46 Gruben reinen Abbau treibt, in welchen die Natur mit den Mächtig keiten der F'lötze sparsam war, und dass man den unvollständigen Abbau überall und in allen Ländern antrifft, wo die Natur freige big war« 1 ). Er kann darauf hinweisen, dass z. B. eine englische Grube im Zentralbecken bei 7 m reiner Kohlenmächtigkeit 65 % Abbauverlust habe. Die jeweiligen technischen und wirtschaftlichen Betriebsbe dingungen bestimmen 2. die Teufengrenzen. Ich verweise hierbei auf das im 2. Kapitel über die Schächte Gesagte. Wie sich die Teufengrenze in einigen Hauptkohlenbe zirken stellt, zeigen folgende Zahlen 1 2 ) : Südwales 677 m, Westfalen 800 m, Lancashire 1061 m, Man chester 778 m, Schottland 823 m, Belgien 1150 m. Man sieht, aus wie grossen Tiefen ein altes Bergbauland wie Belgien fördert, und wie günstig die Werke in den Vereinigten Staaten daran sind, die sich heute in dieser Beziehung in derselben Lage befin den, wie England vor 50 bis 60 Jahren 3 ). Die Schwierigkeiten, die grosse Teufen schon an sich bil den, liegen einmal darin, die Steinkohle überhaupt zu erreichen, was, wie wir sahen, schon unter normalen Verhältnissen grosse Kapitalaufwendung erfordert. Dann sind wiederum der zuneh mende Gebirgsdruck, die schwierigere Wasserhaltung und der Wetterwechsel mit seinen Kosten in Betracht zu ziehen. Diese Einflüsse verschärfen sich bedeutend, wenn Wirkungen, die in geringerer Bauwürdigkeit (1) der Flötze begründet sind, hinzutre ten. Vor allem aber liegt die Hauptschwierigkeit in der Förde rung aus sehr grossen Teufen. Um diese zu ermöglichen, ist es unerlässlich, im Falle intensiven Betriebes wie beim Steinkohlen bergbau von 1200 m, in allen übrigen Fällen aber sicher von 1500 m an zwei Fördermaschinen zu verwenden, von denen die eine zu der andern hebt, sei es, dass nun beide über Tage stehen oder dass die eine unter Tage aufgestellt ist 4 ). Eine andere Methode ist die pneumatische Forderung. Hier bei fällt jedes Seil fort. In dem Schachte wird ein Gestell, auf dem sich die Förderwagen befinden, durch Luftdruck emporge 1) Gutmann, im Berg- u. Hüttenm. Jahrb. 1899. 207. 2) Gl.A. 1903. 1235 f. 3) Berg- und Hüttenmännische Ztg. 1899. 233: Zur Steinkohlenfrage. 4) Hraback-Tietze, I. c. Gl.A. 1901. 277.