20 An letzterStelle sind noch einige, ich möchte sagen, ober irdische Details zu betrachten. Die wachsende Förderlänge sucht man durch Vergrösserung der Fördermenge auszugleichen und die Fördermenge sucht man möglichst schnell emporzu heben. So sahen wir bisher. Dieses Streben führte zur Verände rung der Erscheinung einer oberirdischen Bergwerksanlage. Statt der alten hölzernen Fördertürme sehen wir die moder nen eisernen »Eifeltürme«, in denen sich die die heutige Ge schwindigkeit bedingenden Seilscheiben (Fördertrommeln) be finden. Die Seilscheiben sind oft 1,5 m breit bei einem Durch messer von 7—8 m; sie heben also mit wenig Umdrehungen sehr hoch. Bei der Bedienung der Förderkörbe an Füllort und Hänge bank hat das Automatische der schiefen Ebene den Menschen zum grössten Teile verdrängt: Zeit und Lohn wird gespart. Wie stellt sich zum Schluss der Gesamt Zusammenhang zwischen Förder kosten, Fördertiefe undFörder- menge? Hierüber sind mir Zahlen eines Betriebes nicht bekannt, wir müssen also die Förderkosten der Schächte verschieden tief bauender Gruben betrachten. Es ist dabei zu beachten, dass diese natürlich unter verschiedenen Bedingungen arbeiten, und dass wir bei den etwa zu. findenden Resultaten nur von Tenden- von Interesse sein, hier kurz (vgl. weiter das letzte Kapitel) die Entwicklung zur elek- trischen Förderanlage zu schildern: Zuerst ist auf die Zunahme der Fördertiefe hin zuweisen. Vor 20 — 30 Jahren gewöhnlich bis zu 300 m. Heute bei den nördlicheren Zechen meistens 500 m. Seit Anfang der 1890er Jahre Schächte mit 700—800 m Teufe. Mit der Teufe musste die Leistungsfähigkeit der Fördermaschinen gewaltig wachsen. Zu dem Zweck trennte man Wasserhaltung und Förderung. Aber trotz aller Oekonomie bei der bisherigen Förderung mit Dampf, trotz des Strebens und der Er mahnung der Fachleute, durch verbesserte Anlage und verbesserten Betrieb an Dampf verbrauch noch mehr zu sparen (Entw. Bd. V. 414) scheint die elektrische Förderung immer mehr zu siegen. (Vgl. Gl.A. 1902. 701. f. 0. Lasche, P’örderanlagen mit elek trischem Betrieb; Gl.A. 1902. 307 : K'öttgen, Ueber elektrische Schachtförderungen.) Sie ist wirtschaftlich, betriebssicher, einfach. Sie ermöglicht eine Zentralisation des ganzen Betriebes. Vor allem aber löst die Elektrizität ein grosses Problem der Schacht förderung besser als der Dampf, nämlich das: bei der Schachtförderung wird die Kraft der Maschine stets verschieden in Anspruch genommen je nach der Höhe der Förderung im Schachte und dem damit veränderten Seilgewichte. Hienach muss die Maschine reguliert werden, d. h. von gewisser Höhe ab muss infolge Seiliibergewicht gebremst werden.