— 15 — sofort folgen kann, die also an keine stationäre Anlage gebun den ist. In Oberschlesien hat man den elektrischen Lokomotivbe- trieb ] ) da , wo die Strecke nicht allzu lang ist oder wo sie eng ist oder wo sie fast ausschliesslich aus Kurven besteht, wo also eine Ketten- oder Seilförderung technisch fast unmöglich ist. Ist aber die Strecke nass oder sind Schlagwetter und Kohlen staubmengen vorhanden, so ist auch hier die elektrische Loko motivförderung ausgeschlossen. Interessant sind die Ergebnisse eines Versuches mit den sehr beweglichen Benzinlokomotiven: die Deutzer Gasmotoren fabrik 1 2 ) hat eine solche mit abnehmbarem Benzinbehälter kon struiert. Sie entwickelt 6—8 P.S. In hygienischer Beziehung (Reinheit der Grubenluft) ergibt sich durch mitgeteilte Berechnun gen, dass der Benzinbetrieb in dieser Beziehung »nicht ungün stiger« ist als der Pferdebetrieb. Wir geben gleich das Resultat in Zahl und Mass, da die spezifizierten Berechnungen für uns zu eingehend sind. Bei voller Ausnutzung der Leistungsfähigkeit betrugen die Betriebs- und P'örderkosten pro Tag bei einer Förderlänge von 1000 m 2000 m und zwar für Lohn des Lokomotivführers M. 4,00 M. 4,00 Verbrauchtes Benzin » 3.96 » 4.75 Schmieröl, Putzwolle, Unterhaltung » 1,00 » 1,00 Abschreibung 12,5 ü / 0 = jährlich 812 M., bei 300 Arbeits- tagen pro Tag also » 2,71 * 2,71 M. 11,67 M. 12,46 Die tägliche Förderleistung ist tkm 200 240 Also sind die Förderkosten in Pf. pro tkm Ln CO 5U9 Die Kosten der Förderung sind im ungünstigsten Falle 58% billiger als die der Pferdeförderung, diese zu 14 Pf. pro tkm an genommen. Auch bei halber Ausnutzung der Lokomotivkraft beträgt die Ersparnis gegen Pferdeförderung noch immer 36%. Nun liegt es aber in der Natur des Betriebes begründet, dass man keine riesigen Maschinen bauen kann, um eine grosse Förde rung zu bewältigen. Werden grössere Leistungen erfordert, so müssen mehrere Maschinen eingestellt werden. Dies bedeutet aber ein verhältnismässig grösseres Kapital, und so erscheint ein in Lokomotiven investiertes Kapital bei 1) Heimann 1. c. 48. 2) Braun, Benzinlokomotiven für Grubenbetrieb (ausgeführt von der Deutzer Gas motorenfabrik). Preuss. Zeitschr. 1899. B. 374.