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praktisch  eingeführte  Arten  dieses  Zeitprämiensystemes  können  als
Ergebnis  dieser  Bestrebungen  angesehen  werden.  Das  Wesen
dieser  Systeme  wurzelt  in  folgenden  Hauptprinzipien:
1.  Für  die  nach  dem  Zeitprämiensystem  zu  entlohnende  Arbeitsaufgabe ­
  wird  eine  Grundzeit  (allowed  time  oder
a  11  o  w  a  n  c  e)  eingeräumt,  die  in  der  Regel  auf  Grund
längerer  Beobachtungen  berechnet  worden  ist.
2.  Die  Arbeiter  erhalten  einen  sicheren  Stundenlohn  für  jede
tatsächlich  auf  die  Arbeit  verbrauchte  Arbeitsstunde  als
Grundlohn.
3.  Für  jede  ersparte  Stunde  (Differenz  zwischen  der  tatsächlich ­
  gebrauchten  und  der  Grundzeit)  wird  dem  Arbeiter
eine  Prämie  in  der  Höhe  eines  fixen  oder  veränderlichen
Bruchteiles  des  Stundenlohnsatzes  zuerkannt.
Die  Bestimmung  des  Anteiles  des  Arbeiters  an  dem  Lohnwerte ­
  der  ersparten  Zeit  ist  selbstverständlich  von  keiner  geringen
Bedeutung  für  die  ökonomische  Wirksamkeit  eines  solchen  Prämiensystemes,
  aber  in  ihrer  ganzen  Tragweite  wird  sie  doch  nur
dann  richtig  erfasst,  wenn  der  Spielraum  für  die  Zeitersparung
Berücksichtigung  findet,  d.  h.  mit  anderen  Worten  der  Erfolg  dieser ­
  Systeme  hängt  von  der  Bemessung  der  Grundzeit,  die  seitens ­
  des  Arbeitgebers  zugestanden  wird,  ebenso  wesentlich  ab  wie
von  der  absoluten  Höhe  des  Grundlohnes  und  der  Prämie.  Das
haben  die  Arbeitgeber  denn  auch  gar  bald  erkannt  und  in  dieser
Richtung  vielfach  experimentiert.
F.  A.  Halsey,  der  Direktor  des  kanadischen  Betriebes  der
Rand-Drillgesellschaft  in  Sherbrooke,  der  als  Schöpfer  der  neuen
Zeitprämiensysteme  bezeichnet  werden  muss,  hat,  wie  Bernstein
schon  berichtete,  Gewicht  gelegt  auf  die  Einräumung  einer  hohen
Grundzeit  und  einer  verhältnismässig  niedrigen  Prämienrate;  der
Arbeiter  vermöge  bei  solcher  Sachlage  sehr  bald  zu  einer  Zeitersparung ­
  zu  gelangen  und,  was  noch  wichtiger  sei,  wenn  sich
eine  Prämie  als  zu  niedrig  erweise,  weil  z.  B.  nur  mässige  Zeitersparungen ­
  möglich  sind,  so  könne  eine  Erhöhung  ohne  weiteres
vorgenommen  werden,  während  eine  Herabsetzung  der  Prämie
das  ganze  System  bei  den  Arbeitern  in  Misskredit  bringen,  es  also
in  Frage  stellen  könne 1 ).  Ungeachtet  dieses  generell  geäusserten
Prinzipes  räumt  Halsey  doch  ein,  dass  zwischen  Arbeitskategorien
1)  Report  on  Gainsharing  and  certain  other  Systems  of  Bonus  on  production
1895.  s -  34  f.