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2.  Die  Bedenken  gegen  die  Stabilisierung.
Zu  dieser  namentlich  auch  einen  Programmpunkt  des  Munizipalsozialismus ­
  bildenden  B'orderung  der  Stabilisierung  der  in  gemeinwirtschaftlichen ­
  Betrieben  beschäftigten  Arbeiter  ist  nun  in
jüngster  Zeit  verschiedentlich  Stellung  genommen  worden.  In  der
Literatur  hat  man  die  positiven  Ergebnisse  der  Bestrebungen  zu
Gunsten  dieser  Entwicklung  verfolgt  und  ist  mit  grösserer  oder
geringerer  Unbefangenheit  der  Kritik  dafür  eingetreten.  Auf  die
grosse  Bedeutung,  die  einem  solchen  Vorgehen  zukommt,  habe
ich  schon  wiederholt  hingewiesen,  ohne  jedoch  auf  die  unleugbaren,
aufs  erste  bestechenden  Gegenargumente  einzugehen.  In  der  Literatur ­
  sind  solche  allerdings  auch  nur  sehr  zerstreut  geltend  gemacht ­
  worden.  Es  ist  aber  nunmehr  an  der  Zeit,  denselben  entgegenzutreten, ­
  und  zwar  um  so  mehr,  als  in  der  Haltung  der
Verwaltungen,  die  zu  dem  Problem  bereits  Stellung  genommen
haben,  merkliche  Verschiedenheiten  zu  beobachten  sind,  namentlich ­
  aber  mit  Rücksicht  darauf,  dass,  gestützt  auf  diese  Gegenargumente ­
  über  die  erwähnte  Forderung  ablehnende  Entscheidungen ­
  von  parlamentarischen  Körperschaften  gefällt  werden.
Die  Ausführungen  der  in  erster  Linie  zu  nennenden  Arbeiten
Lindemann's  (Hugo)'),  Mombert's, 2 )  und  Klien’s 1  2  3 ),  die  namentlich
deutsche  kommunale,  sowie  meine  eigenen  Darstellungen 4 )  die
vorwiegend  österreichische  Stabilisierungsvorgänge  betreffen,  auch
einzelne  Nachrichten  über  analoge  Erscheinungen  in  England,  sie
alle  zusammen  weisen  genügend  Tatsachenmaterial  auf,  um  erkennen
zu  lassen,  dass  auf  der  einen  Seite  wirklich  schon  viel  in  der  erwähnten ­
  Richtung  von  gemein  wirtschaftlichen  Verwaltungen  geschehen ­
  ist,  was  zu  einer  gewissen  Befriedigung  Anlass  gibt,  dass
aber  anderseits  auch  eine  kaum  glaubliche  Verknöcherung,  teils
aus  Indolenz,  teils  aus  einem  gewissen  Konservativismus  resultierend,
in  den  Kreisen  kompetenter  Verwaltungskörper  zu  finden  ist.  Mit
der  Indolenz  ist  natürlich  an  dieser  Stelle  nicht  zu  rechten.
Gegen  sie  anzukämpfen  ist  ja  übrigens  auch  in  erster  Linie  Sache
1)  Namentlich  »Arbeiterpolitik  und  Wirtschaftspolitik  hl  der  deutschen  Städteverwaltung. ­
  I.  Bd.  Stuttgart  1904,  insbes.  S.  352.
2)  Mombert,  Die  deutschen  Stadtgemeinden  und  ihre  Arbeiter  (Münch,  volksw.
Studien,  50  St.),  Stuttgart  und  Berlin,  1902,  passim.
3)  Klien.  Minimallohn  und  Arbeiterbeamtentum  Jena  1902,  insbes.  S.  36—78
und  151—180.
4)  Vgl.  S.  90,  Note  2.