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mancher  ziemlich  naheliegende  Kausalzusammenhang  ist  ganz
übersehen  worden.  So  ergibt  sich  m.  E.  gerade  aus  der  Bernhardschen
  Darstellung,  dass  u.  a.  in  der  Textilindustrie  die  Organisation ­
  der  Arbeit  selbst,  das  durch  den  Arbeitsprozess  bedingte
gruppenweise  Arbeiten  auf  die  Lohnbemessungsmethode  Einfluss
gehabt  haben  muss  *);  noch  bedeutsamer  aber  war  gewiss  für  die
Lohnbemessungsweise  in  der  Textilindustrie  der  Zusammenhang
mit  den  Heimarbeitsverhältnissen,  aus  denen  heraus  die  englische
Industrie  gross  geworden  ist.
Es  ist  aber  hier  nicht  der  Ort,  diese  Einzelheiten  weiter  zu
verfolgen,  die  auch  eine  Vertiefung  in  die  Geschichte  der  verschiedenen ­
  Industriezweige  erfordern  würde.  Für  den  gegenwärtigen ­
  Zusammenhang  handelt  es  sich  nur  darum,  ein  ökonomisches ­
  Moment  hervorzuheben,  das  nicht  etwa  bloss  für  den  theoretischen ­
  Gedankengang,  sondern  auch  praktisch  als  solches  erscheint, ­
  das  generell  ganz  erheblich  zur  Entwicklung,  Einführung
und  Verbreitung,  des  Werklohnsystems  in  irgend  einer  Form  beigetragen ­
  haben  kann.  Dieser  ökonomische  Faktor  scheint  mir
darin  erkennbar  zu  sein,  dass  in  der  Werklohnorganisation  beim
Arbeitsverhältnisse  eine  Befreiung  des  Unternehmers
von  einem  Moment  der  Unsicherheit  liegt,  dem  seine
ganze  Kalkulation  im  Falle  der  Durchführung  seines  Unternehmens
mit  der  Lohnbemessung  nachMassgabe  der  aufgewendeten  Arbeitszeit ­
  unterliegt.  Es  soll  hier  gleich  vorausgeschickt  werden,  dass
es  sich  nicht  um  einen  für  alle  Verhältnisse  zutreffenden,  sozusagen ­
  zwingenden  Zusammenhang  handelt.  Allein  die  Tatsache,
dass  der  Arbeitgeber  mit  der  Bezahlung  und  vorher  mit  dem  in
Rechnungsetzen  einer  bestimmten  Zeiteinheitsgrösse  von  Arbeit
keine  für  irgendwelche  Kalkulation  unbedingt  verlässliche  Leistungs-
  oder  Wertgrösse  erfasst,  wird  mehr  oder  minder  bei  allen
Zeitlohnverhältnissen  fühlbar  werden,  und  darin  liegt  ein  Risiko.
Dieses  Risiko  kommt  ganz  naturgemäss  in  jenen  Industrien
am  stärksten  zur  Geltung,  in  denen  der  Unternehmer  nicht  mit
einer  konstant  gleichmässig  fortlaufenden  Produktion  zu  rechnen
hat,  sondern  in  denen  er  beständig  neuartigen  Aufträgen  seiner
Kunden  und  damit  einem  beständigen  Wechsel  in  der  Organiauch ­
  die  Arbeiterschaft  selbst  da  und  dort  das  Bemessungssystem  weiter  übertragen
haben,  so  z.  B.  vom  Eiseilbahnbau  zur  Landwirtschaft.
I)  Bernhard  a.  a.  O.  Im  Anhang  I  des  ersten  Abschnittes  die  Kapitel  »Form
der  Akkordarbeit«  S.  16  ff.  und  »die  wichtigsten  Gruppenarbeiten«  S.  19.