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Die  überaus  interessante  Diskussion,  die  sich  im  Institut  der
Maschineningenieure  Englands  an  einen  Vortrag  Rowans  über  sein
System  knüpfte  (März  1903),  ergab  freilich  noch  eine  Reihe  abfälliger ­
  Aeusserungen  seitens  der  Unternehmer  und  vom  Standpunkte ­
  derselben  aus.  Sie  blieben  aber  nicht  unwidersprochen,
und  man  kann  aus  den  Verhandlungen  den  Gewinn  ziehen,  dass  der
Erfolg  eines  Lohnsystems  in  den  einzelnen  Betrieben  nicht  allein
mit  Rücksicht  auf  die  Verschiedenheit  der  Arbeiten,  sondern  auch
in  konkurrierenden  gleichartigen  Unternehmungen  ein  völlig  verschiedener ­
  sein  kann.  Eines  schickt  sich  nicht  für  alle!  Es  kommt
ganz  offenbar  auch  sehr  viel  auf  die  Persönlichkeiten  an,  sowohl
unter  den  Arbeitern  als  unter  den  Leitern  einer  Unternehmung.
Das  Urteil  ist  jedoch  ganz  überwiegend  günstig,  und  nur  das
hohe  Interesse  der  Unternehmer  an  dem  Zeitprämiensystem  vermag ­
  es  begreiflich  zu  machen,  dass  seitens  der  Betriebsleitung  mitunter ­
  die  weitestgehenden  Zugeständnisse  an  die  Arbeiter  gemacht
wurden,  um  diese  zur  Annahme  des  Zeitprämiensystemes  zu  bestimmen ­
  J ).
Diese  günstige  Beurteilung  hat  in  England  und  in  den  Vereinigten ­
  Staaten  ihre  ganz  besonderen  Gründe.
Die  Abneigung  des  Tradeunionismus  gegen  Stücklöhnung  ist
dort  eine  besonders  starke  freilich  aber  auch  zum  grossen  Teil
durch  das  Vorgehen  der  Arbeitgeber  verursacht.  Deshalb  kommt
dort  das  Prämiensystem  vor  allem  mit  dem  einfachen  Zeitlohn  in
Vergleichung  und  stellt  sich  hiebei  ganz  selbstverständlich  als
überaus  vorteilhaft  dar.  Aber  auch  der  Vergleich  mit  dem  Stücklohnsystem ­
  fällt  gleichwohl  noch  zu  Gunsten  des  Prämiensystemes
fordernis  empfunden,  vielmehr  bietet  die  Existenz  derselben,  wie  mehrfach  hervorgehoben ­
  wird,  erst  die  Möglichkeit,  zu  ganz  richtigen,  scharfen  Kostenanschlägen  für
Lieferungsanträge  zu  gelangen.
1)  Eine  amerikanische  Werksverwaltung  hat  die  Annahme  des  Zeitprämiensystemes ­
  ihren  bishin  im  einfachen  Zeitlohn  arbeitenden  Leuten  gegen  die  folgenden  Zugeständnisse ­
  sozusagen  abgekauft:  I.  Die  Grundzeit  soll  niemals  kürzer  festgesetzt
werden,  als  die  kürzeste  Zeit  unter  dem  Stundenlohnsystem  für  das  gleiche  Stück  und
die  gleiche  Arbeitsmascliine  ausmacht;  2.  Niemand  soll  entlassen  werden,  wenn  es
ihm  nicht  gelingt,  weniger  Zeit  zu  brauchen  als  die  festgesetzte  Grundzeit;  3.  Einen
5O 0 / 0 igen  Anteil  an  dem  ersparten  Lohn  als  Prämie.  4.  Die  Grundzeit  sollte  nur  bei
Einführung  eines  neuen  Verfahrens  geändert  werden  dürfen;  5.  Alle  Prämien  sind
innerhalb  2  Wochen  nach  Vollendung  der  Arbeit  auszuzahlen;  6.  Nach  einem  Jahre
soll  das  System  für  alle,  die  es  fordern,  aufgehoben  werden;  7.  In  diesem  Falle  soll
der  Arbeiter  nicht  gezwungen  werden,  so  schnell  zu  arbeiten,  als  er  unter  dem  Prämiensystem ­
  gearbeitet  hat  (Zeitschr.  d.  V.  deutsch.  Ing.  a.  a.  O.  S.  1134).