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der  Arbeiter  eia  der  neuen  Technik  entsprechendes  Mehrprodukt
leistet,  die  ihm  sonst  zufallende  Mehrbezahlung  aber  in
die  eigene  Tasche  stecken«  1  2 ).  Vor  allem  bedürfe  man  eines
Lohnsystemes,  das  die  nötige  Elastizität  aufweise,  sich  den  technischen ­
  Aenderungen  einer  Industrie  jeweilig  anzupassen.  Nur
die  Werklöhnung  aber  besitze  eine  solche,  denn  sie  ermögliche,
dass  die  Arbeiter  in  ihrem  Einkommen  nicht  geschädigt,  aber
auch  die  Maschinen  entsprechend  ausgenützt  würden.
Und  damit  stellt  auch  Beimstein  das  allgemeine  wirtschaftliche
Interesse  an  der  Verbilligung  der  Produktion  in  den  Vordergrund a ).
Der  Arbeiter  dürfe  nicht  in  einen  Gegensatz  zur  übrigen  Gesamtheit ­
  kommen,  eine  Gefahr,  die  z.  B.  beim  Gewiunbeteiligungssystem ­
  bestünde,  weil  dieses  in  seinem  Wesen  partikularistisch
sei.  Der  »individuelle  Akkord«  müsse  dem  System  der  festen
Löhne,  aber  eben  im  tarifmässig  festgelegten  Werklohne ­
  weichen.  In  der  Stücklöhnung  auf  der  Grundlage  eines
von  organisierten  Unternehmern  und  Arbeitern  vereinbarten  und
ständiger  gemeinsamer  Kontrolle  unterworfenen  Tarifes  glaubt  er
»die  Lohnform  der  nächsten  sozialistischen  Zukunft«  erkennen  zu
dürfen.
Aber  nicht  nur  der  Stücklohnbemessung  soll  Gerechtigkeit
und  Sachlichkeit  bei  Prüfung  der  Methoden  zuteil  werden.  Gleich
Sidney  Webb  hat  auch  Bernstein  zu  dem  vorhin  besprochenen
Prämiensystem  sich  geäussert  und  zu  erkennen  gegeben,  dass  seines
Erachtens  die  Arbeiterpartei  demselben  sympathisch  gegenübertreten ­
  solle.  Für  seinen  Gedankengang  sind  die  folgenden  zwei
Stellen  sehr  bezeichnend  :
»Der  gesellschaftliche  Fortschritt  erfordert  Vermehrung  und  Verbilligung  der  Produktion ­
  bei  Verkürzung  der  Arbeitszeit  —  letzteres  auch  von  anderen  Gesichtspunkten
als  dem  der  Produktionstechnik  aus.  Verkürzung  der  Arbeitszeit  heisst  Erziehung  zu
qualifiziertem  Konsum,  zu  höherem  Bedarf  und  damit  zu  weiterem  gesellschaftlichen
Fortschritt.  Verkürzung  der  Arbeitszeit  ist  aber  mit  gleichzeitiger  Verbilligung  der  Produktion ­
  nur  vereinbar,  wenn  die  Arbeitszeit  in  der  Fabrik  gehörig  ausgenutzt  wird.
So  verwerflich  jede  Anspannung  der  Arbeitskraft  ist,  die  der  Gesamtheit  Abbruch
tut,  so  widersinnig  ist  der  Schlendrian  in  der  Fabrik.  Allgemein
durchgeführt,  würde  er  ein  ernsthaftes  Hemmnis  des  Fortschrittes  der  Gesellschaft,
werden.  Nicht  hier  ist  daher  das  Mittel  der  Erhöhung  des  Komforts  der  Arbeiterklasse ­
  zu  suchen  .  .  .«
»Wo  die  Technik  einer  Industrie  die  Einführung  der  Stückarbeit  erlaubt,  und

1)  Sozialist.  Monatshefte  1902,  Heft  12.
2)  Sozialist.  Monatshefte  1904,  Heft  4.