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Zahl  gleichartiger  Bestellungen,  die  Arbeit  im  Werklohn  zu  vergeben, ­
  und  bietet  den  Arbeitern  an,  die  Arbeit  zu  8  Mk.,  also  um
2  Mk.  weniger,  als  die  bisherigen  Arbeitskosten  betrugen,  durchzuführen. ­
  Diese  versuchen  Widerstand,  er  bleibt  ohne  Erfolg,  sie
müssen  die  Arbeit  übernehmen.  Nach  wenigen  Tagen  ist  die
Leistung  der  Arbeiter  derart  gestiegen,  dass  sie  die  Dreharbeit
nicht  nur  in  zwei,  sondern  bald  in  einem  Tage  erledigen,  worauf
die  Betriebsleitung  den  Arbeitspreis  auf  5  Mk.  herabsetzt.  Also
ist  der  Lohnaufwand  im  Verlaufe  weniger  Wochen  auf  die  Hälfte
herabgedrückt  worden.  Derartige  Fälle  Hessen  sich  zu  Hunderten
anführen.
Die  Wirkung  dieser  Lohnsatzerniedrigungen  (die  Erniedrigung
im  obigen  Fall  ist  vielleicht  nur  gerade  dem  Ausmass  nach  etwas
grösser  als  gewöhnlich)  wird  leicht  viel  zu  gering  veranschlagt.
Ingenieur  Beck  weist  für  einen  Mittelbetrieb  der  Maschinenbauindustrie ­
  bei  einer  grösseren  Zahl  von  Werklohnsätzen  Herabsetzungen ­
  zwischen  7  und  55%  nach,  die  innerhalb  des  Zeitraumes
von  1897—1901  vom  Arbeitgeber  durchgesetzt  worden  sind 1 ).
Die  Frage:  »Gibt  es  denn  eine  Sicherung  gegen  solche  Vorgänge?« ­
  setzt  die  Beantwortung  der  Vorfrage  voraus,  ob  denn
aus  dieser  Verkürzung  der  Lohnsätze  eine  Schädigung  der  Arbeiterinteressen ­
  in  dem  Masse  zu  gewärtigen  ist,  dass  eine  Sicherung
wirklich  als  Notwendigkeit  anzusehen  ist.  Die  Erörterung  dieser
Frage  ist  nichts  anderes  als  eine  Würdigung  der  heutigen  Praxis
der  Werklohnbemessungsmethode  überhaupt,  jener  Seite  dieser
Methode,  die  sie  dem  Unternehmer  zweifellos  besonders  wertvoll
macht.  Sie  schliesst  aber  die  theoretisch-analytische  Klarstellung
eines  Kausalzusammenhanges  in  sich,  der  noch  die  Darstellung
anderer  Tatsachen  der  Lohnbemessung  vorausgehen  muss.  Hier
ist  zunächst  nur  festzustellen,  dass  diese  Herabsetzung  der  Werklohnsätze ­
  den  Ausgangspunkt  für  eine  Reihe  grosser  Lohnkämpfe
gebildet  hat,  da  sie  von  den  Arbeitern  ungemein  schwer  empfunden ­
  wird.
Wie  wichtig  der  Arbeiterschaft  die  Bekämpfung  dieses  Uebelstandes
  ist,  dafür  sprechen  die  positiven  Abhilfemassnahmen,  die
von  dieser  Seite  dagegen  eingeleitet  worden  sind.  Es  sind  Mittel  und
Wege  gesucht  worden,  gegen  diese  Schattenseite  der  Werklöhnung
einzugreifen.  Die  Art  und  Weise,  in  der  bei  der  Verteilung  und
1)  Beck,  Hermann,  »Lohn-  und  Arbeitsverhältnisse  in  der  deutschen  Maschinenindustrie ­
  am  Ausgang  des  19.  Jahrhunderts.  Dresden  1902.  S.  58.