44 dingungen bestimmen demnach die Grenzen des Bergbaues. Da mit bestimmen sie I. die sog. Abbauwürdigkeit der Fiötze, d. h. die Mindestmäch tigkeit, bei welcher jeweils der Abbau noch lohnt. Je tiefer ein Schacht ist, desto schwieriger ist allgemein schon der Abbau an sich: der Gebirgsdruck, die Temperatur des Gebirges, die Schlag wetterentwicklung nehmen zu. Damit wird die Bewetterung schwie riger. Gleichzeitig ist ein grösseres Anlagekapital erforderlich. Und so werden in der Tat »auch viele Lagerstätten, die in mitt leren Teufen noch mit Vorteil ausgebeutet werden können, in grosser Tiefe unbauwürdig allein durch die bedeutend gesteiger ten Kosten des Abbaues« 1 ). Die Gewinnbarkeit als solche ist infolge des grösseren Gebirgsdruckes vielleicht leichter 1 2 ). Somit ist der Begriff der Bauwürdigkeit ein äusserst relativer. Neben natürlichen Verhältnissen spielt die jeweilige Abbautechnik eine grosse Rolle. Das zu erstrebende Ziel dieser muss sein, die Ab bauwürdigkeit der Fiötze auszudehnen, d. h. schwieriger zu bau ende Fiötze ohne zu grosse Preissteigerungen auch abzubauen, damit die Kohlenvorräte nicht verloren gehen. Ich erwähne hier die volkswirtschaftlichen und privatwirtschaftlichen Vorteile des Schlammversatzverfahrens 3 ). »Das Spülverfahren wird einen emi nenten staatswirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen, weil damit auch z. Z. als unbauwürdig in der Grube belassene Fiötze für die spätere Gewinnung reserviert bleiben, während nach dem ge genwärtigen Stande der Technik die auf einer Sohle nichtgewinn baren Kohlenvorräte für alle Zukunft als verloren gelten müs sen« 4 ). Ferner ist der Einfluss der Qualität der Kohle auf die Bau würdigkeit zu beachten. Die für gute Sorten gezahlten Preise ermöglichen den Abbau geringerer Fiötze. Es bleibt uns noch übrig, für die Bauwürdigkeiten der Fiötze 1) Hraback-Tietze, Ueber die Möglichkeit des Abbaues in grossen Tiefen. Gl.A. 1901. 277. 2) Gl.A. 1904. 1240. 3) Dies besteht darin, dass in die abgebauten Hohlräume durch Röhrenleitungen eine breiigflüssige Masse (Sand, Lehm, gemahlene Hochofenschlacke) gespült wird, wodurch die mit den unterirdischen Hohlräumen verbundenen Gefahren (Einsturz des darüber befindlichen Hangenden, oberirdische Brüche) fast beseitigt werden. 4) Jahresbericht des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamts bezirk Dortmund 1903. I. 66.