32 kleineren Bohrer (oft z. B. 8000 kg Gewicht) ein sog. Vorbohrloch herstellt und dann mit dem grossen Bohrer die ganze Schacht weite auf einmal ausbohrt. Ein solcher Riesenbohrer ist z. B. 4,30 m breit und wiegt 15 000 bis 25000 kg und mehr. Dem entsprechend sind Bohrturm und die (oft elektrisch getriebenen) Maschinen. In den ausgebohrten Schachtraum wird dann als Aus bau die mit der Druckstärke an Dicke zunehmende eiserne Cuve- lage (d. h. geschlossene eiserne z. B. 1,5 m hohe Ringe) einge senkt. Da diese Cuvelage schwer zu handhaben ist, setzt man sie wohl auch erst aus einzelnen Teilen (Tübbings) zusammen. Beim Senkschachtverfahren wird der Senkschacht z. B. in den Schwimmsand hineingepresst, und das Eingesunkene durch Auf bauen über Tage ergänzt. Ist das schwimmende Gebirge durch sunken, so hat man nach Erreichung festen Gebirges auf Her stellung des B'usses des Senkschachtes grosse Sorgfalt zu ver wenden ; jetzt kann natürlich etwa von Hand weiter abgeteuft werden. Das Gefrierverfahren besteht darin, dass man die nassen Schichten gefrieren lässt und sie dann wie festes Gebirge abteuft. Mit der Weite und der Tiefe der Schächte und mit der Schwierigkeit der zu durchteufenden Schichten hat also die Tech nik glänzende Triumphe gefeiert. Aber gewaltig sind auch die Summen, die die Schachtanlagen kosten. Wir wollen zwei an Kosten äusserst verschiedene Beispiele voranstellen und dann zu zusammenhängenden Angaben für den Ruhrbezirk übergehen. Der Kirschheckschacht Nr. 3 der Grube Von-der-Heydt bei Saarbrücken x ) wurde niedergebracht, weil die beiden vorhandenen Schächte zur Menschenförderung nicht geeignet waren, der alte Weg der Mannschaft zur Arbeitsstätte durch den Burbachstollen aber zu weit wurde. Der Schacht hatte rechteckige Form, es wurde ein lichter Raum von 3,75 mal 2,5 m gefordert, bei zweisteinstarker Mauer musste der Schacht also 4,8 mal 3,7 m weit sein. Da das Gebirge sehr günstig war (Schiefer und weicher Sandstein) brauchte ihrer gegenwärtigen Vervollkommnung und Bedeutung; auch Gl.A. 1901. 641: Schnei ders, Zukunft und Ziele der Schachtbohrtechnik; ferner Gl.A. 1902. 553: L. Hoff- mann, Das Stossbohrverfahren von Pattberg und seine Anwendung beim Abteufen der Schächte IV und V der Zeche Rheinpreussen in lockerem Gebirge. Dies Ver fahren wird nach II. wegen seiner Kostenersparnis in lockerem Gebirge die andern Methoden verdrängen. 1) Klose, Der Kirschheck-Schacht Nr. 3 des königl. Steinkohlenbergwerks Von- der-Heydt bei Saarbrücken. Preuss. Ztschr. 1895. B. 10 f.