18 Ebenso wie die Seilleistungen absolut je nach den konkreten Bedingungen, unter denen sie auf den einzelnen Gruben arbeiten, variieren, so auch die absoluten Seilkosten. Sie richten sich vor allem zuerst nach der Güte und Geeignetheit des Materials und nach dessen Behandlung; so waren z. B. im Ruhrbezirke die Seilkosten pro tkm Nutzleistung bei Stahlrundseilen wesent lich billiger als bei den Bandseilen. Sodann richten sie sich nach der »Dienstzeit« des Seiles. Hieraus erklärt es sich, dass z. B. in Saarbrücken trotz gleicher Qualität und gleicher Behandlung der Seile ihre Kosten grösser sind als in Westfalen 1 ). Denn die Seile werden dort gleichzeitig zur Seilfahrt für die Mannschaft benutzt und oft schon nach einem Jahre abgelegt, wenn auch anderweitig verwendet 2 ). Beachten wir jedoch die relativen Seilkosten, also die Seilkosten nach der Höhe der zu hebenden Nutzlast, so zeigt unter gleichbleibenden Verhältnissen der Satz pro tkm die Ten denz, mit der Tiefe zuzunehmen. Wir konstatieren demnach, dass bei dem aus der Gesamtförderung isolierten (d. h. der ganze andere Betrieb bleibt gleich) Seilbetriebe sich die Ten denzzeigt, dass mit der Tiefe der Seilkosten satz pro tkm steigt, die Seilleistung aber fällt. Als zweites wichtiges Detail bei der Schachtförderung ist der »Förderkorb« zu betrachten. In ihm wird das zu För dernde bewegt. Bei einer Förderung mit 8 Wagen und zylindrischen Trom meln ergab sich unter Berücksichtigung der Unterseilkosten pro tkm ein Satz von 2,49 Pf. Seilkosten, bei der gleichen Berech nung für 4 und weniger Wagen aber ein Satz von 2,96 Pf. 2 ). Aus diesem Beispiel erhellt, dass eine geringere Nutzlast mit einem grösseren Seilkostensatze einhergeht. Die Art des mitge teilten Versuches zeigt schon, wie man dem unter sonst gleichbleibenden Verhältnissen mit 1) In Westfalen z. B. hat die gute Qualität der Seile und ihre sachgemässe Be handlung im Betriebe im Laufe der Zeiten dazu geführt, dass die Zahl der Seile mit geringer Nutzleistung prozentual ständig zurückgegangen ist. Es hei nämlich z. B. die Nutzleistung von o—5° looo-tkm von 71,54 % (1882) auf 35,63 °/ 0 (1899) > und es stieg der Anteil der Nutzleistung über 400 1000-tkm von 0,51 % auf 2,18 % (1890 bis 1899). Vgl. Entw. Bd. V. 277. Auch in Saarbrücken sind z. B. in den Jahren 1881—1884 die Nutzleistungen gegen 1877—1880 erheblich gestiegen. Vgl. Wenderoth, Ueber Schachtförderseile und Seilkosten. Preuss. Ztschr. 1882. 97. 2) Entw. Bd. V. 287.