Anhang  I.

Löhnungsmethoden  in  österreichisch-alpenländischen
Sensenwerken.
Die  Arbeit  in  der  österreichischen-alpenländischen  Sensenindustrie ­
  ist  in  der  Weise  organisiert,  dass  die  Produktion  der
Quantität  nach  in  sogenannte  »Tagwerke«  zerfällt.  Ein  Tagwerk
ist  beispielsweise  :  200  Stück  einer  bestimmten  Kategorie  Sensen
mit  Durchschnittsdimensionen.  An  der  Erzeugung  dieser  Produktionseinheit ­
  sind  je  nach  den  Fortschritten  in  der  Zerlegung
des  Arbeitsprozesses  und  der  Ausstattung  der  Sensen  14  bis
20  Arbeiter  beteiligt.  Jeder  Arbeiter  hat  an  den  200  Stück
die  ihm  zugewiesene  Arbeit,  zu  der  er  in  fast  allen  Teilprozessen
besonders  qualifiziert  zu  sein  pflegt,  durchzuführen.  Nach  ihren
Arbeiten  haben  die  Arbeiter  verschiedene  Namen  (Essmeister,  Hammerschmied, ­
  Abrichter,  Zeugschmied,  Heizer,  Hämmeret,  Krarnrichter,
  Kleinhämmerer,  Polierer,  Breitenheizer,  Tupfer,  Rückenheizer, ­
  Warzenmacher,  Schleifer,  Anstreicher,  Färber  u.  s.  f.).  Die
Organisation  ist,  durch  die  Produktionsweise  bedingt,  eine  so  feste,
dass  die  Betriebe  stets  auf  ein  Tagwerk  oder  ein  vielfaches  von  »Tagwerken« ­
  eingerichtet  sind.  Der  einzelne  Arbeiter  ist  also  stets  auf
ein  bestimmtes  Quantum  Arbeit  verwiesen  und  mancher  ist  verhältnismässig ­
  sehr  selbständig  in  seinem  Arbeitsgebiet,  da  auch  längere
Unterbrechungen  oder  umgekehrt  Beschleunigungen  der  betreffenden ­
  Arbeit  die  übrigen  Arbeiter  im  Fortgange  der  Arbeit  nicht  beeinflussen. ­
  In  manchem  Betrieb  ist  sogar  durch  örtliche  Trennung
diese  Selbständigkeit  des  betreffenden  einzelnen  Arbeitsteilprozesses ­
  noch  erhöht,  z.  B.  durch  Ausscheidung  der  Schleiferei  aus
der  Hauptbetriebsstätte  an  eine  andere  Talstelle  zwecks  besserer
Ausnützung  der  Wasserkraft.
Diese  Organisation  ist  in  den  aus  älterer  Zeit  bestehenden
Sensenhammerwerken  noch  vorhanden,  an  ihr  wird,  aber  zum