53

während  einer  Arbeitszeit  von  rund  29 1 / 2  Wochen  hat  der  Arbeiter ­
  94,93  $  mehr  verdient,  als  der  Zeitlohn  ausmachte.  Die
Westinghouse  Electric  Manufactg.  Company  in  Pittsburg  hat  unter
dem  Einflüsse  des  Prämiensystemes  das  Ausbringen  in  einzelnen
Fabrikabteilungen  um  50—150  Proz.  erhöht.  Auch  in  einem  anderen ­
  Falle  hat  sich  die  Menge  der  in  der  Zeiteinheit  ausgebrachten ­
  Stücke  um  über  IOO  Proz.  gehoben 1 ).
Die  Zufriedenheit  der  Unternehmer  mit  dieser  Lohnform  fusst
auf  der  wesentlichen  Verbilligung  der  Produktionskosten,  die  aber
nicht  etwa  nur  auf  die  Lohnersparung,  die  absolute  Verminderung
an  Löhnen  zurückzuführen  ist,  sondern  zu  einem  grossen  Teil  auch
aus  einer  Verminderung  der  auf  die  Produktionseinheit  entfallenden ­
  Generalunkosten  —  es  wächst  eben  der  Divisor  bei  Feststellung ­
  dieses  Quotienten  —  resultiert.
Die  Steigerung  der  Arbeitsintensität  bleibt  freilich  auch  für
manche  Betriebskosten  nicht  ohne  Einfluss.  Die  stärkere  Inanspruchnahme ­
  des  Maschinenmateriales  findet  man  verschiedentlich
hervorgehoben;  sie  sei  bei  schnellerem  Gang  der  Maschine,  den  der
Arbeiter  herbeiführt,  sobald  sein  Interesse  daran  wachgerufen  ist,
unvermeidlich.  Ja  es  ist  sogar  behauptet  worden,  das  Arbeitsprodukt ­
  leide  unter  dem  Beschleunigen  des  Arbeitstempos:  die
Maschine  bewirkte  bei  grösserer  Geschwindigkeit  (z.  B.  beim  Fräsen
von  Zahnrädern,  Zahnstangen)  eine  zu  grosse  Erhitzung  des  Materiales, ­
  welches  bei  der  Erkaltung  sich  verziehe  und  deformiere.
Diesem  Bedenken  stehen  aber  Aeusserungen  gegenüber,  dass  derartige ­
  Kosten  gegenüber  dem  Gewinne  der  Unternehmung  aus
der  Lohnersparung  gar  nicht  in  Frage  kämen  2  3 ).  Und  wenn  weiter ­
  auf  die  Belastung  der  Betriebsverwaltung  durch  die  beim  Prämiensystem ­
  notwendig  werdenden  Lohnberechnungsbureaus  hingewiesen ­
  wird,  die  die  Rentabilität  des  Systemes  fraglich  erscheinen ­
  lassen,  so  ist  dem  gegenüber  festzustellen,  dass  einerseits  die
Notwendigkeit,  die  Werkmeister  von  schwierigen  Lohnberechnungen ­
  zu  entlasten,  und  anderseits  die  Wirtschaftlichkeit,  welche
in  der  Spezialisierung  dieser  Verwaltungsarbeit  sich  dokumentiert,
schon  vielfach  zur  Einrichtung  von  solchen-  Rechnungsbureaus,
u.  z.  auch  seitens  jener  Unternehmungen  geführt  haben,  bei  denen
ein  Pi-ämiensystem  mit  Grundzeitberechnung  nicht  organisiert  ist  8 ).

1)  Zeitschr.  d.  V.  d.  Ing.  Möller,  Bd.  47,  S.  1133  f.
2)  Ebenda  S.  1135,  Note  2.
3)  Die  Kosten  solcher  Rechnungsbureaus  werden  gar  nicht  als  besonderes  Er-