche  Materialien  also  II.  A.  und  nicht  B.  K.  1
(Bestände-Konto  1  s.  S.  20).  Die  im  Materialienlager  vorrätigen  Artikel,
wie  Hähne,  Verschraubungen,  Gelenkketten  usw.  werden  erst  bei  Montage
der  Maschinen  von  den  Monteuren  gegen  „Entnahmescheine“  entnommen
und  dem  Maschinenbau  allmonatlich  durch  förmliche  Rechnung  des
Materialienlagers  belastet  (s.  Kapitel  Lagerverwaltung).
Nr.  1
Order-Nr.  707  V  BEBLIN,  den  15.  April  190  7
Bestell-Nr.  741

Bestellzettel  für  die  Gießerei.
Zu  liefern  an  Maschinenbau  bis  spätestens  1.  Jnli  190  7
für  50  Horiz.-Stoßmaschinen  26  A  I.

8
Ph

Modellbezeich ­
 ­


w

isg

Stück

Benennung

Geliefert

1
2

26  AI
99

3f

1

50

Ständer

Dat.
Stück

IV

22

25\28

V

1
3

8
4

USW.

2

4

3

...

99

2

50

Türen

Dat.

Stück

3

„

99

3

50

vert.  Schlitten

Dat.

Stück

4

99

*t

*

50

Spannstücke

Dat.

Stück

5

99

„

5

50

Tische

Dat.

Stück

6

99

99

«

50

Stoßschlitten

Dat.

Stück

7

99

99

7

100

Zahnstangen

Dat.

Stück

8

99

99

8

50

Frikt.  Scheiben

Dat.

Stück

9

99

,,

9

50

Zahnräder

Dat.

Stück

10

99

99

10

50

99

Dat.

Stück

....

Dat.

Stück

Dat.

Stück

...

Dat.

Stück

1
        <pb n="65" />
        LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co
Actiengesellschaft.

BERLIN,  den  15.  April  190  7

w

Order-Nr.  707  V
Bestell-Nr.  2608

Bestellzettel  an

die  Schmiede
(das  Stahllager)

1  1

—

—

—

Art  des
Stahles

Dimens.

Lohn

Material

Freis

Nr.

Stück

Benennung  mit  event.  Skizze

Durchmesser ­


Länge

des
Arbeiters

ä  Stück

zusammen

Fertiges
Stück

Unbrauchbarer ­
  Abfall

Summa

ä  kg

zusammen

JL

A

JL

A

kg

kg

kg

JL

A

211

50

Umsteuergabeln

M.  St.

Raabe

—

80

40

—

138

5

36

3

174

8

0,20

34

96

213

100

Anschläge

tf

—

10

10

—

35

3

4

9

40

2

0,50

20

10

215

50

Arretierungsfedern

F.  St.

Groß

30

15

—

7

6

3

2

10

8

1-10



80

216

50

Ringe

M.  St.

Haase

45

22

50

12

7

1

—

13

7

0,20

2

74

217

50

Federn

F.  St.

Groß

—

02

1

—

4

7

—

—

4

7

1,20

5

64

219

50

Druckleisten

M.  St.

Raabe

—

01

—

50

68

5

—

—

68

5

0,43

29

45

220

50

&amp;gt;&amp;gt;

—

01

—

50

82

5

—

—

82

5

0,22

18

15

221

50

&amp;gt;&amp;gt;

„

01

—

50

37

—

—

—

37

—

0,43

15

91

222

50

JJ

,,

—

01

—

50

50

—

—

—

50

—

0,22

11

—

223

50

~

01

—

50

17

5

—

—

17

5

0,43

7

52

224a

50

Klemmstücke

J5

Haase

—

02

1

~

9

5

—

—

9

5

0,52

4

94

Für  50  Horiz.  Stoßm.

Nr.  26  A  Mod.  I

Summa

92

—

161

21

Zi

lieferr

an:  Maschinenbau.

Unterschrift:

Lieferangstermin:  10.  Mai  07.
Fertig:  30.  April  07.
Empfangen:

Verrechnet  unter  Nr.  22  pro  April  1907.
Materialwert  JÜ  161,21
Lohnwert  „  92,00
Unkosten  „  184,00
Zusammen  Ji  437,21

Foi‘m.  .‘57.  Orig.-Größe  320X240  mm.

Die  Betriebsbuchführang.
        <pb n="66" />
        Die  Materialbestellung.

55

Form.  39.  Orig.-Größe  220X  180  mm.

L.  L.  &amp;amp;  Co.
A.-G.

Order-Nr.
Bestell-Nr.

Bestellzettel

die  Schmiede
das  Stahllager

Nr.

Stück

Benennung  mit  event.  Skizze

Art  des
Stahles

Dimens.

Durchmesser ­


Länge

Zu  liefern  an:  ...
Lieferungstermin:
Fertig
Empfangen

Unterschrift:

Form.  38.  Orig.-Größe  160  X  240  mm.

LIJDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  Bedarfs-Anmeldung
Actiengesellschaft.  r ..  .  ,
iur  eigenen  Betrieb.

Anmerkung:  Nur  gleichartige  Waren,  welche  von  einem  Lieferanten  bezogen  werden  sollen,
sind  auf  dieser  Bedarfs-Anmeldung  zu  notieren.

Menge

Einheit

Gegenstand

Bestimmung

Letzter  Preis

Ji

4

50

Stück

Buchsen  Nr.  19

Order  707  V

50

„  Nr.  19a

für  50  Stück
Horiz.-Stoßm.
Nr.  26  A  Mod.  1

255

Letzter  Lieferant:  Tegeler  Metallgießerei  in  Tegel

Zunächst  Offerte  einzuholen  bei

Hat  offeriert
zum  Preise

Zu  bestellen  bei  derselben
Liefertermin  1.  Mai  07
Zu  liefern  an  Maschinenbau

Firma

Ort

Mo.

4

Berlin,  den  15.  April  190  7

Genehmigt  Die  Direktion
Berlin,  den  l.fi.  190  7
        <pb n="67" />
        56

Die  Betriebsbuchführung.

4.  Die  Normalien  werden  nicht  mit  besonderem  Formular  bestellt,
sondern  der  Verwalter  dieses  Lagers  erhält  die  Teilliste  (Form.  31),
auf  welcher  die  vom  Lager  zu  entnehmenden  Normalien  angemerkt  sind.
Diese  Teile  werden  ebenfalls  erst  bei  Montage  von  den  Monteuren  entnommen ­
  (s.  Kapitel  Normalienlager).
5.  Solche  Arbeiten,  welche  der  Maschinenbau  nicht  in  eigener  Werkstatt ­
  ausführt,  wie  die  Anfertigung  von  Holzeinlagen,  Schutzblechen  usw.,
werden  den  ausführenden  Werkstätten  mit  Formular  28  in  Auftrag  gegeben.
Wie  die  unter  1—5  erwähnten  Materialien,  Teile  und  Arbeiten  dem
Maschinenbau  berechnet  werden,  geht  aus  den  betreffenden  späteren  Abhandlungen ­
  über  Selbstkostenberechnungen  der  einzelnen  Abteilungen
hervor;  hier  sei  nur  erwähnt,  daß  sämtliche  Bestell-  und  Entnahmescheine,
mit  Selbstkostenpreisen  ausgefüllt,  in  das  Lohnbureau  des  Maschinenbaues
zurückkehren.

Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne.
Die  Akkordlöhne  werden  im  Kalkulationsbureau  von  besonderen
Kalkulatoren,  welche  in  der  Praxis  erfahren  und  mit  modernen  Arbeitsmethoden ­
  gut  vertraut  sind,  festgestellt.  Die  diesen  Feststellungen  entsprechenden ­
  Akkordlöhne  werden  in  die  Teillisten  der  Meister  (Form.  30)
neben  dem  Text  für  jede  einzelne  Operation  eingetragen  und  sind  von  dem
Meister  innezuhalten.  Abweichungen  sind  nur  mit  Genehmigung  des
Abteilungschefs  gestattet.  Den  Arbeitern  ist  zugesagt,  daß  die  Akkorde
nicht  geändert  werden,  solange  nicht  die  Arbeitsstücke  oder  die  Arbeitsmethoden ­
  geändert  werden.
Damit  im  Lohnbureau  die  Innehaltung  der  Löhne  kontrolliert  werden
kann,  werden  die  kalkulierten  Löhne  aus  Formular  30  in  die  für  das
Bureau  bestimmte  Teilliste  (Form.  32)  übertragen.  Bei  Verbuchung  der
Akkordscheine  muß  sich  also  der  Betrag  des  Akkordscheines  mit  dem  in
der  Teilliste  eingetragenen  Betrag  decken.  Auf  Grund  der  Meisterteillisten
werden  im  Bureau  die  Akkordscheine  ausgeschrieben  und  dem  Meister  mit
der  Liste  übergeben,  so  daß  bei  Vergebung  der  Arbeit  der  Meister  nur  den
Namen  des  betreffenden  Arbeiters  und  das  Datum  der  Ausgabe  zu  notieren
hat,  und  zwar  in  seiner  Teilliste  und  auf  dem  Akkördschein.  Akkordscheine ­
  über  „kleine  Orders“  stellt  der  Meister  aus.

Die  Lohnverrechnung.
Die  Akkordscheine,  Formular  40,  werden  in  zwei  Exemplaren
ausgeschrieben,  wovon  das  eine  der  Arbeiter,  das  andere  das  Lohnbureau
erhält.  Etwaige  Fälschungen  im  Text  oder  in  der  Lohnziffer  müssen  also
im  Lohnbureau  entdeckt  werden,  sobald  der  Akkordschein  des  Arbeiters
zur  Verrechnung  ins  Bureau  kommt.  Die  Duplikatscheine  werden  im
Lohnbureau  sofort  gebucht,  d.  h.  in  die  Teillisten  an  entsprechender  Stelle
in  Rubrik  „gezahlt“  übertragen.  Bei  „kleinen  Orders“  geschieht  diese
        <pb n="68" />
        Die  Lohnverrechnung.

57

Form.  40.  Rückseite.

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Akkordschein  für  Krause

Order-Nr.  507  V
Katalog-Nr.  26  A  I

Bestell-Nr.


Teil-Nr.


Stück

Benennung  und  Operation

Fabrikat.-Nr.


Preis

Vorschuß

Einzel*
JL  |  ^

Gesai
JL

nt-Dat.



JL

A

40140

i

50

Ständer

18./5.

20

26./Ö.

24

-

vordere  Seite  hobeln

51200/49

4  -

200

i./ß.

24

8./6‘.

20

—

usio.

—

—

—

—

Ausgeführt  in  Abteilung  Nr.  1
auf  Maschine  Nr.  4377  in  418  Stunden.  Ausgegeben  den  10.15.  07.
Tägliche  Stundenangabe  umseitig.  Fertiggestellt  den  22/7.  07.

Unterschrift
des  Meisters:
Lampe

Form.  40.  Vorderseite.  Orig.-Größe  200  X  120  mm.

5  ‘'i

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07
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Datum

Tägliche  Stundenangabe

Handarbeit ­

Stunden

Maschiö


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fl  P
CO

Datum

Handarbeit ­

Stunden

Maschi-Datum
  nen
Stunden

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17./5.

Oo

§
        <pb n="69" />
        58

Die  Betriebsbuchführung.

Monat  April  190  7  Stunden-Bestell-Nr.



Fabrik-Nr.

Stück

Nr.  und  Mod.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

26404

25190199

10

Rundfräsmaschinen

19  AI  t

9

9

9

5

i

4

20175

2012  lj  30

10

Fräsmaschinen

13  All  |

4

s

3

5

719

—

—

Reparatur  einer  Leit-6



spindeldrehbanlc

Einlage  01»  Blatt)  Vorderseite.

Verbuchung  in  die  dafür  bestehenden  Selbstkostenbücher.  Dann  werden
die  Duplikatscheine  in  kleinen  Mappen,  welche  die  Größe  der  Scheine
haben,  meisterweise  und  alphabetisch  geordnet,  aufbewahrt.
Nach  Fertigstellung  der  Arbeit  hat  jeder  Arbeiter  seinen  Akkordschein ­
  an  den  Meister  zurückzugeben.  Der  Meister  bescheinigt  die  Fertigstellung ­
  der  Arbeit  und  gibt  den  Akkordschein  in  das  Lohnbureau.  Hier
wird  er  (nach  Vergleichung)  dem  Duplikatschein  beigefügt.
Auf  dem  Akkordschein  soll  der  Arbeiter  täglich  die  aufgewendete
Zeit  (getrennt  nach  Maschinen-  und  Handarbeitstunden)  aufschreiben,
außerdem  nach  Fertigstellung  der  Arbeit  die  Inventarnummer  der  benutzten ­
  Werkzeugmaschine.  Bei  gleichzeitiger  Benutzung  mehrerer
Maschinen  durch  einen  Arbeiter  sind  die  Stunden  zu  notieren,  während
welcher  jede  Maschine  gearbeitet  hat.  Wenn  mehrere  Arbeiter  einen
Akkord  gemeinschaftlich  ausführen,  wie  dies  z.  B.  in  der  Montage,  Fräserei
und  Hobelei  vorkommt,  so  wird  die  Zeit  in  ein  Buch  (Form.  41)  notiert.
Die  in  Stundenlohn  beschäftigten  —  produktiven  und  unproduktiven ­
  —  Arbeiter  benutzen  zur  Angabe  der  für  jede  Arbeit  aufgewendeten
Zeit  das  Formular  42.
L.  L.  &amp;amp;  Co.
Die  Eintragung  der  Stunden  hat  täglich  in  Übereinstimmung  mit  der  Uhrkarte  zu  erfolgen.

Name  Kademann  Woche  vom  1./4.  bis  6.f4.  190  7

Order-Nr.

Bestell-Nr.

Stück

Benennung

Stunden-Angabe

Sa.
Stunden

ä  60

M.

D.

M.

D.

F.

s.

Mo.

s,

265  V

19183

25

Hebel  bohren

2

2

i

20

19187

50

Ringe  „

4

5

9

5

40

275

31914

1

Bock  „

i

i

0

30

2613

4100

2

V  erbindungsstücke

H

1

50

2713  V

18119

50

Leisten  bohren

4

4

2

40

usw.

Transport

Form.  42.  Orig.-Größe  200  X  160  mm.
        <pb n="70" />
        Die  Lohnverrechnung.

59

Form.  43.  Orig.-Größe  68  X  78  mm.

Rückseite  der  Einlage.  Form.  41.  Orig.-Größe  der  Buchseite  160  X  200  mm.

Zur  Kontrolle  ob  und  wie  lange  jeder  Arbeiter  sich  in  der  Werkstatt
aufhält,  sind  am  Eingang  jeder  Werkstatt  Uhren  aufgestellt,  an  welchen
der  Arbeiter  seine  Uhrkarte  bei  Eintritt  in  die  Werkstatt  und  bei  Austritt
aus  derselben  zu  stempeln  hat  (Form.  43).  Die  sich  aus  der  Uhrkarte
ergebenden  Arbeitsstunden  sind  bei  Lohnarbeitern  maßgebend  für  deren
Verdienstberechnung,  bei  Akkordarbeitern  dienen  sie  —  abgesehen  von
der  Kontrolle  der  Pünktlichkeit  —  nur  zu  statistischen  u.  dgl.  Zwecken.
Die  Stundenzahl  der  Uhrkarten  muß  sich  bei  Lohnarbeitern  mit  der  auf
Formular  42  notierten  Stundenzahl  decken.  Bei  Akkordarbeitern  deckt
sich  die  Gesamtstundenzahl  der  einzelnen  Akkordscheine  mit  der  der  Uhrkarte ­
  nur  bei  den  Handarbeitern  und  bei  solchen  Maschinenarbeitern,
die  nur  eine  Maschine  bedienen.
Die  Lohnzahlung  findet  wöchentlich,  und  zwar  jeden  Freitag  nachmittags ­
  von  4  Uhr  ab  statt.  Die  Lohnperiode  beginnt  am  Montag  früh
und  endet  Sonnabend  mit  Schluß  der  Arbeitszeit  resp.  bei  solchen  Arbeitern, ­
  die  auch  am  Sonntag  beschäftigt  werden,  am  Sonntag  abend.
Am  Montag  beginnt  das  Lohnbureau  mit  der  Aufstellung  der  Lohnlisten;
diese  umfassen  je  eine  Meisterschaft.  Die  Verdienste  der  Arbeiter  ergeben
sich  bei  Akkordarbeitern  durch  Addition  der  Beträge  der  Akkordscheine,
die  während  der  Woche  für  beendete  Arbeiten  durch  die  Meister  ins  Bureau

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Stunden ­


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Woche
von  bis  Sa.

Abwesend

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        <pb n="71" />
        60

Die  Betriebsbuchführung.

zurückgegeben  sind.  Akkordscheine  über  nicht  beendete  Arbeiten  sind  am
Sonnabend  dem  Meister  und  von  diesem  dem  Lohnbureau  zu  übergeben,
damit  Abschlagszahlungen  berechnet  werden  können,  welche  zu  den
anderen  Beträgen  zugerechnet  werden.  Diese  Abschlagszahlungen  werden
nach  der  bereits  auf  gewendeten  Zeit  berechnet,  jedoch  haben  die  Meister
das  Recht,  dieselben  nach  dem  Stand  der  Arbeit  zu  erhöhen  oder  zu  erniedrigen. ­
  —  Die  Vorschüsse  werden  auf  dem  Akkordschein  notiert,  und
zwar  auf  beiden  Exemplaren,  worauf  der  Schein  des  Arbeiters  diesem  zurückgegeben ­
  wird.  Bei  Akkorden,  welche  nur  einige  Wochen  dauern,  wird  für
die  Vorschußnotierung  der  dafür  vorgesehene  Raum  auf  der  Vorderseite,  bei
solchen  Akkorden,  die  längere  Zeit  dauern,  der  Raum  auf  der  Rückseite
des  Akkordscheines  benutzt.  Zur  Bemessung  der  Abschlagszahlungen  ist  für
jeden  Akkordarbeit  er  ein  Stundenlohnsatz  festgesetzt;  bei  Gruppenarbeitern
ist  dieser  Satz  auch  für  die  Verteilung  der  Akkordüberschüsse  maßgebend.
Bei  Lohnarbeitern  ergibt  sich  der  Verdienst  durch  Multiplikation  der
lt.  Uhrkarte  ermittelten  Stundenzahl  mit  dem  Stundenlohnsatz.

Gruppenakkorde.
Bei  Gruppen-  oder  Kolonnenarbeitern  wird  der  Gesamtakkordverdienst
  der  Gruppe  festgestellt.  Ergibt  sich  ein  Überschuß,  d.  h.  ist  der
Gesamtakkordverdienst  größer,  wie  der  Betrag,  welcher  sich  ergibt,  wenn
man  den  für  jeden  Arbeiter  festgelegten  Stundenlohn  mit  der  Stundenzahl
multipliziert,  so  wird  dieser  Überschuß  verteilt,  und  zwar  nach  dem  in
nachstehendem  Beispiel  zu  ersehenden  Grundsatz.
Eine  Schlosserkolonne,  die  aus  8  Mann  zusammengesetzt  ist,  hat
folgenden  Verdienst:
Stunden  Stundenlohn  Betrag  bei  Stundenlohn

Thiele  54  80  43,20
Philipp  ....  49  65  31,85
Groß  54  65  35,10
Heinrich  ...  52  60  31,20
Franzen  ....  50  50  25,—
Pirke  48  50  24,—
Neumann  ...  30  50  15,—
Walther  ....  15  45  6,75
Summa  Zeitlohn  ~M.  212,10

Dagegen  sind  lt.  Akkordzusammenstellung  zu  zahlen  JÜ.  477,50
Akkordüberschuß  M.  265,40

Der  Akkordbetrag  setzt  sich  aus  folgenden  Beträgen  zusammen:
Nr.  20192.  Montage  von  25  Maschinen  N.  N.,  Restbetrag  JÜ.  331,40
,,  31915.  1  Vorrichtung  usw.  (Lohn)  ,,  34,90
„  40180.  Reparatur  der  Fräsmaschine  Nr.  4012  im
Werkzeugbau  (in  Lohn)  „  33,80
„  20242.  Montage  von  30  Maschinen  N.  N.,  Vorschuß  ,,  77,40

Jli.  477,50
        <pb n="72" />
        Gruppenakkorde.

61

Der  Überschuß  von  JL  265,40  resultiert  also  aus  dem  Akkord  Nr.  20192.
Dieser  Akkord  beträgt  M.  2000,—  und  hat  vom  14.  Januar  bis  28.  März,
also  63  Tage  gedauert.  Während  dieser  Zeit  sind  natürlich  noch  andere
Arbeiten  in  der  Kolonne  zur  Ausführung  gelangt.
Zur  Verteilung  des  Überschusses  ist  es  nötig  zu  wissen,  ob  alle  Arbeiter
während  dieser  63  Tage  in  der  Kolonne  waren.  Trifft  dies  nicht  zu,  sondern
ist  jemand  erst  später  eingetreten,  so  partizipiert  er  natürlich  im  Verhältnis ­
  der  Zeit  am  Akkordüberschuß.  Hierbei  ist  zu  bemerken,  daß,  wenn
ein  Arbeiter  in  der  Woche  eintritt,  in  welcher  der  Akkord  zur  Vollendung
gelangt,  er  einen  Überschuß  noch  nicht  bekommt.  Ferner  ist  durch  die
Arbeitsordnung  vereinbart,  daß  Arbeiter,  die  während  des  Akkordes  freiwillig ­
  aufhören,  oder  die  wegen  eines  gesetzlichen  Grundes  entlassen
werden  müssen,  einen  später  sich  ergebenden  Überschuß  nicht  zu  beanspruchen ­
  haben.
Unter  Berücksichtigung  solcher  Fälle  ist  für  die  Verteilung  der
JL  265,40  folgende  Aufstellung  gemacht:
Verteilung  des  Überschusses  von  JL  265,40  auf  Akkord  Nr.  20192.
Dauer  des  Akkordes  63  Tage.

Name

Tage

Lohnsatz

Einheiten

Überschuß-  „  .
Anteil  Bemerkung

Thiele  .  .

.  63

80

5040

54,29

Philipp  .  .

.  35

65

2275

24,50  eingetr.  am  16./2.  er.

Groß  .  .  .

.  63

65

4095

44,10

Heinrich  .

.  63

60

3780

40,72

Franzen

.  63

50

3150

33,93

Pirke  .  .

.  63

50

3150

33,93

Neumann  .

.  63

50

3150

33,93

Walther

.  0  *

45

—

-—  eingetr.  am  25./3.  07

24640  265,40
Der  Überschuß  entfällt  also  auf  24  640  Einheiten,  die  man  durch
Multiplikation  der  Tage  mit  dem  Stundenlohnsatz  erhält.  Auf  eine  Einheit
entfallen  1,077  Pfennig.  Es  wird  nicht  berücksichtigt,  ob  jeder  Arbeiter
in  der  Kolonne  überhaupt  am  Akkord  mitgearbeitet  hat,  und  dies  braucht
auch  nicht  berücksichtigt  zu  werden,  denn  der  Überschuß  kommt  der
Kolonne  zu  und  nicht  nur  denjenigen,  die  daran  arbeiteten.  Wollte  man
nur  den  Arbeitern,  die  am  Akkord  arbeiteten,  Überschuß  geben,  so  würde
ein  Schlosser,  der  zufällig  während  der  Dauer  des  Akkordes  unangenehme,
schwerere  Reparaturen  u.  dgl.  ausführte,  gar  keinen  Überschuß  erhalten,
trotzdem  er  einer  der  tüchtigsten  und  erfahrensten  Leute  ist  und  gerade
wegen  dieser  Eigenschaft  mit  erwähnten  Arbeiten  betraut  wurde.
Obwohl  die  wöchentlichen  Vorschüsse  auf  dem  Akkordschein  notiert
werden,  ist  es  doch  nötig,  die  auf  jeden  Akkord  wöchentlich  gezahlten
Vorschüsse  auf  besonderen  Blättern,  die  nach  den  Akkordnummern  aufbewahrt ­
  werden,  in  folgender  Weise  zusammenzustellen,  damit  man
jederzeit  in  der  Lage  ist,  nachzuweisen,  wie  der  Akkordbetrag  zur  Auszahlung ­
  gelangte.
        <pb n="73" />
        Akkord  Nr.  20192.

JL  2000.—

Lohnsatz

80

65

65

60

50

50

50

50

45

Sa.

Zusammen

Stunden ­


JL

3,

Stunden ­


3,

Stunden ­


JL

3i

Stunden ­


JL

3\

Stunden ­


,

3&amp;gt;

Stunden ­


JL

3t

Stunden ­


,

3t

Stunden ­


JL

3t

Stunden ­


JL

3,

von

bis

Thiele

Philipp

Groß

Heinrich

Franzen

Homann

Pirke

Neumann

Walther

JL

JL

3t

1907.

1907.

14.11.

19.  1.

—

—

—

20

13

—

22

13  20

28

14

—

10

5

—

__

—

—

—

—

45120

20.11.

26.11.

45

36

—

54

35-10

50

30

—

41

20\50

48

24

—

45

22

50

45

22

50

190  60

23580

27.11.

2.12.

48

38

40

54

35\10

54

32,40

54

27

—

54

27

—

54

27

—

54

27

—

213.90

449V70

3.12.

9.12.

5

4

eingetre  ten

54

35,10

8

4'  80

10

5

—

7

3

50

21

10,50

13

6

50

69:40

519-10

am  16.12.

10.12.

16.  2.

—

—

8

5

20

54

35

10

—

—

54

27

—

54

27

—

54

27

—

42

21

—

142130

66140

17.12.

23./2.

22

17

60

31

20

15

54

35

10

18

10.80

54

27

—

54

27

—

54

27

—

46

23

—

187\65

849  05

24.12.

2./3.

54

43

20

54

35

10

54

35

10

54

32\40

54

27

—

54

27

—

54

27

—

7

3

50

230  30

1079\35

3.13.

9.[3.

54

43

20

54

35

10

54

3s\l0

54

32  40

54

27

—

54

27

—

54

27

—

3

1

50

228\.30

1307,65

10.13.

16.13.

54

43

20

38

24

70

54

35\10

54

32-40

54

27

—

—

—

—

54

27

—

54

27

—

216,40

1524  05

17.13.

23./3.

54

43

20

54

35

10

34

22

10

34

20',  40

30

15

_

_

10

5

7

3

50

eingetre

ten

14130

1668

35

am  25J3.

24.13.

30./3.

8

6'

40

22

14

30

25

16  25

8

4  80

io  i

525

—

—

-

21

10-50

4

2

—

15

6  75

66  25

1734

60

Sa.

275

20

169  65

332\15

213  60

221,75

167  50

210,50

137

50

6

75

1734,60

entlas

sen.

Überschuß

54

29

24  50

44,10

40,72

33.93

—

-

33i93

33

93

—

—

265\40

JL

329  49

194  15

376

25

254

32

255  68

167

50

244  43

171

43

6

75

2000

Betriebsbuchführung.
        <pb n="74" />
        Lohnlisten.

63

Kleinere  Gruppenakkorde,  welche  innerhalb  einer  oder  zwei  Wochen
erledigt  werden,  wie  dies  z.  B.  in  der  Fräserei  und  Hobelei  vorkommt,
werden  bezüglich  des  Überschusses  nicht  einzeln  verrechnet,  sondern  man
konstatiert  den  Gesamtakkordverdienst  solcher  Kolonnen  und  repartiert
den  Gesamtüberschuß  im  Verhältnis  des  Zeitlohnbetrages.  Haben  z.  B.

drei  Fräser,  die  eine  Kolonne  bilden,  zusammen  im
Akkord  M,  120,—
verdient  und  ergibt  der  Stundenlohn  ,,  90,—
so  sind  zu  verteilen  M.  30,—

=  33%%  von  M,  90,—.  Jeder  der  drei  Fräser  erhält  also  neben  seinem
Stundenlohn  noch  33%%  Überschuß.  Hat  in  der  Kolonne  ein  Wechsel
in  den  Arbeitern  stattgefunden,  so  muß  dies  natürlich  berücksichtigt
werden.

Lohnlisten.
Um  die  wöchentlich  verdiente  und  zu  zahlende  Gesamtlohnsumme
zu  ermitteln,  werden  die  einzelnen  Verdienstbeträge  in  Lohnbücher
eingetragen.  Hierbei  werden  die  einzelnen  Abteilungen  (Meisterschaften)
für  sich  addiert  und  dann  die  Schlußsummen  der  einzelnen  Abteilungen
zur  Ermittlung  der  Gesamtsumme  zusammengestellt.
Die  Lohnbücher  laut  Formular  44  sind  nur  für  das  Lohnbureau
bestimmt.  Sie  sind  für  einen  Monat,  oder  vielmehr  für  4  resp.  5  Wochen
eingerichtet.  Die  Eintragung  der  Löhne  geschieht  nach  Scheidung  in  Zeitlohn- ­
  und  Akkordlohnbeträge.  Die  gesetzlichen  vom  Arbeiter  zu  tragenden
Versicherungsbeiträge  und  andere  Abzüge  werden  nur  am  Schluß  der
letzten  Woche  des  Monats  verrechnet.  Um  für  die  Versicherungsbeiträge
einen  Lohnbetrag  ein^ubehalten  und  auch,  um  die  Arbeit  des  Auszahlens
zu  vereinfachen,  werden  nur  die  vollen  Markbeträge  zur  Auszahlung
gebracht.  Reicht  der  Pfennigbetrag  für  die  gesetzlichen  Versicherungsbeiträge ­
  nicht  aus,  so  wird  an  jedem  zweiten  Zahltage,  und  wenn  die
Löhnungsperiode  5  Wochen  hat,  außerdem  am  vierten  Zahltage  außer
den  überschießenden  Pfennigbeträgen  noch  eine  Mark  in  Abzug  gebracht.
Aber  auch  in  der  letzten  Woche  kommen  die  Pfennige  nicht  zur  Auszahlung,
sondern  werden  auf  die  Liste  des  nächsten  Monats  vorgetragen  und  zum
Verdienst  hinzugerechnet.  Wie  im  Beispiel  gezeigt  wird,  hat  der  Dreher
Albrecht  in  der  ersten  Woche  des  Monats  März  1907  in  54  Stunden  Jt  42,90
im  Akkord  verdient,  wovon  im  M.  42,—  ausgezahlt  werden.  Die  zur
Auszahlung  gelangenden  Beträge  werden  auf  der  rechten  Seite  des  Lohnbuches ­
  in  die  entsprechende  Rubrik  ausgeworfen.  Ist  der  Verdienst  der
letzten  Woche,  im  vorliegenden  Fall  also  der  4.  Woche,  auf  der  linken  Seite
eingetragen,  so  werden  zunächst  die  Verdienstziffern  der  4  Wochen  zusammengezählt ­
  in  die  Rubrik  „Summa“  geschrieben.  Zu  diesem  Gesamtbetrag ­
  werden  die  aus  dem  vorigen  Monat  übertragenen  Pfennige  gezählt
und  das  Ergebnis  in  Rubrik  „Bruttoverdienst“  eingetragen.  Von  diesem
Brutto  verdienst  werden  alsdann  die  bereits  wöchentlich  gezahlten  Beträge,
        <pb n="75" />
        64

Die  Betriebsbuchführung.

ferner  die  Versicherungsbeiträge  und  etwaige  andere  Abzüge  gekürzt  und
der  Rest  ohne  Pfennigbetrag  zur  Auszahlung  gebracht.
Die  erste  Hälfte  des  Formulars  44  zeigt  eine  Seite  eines  Lohnbuches ­
  nach  der  ersten,  die  zweite  Hälfte  eine  solche  nach  der  letzten
Woehe  eines  Monats.
Um  das  Queraddieren  von  Stunden  und  Lohnbeträgen  zu  erleichtern,
sind  die  Linien  zweiteilig.  In  die  obere  Hälfte  werden  die  Stunden,  in  die
untere  Hälfte  die  Lohnbeträge  geschrieben.  Ferner  ist  bei  den  Beträgen ­
  zur  Invaliditäts-  und  Altersversicherung  die  Angabe  der  Wochen
und  der  Versicherungsklasse  nötig,  damit  später  die  richtigen  Marken

Abteilung  Dreherei

N  amen

vom

.  Woche
2.  bis  6.

2.  Woche
vom  8.  bis  13.14.

3.  Woche
vom  15.  bis  20.14.

4.  Woche
vom  22.  bis  27.14.

5.  Woche
vom  bis

Summa

Verdienst

Verdienst

Verdienst

Verdienst

Verdienst

Ö

Ver-Zu-







Akkord

Lohn

Akkord

Lohn

Akkord

Lohn

Akkord

Lohn

Akkord

fl

dienst

st.

JL

St

St.

JL

■St

St.

JL  $

St.

JL  St

St.

JL

-s.

st.

JL

St

st.

JL  ^

St.

JL

St

st.

JL

3,

st.

JL

St

ui

JL

St

Albrecht

Paul

54

42

90

Braun

Hans

52

39

85

■

Bunan

Friedr.

54

35

10

Christian

Wüh.

54

27

Daun

August

50

36

Albrecht

Paul

54

42

90

54

52

41

40

53

42

90

213

168

20

Braun

Hans

52

39

85

50

40

15

10

6

44

35

SO

54

42

50

210

164

Burian

Friedr.

54

35

10

48

29

40

54

36

95

53

40

50

209

141

95

Christian

Wilh.

54

27

54

27

54

27

54

27

216

108

Daun

August

50

36

54

40

20

54

43

09

50

38

70

208

157

99

\

1

“

~~

rr~

~~

i

..  1
Übertrag:

1
        <pb n="76" />
        Lohnlisten.

65

entwertet  werden.  Für  diese  Angaben  wird  ebenfalls  die  obere  Linie  benutzt. ­
  Endlich  ist  die  Teilung  der  Linien  geschehen,  um  die  Vorschüsse
in  den  Rubriken  „Gezahlt“  einzutragen.  Diese  Vorschüsse  werden  außerdem ­
  mit  roter  Tinte  geschrieben  und  für  sich  addiert.
Um  die  gezahlten  Löhne  in  die  von  der  Nordöstlichen  Eisen-  und  Stahlberufsgenossenschaft ­
  verlangten  Klassen  zu  zerlegen,  sind  im  Lohnbuch
entsprechende  Rubriken  vorgesehen.  Die  in  Kolonne  „Summa“  stehenden
Beträge  werden  in  die  betreffende  Rubrik  der  drei  Klassen  A,  B,  C  ausgeworfen, ­
  dann  werden  sie  addiert  und  die  Schlußbeträge  der  einzelnen
Meisterschaften  zu  einer  Gesamtsumme  zusammengestellt,  welche  in  die

Monat  April  190  7

Klasse

A

Klasse

B

Klasse

c

+
Pfen-Brutto-





Abzüge

Rest

b 'S  5  x
Pro  Tag

über  5  M.
pro  Tag

jugendliche
Arb.  u.16  J.
u.  Lehrlinge

nig-Über-



Verdienst ­


1.
Woche

2.
Woche

3.
Woche

4.
Woche

Werkzeuge ­


Tee

Strafen ­


Kranken ­
 ­


Invalk
Alters
Woch.

1.-  und
-Vers.

Zu
zahlen

Übertrag ­


Ta ge

X

Tage

X

Tage

X

Ji

Ji

A

Ji

Ji

■Si

Ji

Ji

S,

Ji

A

Ji

3x

A

Ji

•Sl

ä

Ji

X  S,

Ji

-

42

39

34

26

35

15

168

35

42

40

40

i

2

2

4

18

72

40

63

74

165

04

39

39

41

7

60

2

4

18

72

41

72

95

142

90

34

28

36

50

2

4

18

72

41

68

108

26

26

10
16

—

—

rot

40

i

20

2

4

18

-

72

25  —

68

35

158

34

35

39

42

52

2

4

18

72

39

10

"

Form.  44.  Orig.-Größe  520  X  400  mm.
5

Lilienthal,  Fabrik  Organisation.
        <pb n="77" />
        66

Die  Betriebsbuchführung.

.

von  der  Berufsgenossenschaft  vorgeschriebenen  Formulare  eingetragen
wird.  Besondere  Listen  für  diesen  Zweck  brauchen  daher  nicht  angefertigt ­
  zu  werden.  Ist  die  Anzahl  der  Tage  nicht  ohne  weiteres  aus  der
Stundenzahl  zu  ersehen,  z.  B.  wegen  Überstunden  oder  Festen,  so  muß
dieselbe  aus  den  Uhrkarten  ermittelt  werden.
Da  das  Lohnbuch  wegen  fast  täglich  vorkommenden  Entlassungen
und  auch  aus  anderen  Gründen  im  Lohnbureau  nicht  entbehrt  werden
kann,  wird  noch  eine  Zahlungsliste  lt.  Formular  45  angefertigt.  In  diese

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Aetiengesellschaft.
Zahlungsliste  für  den  Monat  April  1907

Abteilung  Dreherei
Maschinenbau

Namen

Ver-Pfen-






  pro  Woche

£
So

dienst

Übertrag ­


dienst

v.  2.
b.  6.

v.  8.
b.  13.

v.  15.
b.  20.

v.  22.
b.  27.

W  erkzeuge


Tee

Strafen ­


Krankenk.


Inv.-  u
Woch.

A.-V.

ZU
zahlen

Übertrag ­


ZiU-3,



X

3,

X  U

X

St

*\

St

X

3t

X

St

X

3,

x\

X

3t

ä

X

St

x\

3t

X

3t

Albrecht

Paul

42

Braun

Hans

.

Burian

Friedr.

34

Christian

Wilh.

26

Daun

August

35

Albrecht

Paul

213

168

20

15

168

35

42

40

40

i

2

2

18

72

40

63

Braun

Hans

210

161

SO

74

165

04

39

39

41

1

60

2

4

18

72

41

72

Burian

Friedr.

209

141

95

95

142

90

34

28

36

50

2

4

18

72

41

68

Christian

Wilh.

216

108

108

26

26

10
16

=

rot

40

r

20

2

4

18

72

25

68

Daun

August

208

157

99

35

158

34

35

39

42

52

2

4

18

72

39

10

_  1

1..

Abzüge

Rest
pro  Woche

~

|

u

j

Übertrag:

|

Form.  45.  Orig.-Größe  260X400  cm.
        <pb n="78" />
        Lohnlisten.

67

Form.  46.  Orig.-Größe  150  X  100  mm.

5*

Listen  werden  in  den  ersten  3  resp.  4  Wochen  nur  die  zur  Auszahlung
kommenden,  auf  der  rechten  Seite  des  Lohnbuches  in  Kolonne  „Gezahlt“
stehenden  Beträge  eingeschrieben  und  erst  in  der  letzten  Woche  werden
die  übrigen  Eintragungen  gemacht  (s.  die  beiden  Beispiele).  Die  Verdienstbeträge ­
  der  einzelnen  Wochen  werden  in  dieser  Liste  nicht  vermerkt.
Die  Zahlungslisten  dienen  zuerst  in  der  Kasse  zur  Einzählung  der
einzelnen  Löhne  in  Lohnbeutel.  Nach  der  letzten  Woche  erhält  sie  das
Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten,  um  die  Invalidenmarken  in  die
Karten  einzukleben,  hierauf  werden  sie  der  Betriebskrankenkasse  zugestellt, ­
  welche  die  danach  von  der  Firma  und  den  Arbeitern  zu  zahlenden
Beiträge  von  der  Fabrikkasse  abhebt.  Es  brauchen  also  für  die  letzten
beiden  Zwecke  keine  besonderen  Listen  angefertigt  zu  werden.
Nachdem  der  Kassierer  für  die  ersten  Wochen  die  Lohnzahlung  bewirkt ­
  hat,  gehen  die  Zahlungslisten  jedesmal  in  das  Lohnbureau  zurück
und  erst  nach  der  Restzahlung  in  der  4.  bzw.  5.  Woche  erhalten  sie  das
Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten  und  die  Krankenkasse.
Über  etwa  im  Laufe  der  Woche  gezahlte  Vorschüsse  läßt  sich  der
Kassierer  Quittungen  in  roter  Farbe,  lt.  Formular  46  geben.  Solche
Vorschußzahlungen  werden,  wie  bereits  erwähnt,  vom  Lohnbureau,  welches
die  Zahlung  veranlaßt,  in  die  Zahlungsliste  mit  roter  Tinte  über  den  noch
zu  zahlenden  Betrag  geschrieben.
Die  Summe  aller  Vorschußquittungen  muß  sich  natürlich  mit  diesen
roten  Zahlen  in  den  Zahlungslisten  decken.  —  Am  Zahltage  dürfen  vom
Kassierer  nur  die  schwarzen  Zahlen  berücksichtigt  werden.  Zählt  man
dann  die  Vorschußbeträge  und  die  Abzüge  zu  den  am  Zahltage  gezahlten
Summen  hinzu,  so  erhält  man  die  Bruttosumme  der  Zahlungslisten.
Wie  bereits  erwähnt,  zählt  der  Kassierer  die  Beträge  in  Lohnbeutel
aus  Tauenpapier  (Form.  47),  und  zwar  geschieht  dies  mit  einer  Zahlmaschine, ­
  wobei  ein  jüngerer  Beamter  oder  Lehrling  zur  Hilfe  genommen

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
Name:  Christian
empfängt  von  uns:
Zehn  Ji  —  3)  Vorschuß  Restlohn
pro  Monat  April
Berlin,  den  18.  April  190  7
Quittiere:
        <pb n="79" />
        68

Die  Betriebsbuchführung.

wird.  Da  nur  Markbeträge  gezahlt  werden,  vollzieht  sich  die  Einzahlung
sehr  schnell,  so  daß  in  einer  Stunde  600  Lohnbeträge  eingezählt  werden
können.
Nach  erfolgter  Kassenabstimmung  werden  die  Lohnbeutel  zugeklebt,
wobei  zuverlässige  Boten  Hilfe  leisten.
Am  Zahltage,  d.  i.  Ereitag  nachmittag,  holen  Beamte  der  Lohnbureaus
die  Lohnbeutel  vom  Kassierer  ab  und  bringen  dieselben  den  Arbeitern  an
ihren  Platz.  Die  Aushändigung  geschieht  nur  gegen  Quittung  (Form.  48).
Das  Lohnquittungsformular  ist  ebenfalls  für  einen  Monat  vorgesehen
und  zusammenlegbar,  damit  es  durch  den  mehrmaligen  Gebrauch  nicht  zu
unsauber  wird.
Da  die  in  den  ersten  3  resp.  4  Wochen  zur  Auszahlung  kommenden
Beträge  den  effektiven  Beträgen,  welche  die  Arbeiter  zu  bekommen  haben,
nicht  entsprechen,  weil  verschiedene  Abzüge  z.  B.  für  Werkzeuge,  Tee  usw.
nicht  berücksichtigt  sind  und  die  Pfennigbeträge  nicht  gezahlt  werden,
so  lautet  die  Quittung  für  diese  Beträge  über  „Vorschuß“  und  erst  nach
der  Zahlung  für  die  letzte  Woche  der  Löhnungsperiode  quittieren  die  Arbeiter ­
  über  den  richtigen  Empfang  des  Gesamtlohnes.
Durch  diese  Art  der  Lohnquittierung  ist  ein  beachtenswerter  Vorteil
erreicht,  der  darin  besteht,  daß  für  solche  Arbeiten,  die  sich  im  Laufe  einer
monatlichen  Löhnungsperiode  als  unbrauchbar  erweisen,  nicht  zu  Unrecht
Lohn  gezahlt  zu  werden  braucht.  Hat  der  Arbeiter  über  empfangenen
Lohn  und  nicht,  wie  oben  gesagt,  über  Vorschuß  quittiert,  so  ist  eine
Kompensation  nicht  zulässig.  Durch  die  obige  Art  der  Quittungsleistung
ist  dem  Übelstande  zwar  nicht  abgeholfen,  aber  doch  Abbruch  getan,  indem
man  pro  Jahr  statt  52  wöchentlichen  Löhnungsperioden  12  monatliche
geschaffen  hat.
Die  ausgefüllten  Quittungsformulare  werden  bereits  am  Donnerstag
nachmittag  ausgestellt,  damit  die
Arbeiter  bis  Freitag  nachmittag
Zeit  haben,  deren  Richtigkeit  zu
prüfen.  Begründete  Reklamationenwerden ­
  in  der  nächsten  Woche
berücksichtigt,  es  sei  denn,  daß
die  Arbeiter  auf  Berücksichtigung
in  der  laufenden  Woche  bestehen.
Eine  Nachweisung,  wie  sich  der
Wochen  verdienst  zusammensetzt,
erhalten  die  Arbeiter  nicht,  sondern ­
  sie  kontrollieren  den  ausgewiesenen ­
  Betrag  an  Hand  ihrer
Notizen  über  abgegebene  Akkordscheine. ­
  Die  Quittungskarten  werden ­
  nach  der  Restzahlung  im  Lohnbureau
  meisterweise  und  alphabetisch ­
  geordnet  und  auf  bewahrt.

Lohnzahlung
Name:
Albrecht
In  Gegenwart
des  zahlenden  Beamten
sofort  beim  Empfang  nachzählen.
Spätere  Reklamationen  werden  nicht
berücksichtigt.
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
BERLIN  NW.,  Huttenstr.  17/20.

Form.  47.  Orig.-Größe  90  X  120  mm.
        <pb n="80" />
        Lohnlisten.

69

Form.  48.  Innenseiten.

LTJDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

(Unbedruckte  Rückseite.)

Lolm-Quittiings-Karte
für

CJ
=3

PP

Albrecht

Abteilung  Dreherei

für  den  Monat  April  190  7

Form.  48.  Vorderseite  und  Rückseite.  Orig.-Größe  90  X  140  mm.

Lohn-Quittungs-Karte

Lohnabrechnung.

für  die  Zeit
vom  2.  April  bis  27.  April  190  7.

Datum

Vorschuß

Quittung

vom  2.  bis  6.\4.

42

—

Albrecht

vom  8.  bis  13.\4.

40

—

Albrecht

vom  15.  bis  20-14.

40

—

Albrecht

vom  bis

Sa.  JL

122

—

Diese  Lohn-Quittungs-Karte  ist  nach
jeder  Zahlung  dem  zahlenden  Beamten
auszuhändigen.

Übertragene  Pfennige  aus  letztem  Monat  X  0,15
Verdienst  für  Stundend  A  X  -
Verdienst  für  Akkordarbeit  X  168,20
ab  für  Vorschuß  X  122,—  X  168,35
Werkzeug  X  1,—
Tee  X  2,—
Strafen  X
Krankenkasse  .  .  .  X  2,—
Inval.*  u.  Alt.-Vers.  X  0,72

Sa.  Abzüge  X  127,72  X  127,72
verbleiben  X  40,63
Hiervon  gelangen  zur  Auszahlung  X  40,—
Auf  neue  Rechnung  werden  übertragen  X  0,63

Laut  obiger  Lohnabrechnung,  deren
Richtigkeit  ich  anerkenne,  empfing  ich
von  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.  Actiengesellschaft ­
  M.  40,—  als  Restbetrag  für  die
Zeit  vom  2./4.  bis  27./4.  190  7.

BERLIN,  den  3.  Mai  190  7.

Albrecht.
        <pb n="81" />
        70

Die  Betriebsbuehführung.

Form.  49.  Orig.-Größe  200X150  mm.

Die  Selbstkostenberechnung.
Die  Selbstkosten  einer  Maschine  setzen  sich  zusammen  aus
1.  den  Kosten  des  Materials;
2.  den  Kosten  für  das  Härten,  Glühen  und  Einsetzen  des  Stahles;
3.  den  produktiven  Löhnen  für  die  Bearbeitung  des  Materials;
4.  den  Betriebsunkosten,  d.  h.  allen  übrigen  Ausgaben,  die  durch  die
Fabrikation  verursacht  werden.
Die  Kosten  des  Materials  ergeben  sich  aus  den  Bestellzetteln,  die  dem
Lohnbureau  von  der  Gießerei,  der  Schmiede,  dem  Stahllager  und  dem
Materialienlager  mit  ausgefüllten  Preisen  zurückgegeben  werden.  Wie
diese  Berechnungen  erfolgen,  geht  aus  den  späteren  Abhandlungen  über
Selbstkostenberechnung  dieser  Abteilungen  und  Lager  hervor.  Das
Normalienlager  gibt  seine  Teilliste  ebenfalls  dem  Lohnbureau  zurück,
nachdem  die  entnommenen  Normalien  mit  Selbstkosten  berechnet  sind.
Die  Preise  für  die  von  auswärts  gekauften  Teile  usw.  erscheinen  im  Wareneingangshuch ­
  und  werden  von  hier  auf  Sammelzettel,  die  für  jede  Ordernummer ­
  angelegt  sind,  übertragen.  Die  Kosten  für  Farben  und  Lacke
ergeben  sich  aus  einer  Tabelle,  die  den  erfahrungsgemäß  ermittelten  Verbrauch ­
  enthält.
Die  sämtlichen  Materialbelege  werden,  sobald  sie  Maschinen  betreffen,
nach  Ordernummern  in  Kuverts  gesammelt  und  bis  zur  Fertigstellung
der  Maschinen  auf  bewahrt.  Die  Beträge  der  Materialbelege  für  kleine
Orders  dagegen  werden  in  den  Selbstkostenbüchern  (Form.  33)  auf  die
Abrechnungsstelle  übertragen.

l.  l.  &amp;amp;  Co.  Bestellzettel
A.-Gr.
an  die  Einsetzerei  —  Härterei  —  Glüherei.

Order

Bestell-Nr.


Stück

Benennung

Gewicht
kg

Dave

n  gehärtet
kg

Preis
ä  kg  |  JL

4

Bemerkungen

4205  V

50

Hebel

35

—

35

—

—,60

21

—

50

Riegel

20

—

20

—

—,75

15

—

50

Anschläge

24

V»

8

1,50

12

48

—

Unterschrift:

BERLIN,  den  15.  April  190  7.
        <pb n="82" />
        Die  Selbstkostenberechnung.

71

Form.  50.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

Mit  Hilfe  der  Teilliste  des  Lohnbureaus  wird  nun  bei  der  Selbstkostennacbweisung
  (Nachkalkulation)  kontrolliert,  ob  alle  Materiaben  berechnet
sind,  indem  man  die  einzelnen  Belege  mit  der  Teilliste  vergleicht.  Nach
dieser  Kontrolle  wird  von  allen  Materialbelegen  eine  Zusammenstellung
gemacht,  deren  Betrag  die  Kosten  des  gesamten  verbrauchten  Materials
darstellt.  Die  Kosten  für  die  Normalien  figurieren  einstweilen  als  Materialbeträge, ­
  werden  aber  in  den  später  angeführten  Selbstkostennachweisformularen ­
  getrennt  auf  geführt.
Die  Kosten  für  Härten,  Einsetzen  und  Glühen  ergeben  sich  aus  den
Bestellzetteln  an  die  für  alle  Abteilungen  arbeitende  Härterei.  Diese
Bestellungen  erfolgen  erst  während  der  Fabrikation  durch  die  Meister  auf
Formular  49  und  werden  im  Lohnbureau  behandelt  wie  die  Materialbestellungen. ­

Die  Summe  der  gezahlten  Löhne  ergibt  sich  bei  Maschinen  durch
Addition  der  in  die  Teilliste  übertragenen  Lohnbeträge.  Die  Rubriken  der
Unterabteilungen  sind  für  sich  zu  addieren  und  die  gewonnenen  Beträge
werden  zwecks  Ermittlung  der  Gesamtsumme  addiert.  Bei  kleinen  Orders
stehen  die  Lohnbeträge  auf  der  Abrechnungsstelle  und  sind  nur  noch
zusammenzuzählen.
Um  zu  ermitteln,  wieviel  Löhne,  die  mit  Formular  42  wöchentlich
angegeben  werden,  auf  die  Jahresnummern  monatlich  gezahlt  werden,
sammelt  man  diese  Wochenbeträge  auf  Formular  50.  Die  monatlich
vorzunehmende  Addition  der  einzelnen  Beträge  ergibt  die  Summe  der
Löhne,  die  innerhalb  des  Monats  (resp.  5  Wochen)  für  die  betreffende
Arbeit  gezahlt  wurde.

LTJDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  *
Actiengesellschaft.  JtllirGSOl  d.Gl  Nt.  12.

Name

1.  Woche

2.  Woche

3.  Woche

4.  Woche

5.  Woche

Materialien  und  Arbeiten  fremder  Werkstätten

vom  2.

vom

8.

vom  15.

vom  22.

vom

Da-Lager

  resp.

Material

Härten

Löhne

Unkost.

Summa

bis  6.14.

bis  13.14.

bis  20.14.

bis  27.ji.

bis

tum

Abteilung

Ji

St

Ji

St

Ji

St

Ji

St

Ji

St

Müller

24

—

24

—

24

—

24

—

Angrick

19

60

24

—

24

—

21

—

Paul

4

80

8

—

24

—

12

—

Meinecke

24

—

24

—

—

•—

20

—

Döihring

21

—

22

40

24

—

16

—

Walter

26

—

16

—

28

_

21

20

119

40

118

40

124

—

114

20

J

L  4

76,-
        <pb n="83" />
        72

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.
Die  Betriebsunkosten  werden  prozentual  auf  die  produktiven  Löhne
zugeschlagen.  Der  Prozentsatz  wird  für  jede  der  15  Unterabteilungen
besonders  festgesetzt,  weil  jede  dieser  Abteilungen  nach  verschiedenen
Richtungen  hin  höhere  oder  niedrigere  Kosten  verursacht.  Die  Unkosten-Konten,
  auf  welche  diese  Kosten  gebucht  werden,  sind  bereits  bei  Besprechnung
  der  Kontierungstabellen  erwähnt  (S.  26),  desgleichen  deren
Unterscheidung  in  drei  Gruppen.
Die  erste  Gruppe  bilden  die  Konten  von  E—M  (vgl.  Form.  53).
Diese  Unkosten  heißen  „Abteilungsunkosten“,  weil  sie  eine  unmittelbare
Verteilung  auf  die  Unterabteilungen  zulassen,  was  bei  den  Kosten  der
Konten  der  zweiten  Gruppe  N—Qa  nicht  möglich  ist.  Die  dritte  Gruppe
bilden  die  Konten  von  Ra—Xa.  Dies  sind  allgemeine  Unkosten,  welche
nicht  im  Maschinenbau  selbst,  sondern  an  verschiedenen  anderen  Stellen
des  Betriebes  verursacht  werden.
Für  jedes  Unkosten-Konto  ist  eine  Sammelliste  (Form.  51)  angelegt, ­
  in  welche  die  einzelnen  Beträge  eingetragen  werden.  Das  Lohnbureau
entnimmt  die  in  diese  Sammelliste  einzutragenden  Unkostenbeträge  aus
folgenden  Büchern  und  Aufstellungen:
1.  Wareneingangsbuch.
Da  dieses  Buch  auch  alle  Kassenposten  enthält,  so  sind  auch  die  von
der  Firma  zu  entrichtenden  gesetzlichen  Versicherungsbeiträge,  soweit  sie
auf  den  Maschinenbau  entfallen,  hierin  enthalten.
2.  Rechnung  des  Materialienlagers.
Sämtliche  Posten  dieser  Rechnung  werden  kontiert  und  die  Unkostenbeträge ­
  in  einer  Summe  in  die  betreffenden  Sammellisten  eingesetzt.
Näheren  Aufschluß  über  diese  Gesamtbeträge  kann  man  aus  der  Rechnung
erhalten.
3.  Rechnung  des  Werkzeuglagers  für  Werkzeuge  eigener  Fabrikation.
Diese  Rechnung  kann  sich  nur  auf  Neuanschaffungen  oder  Ersatz-Werkzeuge
  beziehen.  Nur  der  Betrag  für  letztere  gelangt  in  der  Sammelliste ­
  des  Kontos  H  zur  Eintragung.
4.  Rechnung  des  Werkzeuglagers  für  Werkzeuge  fremden  Ursprungs.
In  dieser  Rechnung  befinden  sich  die  Beträge  für  Schublehren,  Taster,
Zirkel,  Zollstöcke,  Feilen  usw.,  welche  ebenfalls  kontiert  werden.  Die
Beträge  der  einzelnen  Konten  gelangen  auch  nur  in  einer  Summe  zur
Eintragung.
5.  Rechnung  des  Lagers  für  Schreibmaterialien.
Die  Beträge  dieser  Rechnungen  beziehen  sich  nur  auf  die  Unkosten-Konten
  N,  0  und  P.
        <pb n="84" />
        Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.

73

Form.  51a.  Orig.-Größe  240X360  mm.

L.  L.  &amp;amp;  Co.

Sammelliste  über

Konto  R.

von

Transportarbeiten
für

Datum

Bestell- ­



Materialien
usw.

Härten

Werkstatts-Löhne


Unkosten

Summa

30.14.

12

Löhne  lt.  Aufstellung

476

—

476

—

1907

201

Betriebswerkstatt:

Arbeiten  lt.  Bestellzettel ­


126
&amp;lt;0

80

12

68

139

48

Form.  51.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

1.  L.  &amp;amp;  Co.

Sammelliste  über
die  Selbstkosten

von
für  50  Stück  Fräserschleifmaschinen
Nr.  27  Bll.

Order  37Q6V.  Fabr.-Nr.  25135—25184.

Datum

Bestell-



Materialien
usw.

Härten

Werkstatts-Löhne


Unkosten

Summa

i

Maschinenbau

9464

69

10221

84

19686

53

2

Farben  und  Lack

90

70

90

70

3

Eisengießerei

7970

39

7970

39

4

Schmiede

169

72

59

90

99

83

329

45

5

Stahllager

623

18

623

18

6

Ilärterei

271

10

271

10

7

Betriebswerkstätten

(Brettereinlagen)

20

40

9

40

4

70

34

50

8

Normalien

2408

15

2408

15

9

Materialienlager

28

62

28

62

10

Auswärt.  Lieferung

89

25

89

25

JL

11400

41

271

10

9533

99

10326

37

31531

87

1  Maschine

228

—

5

42

190

68

206

54

630

64
        <pb n="85" />
        74

Die  Betriebsbuchführung.

6.  Salärbuch.
Für  die  Saläre,  welche  an  die  Angestellten  gezahlt  werden,  ist  in  der
Betriebsbuchhalterei  ein  Salärbuch  vorhanden,  worin  neben  dem  Namen
noch  die  Tätigkeit  jedes  Angestellten  verzeichnet  ist.  Die  Kontierung
der  Saläre  geschieht  in  gleicher  Weise,  wie  die  der  vorhin  erwähnten  Warenrechnungen. ­
  Im  Maschinenbau  entfallen  die  Saläre  auf  die  fünf  Konten
M,  N,  0,  P  und  Q,  und  werden  von  der  Betriehsbuchhalterei  dem  Lohnbureau ­
  für  jedes  Konto  in  einer  Summe  aufgegeben.
7.  Verteilung  der  Abstechkosten.
Die  in  dem  Stahllager  für  Abstecharbeiten  des  Stangenmaterials
verursachten  Kosten  werden  vom  Lohnbureau  der  Schmiede  festgestellt
und  im  Verhältnis  des  Wertes  der  entnommenen  Materialien  auf  die
Unkosten-Konten  Ka  der  entnehmenden  Abteilungen  verteilt.  Die
Verbuchung  der  Ab,stechkosten  auf  die  einzelnen  Arbeitsstücke  hat  sich
als  undurchführbar  erwiesen,  weil  ein  Arbeiter  mehrere  Maschinen  bedient
und  die  einzelnen  Abstiche  nur  kurze  Zeit  dauern.
8.  Rechnung  der  Kraftzentrale.
Der  von  jeder  Abteilung  verbrauchte  elektrische  Strom  wird  von
dem  Betriebschef  angegeben  und  zwar  getrennt  für  Kraft,  Beleuchtung
und  den  Antrieb  der  Heizungsventilatoren.
9.  Analysenbuch.
Die  vom  chemischen  Laboratorium  ausgeführten  chemischen  und
physikalischen  Untersuchungen  werden  in  ein  Buch  notiert  und  die  tabellarisch ­
  festgesetzten  Beträge  dafür  den  bestellenden  Abteilungen  belastet.
Das  Lohnbureau  des  Maschinenbaues  erfährt  die  Summe  der  auf  den
Maschinenbau  entfallenden  Beträge  von  der  Betriebsbuchhalterei.
10.  Selbstkostennachweis  der  im  eigenen  Betriebe  ausgeführten  Reparaturen  usw.
Die  Kosten  für  „kleine  Orders“  werden,  wenn  sie  Unkosten  des  Betriebes ­
  darstellen,  direkt  auf  der  betreffenden  Unkostensammelliste  abgerechnet, ­
  d.  h.  es  werden  die  auf  dem  betreffenden  Abrechnungs-Konto  angesammelten ­
  Beträge  für  Lohn,  Material  und  Härten  auf  die  in  Betracht
kommenden  Unkostensammellisten  übertragen.  Dasselbe  geschieht  auch
mit  den  auf  Formular  50  angesammelten  Lohnbeträgen  der  Jahresordernummern. ­
  Die  auf  Konto  X  (Ersatz-,  Ausschußverluste)  zu  buchenden
Beträge  ergeben  sich  bezüglich  des  Materials  und  der  Härtekosten  aus  den
eingehenden  Bestellzetteln,  bezüglich  der  Löhne  aus  den  Akkordzetteln
und  Zeitnachweisscheinen.  Diese  Belege  werden  einzeln  in  die  Unkostensammellisten ­
  eingetragen.  Hierbei  sei  bemerkt,  daß  die  Meister  für  Ersatzstücke ­
  Material  selbst  bestellen  dürfen,  auch  Akkordscheine  über  Löhne
für  Ersatzstücke  werden  vom  Meister  ausgeschrieben,  jedoch  bedürfen
derartige  Bestellungen  und  Akkordscheine  der  Unterschrift  des  Abteilungschefs. ­
  Diese  Bestellungen  erhalten  die  Nummer  der  Originalbestellungen ­
  mit  dem  Zusatz  „Ersatz“.
        <pb n="86" />
        Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.

75

Form.  53.  Orig.-Größe  150  X  100  mm.

Um  den  Lohnbeamten  ein  Kontrollmittel  in  die  Hände  zu  geben,
ob  die  Arbeitsstücke,  für  welche  Ersatz  bestellt  wird,  auch  wirklich  ersetzt
werden  müssen,  haben  die  Revisoren  in  jedem  Fall,  in  dem  sie  Arbeitsstücke ­
  wegen  Materialfehler  oder  unrichtiger  Bearbeitung  als  Ausschuß
verwerfen,  dem  Lohnbureau  auf  Formular  52  Mitteilung  zu  machen.
Diese  Mitteilungen  werden  nach  Bestellnummern  geordnet  und  bis  zur
Fertigstellung  der  betreffenden  Maschinen  aufbewahrt.
Treffen  nun  Akkordscheine  resp.  Materialzettel  über  Ersatzstücke
im  Lohnbureau  ein,  so  müssen  vorher  auch  Ausschußmeldekarten  erschienen ­
  sein.  Ist  dies  nicht  der  Fall,  so  sind  die  Ersatzbestellungen  dem
Abteilungschef  zur  Prüfung  der  Angelegenheit  vorzulegen.  Die  Ausschuß  -
meldekarten  sind  vom  Revisor  und  vom  Meister  zu  unterschreiben  unter
Angabe  des  Grundes  der  Unbrauchbarkeit  des  Arbeitsstückes;  bei  Arbeitsausschuß ­
  ist  auch  anzugeben,  ob  dem  Arbeiter  der  Lohn  für  seine  Voroperationen ­
  an  dem  Ausschußstück  zu  kürzen  ist.
11.  Rechnung  für  fremde  Betriebe.
Hat  der  Maschinenbau  z.  B.  dem  Werkzeugbau  die  Anfertigung  von
Werkzeugen  übertragen,  so  wird  nach  ihrer  Fertigstellung  der  vom  Maschinenbau ­
  ausgestellte  Bestellzettel  (Form.  28)  zurückgegeben,  nachdem ­
  die  Kosten  dafür  auf  dem  Zettel  vermerkt  sind.  Im  Maschinenbaubureau ­
  werden  diese  Kosten,  vorausgesetzt,  daß  sie  auf  das  Unkosten-Konto
  und  nicht  auf  das  Neuanschaffungs-Konto  gehören,  auf  die  betreffende ­
  Unkostensammelliste  übertragen.  Die  Unkostenbeträge,  die
aus  Arbeiten  fremder  Betriebe  für  den  Maschinenbau  resultieren,  ergeben
sich  also  lt.  den  mit  Selbstkostenbeträgen  ausgefüllten  Bestellzetteln.

Bestell-Nr.

Order  Nr.

Stück

Benennung

Teil  Nr.

Kat.  Nr.

Blatt  Nr.

27918

276  V.

2

Räder  35/126

45  ■

24

6

Grund  der  Unbrauchbarkeit  1  Zahn  porös

Name  des  Arbeiters  Schneider  Beschäftigung  Fräser

Ist  Ersatz  nötig?  ja
Ist  für  den  Ersatz  Lohn  zu  zahlen?  ja
Ist  der  Lohn  für  die  Voroperation  zu  kürzen?  nein  Welcher  Betrag?  —

BERLIN,  den  20./4.  190  7
Unterschrift  des  Arbeiters:
Schneider

Unterschrift  des  Revisors:
Blahel
Unterschrift  des  Meisters:
Bahlk
        <pb n="87" />
        76

Die  Betriebsbuchführung.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.
Monat  190

KONTO

Eingangs- ­


Ji  $

Materialien-



Werkze
eigene
Werk
Ji  A

uglager
fremde
zeuge
Ji  A

Schreibmate-


Ji  $

Saläre
Ji  ^

Absteche ­
 ­

Ji

Kraftzentrale ­

Ji  ^

Chem.
Laboratorium ­

Ji  A

Diverse
X  A

E

Abteilungsunkosten.

-

Abschreibung  aufWerkzeugmaschinen

F

Abschreibung  auf  Werkzeuge

G

Reparatur  an  Werkzeugmaschinen

H

Werkzeug  verbrauch  und  Reparatur

I

Kraft

K

Hilfsmaterialien

L

Feilen

&amp;gt;1
N
0

Gehalt  u.  Lohn  für  Meister,  Einrichter

u.  Schreiber

Gemeinschaftliche  Unkosten.

Betriebsleitung

Verwaltung

P

Technisches  Bureau

0

Revision

R

Transporte

s

Reinigung

T

Beleuchtung

•

u

Heizung  und  Lüftung

y

Gas

w

Wasser

X

Ersatz,  Ausschuß,  Verluste

Y

Versuche

Z

Chemische  Analysen

Aa

Gesetzliche  Kassenbeiträge

B  a

Feuerversicherungsprämie

Ca

Reparatur  u.  Ersatz  von  Utensilien

Da

Repar.  u.  Änderg.an  Transm.  u.  D.  V.

E  a

Repar.  an  Motoren,  Kränen,  Fahrstühl.

Fa

Instandhaltung  der  Preßluftanlage

Ga

Reparatur  und  Ersatz  von  Modellen

Ha

Reparatur  an  Gebäuden

I  a

Instandhaltung  der  Höfe  u.  Umfried.

Ka

Vorbereitung  von  Fabrikationsmater.

La

Umzugskosten

Ma

Abschreib,  auf  Motore  u.  Transmiss.

Na
Oa

Abschr.  auf  Kräne,  Fährst.,Heiz-  u.  Lüftungsaul.

Abschreibung  auf  Modelle

Pa

Abschreibung  auf  Utensilien

Q  a

Abschreibung  auf  Gebäude

Sa.

-

'—

Allgemeine  Unkosten

Sa.
        <pb n="88" />
        Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.

77

Form.  53.

Orig.-Größe  520  X  440  mm,

Arbeiten  im  eigenen  Betriebe

Arbeiten  fremder

Betriebe

Summa

0/
/o

Zuzüglich  der

%

Material

Härten

Löhne

Unk.

Summa

Material

Härten

Löhne

Unk.

Summa

prod.

Vormonate

.  •*

S,

A

■s,

JUL

A

S&amp;gt;

A

■Si

A

A

S,

A

A

S,

A

3&amp;lt;

A

3&amp;gt;

Löhne

A

s,

-

-

-

-

Produktive  Löhne  A

Die  Unkosten  betragen  %
        <pb n="89" />
        Die  Betriebsbuehführang.

78

Um  die  Beträge  sämtlicher  Unkosten  übersichtlich  und  monatweise  nebeneinander ­
  zu  stellen,  werden  sie  auf  Formular  53  (Unkostenstatistik)
übertragen  und  zwar  nach  den  Quellen  geordnet,  aus  welchen  sie  herrühren. ­

Die  auf  der  Unkostenstatistik  vorhandene  Rubrik  „Diverse“  dient
der  Eintragung  des  Anteils  an  Abschreibungen,  Beiträge  an  die  Berufsgenossenschaft, ­
  Kosten  für  Heizung  und  Lüftung,  Feuerversicherungsprämien ­
  und  Beträgen  für  Wasser  und  Gas.
Diese  sechs  Posten  werden  in  der  Buchhalterei  für  die  einzelnen
Abteilungen  berechnet  und  den  Lohnbureaus  aufgegeben.  Die  nebeneinander ­
  stehenden  Beträge  der  Unkostenstatistik  werden  horizontal
addiert  und  der  Gesamtbetrag  in  Rubrik  „Summe“  ausgeworfen,  so  daß
auch  eine  Addition  der  sämtlichen  untereinander  stehenden  Konten
erfolgen  kann.  Zu  den  so  ermittelten  eigenen  Betriebsunkosten  wird
der  Anteil  an  allgemeinen  Betriebsunkosten  addiert  und  der  Gesamtbetrag ­
  aller  vom  Maschinenbau  zu  tragenden  Betriebsunkosten  steht
alsdann  fest.
Allerdings  entsprechen  die  Summen  einzelner  Rubriken  nicht  den  in
dem  betreffenden  Monat  tatsächlich  verausgabten  Beträgen,  was  besonders
bei  den  Arbeiten  fremder  Abteilungen  und  der  eigenen  Werkstatt  zutrifft,
denn  diese  gelangen  erst  im  Monat  der  Fertigstellung  zur  Eintragung,
während  die  Löhne  teilweise  schon  früher  gezahlt  wurden.  Dieser  Fehler
tut  dem  Wert  der  Unkostenstatistik  jedoch  keinen  Abbruch,  zumal  er  sich
um  so  mehr  ausgleicht,  je  mehr  Monate  die  Statistik  umfaßt,  denn  den
Summen  und  Prozentsätzen  des  einzelnen  Monats  stehen  dann  die  Gesamtsummen- ­
  und  Prozentsätze  aller  verflossenen  Monate  gegenüber.
Um  sowohl  die  Beträge  der  einzelnen  Konten  als  den  Gesamtbetrag  in
Prozenten  der  produktiven  Löhne  ausrechnen  zu  können,  muß  noch  die
Summe  der  produktiven  Löhne  ermittelt  werden.  Dies  geschieht,  indem  man
die  in  Rubrik  „Arbeiten  im  eigenen  Betriebe“  ermittelten  unproduktiven
Löhne  von  den  Gesamtlöhnen  des  betreffenden  Monats  in  Abzug  bringt.
Wollte  man  als  Betrag  für  produktive  Löhne  alle  an  die  produktiven  Arbeiten ­
  gezahlten  Löhne  lt.  Lohnbuch  für  diesen  Zweck  herausziehen  und  als
Divisor  benutzen,  so  würde  man  zu  einem  falschen,  und  zwar  zu  günstigem
Ergebnis  kommen,  da  ein  Teil  der  produktiven  Löhne  für  Reparaturen  usw.
gezahlt  wird,  also  tatsächlich  unproduktiv  ist.
Der  so  ermittelte  Durchschnittsprozentsatz  der  Betriebsunkosten
dient  nur  zur  Kontrolle  und  Statistik.  Um  die  Betriebsunkosten  zwecks
Ermittlung  der  Selbstkosten  der  Fabrikate  auf  die  produktiven  Löhne  zuzuschlagen, ­
  muß  berechnet  werden,  mit  welchem  Unkostenprozentsatz
jede  der  15  Unterabteilungen  arbeitet.  Hierzu  ist  die  Zerlegung  der  Konten
E—M  erforderlich.  Bei  der  Kontierung  resp.  bei  Eintragung  der  Unkostenbeträge ­
  in  die  Sammellisten  ist  daher  die  Nummer  der  die  Unkosten  verursachten ­
  Unterabteilung  zu  vermerken.
Zwecks  Ermittlung  der  Prozentsätze  der  Unterabteilungen  wird
folgende  Aufstellung  gemacht:
        <pb n="90" />
        Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.

79

Ermittelung  der  Abteilungskosten  der  Unterabteilungen.

Konto:

Groß-Hobelei


Klein-Hobelei


Groß-Fräserei


Klein-Fräserei


Rund-Fräserei


usw.

Zusam
Jt

men

0/
/o

E
F
G
H
I
K
L
M

Sa.

Prod.  Löhne

Die  Unkosten
betragen  %

Aus  dieser  Aufstellung  geht  hervor,  welchen  Prozentsatz  die  Abteilungsunkosten ­
  von  den  produktiven  Löhnen  in  jeder  Unterabteilung  ausmachen. ­
  Sie  bewegen  sich  zwischen  15  und  230%.  Betragen  z.  B.  die
Abteilungsunko'sten  im  Durchschnitt  aller  Abteilungen  angenommen  35%
und  die  Gesamtunkosten  einschließlich  allgemeiner  Betriebsunkosten  110%,
so  entfallen  auf  die  eine  Abteilung,  die  den  niedrigsten  Prozentsatz  Abteilungsunkosten ­
  hat,  15%  +  (Differenz  zwischen  110  und  35%)  =  75%
=  90%  Gesamtunkosten,  während  bei  der  anderen  Abteilung  mit  230%  Abteilungsunkosten ­
  230%  +  75%  =  305%  Gesamtunkosten  sich  ergeben.
Diese  verschiedenen  Prozentsätze  für  Betriebsunkosten  werden  also
bei  der  Selbstkostenberechnung  auf  die  produktiven  Löhne  jeder  Unterabteilung ­
  zugeschlagen,  «derart,  daß  man  den  nach  oben  abgerundeten
Durchschnitt  des  vorigen  Jahres  nimmt  und  die  sich  ergebenden  Differenzen ­
  wegen  zu  hohen  oder  zu  niedrigen  Zuschlages  beim  Bücherabschluß
durch  Korrektionsbuchungen  reguliert.  Durch  die  Statistik  muß  natürlich
fortlaufend  geprüft  werden,  ob  die  Prozentsätze  noch  angewendet  werden
dürfen.
Die  Unkostenstatistik  ist  eine  der  wichtigsten  Aufstellungen,  weil  sie
1.  die  Höhe  der  Betriebsunkosten  und  deren  Ursprung  nachweist;
2.  die  Löhne  in  produktive  und  unproduktive  scheidet;
3.  das  Verhältnis  der  Betriebsunkosten  zu  den  produktiven  Löhnen
ausdrückt;
4.  dem  Betriebschef  ein  Mittel  an  die  Hand  gibt,  die  Unkostenbeträge
kennen  zu  lernen  und  für  deren  Herabminderung  zu  sorgen.
Die  Beträge,  welche  sich  aus  den  vorhin  erwähnten  Belegen  für  die
Selbstkosten  der  auf  eine  Order  fabrizierten  Maschinen  ergeben,  werden ­
  auf  einer  Sammelliste  zusammengestellt,  wie  das  Beispiel  zeigt
(s.Porm.  51a).  Diese  Zusammenstellung  wird  in  die  Teilliste  eingeklebt.
Die  Schlußsumme  wird  durch  die  Anzahl  der  Maschinen  dividiert  und
somit  die  Selbstkosten  für  eine  Maschine  ermittelt.  Am  Monatsschluß
        <pb n="91" />
        80

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  54.  Orig.-Größe  210  X  170  mm.

gibt  das  Lohnbureau  der  Betriebsbuchhalterei  eine  Aufstellung  der  Selbstkosten ­
  jeder  verrechneten  Maschine  zur  Verbuchung  auf  das  Bestände-Konto
  fertiger  Maschinen.
Bei  kleinen  Orders  für  andere  Betriebe  wird  für  Betriebsunkosten  der
Gesamtdurchschnittsprozentsatz  zugeschlagen;  für  auswärtige  Orders
kommen  dagegen  die  speziellen  Prozentsätze  der  in  Betracht  kommenden
Unterabteilungen  zur  Anrechnung.
Demgemäß  wird  das  Konto  des  Maschinenbaues  erkannt  und  das
Bestände-Konto  für  Maschinen  eigenen  Fabrikats  belastet.  Außerdem
wird  im  Lohnbureau  für  jede  Maschine  eine  Kontrollkarte  (Form.  54)-ausgefüllt.
  Diese  Karten  werden  ebenfalls  an  die  Buchhalterei  gegeben
und  sind  für  die  Kartothek  für  „vorrätige  Maschinen“  bestimmt,  deren
Zweck  später  noch  zur  Besprechung  gelangt.
Für  den  Abteilungschef  ist  zwecks  Eintragung  der  Selbstkosten  der
Maschinen  das  Formular  Nr.  55  bestimmt.  Für  jeden  Maschinentyp  wird
ein  solches  Selbstkostenkontrollformular  verwendet,  worauf  alle  Abrechnungen ­
  nacheinander  eingetragen  werden.  Die  Eintragung  der  Selbstkosten ­
  erfolgt  in  der  Weise,  daß  die  Materialien  nach  ihrer  Art  und  die
Löhne  nach  Unterabteilungen  zerlegt  werden,  damit  bei  jeder  Abrechnung
die  Differenzen  gegen  die  vorherige  Abrechnung  auf  deren  Ursprung  hin
untersucht  werden  kann.
Diese  Selbstkostenkontrollblätter  und  die  Unkostenstatistik
sind  für  den  Abteilungschef  das  Spiegelbild  seiner  Werkstatt;
in  diesem  Bewußtsein  wird  auf  ihre  richtige  und  prompte  Anfertigung ­
  die  größte  Sorgfalt  verwendet.

Fabrikations-Nr.  25  135.
Kontrollkarte  Nr.  942
F  räser  schleif  Maschine
Katalog-Nr.  21  B.  Modell-Nr.  II.
Angefertigt  auf  Order  Nr.  3706  V  für  50  Stück.  Verrechnet  April  190  7.

Selbstkosten.

Materialien
usw.

Härten

Löhne

Unkosten

Summa

Normal

228

5

42

190

68

206

54

630

54

Versandt  den  2./5.  190  7  auf  Order  Nr.  2995.  Fakturiert  Fakt.  B.  Mai  190  7.  Fol.  143.
Bemerkungen
        <pb n="92" />
        r

L  i  1  i  e  n  t  h  a  1,  Fabrikorganisation.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.  Magchine  Nr&amp;lt;  2 7B.  Mod.  II.  Benennung:

Materialien

Materialien

Bestellt

Fertig

Stück

Order-Nr.


Fabrikations-Nr.


Ausstattung

Eisengießerei ­


Metallgießerei ­


Schmiede

Stahllager ­


Normalien ­
 ­


Vorrätige ­

Teile

Materialien ­
 ­


Farben

Fremde
Abteilungen

Auswärts ­


Sa.
Material

Dat.

Dat.

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

Abtl.

A

A

A

A

A

A

25.19.  06

15-14.  07

50

3706  V.

25135/84

Normal

159
,

40

6

59

12

46

48

16

57

1

81

B.W.

69

1

79

231

50

(Linke  Buchseite.)  (Einlage  ==  x |2  Blatt.)

Fräserschleifmaschine.

Löhne

j  ^
JO
1  1-3

ne

Sa

Un

Sa.  Selbst-Härten



Hobelei

Fräserei

Räder-  u.
Gewindefräserei ­


Bohrerei

Dreherei

Schleiferei ­


Chucking

Revolverdreherei ­


Gußputzen ­


Lackiererei ­


Schaben

D.  V.
Montage

Kleine
Montage

Montage

Löhne

kosten

kosten

A

A

A

A

A

A

A

•5|

A  ^

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

A

.K

A

M.  A

A

A

A  j  S)

A

A

A

A

A  |  $

5

42

10

84

17

50

5

60

6  50

26

40

19

1  «

5

60

7

10

80

5

50

15

4  —

20

45

189

29

204

43

630  64

(Rückseite  der  Einlage.)  (Rechte  Buchseite.)  11
Form.  55.  Orig.-Größe  jeder  Seite  240X360  mm.

Die  Ermittelung  und  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.
        <pb n="93" />
        82

Die  Betriebsbuchführung.

Bezeichnung:  Fräser  Schleifmaschine.

o
ö
‘rS

o
m

cö

%
vom
Erlös

Verdienst ­

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K

Maschinenbau

3  *

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-4-3
S  aa
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5  42
Orig.-Schrau

 ­
  usw.
A  ^

&amp;lt;£&amp;gt;

3
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O

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Oo

Normal

Fabrikat.  -
Nr.

O0
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&amp;lt;M

3Ä
ö

50

&amp;lt;-t
T3
o

3706  V

Datum  der

Abrech ­
 ­


15./4.
07

Bestel ­
 ­


Die  genaue  Kenntnis  der
Selbstkosten  der  Maschinen
ist  in  erster  Linie  für  die
Direktion  von  außerordentlichem ­
  Wert.  Deshalb  werden ­
  auf  Formular  56  die  Ergebnisse ­
  der  jedesmaligen  Abrechnung ­
  eingetragen  und  bei
solchen  Maschinen,  zu  denen
als  Zubehör  Werkzeuge  geliefert ­
  werden,  auch  die  Selbstkosten ­
  der  Werkzeuge,  sowie
die  Kosten  für  eventuelles
Einrichten  der  Maschinen  mit
Spezialwerkzeugen  daneben  geschrieben. ­
  Den  so  ermittelten ­
  Gesamtherstellungskosten
stehen  in  den  folgenden  Rubriken ­
  der  Erlös  sowie  der  Bruttoverdienst ­
  gegenüber.  Diese
Blätter  für  Verdienstnachweise
sind,  katalogmäßig  geordnet,
in  Klemm-Mappen  untergebracht,
  welche  im  Direktionszimmer
  ihren  ständigen  Platz
haben.
Was  nun  den  Selbstkostennachweis ­
  für  die  „kleinen
Orders“  anbetrifft,  so  werden
dieselben  orderweise  in  die
Sammellisten  eingetragen,  und
zwar  getrennt  nach  Orders  für
1.  auswärtige  Kundschaft;
2.  jede  der  anderen  Abteilungen ­
  ;
3.  eigene  Betriebsunkosten;
4.  Neuanschaffung,  nach  Inventarklassen ­
  getrennt.
Am  Monatsschluß  werden
die  Listen  ad  1,  2  und  4  der
Betriebsbuchhalterei  zur  weiteren ­
  Verbuchung  übergeben,
während  die  Sammellisten  der
Unkosten-Konten  ad  3  im
Lohnbureau  verbleiben.
        <pb n="94" />
        Die  Auftragserteilung.  Die  Teillisten.  Die  Selbstkostenberechnung.

83

6*

Abteilung  III.  Spezialmaschinenbau.
Die  Auftragserteilung.
In  dieser  Abteilung  werden  neben  einigen  besonderen  Typen  der
katalogmäßigen  Maschinen  die  Spezialwerkzeugmaschinen  gebaut.  Die
Auftragserteilung  für  die  ersteren  Maschinen  erfolgt  in  derselben  Weise,
wie  im  Maschinenbau;  für  die  letzteren  ist  dagegen  das  Hauptorderbuch
bestimmt  (s.  S.  8).  Der  Spezialmaschinenbau  hat  also  sowohl  Vorratsbestellungen ­
  als  auch  Kundenbestellungen  auszuführen,  welche  den  Meistern
getrennt  in  deren  Orderbücher  übertragen  werden  (vgl.  S.  41).
Die  kleinen  Orders,  sowie  die  Bestellungen  anderer  Werkstätten
werden  in  gleicher  Weise  wie  im  Maschinenbau  behandelt  (vgl.  S.  42).
Die  Teillisten.
Bezüglich  der  Teillisten,  für  welche  ebenfalls  die  Formulare  29,  30,
31  und  32  verwendet  werden,  ist  zu  erwähnen,  daß  im  Spezialmaschinenbau
  infolge  der  Einzelanfertigung  von  Maschinen  natürlich  auch  Teillisten
über  nur  eine'  Maschine  angefertigt  werden  müssen.

Die  Selbstkostenberechnung.

Die  Betriebsbuchführung  in  dieser  Abteilung  weicht  von  der  des
Maschinenbaues  nur  hinsichtlich  der  Selbstkostenberechnung  ab,  und  zwar
geschieht  der  Zuschlag  der  Betriebsunkosten  mit  Bücksicht  auf  die  teilweise ­
  Einzelfabrikation  auf  eine  andere  Weise.
Die  Betriebsunkosten  werden  hier  unterschieden  in
1.  Maschinenunkosten;
2.  Abteilungsunkosten;
3.  Gemeinschaftliche  Unkosten.
Die  Maschinenunkosten  setzen  sich  zusammen  aus  den  Beträgen  für
Abschreibungen  (Konto  E)  und  Kraft  (Konto  J)  und  sind  für  jede  Maschine ­
  pro  Arbeitsstunde  auf  einer  Tabelle  in  folgender  Weise  festgesetzt:

Abschrei-Arbeits-







Inventar-Nr.


bung
pro  Jahr

stunden

bung  pro
Arbeits-A



pro  Jahr

stunde

Hobelmaschine  .  .  .

4412

,,

4419

99

4421

Fräsmaschine  ....

4422

Hobelmaschine  .  .  .

4426

Leitspindeldrehbank

4430

99

4431

Hobelmaschine  .  .  .

usw.

Kraftverbrauch ­

pr.  Stunde

Sa.
Unkosten
X  A
        <pb n="95" />
        84

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Abteilungsunkosten  setzen  sich  zusammen  aus  den  Beträgen
der  Konten  F—H  und  K—M.  Die  Ermittlung  dieser  Kosten  für  die  Unterabteilungen ­
  geschieht  auf  dieselbe  Weise,  wie  im  Maschinenbau.  Die  gemeinschaftlichen ­
  Unkosten  bilden  die  Beträge  der  Konten  N—Q  a  und
der  Anteil  an  allgemeinen  Unkosten.
Nachdem  die  auf  die  Teillisten  übertragenen  Löhne  addiert  sind,  wird
an  Hand  der  Akkordscheine  festgestellt,  wieviel  Maschinenstunden  auf
jede  in  Betracht  kommende  Maschine  entfallen.  Zu  diesem  Zweck  werden
die  Akkordscheine  nach  den  Nummern  der  Maschinen  geordnet  und  die
Stunden  jeder  Maschine  zusammengezählt  und  unter  Angabe  der  Maschinennummer ­
  untereinandergestellt,  z.  B.:

Nr.  der
Maschine

Stunden

Unkosten
pro  Stunde

Zusammen

4419

122

4421

42

4426

21

4431

86

Akkordscheine  für  Handarbeit  kommen  hierbei  natürlich  nicht  in
Frage.  Nachdem  die  Stunden  mit  dem  Unkostensatz  pro  Stunde  multipliziert ­
  sind,  addiert  man  die  Beträge  und  gelangt  so  zu  den  Gesamtmaschinenunkosten ­
  der  betreffenden  Order.
Die  Ermittlung  der  Abteilungsunkosten  erfolgt  auf  dieselbe  Weise,
wie  im  Maschinenbau,  jedoch  fallen  hier  die  als  Maschinenunkosten  figurierenden ­
  Beträge  der  Konten  E  und  J  weg.  Der  Zuschlag  für  Abteilungsunkosten ­
  geschieht  prozentual  auf  die  produktiven  Löhne,  die  in  jeder
Abteilung  für  die  betreffende  Order  lt.  Teillisten  gezahlt  sind,  und  zwar
zuzüglich  der  für  jede  Unterabteilung  prozentual  gleichen  gemeinschaftlichen ­
  Unkosten.

Abteilung  IY.  Werkzeugbau.
In  der  Abteilung  Werkzeugbau  werden  die  katalogmäßigen  Werkzeuge ­
  hergestellt  und  zwar,  je  nachdem  eine  rationelle  Fabrikation  oder
der  Bedarf  es  notwendig  erscheinen  lassen,  bis  zu  Tausenden  von  Stücken
auf  eine  Bestellung.

Die  Auftragserteilung.
Sämtliche  Bestellungen  gehen  vom  Werkzeuglager  aus  und  erfolgen
mittels  Bestellzettels  lt.  Formular  57.  Nachdem  diese  Bestellungen  von
der  Direktion  genehmigt  sind,  erhalten  die  einzelnen  Positionen  im
Betriebsbureau  des  Werkzeugbaues  fortlaufende  Bestellnummern  (s.  Beispiel). ­
  Hierauf  wird  für  jeden  Posten  mit  schapirographischer  Tinte
die  Arbeitsbegleitkarte  (Form.  58)  ausgefüllt  und  mittels  eines  Schapiro-
        <pb n="96" />
        Die  Auftragserteilung.

85

Form.  57.  Orig.-Größe  260  X  220  mm.

graphblattes  auf  die  Formulare  59,  60,  61  und  62,  ferner  in  die  Orderbücher ­
  der  in  Betracht  kommenden  Meister,  des  Betriebsbureaus  und
des  Lohnbureaus  übertragen.  Durchschnittlich  wird  eine  Bestellung,  die
also  nur  einmal  geschrieben  wird,  18  mal  vervielfältigt,  da  einige  der
vorhin  genannten  Formulare  4—6  mal  gebraucht  werden.  Das  Schapirographblatt
  kann  für  verschiedenen  Text  4—5  mal  gebraucht  werden,  nur
muß  man  dasselbe  jedesmal  ungefähr  14  Tage  liegen  lassen,  bis  die  Tinte
vollständig  in  die  Masse  eingedrungen  ist  und  nicht  mehr  abdruckt.
Der  Zweck  der  einzelnen  Formulare  wird  spater  besprochen  werden.
Die  Liefertermine  für  die  einzelnen  Unterabteilungen  resp.  Operationen
werden  von  der  Betriebsleitung  festgesetzt.  Diese  Liefertermine  befinden
sich  auf  allen  erwähnten  Formularen  und  sind  in  dem  gezeigten  Beispiel
folgendermaßen  zu  verstehen:

M

=  Material

ZU

liefern  bis

5.  April

D

=  Dreherei

55

55

55

10.  Mai,

F

=  Fräserei

55

55

5  5

30.  Mai,

St

=  Stempelei

55

55

55

1.  Juni,

S

=  Schleiferei

55

55

55

8.  Juni,

Hd

-=  Hinterdreherei

55

55

55

22.  Juni,

H

=  Härterei

55

55

55

27.  Juni,

Ss

=  Scharfschleiferei

55

55

55

10.  Juli,

R

=  Revision

55

55

55

13.  Juli.

Nachdem  die  Bestellungen  (Form.  57)  auf  die  vorhin  geschilderte
Weise  in  die  Werkstatt  gegeben  sind,  wird  der  Bestellschein  dem  Werkzeuglager ­
  zwecks  Kenntnisnahme  der  Bestellnummern  zurückgegeben.
Im  Werkzeuglager  werden  diese  Nummern  auf  Skontrobogen  notiert,
worauf  die  Bestellscheine*  wieder  in  den  Werkzeugbau  geschickt  werden.
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Bestellung  an  den  Werkzeugbau.

Bestell-Nr.

Stück

Katalogbezeichnung.

U  msatz

Lagerbestand

1905

1906

190  7

23921

100

Fassonfräser  Fs  Nr.  1

136

158

53

41

23922

100

„  „  Nr.  2

121

140

45

53

23923

50

„  „  Nr.  3

69

78

22

16

23924

500

Walzenfräser  Fw  15  mm  0

601

750

194

110

23925

500

„  „  20  mm  0

574

613

181

88

J

~

|

BERLIN,  den  2.  April  190  7.  Genehmigt
Die  Direktion

Beantragt  von  Gesehen
        <pb n="97" />
        Ord.

Bestell-Nr.

Material

Zeichnung  Nr.

Datum

23921

O.  St.

215  W.

2.  Avril  07  oo
CD

Form.  58.  Vorder-  und  Rückseite.  Orig.-Größe  einer  Seite  150  X  100  mm.

Abteilung

Davon  sint
Abteilung

1  geliefert:
Abteilung

Abteilung

Revisi

onsv

ermerke.

Datum

Order

Stück

Bemerk.

Datum

Order

Stück

Bemerk.

Datum

Order

Stück

Bemerk.

Datum

Order

Stück

Bemerk.

Datum

Order

Stück

Bemerkungen

Form.  58.  Innenseiten.

Die  Betriebsbucliführung.
        <pb n="98" />
        Die  Auftragserteilung.

87

Form.  60,  61,  63.  Orig.-Größe  125X75  mm.

Tu.  1.  &amp;amp;  Co.
Akkordschein  für  Abtlg.  ..  .  Operation.

Order

Bestell-Nr.

Material

|  Zeichnung  Nr.

Datum

Akkordpreis

23921

O.  St.

215  W.

2.  April  07

einzeln

zusammen

100  Fassonfräser  Fs.  Nr.  1.
MD  F  8t  S  Hd  H  Ss  R
5.14.  10.15.  30.15.  1.16.  8.16.  22.16.  27.16.  10.,17.  13./7.

V  orschüase

Dat.

Unterschrift
des  Meisters

Dat.

Der  Akkordpreis
ist  genehmigt  von

Dat.

Die  Arbeit  ist  geprüft  u.
für  richtig  befunden  von

Dat.

M,  $

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Akkordschein  für  Abtlg.  Operation

Order

Bestell-Nr.

Material

Zeichnung  Nr.

Datum

Akkordpreis

23921

G.  St.

215  W.

2.  April  07

einzeln

zusammen

100  Fassonfräser  Fs.  Nr.  1.
MD  F  St  S  Hd  H  Ss  R
5.14.  10.J5.  30./5.  1.16.  8.j6.  22.j6.  27.,16.  10.,17.  13./7.

Vorschüsse

Dat.

Unterschrift
des  Meisters

y.  ■  Der  Akkordpreis
1JaL '  ist  genehmigt  von

Dat.

Die  Arbeit  ist  geprüft  u.
für  richtig  befunden  von

Dat.

M.  A

Form.  59.  Orig.-Größe  200  X  100  mm.

23921  0.  St.  215  W.  2.  April  07
100  Fassonfräser  Fs.  Nr.  1.
MD  F  St  S  Hd  H  Ss  R
5.14.  10./5.  30.15.  1.16.  8.16.  22.,16.  27.\6.  10.\7.  13.\7.
        <pb n="99" />
        88

Die  Betriebsbuchführung.

Best.-Nr.

Ord.-Nr.

Ausschuß  wurden:

Datum  der  Bestellung

23921

Stück

2.  April  07

100  Fassonfräser  Fs.  Nr  1.

Geliefert  sind:

Geliefert  sind:

Geliefert  sind:

Order

Datum

Stück

Zusammen ­


Order

Datum

Stück

Zusammen ­


Order

Datum

Stück

Zusammen ­


15./7.

20

20.f7.

25

45

24.j7.

17

62

1./8.

38

100

_

Nach  erfolgter  Restlieferung  ist  diese  Karte  sofort  in  das  Werkzeuglager
und  von  hier  in  das  Lohnbureau  zu  schicken.
Form.  Orig.-Größe  150X  100  mm.

Die  Seli)stko  stenbüch  er.
Im  Lolmbureau  werden  die  Bestellungen  sofort  auf  die  Selbstkostennachweisforrnulare
  64  übertragen.  Diese  Formulare  sind  so  eingerichtet,
daß  mehrere  Bestellungen  hintereinander  und  die  jedesmaligen  Selbstkosten ­
  nebeneinander  eingetragen  werden  können.  Für  jeden  Werkzeugtyp
ist  natürlich  ein  Blatt  nötig;  die  einzelnen  Blätter  werden  katalogmäßig
geordnet  in  Klemm-Mappen  aufbewahrt.  Ist  eine  Bestellung  erledigt  und
sind  die  auf  dem  Kostennachweisformular  64  angesammelten  Selbstkosten ­
  für  das  Werkzeuglager  verrechnet,  so  wird  das  Formular  aus  dieser
Mappe  herausgenommen  und  vorläufig  in  eine  andere  abgelegt,  wo  es
so  lange  verbleibt,  bis  eine  neue  Bestellung  erfolgt.  Man  scheidet  also  die
Selbstkostenformulare  immer  in  unerledigte  und  erledigte.  Das  Übertragen ­
  von  Löhnen  und  Materialkosten  geht  dadurch  schneller  vonstatten,
da  man  weniger  und  nur  solche  Formulare  in  der  Mappe  hat,  die  man  tatsächlich ­
  braucht.

Die  Arbeitsbegleitkarte.
Wo  und  wann  die  Arbeitsbegleitkarte  (Form.  58)  ausgeschrieben
wird,  ist  bereits  gesagt.  Die  Gründe,  welche  für  die  Notwendigkeit  dieser
Karten  sprechen,  sind  im  allgemeinen  dieselben  wie  im  Maschinenbau.
Die  Materialbestellung.
Das  Material  für  die  Werkzeuge  wird  im  Betriebsbureau  des  Werkzeugbaues ­
  bestellt.  Hierbei  kommen  genau  dieselben  Formulare  zur  Verwendung ­
  wie  im  Maschinenbau.  Als  Liefertermin  für  die  Materialien  wird
        <pb n="100" />
        Kostennachweis  für  Fassonfräser  Fs.  Nr.  1.

Bruttopreis  Ji
Selbstkosten  „

Zulässige  Selbstkosten

Bestell-Nr.

23921

Material  Ji

2,50

Material  Ji

2

50

10,—

Härten  „

0,50

Härten  „

—

45

Löhne  „

2,-Löhne

  „

1

36

s-Unkosten

  „

3,-Unkosten

  _  „

2

04

Summa  Ji

8,—

Summa  Ji

6

35

28120

Dat.

Stück

Bemerkungen

Liefertermin ­


Arbeiter

Löhne

Materialien  und  Arbeiten  fremder

Werkstätten

Nr.

und
geliefert

Dat.

Namen

Beschäftigung ­


ä

zusamm.
JL  '  Bi

Dat.

Material
JL  1  Bi

Härten
JL  Bi

Löhne
JL  Bi

Unkosten
JL  |  Bi

Summa
JL  Bi

2.14.

23921

100

13.17.

10.  4.

Mann

Dr.

0,25

25

—

7./4.

Stahll.

250

250

_

07

07

25.15.

Klein

Fr.

0,20

20

—

8.16.

Braun

St.

0,01

1

—

2.17.

Härter  ei

45

—

45

—

10./6.

Hamann

S.

0,10

10

—

15-16.

Krause

HD.

0,65

65

—

8.j7.

Pohl

Schl.

0,15

15

—

136

—

lO.jlO.
07

28120

100

Form.  64.  Orig.-Größe  240X360  mm.

oo
CD

Die  Materialbestellung.
        <pb n="101" />
        90

Die  Betriebsbuchführung.

das  Datum  angegeben,  welches  auf  der  Arbeitsbegleitkarte  hierfür  festgesetzt ­
  wurde,  im  angeführten  Beispiel  also  der  5.  April.
Wie  im  Maschinenbau,  so  besteht  auch  im  Werkzeugbau  eine  Ablieferungsstelle ­
  für  Materialien,  wohin  die  liefernden  Werkstätten  und  Lager
die  Materialien  zu  schicken  haben.  An  dieser  Stelle  werden  die  Arbeitsbegleitkarten ­
  zu  dem  Material  gelegt  und  bei  Beginn  der  Bearbeitung
des  Materials  mit  in  die  Werkstatt  gegeben.  Für  die  Materiallieferung  an
den  Werkzeugbau  kommen  meist  nur  das  Stahllager  und  die  Schmiede  in
Betracht.  Die  Bestellungen  erfolgen  lt.  Formular  37  und  38  in  zweifacher ­
  Ausführung.

Die  Kontrolle  der  Liefertermine.
Im  Interesse  der  Ordnung  und  um  für  solche  Werkzeuge,  die  im  Lager
nicht  vorhanden  sein  sollten,  bei  Anfrage  und  Bestellungen  der  Kundschaft
Liefertermine  abgeben  zu  können,  wird  über  die  Einhaltung  der  Liefertermine ­
  in  der  Werkstatt  laufend  Kontrolle  geführt.  Mit  dieser  Kontrolle
ist  ein  Beamter  im  Betriebsbureau  betraut,  für  welchen  die  Formulare  60
und  61  bestimmt  sind.  Die  ersteren  Formulare  befinden  sich  in  einem
Kasten  in  katalogmäßiger  Reihenfolge,  während  die  letzteren  in  einem
anderen  Kasten  nach  Lieferdaten  geordnet  sind.  Die  im  Beispiel  angeführte
Karte  würde  also  unter  dem  5.  April  abgelegt  sein,  d.  i.  dem  Datum,  an
welchem  das  Material  geliefert  werden  soll.  Der  die  Kontrolle  führende
Beamte  erhält  bei  Anlieferung  der  Materiahen  die  Lieferscheine  resp.
Duplikatbestellungen  zwecks  Vermerkung  auf  beiden  Karten  seiner  Kartothek, ­
  welche  in  der  Weise  geschieht,  daß  er  das  Datum  durchstreicht.
Gleichzeitig  wird  die  Datumkarte  (Form.  61)  unter  dem  nächsten  Datum
(10.  Mai)  abgelegt.  Die  Karte  Form.  60  bleibt  dagegen  bis  zur  Fertigstellung ­
  der  Werkzeuge  an  demselben  Platz  stehen.  Ist  nun  der  10.  Mai
herangekommen,  so  nimmt  der  Kontrollbeamte  die  Karte  Form.  61  aus
dem  Kasten  heraus  und  geht  zum  betreffenden  Meister,  um  sich  zu  erkundigen, ­
  ob  die  Lieferung  erfolgt  ist,  resp.  um  das  Datum  der  Lieferung
zu  erfahren.  Damit  der  Meister  zwecks  Einhaltung  der  ihm  vorgeschriebenen
Liefertermine  rechtzeitig  die  richtigen  Dispositionen  treffen  kann,  wird  für
ihn  außer  seinem  Orderbuch  noch  die  Karte  lt.  Formular  62  ausgefertigt.
Diese  Karten  werden  nach  den  Lieferdaten  in  seiner  Kartothek  abgelegt, ­
  so  daß  die  Karten  sämtlicher  an  demselben  Tage  zu  liefernden  Werkzeuge ­
  hintereinander  stehen.
Der  Meister  ist  verpflichtet,  bei  früherer  Lieferung,  als  vorgesehen,
dem  Kontrollbeamten  Mitteilung  zu  machen,  indem  er  demselben  seine
Karte  (Form.  62)  mit  dem  geänderten  Datum  zustellt.  Muß  das  Lieferdatum ­
  dagegen  aus  irgend  einem  Grunde  hinausgeschoben  werden,  so  verschieben ­
  sich  natürlich  alle  folgenden  Daten,  welche  der  Kontrollbeamte
auf  den  Arbeitsbegleitkarten,  der  Meisterkarte  und  in  seiner  Kartothek
dementsprechend  zu  ändern  hat.  Dasselbe  hat  auch  zu  geschehen,  wenn
der  Liefertermin  früher  gelegt  worden  ist.
        <pb n="102" />
        Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne.  Die  Lohnverrechnung.

91

In  der  Kartothek  des  Kontrollbeamten  kann  man  stets  erfahren:
1.  ob  überhaupt  Werkzeuge  von  irgend  einer  Art  in  der  Fabrikation  sind;
2.  in  welchem  Stadium  der  Bearbeitung  resp.  in  welcher  Werkstatt  sie
sind;
3.  wann  auf  Lieferung  zu  rechnen  ist.
Nach  Fertigstellung  und  nach  Richtigbefund  durch  die  Revision
werden  die  Werkzeuge  an  eine  Ablieferungsstelle  geschickt.  Hier  werden
dieselben  auf  der  Lieferkarte  (Form.  63)  notiert  und  an  den  Besteller,
das  Werkzeuglager,  zur  Ablieferung  gebracht.  Bei  der  Restlieferung  wird
die  Karte  (Form.  63)  mit  an  das  Werkzeuglager  gegeben,  damit  der
Lagerverwalter  darauf  aufmerksam  wird,  daß  die  Bestellung  ausgeliefert
ist.  —  Dies  ist  besonders  in  solchen  Fällen  sehr  wichtig,  wenn  nicht  die
volle  bestellte  Anzahl  wegen  Ausschuß,  der  nicht  ersetzt  wird,  geliefert
werden  kann.  Nachdem  die  Lagerverwaltung  von  der  Restlieferung  Notiz
genommen  hat,  werden  die  Karten  dem  Lohnbureau  zugestellt,  welches
auf  Grund  dieser  Meldung  die  Selbstkostenberechnung  vornimmt.
Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne.
Für  sämtliche  katalogmäßigen  Werkzeuge  werden  die  Akkordlöhne
für  jede  Operation  von  Lohnkalkulatoren  festgesetzt.  Diesen  werden
daher  die  Akkordscheine  (Form.  59)  übergeben,  damit  sie  die  Preise  einsetzen,
  worauf  die  Scheine  dem  betreffenden  Meister  zugestellt  werden.
Der  Meister  darf  diese  Preise  ohne  Genehmigung  des  Abteilungschefs  nicht
ändern.  Eine  Änderung  der  festgesetzten  Akkorde  darf  überhaupt  nur  dann
vorgenommen  werden,  wenn  die  Arbeitsstücke  oder  die  Arbeitsmethoden
geändert  worden  sind.
Die  Akkordscheine  werden  in  zwei  Exemplaren  ausgefertigt,  wovon
das  eine  der  Meister,  das  andere  das  Lohnbureau  erhält.  Der  Meister
ordnet  die  Akkordscheine  in  katalogmäßiger  Reihenfolge  und  hebt  sie  auf,
bis  er  die  Arbeit  aufnimmt.  Alsdann  schreibt  er  den  Namen  des  Arbeiters
und  das  Datum  der  Ausgabe  auf  den  Schein  und  händigt  diesen  dem
Arbeiter  aus.
Der  Duplikatschein  wird  im  Lohnbureau  sofort  auf  die  Abrechnungsstelle ­
  der  betreffenden  Order  übertragen  und  nach  Fertigstellung  der  Arbeit
mit,  dem  Unikatschein  zusammengeheftet,  nachdem  geprüft  worden  ist,
ob  sich  die  Beträge  auf  beiden  Scheinen  decken.
Die  Lohnverrechnung.
Die  Lohnverrechnung  geschieht  in  derselben  Weise  wie  im  Maschinenbau. ­
  Die  Stundenlohnarbeiter  geben  ihre  Zeit  ebenfalls  auf  einem  Wochenzettel ­
  an  (Form.  42),  während  bei  den  Akkordarbeitern  eine  Zeitangabe
für  die  einzelnen  Akkorde  nicht  verlangt  wird,  weil  die  Angaben  über  die
verhältnismäßig  kurzen  Arbeitszeiten  zu  wenig  zuverlässig  sind.  Gruppenakkorde
  kommen  in  dieser  Abteilung  nicht  vor.
        <pb n="103" />
        92

Die  Betriebsbachführung.

Die  Selbstkostenberechnung.
Für  die  Nachweisung  der  Selbstkosten  ist  das  bereits  erwähnte  Formular ­
  64  bestimmt.  Hierauf  werden  die  Beträge  der  Materialbestellzettel, ­
  welche  mit  ausgefüllten  Preisen  an  das  Lohnbureau  zurückkommen,
übertragen,  desgleichen  auch  die  Beträge  der  Entnahmescheine  für  Normalien ­
  und  der  Bestellzettel  an  die  Härterei.  Die  Eintragung  der  Löhne
erfolgt  laut  der  Akkordscheine  und  Wochenzettel.
Der  Zuschlag  für  Betriebsunkosten  geschieht  prozentual  auf  die  produktiven ­
  Löhne  und  ist  in  den  einzelnen  Unterabteilungen  teilweise  ein
verschieden  hoher.
Für  die  Berechnung  der  Betriebsunkosten  ist  ebenfalls  die  Unkostenstatistik ­
  (Form.  53)  bestimmt.  Die  Abteilungsunkosten  werden  für  folgende
Unterabteilungen  in  derselben  Weise  wie  im  Maschinenbau  ermittelt:
1.  Dreherei.
2.  Automatische-  und  Bevolverdreherei.
3.  Fräserei.
4.  Rundschleiferei.
5.  Plan-  und  Scharfschleiferei.
6.  Spannfutterabteilung.
7.  Schneideeisenabteilung.
8.  Gewindebohrerabteilung.
9.  Lehrenabteilung.
10.  Poliererei.
11.  Stempelei  und  Graviererei.
Der  Prozentsatz  für  Abteilungskosten  zuzüglich  desjenigen  für  gemeinschaftliche ­
  und  allgemeine  Unkosten  ergibt  also  den  Zuschlag  für  Betriebsunkosten ­
  für  die  einzelnen  Werkzeugsorten.
Die  Selbstkosten  werden,  wie  bereits  erwähnt,  dem  Werkzeuglager
(Bestände-Konto  4)  in  Rechnung  gestellt,  und  zwar  auf  Sammellisten
(Form.  51)  getrennt  nach  Beträgen  für  Material,  Härtekosten,  Löhne
und  Betriebsunkosten.  Der  sich  aus  dieser  Rechnung  ergebende  Selbstkostenbetrag ­
  für  ein  Stück  wird  auf  dem  Selbstkostennachweisformular  64
eingetragen  und  gleichzeitig  kontrolliert,  ob  die  nach  bestimmten  Grundsätzen ­
  ausgerechneten  „zulässigen  Selbstkosten“  nicht  etwa  überschritten
worden  sind.  Bei  der  nächsten  Selbstkostennachweisung  werden  die  Beträge ­
  neben  die  vorhergehenden  geschrieben  und  so  die  Schwankungen
der  Selbstkosten  fortlaufend  kontrolliert.  Ergeben  sich  hierbei  größere
Differenzen,  so  wird  natürlich  die  Ursache  ermittelt.
Um  die  Höhe  der  Selbstkosten  dem  Abteilungschef  zur  Kenntnis
zu  bringen,  ist  eine  Kartothek  eingerichtet,  die  für  jeden  Werkzeugtyp
eine  Karte  (Form.  65)  enthält.  Auf  dieser  Karte  sind  ebenfalls  die  zulässigen ­
  Selbstkosten  vermerkt,  so  daß  ein  Vergleich  zwischen  diesen  und
den  tatsächlichen  Selbstkosten  stattfinden  kann.  Die  Angabe  des  Umsatzes ­
  in  den  einzelnen  Jahren  dient  zur  Disposition  bei  Bestellungen  und
eventueller  Anfertigung  von  Fabrikationseinrichtungen.
        <pb n="104" />
        Die  Selbstkostenberechnung.

93

Fassonfräser

Katalog  Fs.

Nr.  1.

Verkaufspreis

Zulässige  Selbstkosten

brutto  Jt

10.—

X

8.—

netto  X

10.—  \

X

Selbstkosten  laut  Abrechnung

Datum
Bestellung  Abrechnung

Best.-Nr.

Stück  Sel b stkosten  P-  Stck.

Verkauft
Jahr  Stück

Bemerkungen

2.14.  07

.Juli  07

23921

100

35

1905  ,  136
1900  158
1907  r

Form.  65.  Vorderseite.  Orig.-Größe  150X100  mm.

Verkauft

Monat

1904

1905

1906

Stück  -

Stück

Stück

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

Sa.

1  I

Form.  65.  Rückseite.

Um  die  Direktion  über  die  jedesmaligen  Selbstkostenbeträge  zu  informieren, ­
  sind  sämtliche  Werkzeuge  in  einer  folgendermaßen  eingerichteten ­
  Liste  mit  Verkaufspreisen,  zulässigen  Selbstkosten  und  effektiven
Selbstkosten  aufgestellt:

Werkzeugbenennung

Brutto-Netto-




Selbstkosten ­

X  i  Fh

Selbstkosten ­


Selbstkosten  im
laufenden  Jahre

X

3,

X

3\

Inven
X

ur

J  anuar
X  !  $

Febru
X

ar

usw.
        <pb n="105" />
        94

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Beträge  jeder  Abrechnung  werden  in  dieser  Liste  in  die  betreffende
Monatsrubrik  eingetragen  und  zwar  derart,  daß  man  nach  dem  Prozentsatz ­
  des  Verdienstes  verschiedene  Farben  wählt
z.  B.  bei  einem  Verdienst  bis  10%  schwarz,
bei  einem  Verdienst  von  10—15%  rot
und  so  fort.  Etwa  vorkommende  Selbstkostenbeträge,  die  über  die  zulässigen ­
  Selbstkosten  hinausgehen,  also  Verluste  ergeben,  werden  durch
Ausrufungszeichen  gekennzeichnet.

Abteilung  Y.  Spezialwerkzeugbau.
In  dieser  Abteilung  werden  die  Spezialwerkzeuge  und  Vorrichtungen
hergestellt  und  zwar  sowohl  für  die  Kundschaft  als  auch  für  die  eigenen
Betriebe.

Die  Auftragserteilung.
Die  Orders  der  auswärtigen  Kundschaft  gelangen  im  Hauptkontor
zur  Eintragung  in  die  Hauptorderbücher,  welche  für  den  Spezialwerkzeugbau ­
  in  zwei  Exemplaren  ausgefertigt  werden,  wovon  ein  Exemplar  das
technische  Bureau,  das  andere  das  Betriebsbureau  erhält.  Von  diesen
Orders  sind  jedoch  sehr  viele  für  die  Weitergabe  in  die  Werkstätten  noch
nicht  genug  detailliert  und  müssen  erst  im  technischen  Bureau  durchgearbeitet ­
  werden.  Ist  dies  geschehen,  so  wird  jeder  Position  der  Order,
auch  wenn  diese  nur  über  ein  Stück  lautet,  eine  laufende  Bestellnummer
gegeben.  Jede  dieser  Bestellnummern  wird  nun  genau  so  weiter  behandelt,
wie  im  Katalogwerkzeugbau,  unter  Benutzung  der  Formulare  58,  59,
60,  61  und  62.  Aufträge  der  eigenen  Betriebe  werden  auf  Bestellzetteln
(Form.  28)  erteilt,  und  es  geschieht  die  weitere  Behandlung  in  derselben
Weise,  wie  vorhin  bei  den  auswärtigen  Orders  geschildert.

Die  Selbstkostenbücher.
Zum  Zweck  des  Selbstkostennachweises  sind  in  dem  Spezialwerkzeugbau ­
  die  Bücher  lt.  Formular  33  im  Gebrauch,  in  welche  die  Orders
in  chronologischer  Reihenfolge  eingetragen  werden.  Für  die  Aufträge
der  Kundschaft  und  die  der  eigenen  Betriebe,  ist  je  ein  Buch  vorhanden
und  die  Bestellnummern  für  die  einzelnen  Arten  der  Orders  sind  in  bestimmte ­
  Zahlenkreise  verteilt,  so  daß  man  an  der  Bestellnummer  schon
sehen  kann,  ob  dieselbe  sich  auf  eine  auswärtige  Order  oder  eine  Betriebsorder ­
  bezieht.
Die  Materialbestellung,  die  Kontrolle  der  Liefertermine,  die  Kalkulation ­
  der  Akkordlöhne  und  die  Lohnverrechnung  werden  in  derselben
Weise  behandelt  wie  im  Katalogwerkzeugbau,  und  nur  bezüglich  der  Selbstkostenberechnung ­
  sind  Abweichungen  zu  erwähnen.
        <pb n="106" />
        Die  Auftragserteilung.

95

Die  Selbstkosten  der  auswärtigen  Orders  werden  auf  Sammellisten
getrennt  nach  Beträgen  für  Material,  Härtekosten,  Löhne  und  Unkosten
und  orderweise  nachgewiesen.  Der  Unkostenzuschlag  ist  für  alle  Arbeiten
und  in  der  ganzen  Abteilung  derselbe,  da  sich  hier  Unterabteilungen  nicht
scharf  genug  trennen  lassen.  Die  Selbstkosten  für  Bestellungen  eigener
Betriebe  werden  ebenfalls  auf  Sammellisten  abgerechnet  und  außerdem
auf  dem  Bestellzettel  eingetragen,  worauf  dieser  Zettel  der  bestellenden
Abteilung  zurückgegeben  wird.
Um  zu  ermitteln,  welcher  Verdienst  an  den  Orders  für  auswärtige
Kundschaft  geblieben  ist,  wird  folgende  Aufstellung  gemacht,  die  erst  dem
Abteilungschef  und  dann  der  Direktion  monatlich  vorzulegen  ist.

(Linke  Seite  der  Aufstellung.)  (Rechte  Seite  der  Aufstellung.)

Order-Nr.

Datum
der
Bestellung ­


Datum
der
Fertigstellung ­


Kurze  Benen-Besteller
  nung  der
Werkzeuge

Selbstkosten ­

A

Erlös
A

Verdienst ­

A

Der  Verdienst ­
  beträgt ­
  vom
ErlÖ3
0/
/o

In  dieser  Aufstellung  werden  nur  die  Gesamtbeträge  der  ganzen  Order
eingetragen,  da  besonders  bei  Einrichtungen  nicht  für  jedes  einzelne
Werkzeug  ein  Verkaufspreis  feststeht.  Die  Beträge  für  den  Erlös  werden
in  der  Eakturenabteilung  eingesetzt.
Abteilung  VI.  Normalienfabrik.
Die  Abteilung  Normalienfabrik  befaßt  sich  mit  der  Fabrikation
normalisierter  Maschinenteile,  wie  Schrauben,  Muttern,  Stifte,  Hefte,
Kurbeln,  Handräder,  Zahnräder  u.  dgl.  sowohl  für  den  eigenen  Betrieb
als  auch  für  auswärtige  Kunden.  Die  vorwiegend  automatische  Fabrikation ­
  dieser  Teile  stellt  bezüglich  der  Selbstkostenberechnung  an  die
Betriebsbuchführung  natürlich  andere  Forderungen,  als  die  der  anderen
bisher  besprochenen  Abteilungen.
Die  Auftragserteilung.
Die  Aufträge  für  diese  Abteilung  gehen  vom  Normalienlager  aus  und
werden  mittels  Formulars  66  überschrieben.  Der  Verwalter  des  Normalienlagers ­
  hat  für  rechtzeitige  Bestellung  Sorge  zu  tragen  und  den
Umfang  der  Bestellung  dem  Bedarf  anzupassen.  Alle  Bestellungen  müssen
von  der  Fabrikleitung  genehmigt  werden.
Im  Lohnbureau  erhält  jede  einzelne  Bestellung  eine  fortlaufende
Bestellnummer,  unter  welcher  die  Bestellung  in  die  Orderbücher  der
Meister  eingetragen  werden.
        <pb n="107" />
        "

96
L»  L.  &amp;amp;  Co*

Die  Betriebsbuchführung.
Bestellung  an  die  Normalienfabrik.

Laufende  Nr.  742

Bestell-Stück



Gegenstand

Schrauben

Mod.

Nr.

Liefer-Bemerkungen



Nr.

Form

0

Länge

termin

3260

10000

Schrauben

IV

10

18

1.  6.  07

5261

500

Stellringe

14  d.

10.f6.  07

5262

1000

Handräder

7

1.16.  07

5263

300

Kupplungsmuffen

1

15.17.  07

J  L

BERLIN,  den  1.  April  190  7
Form.  (56.  Orig.-Größe  220X150  mm.
Die  Selbstkostennachweiskarten.
Zwecks  Nachweisung  der  Selbstkosten  wird  im  Lohnbureau  für  jede
Bestellung  eine  Karte  (Form.  67)  verwendet,  auf  welcher  die  Bestellung ­
  bei  Eintreffen  im  Bureau  sofort  eingetragen  wird.  Auf  diese  Karte
werden  später  sämtliche  Lohn-  und  Materialienbeträge  übertragen,  außerdem ­
  die  Nummer  der  lt.  Akkordschein  zur  Bearbeitung  gebrauchten
Maschine  und  die  Arbeitsstunden  dieser  Maschine.

L.  L.  &amp;amp;  Co.  Bestellt  den  1.  April  190  7
Selbstkosten-Nachweis  Besteu-Nr.  mm
Fertig  den  15.  Mai  190  7
für  10000  Stück  Schrauben  lO'Klß  Mod.  Form  Nr.  IV

Gezahlte  Löhne

Datum

10.14.07
26./  4.
4.15.

Arbeiter

Brühl
Naugath
Kruschke

Operation
Nr.l  Benennung

drehen
schlitzen
fertig  m.

Stück

10000

pro
Stück
M  4

Sa.  .&amp;amp;

zusammen ­


100  —

Angefertigt ­
  auf
Maschine
Nr.

5019
3189
4926

Maschin.-



129
30
100

Maschinenunkosten ­


pro  zu-Stunde
  sammen

-145
—  10
—  15

Sa.  JL

Nr.

Abteilung

Material

Härten

Löhne

Unkosten

Sa.

9.14.  07

75

Stahllager

40  —

40

Zusammenstellung

Material
Härten
Löhne
Maschinenunkosten  .  .  .
Werkstattsunkosten  100%

zusammen  A
1  Stück

Ji

05

75  !  05

JL  $

100  —
75  05
1001  —

315

05

03

Form.  07.  Orig.-Größe  220X150  mm.
        <pb n="108" />
        Lilienthal,  Fabrikorganisation.

I.  L.  &amp;amp;  Co.
N  ormalienf  abrik.
Dat.:  2-/4:.  07  Liefertermin:  1./6.  07  Best.-Nr.  5260
td
TJnbedruckte  Rückseite.  g
§■  10000  stück  Schrauben
Serie  Mod  Nr.  Form.  IV  Länge  18
Diese  Karte  geht  mit  der  'Arbeit  weiter  und  ist  mit  der  Restlieferung  an  das
Normalienlager  dem  Lagerverwalter  auszuhändigen.
Form.  68.  Vorder-  und  Rückseite.  Orig.-GrÖße  einer  Seite  140X80  mm.

Kevisionsvermerk.  Lieferungen  an  das  Normalienlager:

Datum

Operation

Stück

Revidiert  Datum

Stück

zus.

Quittung

Datum

Stück

zus.

Quittung

brauchbar

zurück

Ausschuß

d

e
O
&amp;amp;

Datu

m  der  R

sstlieferung:

....  Auss

3huß  =

Stück.

co

Form.  68.  Innenseiten.

Die  Selbstkostennachweiskarten.
        <pb n="109" />
        98

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Arbeitsbegleitkarte.
Wie  Formular  68  veranschaulicht,  ist  diese  Karte  derart  eingerichtet,
daß  sie  auch  als  Lieferschein  gebraucht  werden  kann.  Der  Verwalter  -
des  Normalienlagers,  an  welchen  sämthche  fertige  Normalien  zur  Ablieferung ­
  gelangen,  quittiert  den  Empfang  auf  der  rechten  Innenseite.
Die  linke  Innenseite  ist  für  Revisionsvermerke  vorgesehen.  Nach  erfolgter
Restheferung  bleibt  die  Arbeitsbegleitkarte  im  Normalienlager  und  wird
von  hier  ins  Lohnbureau  geschickt,  wo  von  der  Fertigstellung  Notiz  genommen ­
  und  mit  der  Selbstkostennachweisung  sofort  begonnen  wird.
Die  Materialbestellung.
Sogleich  bei  Eingang  eines  Auftrages  werden  im  Betriebsbureau  der
Normalienfabrik,  wie  in  den  anderen  Abteilungen,  die  Materialien  in  bereits ­
  bekannter  Weise  bestellt.  Bei  vielen  Bestellungen  auf  Normahen  läßt
sich  das  Material  jedoch  nicht  so  genau  berechnen,  daß  die  bestellte
Stückzahl  wirklich  herauskommt.  Da  aber  das  herausgebrachte  Quantum
gezählt  wird,  und  die  Selbstkostennachweisung  über  die  Ausbringung,
nicht  über  die  Bestellung  lautet,  so  ist  obiger  Umstand  für  die  Klarheit
der  Abrechnung  kein  Hindernis.

Die  Kalkulation  der  Akkordlöhne.
Für  sämthche  Normalien  sind  Arbeitsfolge  (Reihenfolge  der  einzelnen
Arbeitspositionen)  und  Akkordpreise  auf  Karten  lt.  Formular  69  festgelegt. ­
  —  Auf  Grund  dieser  Karten  werden  im  Lohnbureau  die  Akkordscheine ­
  (Form.  70)  ausgeschrieben  und  dem  Meister  zugestellt.  Bei
Übertragung  der  Arbeit  ist  vom  Meister  der  Name  des  Arbeiters  und
das  Datum  der  Ausgabe  auszufüllen.  Der  Arbeiter  hat  auf  dem  Akkordscheine
  täglich  die  Arbeitszeit  der  Maschine  oder  bei  Handarbeit  die  persönliche ­
  Arbeitszeit,  außerdem  die  Stückzahl  der  fertiggestellten  Arbeitsstücke ­
  zu  notieren,  und  bei  Fertigstellung  die  Inventarnummer  der  benutzten ­
  Werkzeugmaschine.
Täglich,  bei  Schluß  der  Arbeitszeit  sind  alle  Akkordscheine  über  in
Arbeit  befindliche  Teile  im  Lohnbureau  abzugeben,  damit  die  Eintragung
von  Stückzahl  und  Stunden  kontrolliert  werden  kann.  Der  Lohnbeamte
ist  verpflichtet,  die  Richtigkeit  dieser  eingeschriebenen  Stückzahlen  nach
Feierabend  durch  Nachzählen  der  in  der  Werkstatt  Vorgefundenen  fertigen
Stücke  stichprobenweise  zu  prüfen.  Am  Morgen  des  folgenden  Tages  werden
die  mit  einem  Kontrollzeichen  versehenen  Akkordscheine  dem  Arbeiter
Avieder  zurückgegeben.

Die  Lohnverrechnung.
Die  Lohnverrechnung  wird  in  derselben  Weise  erledigt  wie  in  den
vorher  besprochenen  Abteilungen.
        <pb n="110" />
        Die  Lohnverrechnung.

99

Form.  70.  Orig.-Größe  220X150  mm.
7*

Arbeitsfolge  und  Akkordpreise

Skizze

Benennung

Hauptmasse

Material

Schraube

größte
Länge

größter
Durchm.

größte  größtes
Bohrung  Gewinde

Eisen

Serie  FormT5i.IV

18

10

Pos.

mit  Maschine

Operation

Akkordlöhne

Bemerkungen

Art.

Inv.-Nr.

Nr.

Benennung

pro  Stück

pro  Stück

zusammen

3311

5019

drehen  %

—

40

34

31S9

schlitzen  %

—

25

1A

4926

fertig  machen  %

35

Sa.  „ft

i

—

r~

Form.  6i).  Orig.-Größe  220X150  mm.

L.  L.  &amp;amp;  Co.  Akkordschein  Berlin,  den  10.  April  190  7
für  Brühl  Bestell-Nr.  5260

10000  Stück  Schrauben  Mod.  —  Nr.

Schrauben,  Form:  IV

Durchm.

10

Länge:

18

Preis:
pro  Stück  |  zusammen

Operation  Nr.

1

drehen

A

M.

%  —

40

40

Angefertigt  auf  Maschine  Nr.  5019

Vorschuß

Tägliche  Zeitangaben:

Datum

M,

Sx

A

Datum

Stunden

%

Stunden

Stunden

Ü
co

Handarbeit ­


Maschine ­


Datum

•+3
co

Handarbeit ­


Maschine ­


Datum

5
CO

Handarbeit ­


Maschine ­


10.  /4.07
11.  /4.  „

680
695

g

9

12./4.  „

671

9

usw.

Unterschrift  d.  Meisters

Fertig  den....

190
        <pb n="111" />
        100

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Selbstkostenberechnung.
Wie  bereits  gesagt,  ist  zum  Zweck  der  Selbstkostenberechnung  die
Karte  lt.  Formular  67  bestimmt,  auf  welcher  Lohn-  und  Materialbeträge
gesammelt  werden.  Es  bleibt  noch  die  Ermittlung  der  zuzuschlagenden ­
  Betriebsunkosten  übrig,  welche  in  dieser  Abteilung  wegen  der  vorwiegend ­
  automatischen  Fabrikation  im  Verhältnis  zu  den  Löhnen  höhere
sind  als  in  den  anderen  Abteilungen.
Die  Betriebsunkosten  werden  in  dieser  Abteilung  unterschieden  in
Maschinenunkosten  und  Werkstattsunkosten.  Die  ersteren  umfassen  die
auf  jede  Maschine  jährlich  entfallende  Abschreibungsquote  und  den  Verbrauch ­
  an  Kraft,  die  letzteren  schließen  sämtliche  anderen  Unkosten  laut
Unkostenstatistik  in  sich.  Zur  Ermittlung  der  Maschinenunkosten,  welche
auf  jede  Bestellung  entfallen,  ist  die  Angabe  der  Arbeitszeit  der  Maschinen
erforderlich,  welche  die  Arbeiter  auf  dem  Akkordzettel  täglich  zu  notieren
haben.  Nach  Beendigung  des  Akkordes  werden  diese  Stunden  auf  die
Selbstkostennachweiskarte  übertragen  und  mit  dem  Unkostensatz  der
betreffenden  Maschine  multipliziert.  Nachdem  dies  bei  jeder  in  Betracht
kommenden  Maschine  geschehen  ist,  werden  die  einzelnen  Beträge  addiert
und  man  hat  die  Gesamtmaschinenunkosten  für  die  betreffende  Arbeit
festgesetzt.
Um  für  richtige  Berechnungen  der  Maschinenunkosten  die  für  jede
Maschine  in  Betracht  zu  ziehende  jährliche  Arbeitszeit  kennen  zu  lernen,
werden  die  auf  den  Akkordscheinen  notierten  Maschinenstunden  auf  die
Arbeitsstundennachweiskarte  übertragen  (s.  Beispiel  auf  Form.  71).  Dieser
Arbeitsstundennachweis  dient  dem  Abteilungschef  zugleich  zur  Kontrolle,
ob  jede  Maschine  richtig  ausgenützt  wird.  Die  Werkstattsunkosten  werden
prozentual  auf  die  produktiven  Löhne  verrechnet.
Wenn  sämtliche  Beträge  der  Selbstkosten  feststehen,  werden  sie  auf
einer  Sammelliste  dem  Normalienlager  (Bestände-Konto  6)  in  Rechnung
gestellt.  Auf  der  Selbstkostennachweiskarte  wird  noch  der  Preis  für  ein
Stück  ausgerechnet;  alsdann  wird  sie  zusammen  mit  der  Karte  der  vorigen
Bestellung  dem  Abteilungschef  und  der  Direktion  zur  Kenntnisnahme
vor  gelegt.

l.  L.  &amp;amp;  Co.  Arbeitsstundennachweis
für  Automat.  Revolverdrehbank  Inventar  Nr.  5019.

vom

bis

Stück

Gegenstand

Best.-Nr.


Maschinen ­
 ­


vom

bis

Stück

Gegenstand

Best.-Nr.


Maschinen ­
 ­


10.14.
07

28.  j  4.
07

10000

Schrauben
F.IV.

5260

129

Form.  71.  Orig.-Größe  220X150  mm.
        <pb n="112" />
        Die  Selbstkostenbereehnung.

101

An  folgenden  drei  Beispielen  will  ich  die  Wirkung  vorstehenden
Systems  der  Unkostenberechnung  nachweisen,  welche  es  auf  die  Selbstkosten ­
  ausübt.
1.  Beispiel.  Eine  automatische  Eassondrehbank  dreht  3000  Stifte
in  40  Stunden.  Der  Arbeiter  erhält  für  100  Stück  40  4,  also  für  den  ganzen
Akkord  12  M.  Er  hat  zwei  Maschinen  zu  bedienen.
Die  Maschinenunkosten  betragen  pro  Stunde  12  4,  so  daß  auf  den
Akkord  4,80  M.  Maschinenunkosten  entfallen,  d.  h.  40%  von  den  produktiven ­
  Löhnen.
Die  Bearbeitungskosten  betragen  also  ohne  Werkstattsunkosten
M.  12,—  Lohn
„  4,80  Maschinenunkosten
II  16,80.
2.  Beispiel.  Eine  Revolverdrehbank  dreht  und  bohrt  500  Scheiben
in  90  Stunden.  Der  Arbeiter  erhält  für  100  Stück  12  M,  also  für  den  ganzen
Akkord  60  JÜ.  Er  hat  nur  diese  eine  Maschine  zu  bedienen.
Die  Maschinenunkosten  betragen  pro  Stunde  70  4,  so  daß  auf  den
Akkord  63  Jt  Maschinenunkosten  entfallen,  d.  h.  105%  von  den  produktiven ­
  Löhnen.
Die  Bearbeitungskosten  betragen  also  ohne  Werkstattsunkosten
JlL  60,—  Lohn
,,  63,—  Maschinenunkosten
Jli  123,—.
3.  Beispiel.  Auf  einer  Rundfräsmaschine  werden  200  Kupplungsmuffen ­
  in  60  Stunden  rund  gefräst.  Der  Arbeiter  erhält  für  100  Stück  3  M.,
also  für  den  ganzen  Akkord  6  1  Er  hat  fünf  Maschinen  zu  bedienen.
Die  Maschinenunkosten  betragen  pro  Stunde  30  4,  so  daß  auf  den
Akkord  18  Ji  Maschinenunkosten  entfallen,  d.  h.  300%  von  den  produktiven ­
  Löhnen.
Die  Bearbeitungskosten  betragen  ohne  Werkstattsunkosten
Ji  6,—  Lohn
,,  18,—  Maschinenunkosten
M.  24,—.
Nimmt  man  nun  an,  daß  die  Maschinenunkosten  im  Durchschnitt
30%  und  die  Werkstattsunkosten  100%  von  den  gesamten  produktiven
Löhnen  ausmachen,  so  würden  sich  nach  Zuschlag  der  Werkstattsunkosten
obige  Selbstkosten  wie  folgt  erhöhen:
1.  Beispiel  M,  16,80  +  12,—  =  28,80.
2.  „  „  123,—  +  60,—  =  183,—.
3.  „  „  24,—  +  6,—=  30,—.
Würde  man  dagegen  die  Unkosten  mit  dem  Durchschnittsprozentsatz
von  130%  verrechnen,  so  käme  man  auf  folgende  Selbstkosten:
        <pb n="113" />
        102

Die  Betriebsbuchführung.

1.  Beispiel  Jl  12,  1-  15,60  =  27,60  =  Jli  1,20  zu  niedrig  =  4%
2.  „  „  60,—  +  78,—  =  138,—  =  „  45,—  „  „  =  33%
3.  „  „  6,—  +  7,80  =  13,80  =  „  16,20  „  „  =  117%
Hierdurch  ist  klar  erwiesen,  daß  eine  Verrechnung  der  Betriebsunkosten
mit  dem  Durchschnittsprozentsatz  absolut  falsch  ist.  Sie  würde  bei  Festlegung ­
  von  Verkaufspreisen  zu  widersprechenden  Ergebnissen  führen,
zumal  solche  Teile,  für  deren  Bearbeitung  billige  Maschinen  benutzt  werden
oder  wo  die  Handarbeit  die  Hauptsache  bildet,  viel  zu  teuer  berechnet
werden  müßten.

Abteilung  VII.  Einrichterei.
Da  diese  Abteilung,  wie  bereits  erwähnt,  keine  fabrizierende  Werkstatt
ist,  sondern  zur  Aufgabe  hat,  gewisse  Maschinen  zusammen  mit  den  Werkzeugeinrichtungen ­
  auf  ihre  Arbeitsleistung  hin  zu  prüfen,  so  ist  hier  die
Betriebsbuchführung  sehr  einfach.  Welche  Maschinen  und  Werkzeuge  die
Einrichterei  zu  passieren  haben,  wird  von  der  Betriebsleitung  bestimmt.
Die  Orders  hierzu  werden  im  Hauptkontor  zugleich  mit  den  Orderbüchern
für  die  iabrizierenden  Abteilungen  in  ein  Orderbuch  für  den  Meister  eingetragen. ­

Sämtliche  Arbeiter  dieser  Abteilung  stehen  im  Zeitlohn  und  notieren
die  für  jede  Order  aufgewendete  Zeit  auf  Formular  42.  Für  Reinigungs-,
Transport-  usw.  Arbeiten  sind  Jahresorders  festgesetzt,  die  von  den  betreffenden ­
  Arbeitern  auf  dem  gleichen  Formular  anzugeben  sind.  Die
auf  jede  auswärtige  und  jede  Betriebsordemummer  entfallenden  Lohnbeträge ­
  werden  im  Lohnbureau  in  derselben  Weise  verbucht,  wie  in  den
bereits  besprochenen  Abteilungen.  Für  die  auswärtigen  Orders  sind  ebenfalls ­
  die  Selbstkostenbücher  (Form.  33)  und  für  die  Jahresorders  die
Formulare  50  im  Gebrauch.
Die  Betriebsunkosten  werden  prozentual  auf  die  produktiven  Löhne
zugeschlagen,  und  zwar  für  alle  Arbeiten  mit  demselben  durchschnittlichen
Prozentsatz,  wie  er  sich  lt.  Unkostenstatistik  ergibt.  Die  Selbstkosten
werden  auf  Sammellisten  abgerechnet.

Abteilung  VIII.  Schmiede.
Das  Konto  für  die  Abteilung  Schmiede  umfaßt  drei  Abteilungen,
nämlich
die  eigentliche  Schmiede;
die  Abstecherei  (verbunden  mit  dem  Stahllager)  und
die  Härterei  mit  der  Einsetzerei  und  Glüherei.
Diese  drei  Abteilungen  sind  buchhalterisch  deswegen  auf  einem  Konto
vereinigt,  weil  sie  in  demselben  Gebäude  untergebracht  sind  und  dieselbe
Betriebsleitung,  sowie  dieselbe  technische  und  kaufmännische  Verwaltung
        <pb n="114" />
        Die  Schmiede.

103

haben,  ferner  weil  verschiedene  andere  Betriebsunkosten  von  allen  drei
Abteilungen  gemeinschaftlich  verursacht  werden.  Diese  Unkosten  auf  die
drei  Abteilungen  zu  zerlegen,  ist  Aufgabe  des  Lohnbureaus.
A.  Die  Schmiede.
Sämtliche  Bestellungen  eigener  Abteilungen  werden  mittels  Formular ­
  37  erteilt.  Aufträge  auswärtiger  Kundschaft  werden  im  Hauptkontor
in  das  Orderbuch  eingeschrieben  und  im  Lohnbureau  der  Schmiede  auf
die  gleichen  Bestellzettel  (Form.  37)  übertragen.  Der  Meister  erhält  kein
Orderbuch,  sondern  nur  die  Bestellzettel.  Sämtliche  Bestellzettel  erhalten
im  Lohnbureau  der  Schmiede  eine  fortlaufende  Nummer.  Diese  Nummern
bewegen  sich  für  die  Zettel  der  einzelnen  Abteilungen  in  einem  anderen
Zahlenkreis.  Eine  weitere  Verbuchung  der  Bestellzettel  wird  im  Lohnbureau ­
  nicht  vorgenommen.
Selbstkostenbücher  und  Arbeitsbegleitkarten  braucht  man  in  der
Schmiede  nicht,  da  die  Bearbeitung  und  Fertigstellung  der  Arbeitsstücke
sich  in  einer  und  derselben  Werkstätte  sehr  rasch  abspielt.  Ebenso  kennt
man  hier  keine  Materialbestellung,  da  das  Material  auf  Grund  des  Bestellzettels ­
  selbst  verausgabt  wird.
Derselbe  Bestellzettel  wird  zugleich  als  Akkordschein  verwendet,
indem  der  Meister  den  Namen  des  Schmiedes  und  den  Akkordlohn  in  die
vorgesehenen  Rubriken  einschreibt.  Mit  diesem  zum  Akkordschein  gewordenen ­
  Bestellzettel  geht  der  Schmied  (Schirrmeister)  in  das  Stahllager
und  erhält  dort  das  nötige  Material,  welches  natürlich  nicht  in  genau  derselben ­
  Menge  verausgabt  werden  kann,  als  gebraucht  wird,  sondern  es  wird
in  fast  allen  Eällen  mehr  Material,  als  notwendig  ist,  herausgegeben  und  der
Schmied  hat  nach  Fertigstellung  der  Arbeitsstücke  das  übriggebliebene
Material  zurückzugeben.  Dieses  zurückgegebene  Material  hat  teilweise
die  ursprüngliche  Form,  teilweise  ist  es  infolge  des  Abschmiedens  in  eine
andere  Form  gebracht,  wieder  ein  anderer  Teil  besteht  aus  kleinen  unbrauchbaren ­
  Stücken;  letzteres  ist  der  sogenannte  Abfall.
Im  Stahllager  wird  darüber  Kontrolle  geführt,  daß  jeder  Schirrmeister
das  auf  eine  Bestellnummer  entnommene,  aber  nicht  verbrauchte  Material
zurück  liefert.  Zu  diesem  Zweck  ist  für  jeden  Schirrmeister  ein  Konto
eingerichtet,  der  sogenannte  Materialrapport  (Form.  72).  Auf  diesem
Formular  wird  bei  Ausgabe  das  Gewicht,  die  Art  und  die  Dimension  des
Materials  notiert.  Sind  die  Arbeitsstücke  fertig,  so  hat  der  Schirrmeister
diese  nebst  dem  übriggebliebenen  Material  an  das  Stahllager  abzuliefern.
Im  Stahllager  werden  zunächst  die  fertigen  Stücke,  dann  die  zurückgelieferten ­
  Materialien  gewogen  und  die  beiden  Gewichte  auf  dem  Materialrapport ­
  (Form.  72)  notiert.  Die  Differenz  zwischen  diesen  beiden  Gewichten ­
  und  dem  verausgabten  Gewicht  entfällt  auf  den  unbrauchbaren
Abfall,  dessen  Wert  zu  dem  Materialwert  des  fertigen  Stückes  zuzuschlagen,
also  als  Selbstkosten  des  fertigen  Stückes  mit  zu  berechnen  ist.  Hat  z.  B.
ein  Schirrmeister  50  kg  Material  entnommen  und  liefert  10  kg  zurück,  so
        <pb n="115" />
        104

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  73.  Orig.-Größe  240X360  mm.

ist  für  das  fertige  Stück  das  Gewicht  von  40  kg  zu  berechnen,  wenngleich
dasselbe  vielleicht  nur  37  kg  wiegt.  Durch  die  Kontrolle  mittels  des  Material  -
rapports  ist  dem  Schmied  die  Möglichkeit  genommen,  noch  andere  Bestellungen, ­
  als  die  von  ihm  angegebenen  von  demselben  Material  zu  erledigen,
da  jedes  fertige  Stück  an  das  Stahllager  abzuliefern  ist.  Hat  der  Schmied
für  irgend  ein  Stück  kein  Material  geholt,  sondern  es  aus  Material  gefertigt,
welches  von  einer  anderen  Bestellung  übrig  blieb,  so  wird  dies  bei  Ablieferung ­
  in  das  Stahllager  resp.  dann,  wenn  der  Lagerverwalter  das  fertige
Gewicht  in  den  Rapport  eintragen  will,  auf  jeden  Fall  entdeckt,  weil  keine
Eintragung  erfolgt  ist.  Außerdem  würde,  wenn  der  Schmied  nicht  alles
Material  abgeliefert  hätte,  bei  dem  betreffenden  Arbeitsstücke,  wofür  er
das  Material  holte,  ein  solch  großes  Abfallgewicht  übrig  bleiben,  daß  der
Lagerverwalter  schon  beim  Abwiegen  auf  den  Fehler  aufmerksam  werden
würde.
Der  Materialrapport  weist  stets  nach,  ob  noch  Material  bei  dem  betreffenden ­
  Schmied  sich  befindet  und  infolgedessen  auch,  ob  die  betreffenden ­
  Arbeitsstücke  fertig  sind  oder  nicht.  Ist  ein  Materialrapportformular
voll  beschrieben  und  ist  für  alle  Positionen  die  Ablieferung  erfolgt,  so  wird
der  Rapport  in  das  Lohnbureau  gegeben,  wo  das  zur  Berechnung  kommende
Material  auf  den  Bestellzettel  übertragen  wird.  Im  vorliegenden  Fall
nimmt  also  der  Lohnbeamte  den  im  Rapport  angeführten  Bestellzettel
und  überträgt  die  Gewichte  für  das  zu  berechnende  Material  für  die  Teile
Nr.  211  und  213.
Jeder  Bestellzettel  ist  nach  Fertigstellung  der  Arbeitsstücke  vom
Schmied  dem  Meister  zurückzugeben.  Der  Meister  bescheinigt  die  Fertigstellung ­
  der  Arbeit  und  übergibt  den  Zettel  dem  Lohnbureau  zur  Lohnverrechnung ­
  und  Selbstkostenberechnung.  Im  Lohnbureau  werden  die  zur
Berechnung  gelangenden  Materialien  mit  Selbstkostenpreisen  bewertet.
Auf  Grund  des  Lohnbetrages  wird  alsdann  der  Zuschlag  für  Betriebsunkosten ­
  am  Fuße  des  Formulars  37  eingesetzt.  Diese  Beträge  werden
in  eine  Sammelliste,  welche  zugleich  als  Rechnung  für  die  bestellende

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft

Materialrapport.

Raabe

Datum

Material

Preis
ä  kg

Ausgabe
kg

Bestellnummer ­


Rücklieferung

Verbrauch

Bezeich ­
 ­


Dimension

Dimension
kg

Brauchb.
Abfall
kg

Fertige
Stücke
kg

Unbrauchb.
Abfall
kg

5.15.

M.  St.

60  mm  0

0,20

210

6

2608—211

31

—

4

8

138

5

36

3

07

”

20  X  30

0,50

60

5

„  —213

18

1

2

2

35

3

4

9

8.  Form.  37

Pos.  1  u.  2.
        <pb n="116" />
        Die  Abstecherei.  Die  Härterei.

105

Abteilung  dient,  unter  fortlaufender  Nummer  eingetragen.  Für  jede  Abteilung ­
  fangen  diese  Verrechnungsnummern  am  Anfang  des  Jahres  mit
eins  an.  Für  Kundschaftsorders  ist  ebenfalls  eine  solche  Liste  vorhanden.
Die  mit  den  Selbstkosten  ausgefüllten  Bestellzettel  werden  dem  Lohnbureau ­
  der  bestellenden  Abteilung  zugestellt,  während  Bestellzettel  über
auswärtige  Orders  im  Lohnbureau  der  Schmiede  aufbewahrt  werden.
Die  unbrauchbaren  Abfälle  werden  an  einer  besonderen  Stelle  zum
Verkauf  gesammelt.
Das  System  der  Lohnverrechnung  ist  von  dem  der  anderen  Abteilungen ­
  nicht  abweichend,  nur  ist  zu  bemerken,  daß  hier  Kolonnenakkorde
zur  Ausrechnung  gelangen,  da  in  der  Schmiede  immer  ein  Schirrmeister
und  ein  oder  zwei  Gesellen  einen  Akkord  gemeinschaftlich  ausführen.  Da
diese  Akkorde  jedoch  meist  innerhalb  der  Woche  erledigt  werden,  so  ist
die  Ausrechnung  ziemlich  einfach,  indem  der  Gesamtverdienst  in  dem
Verhältnis  des  für  jeden  Schmied  festgesetzten  Stundenlohnsatzes  zur
Verteilung  gelangt.

B.  Die  Abstechern.
Bestellungen  an  das  Stahllager  werden  in  der  Abstecherei,  welche  sich
im  Stahllager  befindet,  ausgeführt.  Es  ist  bereits  bekannt,  daß  für  diese
Bestellungen  ebenfalls  das  Formular  37  benutzt  wird.  Die  weitere  Behandlung ­
  dieser  Bestellungen  ist  genau  dieselbe,  wie  in  der  Schmiede.
Auch  hier  werden  für  jeden  Abstecher  Rapporte  ausgefüllt,  mittels  welcher
die  verbrauchten  Materialien  kontrolliert  werden.  Durch  Abwiegen  der
fertigen  Stücke  und  der  zurückgelieferten  Stangen  wird  das  beim  Abstechen ­
  verlorene  Gewicht  ermittelt,  welches  von  der  bestellenden  Abteilung ­
  als  Materialverbrauch  zu  bezahlen  ist.  Bei  diesen  Bestellungen  können
produktive  Löhne  nicht  berechnet  werden,  da  deren  Verteilung  auf  die
einzelnen  Abstiche  undurchführbar  ist,  zumal  ein  Abstecher  mehrere
Maschinen  zu  bedienen  hat.  Es  kommt  daher  nur  das  Material  zur  Berechnung. ­
  Die  Kosten  des  Ahstechens,  wie  Löhne,  Hilfsmaterial,  Kraft,  Licht,
Abschreibungen  usw.  werden  als  Betriebsunkosten  verrechnet  und  den
entnehmenden  Abteilungen  im  Verhältnis  des  Wertes  des  entnommenen
Materials  belastet  (s.  Konto  Ka).
Die  Abstecher  sind  im  Zeitlohn  beschäftigt,  für  deren  Berechnung  die
Stunden  der  Uhrkarten  maßgebend  sind.  Irgendwelche  andere  Zeitangaben
haben  diese  Arbeiter  nicht  zu  machen.
C.  Die  Härterei.
Die  mittels  Formulars  49  erfolgenden  Bestellungen  der  einzelnen  Abteilungen ­
  werden  vor  ihrer  Ausführung  nicht  im  Lohnbureau  gebucht,
sondern  sofort  dem  Meister  übergeben.  Die  Kosten  für  Härten,  Einsetzen
und  Glühen  sind  auf  Tabellen  für  einzelne  Gewichtsgruppen  festgesetzt
und  müssen  im  Lohnbureau  fortlaufend  kontrolliert  werden,  d.  h.  es  muß
        <pb n="117" />
        106

Die  Betriebsbuchführung.

ermittelt  werden,  ob  der  den  Betrieben  monatlich  berechnete  Betrag  die
Ausgaben  für  Löhne,  Materialien  und  die  lt.  Unkostenstatistik  sich  ergebenden ­
  Unkosten  deckt.  Die  Bestellzettel  werden  nach  Fertigstellung  der
Arbeit  im  Lohnbureau  mit  den  Kosten  ausgefüllt  und  nach  Eintragung  in
die  Sammellisten  den  Lohnbureaus  der  bestellenden  Abteilungen  zugestellt.
Die  in  der  Härterei  beschäftigten  Arbeiter  stehen  ebenfahs  im  Zeitlohn.
Abteilung  IX.  Modelltischlerei.
Die  Modelltischlerei  arbeitet  nur  für  die  eigenen  Betriebe  und  zwar
auf  Grund  von  Bestellungen,  die  ihr  mittels  Formulars  28  zugehen.  Diese
Bestellzettel  werden  im  Lohnbureau  in  die  Selbstkostenbücher  (Form.  33)
eingetragen  und  dann  dem  Meister  übergeben.  Ein  Orderbuch  erhält  der
Meister  nicht.  Die  Modelltischler  arbeiten  zum  größten  Teil  im  Akkord
und  erhalten  bei  Übertragung  der  Arbeit  einen  vom  Meister  ausgestellten
Akkordschein  (Form.  73),  auf  dessen  Rückseite  die  aufgewendete  Zeit  zu
notieren  ist.
Das  Holz  und  andere  Materiahen  werden  vom  Modellholzlager  entnommen. ­
  Sie  werden  vom  Meister  zugeteilt  und  von  diesem  auf  der  Rückseite ­
  des  Bestellzettels  notiert.  Auf  Grund  dieser  Notierungen  wird  im
Lohnbureau  später  die  Berechnung  vorgenommen.
Die  Akkordscheine  werden  nach  Fertigstellung  der  Arbeit  ins  Lohnbureau
  zurückgegeben.  Im  Zeitlohn  beschäftigte  Tischler  und  unproduktive ­
  Arbeiter  notieren  ihre  Zeit  für  die  einzelnen  Orders  auf  Wochenzetteln
(Form.  42).  Für  unproduktive  Arbeiter  bestehen  Jahresordernummern
wie  in  den  anderen  Abteilungen.  Die  Lohnverrechnung  wird  in  der  bereits
bekannten  Weise  erledigt.  Nachdem  der  Bestellzettel  vom  Meister  in  das
Lohnbureau  zurückgegeben  ist,  werden  hier  die  Selbstkosten  festgesetzt
und  auf  dem  Bestellzettel  eingetragen.  Alsdann  werden  die  Beträge  in
Sammellisten  geschrieben  und  der  Bestellzettel  dem  Lohnbureau  der  bestellenden ­
  Abteilung  zugeschickt,  wo  sie  entweder  auf  die  Unkosten  verbucht ­
  werden  (Konto  Ga),  oder  wenn  sie  Neuanschaffungen  betreffen,  auf
dem  Modell-Konto  zur  Verbuchung  gelangen.  Die  Betriebsunkosten  werden
ebenfalls  monatlich  mittels  Unkostenstatistik  nachgewiesen  und  prozentual
auf  die  produktiven  Löhne  als  Selbstkostenfaktor  verrechnet.
Abteilung  X.  Eisengießerei.
Die  Auftragserteilung.
Die  Bestellungen  der  eigenen  Betriebe  an  die  Eisengießerei  erfolgen
mittels  Bestellzettels  lt.  Formular  35,  während  die  Bestellbriefe  der
Kundschaft  dem  Gießereibureau  im  Original  zugestellt  werden.  Die  ersteren
Bestellungen  werden,  soweit  sie  ganze  Maschinen  betreffen,  auf  „Gußbogen“ ­
  (Form.  74)  übertragen.  Diese  Gußbogen  sind  für  höchstens
100  Positionen  eingerichtet  und  erhalten  fortlaufende  Nummern,  die  für
        <pb n="118" />
        Die  Auftragserteilung.

107

form.  73.  Rückseite.

die  beiden  Maschinenbauabteilungen  in  verschiedenen  Zahlenkreisen  liegen
(in  dem  Beispiel  auf  Form.  35  =  Nr.  741).  Jede  Position  des  Bestellzettels ­
  erhält  auf  dem  Gußbogen  eine  besondere  Nummer,  welche  auf  den
Bestellzettel  geschrieben  wird.

L.  1.  &amp;amp;  Co.
Akkordschein  für  Kaem/pf

Order-Nr.  7265
Katalog-Nr.  15  £

Bestell-Nr..


Zeichnung ­

Blatt
Nr.

Modelle
Stück

Kernkasten ­

Stück

Benennung

Modell
Nr.

Preis

Einzel
Ji  |3

Gesamt
Ji  |3

Vorschuß

Dat.

Ji  3

735

5B

Deckel

15  0  2

25

25

Tägliche  Stundenangabe  umseitig.

Ausgegeben  den  2./4.  1907.
Fertiggestellt  den  6.  \4.  190  7.

Unterschrift
des  Meisters:

form.  73.  Vorderseite.  Orig.-Größe  200X  120  mm.
        <pb n="119" />
        108

Die  Betriebsbuchführung.

Die  auf  Formular  35  angeführten  50  Ständer  stehen  also  auf  Gußbogen ­
  Nr.  741  unter  Position  1.  Diese  beiden  Nummern  finden  wir  später
auf  allen  Formularen  für  die  Lohnverrechnung  und  Selbstkostenberechnung.
Solche  Bestellungen,  welche  nicht  komplette  Maschinen  betreffen,
sowie  die  Bestellungen  der  Kundschaft  werden  je  auf  einen  anderen
Gußbogen  (Form.  75)  übertragen.  Auch  diese  Bogen  erhalten  fortlaufende ­
  Nummern,  die  wieder  für  die  eigenen  Betriebe  und  die  in  Gruppen
geteilte  Kundschaft  in  verschiedenen  Zahlenkreisen  liegen.  Die  Gußbogen
werden  in  Klemm-Mappen  aufbewahrt  und  vertreten  die  Stelle  der
Orderbücher.

Dat.  der  Bestellung  15.j4.  07  Guß-NummeD
Eing.  „  „  17.14.  07
Bestell-Nr.  —  Order-Nr.  707V  Bezeichnung:  26AI

Pos.

Stückzahl ­


Benennung

Modellbezeichnung ­


Modell-Eing.
  Ausg.

Name  des  Formers

Lohn  pro  Stück
“ImaX'r

Liefertermin ­


1

50

Ständer

26  AI

1

17.14.

20./4.

Reimann

10  —

5

—

1.  Jul

2

50

Türen

„

2

»

21.14.

Oering

-  60

io.  M a

3

50

vert.  Schlitten

ff

3

ff

25.  j  4.

Pahl

1  —

15.  M«

4

50

Spannstiicke

ff

4

20.14.

1./5.

Sorge

—  03

5.  Aid

5

50

Tische

ff

5

17.14.

25./4.

Hausmann

3  —

—

10

5.  Al“

6

50

Stoßschlitten

ff

6

5./5.

10.15.

Heinrich

1  20

l.  Jv&amp;lt;

7

100

Zahnstangen

ff

7

20.j4.

6.15.

Sorge

—  \03

10.  Aid

8

50

Friktionsscheiben

ff

8

»

I.j5.

Gas'per

—L  o

10.  Aid

9

50

Zahnräder

»

9

17.14.

1-15.

Müller

—\io

5.  Al»

10

50

ff

ff

10

»

l.\5.

Müller

—\io

5.  Aid

Gußbogen-Nr.

Pos.

Datum
der
Bestellg.

Eingang
der
Bestellg.

Best.-Nr.

Stückzahl ­


Benennung

Modellbezeichnung ­


Modell-Eing.
  !Ausgb.

Name  des  Formers

Lief e . r '
teröß 11
        <pb n="120" />
        Die  Akkordscheine  und  die  Modellkarten.

109

Die  Akkordscheine  und  die  Modellkarten.
Auf  Grund  der  Gußbogen  wird  im  Modellraum,  wohin  die  Modelle  der
eigenen  Betriebe  und  der  Kundschaft  abgeliefert  werden,  von  einem
Schreiber  der  Formerakkordschein  (Form.  76)  mit  schapirographischer  Tinte
ausgeschrieben  und  zwar  so  weit,  als  im  Beispiel  in  der  oberen  Hälfte
gezeigt  wird.  Die  Akkordlöhne  für  solche  Abgüsse,  die  schon  einmal
angefertigt  wurden,  entnimmt  der  Schreiber  den  Modellkarten  (Form.  77);
für  Abgüsse,  die  zum  erstenmal  beordert  werden,  sind  die  Löhne  vom
Meister  zu  kalkulieren.  In  beiden  Fällen  werden  die  Löhne  vom  Schreiber

Ul

Liefertermin:  1.  Juli  07
        <pb n="121" />
        110

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  77.  Orig.-Größe  120  X  80  mm.

zuerst  mit  Bleistift  auf  den  Akkordschein  geschrieben.  Eine  Modellkarte
(Form.  77)  ist  für  jedes  Modell  vorhanden,  und  zwar  haben  die  Modellkarten ­
  für  die  eigenen  Betriebe  und  für  die  nach  Gruppen  geteilte  Kundschaft ­
  verschiedene  Farben.  Auf  den  Modellkarten  werden  die  feststehenden ­
  Akkordlöhne  für  Former,  Kernmacher  und  Putzer  notiert,  so  daß  bei

l.  L.  &amp;amp;  (o.  Akkordsehein  für  den  y  Former  Reimann

Eingang
der  Bestellung ­


Best.-Nr.


Gußb.
Nr.

Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung ­


Besteller

Modellausgabe ­


Lohn
pr.  Stück

Liefertermin ­

von  bis

17.14.
07

'

741

1

50

Ständer

26  AI  1

L.L.  &amp;amp;Co.

20.  j  4.

10

-

23.14.^30.16.

pro
Stde.

1  Stück
täglich

Bemerkungen:

Name  des  Formers:

Unterschrift  des  Meisters:
Mathes

Dat.

Stück

zus.
Stück

Lohn
JL  «9,

Vorschuß ­

zu  j  ab

Bescheinigung ­
  des
Meisters

Zu
zahlen
M,  $

Dat.

Stück

zus.
Stück

Lohn
Ji

Vorschuß ­

zu  i  ab

Bescheinigung ­
  des
Meisters

Zi
zahl
M.

en

24.14.

2

27./4.

2

4

40

—

5

Mathes

45

—

2./5.

3

6./5.

3

6

60

—

5

Mathes

55

—

10.15.

2

13.15.

3

5

50

—

3

Mathes

53

Form.  76.  Orig.-Größe  220X  140  mm.

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Benennung:  Ständer  Mod.  Nr.  26  A  I  1

Nr.  1

Modellteile:  ein

Kernkastenteile:  zwei

Eingang

Ausgang

Former

per  Stück
M,  |  $

Kernmacher

per  Stück
JL  |  $

17.  j4.  07
Eigentü

2p.  07
mer:  L.  L

Reimann
dk  Co.

10

Pfeifer

5

Putzer:

2
        <pb n="122" />
        LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft

Name:  Reimann

Eingang
der
Bestellung

Besteller. ­


Gußb.-Nr.


Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung ­


Besteller

Modell-Ausgabe


Lohn
pro  Stück
JL  |  $

Liefertermin
von  bis

17.  j  4.

741

1

50

Ständer

26  AI  1

L.  L.  &amp;lt;Sc  Co.

20.14.

10

—

23.14.  30-16.

07

1

Form.  Vorderseite.  Orig.-Größe  240X360  mm.

Name:  Reimann

Fertig  gestellt  April

Die  Akkordscheine  und  die  Modellkarten.  111
        <pb n="123" />
        112

Die  Betriebsbuchführung.

wiederkehrender  Bestellung  der  Schreiber  bei  Ausschreibung  der  Akkordscheine ­
  die  Löhne  ablesen  kann.  Ferner  wird  auf  der  Modellkarte  das
Datum  des  jedesmaligen  Ein-  und  Ausganges  des  Modelles  in  die  Formerei
und  die  Zahl  der  Abgüsse  notiert.  Die  Karten  werden  in  einer  Kartothek
nach  Farben  und  Nummern  der  Modelle  geordnet  aufbewahrt.
Sobald  die  Formerakkordscheine  ausgeschrieben  sind,  werden  sie  auf
die  Modelle  gelegt  und  bleiben  hier  liegen,  bis  der  Formermeister  die  Arbeit
einem  Former  überträgt.  Solche  Akkordscheine,  die  einen  früheren  Preis
tragen,  werden  zugleich  kontrolliert,  ob  dieser  Preis  bestehen  bleiben  kann
oder  ob  er  infolge  einer  Änderung  des  Modelles  oder  aus  anderen  Gründen
geändert  werden  muß.  Jede  Preisänderung  muß  dem  Gießereichef  zwecks
Genehmigung  vor  Ausgabe  des  Akkordscheines  mitgeteilt  werden.  Nachdem ­
  der  Meister  den  Namen  des  Formers,  das  Datum  der  Ausgabe  und
seinen  Namen  mit  Bleistift  auf  den  Akkordschein  geschrieben  hat,  erhält
diesen  der  Schreiber  zurück,  welcher  den  Preis  und  das  Datum  der  Ausgabe ­
  mit  schapirographischer  Tinte  nachschreibt  und  außerdem  links
neben  dem  Namen  des  Meisters  ebenfalls  mit  schapirographischer  Tinte
noch  einmal  den  Namen  des  Formers  schreibt.  Dann  wird  der  mit  schapirographischer ­
  Tinte  geschriebene  Text  des  Akkordscheines  mittels  eines
Schapirographenblattes,  welches  die  Größe  von  22  x  3  cm  hat,  zunächst
auf  Formular  78  übertragen,  welches  für  den  Beamten  bestimmt  ist,
der  die  Liefertermine  zu  kontrollieren  hat,  und  ferner  auf  dem  Duplikat-Akkordschein
  (Form.  79).  Darauf  wird  auf  dem  Schapirographenblatt
mittels  eines  Stückchens  Papier  die  Stelle,  wo  der  Akkordpreis  für  den
Former  steht,  bedeckt,  damit  bei  Übertragung  des  Textes  auf  andere

L.  L.  &amp;amp;  Co.  Duplikat-Akkordschein  für  den  Former  Reimann

Eingang
der  Bestellung ­


Best.-Nr.


Gußb.
Nr.

Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung ­


Besteller

Modellausgabe


Lohn
pr.  Stück
JL  |  ^

Liefen
von

ermin
bis

17.!  4.
07

741

1

50

Ständer

26  AI  1

L.  L.  &amp;amp;  Co.

20.  j  4.

10

—

23./4.

30.16.

pro
Stde.

1  Stück
täglich.

Bemerkungen:

Xame  des  Formers:

"Unterschrift  des  Meisters  :

Reimann

Mathes

Woche

Stück

zus.
Stück

Lohn

Vorschuß ­


Gezahlt

Woche

Stück

zus.
Stück

Lohn

Vorschuß ­


Gezahlt

vom

bis

JL  |

zu

ab

JL

S,

vom

bis

X

zu

ab

Ji

•3)

22.  4.

27.  4.

4

40  —

5

—

45

—

29.  4.

4.  5.

6

10

60  —

—

5

55

—

6.15.

11.15.

5

15

50  —

3

53

Form.  79.  Orig.-Größe  220X  140  mm.
        <pb n="124" />
        Die  Akkordscheine  und  die  Modellkarten.

113

Lilienthal,  Fabrikorganisation.

8

Formulare  dieser  Preis  nicht  mit  abgedruckt  wird.  Alsdann  werden,
falls  es  sich  um  Abgüsse  mit  Kernen  handelt,  die  Kernmacherakkordscheine
(Form.  80  und  81)  und  bei  schwereren  Gußstücken,  die  ein  größeres
Gewicht  als  ca.  100  kg  haben,  die  Putzerakkordscheine  (Form.  82
und  83)  angefertigt.

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Akkordschein  für  d  Kernmacher

Eingang
der  Bestellung ­


Best.-Nr.


Gußb.
Nr.

Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung ­


Besteller

Modellausgabe ­


Lohn
pr.  Stück
JL  |  %

Liefertermin
von  |  bis

17.14.

741

1

50

Ständer

26  AI  1

L.L.&amp;amp;Co.

20.14.

5

—

23./4J  30.16.

07

pro
Stde.

1  Stück
täglich

Bemerkungen:

Name  des  Formers:

Unterschrift  des  Meisters:

Beimann

Hamann

Woche
vom  !  bis

M

D

M

D

F

s

pro
Woche
Stück

zus.
Stück

Zu
zahlen
JL  \  $

Woche
vom  !  bis

M

D

M

D

22.14.

27.14.

i

i

i

i

1

5

25

—

29./4.

4.15.

i

2

i

i

i

—

6

u

30

—

6.15.

11.15.

i

1

i

—

i

1

5

16

25

—

USW.

pro
Woche
Stück

zus.
Stück

Zu
zahlen
JL  $

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Duplikat-Akkordschein  für  d  Kernmacher

Eingang
der  Bestellung ­


Best.-Nr.


Gußb.
Nr.

Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung


Besteller

Modellausgabe ­


Lohn
pr.  Stück
JL  |

Liefertermin
von  bis

17.14.

741

i

50

Ständer

26AI1

L.  L.  de  Go.

20.j4.

5

—

23.'4.\  30.16.

07

pro
Stde.

1  Stück
täglich

Bemerkungen:

Name  des  Formers:

Unterschritt  des  Meisters:

Reimann

Hamann

Woche

Stück

zus.
Stück

Gezahlt

Woche

Stück

zus.
Stück

Gezahlt

vom

bis

JL

■S,

vom

bis

JL

&amp;amp;

22.  j  4.

27.14.

5

25

—

29.14.

4.15.

6

ii

30

-

6.15.

11.15.

5

16

USW.

25

l'orm.  80  n.  81.

Orig.-Größe  je  220  X  140  mm.
        <pb n="125" />
        114

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  83  u.  83.  Orig.-Größe  je  220  X  140  mm.

Nachdem  auf  vorher  geschilderte  Art  die  Formulare  ausgefüllt  worden
sind,  erhält  der  Former  den  Akkordschein,  während  dem  Kernmachermeister ­
  der  Unikat-  und  Duplikatschein  für  den  Kernmacher  und  dem
Putzermeister  der  Unikat-  und  Duplikatschein  für  den  Putzer  zugestellt
werden.  Vorher  ist  vom  Schreiber  der  Kernmacher-,  sowie  der  Putzerlohn
lt.  Modellkarte  auf  diese  Scheine  geschrieben  worden.  Der  Duplikat-Akkordschein
  für  den  Former  wird  in  das  Lohnbureau  geschickt.

Lj.  L.  &amp;amp;  Co*

Akkordschein  für  den  Putzer  Lauf

Eingang
der  Bestellung ­


Best.-Nr.


Gußb.
Nr.

Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung ­


Besteller

Modellausgabe ­


Loh
pr.  St
X

n
tick
$

Liefertermin
von  |  bis

17./4.
07

741

1

50

Ständer

26  AI  1

L.  L.  &amp;amp;  Co.

20.  j  4.

2

—

23.I4.\  30 'l 6 -

pro
Stde.

1  Stück
täglich

Bemerkungen:

Name  des  Formers:
Reimann

Unterschrift  des  Meisters:
Haase

Wo
vom

che
bis

M

D

M

D

F

S

pro
Woche
Stück

ZU  3.
Stück

Zu
zahlen
X  |  ^

Wo
vom

che
bis

M

D

M

D

F

S

pro
Woche
Stück

zua.
Stück

Zu
zahlen
X  |  3,

22.  j  4.

27.14.

i

i

i

i

—

4

8

—

29.14.

4.  5.

i

i

i

i

i

i

6

10

12

—

6.j5.

11.  5.

—

i

i

—

i

2

5

15

10

—

usw.

L.  L.  &amp;amp;  Co.

Duplikat-Akkordschein  für  den  Putzer  Lauf

Eingang
der  Bestellung ­


Best.-Nr.


Gußb.
Nr.

Pos.

Stück

Benennung

Modellbezeichnung ­


Besteller

Modellausgabe ­


Loh
pr.St
X

n
lick
■s*

Liefertermin
von  |  bis

17.14.
07

741

1

50

Ständer

26  AI  1

L.L.  &amp;lt;k  Co.

20.  &amp;gt;4.

2

—

23./4.|30./fi.

pro
Stde.

1  Stück
täglich

Bemerkungen:

Name  dsa  Formers:
Reimann

Unterschrift  des  Meisters:
Haase

Woche
vom  I  bis

Stück

zus.
Stück

Gezahlt
Jt!A

Woche
vom  !  bis

Stück

zus.
Stück

Gezahlt
X  1  %

22./4.  27./4.
29./4.  4.15.
6.5.  11.5.

10
15

8
12
10
        <pb n="126" />
        Die  Expeditionsbücher  und  Lieferscheine.

115

Form.  84.  Orig.-Größe  240X360  mm.

8*

Wenn  der  Kernmachermeister,  sowie  der  Putzermeister  die  Arbeiten
ausgeben,  so  notieren  sie  den  Namen  des  Arbeiters  und  unterschreiben
die  Scheine.  Die  Duplikat-Akkordscheine  erhält  ebenfalls  das  Lohnbureau
und  zwar  zu  derselben  Zeit,  als  den  Arbeitern  die  Akkordscheine  zugestellt
werden,  also  bei  Beginn  der  Arbeit.  Daß  man  auf  den  Akkordscheinen  für
die  Kernmacher  und  Putzer  den  Namen  des  Formers  schapirographisch
überträgt,  hat  den  Zweck,  daß  die  Kernmacher  wissen,  an  welchen  Former
sie  die  Kerne  abzuliefern  haben,  und  daß  die  Putzer  oder  deren  Meister
z.  B.  bei  Ausschuß,  der  sich  beim  Putzen  herausstellt,  sofort  den  Former
benachrichtigen  können.
Die  Expeditionsbüeher  und  Lieferscheine.
Die  Gußbogen  (Form.  74  u.  75)  werden  nach  Ausfertigung  der  vorhin
erwähnten  Formulare  in  die  Gußexpedition  geschickt.  Gelangen  die  Guß-'
stücke,  nachdem  sie  geputzt  sind,  in  den  Expeditionsraum,  so  werden  sie
gewogen  und  das  Gewicht  auf  dem  Gußbogen  notiert  (s.  Beispiel).  Damit
die  Expedition  die  Namen  resp.  Modellnummern  der  Gußstücke  sowie  die
Gußbogen-  und  Positionsnummern  erfährt,  sind  die  Former  angewiesen,
ihre  Akkordscheine  zu  den  in  den  Expeditionsraum  abgelieferten  Gußstücken ­
  zu  legen.  Die  Expedienten  notieren  dann  gleichzeitig  auf  den
Formerakkordscheinen  das  Datum  und  die  Zahl  der  abgelieferten  Stücke,
worauf  die  Scheine  den  Formern  zurückgegeben  werden.  Die  Expedienten
schreiben  die  zur  Ablieferung  an  die  Besteller  gelangenden  Gußstücke  in
die  Expeditionsbücher  unter  Angabe  der  Guß-  und  Positionsnummern  und
der  Ordernummern  des  Bestellers  ein.  Diese  Expeditionsbücher  (Form.  84)
sind  in  mehreren  Exemplaren  vorhanden,  und  zwar  je  eins  für  die  Maschinenbauabteilungen, ­
  eins  für  die  übrigen  Betriebe,  je  eins  für  die
großen  Kunden  und  je  eins  für  die  kleinen  Kunden  in  Berlin  und  auswärts.
Jedes  Buch  hat  abwechselnd  ein  festes  und  ein  perforiertes  Blatt  mit
gleichen  Seitenzahlen.  Das  perforierte  Blatt  wird  gleichzeitig  mit  dem  festen
beschrieben,  indem  man  Kohlepapier  zwischen  beide  legt.  Außerdem
wird  noch  ein  Lieferschein  (Form.  85)  mittels  Kohlepapier  mitgeschrieben.

L.  L.  &amp;amp;Co.  D en  ten  190

Order

Stück

Benennung

ModeU

H

per
%  kg

JL  3,

Transport

Transport
        <pb n="127" />
        116

Die  Betriebsbuchführung.

Dieser  Schein  wird  mit  den  Gußstücken  dem  Besteller  zugeschickt.  Das
perforierte  Blatt  wird  aus  dem  Expeditionsbuch  herausgetrennt  und  dem
Lohnbureau  zugestellt.  Die  Gewichtskolonnen  der  Expeditionsbücher
werden  täglich  addiert  und  die  Tagesbeträge  in  einem  Buch  zusammengestellt, ­
  wodurch  die  Ausbringung  der  Gießerei  festgestellt  wird.

Sie  empfangen  anbei:

Unsere  Ihre
Order

Stück

Benennung

Modell

kg

Summa:

BERLIN  NW.  87,  den  190
Huttenstraße  17/20.

LUI)W.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actien-Gesellschaft.
Abteilung  Eisengießerei.

Form.  85.  Orig.-Größe  180X300  mm.

Die  Kontrolle  der  Liefertermine.
Die  zur  Kontrolle  der  Liefertermine  dienenden  Formulare  78  sind
so  eingerichtet,  daß  ein  Akkordschein  eines  Formers  immer  unter  den  vorhergehenden ­
  übertragen  werden  kann.  Auf  der  Rückseite  des  Scheines  sind
31  Rubriken  mit  den  Daten  für  einen  Monat  vorgesehen.  Liegen  nun  mehrere
Blätter  in  einer  Klemm-Mappe,  so  erhält  man  gewissermassen  ein  Buch,
dessen  rechte  Seite  der  Blätter  durch  die  Rückseite  des  Formulars  gebildet
wird.  Auf  dieser  Seite  werden  täglich  von  dem  Kontrollbeamten  die  vom
Former  fertiggestellten  Gußstücke  notiert.  Die  Zahl  der  fertigen  Stücke
erfährt  der  Kontrollbeamte  nicht  etwa  durch  den  Expedienten,  sondern
er  hat  sich  täglich  in  der  Werkstatt  die  gegossenen  Stücke  anzusehen  und  zu
zählen.  Sind  Stücke  Ausschuß  geworden,  so  notiert  er  diese  in  der  Rubrik
unter  der  dünnen  Linie,  während  er  brauchbare  (soweit  er  sie  als  solche
feststellen  kann),  über  der  dünnen  Linie  einträgt  (s.  Beispiel).  Die  täglich
fertigzustellende  Stückzahl,  die  auf  dem  Formerzettel  notiert  ist,  wird  auf
Grund  des  Lohnes  festgesetzt.
Die  Lolmverrechnung.
Wie  bereits  erwähnt,  erhält  das  Lohnbureau  bei  Beginn  der  Arbeiten
die  Duplikate  der  Former-,  Kernmacher-  und  Putzerakkordscheine  zugestellt. ­
  Diese  Duplikatscheine  werden  ausgefertigt,  damit  eine  Kontrolle
        <pb n="128" />
        Die  Lohnverrechnung.

117

darüber  ausgeübt  werden  kann,  ob  Fälschungen  des  Lohnbetrages  oder  der
abgelieferten  Stückzahl  vorgekommen  sind.  Die  Duplikat-Akkordscheine
werden  im  Lohnbureau  in  Kuverts  auf  bewahrt,  die  in  Kasten  nach  Meisterschaften ­
  und  alphabetisch  sortiert  werden.  Nach  Fertigstellung  der  Arbeit
hat  jeder  Arbeiter  seine  Akkordscheine  dem  Meister  auszuhändigen,  welcher
sie,  wenn  er  nichts  gegen  die  Bezahlung  des  Betrages  einzuwenden  hat,
dem  Lohnbureau  zustellt.  Im  Lohnbureau  wird  jeder  Akkordschein  mit
dem  Duplikatschein  verglichen,  diesem  angeheftet  und  dann  werden  beide
Scheine  bis  zum  Wochenschluß  in  den  Kuverts  aufbewahrt.
Es  wurde  bereits  erwähnt,  daß  den  Formern  auf  ihren  Akkordscheinen
die  täglich  abgelieferte  Stückzahl  von  den  Expedienten  bescheinigt  (abgeschrieben)
  wird.  Die  Kernmacher  und  Putzer  notieren  selbst  die  täglich
fertiggestellten  Stücke  auf  ihren  Akkordscheinen.  Diese  Eintragungen
werden  vom  Meister  kontrolliert.
Am  Wochenschluß  müssen  auch  solche  Akkordscheine  ins  Lohnbureau
gegeben  werden,  die  nicht  erledigt  sind,  damit  für  die  bereits  abgelieferten
Stücke  Abschlagszahlungen  berechnet  werden  können.  Diese  Akkordscheine
erhalten  die  Arbeiter  nach  Fertigstellung  wieder  zurück,  nachdem  darauf
die  Abschlagszahlung  notiert  ist.  Es  kommt  aber  auch  oft  vor,  daß  an  die
Former  auf  Gußstücke,  die  am  Wochenschluß  noch  nicht  fertig  sind,  bereits
Abschlagszahlungen  geleistet  werden.  Diese  müssen  vom  Meister  festgesetzt
werden  und  gelangen  auf  dem  Akkordschein  in  der  Rubrik  „Vorschuß“
zur  Eintragung.  Diese  Vorschüsse  werden  in  der  nächsten  Woche-von  dem
für  die  abgelieferten  Stücke  sich  ergebenden  Betrage  in  Abzug  gebracht.
Die  Rubrik  „Vorschuß“  ist  zweiteilig,  damit  man  die  zuzuzählenden  und
die  abzuziehenden  Beträge  getrennt  ein  tragen  kann.  An  die  Kernmacher
und  Putzer  brauchen  solche  Vorschüsse  nur  sehr  selten  gezahlt  zu  werden,
da  deren  Einzelakkordbeträge  kleiner  sind  als  die  der  Former.
Wenn  die  Beamten  im  Lohnbureau  am  Montag  mit  der  Feststellung
der  Verdienstbeträge  der  Arbeiter  beginnen,  so  brauchen  sie  bei  den  Akkordarbeitern ­
  nur  die  Lohnbeträge  der  in  den  Kuverts  befindlichen  Akkordscheine ­
  zusammenzustellen  und  die  Abschlagszahlungen  und  Vorschüsse
hinzuzuzählen.  Die  Abschlagszahlungen  und  Vorschüsse  werden  auf  dem
Duplikatschein  vermerkt,  wie  die  Beispiele  zeigen.  Dann  werden  für  die
nächste  Woche  neue  Kuverts  ausgeschrieben  und  die  unerledigten  Duplikatscheine
  hineingelegt.  Die  Kuverts  jeder  Woche  mit  den  erledigten
Unikat-  und  Duplikatscheinen  werden  zugeklebt,  alphabetisch  geordnet
und  abgelegt.
Die  Zusammenstellung  der  Verdienstbeträge  geschieht  auf  der  Vorderseite ­
  des  Kuverts,  welches  einen  hierzu  geeigneter  Aufdruck  hat  (Form.  86).
Damit  der  Arbeiter  erfährt,  wieviel  er  verdient  hat,  wird  für  ihn  ein
Lohnnachweiszettel  ausgeschrieben,  der  denselben  Aufdruck  hat,  als  das
Kuvert.  Dieser  Zettel  wird  in  das  Kuvert  gesteckt  oder  auch  auf  dieses
gelegt  und  mittels  Kohlenpapier  gleichzeitig  mit  dem  Kuvert  beschrieben.
Nachdem  ein  zweiter  Beamter  die  Eintragungen  auf  dem  Kuvert  revidiert
und  nachgerechnet  hat,  gelangen  die  ermittelten  Verdienstbeträge  zur  Ein-
        <pb n="129" />
        118

Die  Betriebsbuchführung.

Form.  86.  Orig.-Größe  180X140  mm.

tragung  in  die  Lohnbücher  und  Lohnlisten,  die  in  gleicher  Weise  geführt
werden  wie  im  Maschinenbau.
Wie  bereits  Seite  113  gesagt,  erhalten  die  Putzer  nur  für  größere  Gußstücke ­
  Stückpreise,  während  leichtere  nach  Gewicht  bezahlt  werden,  wobei
in  der  Regel  vier  Gewichtsgruppen  unterschieden  werden,  die  verschieden
bezahlt  werden.  Für  solche  Abgüsse  fällt  natürlich  die  Ausschreibung  der
Putzerakkordscheine  fort.  Die  Gewichte  werden  täglich  in  der  Putzerei
vom  Meister  festgestellt  und  in  das  Buch  eingetragen.
In  der  Gießerei  werden  aber  außer  den  erwähnten  drei  Arbeiterkategorien ­
  noch  andere  im  Akkord  beschäftigt,  nämlich:
1.  die  Eisenaufgeber  auf  dem  Gichtboden,  für  welche  der  Lohn  nach  dem
Quantum  der  eingesetzten  Materialien  berechnet  wird;
2.  die  Sandmischer  oder  Sandmüller;  diese  erhalten  ebenfalls  ihren
Lohn  nach  der  Menge  des  zubereiteten  Formsandes;
3.  die  Arbeiter,  welche  Roheisen,  Brucheisen,  Koks,  Sand  u.  dgl.  aus  den
Waggons  ausladen  und  die  ebenfalls  für  die  bewegten  Mengen
Akkordpreise  haben;
4.  die  Transportarbeiter,  welche  die  Gußstücke  aus  der  Gießerei  in  die
Putzerei  und  Beizerei  und  in  die  Expedition  befördern.  Auch  für  diese
wird  der  Lohn  nach  einem  Akkordsatz  für  die  bewegten  Mengen  berechnet. ­

Die  noch  ferner  in  der  Gießerei  beschäftigten  Hilfsarbeiter  sind  im
Stundenlohn  angestellt.  Der  Verdienst  dieser  Hilfsarbeiter  wird  auf  Grund
der  auf  der  Uhrkarte  nachgewiesenen  Stundenzahl  berechnet.  Die  wöchentliche ­
  Stundenzahl  der  Akkordarbeiter  erfährt  man  ebenfalls  von  den  Uhrkarten; ­
  denn  auch  die  Akkordarbeiter  müssen  bei  Beginn  und  Schluß  der
Arbeitszeit  ihre  Karten  an  den  Uhren  stempeln.
Das  Auszahlen  der  Löhne  wird  in  der  Gießerei  in  der  bekannten  Weise
vorgenommen;  auch  die  Lohnquittungen  sind  dieselben,  wie  in  den  anderen
Betrieben.

Woche  vom  2./4.  bis  7.j4.  1907.  Name:  Gräser
        <pb n="130" />
        Statistik  u.  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.  Ermittelung  der  Selbstkosten.  119

Die  Materialienkontrollbücher.
Um  den  monatlichen  Verbrauch  an  Materialien  festzustellen,  ist  für
jede  Materialsorte  einSkontro  eingerichtet,  in  welches  die  Zugänge  lt.  Wareneingangsbuch ­
  eingetragen  werden.  In  der  Rubrik  für  Ausgänge  wird  von
einem  besonderen  Beamten,  der  die  Materiahenausgabe  überwacht,  täglich
das  entnommene  Quantum  eingetragen.  Am  Monatsschluß  wird  der  Bestand ­
  ermittelt  und  von  Zeit  zu  Zeit  der  effektive  Bestand  mit  dem  Sollbestand ­
  der  Skontri  verglichen.  Die  Preise  für  die  einzelnen  Materialien
erscheinen  bekanntlich  im  Wareneingangsbuch.  Um  die  Ermittlung  des
effektiven  Bestandes  einiger  Materialien  zu  erleichtern,  wird  bei  Roheisen
für  jeden  Stapel  auf  einer  Tafel,  die  am  Stapel  befestigt  wird,  das  Gewicht
notiert.  Die  Roheisenskontri  sind  nach  Eisensorten  angelegt  und  erhalten
die  Resultate  der  Analysen,  die  im  chemischen  Laboratorium  festgestellt
worden  sind.  Bei  Koks  und  Sand  notiert  man  ebenfalls  auf  Tafeln,  die  an
den  einzelnen  Buchten  hängen,  wieviel  in  der  Bucht  lagert.  Die  Ermittlung
des  monathchen  Verbrauches  resp.  des  Bestandes  der  Materiahen  geschieht
an  dem  Sonnabend,  an  welchem  die  monathche  Löhnungsperiode  schließt,
damit  sich  Löhne  und  Materiahenverbrauch  auf  dieselbe  Zeit  beziehen.
Die  Statistik  und  die  Verrechnung  der  Betriebsunkosten.
Was  man  unter  Betriebsunkosten  versteht,  ist  in  dem  Kapitel  „Maschinenbau“ ­
  erschöpfend  geschildert.  In  der  Gießerei  werden  die  Betriebsunkosten ­
  ebenfalls  mittels  des  Formulars  53  monatlich  ermittelt  und  zu
statistischen  Zwecken  in  Prozenten  von  den  produktiven,  d.  h.  Former-,
Kernmacher-  und  Putzerlöhnen  ausgerechnet.  Die  Verrechnung  der  Unkosten ­
  als  Teil  der  Selbstkosten  geschieht  jedoch  in  der  Weise,  daß  man
dieselben  prozentual  auf  den  Betrag  der  gesamten  verbrauchten  Materialien ­
  und  der  gezahlten  Löhne  verrechnet,  wie  dies  aus  späteren  Beispielen ­
  hervorgeht.  Die  Verrechnung  der  Unkosten  auf  die  produktiven
Löhne  ist  in  der  Gießerei  aus  dem  Grunde  nicht  angängig,  weil  die  Löhne
pro  100  kg  sehr  schwanken.  Man  müßte  dann  verschiedene  Prozentsätze
anwenden,  was  aber  die  Kalkulation  und  die  Kontrolle  über  die  verrechneten
  Unkosten  sehr  erschwert.  Verteilt  man  dagegen  die  Unkosten
auf  Material  und  Löhne,  so  wird  infolge  des  hierdurch  entstehenden  kleineren ­
  Prozentsatzes  ein  Ausgleich  geschaffen.
Die  Ermittelung  der  durchschnittlichen  Selbstkosten.
Nach  Schluß  jeder  monatlichen  Löhnungsperiode  wird  für  das  in  diesem
Zeitabschnitt  produzierte  Gußquantum,  welches,  wie  bereits  gesagt,  mit
Hilfe  der  Expeditionsbücher  nachgewiesen  wird,  der  Selbstkostenpreis
ermittelt.  Dieser  Selbstkostenpreis  dient  aber  keinesfalls  zu  Bestimmungen
des  Verkaufspreises,  sondern  wird  nur  zu  statistischen  Zwecken  gebraucht,
d.  h.  man  will  kontrollieren,  wie  sich  der  Preis  zu  dem  der  Vormonate  stellt
        <pb n="131" />
        120

Die  Betriebsbuchführung.

und  wo  bei  Schwankungen  die  Ursache  liegt.  Zur  Ermittlung  der  Durchschnittsselbstkosten ­
  wird  folgende  Aufstellung  gemacht:

'Selbstkostenberechnung  pro  Monat  April  1907.
Produktion  465820,—  kg  Eisenguß.

kg

Sorte

%  kg

M.

Zusamm
A

en
A

%  kg
Gußware

1.  Eis  enverbrauch.

224  100

—

—

—  ■

—

91000

—

—

—

—

49  000

—

Sorten

—

—

—

2B  500

—

—

—

—

67  400

—

—

—

—

13  300

—

—

—

—

42  595

Brucheisen  .  .

—

—

—

510  895

74,60

38  113

14

38113

14

8,18

2.  Schmel

zkoks.

98  000

—

27,50

2  695

—

2  695

—

0,58

3.  Trockenmaterial.

7  000

Schmelzkoksreste  .

27,50

192

50

25  000

Gaskoks  .  .  .

18,-450



—

Briketts  .  .  .

38

—

680

50

0,15

4.  Formsand

u.  Kernsand.



—

►  Sorten

—

—

—

1840

66

0,40

5.  Kleinmaterial.

Holzkohlen  .  .

—

—

Steinkohlenstaub  ....

—

—

Graphit  .  .  .

—

—

Schwefelsäure  .

—

—

Schamottesteine  ....

—

—

Formerstifte  .

—

—

Kernnägel  .  .

—

—

Kernstützen  usw

—

—

5  697

80

1,22

6.  Löhne.

Former  .  .  .

24  225

76

5,20

Kernmacher

6  068

74

1,30

Putzer  .  .  .  .

5  123

85

35  418

35

1,10

Schmelzer  .  .

—

—

Sandmüller  .  .

—

—

Zimmerer  .  .

—

—

Schlosser  und  Schmiede  .

—

—

Hilfsarbeiter  .

—

—

Kranführer  usw

—

—

12  069

45

2,59

96  514

90

20,72

ab  Brucheisenwert  vom

Ausschußguß  ....

526

70

0,11

95  988

20

20,61

7.  25%  Betriebs-Unkosten



23  997

05

5,15

Summa  Selbstkosten

119  985

25

25,76
        <pb n="132" />
        Die  Einzel-  (Stück-)  Kalkulation.

121

Diese  Aufstellung  ergibt  also,  daß  die  produzierten  465  820  kg  Eisenguß ­
  zusammen  dl  119  985  25  kosten;  folglich  stellen  sieh  die  Selbstkosten
für  100  kg  auf  M.  25,76.  Zu  dieser  Produktion  waren  510  895  kg  Eisen
erforderlich.  Zählt  man  hierzu  den  Ausschuß,  welcher  sich  als  solcher
bereits  in  der  Gießerei  erwies,  also  nicht  in  die  Expeditionsbücher  eingetragen ­
  wurde,  mit  10  334  kg  (=  2,2%  von  der  produzierten  Ware)  hinzu,
so  ergibt  sich,  daß  476154  kg  Eisenguß  produziert  wurden,  also  34  741  kg
weniger  als  Eisen  eingesetzt  wurden;  diese  Differenz  bildet  den  Abbrand,
der  im  angeführten  Beispiel  6,8%  vom  Eiseneinsatz  beträgt.  Um  die  produzierte ­
  Gußware  eines  Monats  richtig  festzustellen,  muß  in  der  Expedition
in  den  ersten  Tagen  des  folgenden  Monats  unterschieden  werden,  aus
welcher  Produktion  der  abgeheferte  Guß  stammt,  da  manche  Stücke  länger
in  der  Putzerei  und  Beizerei  bleiben  müssen,  so  daß  Stücke  aus  der  neuen
Monatsproduktion  bereits  zur  Ablieferung  gekommen  sind.  Die  Ausschuß  -
stücke  behandelt  man  bei  Aufstellung  der  Monatsrechnung  in  der  Weise,
daß  man  den  Brucheisenwert  vom  Wert  des  eingesetzten  Eisens,  und  das
Gewicht  vom  Produktionsgewicht  abzieht.
Was  den  Betriebsunkostenprozentsatz  anbetrifft,  so  nimmt  man  in
der  Regel  einen  Jahresdurchschnittsatz  an,  der  allerdings  so  hoch  gehalten
ist,  daß  man  auf  alle  Fälle  sämtliche  Betriebsunkosten  verrechnet.  In  der
Jahresaufstellung  rechnet  man  jedoch  mit  dem  in  der  Buchhalterei  konstatierten ­
  effektiven  Unkostenbetrag.
Es  kommt  sehr  oft  vor,  daß  von  den  Modellarbeitern  Modelle  für
Rechnung  der  Kunden  repariert  oder  ersetzt  werden,  oder  daß  neue  Modelle
auf  eigene  Rechnung  angefertigt  werden,  die  auf  das  Inventarien-Konto
als  Neuanschaffung  zu  verbuchen  sind.  Für  solche  Arbeiten  wird  eine
besondere  Bestellung  ausgeschrieben  und  die  hierfür  gezahlten  Löhne  und
verbrauchten  Materiahen  werden  auf  das  Konto  (Abrechnungsstelle)
dieser  Order  übertragen.  Diese  Löhne  und  Materialbeträge  dürfen  natürlich
nicht  in  die  Selbstkostennachweisung  der  Monatsproduktion  aufgenommen
werden.  Die  Selbstkosten  für  derartige  Arbeiten  werden,  wie  im  Maschinenbau, ­
  auf  Sammellisten  abgerechnet  und  der  Betriebsbuchhalterei  zwecks
weiterer  Verbuchung  aufgegeben.
Die  Einzel-  (Stück-)  Kalkulation.
Die  alte  Methode,  den  Eisenguß  dem  eigenen  Betriebe  und  den  Kunden
mit  Durchschnittspreisen  zu  berechnen,  kennt  man  schon  seit  langer  Zeit
nicht  mehr.  Der  Grund,  für  jedes  Gußstück  eine  Kalkulation  aufzustellen,
hegt  darin,  daß  die  Selbstkosten  jedes  Stückes  mit  der  Schwierigkeit  der
Herstellung  steigen.  Die  Schwierigkeit  der  Herstellung  drückt  sich  in  den
Löhnen  aus,  die  man  an  die  Former  und  Kernmacher  zahlt.  Demnach  ist
es  auch  gerechtfertigt,  die  Hilfsmaterialien  und  die  Hilfslöhne  auf  diese
Löhne  prozentual  zu  verteilen.  Die  Putzerlöhne  stehen  für  solche  Stücke,
die  im  Stückakkord  geputzt  werden,  fest;  bei  solchen  Stücken,  die  nach
Gewichtsakkorden  bezahlt  werden,  rechnet  man  mit  dem  betreffenden
        <pb n="133" />
        122

Die  Betriebsbuchführung.

Gruppenpreis.  Der  Wert  für  das  eingesetzte  Eisen  richtet  sich  natürlich
nach  dem  Gewicht  des  fertigen  Stückes,  wobei  der  Abbrand  und  ein  Prozentsatz ­
  für  Abfall,  der  durch  die  Eingüsse  und  Trichter  entsteht,  berücksichtigt
werden  muß.  Bei  solchen  Abfällen  hat  man  wiederum  den  bleibenden
Brucheisenwert  in  Abrechnung  zu  bringen.  Die  Schmelzerlöhne  und  der
Betrag  für  Schmelzkoks  richten  sich  ebenfalls  nach  der  eingegossenen
Eisenmenge.
Wie  stark  der  Wert  des  Eisens,  die  Schmelzerlöhne  und  der  Wert  des
Schmelzkoks  auf  die  Selbstkosten  eines  Gußstückes  einwirken,  geht  aus
folgendem  Beispiel  hervor.  Hat  man  auf  der  Eormmaschine  kleine,  dünnwandige ­
  Stücke  herzustellen,  wovon  das  Modell  achtmal  auf  der  Platte  ist,
und  beträgt  das  fertige  Gewicht  der  acht  Stücke  400  g,  der  Einguß  und  die
Läufe  dagegen  2  kg,  so  hat  man  mit  einem  Abfall  von  S00%  zu  rechnen,
d.  h.  um  100  kg  Gußware  herzustellen,  sind  600  kg  Eisen  zu  schmelzen,
wovon  noch  ein  Abbrand  von  ca.  7%  kommt,  so  daß  man  sogar  mit  650  kg
zu  rechnen  hat.
Unter  Berücksichtigung  solcher  Schwankungen  bildet  man  die  nachstehende ­
  Tabelle,  in  der  man  mit  dem  Durchschnittspreis  des  Eisens  (im
Beispiel  Jl  8,50)  rechnet  und  für  Abbrand  ebenfalls  einen  durchschnittlichen ­
  Prozentsatz  (im  Beispiel  7%)  in  Ansatz  bringt.  Laut  Selbstkostenrechnung ­
  beträgt  der  Wert  für  Schmelzkoks  pro  100  kg  Gußware  JL  0,58.
In  dem  Beispiel  ist  angenommen,  daß  dies  der  Jahresdurchschnitt  ist  und
daß  die  jährliche  Ausbringung  reiner  Guß  wäre  66  2 / s %  vom  Eiseneinsatz
(Gewicht  des  eingesetzten  Eisens  und  der  sogenannten  Reste,  die  aus  Abgüssen ­
  usw.  stammen)  beträgt.  Dies  ist  gleichbedeutend  damit,  daß  durchschnittlich ­
  Gußstücke  mit  50%  Abfall  fabriziert  werden.  Deshalb  nimmt
man  den  Schmelzkoksverbrauch  mit  JL  0,58,  bei  Gußstücken  mit  50%  Abfall ­
  an  und  erhöht  oder  erniedrigt  ihn  nach  den  Prozentsätzen  des  Abfalles,
angenommen  um  JL  0,03  für  10%  Abfall.
Die  Schmelzerlöhne  richten  sich  ebenfalls  nach  dieser  Abstufung.
Bei  Gußstücken  mit  50%  Abfall  sind  im  Beispiel  für  Schmelzerlöhne
0,32  JL  pro  100  kg  Gußware  angenommen.

Tabelle.

bei  %

Eisen

Schmelzerlohn

Schmelzkoks

Abfall

X

A

Ji

A

JC

■Si

5

9

23

—

23

—

45

10

9

35

—

24

—

46

15

9

49

—

25

—

48

20

9

61

—

26

—

49

25

9

74

—-27



—

50

30

9

87

—

28

—

52

40

10

13

—

30

—

55

50

10

39

—

32

—

58

60

10

65

—

34

—

61

70

10

91

—

36

—

64
        <pb n="134" />
        Die  Einzel-  (Stück-)  Kalkulation.

123

bei  %

Eisen.

Schmelzerlobn

Schmelzkoks

Abfall

A

S&amp;gt;

A

-s.

A

A

80

n

17

—

38

—

67

90

n

43

—

40

—

70

100

n

69

—

42

—

73

120

12

21

—

46

—

79

140

12

73

—

50

—

85

160

13

25

—

54

—

91

180

14

77

—

58

—

97

200

14

29

—

62

i

03,

Die  Hilfsmaterialien  und  Hilfslöhne  werden  bei  der  Selbstkostenrechnung ­
  prozentual  zu  den  Former-  und  Kernmacherlöhnen  verrechnet.
Dieselben  betragen  laut  der  Selbstkostenberechnung  (Seite  120)  62%  von
den  Löhnen,  hiervon  entfallen
auf  Hilfslöhne  (außer  Schmelzern)  .  .  .  34,9%  rund  35%
Trockenmaterial  2,2%  ,,  2%
Form-  und  Kernsand  ß,l%  ,,  6%
Kleinmaterial  18,8%  ,,  19%
zusammen  62%  ,,  62%

Nachdem  für  die  zu  berechnenden  Gußstücke  die  Gewichte  feststehen
und  die  Former-  und  Kernmacherlöhne  kalkuliert  sind,  berechnet  man
die  Selbstkosten  auf  folgende  Weise:

I

II

III

IV

V

Gewicht

kg

800

125

30

6

1,5

Eormerlohn

M.

7,20

5-2,40



0,45

0,15

Kernmacherlohn  ....

—

1,25

0,60

—

0,03

Putzerlohn

2,40

0,90

0,45

1,20

1,80

pro  100  kg

pro  %  kg

Abfall

0/
/o

5

10

30

60

100

pro  100  kg

pro  100  kg

pro  100  kg

pro  100  kg

pro  100  kg

A

A

A

JL

A

1.  Eormerlohn

0,90

4-8-





10,—

2.  Kernmacherlohn  ....

—

1-2,-





2,-3.

  Putzerlohn

0,30

0,72

1,50

1,20

1,80

4.  Schmelzerlohn  lt.  Skala  .

0,23

0,24

0,28

0,34

0,42

5.  Hilfslöhne  (35%  von  1  u.  2)  .  .

0,32

1,75

3,50

2,63

4,20

6.  Eisen  lt.  Skala

9,23

9,35

9,87

10,65

11,69

7.  Schmelzkoks  lt.  Skala  .  .

0,45

0,46

0,52

0,61

0,73

8.  Trockenmaterial  (2%  von  1

u.  2)

0,02

0,10

0,20

0,15

0,24

9.  Form-u.  Kernsand  (6%  von  lu.  2)

0,05

0,30

0,60

0,45

0,72

10.  Kleinmaterial  (19%  von  1

u.  2)

0,17

0,95

1,90

1,43

2,28

*

11,67

18,87

28,37

24,96

34,08

Betriebsunkosten  (25%)

2,92

4,72

7,09

6,24

8,52

14,59

23,59

35,46

31,20

42,60

rund

14,50

23,50

35  5

31,-42,50
        <pb n="135" />
        124

Die  Betriebsbuchführung.

Diese  Hundertkilopreise  werden  den  eigenen  Betrieben  in  Rechnung
gestellt,  während  man  der  Kundschaft  noch  einen  Prozentsatz  für  Verdienst
hinzuschlägt.
Um  die  Berechnung  der  Gußstücke  für  die  eigenen  Betriebe  zu  erleichtern, ­
  wird  jedoch  nicht  für  jedes  einzelne  Stück  dessen  Einheitspreis  in
Ansatz  gebracht,  sondern  man  hat  für  jeden  Maschinentyp  einen  Durchschnittspreis ­
  ermittelt,  den  man  bei  kompletten  Maschinenbestellungen
in  Anwendung  bringt.  Bei  Bestellungen  auf  einzelne  Teile  wird  dagegen
der  Einzelpreis  des  Stückes  berechnet.
Die  Selbstkostenbereehnung  mittels  Tabellen.
Die  Zahl  der  Modelle,  nach  welchen  Abgüsse  herzustellen  sind,  ist  so
groß,  daß  die  Selbstkostenberechnung  nach  der  vorhin  geschilderten
Methode  viel  Zeit  und  Kosten  verursachen  würde.  Man  hat  daher  Kalkulationstabellen ­
  zusammengestellt,  von  denen  man  die  Hundertkilopreise
ablesen  kann,  wenn  das  Gewicht  des  Stückes,  der  Former-  und  Kernmacherlohn ­
  bekannt  sind.  Bei  Aufstellung  dieser  Tabellen  sind  diejenigen
Faktoren,  welche  prozentual  von  den  Former-  und  Kernmacherlöhnen
berechnet  werden,  von  denjenigen  getrennt,  welche  von  dem  Prozentsatz
des  Abfalles  oder,  was  dasselbe  ist,  von  dem  Gewicht  der  Stücke  abhängig
sind.  Wie  Seite  123  nachgewiesen,  betragen  im  angeführten  Beispiel  die
Beträge  für  Hilfslöhne,  Trockenmaterial,  Form-  und  Kernsand  und  Kleinmaterial ­
  62%  von  den  Former  -und  Kernmacherlöhnen.  Hat  man  nun  ein
Gußstück  zu  kalkulieren,  für  welches
Former  und  Kernmacherlohn  %  kg  JL  10,—
betragen,  so  beträgt  der  Aufschlag  (62%)  .  .  .  „  6,20
zusammen  JL  16,20
hierzu  25%  Betriebsunkosten  ,,  4,05
zusammen  JL  20,25
rund  JL  20,—
also  Former-  und  Kernmacherlohn  (JL  10,—)  +  100%  Aufschlag  (JL  10,—)
=  JL  20,—.
Außerdem  sind  zu  berechnen
Eisen,
Schmelzkohle,
Schmelzerlöhne  und
Putzerlöhne.
Hierfür  kann  man  eine  tabellarische  Berechnung  nur  erreichen,  indem
man  für  die  verschiedenen  Abfallprozentsätze  bestimmte  Gewichtsgruppen
festlegt.  Zu  diesem  Zwecke  stellt  man  fest,  wie  hoch  sich  das  durchschnittliche ­
  Stückgewicht  der  Gußproduktion  stellt,  indem  man  die  Stückzahl
der  Abgüsse  während  einiger  Monate  zählt  und  in  das  Produktionsgewicht
dividiert.  Dieses  Resultat  nimmt  man  für  den  Durchschnittsprozentsatz  an,
der  lt.  des  Beispiels  der  Selbstkostenberechnung  (Seite  120)  50%  beträgt.
        <pb n="136" />
        Angenommen,  das  ermittelte  Durchschnittsgewicht  ist  23  kg,  so  erhält  man  folgende  Staffel:

Gruppe  Nr.  .  .

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

Abfall  %  .  .  .

200

150

100

90

80

70

60

50

40

30

25

20

15

10

5

5

5

5

5

Gewicht  pr.  Stück

bis

0,6  bis

1  bis

2  bis

3  bis

4  bis

5  bis

10  bis

15  bis

20  bis

30  bis

40  bis

50  bis

100  bis

200  bis

300  bis

400  bis

500  bis

über

0,5  kg

1  kg

2  kg

3  kg

4  kg

5  kg

10  kg

15  kg

20  kg

30  kg

40  kg

50  kg

100  kg

200  kg

300  kg

4001tg

500  kg

1000  kg

1000  kg

JL

JL

A

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

JL

X

Eisen

14,29

12,99

11,69

11,43

11,17

10,91

10,65

10,39

10,13

9,87

9,74

9,61

9,49

9,35

9,23

9,23

9,23

9,23

9,23

Schmelzkoks  .  .

1,03

—,88

-73

-70

—,67

—,64

—,61

—,58

—,55

—,52

—,50

—,49

-48

—,46

—,45

—,45

—,45

—,45

—,45

Schmelzerlöhne.

—,62

—,52

-42

—,40

—,38

—,36

-34

—,32

—,30

—,28

-27

—,26

—,25

-24

—,23

—,23

—,23

—,23

—,23

Putzerlöhne  .  .

2,50

2,10

1,80

1,50

1,40

1,30

1,20

1,10

1,05

1,—

—,90

—,80

—  75

—,70

—,65

—,60

—,55

—,50

-.45

Sa.

18,44

16,49

14,64

14,03

13,62

13,21

12,80

12,39

12,03

11,67

11,41

11,16

10,97

10,75

10,56

10,51

10,46

10,41

10,36

25  %  Unkosten

4,61

4,12

3,66

3,51

3,40

3,30

3,20

3,10

3,01

2,92

2,85

2,79

2,74

2,69

2,64

2,63

2,72

2,60

2,59

Summa

23,05

20,61

00
'bs
o

17,54

17,02

16,51

16,-15,49



15,04

14,59

14,26

13,95

13,71

13,44

13,20

13,14

13,08

13,01

12,95

Berechnet  man  nach  dieser  Staffel  die  auf  Seite  123  angeführten  fünf  Gußstücke,  so  stellt  sich  die  Kalkulation  wie  folgt:

1

II

III

IV

V

Gewicht  kg

800

125

30

6

1,5

Gruppe

18

14

10

7

3

JL

JL

JL

JL

JL

Wert  der  Gruppe  .

13,01

13,44

14,59

16,-18,30



Former-  und  Kemmacherlöhne  .

0,90

5-10,-





12,-Aufschlag

  100%

0,90

5.—

10,—

7,50

12-14,81



’  23,44

34,59

31-42,30



rund

15-23,50



34,50

31-42,50



Gegen  Seite  123

14,50

23,50

35,50

31-42,50



Die  kleinen  Differenzen  ergehen  sich  durch  die  Abrundung

der  Aufschläge.

Die  Selbstkostenberechnung  mittels  Tabellen.  125
        <pb n="137" />
        126

Die  Betriebsbuchführung.

Auf  Grund  dieser  Gruppenwerfe  und  der  stets  gleichbleibenden  Aufschläge ­
  von  100%  auf  die  Former-  und  Kernmacherlöhne  sind  die  nachstehenden ­
  Tabellen  aufgestellt,  in  welchen  von  oben  nach  unten  die  Löhne
in  einer  Summe,  von  links  nach  rechts  die  Stückgewichte  in  den  Abstufungen
und  bis  zu  der  Höhe,  in  der  man  sie  laufend  braucht,  eingesetzt  sind.  Man
kann  also  die  Hundertkilopreise  ohne  weiteres  ahlesen  und  diese  in  die
Expeditionsbücher  eintragen,  um  festzustellen,  wie  hoch  sich  die  Selbstkosten ­
  der  Gußstücke  für  die  verschiedenen  Besteller  stellen.
Die  Former-  und  Kernmacherlöhne  erfährt  man  bei  dieser  Arbeit  am
schnellsten,  wenn  man  die  Modellkarten  (Form.  77)  zur  Hand  nimmt,
während  man  die  Stückgewichte  aus  dem  Expeditionsbuch  ersieht.
Die  Selbstkostenwerte  dieser  Tabellen  sind,  wie  erwähnt,  auf  Grund
von  Durchschnittspreisen  der  Materialien  festgelegt.  Steigen  oder  sinken
die  Preise  derart,  daß  sie  die  Kosten  des  Gusses  wesentlich  beeinflußen,
so  wird  natürlich  bei  Offerten  resp.  Preisstellungen  ein  Prozentsatz  für
Konjunkturdifferenz  zugezählt  oder  abgezogen.  Ferner  können  diese
Tabellenpreise  nicht  verwendet  werden,  wenn  bei  größeren  Aufträgen  oder
bei  scharfer  Konkurrenz  spezielle  Kalkulationen  aufgestellt  werden  müssen,
wobei  auch  der  effektive  Verbrauch  von  Hilfsmaterialien  u.  dgl.  festgestellt
wird.  Im  allgemeinen  bieten  die  Tabellen  aber  große  Vorteile  und  ermöglichen ­
  es,  monatlich  die  Selbstkosten  für  jeden  Besteller  auszurechnen,
was  für  die  Aufstellung  von  Monatsbilanzen  unerläßlich  ist.  Die  Tabellen
werden  jährhch  einmal  auf  Grund  der  Jahresselbstkostenberechnung
revidiert  und  eventuell  abgeändert.
Um  die  Gewichte,  Selbstkosten  und  Verkaufspreise  für  die  Abgüsse
aller  Modelle  jedes  auswärtigen  Kunden  beisammen  zu  haben,  werden  dieselben ­
  auf  Formular  87  eingetragen.  Auf  Grund  dieser  Eintragungen
werden  auch  die  Kundschaftsfakturen  ausgeschrieben.

Firma:  Neue  Berliner  Motorenfabrik  G.  m.  b.  H.

Benennung

Modellier. ­


Gewicht ­


F.
Lohn
K.
Lohn

Preis
Selbstk.  Verkauf

Offerte
Dat.jPreis

Benennung

Modellier. ­


Gewicht ­


F,
Lohn
K-Lohn


Preis
Selbstk.  Verkauf

Kolben

80  M

41

5

4.50
3.50

%
46,—

kg
53,—

Oehäuse

P.  211

30

4,50
4,50

65,—

75,-Deckel



P.165

2

—

0,75
0,25

103,—

118,—

Schlitten

48  B

80

3-19,50



22,-Radkasten



F.  5

1

8

0,20
0,08

46-53,—



Offerte

Dat.

PreA

Form.  87.  Orig.-Größe  25X30  mm.
        <pb n="138" />
        Selbstkostentabelle.

Die  Selbstkostenberechnung  mittels  Tabellen.  127

1  0,01  |

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1  0,03  |

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O
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0,05

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0,09

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1  0,14  1

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o
CM
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0,22

0,24

1  0,26  |

0,28

0,30

0,32

0,34

0,36

1  0,38  |

o
Hi
d

2,0

19,50  |

20,50  |

21,50  |

22,50  |

23,50  |

24,50

25,50  |

26,50  |

27,50

28,50  |

29,50

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L
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21,50

22,50

1  23,50

24,50

25,50

26,50

L
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25,—

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L
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29,—

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|  23,50

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CM

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1  0,38  1

O
Hi
d
        <pb n="139" />
        Selbstkostentabelle.

2,1

2,2

2,3

2,4

2,5

2,6

2,7

2,8

2,9

3,0

3,1

3,2

3,3

3,4

3,5

3,6

3,7

3,8

3,9

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21,50

21,50

21,50

21,-21,-







20,—

20,—

20,-20,—



20,—

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19,50

19,50

19,50

0,05

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23,50

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23,—

22,50

22,50

22,—

22,—

22,—

21,50

21,50

21,-21,-





20,50

20,50

20,50

20,50

20,—

20,-20,-





0,07

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22,50

22,50

22,50

22,—

21,50

21,50

21,50

21,-21,-









20,50

20,50

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21,50

21,50

21,50

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21,-0,08



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25,50

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24,50

24,50

24,-24,-





23,50

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22,—

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21,50

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25,—

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23,50

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22,50

22,50

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0,12

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27,50

27,-27,—



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24,50

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23,50

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0,15

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0,18

0,20

0,20

0,22

usw.

0,22

0,25

0,25

0,28

0,28

4,1

4,2

4,3

4,4

4,5

4,6

4,7

4,8

4,9

5,0

5,1

5,2

5,3

5,4

5,5

5,6

5,7

5,8

5,9

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21,50

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20,50

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19,50

19,50

19,50

19,50

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0,15

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23,50

23,50

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21,-21,-









0,18

25,50

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25,—

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24,50

24,50

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23,—

23,—

23,—

22,50

22,50

22,50

22,50

22,—

22,—

22,—

0,18

0,20

0,20

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0,25

0,25

0,28

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0,28

0,30

0,30

0,32

0,32

0,35

0,35

0,38

0,38

0,40

0,40

0,42

0,42

128  Die  Betriebsbuchführung.
        <pb n="140" />
        Die  Selbstkostenberechnung  mittels  Tabellen.

129

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Lilienthal,  Fabrik  Organisation.
        <pb n="141" />
        Selbstkostentabelle.

20,—

20,5

21,-21,5



22,—

22,5

23,—

23,5

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24,5

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26,5

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27,5

28  —

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29,5

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17,50

17,50

17,50

17,50

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17,50

17,50

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0,50

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19,50

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19,-18,50



18,50

18,50

18,50

18,50

18,50

18,50

18,50

18-18,-









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21  —

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20,50

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20,—

20,—

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19,50

19,50

19,50

19,50

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19,-18,50



18,50

18,50

0,60

0,70

0,70

0,75

0,75

0,80

0,80

0,85

0,85

0,90

usw.

0,90

1-1,—



1,10

1,10

1,20

1,20

1,30

1,30

1,40

1,40

30  —

31,-32-





34,—

35,—

36,—

37-38,—



39,—

40,—

41-42,—



43,-44-







47,—

48,-49,—



0,60

18,50

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18,-17,50



17,50

17,50

17,50

17,50

17,50

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16,50

16,50

16,50

16,50

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16,50

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20-19,50



19,50

19,-19-







18,50

18,50

18,50

18,50

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18,-17,50



17,50

17,50

17,50

17,50

17,50

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1-1,15



1,15

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1,30

1,50

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1,65

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1,80

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2-2,20



2,20

2,40

2,40

2,60

2,60

2,80

2,80

130  Die  Betriebsbuchführung.
        <pb n="142" />
        132

Die  Betriebsbuchführung.

Die  Monatsbilanz.
Da  man,  wie  bereits  erwähnt,  die  Selbstkosten  jedes  Postens  zu
Tabellenpreisen  im  Expeditionsbuch  (Form.  84)  berechnet,  so  erfährt
man  durch  Addition  der  einzelnen  Posten  die  monatlichen  Selbstkosten
der  gesamten  Lieferungen.  Nachdem  man  die  Gewichte  und  Selbstkosten ­
  für  alle  Kunden  und  eigenen  Betriebe  zusammengestellt  hat,  muß
natürlich  berücksichtigt  werden,  daß  diese  Selbstkosten  Grundpreisselbstkosten ­
  darstellen.  Stellen  sich  die  effektiven  Preise  niedriger,  z.  B.  anstatt
Jü.  8,50  nur  auf  Jli  7,46  pro  hundert  Kilo,  so  muß  diese  Differenz,  sowie
auch  die  Differenz  für  die  prozentual  berechneten  Hilfsmaterialien  und
Hilfslöhne  von  den  Grundpreisselbstkosten  in  Abzug  gebracht  werden,
wobei  angenommen  wird,  daß  diese  Unterschiede  jeden  Posten  gleichmäßig
berühren.  In  dem  Seite  120  (Selbstkostenberechnung)  angeführten  Beispiel
wurden  die  Gesamtselbstkosten  mit  Jt  119  985,25  nachgewiesen.  Ergibt
nun  die  Zusammenstellung  der  Grundpreisselbstkosten  (Tabellenselbstkosten) ­
  einen  Betrag  von  dt  125  672,15,  so  hat  man  die  Differenz  von
dt  5686,90  =  4,5  %  von  den  einzelnen  Beträgen  gleichmäßig  in  Abzug
zu  bringen.
Den  nunmehr  ermittelten  tatsächlichen  Selbstkosten  stellt  man  die
erlösten  Beträge  laut  der  ausgeschriebenen  Fakturen  gegenüber  und  ermittelt ­
  auf  diese  Weise  den  Gewinn,  der  aus  den  Lieferungen  an  die  einzelnen
Kunden  erzielt  wurde.  Bei  den  Lieferungen  an  eigene  Betriebe  kann  natürlich ­
  kein  Gewinn  bleiben,  da  diesen  der  Guß  zu  Selbstkosten  berechnet  wird.
Die  Differenz  zwischen  Grundpreisselbstkosten  und  tatsächlichen  Selbstkosten ­
  wird  am  Jahresschluß  zurückgebucht,  nachdem  durch  die  Jahresselbstkostenberechnung ­
  der  durchschnittliche  Eisenpreis  ermittelt  worden
ist.  Ferner  wird  am  Jahresschluß  festgestellt,  ob  die  in  den  Tabellenpreisen
enthaltenen  und  weiter  verrechneten  Betriebsunkosten  zu  hoch  oder  zu
niedrig  bemessen  worden  sind.  Etwaige  Differenzen  werden  alsdann  in
derselben  Weise,  wie  die  Differenzen  für  die  Eisenpreise  berücksichtigt.

Abteilung  XI.  Betriebswerkstätten.
In  den  Betriebswerkstätten  findet  eine  Fabrikation  irgend  eines  Verkaufsartikels ­
  nur  äußerst  selten  statt.  Diese  Werkstätten  umfassen  vielmehr ­
  jene  Arbeiter,  welche  die  fortlaufend  vorkommenden  Reparaturen
an  Gebäuden,  Kränen,  Motoren,  elektrischen  Leitungen  und  Lampen  ausführen, ­
  ferner  solche,  die  mit  Reinigungsarbeiten,  Transporten  u.  dgl.  beschäftigt ­
  werden.  Außer  diesen  zählen  noch  die  Zimmerleute,  Sattler,
Kutscher,  Nachtwächter  zu  dieser  Abteilung.  Um  der  Kraftzentrale  einen
Lohnbeamten  zu  ersparen  und  weil  einige  in  der  Kraftzentrale  beschäftigte
Arbeiter  zeitweise  noch  für  andere  Abteilungen  beschäftigt  werden,  werden
auch  die  Maschinisten  und  Heizer  zu  den  Arbeitern  der  Betriebswerkstätten
gerechnet,  deren  auf  die  Kraftzentrale  entfallende  Löhne  dieser  belastet
werden.
        <pb n="143" />
        Die  Auftragserteilung.

133

Die  Betriebswerkstätten  sind  in  drei  Meisterschaften  geteilt:
1.  die  Schlosserei  und  Klempnerei;
2.  die  Verpackungswerkstatt  und  Zimmerei;
3.  die  Abteilung  für  Maurer,  Maler,  Rohrleger,  Elektromonteure,  Sattler,
Transportarbeiter,  Reinigungsarbeiter  u.  dgl.
Der  Meister  der  letzten  Abteilung  beaufsichtigt  auch  den  Betrieb  in
der  Kraftzentrale.

Die  Auftragserteilung.
Für  die  fortlaufend  zu  erledigenden  Arbeiten  und  für  solche,  die  sich
sehr  häufig  wiederholen,  bestehen  Jahresorders.  Diese  sind  auf  Tabellen
festgelegt,  die  an  einzelnen  Stellen  aushängen,  um  die  Orders  den  Arbeitern
bekannt  zu  machen.  Arbeiten,  für  welche  keine  Jahresorders  vorhanden
sind,  werden  mit  Bestellzetteln  lt.  Formular  28  in  Auftrag  gegeben.
Diese  Bestellzettel  werden  im  Lohnbureau  mit  laufenden  Nummern  versehen, ­
  die  für  die  bestellenden  Abteilungen  in  verschiedenen  Zahlenkreisen
liegen;  dann  werden  sie  in  die  Selbstkostennachweisbücher  (Form.  33)
eingetragen.  Diese  Bücher  sind  ebenfalls  nach  Abteilungen  angelegt.  Nach
der  Eintragung  erhält  den  Bestellzettel  der  in  Betracht  kommende  Meister.
Es  werden  also  in  den  Betriebswerkstätten  keine  Orderbücher  geführt.
Die  erwähnten  Jahresordernummern  der  Betriebswerkstätten  unterscheiden
sich  in  solche  für  die  Kraftzentrale,  den  eigenen  Betrieb,  in  spezielle  Orders
für  einzelne  Abteilungen,  in  allgemeine  Orders,  und  in  solche,  die  für  sämtliche ­
  Fabrikationsabteilungen  gelten.  Letztere  sind  so  gewählt,  daß  die
Orders  für  dieselbe  Arbeit  in  jeder  Abteilung  auch  dieselben  Endzahlen
haben,  den  die  Nummern  der  Abteilung  als  Hunderter  vorgesetzt  werden.
Die  Ordernummer  für  kleine  Maurerarbeiten  an  den  Gebäuden  z.  B.  hat  für
alle  Abteilungen  die  Endzahl  sechs.  Für  den  Werkzeugbau,  der  die  Abteilungsnummer ­
  4  hat,  lautet  diese  Ordernummer  also  406  (=  400  und  6).
Die  Jahresordernummern  sind  folgende:
A)  Für  die  Kraftzentrale.
1.  Bedienung  der  Dampfkessel  und  Pumpen.
2.  Bedienung  der  Dampfmaschinen  und  Dynamos.
3.  Instandhaltung  und  Reinigung  der  Dampfkessel  und  Pumpen.
4.  ,,  ,,  ,,  ,,  Dampfmaschinen  und  Dynamos.
5.  ,,  ,,  Bedienung  der  Wasserreinigungsanlagen.
6.  Reinigung  der  Gullys  und  Revisionsbrunnen.
7.  Reparaturen  am  Gebäude.
8.  Instandhaltung  der  Kraft-  und  Lichtleitung  und  Lampen.
9.  ,,  ,,  Telephonanlage.
10.  „  „  Werkzeuge.
11.  Sattlerarbeiten.
12.  Reinigungsarbeiten.
13.  Schriftliche  Arbeiten.
        <pb n="144" />
        134

Die  Betriebsbuchführung.

B)  Für  die  Betriebswerkstätten.
21.  Kleine  Reparaturen  an  Werkzeugmaschinen.
22.  Instandhaltung  der  Werkzeuge  für  die  Schlosserei.

23.

,,  „  ,,  ,,  Elektromonteure.

24.

,,  ,,  „  Maurer  und  Rohrleger.

25.

„  „  ,,  Sattlerei.

26.

„  ,,  „  die  Zimmerei.

27.  Spänetransport

in  der  Zimmerei.

28.  Reparatur  der  Stauhabzugsanlage  in  der  Zimmerei.
29.  Verwaltung  des  Werkzeuglagers.

30.  Schriftliche  Arbeiten  im  Lager.
C)  Für  die  Schmiede.
51.  Maurerarbeiten  an  den  Schmiedeöfen.
52.  „  „  „  Glühöfen.
53.  ,,  ,,  „  Härteöfen.
D)  Für  die  Modelltischlerei.
61.  Reparatur  der  Staubahzugsanlage.
62.  Spänetransport.
E)  Für  die  Gießerei.
71.  Kleine  Reparaturen  am  Sandstrahlgebläse.
72.  „  „  an  der  Preßluftanlage.
73.  Reinigung  der  Gullys  und  Brunnen.
F)  Für  das  chemische  Laboratorium.
81.  Reinigung  der  Räume.
82.  Reparaturen  am  Gebäude.
83.  Instandhaltung  der  Gas-,  Wasser-  und  Druckluftleitungen.
84.  ,,  ,,  Kraft-  und  Lichtleitung  und  Lampen.
85.  „  ,,  Telephonanlage.
86.  Botengänge.
G)  Allgemeine  Orders.
101.  Reinigung  und  Instandhaltung  der  Höfe.
102.  Instandhaltung  der  Hofbeleuchtung.
103.  „  ,,  elektrischen  Leitung  auf  den  Höfen.
104.  Beaufsichtigung  und  Instandhaltung  des  Fahrradschuppens.
105.  Instandhaltung  und  Reinigung  des  Eisenbahnanschlußgleises.
106.  Rangieren  der  Eisenbahnwaggons.
107.  Kohlenentladen.
108.  Wächterdienst.
109.  Portierdienst.
110.  Kutscherdienst.
111.  Kleine  Arbeiten  für  Fuhrwesen.
112.  Instandhaltung  der  Pferdegeschirre.
        <pb n="145" />
        Die  Auftragserteilung.

135

113.  Reinigung  der  Hauptkontorräume.
114.  Reinigung  des  Bureaus  für  Arbeiterangelegenheiten  und  Krankenkasse. ­

115.  „  „  photographischen  Ateliers.
116.  „  der  Lichtpauserei.
117.  „  des  Speisesaales.
118.  Transporte  von  Maschinen  eigenen  Fabrikats.
119.  Transporte  von  Maschinen  fremden  Fabrikats.
120.  Arbeiten  im  Maschinenlager.
121.  „  „  Werkzeuglager.
122.  ,.  „  Materialienlager.
123.  „  in  der  Teeküche.
124.  .,  in  der  Expedition.
125.  Hilfeleistung  beim  Photographieren.
126.  ,,  „  Lichtpausen.
127.  Bedienung  der  Telephonzentrale.
128.  Botengänge  für  das  Hauptkontor.

II.

III.

IV.

V.

VI.

VII.

VIII.

IX.

X.

XI.

H)  Für  alle  Fabrikationsabteilungen. ­


Maschinenbau ­


Spezialmaschinenb.


Werkzeugbau ­


Spezialwerkzeugb.


Normalienfabrik ­


Einrichterei ­


Schmiede

Modelltischlerei ­


Gießerei

Betriebswerkstatt ­


Transportarbeiten.  .  .

201

301

401

501

601

701

801

901

1001

1101

Aufräumungs-  u.  Reinigungsarbeiten
in  den  Werkstätten.  .  .

202

302

402

502

602

702

802

902

1002

1102

Reinigung  der  Waschräume  ....

203

303

403

503

603

703

803

903

1003

1103

„  „  Bureauräume  ....

204

304

404

504

604

704

804

904

1004

1104

„  „  Aborte

205

■305

405

505

605

705

805

905

1005

1105

•Kleine  Maurerarbeiten  an  d.  Gebäuden

206

306

406

506

606

706

806

906

1006

1106

„  Malerarbeiten  „  „  „

207

307

407

507

607

707

807

907

1007

1107

Instandhaltung  der  Türen  u.  Fenster

208

308

408

508

608

708

808

908

1008

1108

„  „  Dächer  u.  Dachrinnen

  .  .  .  .  .

209

309

409

509

609

709

809

909

1009

1109

„  „  Aufzüge  u.  Kräne

210

310

410

510

610

710

810

910

1010

1110

Instandhaltung  der  Motore  ....

211

311

411

511

611

711

811

911

1011

1111

„  „  Transmission  u.
Deekenvorgelege

212

312

412

512

612

712

812

912

1012

1112

„  „  Heizungsanlagen

213

313

413

513

613

713

813

913

1013

1113

„  „  Kraftleitungen  .

214

314

414

514

614

714

814

914

1014

1114

„  „  Lichtleitungen  u.
Lampen  ....

215

315

415

515

615

715

815

915

1015

1115

Instandhaltung  der  Telephonleitungen

216

316

416

516

616

716

816

916

1016

1116

„  „  Gasleitungen  .  .

217

317

417

517

617

717

817

917

1017

1117

„  „  Wasserleitungen

218

318

418

518

618

718

818

918

1018

1118

„  „  Dampfleitungen.

219

319

419

519

619

719

819

919

1019

1119

„  .,  Preßluftleitungen

220

320

420

520

620

720

820

920

1020

1120

Sattlerarbeiten  .  .

221

321

421

521

621

721

821

921

1021

1121

Bedienung  der  Heizventilatoren  und
Motore  ....

222

322

422

522

622

722

822

922

1022

1122

Bedienung  der  Umformer

223

323

423

523

623

723

823

923

1023

1123

Botengänge  .  .

224

324

424

524

624

724

824

924

1024

1124
        <pb n="146" />
        136

Die  Betriebsbuchführung.

Für  jede  Jahresorder  wird  jeden  Monat  ein  Bestellzettel  (Form.  28)
ausgefüllt  und  dem  in  Betracht  kommenden  Meister  übergehen,  damit  auf
der  Rückseite  die  verwendeten  Materialien  notiert  werden.

Die  Lohnverrechnung.
Die  Arbeiter  in  den  Betriebswerkstätten  werden  im  Zeitlohn  beschäftigt. ­
  Nur  selten  kommen  Arbeiten  vor,  die  im  Akkord  ausgeführt  werden.
Um  die  für  jede  Order  auf  gewendete  Zeit  zu  notieren,  erhalten  die  Arbeiter
die  Wochenzettel  (Form.  42),  deren  Gesamtstundenzahl  sich  mit  der
Stundenzahl  der  Uhrkarten  decken  muß.  Die  Richtigkeit  der  Zeitangaben
wird  vom  Meister  bescheinigt.  Die  Feststellung  der  Verdienstbeträge
geschieht  durch  Multiplikation  der  geleisteten  Arbeitsstunden  mit  dem  für
jeden  Arbeiter  festgesetzten  Stundenlohnsatz.  Die  Lohnbücher,  Lohnlisten
und  Lohnquittungen  sind  dieselben,  wie  in  den  anderen  Abteilungen.

Die  Selbstkostenberechnung.
Um  festzustellen,  wieviel  Löhne  monatlich  auf  die  Jahresordernummern
gezahlt  werden,  überträgt  man  die  einzelnen  Beträge  der  Wochenzettel
auf  die  Sammelbogen  (Form.  50).  Solche  Löhne,  die  auf  spezielle  Ordres
gezahlt  werden,  gelangen  in  dem  Selbstkostennachweisbuch  (Form.  33)  zur
Eintragung.
Die  für  die  einzelnen  Orders  verwendeten  Materialien  können  nur  in
seltenen  Fällen  mittels  Bestellzetteln  von  den  Lagern  entnommen  werden,
denn  es  handelt  sich  hier  meist  um  solche  Materialien,  die  sich  in  den
Betriebswerkstätten  selbst  auf  Vorrat  befinden  und  deren  zu  verarbeitende
Menge  man  vorher  nicht  bestimmen  kann,  z.  B.  Mörtel,  Kalk,  Farbe,  Holz,
Bleche,  Riemen,  Drähte,  elektrische  Artikel  u.  dgl.  Die  verbrauchten
Materialien  werden  daher  von  den  Meistern  auf  der  Rückseite  der  Bestellzettel ­
  notiert,  oder  man  läßt  die  Arbeiter  Notizen  auf  Zetteln  machen,  die
vom  Meister  geprüft  und  auf  die  Bestellzettel  übertragen  werden.  Materialien, ­
  die  mittels  Bestellzetteln  von  der  Gießerei  oder  von  den  Lagern  entnommen ­
  werden,  gelangen  im  Lohnbureau  auf  Grund  der  Rechnungen
der  liefernden  Abteilungen  und  Lager  zur  Eintragung  auf  die  Konten  der
Bestellung.
Die  für  die  einzelnen  Jahresordernummern  gezahlten  Löhne  und  verwendeten ­
  Materialien  werden  monatlich  zusammengezählt,  auf  die  Bestellzettel ­
  geschrieben  und  den  Betrieben  unter  Aushändigung  der  Bestellzettel ­
  in  Rechnung  gestellt.  Die  Selbstkosten  der  Verpackungskisten  werden
der  Buchhalterei  aufgegeben.  Spezielle  Orders  werden  natürlich  nach
Fertigstellung  verrechnet.
Die  Betriebsunkosten  werden  wie  in  den  Fabrikationsabteilungen
mittels  des  Formulars  53  nachgewiesen  und  prozentual  auf  die  Löhne
verrechnet.  Dieser  Zuschlag  ist  je  nach  der  Art  der  Arbeit  ein  verschiedener.
Es  werden  drei  Arbeitsarten  unterschieden:
        <pb n="147" />
        Kraftzentrale.  Chemisches  Laboratorium.

137

1.  Arbeiten,  bei  deren  Verrichtung  weder  Werkzeuge  noch  Maschinen
gebraucht  werden;
2.  Arbeiten,  die  mit  Hilfe  von  Werkzeugen  ausgeführt  werden;
3.  Arbeiten,  die  einen  maschinellen  Betrieb  erfordern.
Abteilung  XII.  Kraftzentrale.
In  der  Kraftzentrale  gibt  es  keine  selbständige  Buchführung,  denn  wie
erwähnt,  geschieht  die  Berechnung  der  Löhne  für  die  in  der  Kraftzentrale
beschäftigten  Arbeiter  in  dem  Bureau  der  Betriebswerkstätten,  während
die  Kosten  für  den  elektrischen  Strom,  die  von  dem  Kesselhaus  der  Kraftzentrale ­
  erfolgte  Heizung  der  Fabrik  und  Bureauräume  und  für  diverse
andere  Leistungen  der  Kraftzentrale  in  der  Betriebsbuchhalterei  nachgewiesen
  werden.  In  der  Kraftzentrale  werden  nur  Bücher  geführt  über
Kohlen-  und  Hilfsmaterialverbrauch,  Abgabe  von  Strom,  Wasserabgabe
zu  verschiedenen  Zwecken,  Druckluft-  und  Dampfabgabe  an  die  Schmiede
u.  dgl.  Diese  Angaben  werden  monatlich  der  Betriebsbuchhalterei  zur
weiteren  Verbuchung  übergeben.
Das  Konto  der  Kraftzentrale  hat  die  auf  Seite  27  aufgeführten  zwölf
Unterkonten,  auf  welche  die  Kosten  für  Kohlen,  Hilfsmaterialien,  Löhne
für  Bedienung  der  Kessel  und  Dampfmaschinen,  Reparaturen,  Verwaltungskosten, ­
  Abschreibungen  u.  dgl.  gebucht  werden.  Kreditiert  werden  dem
Konto  der  Kraftzentrale  die  Stromlieferungen,  welche  nach  Kilowattstunden ­
  mit  Selbstkosten  berechnet  werden,  ferner  die  Kosten  für  Heizung,
Druckluft  und  Dampf,  der  zu  verschiedenen  Zwecken  an  die  verschiedenen
Betriebe  abgegeben  wird,  sowie  für  das  dem  Reservoir  der  Kraftzentrale
von  den  Betrieben  entnommene  Wasser,  wofür  monatlich  vom  Betriebsingenieur ­
  die  Kosten  berechnet  und  der  Betriebsbuchhalterei  zwecks  Belastung ­
  der  Betriebe  aufgegeben  werden.
Da  die  Selbstkosten  des  elektrischen  Stromes  monatlich  schwanken,
wird  zwecks  Berechnung  desselben  für  die  eigenen  Betriebe  ein  geschätzter
Einheitspreis  pro  Kilowattstunde  angenommen  und  am  Jahresschluß  die
Differenz  zwischen  tatsächlichem  und  angenommenem  Preis  den  verschiedenen ­
  Betriebsunkostenkonten  gutgeschrieben  resp.  nachberechnet
(s.  Konto  Kraftzentrale).
Abteilung  XIII.  Chemisches  Laboratorium.
Die  Aufgabe  des  Chemischen  Laboratoriums  besteht  hauptsächlich
darin,  die  in  den  eigenen  Betrieben  zur  Verwendung  kommenden  Rohmaterialien ­
  chemisch  und  physikalisch  zu  untersuchen  und  so  der  Fabrikleitung ­
  beim  Einkauf  eine  unerläßliche  Stütze  zu  bieten.  Welche  Anforderungen ­
  ferner  seitens  der  Eisen-  und  Metallgießerei  an  das  Laboratorium
gestellt  werden,  geht  aus  der  Broschüre  „Gießerei  und  Laboratorium“
hervor,  welche  die  Firma  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.  an  ihre  Kunden  gratis  abgibt.
        <pb n="148" />
        138

Die  Betriebsbuchführung.

Dem  Chemischen  Laboratorium  werden  die  Aufträge  für  Untersuchungen ­
  von  den  Abteilungsvorständen  und  Lagerverwaltern  mittels
des  Formulars  88  überschrieben.  Bestellbriefe  auswärtiger  Kundschaft
auf  chemische  und  physikalische  Untersuchungen  werden  dem  Laboratorium
im  Original  übergeben.  Im  Laboratorium  werden  die  Aufträge  in  chronologischer ­
  Reihenfolge  in  ein  Analysenbuch  eingetragen,  welches  derart
eingerichtet  ist,  daß  die  Preise,  nach  auswärtigen  Kunden  und  bestellenden
Abteilungen  getrennt,  eingetragen  werden  können  (s.  Form.  89).
Am  Monatsschluß  wird  das  Analysenbuch  der  Betriebsbuchhalterei
zwecks  Verbuchung  der  Monatsbeträge  zugestellt.  Bei  dieser  Buchung
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  BERLIN,  den  2.  April  1907.  Nr.  45
Actiengesellsckaft.
An  das  Chemische  Laboratorium  folgen  hiermit  zur  Untersuchung:
Gegenstand:  1  Stück  Maschinenstahl  52  mm  0
Lieferant:  N.  N.
Abteilung:  Maschinenbau  Unterschrift:

Ergebnis  der  Untersuchung:

Probe
Nr.

C

P

Mn

Si

S

Anmerkungen

9701

0,40

0,033

0,63

0,02

0,059

gut

Datum:  10.  April  1907  Journ.-Nr.:  11/187  Unterschrift:
Form.  88.  Orig.-Größe  200  X  120  mm.

Elemente

Dat-Nr.



Besteller

Gegenstand

2.14.  07

9701

Maschinenbau

Maschinenstahl  52  mm  0

0,40

0,033

Mn

0,63

0,02

0,05$
        <pb n="149" />
        (I

Der  Einkauf.  X39
kommen  aber  nur  die  Beträge  für  eigene  Betriebe  in  Betracht,  da  die  Untersuchungen ­
  für  auswärtige  Kunden  diesen  sofort  nach  Beendigung  der
Untersuchungen  fakturiert  werden.  Die  Fakturierung  geschieht  auf  Grund
der  brieflichen  Mitteilungen,  welche  dem  Kunden  über  das  Ergebnis  der
Untersuchungen  gemacht  werden.
Die  Ergebnisse  der  Untersuchungen  für  eigene  Betriebe  werden  auf
dem  Bestellzettel  vermerkt,  welcher  der  bestellenden  Abteilung  nach  der
Untersuchung  zurückgegeben  wird.
Das  Konto  für  das  Chemische  Laboratorium  hat  die  auf  Seite  28  erwähnten ­
  zwölf  Unterkonten,  welchen  alle  Ausgaben,  die  das  Laboratorium
verursacht,  belastet  werden.  Im  Kredit  des  Kontos  erscheinen  die  Beträge
für  ausgeführte  Untersuchungen.

Der  Einkauf.
Der  Einkauf  der  wichtigsten,  finanziell  besonders  in  die  Wagschale
fallenden  Materialien  geschieht  durch  die  Direktion  und  zwar  in  der  Regel
nach  Beratung  mit  den  Abteilungsvorständen,  welchen  ein  weitgehender
Einfluß  in  dieser  Beziehung  eingeräumt  ist.  Diese  Methode  des  Einkaufs
ist  besonders  eingeführt  wegen  der  Gefahren,  welche  die  Stellung  eines
einzigen  „Einkäufers“  beinahe  unvermeidlich  mit  sich  bringt  und  wegen
der  unbedingt  erforderlichen  Sachkenntnis,  die  für  alle  vorkommenden
Materialien  von  einer  Person  nicht  gut  verlangt  oder  erwartet  werden
kann.  Nur  die  Bearbeitung  des  Einkaufes  der  weniger  wertvollen  Materialien
ist  dem  Verwalter  des  Lagers  für  Hilfsmaterialien  übertragen,  der  jedoch
nicht  selbständig  ist,  sondern  der  Direktion  seine  Vorschläge  zur  Entscheidung ­
  vorzulegen  hat.  Der  Bedarf  an  solchen  Rohmaterialien,  welche  in
größeren  Mengen  gebraucht  werden,  wird  in  der  Regel  durch  Abschlüsse
für  längere  Zeit  gedeckt.  Zu  diesen  Materialien  gehören:  Roheisen,  Brucheisen, ­
  Schmelzkoks,  Stahl,  Zinn,  Zink,  Kupfer,  Steinkohlen  u.  dgl.  Für
        <pb n="150" />
        140

Der  Einkauf.

andere  Materialien  wird  der  Preis  regelmäßig  auf  ein  Kalendervierteljahr
festgesetzt.  Der  Materialienlagerverwalter  fordert  vor  Beginn  eines  neuen
Quartals  verschiedene  Lieferanten  zur  Preisabgabe  auf  und  legt  der  Direktion ­
  die  auf  Formular  90  zusammengestellten  Preise  der  einzelnen  Lieferanten ­
  vor.  In  der  Regel  wird  verlangt,  daß  jeder  Offerte  eine  Analyse
oder  Probe  mitgegeben  wird,  deren  Qualität  für  spätere  Lieferungen  maßgebend ­
  sein  soll.
Nachdem  die  Qualität  der  Proben  dieser  Materialien  im  Chemischen
Laboratorium  und  je  nach  ihrer  Art  seitens  der  Betriebsleiter  begutachtet
worden  ist,  wird  unter  Berücksichtigung  der  Qualität,  des  Preises  und  der
Zuverlässigkeit  des  Lieferanten  von  der  Direktion  die  Firma  bestimmt,
welcher  die  Lieferungen  für  das  nächste  Quartal  überschrieben  werden
sollen.  Zu  letzteren  Materialien  gehören  z.  B.  Öle,  Lacke,  Petroleum,  Benzin,
Holz,  Putzmaterial,  Stroh,  Häcksel,  Hafer  usw.  Als  dritte  Art  von  Materialien ­
  kommen  solche  in  Betracht,  für  die  kein  regelmäßiger  oder  nur  ein
geringer  Bedarf  vorliegt,  die  also  von  Fall  zu  Fall  für  den  vorliegenden
Bedarf  eingekauft  werden.  Ferner  gibt  es  noch  eine  Menge  von  Bedarfsartikeln, ­
  die  zwar  regelmäßig  gebraucht  werden,  für  die  aber  in  jedem  einzelnen ­
  Falle  eine  andere  Ausführung  oder  Qualität  zu  berücksichtigen  ist,
z.  B.  Formulare,  spezielle  Fabrikationsmaterialien,  Gas-  und  Wasserartikel, ­
  Spezialwerkzeuge  für  die  verschiedenen  Betriebe  u.  dgl.  In  der
Regel  werden  auch  für  die  Lieferung  dieser  Materialien  mehrere  Lieferanten ­
  zur  Offertenabgabe  aufgefordert.  Diese  Offerten  werden  auf  der
Rückseite  des  Formulars  91  zusammengestellt.
Wenn  für  Materialien  oder  sonstige  Artikel  in  den  Werkstätten  und
Bureaus  Bedarf  vorliegt,  so  ist  dem  Einkäufer  (Verwalter  des  Materialienlagers) ­
  hiervon  mittels  Formulars  91  Anzeige  zu  machen.  Nachdem  auf
dieser  Bedarfsanmeldung  die  liefernde  Firma  und  der  Preis  seitens  des
Einkäufers  vermerkt  ist,  wird  sie  einem  Direktionsmitglied  zur  Genehmigung ­
  der  Bestellung  vorgelegt.  Alsdann  geht  sie  an  den  Verwalter  des
Materialienlagers  zurück,  welcher  die  Bestellungen  ausschreibt  und  an
welchen  später  sämtliche  Materialien  zu  liefern  sind.  Von  hier  gelangen  die
Materialien  an  die  Stelle,  von  welcher  sie  bestellt  winden  (vgl.  Form.  14).

Artikel:  Petroleum  Preis  für  wo  kg

Firma

I.  Quartal  jj  II.  Quartal

III.  Quartal

IV.  Quartal

I.  Quartal

II.  Quartal

III.  Quartal

IV.  Quartal

1907

1908

Ji

2,

Ji

■3|

Ji

■Si

Ji

2&amp;gt;

Ji

2

Ji

2,

Ji

2&amp;gt;

Ji  j  ^

Max  Schubert

19

SO

20

—

F.  Lindemann  &amp;amp;  Go.

19

50

X

20

—

X

Leop.  Hausmann

20

—

19

so

H.  Günther  Sohne

19

40

19

95

Form.  90.  Orig.-Größe  220  X  300  mm.
        <pb n="151" />
        Der  Einkauf.

141

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Bedarfs-Anmeldung
für  eigenen  Betrieb

Anmerkung:  Nur  gleichartige  Waren,  welche  von  einem  Lieferanten  bezogen  werden,  sind  auf  dieser
Bedarfs-Anmeldung  zu  notieren.

Menge

Einheit

Gegenstand

Bestimmung

Letzter  Preis

Ji

Sh

5000

Stück

Formulare  Nr.  309

01

15

_

10000

99

„  Nr.  75

für  die  BuchhaÜerei

99

6

10000

„

„  Nr.  201

5000

„  Nr.  74

99

&amp;lt;0

99

24

—

Mit  der  Offerte  ist  eine  Papierprobe

  einzusenden!

Letzter  Lieferant:  Buchdrucker  ei  „Nordwest“,  Berlin

Zunächst  Offerte

einzuholen  bei

Hat  offeriert
zum  Preise

Zu  bestellen  bei

Firma

Ort

von
Ji

Sh

Liefertermin
Zu  liefern  an

Berlin
99

Lincke
Schmidt

S.

ums.

Berlin,  den  -  -
Antragsteller:

190...
Gesehen:

Glaser

99

Genehmigt

Die  Direktion

Berlin,  den

190

Form.  91.  Vorderseite.  Orig.-G'röße  200X  180  mm.

Zusammenstellung  der  Offerten  bei  mehreren  Artikeln.

309
x

Formulare

75
~x~

Sh

201
X  U

74
X

Sh

X  \  Sh

X

Nordwest
Lincke
Schmidt
Olaser

15

5  75

19  50
17
16  80

5  50
5  90
6  20

8  140
10  i-8
  ■

22  50
22  —
21  50

9  50

24  —

Form.  !&amp;gt;I.  Rückseite.
        <pb n="152" />
        142

Der  Einkauf

Bestellzettel  Nr...

Bestellung

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft
Werkzeugmaschinen-  und  Werkzeug-Fabrik,  Gießerei
und  Laboratorium.

BERLIN  NW.  87,  den..
Huttenstr.  17/20.

190

für

Lieferungsbedingungen:
1.  Nur  schriftliche  Bestellungen ­
  haben  Gültigkeit,  wenn
sie  die  ordnungsgemäße  Unterschrift ­
  tragen.
2.  Alle  Lieferungen  auf
Grund  dieser  Bestellung
sind  an  unsere
Mat.-Yerwaltung
Berlin  NW.,  Huttenat-raße  17/20,
Bahnsen  düngen  dagegen
nach  Berlin
Bahnhof  Moabit
zu  richten.
3.  Die  Abnahme  erfolgt
vormittags  von  8—11  und
nachmittags  von  2—5  Uhr.
4.  Auf  den  Lieferscheinen,  in
allen  Korrespondenzen  und
einzureichenden  Rechnungen  ist
die  Nummer  dieses  Bestellzettels
anzugeben;  ferner  ist  bei  allen
Lieferungen  der  Preis  für  die  gelieferten ­
  Waren  auf  den  Lieferscheinen ­
  zu  vermerken.
5.  Kann  die  vorgeschriebene
Lieferzeit  nicht  mit  Bestimmtheit ­
  eingehalten  werden,  so  ersuchen ­
  wir  um  sofortige  Mitteilung ­
  und  möglichst  genaue
Angabe,  wann  die  Lieferung
erfolgen  wird.
6.  Gesamtrechnung  über  unsere
Monatsentnahme  erbitten  wir  in
den  ersten  3  Tagen  des  folgenden
Monats  in  einfacher  Ausführung.
7.  Wir  sehen  nur  diejenigen
Aufträge  als  ausgeführt  und  zur
Zahlung  berechtigt  an,  welche
der  Lieferant  durch  Quittung
unserer  Lager  Verwaltung  als  geliefert ­
  nachweisen  kann.

Wir  bestellen  hierdurch:

Order

Liefertermin ­


Preis

Muster  und  Skizzen  werden  bei  Lieferung  zurückerbeten.
Hochachtungsvoll
LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Form.  92.  Orig.-Größe  220X300  mm.
        <pb n="153" />
        Die  Verwaltung  der  Lager.

143

Für  die  Bestellungen  wird  Formular  92  verwendet.  Dieses  Formular
ist  aus  dünnerem  Papier  angefertigt,  welches  eine  Vervielfältigung  mittels
Kohlepapiers  zuläßt.  In  der  Regel  werden  von  allen  Bestellungen  zwei
Exemplare  angefertigt,  von  welchen  das  eine  der  Lieferant  zugestellt  bekommt, ­
  während  das  zweite  für  den  Materialienverwalter  bestimmt  ist.
Das  Exemplar  für  den  Lieferanten  wird  von  der  Direktion  unterschrieben,
alsdann  wird  für  die  Akten  in  der  Registratur  eine  Preßkopie  angefertigt.
Die  Bestellung  wird  zu  diesem  Zweck  mit  Kopierstift  geschrieben.
Die  Bestellungen  erhalten  fortlaufende  Nummern,  welche  auch  auf
der  Bedarfsanmeldung  (Form.  91)  vermerkt  werden.  Im  Materialienlager ­
  werden  die  Bedarfsanmeldungen  nach  diesen  Bestellnummern  geordnet
aufgehoben.  Die  Duplikatbestellbriefe  werden  dagegen  nach  Firmen  abgelegt. ­
  Der  Materialienlagerverwalter  hat  also  alle  Bestellungen  einmal
nach  Firmen  und  einmal  nach  Bestellnummern  in  seiner  Registratur  und
ist  in  der  Lage,  nach  jeder  Richtung  hin  über  Bestellungen  und  Lieferanten
Auskunft  zu  erteilen.
Bei  Lieferung  wird  auf  dem  Bestellformular  (Form.  92)  das  Datum  und
die  Menge  der  Lieferung  notiert.  Ist  eine  Bestellung  ausgeliefert,  so  wird
das  Bestellformular  aus  der  Mappe  für  unerledigte  Bestellungen  herausgenommen
  und  in  eine  Mappe  für  erledigte  Bestellungen  gelegt.  Auf  diese
Weise  hat  der  Lagerverwalter  stets  alle  noch  nicht  erledigten  Bestellungen
firmenweise  beisammen  und  ist  in  der  Lage,  bei  Eingang  der  Waren  sofort
die  Bestellung  zu  finden,  um  sich  über  den  Bestimmungszweck  zu  informieren. ­
  Fehlen  auf  dem  Eingangsschein  des  Lieferanten  die  Bestellnummer
oder  andere  erwünschte  Daten,  so  kann  eine  Ergänzung  solcher  Angaben
an  Hand  der  Bedarfsanmeldungen,  die  wieder  auf  Grund  der  Bestellnummern
sofort  gefunden  werden,  ohne  nennenswerte  Mühe  und  Zeitaufwand  vorgenommen ­
  werden.

Die  Verwaltung  der  Lager.
Wie  bereits  Seite  3  erwähnt,  bestehen  für  die  verschiedenen  Fabrikations- ­
  und  Hilfsmaterialien  und  für  die  Halb-  und  Fertigfabrikate
mehrere  Lager,  von  denen  jedes  eine  eigene  Verwaltung  hat.  Bei  Durchführung ­
  dieser  Dezentralisierung  der  Lagerverwaltung  waren  besonders
folgende  Gesichtspunkte  leitend:
1.  Daß  gewisse  Materialien  in  die  Nähe  der  sie  verarbeitenden  Werkstätten ­
  gebracht  werden  (z.  B.  Roheisen,  Koks,  Formsand  in  die  Nähe  der
Gießerei,  Stahl  und  Eisen  in  Stangen  in  die  Nähe  der  Schmiede  und  der
Abstecherei  (vgl.  Situationsplan  S.  2);  normalisierte  Maschinenteilein  die
Nähe  der  Maschinenfabriken;  Schreibmaterialien  in  die  Nähe  der  Hauptbureaus, ­
  u.  dgl.).
2.  Daß  eine  leichte  Kontrolle  und  klare  Übersicht  der  Bestände  und
somit  beste  Ordnung  aufrecht  erhalten  werden  kann.
        <pb n="154" />
        ~

144  Die  Verwaltung  der  Lager.

I

3.  Daß  mit  der  Verwaltung  solche  Beamte  betraut  werden  können,
welche  die  für  die  verschiedenen  Materialien  unbedingt  erforderlichen
Spezialkenntnisse  besitzen.
4.  Um  die  Lagerbuchführung  zu  erleichtern  und  je  nach  Art  der  Artikel
zu  spezialisieren.
Für  die  Kontrolle  der  Bestände  der  Lager  sind  in  der  Betriebsbuchführung ­
  die  Seite  24  genannten  Bestände-Konten  eingerichtet.  Die  Rohmaterialien ­
  der  Eisengießerei  erscheinen  auf  dem  Konto  der  Eisengießerei
als  Fabrikationsmaterialien,  weil  sie  ausschließlich  von  der  Gießerei  verbraucht ­
  werden,  Das  Stahllager  steht  auf  dem  Konto  der  Schmiede  ebenfalls
auf  dem  Unterkonto  für  Fabrikationsmaterialien,  weil  die  Materialien
stets  entweder  geschmiedet  oder  abgestochen  zur  Ausgabe  gelangen.  Die
Ausgänge  des  Stahllagers  werden  also  buchhalterisch  als  Leistungen  der
Schmiede  betrachtet  und  zusammen  mit  den  Löhnen  für  Bearbeitung  und
den  Betriebsunkosten  zur  Verrechnung  gebracht.
Jedem  Lager  werden  die  von  auswärtigen  Lieferanten  oder  eigenen
Betrieben  eingehenden  Lagerartikel  mit  den  Selbstkosten  belastet.  Unter
Selbstkosten  ist  bei  Lieferungen  von  auswärts  der  Nettofakturenwert
zuzüglich  Fracht-,  Zoll-  u.  dgl.  Spesen  zu  verstehen.  Die  Kosten  für  Lagerverwaltung ­
  werden  den  Selbstkosten  nicht  hinzugerechnet,  sondern  als
allgemeine  Betriebsunkosten  verbucht.  Bei  solchen  Lagerartikeln,  die  in
eigenen  Betrieben  hergestellt  werden,  werden  die  bei  der  Selbstkostenberechnung ­
  nachgewiesenen  Herstellungskosten  berechnet,  die  sich  aus
Beträgen  für  Material,  Härten,  Löhne  und  Betriebsunkosten  zusammensetzen. ­
  Die  Preise  für  auswärtige  Lieferungen  gehen,  wie  Seite  19  geschildert, ­
  aus  dem  Wareneingangsbuch  hervor,  während  für  Lieferungen  eigener
Betriebe  von  den  Lohnbureaus  monatlich  Rechnung  erteilt  wird.  Über
die  monatlich  verausgabten  Materialien  u.  dgl.  erteilt  jede  Lagerverwaltung
den  entnehmenden  Abteilungen  Rechnung,  wobei  die  den  Lagern  belasteten
Selbstkostenpreise  ohne  jeden  Zuschlag  eingesetzt  werden.
Wenngleich  die  Lagerbuchführung  in  allen  Lagern  im  Prinzip  dieselbe
ist,  weicht  sie  doch  bezüglich  der  Einrichtung  der  Formulare  zuweilen  ab,
weshalb  ich  die  Buchführung  jedes  einzelnen  Lagers  noch  besonders  darstellen ­
  will.
Das  Hilfsmaterialien-Lager.
Welche  Tätigkeit  dem  Verwalter  dieses  Lagers  außer  der  eigentlichen
Verwaltung  noch  obliegt,  ist  bereits  unter  Kapitel  „Einkauf“  gesagt
worden.  Die  Ausgabe  von  Materialien  erfolgt  nur  gegen  Materialentnahmeschein
  (Form.  93),  die  von  den  Abteilungsvorständen  unterschrieben  sein
müssen.  Die  auf  diesem  Lager  befindlichen  Materialien  sind  teilweise  Betriebs- ­
  oder  Hilfsmaterialien,  teilweise  Fabrikationsmaterialien.  Bei  Entnahme ­
  der  letzteren  ist  der  Entnahmeschein  sofort  von  dem  Lagerverwalter ­
  mit  dem  Preis  der  Materialien  zu  versehen  und  dem  Lohnbureau
der  entsprechenden  Abteilung  zuzustellen,  damit  hier  die  Verbuchung  auf
        <pb n="155" />
        Das  Hilfsmaterialienlager.

145

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengeseiischaft.  Material-Entnahme  s  chein

Menge

Einheit ­


Benennung

Dimension,

Ealls  für  Fabrikate

Marke,  Modell,
Nummer  usw.

Preis

Order-Bestell-







zusammen

Nr.

Nr.

Nr.

%

50

Stück

Kniee

4,40

2

20

10

55

T  Stücke  J"Xf"

6,80

0

68

50

55

Nippel

6,—

3

—

20

„

»  r

2,40

0

48

T-H

10

senkr.  Bewegungen

äl,25

12

50

Os

1

10

”

Mittelbewegunyen  J-"

%
115,50

11

55

Oi

Ob

10

55

Spitzhähne  m.\"  J.G.

82,50

8

25

20

55

Muffen

0

80

BEELIN,  den  2.  April  1907  Gesehen
Genehmigt

Form.  93.  Orig.-Größe  220  X150  mm.

das  Konto  der  betreffenden  Order  vorgenömmen  werden  kann  (s.  Beispiel).
Entnahmescheine  über  Hilfsmaterialien  bleiben  bis  zum  Monatsschluß  im
Lager  und  gehen  mit  den  Monatsrechnungen  zusammen  in  die  Lohnbureaus. ­
  Auf  diesen  Scheinen  wird  der  Preis  nicht  notiert.  Zur  Kontrolle
des  Bestandes  und  des  Verbrauches  ist  für  jede  Sorte  der  Materialien  ein
Skontroblatt  (Form.  94)  angelegt,  auf  welchem  Zugänge  und  Abgänge
notiert  werden.  Durch  Abzug  der  Ausgangsbeträge  von  den  Eingangsbeträgen ­
  wird  der  Sollbestand  ermittelt,  der  von  Zeit  zu  Zeit  mit  dem
tatsächlichen  Bestand  verglichen  wird.
Aus  dem  Skontroblatt  (Form.  94)  kann  man  ersehen:
1.  wie  groß  der  Lagerbestand  jeder  Materialsorte  ist;
2.  wieviel  davon  gebraucht  wurde;
3.  wann  und  in  welchem  Umfange  eine  neue  Bestellung  sich  empfiehlt;
4.  von  welchen  Firmen  das  Material  zu  beziehen  ist  (die  in  Betracht
kommenden  Firmen  werden  im  Kopf  des  Formulars  eingetragen);
5.  zu  welchem  Preis  der  Artikel  gekauft  wurde.
Die  Rechnungserteilung  für  die  entnehmenden  Betriebe  geschieht
am  Monatsschluß  und  zwar  derart,  daß  man  in  der  alphabetischen  Reihenfolge, ­
  nach  welcher  die  Skontrohlätter  in  Klemm-Mappen  aufbewahrt
werden,  die  Einzelentnahmen  jeder  Abteilung  herausschreibt.  Auf  diese
Weise  erscheinen  also  alle  Posten  desselben  Materials  in  der  Reihenfolge,
wie  sie  von  dem  betreffenden  Betriebe  entnommen  wurden,  untereinander.
Man  kann  daher  ohne  weitere  Zusammenstellung  z.  B.  sofort  ermitteln,
wieviel  Putzlappen,  Rüböl,  Seife  usw.  verbraucht  wurden  und  wie  sich
Lilienthal,  Fabrikorganisation.

10
        <pb n="156" />
        146

Die  Verwaltung  der  Lager.

Rüböl

Lieferanten:

Fischer  &amp;amp;  Blum
Kasper  Söhne

O.  Isral  Nchf.
W.  Plötz

Eingang

Ausgang

Ausgang

Mon.

Tag

kg

Anzahl ­


Preis

JL

s&amp;gt;

Mon.

Tag

Namen

kg

Anzahl ­


Preis
JL  $

Moa.

Tag

Namen

kg

Anzahl ­


Preis
AI  %

1907

%

Jan.

1

391,7

64,-250



6S

Jan.

3

Raabe

so

5120

11

5

1045,-66,75



697

54

11

11

Neumann

21

13  34

77

4

Pritsche

35

2140

11

11

Hahn

42

26  68

)9

5

Fischer

9,5

6:08

11

11

Klette

145,-SO



—

11

11

Homann

79,-50

  50

11

6

Raabe

80,-53

  40

Form.  94.  Orig.-Größe  240X360  mm.

diese  Entnahmen  auf  die  Unterabteilungen  verteilen.  Im  Lohnbureau
erleichtert  diese  Art  der  Rechnungserteilung  die  Kontierung.  Das  Formular ­
  95  veranschaulicht  eine  solche  Monatsrechnung  des  Materialienlagers.

Rechnung  des  Mater  ialien-Lagem  pro  Monat  April  190  7
für  die  Abteilung  Maschinenbau

Datum  J

Menge

Benennung

Empfänger

Order-Nr.


Bestell-Nr.


Pre
einzeln

S
zusammen ­


Konto

per

JL

3&amp;gt;

A

3,

Transp.

849

15

12

10

—

kg  Schmirgel  Nr.  H

Gebauer

0/
Io

26

50

2

65

K

13

10

—

17  11  11  11

11

n

11

11

2

65

1)

17

10

—

11  71  71  11

11

„

11

11

2

65

11

21

1

—

„  „  Nr.  53

Brohm

D

17

11

0

26

7}

11

10

—

„  „  Nr -

Gebauer

11

11

11

2

65

11

usw.

2

10

Stück  Spitzhähne  J.  O.

Haase  II

2931

25147

0/
lo

82

50

8

25

A

7

5

—

11  11  11  71

11

3742

29188

11

71

11

4

13

A

USW.

Übertrag  |
Form.  95.  Orig.-Größe  240X360  mm.
        <pb n="157" />
        Das  Lager  von  Maschinen  eigenen  und  fremden  Fabrikates.

147

Das  Lager  von  Maschinen  eigenen  Fabrikates.
Die  Verwaltung  dieses  Lagers  liegt  einem  der  technischen  Fabrikleitung ­
  unterstehenden  Verwalter  ob.  In  welcher  Weise  die  Bestellungen
für  Vorratsmaschinen  erteilt  werden,  ist  bereits  Seite  41  (Kapitel  Maschinenbau ­
  —  Auftragserteilung)  gesagt.  Sobald  den  Maschinenbauabteilungen ­
  eine  Order  auf  Vorratsmaschinen  überschrieben  ist,  werden
auf  Formular  96  die  Zahl  der  Maschinen  und  die  Fabrikationsnummern
dafür  eingetragen.  Bei  Fertigstellung  resp.  Lieferung  der  Maschinen  an  das
Lager  wird  das  Datum  der  Anlieferung  und  beim  Verkauf  die  Nummer  der
Verkaufsorder,  die  bestellende  Firma,  das  Datum  der  Bestellung  und  der
Liefertermin  eingetragen.  Aus  Formular  96  kann  man  also  ersehen:
1.  wieviel  Maschinen  sich  in  der  Werkstatt  in  Auftrag  befinden;
2.  wann  dieselben  bestellt  wurden;
3.  wann  sie  fertig  sein  sollen;
4.  wieviel  Maschinen  bereits  verkauft  sind;
5.  wieviel  Maschinen  noch  disponibel  sind;
6.  wieviel  Maschinen  sich  auf  dem  Lager  befinden;
7.  welche  Firmen  die  verkauften  Maschinen  erhalten  haben;
8.  wieviel  Maschinen  umgesetzt  wurden;
9.  wie  lange  die  Erledigung  einer  Bestellung  gedauert  hat;
10.  wann  und  in  welchem  Umfange  sich  eine  neue  Bestellung  empfiehlt.
Auf  Grund  der  Eintragungen  auf  Formular  96  sind  bei  Eintragung
der  auswärtigen  Maschinenorders  in  die  Orderbücher  die  Maschinen,  die  für
den  Kunden  genommen  werden  sollen,  von  der  technischen  Leitung  bestimmt ­
  und  im  Orderbuch  vermerkt  (s.  Kapitel  Geschäftsbuchführung,
Die  Eintragung  der  Kundenorders  Seite  8).
Für  die  buchhalterische  Kontrolle  des  Maschinenlagers  ist  die  bereits ­
  Seite  80  (Kapitel  Maschinenbau  -  Selbstkostenberechnung)  erwähnte
Kontrollkarte  (Form.  54)  bestimmt.  Auf  Grund  des  Fakturenbuches
(Form.  12)  werden  monatlich  die  Karten  für  fakturierte  Maschinen  aus
der  Kartothek  für  „vorrätige  Maschinen“  entfernt  und  in  eine  andere
Kartothek  für  „verkaufte  Maschinen“  gelegt.  Am  Jahresschluß  muß  sich
also  der  Inventurbestand  mit  dem  Sollbestand  der  Kartothek  decken,
wobei  vorausgesetzt  ist,  daß  die  Selbstkostenberechnung  für  alle  abgelieferten ­
  Maschinen  bereits  erfolgt  ist.
Das  Lager  von  Maschinen  fremden  Fabrikates.
Dieses  Lager  umfaßt  solche  Werkzeugmaschinen,  für  welche  die  Firma
von  anderen,  meist  amerikanischen  Fabriken,  den  Vertrieb  übernommen
hat.  Die  Verwaltung  dieses  Lagers  liegt  der  für  solche  Agenturgeschäfte
bestehenden  „Handelsabteilung“  ob.  Während  die  Maschinen  eigenen
Fabrikates  tatsächlich  das  Lager  passieren,  kommt  es  bei  den  Agenturmaschinen ­
  oft  vor,  daß  sie  entweder  vom  Absender  oder  vom  Spediteur
direkt  an  den  Kunden  geschickt  werden,  daß  sie  also  das  Lager  gar  nicht
10*
        <pb n="158" />
        1

Gegenstand:  Horizont.  Stoßmaschine
Kat.-Nr.  26  A  Mod.  I

Datum
der
Bestellung

Vorrats-Order

Nr.

Ausstattung
der
Maschine

Fertig

Bestimmt  für

Ex-In


Arbeit
Stück

Fabrikations-



ir
Masch.-Bau


n
Bevision

Tag
der  Bestellung ­


Order-Nt.


Liefertermin ­


Name  des  Bestellers
und  Ort

Bestellt
durch

pediert
am

April

1

707  V

normal

22201

15.j8.

25-18.

5./7.  07

259

20.18.07

Herrn.  Saß,  Berlin

Brf.  v.  4./7.

26./8.07

1907

22202

55

55

55

55

55

55

55

22203

„

55

10.17.

381

2.j9.

Berliner  Kranfabrik

Br.v.  9./7.  07

6./9.  07

22204

„

55

55

„

55

55

„

22205

55

55

,5

55

»&amp;gt;

22206

29.&amp;lt;8.

5.  j9.

55

55

„

55

55

55

22207

,,

,,

55

55

„

55

55

55

22208

,,

55

10./8.

514

10J9.

Neue  Autorn.-Ges.  Stettin

Brf.  v.  8.18.

9.f9.  07

22209

,,

55

15.18.

580

10.j9.

Verein.  Fahrradf.  Berlin

Brf.  v.  9.18.

9./9.  07

22210

55

55

6.j9.

615

6./9.

Philipp  Meyer,  Köln

V  erkauf  sstelle

6.19.  07

22211

5.  j9.

12-19.

in  DA.

usw.

Form.  96.

Orig.-Größe  280X400  mm.

148  Die  Verwaltung  der  Lager.
        <pb n="159" />
        Rundschleifmaschine  10"X  50"  Codewort:  Nebula
Fabrikant:  Norton  Gr  inding  C&amp;lt;L  Worcester
Maße:

Gewichte:

Netto

%  engl.  6790
Kilogr.  3080

Brutto

1$  engl.  9100
Kilogr.  4130

Preise:  Einkaufspreis  Ykf.  fob.  Vkf.  ab  Hamburg  Vkf.  ab  Berlin.

Order
Nr.

Dat.

Voraussichtl.

Termin

Tatsächl.
abgegangen ­


Dampfer

Kolli

Signum

Versand-Instr.-Nr.


Bestimmt  für

Verkaufspreis ­


Bestellt ­


Geliefert ­


Bemerkungen

40

2.14.
1907

31.j5.

5.6.

Graf  Waldersee


10

40
1—10

15.  6.  07

M  aschinenbau-A  ,-G.
Mannheim

15.16.
07

Dir.

via  Antw.

41

”

ft

ft

ft

10

41
1—10

ft

Max  Giesen  dh  Co.,
Wien

20.16.
07

Dir.

42

”

ft

ft

”

10

**
1

ft

Lager  in  Düsseldorf

via  Antw.

Form.  D’J’.  Orig.-Größe  320X360  mm.

Das  Lager  von  Maschinen  fremden  Fabrikates.  149
        <pb n="160" />
        150

Die  Verwaltung  der  Lager.

berühren.  Der  Begriff  „Lager“  erstreckt  sich  also  nicht  nur  auf  die  tatsächlich ­
  in  dem  Lagerraum  befindlichen,  sondern  auch  auf  solche  Maschinen,
die  sich  unterwegs  befinden.  Unter  Berücksichtigung  dieses  Umstandes
mußte  die  Lagerkontrolle  und  Buchführung  natürlich  anders  gestaltet
werden,  als  für  das  Lager  eigener  Maschinen.
Im  Bureau  der  Handelsabteilung  ist  für  jeden  Maschinentyp  ein
Skontroblatt  lt.  Formular  97  vorhanden,  welches  im  allgemeinen  denselben
Zweck  hat,  als  das  Formular  96  für  Maschinen  eigenen  Fabrikates.  Die
einzelnen  Notierungen  als:  Abgangsdatum,  Name  des  Dampfers,  Zahl  der
Kolli,  Signum  derselben  usw.  geschehen  auf  Grund  der  Mitteilungen  des
Absenders,  der  Frachtbriefe  und  der  Verschiffungskonnossemente.
Für  die  buchhalterische  Kontrolle  dient  das  Formular  98,  auf
welchem  sämtliche  von  derselben  Firma  stammenden  Maschinen  ohne
Rücksicht  auf  Größe  und  Art  zur  Eintragung  gelangen.  In  der  Buchhalterei ­
  wird  hauptsächlich  kontrolliert,  daß  die  Maschinen,  welche  nicht
das  Lager  passieren,  dem  Kunden  rechtzeitig  und  richtig  berechnet  werden,
da  infolge  der  veränderten  Versanddispositionen,  die  vielfach  erst  während
des  Seetransportes  geschehen,  auch  die  Verkaufspreise  geändert  werden
müssen  und  die  Spesen  für  Transport,  Versicherung  und  Zoll  eine  andere
Behandlung  erfordern.  Ferner  hegt  der  Buchhalterei  die  Verdienstnachweisung
  für  jede  Maschine  ob.  Für  diesen  Zweck  wird  auf  Formular  99
für  jede  Maschine  ein  Selbstkostennachweis  geführt  und  die  Gesamtziffern
der  Selbstkosten  laut  dieser  Nachweisung  auf  Formular  98  übertragen
(s.  die  Beispiele).
Auf  Grund  der  Eintragungen  auf  Formular  98  kann  man  also  ersehen ­
  :
1.  wieviel  Maschinen  bei  jeder  Firma  bestellt  sind;
2.  wann  dieselben  bestellt  wurden;
3.  wann  sie  geliefert  werden;
4.  wieviel  Maschinen  bereits  verkauft  sind;

Norton  Grinding  Go.

Bestellung

Stück

Bezeichnung
der  Maschine

Vers.-Wert


Liefertermin


Geliefert

Name
des
Dampfers

Kisten

Gewicht

Nr.

Datum

Größe

Ausstattung

Ji

ä&amp;gt;

ab
(Hafen)

Datum

Stck.

Sign.

Brutto

Netto

40

2.14.07

i

10"X50"

31.15.  07

Boston

8.j6.  07

Graf  Waldersee


10

40
1—10

4142

3110

41

i

10"X50"

31.15.07

Boston

8.16.  07

10

41
1—10

4135

3100

42

i

10"X50"

31.15.  07

Boston

8.16.07

”

10

42
1—10

4140

3120
        <pb n="161" />
        Das  Lager  von  Werkzeugen  eigenen  Fabrikates.

151

5.  wieviel  Maschinen  noch  disponibel  sind;
6.  wieviel  Maschinen  sich  auf  Lager  befinden;
7.  wieviel  Maschinen  sich  unterwegs  befinden;
8.  welche  Kunden  diese  Maschine  erhalten  haben;
9.  wieviel  Maschinen  umgesetzt  wurden;
10.  wieviel  an  jeder  Maschine  und  wieviel  im  ganzen  verdient  wurde;
11.  wann  und  in  welchen  Umfange  sich  eine  neue  Bestellung  empfiehlt.
Das  Lager  von  Werkzeugen  eigenen  Fabrikates.
Wie  bereits  Seite  84  gesagt,  enthält  dieses  Lager  seine  Bestände  ausschließlich ­
  vom  Werkzeugbau.  Die  Art  der  Auftragserteilung  und  der
Berechnung  seitens  des  Werkzeugbaues  geht  ebenfalls  aus  dem  Kapitel
„Abteilung  IV,  Werkzeugbau“  hervor.  Für  jeden  Werkzeugtyp  ist  imLager
ein  Skontroblatt  lt.  Formular  100  angelegt.  Auf  diesem  Blatt  werden  sämtliche ­
  Bestellungen,  Lieferungen,  Rechnungsbeträge  und  Ausgänge  notiert.
Die  Lagerausgänge  werden  wieder  in  solche  für  auswärtige  Kundschaft
und  eigene  Betriebe  getrennt  in  besonderen  Kolonnen  eingetragen.  Die
Ausgabe  von'  Werkzeugen  an  eigene  Betriebe  erfolgt  nur  gegen  Entnahmeschein ­
  (Form.  93).  Wie  das  auf  Formular  100  veranschaulichte  Beispiel
zeigt,  bestellte  das  Werkzeuglager  am  2.  April  an  den  Werkzeugbau  100
Fräser  Nr.  10  auf  Bestellnummer  23  921,  Diese  Fräser  lieferte  der  Werkzeugbau ­
  in  vier  Raten  in  der  Zeit  vom  15.  Juli  bis  1.  August  ab.  Die  Berechnung ­
  erfolgte  pro  Monat  August.  Je  nachdem  durch  Eingang  oder
Ausgang  der  Lagerbestand  an  diesem  Werkzeug  eine  Veränderung  erfährt,
wird  die  Bestandziffer  in  Kolonne  „Bestand“  neu  vorgetragen.  Für  den
Fall,  daß  von  der  Kundschaft  oder  von  eigenen  Betrieben  Werkzeuge
wieder  zurückgegeben  werden,  die  bereits  im  Ausgang  notiert  waren,  ist
auf  dem  Skontroblatt  für  die  Verbuchung  solcher  Rücklieferung  ein  entsprechender ­
  Raum  vorgesehen.

Verkauft

Selbstkosten

Erlös

Verdienst ­


Proz.
vom
Erlös

Datum

Order

Firma

Ort

lt
Dat.

Re  chm
$

mg
M.

Spesen
AL

Prov.
9,

Sa.
M.  1.9,

Fakt.
B.

m.

S,

.«  19,

15.16.07

792

Maschb.  A.-G.
Mannheim

Mannheim ­


20.16.  07

822

Max  Giesen
&amp;amp;  Co.

Wien

Form.  98.  Orig.-Größe  480  X  360  mm.
        <pb n="162" />
        152

Die  Verwaltung  der  Lager.

K  osten-Nachweis

für

.Kisten  Nr  Gewicht
verladen  am  in
Ankunft  in  Berlin  am.

-  kg  brutto  ....
mit  Dampfer.

.kg  netto

Selbstkosten

JL  I  2,

M.  3x

1.  Lt.  Rechnung  des  Lieferanten  vom.

.190...  =  $

2.  Lt.  Rechnung  des  Spediteurs  vo
a.  Nachnahme  lt.  Konossement
b.  Seefracht  bis  inl.  Hafen
c.  Entladespesen
d.  Fracht  resp.  Rollgeld  bis  Eisenbahnstation
e.  Zoll  für  kg  %  JL
f.  Zollabfertigungsspesen
g.  Fracht  bis
h

3.  Lt.  Kassenbeleg  Nr.  vom  190,  .
a.  Fracht  per  Eisenbahn  bis  .%  kg
b.  „  „  Schiff  „  %  kg
c.  Entladespesen,  in
d.  Kleine  Spesen

4.  Transportversicherungsprämie
5.  Provision  an  den  Vertreter  .....

°/
7a

Sa.  JL.
Von  vorstehenden  Spesen  trägt  der  Empfänger  .  .  .  .

Sa.  JL

Erlös  lt.  Fakturenbuch  Fol...
Verdienst

.  .  JL

JL

Der  Verdienst  beträgt  vom  Erlös  =  %

Empfänger:

Order  vom  190...,  Fakturiert  am  .  190  .

form.  99.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.
        <pb n="163" />
        154

Die  Verwaltung  der  Lager.

Am  Jahresschluß  wird  festgestellt,  wieviel  Werkzeuge  von  jedem  Typ
umgesetzt  wurden.  Diese  Umsatzziffer  wird  in  der  oberen  linken  Ecke  des
Skontroblattes  notiert  und  ist  bei  Bestimmung  des  Umfanges  neuer  Lager  -
bestellungen  von  großer  Wichtigkeit.  Aus  dem  Skontroblatt  (Form.  100)
kann  man  ersehen:
1.  wieviel  Werkzeuge  sich  in  der  Werkstatt  in  Auftrag  befinden;
2.  wann  dieselben  bestellt  wurden;
3.  wieviel  die  Selbstkosten  betragen;
4.  wieviel  Werkzeuge  verkauft  wurden;
5.  wieviel  Werkzeuge  die  eigenen  Betriebe  entnahmen;
6.  wieviel  Werkzeuge  sich  auf  dem  Lager  befinden;
7.  wie  groß  der  Umsatz  in  den  einzelnen  Jahren  war;
8.  an  welche  Firmen  das  Werkzeug  geliefert  wurde  (auf  Grund  der  Ordernummer) ­
  ;
9.  wie  lange  die  Erledigung  einer  Bestellung  in  der  Werkstatt  dauert;
10.  wann  und  in  welchem  Umfange  sich  eine  neue  Lagerbestellung
empfiehlt.
Am  Monatsschluß  erteilt  das  Werkzeuglager  den  Betrieben  über  ihre
Entnahme  Rechnung  mit  Selbstkostenbeträgen  wie  das  Materialienlager.
Über  die  an  auswärtige  Kunden  zum  Versand  gekommenen  Werkzeuge
wird  ebenfalls  eine  Aufstellung  mit  Selbstkostenbeträgen  gemacht  und
zwar  in  chronologischer  Reihenfolge  nach  Orders,  damit  die  Beträge  für
sämtliche  Werkzeuge,  die  auf  eine  Order  geliefert  werden,  hintereinanderstehen.
  Diese  Aufstellungen  werden  zusammen  mit  den  Rechnungen  für
die  Betriebe  in  der  Betriebsbuchhalterei  verbucht.

Das  Lager  von  Werkzeugen  fremden  Fabrikates.
Unter  Werkzeugen  fremden  Fabrikates  sind  gemeint:  Feilen,  Schmirgelscheiben, ­
  Schublehren,  Ölsteine,  Taster,  Zirkel,  Hämmer,  Zangen,  Zollstöcke ­
  u.  dgl.  Werkzeuge.  Dieses  Lager  wird  gemeinschaftlich  mit  dem
Lager  von  Werkzeugen  eigenen  Fabrikates  verwaltet  und  erfährt  nur  in
buchhalterischer  Beziehung  eine  getrennte  Behandlung.  Die  Buchführung
ist  in  jeder  Hinsicht  dieselbe  wie  im  Lager  von  Werkzeugen  eigenen  Fabrikates. ­


Das  Normalienlager.
In  diesem  Lager  befinden  sich  die  Seite  95  auf  geführten  Fabrikate
der  Normalienfabrik,  welche  für  eigenen  Bedarf  und  zum  Verkauf  auf  Vorrat ­
  angefertigt  werden.  Die  Art  der  Bestellung  seitens  des  Lagerverwalters
und  der  Selbstkostenberechnung  seitens  der  Normalienfabrik  ist  bereits
Seite  95  besprochen  worden.  Für  die  einzelnen  Arten  der  Normalien  sind
ebenfalls  Skontroblätter  (Form.  100)  zwecks  Verbuchung  der  Ein-  und
Ausgänge  vorhanden.  Die  Ausgabe  der  Normalien  geschieht  für  ganze
        <pb n="164" />
        Das  Steinkohlenlager.

155

Maschinen  auf  Grund  der  Teillisten  (Form.  31)  für  kleine  Ordres  gegen
Normalien  -  Entnahmescheine  (Form.  101),  für  auswärtige  Orders  auf
Grund  des  Orderbuches.  Die  Rechnungserteilung  geschieht  in  der  bekannten ­
  Weise.

lUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  0rder  Nr .  m
Actiengesellschaft.  -* T  ,  -.  -*
JN  ormalien-Jlintnalimescnein.  Kat.  Nr

Besteller. ­


Schrauben

Serie

Nr.

Mod.

Eabr.-Preis



Stück

Benennung

Form

0

Länge

Nr.

einzeln ­


zusamm.
M,  $

3518

4

Schrauben

1

5

4

0*7.

22

4

I

5

3

04

—

16

1

Spannhebel

1

i

96

Berechnet  pro  Monat  April  190  7

lfd.  Nr.  45

JlL

2

34

BERLIN,  den  15.  April  190  7  Gesehen:

Genehmigt:
Form.  101.  Orig.-Gr.  220X  150  mm.

Das  Steinkohlenlager.
Die  Belastung  des  Beständekontos  für  Steinkohlen  geschieht:
1.  für  die  Fakturenwerte  und  Frachten  auf  Grund  des  Wareneingangsbuches ­
  ;
2.  für  die  Entladespesen  auf  Grund  der  auf  der  Monatsorder  für  solche
Arbeiter  angesammelten  Lohnbeträge;
3.  für  Anfuhrkosten  u.  dgl.  Spesen  auf  Grund  von  Aufgaben  des
Betriebsingenieurs.
Der  Verbrauch  wird  getrennt  für  Erzeugung  von  elektrischem  Strom
und  für  Heizungszwecke  täglich  gemessen  und  am  Monatsschluß  der
Buchhalterei  zur  Verbuchung  aufgegeben.  Der  Betrag  für  die  zur  Krafterzeugung ­
  verbuchten  Kohlen  wird  dem  Konto  der  Kraftzentrale,  der
für  Heizungszwecke  den  betreffenden  Unkosten-Konten  der  Betriebe  belastet. ­
  Die  mit  der  Heizung  in  Verbindung  stehenden  diversen  anderen
Kosten  für  Bedienung  der  Kessel,  Abschreibungen  usw.  werden  den  Betrieben ­
  in  demselben  Verhältnis  belastet  als  der  Betrag  für  Steinkohlen.
Der  Anteil  an  Heizungskosten  wird  in  der  Regel  nach  der  Größe  des
Raumes  jedes  Betriebes  bemessen.
        <pb n="165" />
        156

Die  Verwaltung  der  Lager.

Das  Schreibmaterialienlager.
Solche  Schreibmaterialien  und  Drucksachen,  welche  für  alle  Betriebe
zu  verwenden  sind,  werden  an  einer  Stelle  auf  Vorrat  gehalten  und  gegen
Materialien  -  Entnahmescheine  (Form.  93)  ausgegeben.  Die  Verwaltung
dieses  Lagers  hegt  dem  die  Briefexpedition  besorgenden  Beamten  ob  und
ist  im  Prinzip  dieselbe,  wie  die  der  anderen  Lager.
Das  Stahllager.
Das  Konto  für  das  Stahllager  erscheint,  wie  bereits  Seite  102  erwähnt,
nicht  als  Bestände-Konto,  sondern  als  Unterkonto  der  Abteilung  Schmiede.
Die  Verwaltung  des  Stahllagers  ist  bei  Kapitel  „Schmiede  und  Abstecherei“
bereits  geschildert,  ebenso  die  Art  der  Verrechnung  des  Materials.  Für
jede  Materialsorte  ist  auch  hier  ein  Skontroblatt  (Form.  94)  angelegt,  auf
welches  Zugänge  und  Abgänge  laut  den  Materialrapporten  (Form.  72)  übertragen ­
  werden.

Das  Gießereimaterialienlager.
Für  die  buchhalterische  Kontrolle  der  Bestände  der  in  der  Gießerei  zur
Verwendung  kommenden  Materialien,  wie  Roheisen,  Brucheisen,  Schmelzkoks, ­
  Formsand  u.  dgl.  sind  auf  dem  Konto  der  Gießerei  die  Unterkonten
XA  1  bis  5  eingerichtet.  Die  Verwaltung  dieser  Lager  geschieht  vom
Büreau  der  Gießerei  aus  in  der  unter  Kapitel  „Eisengießerei“  angeführten
Weise.  Die  Kreditierung  dieser  Konten  geschieht  in  der  Buchhalterei  auf
Grund  der  Seite  120  angeführten  Selbstkostenberechnung  der  Monatsproduktion. ­


Das  Modell-Lager.
Die  Modelle  sämtlicher  Abteilungen  sind  in  einem  gemeinschaftlichen
Lager  untergebracht,  für  welches  ein  besonderes  Gebäude  errichtet  ist
(s.  den  Grundriß).  Die  Modelle  sind  in  der  Reihenfolge  ihrer  Nummern
auf  bewahrt,  soweit  sie  in  den  ebenfalls  nummerierten  Regalen  Platz  haben;
größere  Modelle  liegen  zwar  in  demselben  Lager,  aber  abseits  von  den
kleineren  in  einem  nicht  mit  Regalen  besetzten  Raum.
Der  Verwalter  des  Modell-Lagers  hat  für  jedes  Modell  mit  den  event.
dazu  gehörigen  Kernkasten  eine  Karte,  welche  mit  Rubriken  für  die  Daten
der  Ausgabe  in  die  Gießerei  oder  in  die  Modelltischlerei  und  für  Rücklieferung ­
  in  das  Lager  versehen  ist.  Diese  Karten  sind  für  sämtliche  Modelle
in  einer  Kartothek  in  der  Reihenfolge  der  Modellnummern  geordnet,  so  daß
der  Verwalter  des  Lagers  jederzeit  in  der  Lage  ist,  über  den  Aufenthaltsort
jedes  Modelles  Aufschluß  zu  geben.  Alle  anderen  Daten,  z.  B.  bezüglich
der  Anfertigung,  der  Herstellungskosten  usw.  sind  aus  Formular  122  zu
ersehen,  welches  in  der  Buchhalterei  aufbewahrt  wird  und  für  dessen  Eintragungen ­
  das  Lohnbureau  der  Modelltischlerei  monatlich  die  Unterlagen
liefert.
        <pb n="166" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

157

Das  Betriebs-Kontobuch.
Dieses  Buch,  welches  die  (Seite  24  bis  30)  bei  Besprechung  der  Kontierung ­
  erwähnten  Konten  enthält,  ist  45  cm  breit  und  60  cm  hoch.  Es  ist
aus  karriertem  Papier  gefertigt,  dessen  einzelne  quadratische  Felder
4  mm  groß  sind.  Zwecks  besserer  Übersicht  sind  die  Linien,  welche  die
Felder  bilden,  abwechselnd  rot  und  schwarz  gedruckt.
Die  Konten  sind  teilweise  nach  dem  System  der  sogen,  italienischen,
teilweise  nach  dem  System  der  sog.  amerikanischen  Buchführung  eingerichtet. ­
  Letzteres  System  ist  besonders  für  die  Fabrikations-Konten
der  Abteilungen  geeignet,  da  es  wegen  seiner  tabellarischen  Anordnung
eine  Übersicht  der  einzelnen  Unterkonten  jeder  Abteilung  bietet  und  zugleich ­
  die  Veränderung  der  Werte  der  in  jeder  Abteilung  in  Arbeit  befindlichen ­
  Fabrikate,  summarisch  sowohl,  als  für  Materialien,  Löhne  und
Unkosten  getrennt,  nachweist.  Die  Übertragungen  geschehen  quartalsweise ­
  auf  Grund  der  angeführten  Grundbücher  und  der  von  den  Lohnbureaus ­
  der  einzelnen  Betriebe  und  Lagerverwaltungen  erfolgten  Aufgaben
über  Empfänge  und  Leistungen,  resp.  Einnahmen  und  Ausgaben.
Zur  Zusammenstellung  der  Monatsbeträge  ist  das  Memorial  bestimmt,
welches  so  eingerichtet  ist,  daß  die  zur  Verbuchung  gelangenden  Selbstkosten ­
  der  Arbeiten  eigener  Betriebe  getrennt  in  Beträge  für  Material,
Härtekosten,  Löhne  und  Betriebsunkosten  eingetragen  werden  können.
Da  die  Buchungen  des  ersten  Quartals  sich  in  den  drei  anderen  Quartalen ­
  sämtlich  wiederholen,  so  werden  die  Buchungsansätze  nur  einmal
geschrieben  und  für  die  einzelnen  Quartale  nebeneinander  geordnete
Rubriken  eingerichtet  (s.  Form.  102).  Für  spezielle  Buchungen  ist  ein
Hilfsmemorial  vorhanden.
Die  in  der  Betriebsbuchführung  vorzunehmenden  Buchungen  unterscheiden ­
  sich  in  drei  Gruppen:
A)  solche,  die  eine  Vermehrung  oder  Verminderung  des  Saldos  des
„Zentral-Kontos“  verursachen,  die  also  in  der  Geschäftsbuchführung
ebenfalls,  wenn  auch  in  anderer  Gestalt,  erscheinen;
B)  solche,  die  nur  die  Salden  der  Konten  der  Betriebsbuchführung  ändern
(interne  Buchungen  innerhalb  aller  Abteilungen  und  Lager);
C)  solche,  die  nur  die  Salden  der  Unterkonten  einer  Abteilung  ändern,
den  Hauptsaldo  des  Kontos  aber  unverändert  lassen  (interne  Buchungen ­
  innerhalb  einer  Abteilung).
Die  sich  wiederholenden  Buchungen  sind  folgende:
Gruppe  A.
1.  Buchung  der  lt.  Wareneingangsbuch  nachgewiesenen  Zahlungen  für
Waren,  Löhne,  Saläre  usw.;
2.  Buchung  der  in  der  Geschäftsbuchführung  dem  Betriebs-Konto  gutgeschriebenen ­
  Beträge  (solche  Beträge  werden  zuerst  in  einem  Buch
[„Ausgangsbuch“]  zusammengefaßt,  dann  kontiert  und  in  einer
Buchung  ins  Memorial  eingetragen).
        <pb n="167" />
        158

Das  Betriebs-Kontobuch.

Form.  103,

Orig.-Größe  260X400  mm.

I.  Quartal  1907

Konto

Monat

Materialien
usw.

Härten

Löhne

Unkosten

Summa

Folio

Transport

Per  folgde.  Debitoren

i

N

I
II
III

14
3

50

An  Zentral-Konto

17

50

für  lt,  Wareneingangsbxieh
  gezahlte
Beträge

0

I
II
III

124
246
190

30
70
18

561

18

V

I
II
III

150
165
133

10
20
90

449

20

US

w
W.

I
II
III

511
480
515

30
15
20

1506

25

II

H

I
II
III

350
275
315

25
20

940

45

K

I
II
III

205
196
410

50
80

812

30

Y

I
II
III

80

40

80

40

Aa

I
II
III

690
718
700

10
10
85

2109

35

Ea

I
II
III

75
90
25

75
80
10

191

65

US

w.

I
II
III

Ab

fälle

I
II
III

42
53

15
05

95

20

.1  u-s

lag.

I
II
III

65
171
8

10
20
45

244

75

Lö

hne

I
II
III

400  726
420  925
415  811

18
24
76

1237  463

18

Sol

äre

I
II
III

51215
51490
51385

50
90
95

154  092

35

The

ek.

I
II
III

840
716
945

95
20
90

2503

05

Transport

USW.
        <pb n="168" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

159

I.  Quartal  1907

Konto

Monat

Materialien
usw.

Härten

Löhne

Unkosten

Summa

Folio

Transport

Per  folgde.  Debitoren

i

0

I
II
III

21
14
19

90
32

A  n  Bestände-Konto  I

55

22

für  verausgabte
Materialien  It.
Rechnungen  des
M  aterialienlagers

Ra

I
II
III

12
19
7

18
12
40

38

70

Ta

I
II
III

9
10
7

15
80
45

27

40

Ua

I
II
III

18
9
12

80
10
17

40

07

Va

I
II
III

1

84
17
40

2

41

Wa

I
II
III

22
1
4

10
50
13

27

73

Xa

I
II
III

5
17
6

95
12
83

29

90

ii

A

I
II
III

2180
1742
2482

92
44
17

6405

53

K

I
II
III

965
940
1083

80
12
58

2989

50

N

I
II
III

18
17
22

91
40
95

59

26

0

I
II
III

15
26
19

40
43
17

61

—

P

I
II
III

35
29
48

40
82
75

113

97

Q

I
II
III

12
7
21

32
18
33

40

83

s

I
II
III

27
31
19

40
55
47

78

42

Transport

USW.

Form.  103.  Orig.-Größe  260X400  mm.
        <pb n="169" />
        160

Das  Betriebs-Kontobuch.

Form.  104.

Orig.-Größe  260X400  mm.

I.  Quartal  1907

Konto

Monat

Materialien
usw.

Härten

Löhne

Unkosten

Summa

Folio

Transport

Per  folgde.  Debitoren

III

I
II
III

15
122

40
28

8

55
46

22
15

11
50

22
15

11
50

60
161

17
74

An  Konto  II  Maschb.

137

68

9

01

37

61

37

61

221

91

für  dieS  elbstkosten
der  auf  Vorratsorders, ­
  auswärtige
Orders  und  für
fremde  Betriebefertiggestellten ­
  Pabrikate


IV

I
II
III

50
3

15
90

80

120
4

45
88

120
4

45
88

291
13

85
66

54

05

80

125

33

125

33

305

51

V

I
II
III

155

78

2

10

344

344

845

88

155

78

2

10

344

344

845

88

VI

I
II
III

222
790
85

15
05
30

222
790
85

15
05
30

444
1580
170

30
10
60

1097

50

1097

50

2195

—

VII

I
II
III

15
10

20
90

40
25

18
15

40
25

18
15

95
61

56
20

26

10

65

33

65

33

156

76

VIII

I
II
III

80
220
7

40
55
95

7
19

12
45

126
780
29

30
45
10

126
780
29

30
45
10

340
1800
66

12
90
15

308

90

26

57

935

85

935

85

2207

17

X

I
II
III

111
4
756

90
50
42

111
4
786

90
50
42

223
9
1572

80
84

902

82

902

82

1805

64

XIII
11

I
II
III

95
111
115

15
90
30

95
111
115

15
90
30

190
223
230

30
80
60

322

35

322

35

644

70

B.

K.
2

I
II
III

150  890
130  000
135  000

15

723
912
977

06
20
40

107  000
175000
180000

107  000
175000
180000

365  613
480  912
495  977

18
20
40

415  890

15

2612

63

462000

462  000

1342  502

78

V.

F.
2

I
II
III

1428
733
1840

56
65
56

120
77
102

44
30
43

4026
2542
3074

95
90
55

4026
2542
3074

95
90
55

9602
5896
8092

90
75
09

4002

77

300

17

9644

40

9644

40

23  591

74

S

a.

I
II
III

152  479
130969
137126

86
57

851
1008
1090

94
95
39

111765
179  259
184  450

19
83
17

111765
179259
184450

19
83
17

376  862
490497
507  117

18
61
30

420  575

43

2951

28

475  475

19

475  475

19

1374  477

09

Transport
        <pb n="170" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

161

I.  Quartal  1907

Konto

Mo  i  uil

Materialien
usw.

Härten

Löhne

Unkosten

Summa

Folio

Transport

Per  Konto  II  Maschb.

ii

0

An  KontoIIMaschb.

640

80

4

18

1211

50

112

95

1969

43

Übertrag  der  laut
Sammellisten  nachgewiesenen ­
  Beträge
f.  Betriebsunkosten

H

418

40

118

22

3490

11

1290

84

5317

57

M

2280

40

—

2280

40

N

410

10

410

10

0

5490

80

5490

80

P

601

20

601

20

Q

6220

15

6220

15

R

4860

90

79

40

4940

30

S

45

40

840

45

40

90

926

75

T

88

42

122

40

60

10

270

92

US

w.

USW.

Sa.

6190

50

212

13

43945

20

6490

46

56  838

29

Transport

Form.  105.  Orig.-Größe  260X400  mm.
Lilientkal,  Fabrikorganisation.  \\
        <pb n="171" />
        162

Das  Betriebs-Kontobuch.

Gruppe  B.
3.  Verteilung  der  lt.  Salärbuch  gezahlten  Saläre  auf  die  Unterkonten
der  Abteilungen  (Umbuchung  der  dem  Konto  „Saläre“  belasteten
Beträge);
4.  Buchung  der  lt.  Lohnlisten  gezahlten  Löhne  auf  die  Unterkonten
(B  und  C)  der  Abteilungen  (Umbuchung  der  dem  Konto  „Löhne“
belasteten  Beträge);
5.  Buchung  der  Rechnungen  der  verschiedenen  Lager  nach  den  in  den
Lohnbureaus  vorgenommenen  Kontierungen;
6.  Buchung  der  Selbstkosten  der  von  jeder  Abteilung  abgerechneten
Fabrikate  und  der  für  andere  Betriebe  ausgeführten  Arbeiten.
7.  Umbuchung  der  Selbstkosten  der  lt.  Fakturenbuch  fakturierten
Maschinen  von  den  Bestände-Konten  auf  die  betreffenden  Fabrikate-Konten;

8.  Buchung  der  lt.  Sammellisten  für  Neuanschaffungen  nachgewiesenen
Selbstkosten  auf  das  Konto  für  Zugänge  an  Betriebsinventar  und
Utensilien;
9.  Buchung  des  von  der  Kraftzentrale  abgegebenen  elektrischen  Stromes,
sowie  der  Kosten  für  Heizung  und  anderer  Leistungen  der  Kraftzentrale ­
  ;
10.  Buchung  der  Kosten  für  chemische  und  physikalische  Untersuchungen.
Gruppe  C.
11.  Buchung  der  lt.  Sammellisten  angesammelten  Betriebsunkosten  der
einzelnen  Abteilungen.
Von  den  erwähnten  Buchungen  sind  zwecks  näherer  Besprechung  in
den  angeführten  Beispielen  folgende  vier  herausgegriffen:
1.  Zu  1.  Buchung  der  lt.  Wareneingangsbuch  nachgewiesenen  Zahlungen
für  Waren,  Löhne,  Saläre  usw.;
2.  Zu  5.  Buchung  der  Rechnungen  des  Materialienlagers  nach  der  in  den
Lohnbureaus  vorgenommenen  Kontierung;
3.  Zu  6.  Buchung  der  Selbstkosten  der  im  Maschinenbau  abgerechneten
Maschinen  und  kleinen  Orders  und  der  für  andere  Betriebe
ausgeführten  Arbeiten;
4.  Zull.  Buchung  der  lt.  Sammellisten  angesammelten  Betriebsunkosten
des  Maschinenbaues.
Wie  aus  der  Buchung  Nr.  3  hervorgeht,  werden  die  Selbstkosten  der
in  den  Werkstätten  ausgeführten  Arbeiten  für  andere  Betriebe  diesen
getrennt  mit  Beträgen  für  Materialien,  Härtekosten,  Löhne  und  Betriebsunkosten ­
  belastet.  In  dem  Lohnbureau  der  empfangenden  Abteilung
werden  die  einzelnen  Posten,  gleichviel  ob  sie  sich  auf  Fabrikate  oder  Betriebsunkosten ­
  usw.  beziehen,  in  derselben  Form  weiterverbucht.  Die
verrechneten  Unkosten  des  Maschinenbaues  sind  also  nicht  nur  Betriebsunkosten ­
  des  eigenen  Betriebes,  sondern  auch  solche  anderer  Betriebe,
z.  B.  der  Schmiede,  der  Betriebswerkstätten,  der  Modelltischlerei  u.  a.,
        <pb n="172" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

163

welche  vom  Maschinenbau  für  von  diesen  Abteilungen  ausgeführte  Arbeiten ­
  seinerzeit  übernommen  wurden.  Fertigt  z.  B.  die  Tischlerei  zu  Fräsmaschinen ­
  die  hölzernen  Wechselradkasten  an,  so  werden  die  Selbstkosten
getrennt  in  Beträge  für  Materialien,  Löhne  und  Unkosten  der  Tischlerei
dem  Maschinenbau  in  Rechnung  gestellt  und  vom  Maschinenbau  bei  Abrechnung ­
  der  betreffenden  Maschinen  ebenfalls  getrennt  weiter  verrechnet.
Bei  der  Buchung  Nr.  4  sind  bei  einigen  Konten  Betriebsunkosten
gebucht,  bei  anderen  nicht.  Hierzu  ist  zu  bemerken,  daß  zu  den  Löhnen
eigener  Werkstatt,  wenn  sie  als  Betriebsunkosten  erscheinen,  Zuschläge
für  Betriebsunkosten  nicht  gemacht  werden,  weil  hierdurch  nur  eine  Veränderung ­
  der  Zahlen  hervorgerufen  werden  würde,  während  das  prozentuale ­
  Verhältnis  zu  den  Löhnen  dasselbe  bleibt;  denn  mit  dem  vergrößerten
Betrag  der  Betriebsunkosten  würde  natürlich  auch  die  Ziffer  der  Löhne
steigen,  die  als  Divisor  einzusetzen  ist.  Die  in  dieser  Buchung  erscheinenden
Betriebsunkosten  sind  also  ausschließlich  von  anderen  Abteilungen  übernommen ­
  worden.  Bei  dem  Betrag  von  di  1969,43,  der  dem  Konto  „G“
Reparatur  an  Werkzeugmaschinen  belastet  wird,  sind  z.  B.,  obwohl  die
Löhne  Jli  1211,50  betragen,  nur  M.  112,95  für  Unkosten  zu  buchen.  Da
jede  Abteilung  mit  einem  anderen  Unkostenzuschlag  rechnet,  kann  man
ohne  weiteres  nicht  ersehen,  auf  welchen  Lohnbetrag  sich  der  Unkostenbetrag ­
  bezieht  und  wieviel  Löhne  in  eigener  Werkstatt  gezahlt  wurden.
Dies  geht  jedoch  aus  der  betreffenden  Unkostensammelliste  hervor.
Bei  Übertragung  der  Buchung  Nr.  4  verändern  sich  nur  die  Salden  der
Unterkonten  des  Maschinenbaues,  nicht  aber  der  Hauptsaldo  des  Kontos:
denn  der  Betrag,  der  von  den  Unterkonten;  Materialien,  Härtekosten,  Löhne
und  verrechnete  Unkosten  abgeht,  kommt  bei  den  Unkosten-Konten  hinzu.
Bei  der  Kreditierung  des  Kontos  Löhne  für  die  lt.  Buchung  Nr.  4  nachgewiesenen ­
  Lohnbeträge  wird  zunächst  das  Konto  „C“  „Unproduktive
Löhne“  ausgeglichen:  denn  diese  Löhne  sind  in  den  Unkostenbeträgen
enthalten.  Der  überschießende  Betrag  wird  dem  Konto  ,,B“  „Produktive
Löhne“  kreditiert.  Dieser  letztere  Betrag  setzt  sich  zusammen  aus  übernommenen ­
  Löhnen  anderer  Abteilungen  und  aus  solchen  Löhnen  produktiver ­
  Arbeiter  eigener  Werkstatt,  die  für  Reparaturen  u.  dgl.  aufgewendet
worden  sind.
Das  angeführte  Konto  „Verrechnete  Unkosten“  dient  dazu,  um  die
von  anderen  Abteilungen  übernommenen  Betriebsunkosten  aufzunehmen.
Kreditiert  wird  dasselbe  für  alle  weiter  verrechneten  Betriebsunkosten,
so  daß  es  natürlich  während  des  Jahres  einen  Kreditsaldo  aufweist.  Wäre
man  in  der  Lage,  die  Unkostenzuschläge  so  genau  zu  treffen,  daß  sie  die
effektiven  Unkosten  ohne  Rest  absorbieren,  so  würde  am  Jahresschluß  der
Kreditsaldo  des  Unterkontos  „Verrechnete  Unkosten“  gleich  sein  den
Debetsalden  der  Konten  E  bis  Q  a  zuzüglich  des  Betrages  für  allgemeine
Unkosten.  Dies  trifft  jedoch  nicht  zu,  sondern  es  verbleibt  stets  eine
Differenz,  welche  um  so  größer  ist,  je  mehr  die  Prozentsätze,  mit  denen
man  bei  der  Selbstkostenberechnung  rechnet,  von  den  effektiven  Prozentsätzen ­
  abweichen  (s.  Kapitel  Bücherabschluß).

11*
        <pb n="173" />
        164

Das  Betriebs-Kontobuch.

Debet  Zentral-1907



Fol.

JC

St

Jt

3t

I.  Quartal

An  div.  Kreditoren

55

95915

72

95915

72

Debet  Konto

1907

Fol.

Jt

3,

M.

St,

I.  Quartal

An  Zentral-Konto

10

1237463

18
        <pb n="174" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

165

Konto

Kredit

Fol.

Jt

157

469327

26

158

3074343

87

10

2480090

55

1907
I.  Quartal

Per  Abschluß-Konto  Materialien
„  „  „  Fabrikate
„  div.  Debitoren

s.  Bilanz-Konto  für  das  Jahr  1906

Ji

6023761

68

Form.  106.

Löhne

1907
Quartal

Per  10  Debitoren

Kredit

Fol.

52

Jt  !  •$(

1237463  18

M.  :

Form.  III
        <pb n="175" />
        166

Das  Betriebs-Kontobuch.

Zwecks  näherer  Erläuterung  sind  folgende  Konten  der  Betriebsbuchführung ­
  nachstehend  veranschaulicht:
1.  Zentral-Konto  (Form.  106).
2.  Konto  II.  Maschinenbau  (Form.  107).
3.  ,,  X.  Gießerei  (Form  108).
4.  ,,  XII.  Kraftzentrale  (Form.  109).
5.  Bestände-Konto  (Form.  110).
6.  Konto  Löhne  (Form.  111).
7.  „  Neuanschaffungen  und  Abgänge  (Form.  112).
8.  Konto  für  die  Selbstkosten  der  verkauften  Fabrikate  (Form.  113).
Wenn  auch  an  Hand  der  Buchungsbeispiele  und  Konten  das  System
der  Betriebsbuchführung  bereits  erklärt  ist,  will  ich  doch  die  auf  Konto
„II.  Maschinenbau“  übertragenen  Buchungen  noch  einmal  im  Interesse
des  allgemeinen  Verständnisses  der  Reihe  nach  durchgehen  und  erläutern; ­
  zu  diesem  Zweck  sind  die  einzelnen  Buchungen  mit  laufenden
Nummern  versehen  worden.
Die  ersten  zwei  Buchungen  sind  die  sogenannten  Eröffnungsbuchungen,
womit  die  Bestände  lt.  Inventur  des  vorigen  Geschäftsjahres  auf  das  Konto
für  das  neue  Jahr  vorgetragen  werden.  Während  die  Bestände  an  Materialien, ­
  die  nicht  auf  Orders  bestimmt  waren,  sondern  als  „Vorrat“  vorgefunden
wurden,  dem  Konto  A  (Materialien)  belastet  sind,  ist  der  Wert  der  in  Arbeit
befindlichen  Fabrikate  in  seine  Bestandteile  nach  Materialien,  Härtekosten, ­
  Löhne  und  Unkosten  zerlegt,  vorgetragen.  Wenn  nach  den  früheren
Darlegungen  eigentlich  solches  Material,  das  nicht  für  eine  Order  bestimmt
ist,  nicht  vorhanden  sein  dürfte,  so  kommt  es  doch  vor,  daß  während  der
Fabrikation  Materialien  zurückgestellt  werden,  die  wegen  ihrer  speziellen
Beschaffenheit  in  der  betreffenden  Abteilung  verbleiben  müssen.  Außerdem ­
  werden  zwecks  billigerer  Herstellung  oft  Teile  in  größerer  Anzahl  bestellt, ­
  als  zurzeit  gebraucht  wurden.
Die  Buchung  Nr.  3  betrifft  die  lt.  Wareneingangsbuch  dem  Konto
Maschinenbau  zu  belastenden  Beträge.  Wie  bei  Kapitel  „Wareneingangsbuch“ ­
  gesagt,  muß  für  solche  Beträge  das  „Zentral-Konto“  kreditiert
werden,  da  es  für  die  Betriebsbuchführung  das  hergebende  Konto  für
solche  Posten  ist.
Durch  die  Buchung  Nr.  4  werden  die  auf  den  Maschinenbau  entfallenden, ­
  durch  die  Lohnliste  nachgewiesenen  Löhne  getrennt  in  produktive
und  unproduktive  Löhne  gebucht.
Bei  der  Buchung  Nr.  5  sind  die  Unkosten-Konten  M,  N,  O,  P,  Q  für
die  Saläre  belastet,  die  sich  auf  die  Angestellten  des  Maschinenbaues  beziehen. ­
  Die  Kontierung  der  Saläre  erfolgt  bekanntlich  an  Hand  des  Salärbuches ­
  in  der  Buchhalterei.
Die  folgenden  fünf  Buchungen  Nr.  6—10  beziehen  sich  auf  die  Rechnungen ­
  der  Lager  für  den  Maschinenbau,  deren  Beträge  im  Lohnbureau
für  die  belasteten  Unterkonten  festgesetzt  wurden.
Die  Buchung  Nr.  11  betrifft  die  vom  Werkzeugbau  dem  Maschinenbau
berechneten  Arbeiten.
        <pb n="176" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

167

Der  Gesamtbetrag  der  Selbstkosten  dieser  Arbeiten  beläuft  sich  auf
M.  323,39  und  zerfällt  in
Jt  75,70  für  Material,
„  118,94  ,,  Löhne,
,,  9,81  ,,  Härtekosten,
,,  118,94  „  Betriebsunkosten  des  Werkzeugbaues,
zus.  Jl  323,39.
Ob  diese  Beträge  sich  auf  Fabrikate  des  Maschinenbaues  beziehen
oder  auf  Reparaturen  oder  andere  Arbeiten,  wird  bei  der  Buchung  nicht
berücksichtigt,  sondern  ist  Sache  des  Lohnbureaus  der  empfangenden
Abteilung.  Würden  die  Beträge  sich  z.  B.  auf  Reparatur  oder  Ersatz  von
Werkzeugen  beziehen,  so  würden  die  betreffenden  Abrechnungszettel
(Form.  28)  im  Maschinenbau  auf  die  Sammelliste  des  Unkosten-Kontos
,,H“  übertragen  werden.  Bei  späterer  Verbuchung  der  angesammelten
Beträge  der  Unkostensammellisten  scheiden  diese  Beträge  von  den  Unterkonten ­
  „Material“,  „Härtekosten“,  „Löhne“  und  „Verrechnete  Unkosten“
aus  und  treten  auf  die  Unkosten-Konten  über.
Die  Buchung  Nr.  12  betrifft  die  von  der  Abteilung  Spezialwerkzeugbau
übernommenen  Selbstkosten  für  geleistete  Arbeiten,  bei  welchen  das  vorhin
Erwähnte  ebenfalls  zutrifft.
Die  Buchung  Nr.  13  enthält  die  Leistungen  und  Lieferungen  der  Abteilung ­
  Schmiede,  welche  auch  die  vom  Stahllager  bezogenen  Materialien
und  die  in  der  Härterei  ausgeführten  Härtearbeiten  umfaßt.  Außerdem
erscheint  auf  dem  Konto  „Ka“  „Vorbereitung  von  Fabrikationsmaterial“
ein  Betrag  von  M.  1618,24.  Dies  ist  der  anteilige  Betrag  für  Abstechkosten, ­
  die  im  Stahllager  entstanden  sind  und  im  Verhältnis  der  Entnahme
den  Betrieben  als  Unkosten  belastet  werden  (s.  Kapitel  „Abstecherei“
Seite  105).
Zu  den  Buchungen  Nr.  14,  15  und  16,  welche  ebenfalls  Leistungen
anderer  Betriebe  betreffen,  ist  dasselbe  zu  sagen,  wie  zu  den  Buchungen
über  Leistungen  der  vorhin  erwähnten  Betriebe.
Die  mit  Buchung  Nr.  17  dem  Maschinenbau  belasteten  Beträge  beziehen ­
  sich  auf  elektrischen  Strom,  Heizungskosten  und  Wasser,  welches
von  der  Kraftzentrale  an  den  Maschinenbau  abgegeben  wird.  Wie  die
Beträge  hierfür  ermittelt  werden,  ist  bereits  Seite  137  gesagt.
Die  Buchung  Nr.  18  enthält  die  Beträge,  welche  für  die  vom  chemischen
Laboratorium  ausgeführten  Arbeiten  dem  Maschinenbau  belastet  werden
(s.  Kapitel  „Chemisches  Laboratorium“).
Die  Buchung  Nr.  19  ist  eine  interne  Buchung  innerhalb  der  Unterkonten ­
  des  Maschinenbaues  und  bezieht  sich  auf  die  lt.  Unkostensammellisten ­
  (Form.  51)  nachgewiesenen  Betriebsunkosten,  soweit  sie  sich  auf
Arbeiten  eigener  und  fremder  Betriebe  beziehen.
Wie  die  Buchung  im  Memorial  veranschaulicht,  werden  die  Endsummen ­
  der  Unkostensammellisten  getrennt  in  Beträge  für  Material,
        <pb n="177" />
        168

Das  Betriebs-Kontobuch.

Härtekosten,  Löhne  nnd  eventuell  Unkosten  (anderer  Betriebe)  in  das
Memorial  eingetragen.  Auf  dem  Unkosten-Konto  wird  dagegen  nur  der
Gesamtbetrag  gebucht.  Die  Beträge  aus  dieser  Buchung  für  sämtliche
Unkosten-Konten  sind  also  gleich  den  Beträgen  für  Materialien,  Härtekosten, ­
  Löhne  und  Unkosten,  welche  den  Konten  A,  B,  C,  D  und  Verrechnete
  Unkosten  kreditiert  werden,  denn  beide  Additionen  ergeben  den
Betrag  von  Jli  56  838,29,  wie  in  der  Buchung  im  Memorial  (Form.  105)
zu  ersehen  ist.
Die  Kreditbuchung  Nr.  1  betrifft  die  Selbstkosten  der  im  betreffenden
Quartal  vom  Lohnbureau  des  Maschinenbaues  verrechneten  Fabrikate,
sowie  diverse  Arbeiten  für  andere  Betriebe.  Die  Gutschrift  erfolgt,  wie
wiederholt  gesagt,  getrennt  in  Beträge  für  Materialien,  Löhne,  Härtekosten
und  Unkosten.  Für  die  Kreditierung  der  Unkosten  ist  bekanntlich  das
Konto  „Verrechnete  Unkosten“  bestimmt,  da  die  Gutschrift  auf  die  einzelnen ­
  Unkosten-Konten  nicht  verteilt  werden  kann.
Die  Kreditbuchung  Nr.  2  ist  zugunsten  des  Kontos  X.  „Eisengießerei“ ­
  erfolgt.  Hierbei  ist  angenommen,  daß  der  Maschinenbau  an
die  Eisengießerei  Brucheisen  abgegeben  hat,  welches  von  Ausschußstücken
stammte.
Der  dem  Zentral-Konto  in  der  Buchung  Nr.  3  gutgeschriebene  Betrag
von  M.  176,46  bezieht  sich,  wie  die  Kreditierung  auf  dem  Konto  des
Maschinenbaues  zeigt,  ebenfalls  auf  Fabrikationsmaterial,  welches  von
auswärts  bezogen  war  und  dem  Lieferanten  zurückgegeben  wurde.
Die  Buchung  Nr.  4  betrifft  die  Selbstkosten  der  auf  Neuanschaffungs-Konto
  zu  buchenden  Inventarien  und  Utensilien.  Für  diese  Buchung  gilt
auch  das  zu  Buchung  Nr.  1  Gesagte.
Die  letzte  Kreditbuchung  ist  keine  eigentliche  Buchung,  sondern
bezieht  sich  nur  auf  die  in  der  Debetbuchung  Nr.  19  angeführten  Betriebsunkosten, ­
  welche  aus  Gründen  der  Buchtechnik  summarisch  im  Kredit
erscheinen  müssen,  um  eine  Saldierung  des  Gesamtkontos  zu  ermöglichen. ­

Eine  Addition  der  Debet-  und  Kreditposten  ergibt  einen  Debetsaldo
von  M.  1  Ul  675,09.  Zu  diesem  Resultat  muß  man  auch  kommen,  wenn
man  die  Salden  sämtlicher  Unterkonten  gegenüberstellt,  wie  nachstehende
Aufstellung  (siehe  Seite  169)  zeigt.
Diejenigen  Konten,  auf  welchen  keine  Beträge  erscheinen,  betreffen
solche  Unkostenbeträge,  die  nicht  durch  reguläre  Geschäftsvorfälle  verursacht ­
  werden,  sondern  die  entweder  von  der  Buchhalterei  ermittelt
werden,  wie  z.  B.  Abschreibungen,  oder  die  für  längere  Zeitabschnitte  gezahlt ­
  werden,  wie  Feuerversicherungsprämien,  Steuern,  Kassenbeiträge  usw.
Solche  Posten  werden  in  der  Regel  am  Jahresabschluß  gebucht,  während
man  sich  während  des  Jahres  für  die  Aufstellung  der  Betriebsunkosten
mit  Durchschnittsziffern  des  Vorjahres  behilft.  Auch  der  auf  jede  Abteilung ­
  entfallende  Anteil  an  allgemeinen  Betriebsunkosten  wird,  wie
Seite  24  angeführt,  am  Jahresschluß  festgestellt.
        <pb n="178" />
        Debet

Konto  II

1907

A

B

c

D

Verrechnete
Unkosten

Fabrikations-Material


Produktive
Löhne

Unprod.
Löhne

Härtekosten ­


Fol.

M.

Sh

JL

Sh

M.

S&amp;gt;i

JC

Sh

JL

-S)

I.  Quartal

1

An  Abschluß-Konto  Materialien

157

2180  |

95

—  420575

43

—  475  475

19

—  2951

28

—  475  475

19

2

Fabrikate

158

840912

80

309194

78

8950

11

309194

78

—  340

40

3

„  Zentral-Konto

4

2  840

15

—  176

46

4

„  Konto  Löhne

10

290840

10

40146

—

—  8140

12

—  8029

50

—  8029

50

5

„  „  Saläre

11

—  6190

50

—  3  799

20

—  40146

—

—  212

13

—  6  490

46

6

..  Bestände.-Konto  T

12

6405

53

Die  auf  dem  Konto  mit  roter  Tinte

7

9&amp;gt;  99  99

IV

14

geschriebenen  Kreditposten  sind  hier

durch  —  gekennzeichnet.

8

99  99  99

V

15

9

99  99  99

VI

16

8944

47

10

99  99  99

VIII

17

11

„  Konto  IV

Werkzeugbau

22

75

70

118

94

9

81

118

94

12

„  „  V

Spezialwerkzeugbau

24

594

74

1004

45

12

84

1004

45

13

„  „  VIII

Schmiede

25

245637

12

56940

65

1618

20

56  940

65

14

„  „  IX

Modelltischlerei

26

3390

55

3363

85

3363

85

15

„  „  x

Gießerei

28

220175

50

16

„  „  XI

Betriebswerkstätten

31

2155

72

3418

32

7

30

3418

32

17

„  „  XII

Kraftzentrale

37

18

„  „  XIII

Chem.  Laboratorium

40

19

„  „  II

M  aschinenbau

46

Sa.  Liebet

JL

1333313

23

664881

09

40146

—

10598

27

374040

99

Sa.  Kredit

JL

—  435  422

91

—  487303

89

—  40146

—

—  3163

41

—  489995

15

Saldo

JL

897890

32

177577

20

7434

86

—  115954

\ 16
        <pb n="179" />
        E

G

H

K

M

N

0

Abschreibung
auf
Werkzeugm.

Abschreibung
auf
Werkzeuge

Reparatur
an
Werkzeugm.

Werkzeugverbrauch ­
  u.
Reparatur

Kraft

Hilfsmat.

Feilen

Geh.  u.  Löhne
für  Meister,
Einr.  u.  Schrbr.

Betriebsleitung ­


Verwaltung ­


3,

A  3,

A

A

A

3,

A  .3,

A  3&amp;gt;

3,

A

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19

2  969  43

940  i  45

1780

40

1075

95

18944  20

8517\  57

812  \  30

2989  !  50

14790  \

294  !  38

2280  40

9250  \  —
59  1  26

101  40

410  :  10

6175
61

145  :  80

5  490

80

2969  \  43

12314I37

18944  20

3801  !  80

294  38

17070

40

9820  76

11872

60

2969  43

12314  i  37

18944  20

3801  I  80

294  \  38

17070  '  40

9820  |  76

11872

60
        <pb n="180" />
        P

Q

R

s

T

V

V

w

X

Y

Technisch.
Bureau

Revision

Transport

Reinigung

Beleuchtung ­


Heizung
und
Lüftung

Bas

Wasser

Ersatz,
Ausschuß,
Verlust

Versuche

.ft

*

X

A

JL

A

JL

A

JL

A

X

A

JL

A

X

A

JL

A

JL

A

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19

901
14820
113
95
601

10
97
15
20

1000
40
14
6220

83
14
15

4  940

30

78
926

42
75

899
2408
270

10
70
92

•
5050
750

95

120

25

79
_
501

75
74

4184

56

80

40

16531

42

7275

12

4940

30

1005

17

3578

72

5800

95

120

25

581

49

4184

56

80

40

16531

42

7275

12

4940

30

1005

17

3578

72

5800

95

120

25

581

49

4184

56

80

40
        <pb n="181" />
        z

Aa

Ba

Ca

Da

Ea

Fa

Ga

Ha

I  a

Chem.
Analysen

Gesetzt.
Kassenb.

Feuervers.
Prämie

Repar.  und
Ersatz  von
Utensilien

Rep.  u.  Änd.
an  Transm.
u.  D.  V.

Re  parat,  an
Motoren,
Kr.  u.  Fst.

Instandhalt,
der  Preßluftleitung ­


Reparatur
und  Ersatz
an  Modellen

Reparatur
an
Gebäuden

Instandhält,
der  Höfe  und
Umfried.

X

A

X

A

X

A

M.

A

X

A

X

A

—TI

A

X

A

X

A

X

A

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19

345

20

2109

35

•

2896

45

4891

40

191
1012

65
74

483

12

9014

15

276

79

201

05

345

20

2109

35

2896

45

4  891

40

1204

39

483

12

9014

15

276

79

201

05

345

20

2109

35

2896

45

4891

40

1204

39

483

12

9014

15

276

79

201

05
        <pb n="182" />
        Ka

La

Ma

Na

Oa

Pa

Qa

Vorbereitung
von  Fabrik.-Materialien


Umzugskosten ­


Abschreibung
auf  Motore
u.  Transm.

Ab  sehr,  auf
Kr.,Fst.,  Hz.
u.  Lft.  Krp.

Abschreibung
auf
Modelle

Abschreibung
auf
Utensilien

Abschreibung
auf
Gebäude

Anteil  an
Allgem.  Unkosten ­


—

A

*

X

X

3&amp;gt;

A

9,

A

■9)

X

■S,

X

9&amp;gt;

A

9&amp;gt;

X

9,

X

9

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19

1618

24

500

41

1618

24

500

41

1618

24

500

41

•
        <pb n="183" />
        Maschinenbau

Kredit

Form.  107.
        <pb n="184" />
        Debet

Konto  X

1907

Fol.

A.  Fabrikationsmaterial

1.  Roheisen

2.  Brucheisen

3.  Schmelzkoks

4.  Diverse

5.  Metalle

kg

x

-Si

leg

ji

3,

kg

3,

JUL

3,

X

3&amp;gt;
        <pb n="185" />
        B.  Produktive  Löhne

c

D

V  errechnte
Unkosten

1.  Formerlohne ­


2.  Kernm.-löhne


3.  Putzerlöhne ­


4.  Schmelzerlöhne ­


Unprod.
Löhne

Härtekosten ­


X

■S1

X

A

X

A

X

A

X

A

X

A

X

A
        <pb n="186" />
        E

F

G

H

I

K

L

M

N

0

Abschreibung
auf
Werkzeugm.

Abschreibung
auf
Werkzeuge

Reparatur
an
Werkzeugm.

Werkzeug  -
verbrauch  u.
Reparatur

Kraft

Hüfsmat.

Feilen

Geh.  u.  Löhne
für  Meister,
Einr.  u.Schrbr.

Betriebsleitung ­


Verwaltung ­


X

3&amp;gt;

X

-Sl

A

Sh

X

Sh

X

3,

A

Sh

X

Sh

A

Sh

X

Sh

A

■3.
        <pb n="187" />
        p

Q

R

s

T

ü

V

w

X

Y

Technisch.
Bureau

Revision

Transport

Reinigung

Beleuchtung ­


Reizung
und
Lüftung

Gas

Wasser

Ersatz,
Ausschuß,
Verlust

Versuche

X

A

X

A

X  3,

X

A

X  A

A

A

A

A

X  A

A

A

X

A

»
        <pb n="188" />
        z

Aa

Ba

Ca

Da

Ea

Fa

Ga

Ha

Ia

Chem.
Analysen

Gesetzl.
Kassenb.

Feuervers.-Prämie


Rep.  und
Ersatz  von
Utensilien

Rep.  u.  Änd.
an  Transm.
u.  D.  V.

Reparat.  an
Motoren,
Kr.  u.  Fst.

Instandhalt,
der  Preßluftleitung ­


Reparatur
und  Ersatz
an  Modellen

Reparatur
an
Gebäuden

Instandhalt,
der  Höfe  und
Umfried.

A

3,

A

3,

X  4

A  |  3,

X

3,

X

3,

A

3,

A

3,

X

3,

X

3,

*
        <pb n="189" />
        Gießerei

Kredit

\

Ka

La

M  a

Na

Oa

Pa

Qa

Anteil
an
Allg.  Unkosten

Sa.  Debet

1907

Fol.

Sa.  Kredit

Vorbereitung
von  Fabrik.-Materialien


TJmzugskosten


Abschreibung
auf  Motore
u.  Transm.

Abschr.  auf
Kr.,  Fst.,  Hz.
u.  Lft.  Krp.

Abschreibung
auf
Modelle

Abschreibung
auf
Utensilien

Abschreibung
auf
Gebäude

X

A

X  A

X

A

JL

£&amp;gt;

M.

•S»

JL

A

JL

A

AL

A

X

A

X

A

X

A

X

A

Form.  108.
        <pb n="190" />
        Debet

Bestände

1907

1

2

3

4

5

6

Hauptmaterialien-Lager

  v.  Maschinen

Lager  v.  Maschinen

Lager  v.  Werkzeugen

Lager  v.  Werkzeugen

lager

eigenen  Fabrikates

fremden  Fabrikates

eigenen  Fabrikates

fremden  Fabrikates

iv  ormauentayer

Hol.

A

3,

A

3&amp;gt;

A

S,

M.

3i

A

•Sl

M.

3,

I.  Quartal

An

Abschluß-Konto  Materialien

157

40618

20

»  „  Fabrikate

—  34112

25

99

158

310255

85

125380

10

380994

38

133817

12

245311

24

Zentral-Konto

—  1086420

10

99

10

36413

19

133890
—  157312

90
80

68422

65

Konto  II  Maschinenbau

99

23

1342502

78

—  225310

25

„  III  Spezialmaschinenbau

99

25

516312

92

99

„  IV  Werkzeugbau

26

•  188120

12

—  70111

25

99

„  VI  Normalienfabrik

29

—  125614
114112

22
76

Sa.  Debet

JL

77031

39

2169071

55

259271

—

569114

50

202239

77

359424

—

Sa.  Kredit

JL

—  34112

05

—  1086420

10

—  157312

80

—  225310

25

—  70111

25

—  125614

22

Saldo

JL

42919

34

1082651

45

101958

20

343804

25

132128

52

233809

78
        <pb n="191" />
        Konto

Kredit

Steinkohlenlager

kg

Ji

!  a

8

Schreibmaterial.-lager


St

Sa.  Debet

X

St

117043

60

1195758

69

260791

68

1342502

78

516312

92

188120

12

114112

76

AL

1907

3  795000

1057000

68212  —

20545

80

8213

1519

40

24

I.  Quartal

—  1192540

21465

75

—  1405

15

3734  642  \  55

4852000
■1192540

3659460

88757

80

9732

21465

75

—  1405

67292

05

8327

3  734642
1721751

39

2012890  \  98

Fol.

Sa.  h

JL

St

34112

05

1086420

10

157312

80

225310

25

70111

25

125614

22

21465

75

1405

15

X

Per  div.  Debitoren

12
14
15
16
18
19
26
31

1721751

57

Form.  110
        <pb n="192" />
        Debet

Konto  Neu-Anschaffungen

Grundstück
und
Gebäude

M.

VI.  Betriebs-Inventar

1.  Betriebs-  und  Fabrikationsmaschinen  und  Diverse

A

Krafterzeuger,  Pumpen,
Rohrleitungen
und  Zubehör.

Ji

B

Motore,  Dynamos,
Schalttafeln,  Transmiss.
und  Zubehör

A

$

C

Kräne,  Kahrstühle,
Heiz-  u.  Lüftungsk.

D

Werkzeugmaschinen ­


2.

Modelle

jt
        <pb n="193" />
        arid  Abgänge

VI.  Betriebs-Inventar

3.  Hilfsund

  Schneidewerkzeuge

4.

Fabrikationswerkzeuge,  Einspann-A



B

c

A

B

C

D

Öfen,  Apparate,
gr.  Hilfswerlczeuge,
Flaschenzüge  usw.

Bankschraubstöclce


Schneide-  und
Meßwerkzeuge
f.  a.  Gebt.

Werkz.  v.  allgem.
V  erwendbarkeit

Spezialwerkzeuge
für  einz.  Arbeitsarten ­


Spezialausrüstung
für
Werkzeugmaschinen

Spez.-Einr.  zur
Serienfabrik,  von
Maschinen  u.  Werkz.

X  A

A

A

X

A

A

A

x

X

A

X

A
        <pb n="194" />
        nschaffungen

VI.  Betriebs-Inventar
-Vorrichtungen  und  Lehren

E.  Einrichtung  für  die  Gießerei

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Formkast.
Zubehör

u.

Masch.-Frmk.
und  Zubehör

Lasteisen

Kran-Pfannen


Handpfannen ­


Kupolöfen

Div.  Werkz.
und  Von.

Trockenöfen ­


Pneumat.
Anlage

X

s,

X

X

S|

X

S|

X

■3,

X

-S|

X

■S,

.tt

3,

M.

S|

.ft

-Sl

■
        <pb n="195" />
        und  Abgänge.

Kredit

VII.  Utensilien

Mobilien
und
Geräte

B

Riemen
und
Seile

Ji

c

Leitungen
und
Beleuchtungskörper ­


A

X

Pferde
und
Wagen

Sa.  Debet

M.

1907

Fol.

Klasse

Kredit

s,

.11

■3,

Form.  113.
        <pb n="196" />
        Debet

Konto  XII

1907

Fol.

1

2

3

4

5

6

7

Ste

inkohlen

Hilfs-Material


Bedienung  d.
Kessel  u.  Ppn.

Bedienung  der
Dampfmaschinen
und  Dynamos

Reparaturen

Beleuchtung

Gas

leg

%

X

St

X

S,

X

X

s,

X

St

X

Ji

St

Debet.Konto  Verkaufte  Fabrikate

1907

Fol.

2

3

4

5

6

7

8

Maschinenbau ­


Spezialmaschinenbau ­


Werkzeugbau ­


Spezialwerkzeugbau ­


Normalienfabrik ­


Einrichterei

Schmiede

X

St

X

St

X

St

X

St

X

St

X

St

X

St
        <pb n="197" />
        Kraftzentrale

Kredit

Verwaltung

M

Betriebsleitung ­


10

Feuerversich.  •
Prämie

.ft

4

11

Abschreibung

M.

12

Diverses

Sä.  Debet

Ml  4

.ft  4

1907

Fol.

Kredit

Ml  4

.ft  4

Form.  109.

Selbstkosten

Kredit.

9

Modelltischlerei ­


M

4

10

Gießerei

11

Betriebswerkstätte


Ml

4

12

Fremde

Ml  $

Sa.  Debet

Ml

M  4

1907

Fol.

Kredit

m.  %

M.  %

Form.  113,
        <pb n="198" />
        Das  Betriebs-Kontobuch.

169

Saldo.

Konto

A

Debet
JL
897  890,32

33

B

177  577,20

33

D

7  434,86

33
33

Verr.  Unk.
G

2  969,43

33

H

12  314,37

33

J

18  944,20

33

K

3  801,80

33

L

294,38

33

M

17  070,40

33

N

9  820,76

33

0

11  872,60

33

P

16  531,42

33

Q

7  275  12

33

R

4  940,30

33

S  '

1  005,17

3  3

S

3  578,72

33

N

5  800,95

3  3

V

120,25

33

w

581,49

33

X

4  184,56

33

Y

80,40

33

Z

345,20

33

A  a

2  109,35

33

Ca

2  896,45

33

D  a

4  891,40

3  3

E  a

1  204,39

33

F  a

483,12

33

Ga

9  014,15

33

Ha

276,79

33

J  a

201,05

33

Ka

1  618,24

33

L  a

500,41

Saldo

1  227  629,25

Kredit
JL

115  954,16

115  954,16
1  111  675,09

1  227  629,25  1  227  629,25

Der  auf  dem  Konto  Maschinenbau  nach  Abschluß  des  vierten  Quartals
verbleibende  Saldo  für  Materialien,  Löhne  und  Härtekosten  muß  durch
die  Inventur  nachgewiesen  werden,  wobei  natürlich  Summen  von  einigen
Hundert  Mark,  die  sich  als  Fehlbetrag  erweisen,  keine  Rolle  spielen  (s.  Kapitel ­
  „Inventur“).
        <pb n="199" />
        170

Quartalsbilanzen.

Quartalsbilanzen.
Nachdem  sämtliche  Buchungen  eines  Quartals  erledigt  sind,  wird
zwecks  Ermittlung  des  Gewinnes  jedes  Quartals  für  die  Direktion  eine
Bilanz  aufgestellt,  soweit  sich  ohne  Inventuraufnahme  eine  Fabrikbilanz
machen  läßt.  Die  Aktiva  ergeben  sich  teilweise  aus  der  Geschäftsbuchführung, ­
  teilweise  aus  der  Betriebsbuchführung,  und  zwar  werden  entnommen ­
  :
A)  Aus  der  Geschäftsbuchführung:
1.  die  Konto-Korrent-Debitoren;
2.  der  Kassenbestand;
3.  der  Bestand  an  Versicherungsmarken.
B)  Aus  der  Betriebsbuchführung:
4.  die  Bestände  in  den  Lagern;
5.  die  Bestände  in  den  Werkstätten;
6.  die  Werte  für  Neuanschaffungen.
Die  Passiva  ergeben  sich  ebenfalls  aus  beiden  Buchführungen,  und
zwar  sind  ersichtlich
A)  Aus  der  Geschäftsbuchführung:
1.  der  Saldo  des  Kontos  der  Zentralbuchhalterei;
2.  die  Konto-Korrent-Kreditoren.
B)  Aus  der  Betriebsbuchführung:
3.  die  Buchwerte  für  etwa  verkaufte  Inventarien  und  Utensilien;
4.  die  auf  den  betreffenden  Zeitabschnitt  entfallenden  Abschreibungen
für  Abnutzung.
Die  Bestände  in  den  Werkstätten  (Halbfabrikate)  werden  mit  den
Selbstkosten  berechnet;  wobei  für  Betriebsunkosten  der  Durchschnittsprozentsatz ­
  lt.  Unkostenstatistik  angewendet  wird.  Bei  den  Maschinenbauabteilungen ­
  ist  zu  prüfen,  für  wieviel  bereits  fakturierte  Maschinen
die  Herstellungskosten  noch  nicht  festgestellt  („abgerechnet“)  werden
konnten,  für  welche  der  Wert  also  noch  auf  den  Konten  dieser  Abteilungen
steht.  Für  solche  Maschinen  nimmt  man  die  Herstellungskosten  lt.  früherer
Abrechnung  an  und  setzt  diese  von  dem  buchmäßigen  Bestand  der  Halbfabrikate ­
  ab.  Bei  erstmaliger  Anfertigung  müssen  in  einem  solchen  Falle
die  Herstellungskosten  allerdings  mittels  der  Teillisten  und  Materialbelege
ermittelt  werden.
Um  eine  Kontrolle  darüber  zu  haben,  ob  der  durch  Subtraktion  der
Passiva  von  den  Aktiva  sich  ergebende  Gewinn  richtig  ist,  wird  eine  Gewinnund
  Verlustrechnung  aufgestellt,  für  welche  die  Gewinn-  und  Verlustbeträge ­
  wiederum  in  beiden  Buchhaltungen  zu  finden  sind.  Auf  der  Debetseite ­
  dieser  Aufstellung  erscheinen  die  Handlungsunkosten  lt.  dem  Saldenbuch ­
  zum  Hauptbuch  der  Geschäftsbuchführung,  und  eventuell  der  Saldo
des  Kontos  Zinsen.
        <pb n="200" />
        Das  Betriebs-Inventarienbuch.

171

Die  Gewinnposten  auf  der  Kreditseite  ergeben  sich,  indem  man  die
Selbstkosten  der  Fabrikate  jeder  Abteilung  lt.  den  Konten  in  der  Betriebsbuchführung ­
  von  den  Erlösen  lt.  den  Konten  in  der  Geschäftsbuchführung
in  Abzug  bringt.  Bei  den  Maschinenbauabteilungen  sind  hierbei  die  vorhin
erwähnten  Selbstkosten  für  fakturierte,  aber  noch  nicht  abgerechnete
Maschinen  zu  berücksichtigen.  Desgleichen  muß  bei  den  Selbstkosten
sämtlicher  Abteilungen  eine  Regulierung  bezüglich  der  Betriebsunkosten
vorgenommen  werden,  falls  sich  der  tatsächliche  Prozentsatz  jeder  Abteilung ­
  mit  dem  einkalkulierten  Prozentsatz  nicht  deckt.
Der  Gewinn,  der  an  dem  Verkauf  von  fremden  Fabrikaten  erzielt
wurde,  ergibt  sich  aus  den  beiden  Konten  für  Selbstkosten  und  Erlöse.
Die  Überschüsse  des  Chemischen  Laboratoriums  für  chemische  und
physikalische  Untersuchungen  für  auswärtige  Kunden  lassen  sich  aus  dem
Saldo  des  Kontos  unter  Berücksichtigung  der  noch  zu  buchenden  Unterhaltungskosten ­
  ebenfalls  ausrechnen,  so  daß  sämtliche  Gewinnbeträge  für
die  Gewinn-  und  Verlustrechnung  ermittelt  sind.
Der  durch  Abzug  der  Handlungsunkosten  (Debetbeträge)  von  den
Gewinnposten  (Kreditbeträge)  sich  ergebende  Gewinnbetrag  muß  dem
sich  durch  die  Bilanz  ergebenden  Gewinnbetrag  wenigstens  annähernd
gleich  sein.
Die  seit  Jahren  auf  vorstehende  Art  auf  gestellten  Quartalsbilanzen
haben  stets  ein  dem  Jahresergebnis  ziemlich  entsprechendes,  mithin
richtiges  Resultat  ergeben.

Das  Betriebs  Jnventarienbucli.
Das  Inventarienbuch,  welches  zum  Nachweis  der  Einzelwerte  für  die
Betriebsinventarien  und  Utensilien  dient,  ist  entsprechend  der  Einteilung
dieser  Mobilien  in  verschiedene  Klassen  (s.  Kontierung)  eingerichtet.  Bei
jeder  Klasse  ist  wiederum  eine  Scheidung  der  Inventarien  und  Utensilien
nach  Abteilungen  vorgenommen,  weil  dies  zur  Verteilung  der  Abschreibungen ­
  auf  die  Abteilungen  notwendig  ist.
Das  Inventarienbuch  ist  für  zehn  Jahre  ausreichend,  d.  h.  der  Inhalt
braucht  nur  alle  zehn  Jahre  in  ein  neues  Buch  vorgetragen  zu  werden.
Die  Betragsrubriken  für  diese  zehn  Jahre  sind  nebeneinander  angeordnet,
wobei  zur  Vermeidung  einer  zu  großen  Breite  des  Buches  fünf  Spalten  auf
eine  Einlage  gedruckt  sind  (s.  Form.  114).  Da  in  das  Inventarienbuch ­
  unentbehrliche  Notizen,  wie  z.  B.  Lieferant,  Standort  im  Betrieb,
Eeuerversicherungswert  u.  dgl.  nicht  eingetragen  werden  können,  ohne  die
Handlichkeit  des  Buches  und  die  Übersicht  ungünstig  zu  gestalten,  so  sind
für  die  Mobilien  der  Klasse  „I.  Betriebs-  und  Fabrikationsmaschinen  und
Diverse“  Inventarblätter  (Form.  115)  im  Gebrauch,  auf  welche  derartige ­
  Eintragungen  gemacht  werden.  Eine  Ausnahme  hiervon  machen
die  Transmissionen,  für  welche  die  Werte  nur  abteilungsweise  und  summa-
        <pb n="201" />
        Klasse  IB.
Motore,  Dynamos,  Schalttafeln,  T\
und  Zubehör
1  Motor  E.  G.  100—500  V.  15  P.  S.  F.  Nr.  198957
1  Motor  S.  M.  75-  500  V.  10  P.  S,  F.  Nr.  7519
1  Motor  J.G.M.  100—500  V.  15P.S.  F.  Nr.  201130  A
1  Motor  E.  G.  100-500  V.  15  P.  S.  F.  Nr.  200102
1  Motor  M.  O.  P.  75—500  V.  7‘/ 4  P.  S.  F.  Nr.  273
usw.
Klasse  IV  D.

Spezialeinrichtungen  zur  Serienfabrikation  einzelner
Maschinen  und  Werlczeuge.
a)  im  Maschinenbau
für  selbsttätige  Drehbänke  Nr.  2
„  „  „  Nr.  2A
für  Leitspindeldrehbänke  Nr.  3  A  Ä
„  „  Nr.  3A
„  „  Nr.  3B
Nr.  3  C
Nr.  3  D
für  Hinterdrehbänke  Nr.  6
usw.

1907

1908

Bestand

Zugang

Abgang

Abschreibung

Bestand

Zugang

Abgang

Abschreibung

JL

*

JL

*

M.

3&amp;gt;

JL

St

M.

3,

X

3h

Ji

X

3h

1050

1050

960

—

120

—

840

—

1050

—

150

—

900

—

1500

150

—

1350

—

1200

120

1080

126

750

_

219

657

845

—

124

42

242

42

727

—

2140

—

790

38

732

38

2198

—

2246

—

—

—

561

—

1685

—

3946

—

946

55

1223

55

3669

—

3214

—

—

—

803

—

2411

—

940

—

—

—

235

—

705

—

2000

450

22

612

22

1838

1909

Bestand

X

Zugang

X  3,

Form.  114.  Orig.-Größe  450  X  580  mm.

172  Das  Betriebs-Inventarienbuch.
        <pb n="202" />
        Form.  115.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

Das  Betriebs-Inventarienbuch.

173

Inventarklasse  ID  Nr.  2145
Gegenstand:  Leitspindeldrehbank  Nr.  3B  Mod.  II

Herkunft:  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.  A.  G.,  Berlin

Anschaffungskosten  und
Zugänge

Jahr  Mon.

Betrag

Stand  und  Buchwert
bei  Jahresschluß

Jahr  1

Kaum

Betrag

Deuerversicherungs  betrage

Jahr  [  Betrag

Jahr  ,  Betrag

1885  XII

eig.  Fabrikat

2000

1885

Schulz

1800

18S6

»

1600

1887

99

1400

1888

99

1200

1889

J&amp;gt;

1000

1890

Braun

800

1891

&amp;gt;&amp;gt;

600

1892

400

1893

&amp;gt;&amp;gt;

200

1894

»&amp;gt;

0

1895

J  J

0

1896

0

1897

5&amp;gt;

0

1898

0

1899

&amp;gt;&amp;gt;

0

1900

Homann

0

1901

Kunz

0

1902

»»

0

1903

0

1904

&amp;gt;&amp;gt;

0

1905

i  j

0

1906

99

0

Abgänge

Jahr  Mon.

Betrag

Reparaturkosten

Jahr  Mon.  Betrag  Jahr  Mon. 1  Betrag

Abschreibungen
Jahr  j  %  |  Betrag  Jahr  %  |  Betrag

1885|10  200
1886
1887
1888
1889
1890
1891
1892
1893
1894

200  —
200
200
200
200
200
200  —
200  j  —
200  I  —
        <pb n="203" />
        174

Die  Inventur.

risch  eingetragen  werden.  Eine  Aufführung  der  Einzelanschaffungswerte
befindet  sich  auf  der  Rückseite  des  Inventarblattes,  und  wenn  dieses  nicht
ausreicht,  auf  einem  Ergänzungsblatt.  Für  alle  übrigen  Inventarien,  wie
Modelle  und  Werkzeuge,  und  für  die  Utensilien,  bei  welchen  ein  Nachweis
von  Einzelwerten  und  Abschreibungen  nicht  durchführbar  ist,  sind  ebenfalls
die  Inventarblätter  im  Gebrauch,  jedoch  geschieht  die  Eintragung  auch
nur  summarisch  nach  Abteilungen  und  Arten.  Eür  alle  Spezialwerkzeuge
der  Klasse  IV  D,  welche  z.  B.  zur  Fabrikation  der  Hinterdrehbank  Nr.  6
angeschafft  wurden,  ist  nur  ein  Inventarblatt  vorhanden,  welches,  wie
das  Beispiel  (Form.  114)  zeigt,  im  Inventarienbuch  unter  Nr.  8  dieser
Klasse  steht.  Die  Spezifikation  dieser  Werkzeuge  befindet  sich  auf  der
Rückseite  eventuell  auf  einem  Ergänzungsblatt.  Die  jährlich  hinzukommenden ­
  Werkzeuge  werden  auf  Grund  der  Inventur  auf  diese  Blätter
nachgetragen  und  der  Wert  auf  der  Vorderseite  der  Blätter  in  nur  einer
Summe  vermerkt.

Die  Inventur.
Die  Aufnahme.
Die  Inventaraufnahme  findet  am  Ende  jedes  Jahres  statt.  Zu  diesem
Zweck  werden  bereits  Anfang  Dezember  den  Betriebsleitern,  Meistern  und
Lagerverwaltern  die  in  Formular  116  wiedergegebenen  Informationen  für
die  Vorbereitung  erteilt.  Für  die  Aufnahme  der  Inventarien,  welche  durch
die  Meister  resp.  deren  Helfer  zu  geschehen  hat,  werden  den  Meistern
Inventarbücher  zugestellt,  in  welchen  sich  auf  der  ersten  Seite  folgende
Instruktion  befindet:
Aufnahme  der  Inventarien.
„Die  Aufnahme  der  Inventarien  muß  am  beendet  sein.  Die
Eintragung  geschieht  in  nachstehender  Reihenfolge:
A)  Antriebsdynamos  mit  Zubehör.
B)  Betriebswerkzeugmaschinen  mit  Deckenvorgelegen  und  Ausstattung
unter  Angabe  der  Inventar-  und  Eabrikationsnummern  und  Anzahl
der  Riemen.
C)  Sämtliche  in  der  Werkstatt  befindliche,  nicht  im  Werkzeuglager  aufbewahrten ­
  Werkzeuge  usw.  für  allgemeinen  Gebrauch  soweit  diese
nicht  von  den  Arbeitern  als  in  ihrer  Verwahrung  befindlich,  auf  dem
Werkzeuginventurformular  notiert  werden.
D)  Bankschraubstöcke.
E)  Sämtliche  Utensilien  als  Spinde,  Regale,  Pulte,  Feilbänke  u.  dgl.
Die  Aufnahme  der  Werkzeuglagerbestände  erfolgt  getrennt  für  sich
in  ein  für  diesen  Zweck  vorgeschriebenes  Buch  durch  den  Lagerverwalter,
eventuell  unter  Schreibhilfe.  Eabrikations-  und  Hilfsmaterialien  werden
an  den  beiden  Inventurtagen  aufgenommen.“
        <pb n="204" />
        Die  Aufnahme.

175

Form.  116.  Orig.-Größe  200  X  250  mm.

Inventaraufnahme  pro  190
Vorbereitung.
Die  allgemeine  Inventaraufnahme  findet  am
statt.  Sie  beginnt  an  beiden  Tagen  pünktlich  früh  8  Uhr  und
dauert  mit  x / 2 stündiger  Mittagspause  (12  bis  I2V2),  bis  3 1 / 2  Uhr.
Zu  diesem  Behufe  hat  bereits  im  Laufe  des  Dezember  folgendes  zu  geschehen:
1.  Die  in  den  Werkstätten  und  Werkzeuglagern  vorhandenen  unbrauchbaren  Teile
sind  zu  ordnen  und  nach  Entscheidung  der  betreffenden  Herren  Betriebsleiter
entweder  an  das  Lager  alter  Teile  im  Keller  des  Verwaltungsgebäudes  zu  senden,
oder  als  Altmaterial  für  den  Verkauf,
oder  für  die  Gießerei  beiseite  zu  stellen.
2.  Wie  alljährlich  hat  jeder  Meister  die  in  seiner  Werkstatt  befindlichen,  zum  Betrieb ­
  gehörigen  Maschinen,  Motore,  Werkzeuge  und  Utensilien,  mit  Ausnahme
der  Transmissionen,  jedoch  einschließlich  der  Treibriemen,  unter  Angabe  der
an  den  Maschinen  befindlichen  Inventarnummern  in  das  ihm  ausgehändigte
Inventarbuch  einzutragen.  Fabrikations-  und  Hilfsmaterialien  werden
am  aufgenommen.
3.  Die  in  den  Händen  der  Arbeiter  befindlichen  Feilen  und  Werkzeugstähle  aller
Art  sind  unter  Aufsicht  der  Meister  zu  wiegen,  die  ermittelten  Gewichte  sind  in
die  jedem  Arbeiter  eingehändigten  Formulare  (Werkzeuglisten)  einzutragen.
Die  erforderlichen  Wagen  werden  vom  Materialienverwalter  zur  Verfügung
gestellt.
Spätestens  am  hat  folgendes  zu  geschehen:
4.  Stücke,  an  denen  die  Bearbeitung  für  längere  Zeit  unterbrochen  wurde,  sind
besonders  auszubreiten  und  mit  den  zugehörigen  Arbeitsbegleitkarten  zu  belegen. ­

5.  Die  aus  dem  Werkzeuglager  entnommenen  Inventarwerkzeuge  sind  an  dieses
zurückzuliefern.
6.  Die  übrigen  Werkzeuge  bleiben  in  den  Händen  der  Arbeiter  und  sind  von  diesen
am  auf  einem,  jedem  Arbeiter  eingehändigten  Formular  (Werkzeugliste) ­
  aufzuführen  und  am  abends  geordnet  auf  der  Werkbank ­
  oder  auf  dem  Werkzeugtisch  mit  der  ausgefüllten  Werkzeugliste  auszubreiten ­
  (die  dabei  befindlichen  Feilen  und  Werkzeugstähle  aller  Art  sind  gemäß
Ziffer  3  bereits  vorher  aufgenommen).
7.  Die  einzelnen  Werkstätten  für  maschinelle  Bearbeitung  haben  die  von  ihnen
fertig  gestellten  Halbfabrikate  an  die  nächsten  Werkstätten  auszuliefern  und
es  sind  zu  einer  Bestellnummer  gehörige  Teile  sämtlich  nach  Möglichkeit  an
demselben  Ort  zusammenzulegen.  Sämtliche  in  der  Werkstatt  befindliche  rohe,
in  Bearbeitung  begriffene  oder  fertige  Teile,  Maschinen  usw.,  sind  mit  den  dazu
gehörigen  Arbeitsbegleitkarten  zu  belegen.  In  der  Montage  müssen  sowohl  die
Montagekarten,  als  auch  die  Arbeitsbegleitkarten  ausgelegt  werden;  die  Arbeitsbegleitkarten ­
  sind  in  die  Montagekarten  hineinzulegen.
Fehlen  einzelne  Teile,  so  ist  der  Ort,  wo  sie  sich  befinden,  eventuell  der  Vermerk: ­
  „Ausschuß“  auf  der  Rückseite  der  Arbeitsbegleitkarte,  nötigenfalls  auf
besonderem  Zettel  anzugeben,  z.  B.:
1  Stück  Ausschuß
4  Stück  in  der  Dreherei.
Berlin,  den  190..  Die  Direktion.
        <pb n="205" />
        176

Die  Inventur.

Form.  118.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

Die  Aufnahme  der  Lagerbestände  geschieht  in  der  Weise,  daß  an  den
Inventurtagen  der  Sollbestand  lt.  Skontroblatt  mit  dem  tatsächlichen
Bestand  verglichen  wird.  Bei  Übereinstimmung  wird  von  dem  aufnehmenden ­
  Beamten  nur  ein  Zeichen  (Haken)  gemacht,  während  bei  Differenzen
der  Vorgefundene  Bestand  mit  Blaustift  unter  die  Sollziefer  des  Skontroblattes
  geschrieben  wird.  Nach  beendeter  Aufnahme  werden  die  Bestände
in  der  Reihenfolge  der  Skontroblätter  auf  das  zur  Ausrechnung  bestimmte
Formular  117  übertragen.
Zum  Zweck  der  Aufnahme  der  in  Arbeit  befindlichen  Fabrikate  werden
die  Werkstätten  in  der  Regel  nach  Meisterschaften  in  Aufnahmefelder
geteilt  und  jedem  Feld  eine  entsprechende  Anzahl  von  Angestellten  und
Arbeitern  zugeteilt.  Die  Aufnahmefelder  werden  laufend  numeriert,
außerdem  ist  für  jeden  aufnehmenden  Beamten  eine  Nummer  festgesetzt.

LUDW.  10EWE  &amp;amp;  Co.  Pol.  125
Actiengesellschaft.

Menge

Benennung

Einheitspreis

Gesamtpreis

Zahl

Einheit ­


für

X

X

■Si

•S)

Transport

8150

64

40381

42

14,5

tcg

blank  gezogener  Gußstahl  5,1  mm  0

%kg

160

—

23

20

42,0

99

„  „  „  9,75  „  „

99

110

—

46

20

140,5

99

„  „  „  18,0  „  „

99

99

154

55

123,5

99

99  99  99  18,16  ,,  ,,

99

99

135

85

135,0

99

”  99  99  18,  26  ,,  ,,

99

99

148

50

112,0

99

99  99  99  18,6  ,,  ,,

99

99

123

20

usw.

Form.  117.  Orig.-Größe  240X360  mm.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Inventur-Nr.


Bestellungs-Nr.

M.  "=  Montagekarte
S.  Schabekarte

Stck.

kg

Gegenstand
R.  =  roh,  A.  =  in  Arbeit,  E.  =  fertig.

Bemerkungen

■
        <pb n="206" />
        Die  Bewertung.

177

Jeder  der  aufnehmenden  Beamten  erhält  eine  Mappe  (Schnellhefter),  in
welcher  einige  Formulare  für  die  Aufnahme  (Form.  118)  eingeheftet  sind.
Außerdem  wird  jeder  Mappe  eine  Vorschrift  für  das  Aufnahmeverfahren
beigegeben  (Form.  119).  Wie  die  Aufnahme  vor  sich  geht,  ist  aus  den
Informationen  und  Formularen  zu  ersehen.  Die  im  Text  des  Formulars  119
ad  3  erwähnten  Zettel  sind  in  Formular  120  veranschaulicht.
Die  Beaufsichtigung  der  aufnehmenden  Beamten  wird  von  den  Revisoren ­
  ausgeübt,  welche  die  Richtigkeit  der  Aufnahme  stichprobenweise
prüfen.  Auf  Grund  der  Inventurzettel,  welche  die  Nummer  des  Aufnehmers
und  die  laufende  Aufnahmenummer  tragen,  kann  der  Revisor  den  eingetragenen ­
  Posten  in  der  Inventurliste  leicht  finden.
Die  Inventaraufnahme  in  den  Werkstattswerkzeuglagern  geschieht
in  der  Weise,  daß  die  Verwalter  dieser  Lager  die  Werkzeuge  nach  Arten
und  Größen  in  besondere  Listen  eintragen.
Solche  Werkzeuge,  die  sich  im  Besitz  der  Arbeiter  befinden,  werden
von  diesen  am  Tage  vor  der  Inventur  auf  der  Werkzeugliste  (Form.  121)
aufgeführt.  An  den  Inventurtagen  werden  die  Aufnahmen  kontrolliert
und  dann  dem  Lohnbureau  übergeben,  welches  dieselben  dahin  prüft,  ob
sich  der  aufgenommene  Bestand  mit  dem  Sollbestand  deckt,  der  dem
Arbeiter  übergeben  worden  ist.
Der  Modellbestand  ergibt  sich  aus  den  in  der  Buchhalterei  befindlichen
maschinenweise  geordneten  Modellverzeichnissen,  in  welche  auch  die
Herstellungskosten  eingetragen  werden  (s.  Formular  122).  Die  Zeichnungen ­
  sind  ebenfalls  maschinenweise  im  Verzeichnisse  auf  genommen  mit
Angabe  der  nach  der  Arbeitsdauer  berechneten  Herstellungskosten  (s.  Formular ­
  123).

Die  Bewertung.
Die  Bewertung  der  Inventarien  ist  eine  summarische,  d.  h.  es  werden
die  lt.  Bilanz  übernommenen  Buchwerte  des  Vorjahres  nach  Abzug  der  für
das  Vorjahr  beschlossenen  Abschreibungen  zuzüglich  der  Neuanschaffungsbeträge ­
  des  laufenden  Jahres  als  Bilanzwerte  eingesetzt,  ohne  eine  Verteilung ­
  der  Buchwerte  auf  die  nach  vielen  Tausenden  zählenden  einzelnen
Maschinen,  Werkzeuge  und  Utensilien  vorzunehmen.  Die  Aufnahmen
der  Inventarien  der  Klasse  I  (mit  Ausnahme  der  Transmissionen)  werden
an  Hand  der  Inventarblätter  (Form.  115)  dahin  geprüft,  ob  sämtliche
Objekte  darin  enthalten  sind.  Bei  dieser  Kontrolle  wird  auf  dem  Inventarblatt ­
  der  Standort  (in  der  Regel  mit  dem  Namen  des  Meisters)  notiert
(s.  Beispiel  lt.  Formular  115).
Die  Bewertung  der  Lagerbestände  geschieht  mit  den  auf  den  Skontroblättern
  eingetragenen  Selbstkosten.  Die  Selbstkosten  der  auf  Lager  befindlichen ­
  Maschinen  stehen  bekanntlich  auf  der  Kontrollkarte  (Form.  54).
Bei  solchen  Waren,  die  einen  Markt-  oder  Börsenpreis  haben,  wird  bei
niedrigerer  Notierung  per  31.  Dezember  als  der  Buchwert  ist,  der  Tagespreis ­
  eingesetzt.
Lilienthal,  Fabrikorganisation.

12
        <pb n="207" />
        178

Die  Inventur.

Form.  119.  Vorderseite.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.
Verfahren  bei  der  Inventaraufnahme
am  190
1.  Die  Aufnahme  beginnt  an  diesem  Tage  pünktlich  früh  8  Uhr  und  dauert  mit
halbstündiger  Mittagspause  ohne  weitere  Unterbrechung  bis  37 2  Uhr.
2.  Der  Vorgang  bei  der  Aufnahme  unterscheidet  sich  nach  Art  der  Gegenstände  in
folgender  Weise:
A)  Aufnahme  von  Waren,  deren  Wertberechnung  sich  auf  die  Aufnahmen  des
Aufnahmeprotokolls  stützt.
Hierhin  gehören:
I.  Nach  Maß,  Gewicht  oder  Zahl  zu  bestimmende  Rohmaterialien  aller  Art,
die  nicht  für  eine  einzelne  Bestellung  ausgegeben  werden,  z.  B.  Putzlappen, ­
  öl,  Stangenmaterial  usw.  (Bei  gleichmäßigem  Querschnitt  Kann
letzteres  unter  Angabe  des  genauen  Durchmessers  nach  dem  Längenmaß
aufgenommen  werden.)
II.  Nach  Maß,  Gewicht  oder  Zahl  zu  bestimmende  Fabrikationsmaterialien,
die  zwar  für  eine  bestimmte  Bestellungsnummer,  aber  nicht  in  genau
bemessener  Menge  ausgegeben  wurden,  so  daß  die  Rücklieferung  des
nicht  verbrauchten  Restes  zu  erfolgen  hat.
III.  Vorräte  an  solchen  Fabrikaten  (Schrauben  usw.),  die  unabhängig  von
bestimmten  Bestellungen  zur  Verwendung  für  Maschinen  und  Vorrichtungen ­
  auf  Vorrat  angefertigt  werden.  (Vorräte  aus  dem  Lager  fertiger
Teile  oder  für  dasselbe.)
B)  Aufnahmen  von  rohen,  in  Arbeit  befindlichen  und  fertigen  Fabrikaten  aller
Art,  deren  Inventurwert  durch  das  über  die  Arbeit  geführte  Konto  bestimmt
wird,  deren  Zahl  und  Brauchbarkeit  aber  durch  die  Inventuraufnahme  festzustellen ­
  ist.  Hierbei  kommt  es  also  auf  eine  sachgemäße  Beurteilung  der
Vorgefundenen  Gegenstände  und  darauf  an,  ob  diese  sich  der  Zahl  nach  mit
den  aufgelegten  Arbeitsbegleitkarten  decken.  Bei  Aufführung  dieser  Gegenstände ­
  in  der  Liste  ist  die  richtige  Wiedergabe  der  auf  den  Karten  angegebenen ­
  Bestellungsnummer  von  größter  Wichtigkeit,  insbesondere  ist  folgendes ­
  zu  beachten:
I.  Bei  in  Ordnung  gehenden  Posten  genügt  neben  richtiger  Angabe  der
Nummer  die  Stückzahl  und  abgekürzte  Teilbezeichnung  nebst  Maschinen-Katalognummer.

II.  In  Montage  begriffene  Teile  sind  in  einer  Post  unter  der  Nummer  der
Montagekarte  aufzuführen.
III.  In  den  Fällen  I  und  II  muß  in  der  Liste  notiert  werden,  ob  Gegenstände
fehlen  oder  ausschußverdächtig  sind.
3.  Jeder  der  aufnehmenden  Beamten  erhält  eine  Liste  und  gibt  den  darin  eingetragenen ­
  Posten  eine  mit  1  beginnende  laufende  Nummer.  Diese  laufende
Nummer  wird  auf  einen  Zettel  vermerkt,  welcher  auf  den  aufgenommenen  Gegenstand ­
  gelegt  oder  daran  befestigt  wird.  Liegen  zusammengehörige  Teile  beeinander,
  so  genügt  es,  diesen  Posten  eine  einzige  Inventurnummer  zu  geben  und
einen  einzigen  Zettel  aufzulegen.  Stehen  jedoch  zusammengehörige  Teile,  Maschinen ­
  uzw.  an  verschiedenen  Orten,  so  erhält  jeder  der  versprengt  stehenden
Gegenstände  einen  besonderen  Inventurzettel  und  die  entsprechende  einzelne
Eintragung  in  die  Inventurliste  mehrere  laufende  Inventurnummern,  z.  B.:
,,35—39  5  Leitspindelbänke  Nr.  3C  Modell  II  Bestellung  Nr.  61714.“
4)  Ist  mehreren  Herren  ein  gemeinsames  Feld  zugewiesen,  so  arbeitet  jeder  derselben ­
  trotzdem  möglichst  unabhängig,  jedoch  sollen  sich  die  Herren  nötigenfalls
gegenseitig  unterstützen.
5)  Nach  Fertigstellung  einer  Aufnahme  ist  das  Protokoll  dem  zuständigen  Revisor
zu  übergeben,  der  eventuell  den  betreffenden  Beamten  für  andere  Zwecke  der
Inventur  verwenden  kann.
6.  Ein  jeder  der  aufnehmenden  Beamten  hat  bis  zum  mit  dem  betreffenden ­
  Meister  sich  wegen  etwa  nötiger  Arbeitskräfte  usw.  in  Verbindung  zu  setzen.
«
Die  Direktion.
BERLIN,  den  190
        <pb n="208" />
        179

Die  Bewertung.

Beispiele:

Inventur-Nr.


Bestellungs-Nr.

M.  =  Montagekarte
S.  =  Schabekarte

Stck.

kg

Gegenstand

Bemerkungen
R.  =  roh,
A.  =  in  Arbeit.
F.  =  fertig.

AI.

Rohmatej

rialienvorräte,  nicht  für  Bestei

ungen,

80
81

—

—  20
3  12

Putzwolle
Atlasstahl  20  mm  Q

AII.  Rohmaterialien  für  bestimmte  Bestellungen.
84  |  13620^  |  50  —  ||  32,5  mm  Gasrohr  J  3/8"

AIII.  Teile  im  Vorrat,  nicht  für  Bestellungen.

90
104

—

416
14

I

Schrauben  12  mm  O  X  35  mm  lg.
50  mm  X  zus.  6,310  mm

T  Kopf
Lehrenmaterial  gehobelt

B.

In

Arbeit  befindliche  Fabrikate.

86

48723

12

—

Spindeln  211

Ä

119

17  622

8

—

Fräser

R

94

50614

24

—

Räderplatten  3  C

A  1  St.  Ausschuß

300

47611

35

—

Reibahlen

A  15  St.  geliefert.

401

M  35619

12

—

Fräsm.  12  II

F

419

M  41711

30

—

Univ.-Fräsköpfe  1511

A

611

33715

50

—

Oneidafutter

A  14  Triebe  fehlen

719

M  66311

25

—

Spindelkasten  3  C

A  25  Spindeln  „

111

23611

50

—

verstellbare  Reibahlen

A  20  Muttern  „

M  70311

25

—

Fräsm.  12  III

A

hierzu  nur  vorhanden

860/64

70290

25

Ständer

Die  Revisoren  revidieren  auf  Grund  der  Listen  unter  Kennzeichnung  des  bei  den
Teilen  verbleibenden  Inventurzettels.

Form.  lli&amp;gt;.  Rückseite.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.  A.-G.
Inventurzettel
Liste
Nr

Form.  130.  Orig.-Größe  100  X  100  mm.

12*
        <pb n="209" />
        Form.  131.  Vorderseite.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

s

180

Die  Inventur.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Nr.

Werkzeuginventur  pro  190

Name  Beschäftigung..

(Durch  den  Arbeiter  auszufüllen.)

Benennung

Achtschraubenfutter
Amboße  .  .  .
Anlagebolzen
Anlagekreuze
Anlageschienen
Anschlagwinkel
Anspann  Winkel

Becher
Blaubrenner  .  .  .  .
Bleibacken  .  .  .  .
Bohrfutter  mit  Muttern ­


Bohrstangen  mit
Messer  .  .  .  .

Bohrverlängerungen
Buchstaben,  Satz  .

Drehdorne  .  .  .  .
Drehherze  .  .  .  .
Dreibackenfutter  .
Durchschlage.  .  .

Feilen  ....
Feilenbürsten
Feilkloben  .  .
Flachbrenner
Fräser  ....

Fräsdorne  m.  Mutter
und  Ringen  .  .  .

Anzahl

'S  .  3

Material

S  -o  .  -g
tn  cd]  ®
1  I»  s
d  W  ®  =3
ö  £  O

Bemerkungen ­


Benennung

Gasständer  .  .  .
Gewindebohrer  .

Handfeger  ....
Hämmer  (Stahl)  .
„  (Holz)  .
„  (Zink)  .
Hilfsvorrichtungen
Holzkluppen  .  .  .

Konushülsen  .  .
Körner  ....
Kupferdorne.  .

Lampen  (öl)  .  .  .
„  (Petrol.)
Leeren
Lineale

Messerköpfe  mit
Messer  .  .  .  .  ,

Mikrometerschraub.

Ölkannen.  .  .
Ölsteine  .  .  .
Oneidafutter  .

Anzahl

II
a  :  g

Material

2  I  &amp;lt;D  Ö  i
&amp;lt;ä  '1.2]
a  'ja  ®

Atlasstahl
        <pb n="210" />
        Die  Bewertung.

181

Benennung

Anzahl

Material

Bemerkungen ­


Benennung

Anzahl

Material

Bemerkungen ­


groß

mittel

klein

Gußeisen
Schmiedeeisen ­


Gußstahl

Atlasstahl

C3
1

mittel

klein

Gußeisen

Schmiedeeisen ­
  1

Gußstahl

Atlasstahl

Parallelherze  ....
Parallelreißer  .  .  .
Parallelschraubzwingen ­

Parallelstücke  .  .  .
Petroleumbecher  .  .
Petroleumpinsel  .  .
Pinsel
Reibahlen
Reißnadeln  ....
Richtplatten  ....
Schaber
Schlüssel
Schmiedezangen  .  .
Schmirgelhölzer  .  .
Schmirgelleinen  .  .
Schraubenschlüssel  .
Schraubenzieher  .  .
Schraubzwingen  .  .
Schraubstöcke  auf
der  Feilbank  .  .  .
Schraubstöcke  auf
Maschinen  ....
Schubleeren  ....
Spanneisen
Spannkeile
Spannkloben  ....
Spannschrauben  mit
Muttem
Spiralbohrer  ....
Spitzenapparate  .  .
Spitzenleeren.  .  .  .
Spritzkannen.  .  .  .
Taster
Tropfgefäße  ....

Verniers
Versenker
Vier  klobenscheiben
Wasserwagen  .  .  .
Zahlen,  Satz  .  .  .  .
Zollstöcke  (Holz).  .
„  (Stahl)  .
Zirkel

Form.  131.  Rückseite.
        <pb n="211" />
        182

Die  Inventur.

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Modellverzeichnis  für  die  Maschine  Nr.  3B  Mod.  I

Benennung:  Leitspindeldrehbank

Datum

Benennung

Nr.

Anzahl  der

Selbstkosten

Art  des

Bemer-Eingangs



Modells

Mod.-Teile


Kernkasten ­


Material

Lohn

Unkost.

Sa.

Materials

kungen

15.17.06

Lagerhoek

34

l

2

25

16

—

16

—

34

25

Holz

„

99

35

l

1

—

5

25

5

25

11

50

99

„

Lager

30

l

—

35

2

50

2

50

5

35

99

20.17.

Zwischenrad

24•

l

—

25

1

25

1

25

2

75

„

„

Fuß

2

l

15

—

4

—

4

—

23

—

Eisen

”

Schere

126

2

2

1

7

—

7

—

15

—

Holz

usw.

Form.  123.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.

L.  L.  &amp;amp;  Co.
Verzeichnis  der  Zeichnungen  für  die  Maschine  Nr.  3G  Mod.1—V1I1
Benennung:  Leitspindeldrehbank

Datum  des
Zugangs

Lauf.
Nr.

Blatt
Nr.

Inhalt  des  Blattes

Wert

Bemerkungen

Arbeitstage ­


A

15-18.  07

25

6

Hebel,  Böcke

5

99

26

8

Buchsen

„

27

9

Kuppelungskörper

6

99

28

17

Kastenfuß,  Wechselräderkästen



4

99

29

18

Seitenansicht  des  Spindelkastens



*7.

99

30

45

Mitgehende  Lünette

2

USW.

Form.  123.  Orig.-Größe  240  X  360  mm.
        <pb n="212" />
        Die  Bewertung.

18B

Die  Halbfabrikate  werden  mit  den  Beträgen  bewertet,  die  für  Materialien, ­
  Härtekosten  und  Löhne  auf  dem  für  jede  Bestellnummer  eingerichteten ­
  Konto  angesammelt  sind.  Zu  diesem  Zweck  werden  die  Stückzahlen
der  lt.  Aufnahmeliste  (Form.  118)  in  den  Werkstätten  Vorgefundenen
Teile  an  Hand  der  Bestellnummern  auf  den  Abrechnungskonten  notiert
(bei  Maschinen  die  Teillisten,  bei  Werkzeugen  die  Kostennachweis  -
formulare  64,  für  diverse  kleine  Arbeiten  die  Selbstkostenbücher  lt.  Formular ­
  33).  Ergibt  sich  hierbei,  daß  die  Zahl  der  Vorgefundenen  Teile  sich
nicht  mit  der  Zahl  der  bestellten  oder  lt.  Konto  in  Arbeit  befindlichen
Teile  deckt,  so  muß  der  Grund  hierfür  untersucht  werden.  Stellt  sich
hierbei  heraus,  daß  Teillieferungen  erfolgt  sind,  so  müssen  die  Kosten
hierfür  noch  abgerechnet  werden.
Für  die  Bewertung  der  Halbfabrikate  werden  die  Sammellisten  verwendet, ­
  in  welche  die  Kosten  getrennt  in  Beträge  für  Materialien,  Härten
und  Löhne  eingetragen  werden.  Der  Zuschlag  für  Betriebsunkosten  geschieht ­
  summarisch  auf  den  Gesamtlohnbetrag  der  Inventur  jeder  Abteilung, ­
  nachdem  in  der  Betriebsbuchführung  der  tatsächliche  Durchschnittsprozentsatz ­
  des  abgelaufenen  Jahres  für  jede  Abteilung  ermittelt
worden  ist.
Dieser  Unkostenprozentsatz  enthält  den  in  früheren  Abschnitten
gegebenen  Erörterungen  zufolge  auch  die  auf  das  abgelaufene  Geschäftsjahr ­
  entfallenden  Abschreibungen  auf  Gebäude,  Maschinen,  Modelle,
Werkzeuge  usw.,  so  daß  diese  Abschreibungen,  soweit  sie  auf  die  in  die
Inventur  aufgenommenen  Halbfabrikate  entfallen,  als  Bestandteil  der
Selbstkosten  in  der  Bilanz  als  Aktiva  erscheinen.  Dies  trifft  auch  bei  den
Fertigfabrikaten  zu,  deren  Selbstkosten  ebenfalls  einschließlich  der  Abschreibungen ­
  kalkuliert  sind.
Dieser  Bewertungsmodus  ist  vielfach  als  unzulässig  hingestellt
worden  unter  Anführung  von  Gründen,  die  meist  auf  Unkenntnis  der
Kalkulationsmethoden  industrieller  Betriebe  und  auf  Verkennung  der
Bedeutung,  welche  diese  Frage  für  eine  gesunde  Entwicklung  der  Organisation ­
  und  der  modernen  Arbeitsmethoden  einer  Fabrik  hat,  zurückzuführen ­
  sind.
Die  Abschreibungen  auf  Gebäude,  Werkzeugmaschinen,  Werkzeuge,
Kräne,  Motoren,  Dampfmaschinen,  Utensilien  usw.  werden  vorgenommen,
weil  der  Wert  dieser  Objekte  durch  die  Benutzung  herabgemindert  wird.
Diese  Wertverminderung  ist  durch  die  Fabrikation  hervorgerufen  und  ist
gleichbedeutend  mit  den  Kosten,  die  für  Reparatur  und  Ersatz  der  Gebäude,
Inventarien  und  Utensilien  ausgegeben  werden  und  die  als  Betriebsunkosten
ebenfalls  in  den  Selbstkosten  der  Fabrikate  anteilig  enthalten  sind.  Ein
Grund  dafür,  daß  beide  Faktoren  verschieden  zu  behandeln  sind,  dürfte
schwer  zu  finden  sein.
Gebäude,  Maschinen,  Werkzeuge  u.  dgl.  sind  zur  Herstellung  der
Waren  unumgänglich  notwendig;  deren  Wert  Verminderung  durch  Verschleiß ­
  bildet  ebenso  unzweifelhaft  einen  Bestandteil  der  Herstellungskosten, ­
  als  dies  hinsichtlich  der  Miete  der  Fall  ist,  die  ein  Fabrikant  für
        <pb n="213" />
        184

Die  Inventur.

derartige,  ihm  nicht  gehörende,  sondern  gemietete  Einrichtungen  ausgibt.
Mit  anderen  Worten:  Die  Mieten  für  Fabrikräume,  Maschinen,  Werkzeuge
u.  dgl.  sind  nicht  Handlungsunkosten,  sondern  Fabrikationsunkosten.
Wenn  nun  die  sonst  völlig  gleichen  Bestände  im  Falle  der  Miete  nur  unter
Berücksichtigung  des  Mietsbetrages  richtig  bewertet  werden,  so  können
sie  im  Falle  der  eigentümlichen  Beschaffung  der  Gebäude,  Maschinen
u.  dgl.  ohne  Berücksichtigung  der  Abschreibungen  unmöglich  richtig  bewertet ­
  sein.
Nehmen  wir  an,  daß  irgend  ein  Gegenstand  bisher  mittels  Handarbeit
hergestellt  wurde  und  beispielsweise  3  JC  pro  Stück  Arbeitslohn  kostete;
nun  werden  Maschinen  erfunden,  auf  denen  statt  wie  früher  1  bis  2  Stück
pro  Tag  täglich  100  Stück  hergestellt  werden,  so  daß  das  Stück  etwa  10  Pfg.
für  Material  und  Lohn  kostet.  Betragen  die  Anschaffungskosten  der  Maschine ­
  10  000  Ji  und  wird  dieselbe  dermaßen  stark  in  Anspruch  genommen,
daß  eine  starke  Abschreibung,  vielleicht  20%,  geboten  erscheint,  so  entfallen
auf  das  Jahr  2000  M.  Abschreibung,  d.  i.  wenn  man  mit  2000  Arbeitsstunden ­
  der  Maschine  rechnet,  pro  Stunde  1  Ji  Abschreibung,  welche
ca.  200%  von  den  Arbeitslöhnen  ausmacht.  Das  fertige  Stück  würde  also
ungefähr  mit  20  Pfg.  (ohne  die  anderen  Betriebsunkosten)  bewertet  werden,
während  es  früher  schon  3  Ji  Arbeitslohn  kostete  und  bezüglich  seiner
Qualität  vielleicht  bedeutend  hinter  der  Maschinenarbeit  zurückstand.
(Vgl.  Kapitel  Selbstkostenberechnung  in  der  Normalienfabrik).
Hat  ferner  ein  Fabrikant  einen  großen  Auftrag  erhalten  von  angenommen ­
  1  Million  Ji,  für  deren  Ausführung  zirka  ein  Jahr  gebraucht
wird  und  beschafft  er  für  diesen  Auftrag  zwecks  rationeller  Herstellung
der  Waren  eine  Spezialeinrichtung,  die  nach  Beendigung  des  Auftrages
wertlos  ist,  so  muß  dieselbe  in  einem  Jahr  abgeschrieben  werden.  Am
Jahresschluß  ist  der  Auftrag  zu  Neunzehntel  fertig,  eine  Anzahlung  seitens
des  Auftraggebers  ist  aber  nicht  erfolgt,  da  Zahlung  erst  nach  erfolgter
Abnahme  der  gesamten  Bestellung  zu  geschehen  hat.  Der  Fabrikant  ist
nun  verpflichtet,  die  geschaffene  Einrichtung  entsprechend  dem  Umfange
der  bereits  ausgeführten  Arbeiten,  also  mit  90%  abzuschreiben,  ohne  ein
Äquivalent  für  diesen  Unkostenbetrag  in  seiner  Bilanz  zu  haben.  Sollte
es  nun  nicht  gestattet  sein,  diese  Abschreibungen  mit  den  übrigen  Fabrikationsunkosten ­
  als  Selbstkostenbestandteil  zu  verrechnen,  so  würde  der
Fabrikant  eventuell  seine  Bilanz  mit  Verlust  abschließen,  während  er
tatsächlich  und  gerade  infolge  der  geschaffenen  Spezialeinrichtung  einen
großen  Verdienst  an  dem  Aufträge  haben  wird.
Berücksichtigt  man  ferner,  daß  in  Fabriken,  die  mehrere  Abteilungen
unterscheiden,  jede  Abteilung  die  für  eine  andere  Abteilung  ausgeführte
Arbeit  während  des  Jahres  mit  Selbstkosten  (also  einschließlich  Abschreibungen) ­
  berechnet,  so  würde  z.  B.  bei  der  Inventur  der  von  der  Eisengießerei ­
  dem  Maschinenbau  berechnete  Eisenguß  und  die  hierin  enthaltenen
Abschreibungsquoten  reduziert  werden  müssen,  wenn  diese  in  den  Aktiva
nicht  mit  enthalten  sein  dürften.  Hätte  man  dagegen  den  Eisenguß  von
        <pb n="214" />
        Die  Bewertung.

185

einer  fremden  Firma  bezogen,  so  könnte  dieser  Betrag,  der  die  Herstellungskosten ­
  der  eigenen  Gießerei  noch  übersteigen  würde,  voll  in  die  Inventur
eingesetzt  werden.
Auch  müßte  z.  B.  der  während  des  Jahres  von  der  Kraftzentrale  den
Betrieben  berechnete  elektrische  Strom,  dessen  Selbstkostenbetrag  durch
die  Abschreibungen  wesentlich  beinflußt  wird,  in  Beträge  für  Abschreibungen ­
  und  andere  Erzeugungskosten  zerlegt  werden,  damit  der  Anteil,
der  mit  den  Betriebsunkosten  auf  die  Herstellungskosten  der  Bestände
zugeschlagen  wird,  zurückgerechnet  werden  kann.  Daß  dieses  Rechenexempel ­
  nicht  leicht  zu  lösen  sein  würde,  will  ich  nur  beiläufig  erwähnen. ­

Hätte  der  Fabrikant  die  Betriebskraft  nicht  im  eigenen  Betriebe  erzeugt, ­
  sondern  von  einem  fremden  Kraftwerk  zu  einem  weit  höheren  Preis
bezogen,  so  würde  er  dagegen  den  vollen  Betrag  in  seine  Betriebsunkosten
einrechnen  und  folglich  auch  die  Fabrikatbestände  höher  bewerten  dürfen.
Ebenso  würde  es  sich  mit  der  Bewertung  mancher  anderer  Artikel  verhalten,
die  ein  Fabrikant  in  seinen  eigenen  Werkstätten  billiger  herstellt,  als  er
sie  von  anderer  Seite  beziehen  kann.
Eine  besondere  Schwierigkeit  würde  bei  der  Bewertung  der  Inventurbestände ­
  durch  die  Ausscheidung  der  Abschreibungen  aus  den  Herstellungskosten ­
  bei  den  auf  Lager  befindlichen  Maschinen,  Werkzeugen  und  normalisierten ­
  Maschinenteilen  entstehen,  wofür  die  Herstellungskosten  einschließlich ­
  der  Abschreibungen  berechnet  wurden.  Da  diese  Vorräte  teilweise  aus
verschiedenen  Jahrgängen  stammen,  der  Prozentsatz,  den  die  Abschreibungen ­
  von  den  produktiven  Löhnen  ausmachen,  aber  jedes  Jahr  ein  verschiedener ­
  ist,  so  würde  zunächst  festgestellt  werden  müssen,  in  welchem
Jahre  jedes  einzelne  Stück  fabriziert  wurde,  was  zwar  bei  den  Maschinen
immerhin  noch  durchführbar  wäre,  aber  bei  den  Normalien  und  Werkzeugen ­
  unmöglich  ist.  Eine  Berechnung  der  Herstellungskosten  ohne
Abschreibungen  aber  würde,  wie  aus  früheren  Erläuterungen  hervorgeht,
absolut  falsch  sein  und  das  Gedeihen  eines  Unternehmens  ernstlich  gefährden, ­
  zumal  die  Abschreibungen  sich  nicht  auf  alle  Fabrikate  gleichmäßig ­
  verteilen.
Es  muß  daher  ganz  unbegreiflich  erscheinen,  warum  der  richtig  kalkulierende ­
  Kaufmann,  der  lt.  §  261  des  Handelsgesetzbuches  seine  Erzeugnisse
mit  den  „Herstellungskosten“  bewerten  darf,  dem  Begriff  „Herstellungskosten“ ­
  bei  Aufstellung  seiner  Inventur  eine  andere  Auslegung  geben  sollte,
als  dieser  Begriff  nach  richtiger  und  allgemeiner  kaufmännischer  Auffassung ­
  hat.  Allerdings  gibt  es  eine,  im  Handelsgesetzbuch  nur  für  Waren
mit  Marktpreis  vorgeschriebene,  aber  von  jedem  verständig  und  vorsichtig
handelnden  Kaufmann  beobachtete  Grenze,  welche  bei  Bemessung  der
Unkostenzuschläge  innezuhalten  ist,  nämlich  die,  daß  die  sich  ergehende
Summe  der  Herstellungskosten  nicht  den  Nettoverkaufspreis  übersteigt,
welcher  nach  der  Marktlage  oder  nach  abgeschlossenen  Lieferungsverträgen ­
  für  die  fertigen  Produkte  erzielt  werden  kann.
        <pb n="215" />
        186

Der  Bücherabschluß.

Der  Bücherabschluß.
In  der  Betriebsbuchführung.
Der  Abschluß  der  Bücher  beginnt  mit  der  Verbuchung  der  Inventurbestände. ­
  Die  hierfür  eingerichteten  Abschlußkonten  für  Materialien  und
Fabrikate  werden  für  die  Bestände  belastet  und  die  Konten  der  Lager  und
der  Fabrikationsabteilungen  getrennt  nach  Beträgen  für  Materialien,
Härtekosten,  Löhne  und  Verrechnete  Unkosten  erkannt.  Die  nach  dieser
Buchung  etwa  verbleibenden  Debet-  oder  Kreditsalden  werden  gegen  das
allgemeine  Verlust-Konto  ausgeglichen.  Nachdem  noch  andere,  früher
bereits  erwähnte  Regulierungsbuchungen,  wie  z.  B.  die  Rückbuchung  der
Differenz  infolge  zu  hoch  berechneten  elektrischen  Stromes,  Verteilung
der  Feuerversicherungsprämien,  Wasserverbrauch,  Beiträge  an  die  Berufsgenossenschaft, ­
  Abschreibungen,  Verteilungen  der  allgemeinen  Betriebsunkosten ­
  usw.  erledigt  sind,  werden  die  Beträge  der  Unkosten-Konten  der
einzelnen  Abteilungen  auf  die  Konten  „Verrechnete  Unkosten“  übergebucht. ­
  Stellt  sich  nun  heraus,  daß  das  Konto  „Verrechnete  Unkosten“
einen  Debetsaldo  behält,  so  ist  erwiesen,  daß  die  Unkostenzuschläge  während
des  Jahres  zu  niedrig  waren  und  der  verbleibende  Rest  wird  dem  betreffenden ­
  Selbstkosten-Konto  summarisch  belastet.  Dieser  Fall  tritt  jedoch
selten  ein,  da,  wie  bereits  an  anderer  Stelle  gesagt,  die  Unkostenzuschläge
etwas  höher  als  sie  voraussichtlich  in  Wirklichkeit  sind,  berechnet  werden.
Verbleibt  auf  dem  Konto  „Verrechnete  Unkosten“  ein  Kreditsaldo,
und  dies  ist  meist  der  Fall,  so  wird  dieser  dem  betreffenden  Selbstkosten-Konto
  der  Fabrikate  summarisch  gutgeschrieben.  Alsdann  werden  folgende
Konten  zu  Lasten  des  Zentral-Kontos  ausgebucht:
1.  Verkaufte  Fabrikate-Selbstkosten;
2.  Konto  Neuanschaffungen  und  Abgänge;
3.  Konto  Patentgebühren  (vgl.  S.  25);
4.  Abschluß-Konto  Materialien;
5.  Abschluß-Konto  Fabrikate.
Der  auf  dem  Konto  „Abschreibungen“  erscheinende  Kreditsaldo  wird
in  der  Weise  ausgebucht,  daß  das  Zentral-Konto  für  die  Abschreibungen
kreditiert  und  das  Konto  Abschreibungen  belastet  wird.
Auf  dem  Gewinn-  und  Verlust-Konto  ist  ebenfalls  ein  Kreditsaldo
auszubuchen,  welcher  aus  Überschüssen  des  Chemischen  Laboratoriums
und  aus  anderen  Gewinnbeträgen  resultiert.  Dieser  Saldo  wird  ebenfalls
gegen  das  Zentral-Konto  ausgebucht,  da  er  von  der  Geschäftsbuchführung
zwecks  Aufstellung  der  Fabrikbilanz  übernommen  werden  muß.
In  der  Geschäftsbuchführung.
Die  Abschlußbuchungen  der  Geschäftsbuchführung  beginnen  mit  den
Verbuchungen  der  von  der  Betriebsbuchführung  zu  übernehmenden  Selbstkosten ­
  der  Fabrikate,  Neuanschaffungen  und  Bestände  an  Materiahen
und  Fabrikaten.  Außerdem  müssen  in  der  Geschäftsbuchführung  diejenigen
        <pb n="216" />
        Die  Fabrikbilanz.

187

Beträge  gebucht  werden,  die  in  der  Betriebsbuchführung  dem  Zentral-Konto
  belastet  resp.  kreditiert  wurden.  Für  die  dem  Betriebs-Konto  zu
belastenden  Abschreibungen  wird  das  Konto  „Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.  Zentral-Konto“
  erkannt,  weil  das  Inventarien-Konto,  welches  für  die  Abschreibungen ­
  erkannt  werden  muß,  in  der  Zentralbuchhalterei  geführt  wird.
Nachdem  die  Selbstkosten  auf  die  Konten  der  Fabrikate  (Hauptbuch-Konten ­
  Nr.  11—20)  gebucht  sind,  werden  die  den  Gewinn  darstellenden ­
  Salden  auf  das  neu  zu  errichtende  Gewinn-  und  Verlust-Konto  übertragen. ­
  Die  auf  die  einzelnen  Handlungsunkosten  angesammelten  Beträge
werden  zunächst  auf  das  Gesamthandlungsunkosten-Konto  gebucht,  und
dann  dem  Gewinn-  und  Verlust-Konto  summarisch  belastet.  Nachdem  auch
die  von  der  Betriebsbuchführung  übernommenen  Beträge  für  Überschüsse
des  Chemischen  Laboratoriums  und  andere  in  der  Betriebsbuchführung
ermittelte  und  an  die  Geschäftsbuchführung  abgegebene  Gewinnposten
auf  das  Gewinn-  und  Verlust-Konto  gebucht  sind,  verbleibt  nur  noch  die
Ermittlung  zweifelhafter  Forderungen,  welche  als  Verlustposten  ebenfalls
auf  das  Gewinn-  und  Verlust-Konto  übertragen  werden.
Das  Invaliditäts-  und  Altersversicherungs-Konto  Aveist  am  Jahresschluß ­
  keinen  Saldo  auf,  da  der  Bestand  an  Versicherungsmarken  zu  Lasten
des  Kassa-Kontos  ausgebucht  wird  und  in  der  Bilanz  mit  dem  Barbestand
der  Kasse  zusammengefaßt  wird.

Die  Fabrikbilanz.
In  den  Büchern  der  Geschäftsbuchführung  stehen  nach  Ausführung
obiger  Abschlußbuchungen  sämtliche  in  die  Bilanz  einzusetzenden  Aktiva
und  Passiva  fest,  so  daß  die  Fabrikbilanz  auf  gestellt  werden  kann.
Als  Aktiva  treten  in  der  Bilanz  auf:
1.  Kassa-Konto  (Barbestand  der  Fabrikkasse);
2.  Betriebsinventarzugänge;
3.  Utensilienzugänge;
4.  Bestände  an  Materialien;
5.  Bestände  an  fertigen  und  halbfertigen  Fabrikaten;
6.  Konto-Korrent-Debitoren;
außerdem  eventuell  hinzugekommene  Werte  für  Neubauten,  Pferde  und
Wagen,  Patente  u.  dgl.,  falls  solche  von  der  Betriebsbuchführung  aufgegeben ­
  Avurden.
Als  Passiva  sind  einzusetzen:
1.  der  Saldo  des  Kontos  „Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.  Zentral-Konto“;
2.  die  Abschreibungen;
3.  die  Konto-Korrent-Kreditoren;
4.  der  Saldo  des  Gewinn-  und  Verlust-Kontos;
außerdem  eventuell  die  Buchwerte  für  ausrangierte  oder  verkaufte  Inventarien
  und  Utensilien,  falls  solche  von  der  Betriebsbuchführung  aufgegeben
wurden.
        <pb n="217" />
        188

Bilanz-Konto.

Aktiva  Bilanz-Konto

-

JL

•s.

Jl

.ft

I.

Grundstück-  und  Gebäude-Konto:

a)  Martinikenfelde,  Huttenstr.  17/20.

Buchwert  am  1.  Januar  1906

3  633  362

84

Zugang  in  1906

111  250

36

3  744  613

20

ab  1%  Abschreibung

37  446

15

3  707  167

05

b)  Dorotheenstr.  43/44.

Buchwert  am  1.  Januar  1906

949  326

70

Abgang  in  1906

18  052

70

931  274

—

ab  1%  Abschreibung

9  312

75

921  961

25

c)  Dorotheenstr.  45.

Buchwert  am  1.  Januar  1906

1  350146

95

80

ab  1%  Abschreibung

13  501

45

1  336  645

50

5  965  773

II.

Kassa-Konto:

Kassenbestand

48  867

84

III.

Wechsel-Konto:

Bestand  abzüglich  Diskont

27  946

06

IV.

Hypotliekcn-Dokumenten-Konto:

4%  Hypotheken-Forderung

225  000

"

V.

Effekten-  und  Beteiligungs-Konto:

a)  Staatsanleihen,  Bestand  und  Kautionen  .  .  .

13  522

90

b)  Diverse  Effekten  und  Beteiligungen  ....

12  215  206

88

12228  729

78

VI.

Betriebs-Inventarien-Konto:

1.  Betriebs-  und  Fäbrilcationsmaschinen  und  Diverse:

Bestand  am  1.  Januar  1906

1  343  736

80

Abgang  1906

13  035

21

1  330  701

59

Zugang  in  1906

720  076

09

2  050  777

68

ab  15%  Abschreibung

307  616

68

1  743  161

—

2.  Modelle:

Bestand  am  1.  Januar  1906

1

—

Zugang  in  1906

21  669

81

21  670

81

ab  Abschreibung

21  669

81

1

—

3.  Hilfs-  und  Schneidewerkzeuge:

Bestand  am  1.  Januar  1906

5  663

50

Zugang  in  1906

12  685

25

18  348

75

ab  50%  Abschreibung

9  174

40

9  174

35

4.  Fabrikationswerkzeuge,  Einspannvorrichtungen

und  Leeren:

Bestand  am  1.  Januar  1906

268  531

10

Abgang  in  1906

2  217

60

266  313  50

Zugang  in  1906

151  819|10

418  132

60

6 t

ab  50%  Abschreibung

209  066

30

209  066  30

1  961  402

Übertrag

20457  720

13
        <pb n="218" />
        Bilanz-Konto.

189

am  31.  Dezember  1906  Passiva

JL

•Sl

X

•£&amp;gt;&amp;gt;

I.

Aktien-Kapital-Ivonto:

Nom.  .

7  500  000

—

II.

Konto  der  4%  Anleihe  von  1895:

6  500  000

—

III.

Pfandbrief-Scliulden-Konto:

auf  Dorotheenstraße  43/44  lastende  4%  städtische  Pfandbriefe



240  000

—

abzüglich:

Pfandbrief-Reservefonds
10%  von  Jt  240  000,—  Ji  24  000  —
Pfandbrief-Amortisations-Bonds

46,522%  von  Ji  240  000,—  AL  111  652,99

135  652

99

104  347

01

IV.

Kranken-Unterstiitzungsfonds-Konto:

Bestand  des  Arbeiter-Unterstützungsfonds

24  733

75

V.

Ludwig  Loewe-Stiftungsfonds-Konto:

Vermögen  dieser  Beamten-  und  Arbeiter  -  Unterstiitzungskasse



388  122

65

VI.

Dividenden-Konto  pro  1905:

noch  nicht  abgehobene  Dividende  pro  1905

960

—

VII.

Akzept-Konto:

laufende  Akzepte  .  .

84116

15

VIII.

Konto-Korrent-Konto:

Kreditoren:

1.  Lohnrechnungen,  Rest  vom  Dezember  1906

32165

49

2.  Waren-  und  Materialien-Lieferanten

597  475

48

3.  Bankier-Kredite  .  .  .  ....

1  157  790

21

4.  Sonstige  Kreditoren

2  665  683

50

4  453  114

68

IX.

Reservefonds-Konto:

übernommen  von  1905

6  251  899

20

X.

Spezial-Reservefonds-Konto:

übernommen  von  1905

1  248  100

80

Übertrag

26555  394

24
        <pb n="219" />
        190

Das  Gewinn-  und  Verlust-Konto.

VII.

Utensilien-Konto:
Bestand  am  1.  Januar  1906  .  .  .
Abgang  in  1906

Übertrag

JL
64  526
492

A
60

JL

A

JL
20447  720

A
13

Zugang  in  1906

64  034
59  992

60
98

ab  50%  Abschreibung

124  027
62  013

58
78

62  013

80

VIII.

Fabrikate-Konto:
Vorrätige  Fabrikate  in  fertigem
fertigem  Zustande

und  un-3

  074  343

87

IX.

Materialien-Konto:
Bestand

469  327

26

X.

Pferde-  und  Wagen-Konto:
Bestand  am  1.  Januar  1906  .  .  .
Zugang  in  1906

1
2  705

—

ab  Abschreibung

2  706
2  705

—

1

—

XI.

Ludwig  Loewe-Stiftung,  Anlage-Konto:
Jl  282  500,—  D.  3£%  Reichsanl.\
M,  126,500—  D.  3%  Reichsanl./

386  949

50

XII.

Konto-Korrent-Konto:
Debitoren:
1.  Versicherungs-Gesellschaften  für  voraus  bezahlte ­
  Prämien
2.  Anzahlungen  auf  Fabrikneubauten
3.  Sonstige  Debitoren

27  065
531  716
2  920  454

62
11

3  479  235

73

27  929  591

29

Debet  Gewinn-  und  Verlust

M.

A

An  Anleilie-Zinsen-Konto,
gezahlte  und  zurückgestellte  Anleihezinsen

275  000

—

„  Pfandbrief-Zinsen-Konto,
gezahlte  Pfandbriefzinsen

3  912

01

„  Handlungs-Unkosten-Konto,
Saläre,  Steuern,  Drucksachen,  Porti  und  Diverse

432  857

89

„  Amortisations-Konto,
für  Abschreibungen

672  506

32

„  Bilanz-Konto,
Reingewinn  .

1  374  197

05

2  758  473

27
        <pb n="220" />
        Das  Gewinn-  und  Verlust-Konto’

191

■ft

s,

Jt

s,

Übertrag
Gewinn-  und  Verlust-Konto:

26  555  394

24

Vortrag  von  1905  ....  .  .

27  894

40

Reingewinn  pro  1906

1  346  302

r,r»

1  374197

05

Dieser  Gewinn  von

1  374  197

05

verteilt  sieb,  auf

Ludwig  Loewe-Stiftung:
Dotierung

50  000

Dividenden-Konto:

1  324  197

05

4%  Dividende  von  Ji  7  500  000,—  Aktienkapital  ....

300  000

—

Tantiemen-Konto:

1  024  197

05

Aufsichtsrats-Tantieme

59  778

15

Dividenden-Konto:

964  418

90

12%  Super-Dividende  .  .  .

900  000

—

Der  Rest  von

64  418

90

wird  auf  nächstes  Jahr  vorgetragen.

27  929  591

29

Konto  pro  1906.  Kredit
        <pb n="221" />
        192

Das  Gewinn-  und  Verlust-Konto.  Die  Statistik.

Das  Gewinn-  und  Verlust-Konto.
Als  Verlustposten  erscheinen  auf  der  Debetseite  die  Handlungsunkosten
und  eventuell  der  Saldo  des  Kontos  Zinsen.
Als  Gewinnposten  werden  die  Gewinne  lt.  der  Fabrikate-Konten  aufgeführt, ­
  außerdem  die  Betriebsüberschüsse  des  Chemischen  Laboratoriums
und  diverse  andere  in  der  Betriebsbuchführung  ermittelte,  bei  der  Abschlußbuchung ­
  erwähnte  Gewinnbeträge.  Die  Differenz  zwischen  den  Debetund
  Kreditbeträgen  stellt  den  Reingewinn  der  Fabrik  dar,  welcher  Betrag
gleich  ist  dem  Saldo  der  Fabrikbilanz.  Zwecks  Ausgleich  der  Konten
werden  die  Debetposten  der  Fabrikbilanz  dem  Zentral-Konto  ,,Ludw.
Loewe  &amp;amp;  Co.“  belastet  und  die  Kreditposten  demselben  kreditiert,  so  daß
sämtliche  Konten  des  Hauptbuches  ohne  Saldo  auf  gehen.  Die  Fabrikbilanz
wird  von  der  Zentralbuchhalterei  zur  Aufstellung  der  vorstehend  abgedruckten ­
  Geschäftsbilanz  benutzt.
Die  Buchungen  der  Fabrikbuchhalterei  beginnen  im  neuen  Geschäftsjahr ­
  mit  dem  Vortrag  des  Kassabestandes,  der  Bestände  an  Materialien
und  Fabrikaten,  der  Konto-Korrent-Debitoren  und  Kreditoren.  Die  Zugänge ­
  für  Inventarien  und  Utensilien  werden  der  Fabrikbuchhalterei  nicht
aufgegeben,  da  die  Konten  hierfür  in  der  Zentralbuchhalterei  geführt
werden.

Die  Statistik.
Um  den  in  der  Betriebs-  und  Geschäftsbuchführung  ermittelten  Ergebnisziffern ­
  eine  nachhaltige  Wirkung  zu  geben,  werden  sie  statistisch
zusammengestellt  und  der  Grund  etwaiger  Schwankungen  für  die  verschiedenen ­
  Zeitabschnitte  intensiv  untersucht.  In  dem  Bewußtsein,  daß  man
nur  an  Hand  einer  gut  durchdachten  Statistik  in  der  Lage  ist,  die  fortschreitende ­
  Entwicklung  der  einzelnen  Betriebe  zu  verfolgen  und  die
Organisation  in  gesunde  Bahnen  zu  lenken  und  hierin  zu  erhalten,  ist  die
Statistik  weit  ausgebaut  worden.  Es  würde  zu  weit  führen,  das  gesamte
statistische  Material  in  seinen  Einzelheiten  zu  spezifizieren  und  darzulegen;
auch  dürfte  dies  nicht  im  allgemeinen  Interesse  liegen.  Deshalb  will  ich
mich  darauf  beschränken,  die  Statistik  nur  in  ihren  Grundzügen  anzuführen. ­

Die  Zentrale  für  die  statistischen  Arbeiten  ist  die  Betriebsbuchhalterei,
welche  die  Unterlagen  teils  aus  der  Buchführung  entnimmt,  teils  von  den
Lohnbureaus  zugestellt  erhält.  Die  statistischen  Aufstellungen  unterscheiden ­
  sich  in
A)  tägliche;
B)  wöchentliche;
C)  monatliche;
D)  jährliche.
        <pb n="222" />
        Die  Statistik.

193

A)  Tägliche  Statistik.
Die  Statistik  bezieht  sich  auf
1.  Eingang  von  Aufträgen,  getrennt  nach  Absatz-  resp.  Vertretergebieten ­
  und  außerdem  nach  Fabrikaten  der  einzelnen  Fabrikationsabteilungen ­
  ;
2.  Ausgeschriebene  Fakturen;
3.  Die  Zahl  der  in  jeder  Abteilung  beschäftigten  Arbeiter.
4.  Ausbringung  der  Maschinenbauabteilungen  und  der  Gießerei
nach  Gewichtsmengen.
B)  Wöchentliche  Statistik.
5.  Gezahlte  Löhne,  getrennt  nach  Abteilungen;
6.  Konto-Korrent-Debitoren  (Vermehrung  oder  Verminderung  der
Forderungen);
7.  Saldo  des  Kontos  der  Zentralbuchhalterei  (Gegenüberstellung  der
für  die  Fabrik  gezahlten  Beträge  und  der  von  der  Kundschaft  eingegangenen
Zahlungen).
C)  Monatliche  Statistik.
8.  Summe  der  monatlichen  Löhne/getrennt  nach  Abteilungen;
9.  Durchschnittsverdienst  der  Arbeiter  pro  Stunde,  nach  Professionen
und  Abteilungen  getrennt;
10.  Beamtenzahl  und  Summe  der  gezahlten  Saläre,  getrennt  nach  Abteilungen ­
  ;
11.  Gegenüberstellung  von  Löhnen  und  Sälaren  und  Ermittelung  des
Prozentsatzes  der  Saläre  von  den  Löhnen;
12.  Wert  der  eingegangenen  Aufträge  für  die  einzelnen  Fabrikate
und  Absatzgebiete;
13.  Effektuierte  Aufträge  nach  derselben  Scheidung;
14.  Verbleibender  Auftragsbestand;
15.  Ausbringung  der  einzelnen  Fabrikationsabteilungen,  ausgedrückt
in  Nettoverkaufswerten;
16.  Wert  der  in  die  Werkstätten  gegebenen  Aufträge  und  verbleibender
Auftragsbestand;
17.  Gegenüberstellung  der  Ausbringung  und  Löhne  der  einzelnen
Fabrikationsabteilungen;
18.  Ausbringung,  berechnet  für  jede  Fabrikationsabteilung  aüf  einen
Arbeiter  und  eine  Betriebsstunde;
19.  Lagerbestand  an  Materiahen  und  Fabrikaten  lt.  Konten  der  Betriebsbuchführung ­
  ;
20.  Verbrauch  von  Rohmaterialien;
21.  Stromabgabe  der  Kraftzentrale  für  die  einzelnen  Abteilungen;
22.  Konto-Korrent-Debitoren  und  Kreditoren;
23.  Verhältnis  der  Debitoren  zum  durchschnittlichen  monatlichen
Umsatz;

Lilienthal,  Fabrikorganisation.

13
        <pb n="223" />
        194

Die  Statistik.

24.  Handlungsunkosten,  deren  Verhältnis  zu  den  Aufträgen  und  zum
Fakturenwert;
25.  Rentabilität  der  Verkaufsstellen;
26.  Provisionen  der  selbständigen  Agenten  und  Verhältnis  zum
Umsatz;
27.  Betriebsunkosten  jeder  Abteilung  getrennt  nach  Konten  (vgl.
Form.  53);
28.  Zusammenstellung  der  Neuanschaffungen,  getrennt  nach  Abteilungen. ­

D)  Jährliche  Statistik.
29.  Zusammenstellung  der  monatlichen  Zahlen  vorstehender  Statistik
zwecks  Ermittelung  der  Jahresbeträge  und  Gegenüberstellung  derselben
zwecks  Beurteilung  des  Ergebnisses  gegen  die  Vorjahre;
30.  Amortisation,  getrennt  nach  Klassen  der  Inventarien  und  nach
Fabrikationsabteilungen;
31.  Bestände  an  Materiahen  und  Fabrikaten  lt.  Inventur,  getrennt
nach  Lagern  und  Abteilungen;
32.  Jährliche  Betriebsunkosten  aller  Abteilungen;
33.  Unterhaltungskosten  und  Leistungen  des  Chemischen  Laboratoriums ­
  ;
34.  Unterhaltungskosten,  Stromabgabe  und  diverse  Leistungen  der
Kraftzentrale,  Kosten  pro  Kilowattstunde;
35.  Stückzahl  der  umgesetzten  Maschinen-  und  Werkzeugtypen;
36.  Gewinn  an  den  einzelnen  Fabrikaten  lt.  Gewinn-  und  Verlust-Konto
  und  Prozentsatz  des  Gewinnes  vom  Umsatz.
        <pb n="224" />
        Form.  134.  Orig.-Größe  160  X  100  mm.

13*

Anhang.

Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.
Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter  geschieht  durch  die
Meister.
In  der  Regel  benachrichtigen  diese  den  Portier,  wenn  Neueinstellungen
erfolgen  sollen,  worauf  der  Portier  die  Arbeitsuchenden  an  den  betreffenden
Meister  verweist,  oder  die  Arbeitsnachweisstelle  des  Verbandes  Berliner
Metallindustrieller  wird  um  Zuweisung  von  Arbeitern  ersucht.  Der  Meister
läßt  den  einzustellenden  Arbeiter  folgenden  Revers  (Form.  124)  unterschreiben, ­
  welchen  dieser  im  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten  abzugeben ­
  hat.
Jeder  Arbeiter  ist  verpflichtet,  der  Betriebskrankenkasse  der  Firma
beizutreten,  sofern  er  nicht  nachweist,  daß  er  Mitglied  einer  anderen
Krankenkasse  ist,  welche  den  gesetzlichen  Bestimmungen  entspricht.  Vor
Aufnahme  in  die  Krankenkasse  wird  jeder  Arbeiter  ärztlich  untersucht.
Hat  der  Arzt  gegen  die  Einstellung  nichts  einzuwenden,  so  begibt  sich  der
Arbeiter  in  das  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten,  wo  er  den  vom  Arzt
erhaltenen  Schein  und  seine  Quittungskarte  für  Invaliditäts-  und  Altersversicherungmarken ­
  abgibt.  Alsdann  wird  sein  Vor-  und  Zuname,  Ort
und  Datum  seiner  Geburt,  Stand,  Tag  des  Eintritts,  Wohnung  und  der
Inhalt  der  Quittungskarten  (Zahl  der  Marken  unter  Nennung  der  Klasse)
in  ein  Aufnahmebuch  eingetragen  (Form.  125).  Durch  eigenhändige  Ein-LUDW.

  LOEWE  &amp;amp;  Co.,  Actiengesellscliaft
BERLIN  NW.,  Huttenstr.  17/20.

Der
bewirbt  sich  um  Einstellung  und  stellt  sich  zur  ärztlichen  Untersuchung.  Derselbe
erkennt  an,  gegen  die  Firma  keinerlei  Anspruch  auf  Lohn  oder  sonstige  Vergütung
zu  haben,  falls  er  aus  irgendwelchem  Grunde  nicht  eingestellt  werden  sollte,  oder
falls  die  Beschaffung  der  für  eine  eventuelle  Einstellung  erforderlichen  Papiere  mit
Zeitverlust  verbunden  ist,  oder  falls  die  Aufnahme  der  Arbeit  nicht  sofort  nach
seiner  Einstellung  erfolgen  kann.
BERLIN,  den
Gelesen  und  anerkannt:  Meister:
        <pb n="225" />
        196

Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

Lfd.
Nummer

N  ame

Geburts

Stand

Tag
des  Eintritts

Zu-Vor-





Monat

Jahr

Ort

26  134

Fiebig

Karl

5.

10.

1869

Rothfließ

Dreher

5.  April  1907

26  135

Knopf

Heinrich

28.

8.

1875

Berlin

Former

5.  April  1907

26  136

Jerichs

Waldemar

1.

3.

1880

Bromberg

Schlosser

6.  April  1907

tragung  seines  Namens  in  dieses  Buch  bescheinigt  der  Arbeiter,  wie  der
Vordruck  auf  dem  Formular  127  zeigt:
1.  daß  er  ein  Formular  der  Arbeitsordnung,  ein  Statut  der  Fabrikkrankenkasse ­
  und  einen  Abdruck  der  Unfallverhütungsvorschriften
erhalten  hat  (diese  Schriftstücke  werden  dem  Arbeiter  vorher  eingehändigt) ­
  ;
2.  daß  er  die  Arbeitsordnung  gelesen  hat  und  dieselbe  anerkennt;
3.  daß  die  Zahl  der  Invaliditäts-  und  Altersversicherungsmarken  richtig
eingetragen  ist.
Jeder  Arbeiter  erhält  im  Aufnahmebuch  eine  fortlaufende  Nummer,
welche  auf  allen  Formularen,  die  für  die  Anmeldung,  Annahme  und  Abmeldung ­
  gebraucht  werden,  vermerkt  wird  (Nat.-Nr.).  Nach  Eintragung
des  Arbeiters  in  das  Aufnahmebuch  wird  im  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten ­
  der  Aufnahmeschein  (Form.  126)  ausgefüllt,  mit  welchem  sich  der
Arbeiter  zu  seinem  Meister  begibt  und  auf  Grund  dessen  die  Einstellung
erfolgen  kann.
Jeder  Meister  hat  morgens  sowohl  wie  nachmittags  dem  Bureau  für
Arbeiterangelegenheiten  eine  Präsenzliste  (Form.  127)  zuzustellen,  mit
welcher  er  den  Bestand,  sowie  den  Zugang  und  Abgang  der  Arbeiter
meldet.  Diese  Präsenzliste  passiert  zunächst  das  betreffende  Lohnbureau,
welches  eventuelle  Veränderungen,  sowie  die  als  abwesend  gemeldeten
Arbeiter  in  ein  Tagebuch  notiert.  Bei  Einstellung  von  Arbeitern  ist  der
Aufnahmeschein  (Form.  126)  mit  der  Präsenzliste  mitzugeben.  Im  Lohnbureau ­
  wird  alsdann  auf  Grund  des  Aufnahmescheines  die  Karte  lt.
Formular  128  ausgefüllt,  welche  im  Lohnbureau  verbleibt  und  in  einer
Kartothek  auf  bewahrt  wird.  Die  Präsenzliste  und  der  Aufnahmeschein
werden  dem  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten  zugestellt,  welches  auf
Grund  der  Präsenzliste  eine  tägliche  Statistik  anfertigt,  während  der  Aufnahmeschein ­
  in  einer  Mappe  abgelegt  wird.
Im  Arbeiterbureau  wird  für  jeden  Arbeiter  eine  Kontrollkarte  lt.
Formular  129  ausgestellt,  welche  in  einer  Kartothek  aufbewahrt  wird.
        <pb n="226" />
        Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

197

Form.  136.  Orig.-Größe  130X210  mm.

Inhalt  der  abgegebenen
J.-  und  A.-V.-Karte

Krankenkassenstatut
und  Unf  all-Verhütungs  vor  Schriften  erhalten;

Wohnung

Karte
Nr.

.
Anzahl
der
Marken

Klasse

Summa
der
Marken

Arbeitsordnung  gelesen,  erhalten  und  durch
eigenhändige  Unterschrift  anerkannt,  ebenso
die  Richtigkeit  der  vorstehenden  Rubrik.

Charlottenburg,  Krummestr.  19IV

5

4
25

in
IV

29

Fiebig

Berlin,  Thurmstr.  22II

7

20

V

20

Knopf

Berlin,  Rostockerstr.  75III

2

12
8

IV
V

20

Jerichs

Form.  135.  Orig.-Größc  260  X  420.

Beim  Abgang  des  Arbeiters  wird  die  Karte  ans  dieser  Kartothek  heraus  -
genommen  und  in  eine  andere  Kartothek  für  entlassene  Arbeiter  gelegt,
nachdem  Datum  und  Grund  der  Entlassung  auf  der  Rückseite  notiert  sind.

Nat.  Nr.  26134
Nr.  der  Abt.  II.  Maschb.  —  Homann
Familienname  Fiebig
Rufname  Karl
(  Tag  5.  Oktober
Geburt-  j  Jahr  1869
1  Ort  Rothfließ
Familienstand  verheiratet
Stand  Dreher
Beschäftigt  als  Dreher
Datum  des  Eintritts  5.  April  1907
'  Straße  Krummestr.
Haus-Nr.  19
Wohnung  4  Treppen
f  vorn  f  rechts
1  Hof  (links  S eradezu
bei

Gehört  zur  Krankenkasse  L.  L.  &amp;lt;Ss  Go.

Nr.  des  Mitgliedbuches
Bei  der  Firma  zuerst  beschäftigt  im  Jahre
Ärztlich  untersucht  am  5./4.  190  7
p.  F.  ist  für  diese  Woche  bez.  J.  A.  V.  nicht  zu  versichern.
B.,  den  5.  April  190  7
Unterschrift
        <pb n="227" />
        LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
BERLIN.

Präsenzliste.
Bestand  bei  letzter  Meldung  45
heute  Nach  mittag  Zugang  1
46
heute  Nach  mittag  Abgang  —
1t.  Rückseite  Total  46
Davon  sind  anwesend  44
mit  Entschuldigung  abwesend  2
ohne  Entschuldigung  abwesend  —
Total  wie  oben  46
Mit  Entschuldigung:  Grund:  ohne  Entschuldigung  fehlen:
Brauer  krank
Neumann  beurlaubt
BERLIN,  den  5.14.  190  7  (Unterschrift)
Nach  mittags  Homann
Wenden  I

Form.  137.  Vorderseite.  Orig.-Größe  150  X  220  mm.

Zugang

Nationale  Nr.

Name

von  Abteilung

26134

Fiebig

Abgang

Nationale  Nr.

Marken
Nr.

Name

nach  Abteilung

Form.  137.  Rückseite.

198  Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.
        <pb n="228" />
        Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

199

Form.  130.  Orig.-Größe  220  X  160  mm.

Nat.  Nr.

Zuname

Vorname

Beruf

26134  '  Fiebig

Karl

Dreher

geb.  den

5.  Oktober  1869  zu  Rothfließ

Wohnung:

Charlottenburg,  Krummestr.  19  4  Tr.

Eintritt

Abteilung

Austritt

Grund  des  Austritts

5.14.  1907

Homann

Notizen

Form.  138.  Orig.-Größe  150X100  mm.

Familienname:  Fiebig  Vorname:  Karl  Geburtstag:  o.  Oktober  1869
Geburtsort:  Rothfließ  Kreis  Braunsberg
Beruf:  Dreher  Familienstand:  verheiratet

Nat.
Nr.

Abteilung

Datum  des
Ein-  resp.
Übertritts  Austnttä

Abgemeldet ­

am

Beschäftigt ­
  als

Dauer  der
Beschäftigung
Jahre[Mon.  Tage

Wohnung

26134

Homann

5.14.  07

Dreher

1

Krummestr.  19IV

Form.  139.  Orig.-Größe  220X160  mm.

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Abmeldeschein

für  das  Arbeiterbureau.

über  den  bei  der  Abt.

Häusler  als  Fräser  beschäftigten

(Vorname)  Wilhelm

(Zuname)  Kuntze  Nat.  Nr.  19894

An  Beiträgen  für  die  Invaliden-  und  Altersversicherung  sind  zu  leisten:
für  die  1.  Woche  18  Pfg.
„  „  2.  „  18  Pfg.

Monat  A-pril  07

„  „  3.  „  18  Pfg.
„  „  4.  „  18  Pfg.
„  „  5.  „  —  Pfg.

Monat  Mai  07

„  „  1.  „  18  Pfg.
/Stempel  und\

BERLIN,  den  4.  Mai  1907.

V  Unterschrift)
        <pb n="229" />
        200

Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

Form.  133.  Orig.-Größe  220X160  mm.

Wird  ein  Arbeiter  später  wieder  eingestellt,  so  wird  für  ihn  die  bei  der
ersten  Einstellung  ausgefüllte  Karte  wieder  benutzt.  Der  Beamte  im  Bureau
für  Arbeiterangelegenheiten  hat  daher  vor  jeder  Einstellung  zu  untersuchen, ­
  ob  der  betreffende  Arbeiter  bereits  einmal  bei  der  Firma  beschäftigt
war  und  ob  auf  dessen  Karte  eventuell  Notizen  über  tadelhafte  Führung

Arbeitszeugnis.

Wilhelm  Kuntze
geboren  am  25.  Juli  1874  zu  Berlin
ist  seit  dem  10.  November  1901  bis  zum  4.  Mai  190  7
bei  uns  als  Fräser  beschäftigt  gewesen  und  war  während  dieser  Zeit  versicherungspflichtiges ­
  Mitglied  unserer  Fabrikkrankenkasse,
p.  Kuntze  erhielt  beim  Abgänge
seine  J.-A.-V.-Karte  Nr.  12  Vers.-Anst.  Brandenburg
mit  einem  Inhalte  von  13  Wochenbeiträgen:

Klasse:  I.
Wochen:  —
Die  Richtigkeit  bescheinigt
BERLIN,  den  4.  Mai  190  7
Huttenstraße  17)20.

II.

III.  IV.

V.
13

Sa.
13

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.

Unterschrift.

Form.  131.  Orig.-Größe  220X  160  mm.

Dem

Berlin

gebürtig  aus
Zeugnis  aus:
Fleiß:  gut
Leistung:  befriedigend
Pünktlichkeit:  gut
Betragen:  ohne  Tadel

BERLIN  NW.,  den  4.  Mai  1907
Huttenstr.  17)20.

Führiingszeu  gnis.
Fräser  Wilhelm  Kuntze
stellen  wir  hiermit  über  seine  Führung  folgendes

LUDW.  LOEWE  &amp;amp;  Co.
Actiengesellschaft.
        <pb n="230" />
        Arbeitsordnung.

201

u.  dgl.  gemacht  worden  sind,  auf  Grund  deren  eine  Wiedereinstellung  nicht
geboten  erscheint.
Die  Entlassung  von  Arbeitern  wird  dem  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten ­
  vom  betreffenden  Lohnbureau  mittels  des  Formulars  130  angezeigt, ­
  auf  Grund  dessen  dem  Arbeiter  die  Invaliditäts-  und  Altersversicherungskarte ­
  ausgehändigt  wird.  Damit  die  richtige  Anzahl  von  Marken
entwertet  wird,  gibt  das  Lohnbureau  die  Zahl  und  Klasse  der  Marken  für
die  Zeit  an,  für  welche  die  Lohnlisten  noch  nicht  im  Bureau  für  Arbeiterangelegenheiten ­
  sind.
Der  Abmeldeschein  wird  dem  Arbeiter  im  Lohnbureau  erst  dann  ausgestellt, ­
  wenn  derselbe  die  ihm  bei  Einstellung  übergebenen  Werkzeuge
abgeliefert  hat  und  wenn  die  Ausrechnung  seines  Restlohnes  erfolgt  ist.
Ohne  Abmeldeschein  darf  das  Bureau  für  Arheiterangelegenheiten  dem
Arbeiter  die  Papiere  nicht  aushändigen.
Jeder  Arbeiter  erhält  bei  seiner  Entlassung  ein  Arbeitszeugnis
(Form.  131)  und,  falls  er  es  wünscht,  ein  Führungszeugnis  (Form.  132).
Die  Kopien  dieser  Zeugnisse  werden  zusammen  mit  dem  Aufnahmeschein
(Form.  126)  in  alphabetischer  Reihenfolge  in  Mappen  aufbewahrt.
Arbeitsordnung.
1.  Annahme  der  Arbeiter.
§  1.
Bei  der  Aufnahme  in  die  Fabrik  hat  der  Arbeiter  seine  Legitimationspapiere
vorzulegen  und  diese  Arbeitsordnung  durch  eigenhändige  Eintragung  seines  Namens
in  das  dafür  bestimmte  Buch,  welchem  die  Arbeitsordnung  vorgeheftet  ist,  anzuerkennen. ­

Jeder  Arbeiter  empfängt  bei  seiner  Aufnahme  in  die  Fabrik  einen  Abdruck  der
Arbeitsordnung.
Die  Annahme  und  Entlassung  der  Arbeiter  geschieht  durch  den  betreffenden
Meister,  welcher  als  direkter  Vorgesetzter  gilt  und  dessen  Anordnungen  Folge  zu
leisten  ist.
§  2.
Jeder  Arbeiter  ist  verpflichtet,  der  bestehenden  Betriebskrankenkasse  der  Firma
beizutreten,  sofern  er  nicht  nachweist,  daß  er  bereits  Mitglied  einer  anderen  Krankenkasse ­
  ist,  welche  den  gesetzlichen  Bestimmungen  entspricht.
2.  Auflösung  des  Arbeitsverhältnisses.
§  3.
Das  Arbeitsverhältnis  kann  von  beiden  Teilen  zu  jeder  Zeit  ohne  Innehaltung
einer  Kündigungsfrist  gelöst  werden.  Dies  gilt  auch  für  die  im  Akkordlohn  stehenden
Arbeiter.
Über  die  Abrechnung  vgl.  §  14.
Für  Kranführer  und  die  Hilfsarbeiter  in  der  Gießerei  kann  das  Arbeitsverhältnis
nur  mit  Schluß  der  täglichen  Arbeitszeit  gelöst  werden.
3.  Arbeitszeit.
§  4.
Die  regelmäßige  tägliche  Arbeitszeit  beginnt  des  Morgens  um  7  Uhr  und  endet
des  Abends  um  5  ‘/ 4  Uhr.
        <pb n="231" />
        202

Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

Während  dieser  Zeit  findet  eine  Arbeitspause  von  ll 3 / 4  bis  1  Uhr  statt.
Sonnabends  endet  die  Arbeitszeit  nachmittags  um  4  Uhr.
In  der  Gießerei  kann  Sonnabends  die  Mittagspause  verkürzt  werden  für  einzelne
Abteilungen,  wenn  dies  notwendig  ist,  um  die  Arbeitszeit  um  4  Uhr  beenden  zu
können.
Für  Arbeiter,  die  während  der  Mittagspause  arbeiten,  verkürzt  sich  deren  Arbeitszeit ­
  dementsprechend.
§  5.
Eine  etwa  notwendig  werdende  Verschiebung,  Verlängerung  oder  Verkürzung
der  Arbeitszeit  für  den  ganzen  Betrieb,  für  Teile  desselben  oder  für  einzelne  Arbeiter
wird  den  betreffenden  Arbeitern  durch  Aushang  oder  mündlich  von  ihren  Meistern
besonders  mitgeteilt  und  ist  diese  veränderte  Arbeitszeit  ebenfalls  einzuhalten.  Für
die  verkürzte  Arbeitszeit  können  keinerlei  Ansprüche  auf  Lohnentschädigung  erhoben
werden.
§  6.
Die  Arbeiter  sind  außerdem  verpflichtet,  an  Sonn-  und  Festtagen  in  den  gesetzlich ­
  zulässigen  Fällen  zu  arbeiten.
Als  Festtage  gelten:
Der  Neujahrs  tag,  der  Oster-  und  Pfingstmontag,  der  erste  und  zweite  Weihnachtsfeiertag, ­
  der  Karfreitag,  der  Himmelfahrtstag  und  der  Buß-  und  Bettag.
§  7.
Falls  infolge  von  Betriebsstörungen  oder  aus  anderen  Gründen  für  einzelne
oder  mehrere  Arbeiter  augenblicklich  Arbeit  nicht  vorhanden  ist,  können  diese
Arbeiter  mit  ihrer  Zustimmung  vorübergehend  -—  an  Stelle  der  Entlassung  —  außer
Arbeit  gesetzt  werden  (das  sogenannte  Aussetzen  oder  Feiern),  damit  dieselben  ihrer
Ansprüche  an  die  verschiedenen  Kassen  nicht  verlustig  gehen.  Solche  zeitweise  außer
Arbeit  gesetzte  Arbeiter  haben  keinerlei  Ansprüche  auf  Lohnentschädigung  für  die
beschäftigungslose  Zeit,  auch  wenn  nach  Ablauf  derselben  eine  Wiedereinstellung
nicht  stattfinden  sollte.
Der  Arbeiter  kann  keinen  Lohn  für  solche  Zeiten  beanspruchen,  in  denen  er
durch  einen  in  seiner  Person  liegenden  Grund  an  der  Arbeit  verhindert  worden  ist,
auch  wenn  die  Versäumnis  entschuldbar  und  nicht  von  erheblicher  Dauer  ist.
§  8.
Maßgebend  für  Beginn  und  Ende  der  Arbeitszeit  ist  die  Fabrikuhr.
Jeder  Arbeiter  hat  rechtzeitig  an  seiner  Arbeitsstelle  zu  erscheinen;  er  darf  mit
der  Arbeit  nicht  früher  aufhören,  als  bis  das  Zeichen  dazu  gegeben  ist.
Der  Aufenthalt  in  den  Arbeitsräumen  außerhalb  der  Arbeitszeit  ist  nur  mit
Erlaubnis  gestattet.
§  ».
Wer  durch  Krankheit  oder  aus  einem  sonstigen  Grunde  verhindert  ist,  zur
Arbeit  zu  kommen,  hat  seinem  Meister  hiervon  spätestens  bis  zum  Mittage  des  auf
den  Beginn  der  Versäumnis  folgenden  Tages  Anzeige  zu  machen.
§  10.
Der  Ein-  und  Ausgang  zu  und  aus  den  Arbeitsräumen  erfolgt  durch  die  Wasehund
  Ankleideräume.  Beim  Betreten  und  Verlassen  der  Arbeitsräume  hat  jeder  Arbeiter ­
  seine  Kontrollkarte  in  dem  Kontrollapparat  seiner  Werkstatt  persönlich
abzustempeln.  Letzteres  hat  er  auch  zu  tun,  so  oft  er  sonst  ohne  dienstlichen  Grund
aus  der  Werkstätte  geht,  um  das  Fabrikgrundstück  zu  verlassen.
Wer  während  der  Arbeitszeit  oder  vor  deren  Schluß  das  Fabrikgrundstück
verlassen  muß,  hat  dies  seinem  Meister  anzuzeigen  und  erhält  von  diesem  einen
Passierschein,  der  dem  Portier  bei  Verlassen  des  Fabrikgrundstückes  abzugeben  ist.
        <pb n="232" />
        Arbeitsordnung.

203

4.  Lohnberechnung  und  Lohnzahlung.
§  11.
Der  Lohn  wird  entweder  nach  einem  vorher  vereinbarten  Stundenlohnsatz  oder
nach  einem  jedesmal  vor  Beginn  der  betreffenden  Arbeit  festgesetzten  Akkordpreis
bezahlt.
§  12.
Die  Abrechnungsperiode  für  den  Stundenlohn  schließt  Sonnabend  abend;
die  Auszahlung  erfolgt  an  dem  darauffolgenden  Freitag.
Fällt  der  Freitag  auf  einen  Feiertag,  so  findet  die  Auszahlung  am  darauffolgenden
Wochentage  statt.
§  13.
Die  fertigen  Akkordarbeiten  werden  einmal  monatlich  abgerechnet,
Wöchentlich  erfolgen  Vorschußzahlungen,  abgerundet  nach  unten  auf  M.  5.—
und  Ji  10.—  und  zwar:
soweit  Akkordarbeiten  fertig  sind,  entsprechend  den  bis  zum  vorhergehenden ­
  Sonnabend  verdienten  Beträgen;
soweit  Akkorde  noch  nicht  fertig  sind,  im  Verhältnis  des  hierfür  für  jeden
Arbeiter  festgesetzten  Stundenlohnsatzes  und  der  Stundenzahl;
für  die  Former  entsprechend  den  bis  zum  vorhergehenden  Freitag  gegossenen
und  von  der  Putzerei  bis  Montag  abend  an  die  Gußexpedition  abgelieferten
Stücken.
Alle  Zahlungen  gelten  als  Vorschußzahlungen  auf  vollendete  oder  angefangene
Akkorde,  bis  feststeht,  ob  die  im  Akkord  gemachten  Stücke  fehlerfrei  sind.
Akkordarbeiter  können  Lohnansprüche  aus  Akkorden  nicht  mehr  geltend  machen,
wenn  seit  Gutbefund  der  Akkordarbeit  mehr  als  ein  Monat  verflossen  ist.  Diese  Frist
wird  zugunsten  von  Akkordarbeitern,  welche  in  einem  gemeinschaftlichen  Akkordverhältnis ­
  (Kolonnenakkord)  gestanden  haben,  aber  vor  Abrechnung  des  Kolonnenakkordes ­
  aus  der  Fabrik  ausgeschieden  sind,  auf  drei  Monate  verlängert.  Derartige
Lohnreste  verfallen  nach  drei  Monaten  zugunsten  der  übrigen  Kolonnenarbeiter.
§  14.
Führt  ein  Arbeiter  eine  zu  einem  bestimmten  Preise  übernommene  Akkordarbeit
nicht  zu  Ende,  so  ist  zu  unterscheiden,  ob  der  Grund  hierfür  hegt:
a)  an  der  Anordnung  der  Fabrikleitung,  daß  diese  Arbeit  vorläufig  nicht  zu  Ende
geführt  werden  soll,
oder  an  einer  Entlassung  des  Arbeiters  (§  3),  welche  sich  nicht  auf  einen
gesetzlichen  Grund  stützt  (Gewerbeordnung  §  123),
oder  daran,  daß  der  Arbeiter  seiner  Militärpflicht  genügen  muß;
b)  oder  daran,  daß  der  Arbeiter  die  Arbeit  aus  einem  sonstigen  Grunde  nicht  zu
Ende  führen  kann,
oder  daß  er  die  Arbeit  nicht  zu  Ende  führen  will,
oder  daß  er  aus  einem  gesetzlichen  Grunde  entlassen  wird.  (Gewerbeordnung ­
  §  123.)
Liegt  einer  der  Fälle  a  vor,  so  wird  die  Arbeit  bezahlt  nach  der  Zahl  der  darauf
verwendeten  Stunden  und  nach  dem  Lohnsatz,  welcher  bei  Bemessung  der  Vorschußzahlung ­
  für  den  Arbeiter  vorgesehen  ist.
Liegt  einer  der  Fälle  b  vor,  so  wird  die  geleistete  Arbeit  von  dem  Meister  des
Arbeiters  nach  dem  Werte  geschätzt,  welchen  die  Arbeit  für  die  Firma  hat  unter
Berücksichtigung  der  Kosten,  welche  voraussichtlich  aufzuwenden  sind,  um  die
Arbeit  durch  einen  anderen  Arbeiter  zu  Ende  führen  zu  lassen.
Stand  der  Arbeiter  mit  anderen  Leuten  in  ein  und  demselben  Akkordverhältnis
(Kolonnenakkord),  so  erhält  er  in  den  beiden  letzten  Fällen  sub  a  außerdem  seinen
Anteil  an  dem  Überschüsse,  welcher  sich  bei  Abrechnung  des  Kolonnenakkordes
ergibt.
        <pb n="233" />
        204

Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

§  15.
Wer  im  Akkordverhältnis  gestanden  hat,  tritt  ohne  ausdrückliche  Erklärung
seines  Meisters  nicht  in  Stundenlohnverhältnis.
§  16.
An  den  Lohntagen  werden  nur  die  Markbeträge  ausgezahlt;  die  Pfennigbeträge
dagegen  dem  nächsten  Verdienst  hinzugerechnet.
§  17.
Vom  Lohn  werden  in  Abzug  gebracht:  die  gesetzlichen  Versicherungsbeiträge,
Auslagen  für  Werkzeuge  und  Lebensmittel,  Schadenersatzleistungen  und  Strafgelder.
§  18.
Einwendungen  gegen  die  Lohnberechnung  sind  spätestens  am  Tage  nach  deren
Mitteilung  mittags  12  Uhr  bei  dem  betreffenden  Lohnbeamten  zu  erheben,  wenn  sie
noch  bei  der  nächsten  Lohnzahlung  berücksichtigt  werden  sollen.
Von  der  Richtigkeit  des  ihm  übergebenen  Geldbetrages  hat  sich  jeder  bei  Empfang ­
  zu  überzeugen.  Spätere  Beanstandungen  eines  Fehlbetrages  werden  nicht  mehr
berücksichtigt.
§  19.
Abgegangene  Arbeiter  haben  die  Auszahlung  ihres  Lohnes  erst  bei  dem  nächsten
Lohnzahlungstermin  zu  beanspruchen  und  zwar  nur  an  der  Fabrikkasse.
Sie  haben  erst  Anspruch  auf  Auszahlung  des  verdienten  Akkordlohnes,  wenn
die  ordnungsmäßige  Revision  ergeben  hat,  daß  die  Akkordarbeit  abgeliefert  und
fehlerfrei  ist.

5.  Verhalten  bei  Ausführung  der  Arbeit.
§  20.
Jeder  Arbeiter  ist  verpflichtet,  seinen  Vorgesetzten  in  bezug  auf  die  Arbeit  und
alle  Einrichtungen  der  Fabrik  Gehorsam  zu  leisten,  und  die  ihm  zugewiesenen  Arbeiten
und  Aufträge  gewissenhaft  auszuführen.
§  21.
Erkennbare  Fehler,  die  sich  im  Material  oder  in  der  vorherigen
Bearbeitung  zeigen  sollten,  hat  der  Arbeiter  dem  Meister  anzuzeigen,
ehe  er  an  dem  betreffenden  Stück  fortarbeitet.  Wer  dies  unterläßt,  hat
keinen  Anspruch  auf  Lohn  für  seine  Arbeit  an  dem  fehlerhaften  Stück.
Wer  ein  ihm  anvertrautes  Stück  verdirbt,  auch  anders  als  ihm
angegeben  oder  sonst  fehlerhaft  bearbeitet,  erhält  dafür  keinen  Lohn
und  hat  außerdem  den  Wert  des  Stückes  zu  ersetzen.  Auf  die  imbrauchbar
gewordenen  Stücke  hat  der  Arbeiter  keinen  Anspruch.
Wer  Stücke,  die  er  selbst  als  Ausschuß  erkennt,  oder  die  von  der  Kundschaft
oder  von  unseren  eigenen  Werkstätten  als  Ausschuß  bezeichnet  sind,  zerstört,  beiseite
schafft  oder  unkenntlich  macht  oder  veranlaßt,  daß  dies  geschieht,  verzichtet  auf  den
Nachweis,  daß  er  für  den  Ausschuß  verantwortlich  ist.
§  22.
Der  Arbeiter  erhält  Lohn  nur  für  Arbeiten,  welche  dem  Meister  abgeliefert  und
von  ihm  oder  dem  Revisor  als  richtig  abgenommen  sind.
§  23.
Materialien  und  Werkzeuge  dürfen,  auch  wenn  sie  den  Arbeitern  gehören,  ohne
Erlaubnisschein  nicht  aus  der  Fabrik  entfernt  werden.
Jeder  Arbeiter  kann  beim  Eintritt  in  die  Fabrik  oder  beim  Verlassen  derselben
angehalten  werden,  um  sich  wegen  etwa  unrechtmäßig  mit  sich  geführter  Gegenstände
auszuweisen.
        <pb n="234" />
        Arbeitsordnung.

205

§  24.
Bei  seinem  Abgänge  hat  der  Arbeiter  das  ihm  übergebene  Werkzeug  abzuliefern, ­
  bzw.  jedes  etwa  fehlende  Stück  zu  ersetzen.
§  25.
Ein  jeder  hat  darauf  zu  achten,  daß  der  ihm  zugeteilte  Werkzeugkasten  in
gutem  Zustande  und  Verschluß  erhalten  bleibt.
Das  Ver-  und  Erborgen  von  Werkzeugen,  sowie  das  öffnen  fremder  Werkzeugkasten ­
  ist  streng  verboten.
Allgemeine  Werkzeuge,  welche  den  einzelnen  Arbeitern  nicht  zugeteilt  werden
können,  sind  vom  Meister  zu  fordern  und  nach  Gebrauch  an  denselben  zurückzugeben.
Ohne  weitere  Meldung  dürfen  derartige  Werkzeuge  nicht  an  einen  anderen  Arbeiter
überlassen  werden.
§  26.
Kauft  ein  Arbeiter  Werkzeug  von  der  Firma,  so  geht  es  in  sein  Eigentum  erst
nach  völliger  Zahlung  über.
§  27.
Jeder  Arbeiter  haftet  für  die  gute  Erhaltung  der  ihm  zur  Führung  resp.  Benutzung ­
  übergebenen  Maschinen,  Modelle  und  Werkzeuge.
Veränderungen  oder  Reparaturen  an  den  anvertrauten  Maschinen  und  Werkzeugen ­
  dürfen  nicht  eigenmächtig  vorgenommen  werden.
Es  ist  den  Arbeitern  verboten,  ohne  ausdrückliche  Genehmigung  der  Vorgesetzten ­
  andere  Maschinen  als  diejenigen  zu  benutzen,  welche  ihnen  zur  speziellen  Bedienung ­
  überwiesen  sind.
Ein  jeder  ist  für  die  allabendliche  Aufräumung  seines  Platzes  und  Reinigung
der  ihm  übergebenen  Maschinen  und  Werkzeuge  verantwortlich.  An  jedem  Wochenschlußtage ­
  hat  eine  gründliche  Reinigung  stattzufinden.
Auf  Anordnung  des  Meisters  hat  der  Arbeiter  auch  Maschinen  zu  reinigen,  an
denen  er  nicht  gearbeitet  hat.
§  28.
Das  Fortwerfen  von  Speiseresten,  Papier  usw.  in  die  Säle  ist  verboten.
§  29.
Mitnahme  oder  Abzeichnung  von  Maschinen,  Werkzeugen  oder  anderen  Gegenständen, ­
  wie  Zeichnungen,  Modellen,  Fabrikaten  und  Teilen,  wird  durch  sofortige
Entlassung  geahndet.
6.  Wahrung  der  allgemeinen  Sicherheit  und  Ordnung.
§  30.
Die  Kesselhäuser,  die  Maschinenräume  und  die  mit  „Eintritt  verboten“  bezeichneten
  Räume  dürfen  nur  von  den  in  diesen  Räumen  beschäftigten  Arbeitern
betreten  werden.  Die  Unfallverhütungsvorschriften  (siehe  Plakate  und
die  ausgehändigten  Druckexemplare)  sind  streng  zu  befolgen.
§  31.
Jeder  Arbeiter  ist  verpflichtet,  die  von  ihm  zurzeit  benutzte  Maschine  beim
Anhalten  der  Transmissionen  während  des  Betriebes  und  bei  Schluß  des  Betriebes
sofort  auszurücken.
Dieses  Ausrücken  der  benutzten  Maschine  hat  auch  sofort  zu  erfolgen,  sobald
irgend  eine  Unregelmäßigkeit  an  derselben  sich  zeigt.
§  32.
Auf  Feuer  und  Licht,  wie  auf  feuergefährliche  Gegenstände  muß  sorgfältig
acht  gegeben  werden  und  insbesondere  sind  die  gebrauchten  Putzlappen  und  Putzfäden ­
  stets  in  die  besonders  dazu  hergerichteten  Kästen  zu  werfen.
        <pb n="235" />
        206

Die  Einstellung  und  Entlassung  der  Arbeiter.

§  33.
Aller  Lärm,  Wortwechsel,  Pfeifen  und  Singen,  Branntweintrinken  und  Rauchen
in  der  Fabrik  und  auf  dem  Fabrikgrundstück  ist  untersagt.
§  34.
Beim  Verlassen  des  ihm  zugewiesenen  Platzes  oder  der  ihm  zugewiesenen
Maschine  während  der  Arbeitszeit  ist  jeder  gehalten,  die  von  ihm  benutzten  Flammen
und  Lampen  abzustellen.  Etwa  an  den  Leitungen  sich  zeigende  Schadhaftigkeiten
sind  sofort  zur  Anzeige  zu  bringen.
§  35.
Die  vorhandenen  Feuerlöscheinrichtungen  dürfen  ohne  besondere  Genehmigung
zu  keinem  anderen  Zweck  als  Brandlöschung  verwendet  oder  von  ihrem  Platz  entfernt
werden.
§  36.
Die  Anfertigung  von  Gegenständen  zum  eigenen  Nutzen  oder  für  Rechnung
dritter  Personen  ist  verboten.
§  37.
Kein  Arbeiter  darf  den  ihm  angewiesenen  Platz  verlassen  oder  durch  andere
Räume  gehen,  wenn  es  nicht  seine  Arbeit  erfordert.
§  38.
Besuche  von  Verwandten,  Freunden  und  sonstigen  Fremden  in  den  Werkstatträumen ­
  sind  nicht  gestattet.  Abgegangenen  Arbeitern  ist  das  Betreten  des
Fabrikgrundstückes  nicht  gestattet.
§  39.
Den  Arbeitern  ist  jeder  Handel  innerhalb  der  Fabrik,  namentlich  mit  Eßwaren,
Getränken,  Tabak,  Zigarren  usw.  verboten.
§  40.
Zusammenkünfte,  Beratungen  und  Versammlungen  in  den  Räumen,  Höfen
und  Zugängen  der  Fabrik  sind  ohne  Genehmigung  verboten.  Das  Sammeln  von
Unterschriften,  der  Verkauf  von  Losen  und  Einlaßkarten,  sowie  die  Vornahme  von
Geldsammlungen  in  der  Fabrik  sind  verboten.  Sammellisten  dürfen  nur  mit  Genehmigung ­
  der  Fabrikleitung  in  Umlauf  gesetzt  werden.  Das  Einkassieren  der  gezeichneten ­
  Gelder  erfolgt  durch  eine  von  der  Fabrikleitung  bestimmte  Persönlichkeit.
§  40  a.
Der  Arbeiterausschuß  ist  die  offizielle  und  einzige  Vertretung  der  gesamten
Arbeiterschaft.  Er  hat  das  Recht  und  die  Pflicht,
1.  außerhalb  der  Arbeitszeit  in  allen  Arbeiterangelegenheiten  unter  sich  und  mit
unseren  Arbeitern  zu  beraten,
sowie
2.  mit  der  Direktion  zu  sprechen  und  zu  verhandeln.
Er  soll  nicht  nur  Anträge,  Wünsche  und  Beschwerden  der  Arbeiterschaft  bei
uns  Vorbringen  und  sich  dazu  äußern,  sondern  auch  allgemein  über  alle  Fragen,  die
unsere  Arbeiterschaft  und  ihr  Verhältnis  zu  uns  betreffen,  insbesondere  über  Änderungen ­
  der  Arbeitsordnung  und  Einrichtungen,  über  generelle  Lohn-  und  Akkorddifferenzen, ­
  über  Maßnahmen  zur  Verhütung  von  Unfällen,  sowie  zum  Wohl  unserer
Arbeiterschaft  sein  Gutachten  abgeben.
§  40b.
Als  Arbeiterausschuß  fungieren  die  aus  der  Arbeiterschaft  jeweils  gewählten
Mitglieder  des  Vorstandes  der  Betriebskrankenkasse.
Wenn  es  sich  um  Verhandlungen  über  Angelegenheiten  solcher  Werkstätten
der  Fabrik  handelt,  die  in  dem  Arbeiterausschuß  nicht  vertreten  sind,  kann  ein  von
        <pb n="236" />
        Arbeitsordnung.

207

dem  Arbeiterausschuß  in  Vorschlag  gebrachter  Arbeiter  aus  diesen  Werkstätten  zu
den  Verhandlungen  hinzugezogen  werden.
§  40  c.
Der  bestehende  Arbeiterausschuß  tritt  sofort  zur  Konstituierung  zusammen
(vgl.  §  40  d)  und  gibt  sich  eine  Geschäftsordnung,  welche  der  Direktion  zur  Genehmigung ­
  vorzulegen  ist.  Die  späteren  Verhandlungen  des  Ausschusses  unter  sich  finden
nach  Bedarf  auf  eigene  Veranlassung  oder  auf  Ersuchen  der  Direktion  in  einem
innerhalb  der  Fabrik  zur  Verfügung  gestellten  Raum  außerhalb  der  Arbeitszeit
statt.
§  40  d.
Demnächst  wählt  der  Ausschuß  alljährlich  im  Dezember  alsbald  nach  erfolgter
Neubesetzung  der  erloschenen  Mandate  unter  sich  einen  Obmann  und  einen  Schriftführer, ­
  sowie  für  beide  je  einen  Stellvertreter.  Der  Vorsitzende  und  der  Schriftführer,
bzw.  deren  Stellvertreter,  bilden  den  Vorstand  des  Ausschusses,  leiten  dessen  Verhandlungen ­
  und  führen  die  Protokolle  derselben.
§  40  e.
Die  Mitglieder  des  Ausschusses  erhalten  von  der  Direktion  eine  schriftliche
Legitimation.  Sie  dürfen  nur  mit  Wissen  und  Genehmigung  der  Direktion  entlassen
oder  in  eine  andere  Werkstatt  versetzt  werden.  Ein  Verzeichnis  der  Mitglieder  des
Ausschusses  wird  an  den  Eingängen  der  Fabrik  ausgehängt.  Ein  Exemplar  dieses
Statuts  wird  jedem  Arbeiter  verabfolgt.
«
§  40f.
Uber  die  Ergebnisse  der  mündlichen  Verhandlungen  der  Direktion  mit  dem
Arbeiterausschuß  wird  in  jedem  Falle  ein  Protokoll  geführt,  welches  von  der  Direktion
und  zwei  Ausschußmitgliedern  unterzeichnet  und  dem  Ausschuß  in  Abschrift  zugestellt
wird.
§  41.
Jeder  Arbeiter  ist  verpflichtet,  alle  Mitteilungen  zu  lesen,  welche  durch  Anschlag
bekannt  gemacht  werden.
7.  Schadenersatzpflicht  der  Arbeiter.
§  42.
Jeder  Nachteil  oder  Schaden,  welcher  der  Firma  absichtlich  oder  fahrlässigerweise ­
  durch  einen  Arbeiter  zugefügt  wird,  sei  es  an  Materialien,  Zeichnungen,  Werkzeugen, ­
  Maschinen  und  anderem  Fabrikzubehör,  sei  es  an  Arbeitserzeugmssen,  ist
von  demselben,  abgesehen,  von  den  gesetzlichen  und  den  in  dieser  Arbeitsordnung
vorgesehenen  Folgen,  zu  ersetzen.
Die  zum  Schadenersatz  dienenden  Beträge  werden  bei  der  nächstfolgenden
Lohnzahlung  in  Abzug  gebracht.
Ergibt  sich  erst  nach  Entlassung  eines  Arbeiters,  daß  Stücke,  die  ihm  bezahlt
worden  sind,  Fehler  haben,  so  steht  der  Firma  Anspruch  auf  Ersatz  des  Schadens  zu.
8.  Ordnungsstrafen.
§  43.
Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  der  Arbeitsordnung  werden  mit
Geldstrafen  bis  zur  Hälfte  des  durchschnittlichen  Tagesarbeitsverdienstes,  Tätlichkeiten ­
  gegen  Mitarbeiter,  erhebliche  Verstöße  gegen  die  guten  Sitten,  sowie  gegen  die
zur  Aufrechterhaltung  der  Ordnung  des  Betriebes,  zur  Sicherung  des  gefahrlosen-Betriebes
  oder  zur  Durchführung  der  Bestimmungen  der  Gewerbeordnung  erlassenen
Vorschriften  mit  Geldstrafen  bis  zum  vollen  Betrage  des  durchschnittlichen  Tagesarbeitsverdienstes ­
  belegt.
        <pb n="237" />
        208

Die  Ausgabe  und  Verrechnung  des  Tees.

Die  Feststellung  der  Strafen  erfolgt  durch  den  Betriebsvorgesetzten  und  wird
dem  zu  bestrafenden  Arbeiter  ohne  Verzug  bekannt  gegeben.
Eine  etwaige  Beschwerde  hiergegen  ist  beim  Leiter  der  Fabrik  anzubringen.
Die  Strafgelder  fließen  in  die  Fabrikkrankenkasse.
§  43  a.
Auf  die  Arbeiterinnen  findet  die  für  die  Arbeiter  geltende  Arbeitsordnung  der
Firma  Ludw.  Loewe  &amp;amp;  Co.  Actiengesellschaft  Anwendung  mit  folgenden  Änderungen:
I.  die  Arbeiterinnen  dürfen  nicht  in  der  Nachtzeit  von  8‘/ 2  Uhr  abends  bis  5 ! / 2  Uhr
morgens,  und  am  Sonnabend,  sowie  an  Vorabenden  der  Festtage  nicht  nach
5V 2  Uhr  nachmittags  beschäftigt  werden;
II.  Arbeiterinnen  über  16  Jahre,  welche  ein  Hauswesen  zu  führen  haben,  sind  auf
ihren  Antrag  eine  halbe  Stunde  vor  der  Mittagspause  zu  entlassen;
III.  Wöchnerinnen  dürfen  während  4  Wochen  nach  ihrer  Niederkunft  überhaupt
nicht  und  während  der  folgenden  2  Wochen  nur  beschäftigt  werden,  wenn  das
Zeugnis  eines  approbierten  Arztes  dies  für  zulässig  erklärt.
Es  bleibt  Vorbehalten:
die  Arbeitszeit  der  Arbeiterinnen  morgens  eine  halbe  Stunde  später  beginnen
zu  lassen;
abends  eine  halbe  Stunde  früher  enden  zu  lassen;
ihre  Mittagspause  auf  die  Zeit  von  1—2  Uhr  zu  verlegen.
9.  Zusätze  und  Abänderungen  der  Arbeitsordnung.
§  44.
Zusätze  und  Abänderungen  vorstehender  Arbeitsordnung  erfolgen  durch  den
Erlaß  von  Nachträgen.  Die  Nachträge  treten  frühestens  zwei  Wochen  nach  ihrem
Erlaß  in  Geltung.  Der  Erlaß  erfolgt  durch  Aushang  in  der  Fabrik.

Die  Ausgabe  und  Verrechnung  des  Tees.
Von  den  Einrichtungen,  welche  die  Firma  für  ihre  Arbeiter  geschaffen  hat,
verdient  besonders  die  Seite  26  genannte  Teeküche  genannt  zu  werden,  welche  eingerichtet ­
  ist,  um  den  Arbeitern  im  Sommer  ein  erfrischendes,  im  Winter  ein  wärmendes ­
  Getränk  geben  zu  können.
Die  Teeküche  ist  im  Erdgeschoß  des  Spezialmaschinengebäudes  untergebracht.
Mit  Hilfe  moderner  Einrichtungen  zum  Reinigen  der  Flaschen  und  zum  Zubereiten
und  Füllen  des  Tees  in  Flaschen  wird  bei  Verwendung  guter  Qualität  ein  wohlschmeckendes ­
  Getränk  zu  billigem  Preise  hergestellt.  Zurzeit  wird  der  Tee  an  die
eigenen  Arbeiter  und  Beamten  für  3  Pfg.  pro  ‘/a  Liter  abgegeben.  Der  tägliche  Konsum ­
  schwankt  je  nach  der  Jahreszeit  und  Temperatur  zwischen  1750  und  2000  Flaschen
ä  V„  Liter.  Die  Zubereitung  erfolgt  in  der  Regel  in  der  Weise,  daß  auf  180  Liter  Wasser
1  kg  Tee  und  4  kg  weißer  Zucker  genommen  wird.
Die  Ausgabe  des  Tees  an  die  Arbeiter  erfolgt  an  den  „Teeausgabestellen“,  welche
meist  in  den  Werkzeuglagern  der  Werkstätten  eingerichtet  und  von  den  Lagerverwaltern ­
  übernommen  sind.  Die  Ausgabestellen  holen  den  Tee  aus  der  Küche  gegen
Quittungsbücher  („Teebücher“)  und  verausgaben  ihn  an  die  Arbeiter  und  Beamten
gegen  Blechmarken.  Die  Marken  können  an  den  Ausgabestellen  gegen  Quittung  in
Mengen  von  zehn  oder  fünfundzwanzig  Stück  entnommen  werden.  Am  Monatsschluß
werden  die  Quittungen  in  die  Bureaus  gegeben  und  den  Arbeitern  der  danach  zu
berechnende  Betrag  für  den  Tee  vom  Lohn  in  Abzug  gebracht.  Von  den  Beamten
werden  die  Beträge  einkassiert.
Hat  ein  Arbeiter  oder  Beamter  bei  seinem  Austreten  aus  der  Firma  Teemarken
noch  nicht  verwendet,  so  wird  ihm  der  bereits  erhobene  Betrag  hierfür  zurückgezahlt. ­
        <pb n="238" />
        Das  Lehrlingswesen.

209

Die  Ausgabestellen  haben  je  nach  Bedarf  einen  größeren  oder  kleineren  festen
Markenbestand,  der  in  ein  „Markenkontrollbuch“  eingetragen  ist.  Am  Monatsschluß
wird  durch  Beamte  des  Lohnbureaus  geprüft,  ob  der  Sollbestand  der  Marken  vorhanden
ist.  Der  Sollbestand  wird  festgestellt,  indem  man  zu  dem  am  Monatsanfang  übernommenen ­
  Bestand  die  lt.  Markenquittungen  ausgegebenen  Marken  abzieht  und  die
für  entnommenen  Tee  eingegangenen  Marken  zuzählt.  Wieviel  Flaschen  Tee  ausgegeben ­
  wurden,  geht  aus  den  „Teebüchern“  hervor.

Das  Lelirlingswesen.
Gewerbliche  Lehrlinge.
Die  Firma  bildet  in  ihren  Werkstätten  gewerbliche  Lehrlinge  für  verschiedene ­
  Berufe  aus.  Für  die  Einstellung  und  Ausbildung  der  Lehrlinge
und  Volontäre  sind  folgende  Grundsätze  festgelegt:
1.  Die  Firma  nimmt  Lehrlinge  an,  um  sie  auszubilden  als:

Hobler  und  Fräser,
Schmiede,
Modelltischler,
Former.

Maschinenbauer,
Maschinenschlosser,
Werkzeugschlosser,
Dreher,
Werkzeugdreher,
Lehrlinge  unter  14  Jahren  und  solche,  die  nicht  wenigstens  im  Besitz  des  Reifezeugnisses ­
  für  die  2.  Klasse  einer  achtklassigen  Gemeindeschule  sind,  werden  nicht
angenommen.  Die  Einstellung  der  Lehrlinge  erfolgt  nur  zum  1.  Oktober.
2.  Die  Maschinenbauerlehrlinge  haben  eine  Lehrzeit  von  vier  Jahren,  die
übrigen  Lehrlinge  eine  solche  von  drei  Jahren  durchzumachen.
3.  Die  Maschinenbauerlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Schlosserei  8  Monate,
Dreherei  8
Hobelei  und  Fräserei  8

Montage
Schleiferei  und  Poliererei
Räderfräserei  .  .  .  .  ,
Schmiede  und  Härterei
Modelltischlerei  .  .  .
Gießerei

zusammen  ...  48  Monate.
4.  Die  Maschinenschlosserlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Schlosserei  18  Monate,
Dreherei  3  ,,
Hobelei  und  Fräserei  3  „
Montage  9  „
Schmiede  und  Härterei  3  „
zusammen  ....  36  Monhte.
5.  Die  Werkzeugschlosserlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Schlosserei  24  Monate,
Dreherei  3  ,,
Hobelei  und  Fräserei  3  „
Schleiferei  und  Poliererei  3  ,,
Schmiede  und  Härterei  3  ,,
zusammen  ....  36  Monate.
Lilienthal,  Fabrikorganisation.  14
        <pb n="239" />
        210

Das  Lehrlingswesen.

6.  Die  Dreherlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Schlosserei  3  Monate.
Dreherei  24  „
Schleiferei  und  Poliererei  6  „
Schmiede  und  Härterei  3  ,,
zusammen  ....  36  Monate,

7.  Die  Werkzeugdreherlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der

Werkzeugdreherei  30  Monate,
Werkzeugschleiferei  3  „
Härterei  3  ,,
zusammen  ....  36  Monate.

8.  Die  Hobler-  und  Fräserlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Schlosserei  6  Monate.
Hobelei  und  Fräserei  24  ,,
Räderfräserei  3  ,,
Schmiede  und  Härterei  3  ,,
zusammen  ....  36  Monate.
9.  Die  Schmiedelehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Schmiede  und  Härterei  36  Monate,
10.  Die  Modelltischlerlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Modelltischlerei  30  Monate.
Gießerei  6  ,,
zusammen  .  .  .  .36  Monate.

11.  Die  Formerlehrlinge  werden  ausgebildet  in  der
Gießerei  36  Monate.
12.  Die  Lehrlinge  haben  keinen  Anspruch  darauf,  die  verschiedenen  Abteilungen
durchweg  in  der  vorstehenden  Reihenfolge  durchzumachen,  vielmehr  wird  die  Reihenfolge ­
  durch  die  Fabrikleitung  bestimmt;  die  für  die  einzelnen  Abteilungen  angegebenen
Zeiten  sind  nur  annähernd  maßgebend.
13.  Sobald  ein  Lehrling  in  einer  Abteilung  soweit  ausgebildet  ist,  daß  seine
Arbeit  für  die  Firma  Wert  hat,  erhält  der  Lehrling  den  dem  Wert  seiner  Arbeit  entsprechenden, ­
  von  seinem  Meister  festzusetzenden  Lohn.
14.  Ein  Jahr  wird  nur  dann  als  volles  Lehrjahr  behandelt,  wenn  der  Lehrling
wenigstens  270  Tage  im  Jahre  gearbeitet  hat.
15.  Die  ersten  drei  Monate  gelten  als  Probezeit,  während  welcher  jeder  Teil
ohne  weiteres  vom  Lehrvertrag  zurücktreten  kann.
16.  Der  Lehrling  ist  an  die  Vorschriften  der  Arbeitsordnung  gebunden.
17.  Die  Lehrlinge  sind  berechtigt,  die  für  die  Beamten  eingerichtete  Bibliothek
zu  benutzen  und  die  von  der  Firma  eingerichtete  Fortbildungsschule  zu  besuchen,
solange  sie  die  dafür  erlassenen  besonderen  Bedingungen  gewissenhaft  befolgen.
Hat  ein  Lehrling  sich  für  die  Teilnahme  entschlossen,  so  ist  er  verpflichtet,  den  gesamten ­
  Unterricht  für  die  ganze  Lehrzeit  zu  besuchen,  sofern  ihn  nicht  die  Schulleitung ­
  von  einzelrfen  Fächern  dispensiert.
18.  Die  Lehrlinge  sind  verpflichtet,  Mitglieder  der  Betriebskrankenkasse  zu
werden.  Die  auf  sie  entfallenden  Krankenkassenbeiträge  werden  von  der  Firma  gezahlt. ­
  Die  Lehrlinge  erhalten  von  der  Krankenkasse  freie  ärztliche  Behandlung  und
Heilmittel  auch  für  diejenige  Zeit,  für  welche  ihnen  ein  Anspruch  auf  Krankengeld
nicht  zusteht.
19.  Die  Firma  nimmt  auch  sogenannte  Volontäre  als  Lehrlinge  für  ein  oder  zwei
Jahre  an.
        <pb n="240" />
        Gewerbliche  Lehrlinge.

211

14*

Die  Volontäre  erhalten  keinen  Lohn,  haben  vielmehr  im  ersten  Jahre  1000,  im
zweiten  Jahre  500  Ji  Lehrgeld  an  die  Firma  im  voraus  zu  zahlen.
Diese  Beträge  werden  besonders  verwaltet  und  dienen  dazu,  den  eigentlichen
Lehrlingen  nach  dem  Ermessen  der  Firma  während  der  Lehrzeit  theoretischen  Unterricht ­
  in  der  Fortbildungsschule  und,  soweit  die  Mittel  reichen,  besonders  befähigten,
fleißigen  und  bedürftigen  Lehrlingen  nach  Schluß  der  Lehrzeit  theoretischen  Unterricht ­
  erteilen  zu  lassen.
Zum  Zweck  der  theoretischen  Ausbildung  ist  eine  eigene  Fortbildungsschule ­
  eingerichtet,  welche  durch  Verfügung  des  Herrn  Oberpräsidenten
der  Provinz  Brandenburg  vom  26.  Juni  1905  als  ausreichender  Ersatz  für
die  städtischen  Pflichtfortbildungsschulen  anerkannt  worden  ist.  Der
Unterricht  wird  in  der  Regel  während  der  Arbeitszeit  von  geeigneten
technischen  und  kaufmännischen  Beamten  der  Firma  erteilt.  Wie  aus  dem
nachstehenden  Stundenplan  zu  ersehen  ist,  findet  auch  in  der  Stunde  von
7—8  Uhr  vormittags,  also  vor  Beginn  der  Arbeitszeit  Unterricht  statt
und  zwar  in  der  Regel  in  solchen  Fächern,  welche  das  Denkvermögen  der
Schüler  in  höherem  Maße  beanspruchen  und  mehr  Aufmerksamkeit  erfordern, ­
  als  die  in  den  Nachmittagsstunden  vorkommenden  Fächer.  Diese
Anordnung  ist  getroffen,  weil  nach  8—9  ständiger  Arbeit  der  Lehrling  meist
ermüdet  und  daher  auch  seine  geistige  Aufnahmefähigkeit  nicht  so  groß  ist,
als  am  Morgen.  Außerdem  sind  im  Sommer  die  Schulräume  morgens  kühl
und  deshalb  für  geistige  Tätigkeit  besser  geeignet,  als  in  den  Nachmittagsstunden. ­

Die  Honorare  der  Lehrer  und  die  Unterhaltungskosten  der  Schule
werden  aus  den  Lehrgeldern  der  Volontäre  gedeckt  (vgl.  §  19  der  Grundsätze), ­
  soweit  diese  dafür  ausreichen.
Die  Schule  ist  zurzeit  eine  dreiklassige.  Der  Unterricht  wird  nach
folgenden  Lehrplänen  erteilt:
Klasse  I  und  Ia  (die  oberen):
(Siehe  Anmerkung  Seite  218.)
1  Volkswirtschaftslehre  und  Bürgerkunde  (Pensum  zusammengestellt  unter  A).
1  Buchführung  (mit  Weehselrecht  und  Handelsrecht;  Pensum  unter  B).
1  Algebra  (Pensum  unter  C).
1  Geometrie  (Pensum  unter  D).
1  Materialienkunde  (Eisenhüttenkunde;  Pensum  unter  E).
1  Materialienkunde  (Werkstattkunde;  Pensum  unter  F).
2  Zeichnen  (Pensum  unter  O)  .
Klasse  II  (die  mittlere):
2  Deutsch  (Pensum  unter  G).
1  Rechnen  (Pensum  unter  H).
1  Algebra  (Pensum  unter  J).
1  Geometrie  (Pensum  unter  K).
2  Zeichnen  (Pensum  unter  O).
Kl  asse  III  (die  untere):
2  Deutsch  (Pensum  unter  L).
1  Rechnen  (Pensum  unter  M).
1  Geometrie  (Pensum  unter  N).
2  Zeichnen  (Pensum  unter  O).
        <pb n="241" />
        212

Das  Lehrlingswesen.

A)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Volkswirtschaftslehre  und  Bürgerkunde.
(Klasse  I  und  Ia,  1  Stunde  wöchentlich.)
Grundbegriffe  der  Volkswirtschaftslehre.
Das  Bedürfnis.  Das  Gut.  Wert  und  Preis.  Das  Vermögen.  Reichtum  und
Wohlstand.  Einzelwirtschaft  und  Volkswirtschaft.  Triebfedern  der  Wirtschaft.
Die  Volkswirtschaftslehre.  Der  Staat  und  die  Volkswirtschaft.
Die  Lehre  von  der  Gütererzeugung.
Gütererzeugung  im  allgemeinen.  Die  äußere  Natur.  Die  Arbeit  im  allgemeinen.
Das  Kapital.  Arbeitsteilung.  Das  Eigentum.  Die  Familie.  Das  Erbrecht.  Gewerbepflege. ­

Die  Lehre  vom  Güterumlauf.
Begriffsbestimmung.  Entwicklung  und  Bedeutung  des  Güterumlaufs.  Freihandel ­
  und  Schutzzölle.  Die  Preisbildung.  Die  Lehre  vom  Gelde.  Vom  Kredit
im  allgemeinen.  Bankwesen.  Börsen.  Die  wichtigsten  Verkehrsanstalten  (Post,
Telegraphie,  Eisenbahn).
Von  der  Verteilung  des  Volkseinkommens.
Unternehmergewinn.  Arbeitslohn.  Kapitalzins.  Grundrente.
Die  Lehre  vom  Güterverbrauch.
Güterverbrauch  im  allgemeinen.  Absatzkrisen.  Von  der  Versicherung.  Luxus.
Bevölkerung.
Die  Gemeinde,  der  Staat,  das  Reich.
Der  Kaiser,  der  Bundesrat,  der  Reichstag.
Der  Reichskanzler,  die  Reichsbehörden.
Die  Gesetze.
öffentlich-rechtliche  Gesetze.  Strafrechtliche  Gesetze.  Privatrechliche  Gesetze. ­
  Polizeigesetze.
Die  Gerichte.
Gerichtsverfassung.  Gerichte.  Staatsanwaltschaft.  Rechtsanwaltschaft.  Zivilprozeßverfahren. ­
  Strafprozeßverfahren.  Konkursverfahren.
Heer  und  Marine.
Das  Reichsheer.  Militärgesetzgebung.  Wehrpflicht  und  Heeresdienst.  Gliederung ­
  des  Heeres  und  Dienstbetrieb.  Kriegsmarine.
Landwirtschaft,  Handel  und  Gewerbe.
Die  Landwirtschaft.  Der  Handel.  Das  Gewerbe.  Genossenschaftswesen.
Kolonien.
Schiffahrt.  Konsulate.  Kolonien.
Finanzen,  Steuern,  Zölle.
Finanzen.  Steuern.  Direkte  Steuern.  Indirekte  Steuern  (Reichssteuern).
Steuern  der  Einzelstaaten.  Gemeindesteuern.  Zölle.
Kirchen-  und  Unterrichtswesen.
Soziale  Gesetzgebung.
Krankenversicherung.  Unfallversicherung.  Invalidenversicherung.  Sonntagsruhe.
B)  Pensum  für  den  Unterriehl  in  Buchführung  mit  Handelsrecht
und  Wechselrecht.
(Klasse  I  und  Ia,  1  Stunde  wöchentlich.)
Handelsgesetz.
Einleitung.
Wie  verhält  sich  das  Handelsgesetzbuch  zum  Bürgerlichen  Gesetzbuch,  zu  den
übrigen  Gesetzen,  zum  Landesrecht?
Gibt  es  neben  dem  Handelsgesetzbuch  noch  ein  Handelsgewohnheitsrecht?
Der  Handelsstand.
Kaufleute.
Handelsregister.
        <pb n="242" />
        Gewerbliche  Lehrlinge.

213

Handelsfirma.
Handelsbücher.
Prokura  und  Handelsvollmacht.
Handlungsagenten  und  Mäkler.
Handelsgesellschaften  und  stille  Gesellschaft.
Offene  Handelsgesellschaft,  Kommanditgesellschaft.
Aktiengesellschaft.
Kommanditgesellschaft  auf  Aktien.
Stille  Gesellschaft.
Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung.
Genossenschaftsgesetz.
Handelsgeschäfte.
Handelsgeschäfte  und  bürgerliches  Recht.
Einzelne  Abweichungen  des  Handelsrechts  vom  bürgerlichen  Recht.
Handelskauf.
Kommissionsgeschäft.
Speditionsgeschäft.
Lagergeschäft.
Frachtgeschäft.
Beförderung  von  Gütern  und  Personen  auf  den  Eisenbahnen.

Wechselordnung.

Erster  Abschnitt.
Von  der  Wechselfähigkeit.

Zweiter  Abschnitt.
Von  gezogenen  Wechseln.
Erfordernisse  eines  gezogenen  Wechsels.
Verpflichtungen  des  Ausstellers.
Indossament.
Präsentation  zur  Annahme.
Annahme.
Regreß  auf  Sicherstellung:
Wegen  nicht  erhaltener  Annahme.
Wegen  Unsicherheit  des  Akzeptanten.
Erfüllung  der  Wechselverbindlichkeit:
Zahlungstag.
Zahlung.
Regreß  mangels  Zahlung.
Intervention:
Ehrenannahme.
Ehrenzahlung.
Vervielfältigung  eines  Wechsels:
Wechselduplikate.
Wechselkopien.
Abhanden  gekommene  Wechsel.
Falsche  Wechsel.
W  echselver  j  ährung.
Klagerecht  des  Wechselgläubigers.
Protest.
Ort  und  Zeit  für  die  Präsentation  und  andere  im  Wechselverkehre  vorkommende ­
  Handlungen.
Mangelhafte  Unterschriften.

Dritter  Abschnitt.
Von  eigenen  Wechseln.
Wechselprozeß.
        <pb n="243" />
        214

Das  Lehrlingswesen.

Buchführung.
Praktische  Buchführung  durch  Vornahme  sämtlicher  Buchungen  eines  einmonatlichen ­
  Geschäftsganges  in  die  Bücher  der  einfachen  Buchführung:
Inventarienbuch;  Hauptbuch;
Memorial;  Warenbuch;
Kassenbuch;  Wechselbuch.
C)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Algebra.
*  (Klasse  I  u.  Ia,  1  Stunde  wöchentlich).
Gebrochene  Zahlen.  Proportionen  und  Anwendung  derselben  (z.  B.  zur  Wechselradberechnung).

Gleichungen  ersten  Grades  mit  einer  und  mehreren  Unbekannten;  Anwendungen.
Quadrieren  und  Quadratwurzelausziehung;  irrationale  Zahlen  (imaginäre
Zahlen).
Quadratische  Gleichungen  mit  einer  Unbekannten  nebst  Anwendungen.
Potenzen  mit  ganzzahligen  Exponenten;  höhere  Wurzeln;  Potenzen  mit  gebrochenen ­
  Exponenten.
*  Siehe  Anmerkung  Seite  218.
D)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Geometrie.
*  (Klasse  I  u.  Ia,  1  Stunde  wöchentlich.)
Ableitung  der  Flächeninhaltsformeln  für  gradlinige  Figuren  (Parallelogramme,
Paralleltrapez,  Dreieck).
Berechnung  einzelner  Dreieckstücke  aus  den  Seiten  in  allgemeinen  und  Zahlengrößen. ­
  (Formeln  für  Höhenabschnitte,  Höhen,  Inhalt,  Mitteltransversalen.)
Von  der  Proportionalität  an  geraden  Linien,  sogenannte  Strahlensätze.  Sätze
über  das  Teilungsverhältnis  der  Dreiecksmitteltransversalen  (Schwerpunkt).
Begriff  der  Ähnlichkeit  und  die  vier  Ähnlichkeitssätze.
Verhältnis  der  Flächeninhalte  ähnlicher  Figuren.
Sätze  von  zwei  sich  scheidenden  Sehnen,  bzw.  einer  Sekante  und  Tangente,
ptolemäischer  Lehrsatz.
Vierte  und  mittlere  Proportionale  geometrisch  gedeutet,  geometrische  Konstruktion ­
  algebraischer  Ausdrücke  und  die  Anwendung  zur  analytischen  Lösung  von
Konstruktionsaufgaben.
Die  geometrisch  konstruierbaren  regulären  Polygone:  Berechnung  ihrer  Seiten,
Inkreisradien  -und  Flächeninhalte  aus  dem  Umkreisradius.  Berechnung  des  Verhältnisses ­
  zwischen  Peripherie  und  Durchmesser  durch  Einengung  zwischen  die
Umfänge  ein-  und  umbeschriebener  Polygone  gleicher  Eckenzahl,  Formel  für  Kreisumfang, ­
  Kreisinhalt,  Kreissektor.
*  Siehe  Anmerkung  Seite  218.
E)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Materialienkunde.  (Eisenhüttenkunde.)
(Klasse  I  u.  Ia,  1  Stunde  wöchentlich).
Chemischer  Vorkursus.
Theoretische  Einleitung:  Elemente,  chemische  Verbindung,  Atomgewichtstheorie. ­
  —  Sauerstoff,  Verbrennung,  Säure  und  Base.  —  Wasserstoff,  Wasser.  —
Stickstoff,  Luft,  Salpetersäure.  —  Chlor,  Salzsäure.  —  Schwefel  und  Phosphor  (Schwefel- ­
  und  Phosphorsäure).  —■  Kohlenstoff,  Kohlensäure,  Leuchtgas;  Cyan.  —  Silizium,
Kieselsäure.
Eisenhüttenkunde.
Erklärung  des  Begriffs  „Eisen“;  Bestandteile  des  technisch  verwendeten  Eisens.
Einteilung  der  Eisensorten.
Übersicht  über  die  wichtigsten  Eisenerze,  vorbereitende  Behandlung  derselben
(Rösten).
        <pb n="244" />
        Gewerbliche  Lehrlinge.

215

Die  Darstellung  des  Roheisens:  Zuschläge,  Brennstoffe,  Gebläsewind  (Windvorwärmer). ­
  Konstruktion  und  Betrieb  des  Hochofens,  die  chemischen  Prozesse  beim
Betriebe.  Die  Erzeugnisse:  graues  und  weißes  Roheisen,  Schlacke.
Die  Darstellung  des  schmiedbaren  Eisens:  Nomenklatur  (Sohweißeisen,  Schweißstahl, ­
  Flußeisen,  Flußstahl).  Das  Herdfrischen.  Der  Puddelprozeß.  Das  saure  und
basische  Bessemerverfahren  (Thomasverfahren).  Das  Siemens-Martinverfahren.
Der  Zementierprozeß.  Die  Erzeugung  des  Tiegelflußstahls.
Formgebungsarbeiten:  a)  Eisengießerei:  Gießereiroheisen,  Umschmelzen  im
Kupolofen;  Formerei  nach  Modellen,  mit  Schablonen,  Formmaschinen.  Stahlformguß
(Mitisguß).  Das  Tempern,  b)  Schmieden  und  Walzen:  Dampfhammer,  Schmiedepresse; ­
  Blech-,  Draht-,  Radreifen-,  Röhrenwalzwerk.
Prüfung  des  Eisens:  chemische  Analyse,  Festigkeitsprobe,  Härtebestimmung.
Die  wichtigsten  anderen  Metalle  und  Legierungen.
F)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Materialienkunde.  (Werkstattskunde.)
(Klasse  I  u.  Ia,  1  Stunde  wöchentlich).
1.  Spanabhebende  Werkzeuge:  Dreh-  und  Hobelstähle,  Loch-  und  Gewindebohrer, ­
  Reibahlen,  Fräser  mit  Spitzzähnen,  hinterdrehte  Fräser,  Feilen,  Schaber.
2.  Festspannende  Werkzeuge:  Spannknaggen  und  -Schrauben,  Schraubstöcke,
Futter,  Frösche.
3.  Meßwerkzeuge:  Zollstock,  Taster,  Schublehre,  Mikrometerschraube,  Normallehren, ­
  Toleranzlehren,  Meßscheiben,  Klötzchen-Rapporteure.
4a.  Das  Anreißen  auf  der  Richtplatte:  Lineal,  Richtplatte,  Wasserwage,
Winkelsehmiege.
4b.  Mechanische  Bearbeitung:  Drehen,  Hobeln,  Fräsen;  Untersuchung  auf
Fehler;  Drehdorne  und  Zentrierer.
5.  Maschinenelemente:  Schrauben,  Riemenscheiben,  Zahnräder  (Weehselräderberechnung).

6.  Lesen  der  Zeichnungen:  Zweck  derselben,  Herstellung  derselben,  fehlerhafte
Zeichnungen.
7.  Härten  und  Anlassen,  Werkzeuge  schleifen,  Schnitte  und  Stanzen,  Schmieden.
(I)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Deutsch.
(Klasse  II,  2  Stunden  wöchentlich.).
1.  Kurze  Wiederholung  der  deutschen  Grammatik;  die  Lehre  vom  Satzbau  und
der  Interpunktion.
2.  Übungen  im  schriftlichen  Verkehr  mit  gewerblichen  Unternehmungen  und
Behörden.
3.  Kurzer  Abriß  der  deutschen  Literaturgeschichte.
H)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Rechnen.
(Klasse  II,  1  Stunde  wöchentlich.)
Zusammengesetzte  Regeldetriaufgaben.
Verhältnisrechnung.
Prozentrechnung.
Gewinn-  und  Verlustrechnung.
Zinsrechnung.
Tararechnung.
Rabattrechnung.
Gesellschaftsrechnungen.
Durchschnittsrechnungen.
Mischungsrechnungen.
Aufgaben  betreffend  die  Arbeiterunfallversicherung,  Gesetzbestimmungen.
Aufgaben  betreffend  die  Arbeiterkrankenversicherung,  Invaliditäts-  und
Altersversicherung,  gesetzliche  Bestimmungen.
        <pb n="245" />
        216

Das  Lehrlingswesen.

J)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Algebra.
(Klasse  II,  1  Stunde  wöchentlich.)
Übergang  vom  Rechnen  zur  Arithmetik.
Arithmetische  Bezeichnungen.
Die  drei  Klammerregeln.
Bedeutung  des  Buchstabens  in  der  Arithmetik.
Rechnungsarten  erster  Stufe.
Zählen,  Zahl,  Addition.
V  ertauschungsgesetz.
Verbindungsgesetz.
Subtraktion.
Regeln  für  die  erste  Stufe.
Null  und  negative  Zahlen.
Rechnungsarten  zweiter  Stufe.
Multiplikation.
Erklärende  Formel.
Verteilungsgesetze.
V  ertauschungsgesetz.
Verbindungsgesetz.
Division.

K)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Geometrie.
(Klasse  II,  1  Stunde  wöchentlich.)
Kreislehre:  Entstehung  des  Kreises;  Sätze  über  Seimen  und  Tangenten;  Peripherie- ­
  und  Zentriwinkel  (Peripheriewinkel  im  Halbkreis);  Sätze  über  Sehnen  und
Tangentenvierecke;  Zentrale  zweier  Kreise  und  der  Einfluß  der  gegenseitigen  Lage
der  Kreise  auf  die  Größe  derselben.
Vergleichung  des  Flächeninhalts  geradliniger  Figuren:  Parallelogramme  und
Dreiecke  von  gleicher  Grundlinie  und  Höhe;  Ergänzungsparallelogramme;  Satz  vom
Kathetenquadrat  im  rechtwinkligen  Dreieck,  pythagoräischer  Lehrsatz;  allgemeiner
pythagoräischer  Lehrsatz  (für  schiefwinklige  Dreiecke).
Zur  Einübung  des  letzten  Abschnittes:  Teilungs-  und  Verwandlungsaufgaben.
L)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Deutsch.
(Klasse  III,  2  Stunden  wöchentlich.)
1.  Wiederholung  der  deutschen  Grammatik.
a)  Die  Lehre  vom  Satz:
Wesen  und  Bestandteile  des  einfachen  Satzes,
Wesen  und  Bestandteile  des  zusammengesetzten  Satzes.
b)  Die  Wortlehre:
Wesen  und  Einteilung  der  Hauptwörter,  Eigenschaftswörter,  Zeitwörter,
Zahlwörter,  Fürwörter,  Umstandswörter,  Verhältniswörter,  Bindewörter, ­
  Empfindungswörter.
c)  Die  Lehre  von  der  Interpunktion:
Satzpausezeichen,  Satztonzeichen.
d)  Die  Rechtschreibung.
2.  Übungen  im  mündlichen  und  schriftlichen  Gebrauch  der  deutschen  Sprache;
Diktate;  Aufsätze  und  Briefe.
M)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Rechnen.
(Klasse  III,  1  Stunde  wöchentlich.)
I.  Münzen  (Reichskassenscheine,  Reichsbanknoten).
II.  Maße:
a)  Längenmaße,  b)  Flächenmaße,  c)  Körpermaße.
        <pb n="246" />
        Gewerbliche  Lehrlinge.

217

III.  Gewichte.
IV.  Zähl-  und  Zeitmaße.
Unbenannte  Zahlen.
Benannte  Zahlen.
Resolvieren.
Reduzieren.
Die  4  Spezies:
Addition,  die  Gheder  der  Addition.
Subtraktion,  die  Gheder  derselben.
Multiplikation,  die  Gheder  derselben.
Division,  die  Glieder  derselben.
Teilbarkeit  der  Zahlen:
Bruchrechnung.
Gemeine  Brüche.
Echte  Brüche.
Unechte  Brüche.
Addition,  gleichnamige  und  ungleichnamige  Brüche  (Regel).
Subtraktion,  gleichnamige  und  ungleichnamige  Brüche  (Regel).
Multiplikation  eines  Bruches  mit  einer  ganzen  Zahl,  eines  Bruches  mit  einem
Bruche  (Regel).
Division  eines  Bruches  durch  eine  ganze  Zahl,  eines  Bruches  durch  einen  Bruch
(Regel).
Dezimalbrüche.  Wesen  derselben.
Multiplikation  von  Dezimalbrüchen  (Regel).
Division  der  Dezimalbrüche  (Regel).
Verwandlung  der  gemeinen  Brüche  in  Dezimalbrüche  (Regel).
Die  gebräuchlichsten  gemeinen  Brüche  in  Dezimalbrüchen  ausgedrückt.
Verwandlung  der  Dezimalbrüche  in  gemeine  Brüche.
a)  Verwandlung  eines  endlichen  Dezimalbruches.
b)  Verwandlung  eines  periodischen  Dezimalbruches.
Verbindung  der  Multiplikation  und  Division  mehrsortiger  Größen,  Regeldetri.
Zeitrechnung.
N)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Geometrie.
(Klasse  III,  1  Stunde  wöchentlich.)
Begriff  und  Einteilung  der  Geometrie,  Grundsätze.
Von  den  Winkeln  (Einteilung  derselben,  Neben-  und  Scheitelwinkel).
Begriff  der  Parallelität;  von  den  Winkeln  an  Parallelen.
Vom  Dreieck:  Einteilung  nach  Seiten  und  Winkeln;  Sätze  über  Seiten,  Winkel
und  Außenwinkel  des  Dreiecks;  die  vier  Kongruenzsätze,  im  Anschluß  daran  die
geometrischen  Fundamentalkonstruktionsaufgaben  (Strecke  halbieren,  Winkel  halbieren, ­
  Winkel  antragen,  Lot  errichten  bzw.  fällen  usw.);  Sätze  über  die  Beziehungen
zwischen  Seiten  und  Winkeln  desselben  Dreiecks;  Höhen,  Mitteltransversalen  und  Winkelhalbierungslinien,
  im  Anschluß  daran  Dreieckskonstruktionsaufgaben;  Sätze  vom
gleichschenkligen  und  gleichseitigen  Dreieck.
Vom  Viereck:  Winkelsumme;  Einteilung  der  Vierecke;  Sätze  vom  Parallelogramm ­
  im  allgemeinen  (über  Seiten,  Winkel  und  Diagonalen;  Einteilung  der  Parallelogramme ­
  und  Sätze  über  Rechteck  und  Rhombus.
O)  Pensum  für  den  Unterricht  in  Zeichnen.
(Klasse  I,  II,  III,  je  2  Stunden  wöchentlich.)
Der  Zeichenunterricht  ist  ein  rein  individueller,  die  Fortschritte  des  Schülers
sind  somit  je  nach  seiner  Auffassungsgabe  und  seinem  Fleiß  recht  verschieden;  ein
normal  befähigter  Schüler  dürfte  ungefähr  folgenden  Lehrstoff  verarbeiten:
        <pb n="247" />
        218

Das  Lehrlingswesen.

1.  Jahr  (Klasse  III).
Zirkelzeichnen;  Aufzeichnung  viel  gebrauchter  Kurven;  Ellipse,  Parabel,
Hyperbel,  Evolvente,  Zykloiden,  Schraubenlinien;  Körperzeichnen.
2.  Jahr  (Klasse  II).
Körperzeichnen;  Aufnahme  nach  Modell;  Perspektivische  Darstellungen.
3.  Jahr  (Klasse  I).
Aufnahme  nach  Modell;  Entwurf  von  Bohr-  und  Reibwerkzeugen;  Spann-  und
Bohrvorrichtungen  für  Maschinenteile  mit  den  zugehörigen  Werkzeugen.
Anmerkung.
Oktober  1906  wurde  versuchsweise  aus  solchen  Schülern,  die  nach  erfolgreicher
Absolvierung  des  Pensums  der  I.  Klasse  ihre  Lehrzeit  noch  nicht  beendet  haben,
eine  Klasse  Ia.  gebildet,  die  je  eine  Wochenstunde  Geometrie  und  Algebra  erhält,
sonst  jedoch  mit  Klasse  I  gemeinsam  unterrichtet  wird.
Als  Lehrstoff  für  den  selbständigen  Mathematikunterricht  ist  neben  Wiederholungen ­
  und  Erweiterungen  des  früheren  Pensums  in  Aussicht  genommen:
Geometrie:
Trigonometrie  der  Ebene,  Stereometrie.
Algebra:
Logarithmenrechnung,  eventuell  Übungen  im  Gebrauch  des  Rechenstabes.

Kaufmännische  Lehrlinge.
Die  Firma  nimmt  für  ihre  mit  der  Fabrik  in  der  Huttenstraße  verbundenen ­
  kaufmännischen  Bureaus  junge  Leute  in  die  Lehre,  um  sie  in  den
dort  vorkommenden  kaufmännischen  Arbeiten  unterweisen  zu  lassen.
Für  die  Aufnahme  und  die  Ausbildung  dieser  Lehrlinge  und  Volontäre
sind  folgende  Grundsätze  festgelegt;
1.  Die  Firma  nimmt  junge  Leute  im  Alter  von  14  bis  20  Jahren  an,  um  sie  als
kaufmännische  Lehrlinge  auszubilden.  Dieselben  müssen  die  Berechtigung  zum  einjährig-freiwilligen ­
  Dienst  haben.  Die  Einstellung  der  Lehrlinge  erfolgt  zum  1.  April
oder  1.  Oktober.
2.  Die  Lehrzeit  dauert  3  Jahre.  Ein  Jahr  wird  nur  dann  als  volles  Lehrjahr
behandelt,  wenn  der  Lehrling  wenigstens  270  Tage  im  Jahre  gearbeitet  hat.  Die  ersten
3  Monate  gelten  als  Probezeit,  während  welcher  jeder  Teil  vom  Lehrvertrag  zurücktreten ­
  kann.
3.  Die  Lehrlinge  sind  verpflichtet,  Mitglieder  der  Betriebskrankenkasse  zu
werden.
4.  Die  Firma*  gewährt  dem  Lehrling
im  ersten  Jahre  Jl/L  20.—  monatliches  Gehalt,
,,  zweiten  ,,  ,,  40.—  ,,  ,,
„  dritten  „  ,,  60.—  ,,  ,,
sobald  und  solange  seine  Leistungen  befriedigen.
5.  Die  Lehrlinge  werden  in  folgenden  Abteilungen  unterwiesen:
a)  Lohnbureau  Maschinenbau  (Allgemeiner  oder  Spezialmaschinenbau ­
  3  Monate.
Aufstellung  der  Arbeitslöhne,
Statistik  der  Betriebsunkosten,
Nachweis  der  Selbstkosten.
b)  Lohnbureau  Werkzeugbau  3  Monate.
Aufstellung  der  Arbeitslöhne,
Statistik  der  Betriebsunkosten,
Nachweis  der  Selbstkosten.
        <pb n="248" />
        Kaufmännische  Lehrlinge.

219

c)  Stahllager  und  Schmiede  2  Monate.
Führung  der  Lagerbücher,
V  erbrauchsstatistik,
Aufstellung  der  Arbeitslöhne  und  Betriebsunkosten  für  Schmiede,
Härterei,  Glüherei  und  Einsetzerei,
Selbstkosten  der  Schmiedestücke.
d)  Gießerei  4  Monate.
Führung  der  Lagerbücher,
Verbrauchsstatistik,
Aufstellung  der  Arbeitslöhne,
Statistik  der  Betriebsunkosten,
Berechnung  der  Selbstkosten,
Aufstellung  der  Monatsbilanzen.
e)  Materialienlager  3  Monate.
Führung  der  Lagerbücher,
Statistik  über  Ein-  und  Ausgänge,
Materialbestellungen,
Kontrolle  der  Liefertermine,
Warenkenntnis.
f)  Werkzeuglager  4  Monate.
Führung  der  Lagerbücher,
Statistik  der  Ein-  und  Ausgänge,
Kenntnis  des  Expeditionswesens,  für  ein-  und  ausgehende  Waren,

W  arenkenntnis.
g)  Expedition  für  Frachtgüter  4  Monate.
h)  Arbeiterbureau  und  Krankenkasse  2  Monate.

Annahme  und  Entlassung  der  Arbeiter,
Arbeiterstatistik,
Arbeiterversicherung.

i)  Korrespondenzbureau  5  Monate.
Korrespondenz  mit  Lieferanten,  Kunden  und  Vertretern,  Expedition ­
  der  Postsendungen.
k)  Betriebs-  und  Geschäftsbuchführung,  Fabrikkasse  6  Monate.

Abrechnung  der  Werkstätten  untereinander,
Revision  der  Lieferantenrechnungen,
W  areneingangsbuch,
Ausstellung  der  Fakturen,
Provisionsabrechnung,
Lohnzahlung,
Kassabuch,
Memorial,  Konto-Korrent-Konto.
6.  Die  Lehrlinge  haben  keinen  Anspruch  darauf,  die  verschiedenen  Abteilungen
durchweg  und  in  der  vorstehenden  Reihenfolge  durchzumachen,  vielmehr  wird  die
Reihenfolge  durch  die  Geschäftsleitung  bestimmt;  die  für  die  einzelnen  Abteilungen
angegebenen  Zeiten  sind  nur  annähernd  maßgebend.
7.  Die  Lehrlinge  werden  bei  ihrer  Einstellung  einem  Herrn  unterstellt,  der  dafür
sorgt,  daß  sie  die  verschiedenen  Abteilungen  in  angemessener  Reihenfolge  durchmachen. ­
  Alle  Wünsche  und  Beschwerden  haben  die  Lehrlinge  bei  diesem  Herrn  anzubringen. ­

8.  Die  kaufmännischen  Lehrlinge  sind  berechtigt,  an  dem  Unterrichte  der  für
die  gewerblichen  Lehrlinge  eingerichteten  Fortbildungsschule  in  folgenden  Fächern
teilzunehmen:
Buchführung,  Materialienkunde,  Bürgerkunde,  Handelsrecht,  Wechselrecht.
Hat  sich  ein  Lehrling  für  die  Teilnahme  entschlossen,  so  ist  er  verpflichtet,  den  betr.
Kursus  während  eines  halben  Schuljahres  zu  besuchen.
        <pb n="249" />
        220

Das  Lehrlingswesen.

9.  Die  Firma  nimmt  auch  Volontäre  als  kaufmännische  Lehrlinge  für  ein  oder
zwei  Jahre  an;  die  Volontäre  erhalten  keine  Vergütung,  sondern  haben  im  ersten
Jahre  Jt  500.—,  im  zweiten  Jahre  JL  300.—-  Lehrgeld  an  die  Firma  irn  voraus  zu
zahlen,  welches  zur  Bestreitung  der  Kosten  der  Fortbildungsschule  dient.
Der  Inhalt  der  Lehrverträge,  welche  mit  den  gewerblichen  und  kaufmännischen ­
  Lehrlingen  geschlossen  werden,  entspricht  im  allgemeinen  dem
der  angeführten  Grundsätze.
Nach  Vollendung  der  Lehrzeit  erhalten  die  Lehrlinge  ein  Zeugnis,  wofür ­
  in  Kunstdruck  ausgeführte  Formulare  verwendet  werden.
Stundenplan  für  die  Fortbildungsschule.

7—8

Uhr

vormittag,

Montag:
Klasse  I  u.  Ia.

Buchführung;

7—8

}&amp;gt;

„  II.

Deutsch;

5—6

J?

nachmittag,

„  Ia.

Geometrie.

7—8

Uhr

vormittag,

Dienstag:
Klasse  I.

Algebra;

7—8

&amp;gt;&amp;gt;

&amp;gt;&amp;gt;

„  HI-Deutsch;



4—6

&amp;gt;&amp;gt;

nachmittag,

„  i  u.  y 2  ii.

Zeichnen.

7—8

Uhr

vormittag,

Mittwoch:
Klasse  I  u.  Ia.

Bürgerkunde;

7—8

J&amp;gt;

&amp;gt;  J

„  II-Geometrie;



5—6

nachmittag,

,,  I  u.  Ia.

Materialkunde

5—6

&amp;gt;&amp;gt;

„  II-(Eisenhüttenkunde).


Deutsch.

7—8  Uhr

vormittag,

Donnerstag:
Klasse  Ia.

Algebra;

7—8

&amp;gt;&amp;gt;

J)

„  II-Rechnen;



5—6

J  J

nachmittag,

„  I.

Geometrie;

5—6

J  J

„  HI-Deutsch.



7—8

Uhr

vormittag,

Freitag:
Klasse  II.

Algebra;

7—8

&amp;gt;  J

&amp;gt;5

„  HI-Geometrie;



4—6

J)

nachmittag,

„  V 2  II  u.  III.

Zeichnen.

7—8

Uhr

Sonnabend;
vormittag,  Klasse  I  u.  Ia.

Materialkunde  (Werk7—8 ­



J?

55

„  HIstattskunde).


Rechnen.
        <pb n="250" />
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Der  Fabrikbetrieb.  Praktische  Anleitung  zur  Anlage  und  Verwaltung  von
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Die  Werkzeugmaschinen  und  ihre  Konstruktionselemente.  Ein  Lehrbuch ­
  zur  Einführung  in  den  Werkzeugmaschinenbau.  Von  Pr.  W.  Hülle,
Ingenieur,  Oberlehrer  an  der  Kgl.  höheren  Maschinenbauschule  in  Stettin.
Mit  326  Textfiguren.  In  Leinwand  geb.  Mi  8.—.

Die  Werkzeugmaschinen.  Von  Hermann  Fischer,  Geh.  Regierungsrat  und
Professor  an  der  Kgl.  Hochschule  zu  Hannover.  I.  Die  Metallbearbeitungsmaschinen. ­
  Zweite,  vermehrte  und  verbesserte  Auflage.  Mit  1545  Textfiguren ­
  und  50  lithogr.  Tafeln.  In  zwei  Leinwandbände  geb.  Preis  M.  45.  —  .
II.  Die  Holzbearbeitungsmaschinen.  Mit  421  Textfiguren.  In  Leinwand  geb.
Preis  M.  15.  —  .

Aufgaben  und  Fortschritte  des  deutschen  Werkzeugmaschinenbaues.
Von  Friedrich  Ruppert,  Oberingenieur.  Mit  398  Textfiguren.  In  Leinwand
geb.  Preis  M.  6.—.

Die  Werkzeugmaschinen  auf  der  Weltausstellung  in  Lüttich  1905.
Von  Professor  ®r.*3jng.  G.  Schlesinger.  Mit  einem  Vorbericht  von  Paul  Möller.
Mit  228  Textfiguren.  Preis  M.  3.—.

Das  praktische  Jahr  des  Maschinenbau-Volontärs.  Ein  Leitfaden  für
den  Beginn  der  Ausbildung  zum  Ingenieur.  Von  Dipl.-Ingenieur  F.  zur  Nedden.
Mit  4  Figuren.  Preis  M.  4.  —  ;  in  Leinwand  geb.  M.  5.—.

Die  Verwaltungspraxis  bei  Elektrizitätswerken  und  elektrischen
Straßen-  und  Kleinbahnen.  Von  Max  Berthold,  Bevollmächtigter  der
Kontinentalen  Gesellschaft  für  elektrische  Unternehmungen  und  der  Elektrizitäts-Aktiengesellschaft ­
  vormals  Schuckert  &amp;amp;  Co.  in  Nürnberg.  In  Leinwand
geb.  Preis  M.  8.—.
        <pb n="251" />
        Yerlag  von  Julius  Springer  in  Berlin.

Zu  beziehen  durch  jede  Buchhandlung.

Hilfsbuch  für  den  Maschinenbau.  Für  Maschinentechniker  sowie  für  den
Unterricht  an  technischen  Lehranstalten.  Yon  Fr.  Freytag,  Professor,  Lehrer
an  den  technischen  Staatslehranstalten  in  Chemnitz.  Zweite,  vermehrte
und  verbesserte  Auflage.  Mit  1004  Textfiguren  und  8  Tafeln.  In  Leinwand
geh.  Preis  M.  10.—  ;  in  Ganzleder  geh.  M.  12.—.

Hilfsbuch  für  die  Elektrotechnik.  Herausgegeben  unter  Mitwirkung  zahlreicher ­
  Fachgenossen  von  Dr.  Karl  Strecker.  Siebente,  umgearbeitete  und  vermehrte ­
  Auflage.  Mit  675  Textfiguren.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  14.—.

Entwerfen  und  Berechnen  der  Dampfmaschinen.  Ein  Lehr-  und  Handbuch ­
  für  Studierende  und  Konstrukteure.  Yon  Heinrich  Dubbel,  Ingenieur.
Zweite,  verbesserte  Auflage.  Mit  427  Textfiguren.  In  Leinwand  geb.
Preis  M.  10.  —.

Hilfsbuch  für  Dampfmaschinen-Techniker.  Herausgegeben  von  Joseph
Hrabäk,  k.  u.  k.  Hofrat,  emer.  Professor  an  der  k.  u.  k.  Bergakademie  zu
Pribram.  Vierte  Auflage.  In  3  Teilen.  Mit  Textfiguren.  In  3  Leinwandbände ­
  geb.  Preis  M.  20.—

Theorie  und  praktische  Berechnung  der  Heißdampfmaschinen.  Mit
einem  Anhänge  über  die  Zweizylinder-Kondensations-Maschinen  mit  hohem
Dampfdruck.  Von  Joseph  Hrab&amp;amp;k,  k.  u.  k.  Hofrat,  emer.  Professor  an  der
k.  und  k.  Bergakademie  zu  Pribram.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  7.—.

Die  Steuerungen  der  Dampfmaschinen.  Von  Carl  Leist,  Professor  an  der
Kgl.  Technischen  Hochschule  zu  Berlin.  Zweite,  sehr  vermehrte  und  umgearbeitete ­
  Auflage,  zugleich  als  fünfte  Auflage  des  gleichnamigen  Werkes  von
Emil  Blaha.  Mit  553  Textfiguren.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  20.—.

Di©  Regelung  der  Kraftmaschinen.  Berechnung  und  Konstruktion  der
Schwungräder,  des  Massenausgleichs  und  der  Kraftmaschinenregler  in  elementarer ­
  Behandlung.  Von  Max  Tolle,  Professor  und  Maschinenbauschuldirektor. ­
  Mit  372  Textfiguren  und  9  Tafeln.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  14.—.

Kondensation.  Ein  Lehr-  und  Handbuch  über  Kondensation  und  alle  damit
zusammenhängenden  Fragen,  einschließlich  der  Wasserrückkühlung.  Für
Studierende  des  Maschinenbaues,  Ingenieure,  Leiter  größerer  Dampfbetriebe,
Chemiker  und  Zuckertechniker.  Von  F.  J.  Weiß.  Zivilingenieur  in  Basel.
Mit  96  Textfiguren.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  10.—.

Die  Dampfkessel.  Ein  Lehr-  und  Handbuch  für  Studierende  Technischer  Hochschulen, ­
  Schüler  höherer  Maschinenbauschulen  und  Techniken  sowie  für
Ingenieure  und  Techniker.  Bearbeitet  von  F.  Tetzner,  Professor,  Oberlehrer
an  den  Kgl.  vereinigten  Maschinenbauschulen  in  Dortmund.  Dritte,  verbesserte
Auflage.  Preis  in  Leinwand  geb.  M.  8.—.
        <pb n="252" />
        Verlag  von  Julius  Springer  iu  Berlin.

Zu  beziehen  durch  jede  Buchhandlung.

Das  Entwerfen  und  Berechnen  der  Verbrennungs-Motoren.  Handbuch
für  Konstrukteure  und  Erbauer  von  Gas-  und  Ölkraftmaschinen.  Von  Hugo
Güldner,  Oberingenieur,  Direktor  der  Güldner-Motoren-Gesellschaft  in  München.
Zweite,  bedeutend  erweiterte  Auflage.  Mit  800  Textfiguren  und  30  Konstruktionstafeln. ­
  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  24.—.
Die  Turbinen  für  Wasserkraftbetrieb.  Ihre  Theorie  und  Konstruktion.
Von  A.  Pfarr,  Geh.  Baurat,  Professor  des  Maschinen-Ingenieurwesens  an  der
Grofiherzoglichen  Technischen  Hochschule  zu  Darmstadt.  Mit  496  Textfiguren
und  einem  Atlas  von  46  lithogr.  Tafeln.  In  zwei  Bände  geb.  Preis  M.  36.—
Neuere  Turbinenanlagen.  Auf  Veranlassung  von  Prof.  E.  Reichel  und  unter
Benutzung  seines  Berichtes  „Der  Turbinenbau  auf  der  Weltausstellung  in
Paris  1900“,  bearbeitet  von  Wilhelm  Wagenbach,  Konstruktionsingenieur  an
der  Kgl.  Technischen  Hochschule  Berlin.  Mit  48  Textfiguren  und  54  Tafeln.
In  Leinwand  geb.  Preis  M.  15.—.
Turbinen  und  Turbinenanlagen.  Von  Viktor  Gelpkc,  Ingenieur.  Mit  52  Textfiguren ­
  und  31  lithogr.  Tafeln.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  15.—.
Die  Pumpen.  Berechnung  und  Ausführung  der  für  die  Förderung  von  Flüssigkeiten ­
  gebräuchlichen  Maschinen.  Von  Konrad  Hartmann  und  J.  O.  Knoke.
Dritte,  neubearbeitete  Auflage  bearbeitet  von  H.  Berg,  Professor  an  der
Technischen  Hochschule  in  Stuttgart.  Mit  704  Textfiguren  und  14  Tafeln.
In  Leinwand  geb.  Preis  M.  18.—.
Zur  Theorie  der  Zenlrifugalpumpen.  Von  Ingenieur  Br.  techn.  Egon  R.
v.  Grünebaum.  Mit  89  Textfiguren  und  3  Tafeln.  Preis  M.  3.—.
Z  entrif  ugalpumpen  mit  besonderer  Berücksichtigung  der  Schaufelschnitte.  Von
Dipl.-Ing.  Fritz  Neumann.  Mit  135  Textfiguren  und  7  lithogr.  Tafeln.  In
Leinwand  geb.  Preis  M.  8.—.
Die  Dampfturbinen,  mit  einem  Anhänge  über  die  Aussichten  der  Wärmekraftmaschinen ­
  und  über  die  Gasturbine.  Von  Dr.  A.  Stodola,  Professor  am  Eidgenössischen ­
  Polytechnikum  in  Zürich.  Dritte,  bedeutend  erweiterte  Auflage.
Mit  434  Textfiguren  und  3  lithogr.  Tafeln.  In  Leinwand  geb.  Preis  M.  20.—.
Die  Hebezeuge.  Theorie  und  Kritik  ausgeführter  Konstruktionen  mit  besonderer
Berücksichtigung  der  elektrischen  Anlagen.  Ein  Handbuch  für  Ingenieure,
Techniker  und  Studierende.  Von  Ad.  Ernst,  Professor  des  Maschinen-Ingenieurwesens
  an  der  Königl.  Technischen  Hochschule  in  Stuttgart.  Vierte,  neubearbeitete ­
  Auflage.  Drei  Bände.  Mit  1486  Textfiguren  und  97  lithogr.  Tafeln.
In  3  Leinwandbände  geb.  Preis  M.  60.—.
Die  Luftseilbahnen.  Ihre  Konstruktion  und  Verwendung.  Von  P.  Stephan.
Mit  194  Textfiguren  und  4  lithogr.  Tafeln.  Preis  M.  7.—.
Technische  Untersuchungsmethoden  zur  Betriebskontrolle,  insbesondere
zur  Kontrolle  des  Dampfbetriebes.  Zugleich  ein  Leitfaden  für  die  Übungen
in  den  Maschinenlaboratorien  technischer  Lehranstalten.  Von  Julius  Brand,
Ingenieur,  Oberlehrer  der  Königl.  Vereinigten  Maschinenbauschulen  zu  Elberfeld.
Zweite,  vermehrte  und  verbesserte  Auflage.  Preis  in  Leinwand  geb.  M.  8.—.
        <pb n="253" />
        Verlag  von  Julius  Springer  in  Berlin.

WERKSTATTSTECHNIK.
Zeitschrift  fiir  Anlage  und  Betrieb  von
Fabriken  und  für  Herstellungsverfahren.
Herausgegeben  von
3)r.=$ng.  G.  Schlesinger,
Professor  an  der  Technischen  Hochschule  Berlin.
Monatlich  ein  Heft  von  48  —64  Seiten.  Preis  des  Jahrgangs  M.  15.—.

U nter  dem  Titel  „Werkstattstechnik“  erscheint  seit  Beginn  des  Jahres
1907  in  unserem  Verlage  eine  neue  Zeitschrift,  die  der  gesamten
Maschinen  -  Industrie  und  ihren  zahlreichen  Ingenieuren  Belehrung  und
Anregung  auf  Gebieten  geben  will,  welche  in  den  bestehenden  technischen ­
  Zeitschriften  nur  kurz  behandelt  werden.
Die  „Werkstattstechnik“  bringt  eingehende  Berichte  über  die  Anlage, ­
  den  Bau  und  den  Betrieb  von  Fabriken  —  hauptsächlich  von
Maschinenfabriken  —,  sie  beschäftigt  sich  mit  deren  innerer  Organisation,
der  Zusammenarbeit  der  technischen  und  der  kaufmännischen  Leitung,
und  mit  allen  zum  Fabrikbetrieb  gehörenden  wirtschaftlichen  Fragen.
Ein  wesentlicher  Teil  der  Zeitschrift  ist  der  eigentlichen  Werkstattstechnik ­
  —  den  Bearbeitungsmaschinen,  Werkzeugen  und  Einrichtungen
für  den  allgemeinen  Maschinenbau  und  für  Massenfabrikation  —  gewidmet, ­
  die  in  der  Wechselwirkung  mit  der  Arbeit  des  berechnenden
Ingenieurs  und  des  nachprüfenden  Kaufmanns  die  Grundlage  zum  Gedeihen ­
  einer  Fabrik  bildet.
Besonderen  Anklang  hat  der  Fragekasten  „Aus  Werkstatt  und
Bureau“  gefunden,  in  dem  der  Herausgeber  und  seine  Mitarbeiter  auf
Anfragen  rein  technischer  Art  bereitwilligst  Auskunft  geben.

Probehefte  stehen  gerne  zur  Verfügung.

Zu  beziehen  durch  jede  Buchhandlung.

BBEntsCutrung
26  Nw.  2810
        <pb n="254" />
        Die  Bewertung.

179

12*

Beispiele:

Inven
tur-Ni|

iStck.j  kg

Gegenstand

Bemerkungen
E.  =  roh,
A.  =  in  Arbeit.
F.  =  fertig.

e  v

ii  r

Rollmaterialienvorräte,  nicht  für  Bestellungen,

20

Putzwolle

12

Atlasstahl  20  mm  Q

84

Rohmaterialien  für  bestimmte  Bestellungen.
I&amp;gt;0  {  —  |  32,5  mm  Gasrohr  1^3/8"

Teile  im  Vorrat,  nicht  für  Bestellungen.

»oh  01  —  ÄHi

—

Schrauben  12  mm  0X35  mm  lg.

|  Kopf

UM  1  i

—

50  mm  X  zus.  6,310  mm

Lehrenmaterial  gehobelt

■  3.  In  Arbeit  befindliche  Fabrikate.

M

860/64

Die  Bei
Teilen  verbleit!

Spindeln  211
Fräser
Räderplatten  3  C
Reibahlen
Fräsm.  1211
Univ.-Fräsköpfe  15  II
Oneidafutter
Spindelkasten  3  C
verstellbare  Reibahlen
Fräsm.  12  III
ierzu  nur  vorhanden
Ständer

A
R
A  1  St.  Ausschuß
A  15  St.  geliefert.
F
A
A  14  Triebe  fehlen
A  25  Spindeln  „
A  20  Muttem  „
A

?n  auf  Grund  der  Listen  unter  Kennzeichnung  des  bei  den
■Zettels.
Form.  111).  Rückseite.

1WE  &amp;amp;  Co.  A.-G.

trq.

  CD
o  CD

Inyenturzettel

Liste.
Nr.  .

_^1&amp;gt;.  Orig.-Größe  100X100  mm.
        <pb n="255" />
        ﻿
        <pb n="256" />
        ﻿Die Selbstkostenberechnung mittels Tabellen.

131

9*
        <pb n="257" />
        ﻿
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
