27 den die Wirklichkeit natürlich noch verschieden anders baut, als er eben beschrieben ist. Bei druckhaftem Gebirge findet sich ein Türstock dichter neben dem andern als sonst. Nach Stärke des Holzes und Weite des Querschnittes werden zu einem Tür stocke für 3—7 M. Tannenholz, bezw. für 5—12 M. Eichenholz verwendet. Dazu kommen noch 3—4 M. für das Zurichten des Holzes für den Einbau und der Arbeitslohn. Ein solcher Tür stock wird aber alle Meter einmal gesetzt, und die dazwischen befindlichen Felder werden mit Brettern verbaut. Das Holz material ist Eiche und Tanne. Heute erkennt man für die Eiche eine absolute Ueberlegenheit nicht mehr an, wohl aber ist sie widerstandsfähiger gegen Moderung und Fäulnis und gegen Zer setzung durch ausziehende Wetter als die Tanne, deren Holz man zu imprägnieren versucht, was aber ziemlich teuer ist. Bei breiten Strecken griff man zum Ausbau mit eisernen Kappen (1875 Ruhrgebiet). Hierzu benutzte man zuerst die schweisseisernen Eisenbahnschienen. Diese aber wurden ein sel tenes Altmaterial und dazu noch von anderer Seite (Eisenindu strie) gefragt. Die Eisenbahnstahlschiene aber war für Ausbau zwecke nicht zu gebrauchen, da sie den Druck nicht durch Bie gung anzeigte, sondern mit einem plötzlichen Knalle zersprang. So fertigte die Eisenindustrie besondere I-Träger aus weichem Flusseisen an, die teurer waren als alte Schienen, für die aber der Bergbau ein grosses Absatzgebiet wurde. Diese Schienen kappen werden nicht nur gerade, sondern auch gebogen herge stellt, sodass sie dem Druck mit einer Wölbung begegnen. Die einzelnen Holzteile oder Holz und Eisen sind leicht zu verbinden. Anders ist es bei völligem Eisenausbau, der schwer und massig ist, und dessen Reparatur schwierig ist. Wo aber günstige Be dingungen sind, also in erster Linie nicht zu starker Druck, und wo kein Salzwasser vorhanden ist, da hat der Eisenausbau bei oft höheren Anlagekosten doch einen grossen Vorteil. Es ist seine Dauerhaftigkeit. So war z. B. vor 1885 in Saarbrücken je nach Qualität des Holzes zu Türstöcken das eiserne Gestell um 39—161 % für einspurige, um 17—128 % für zweispurige Strecken teurer als das hölzerne 1 ). Aber der Eisenausbau war doch ren tabler, wenn die Strecken lange offen gehalten werden sollten. Der ursprüngliche Eisenausbau mit eisernen Ringen und Bogen 1) Nasse, Technischer Betrieb. 1. c. 29.