53 schwierige Tiefe zu überwinden war, finden wir hier die starke Kapitalkonzentration beim Maschinenkapital. Die Not schuf eine wirtschaftliche Tugend. Hand in Hand hiermit zeigt sich eine Zunahme der Kapitalimmobilisation (vgl. 2. Kap.). An sich hat deren Grösse mit der Kapitalkonzentration auf Grund des Gesetzes des zunehmenden Ertrages nichts zu tun. Denn ange nommen, im Ruhfbezirke betrüge das Deckgebirge überall 200 m, so hätten unweigerlich auch hierbei nach und nach die Vorteile des Gesetzes des zunehmenden Ertrages in den Betriebs zweigen, die ihm unterworfen sind, zu einer Kapitalkonzentration geführt. Dieser Prozess ist wegen der erforderlichen tieferen Schachtanlagen nur beschleunigt. Was für Erscheinungen die deswegen im verstärkten Masse stattgefundene Kapitalimmobili sation beim Steinkohlenbergbau hervorgerufen hat, wird weiter unten erörtert. Hier wollen wir zunächst das Wesen und die Vorteile des Gesetzes des zunehmenden Ertrages, dessen tatsäch liche Erscheinungen wir in den verschiedenen Kapiteln bisher mitgeteilt haben, besprechen. Die Vorteile sind vor allem: 1. die Generalkosten, d. h. die Kosten für den Leitungspro zess u. a., die »Handlungsunkosten« sind relativ geringer, da sie sich auf eine grössere Produktion verteilen; 2. eine billigere Beschaffung des für Anlage und Betrieb not wendigen Kapitals. Hier zeigen sich z. B. die Vorteile des »Einkaufs im grossen« oder etwa der Beschaffung notwendiger Sachkapitalien aus Unter- nehmungs- oder gar Betriebskombination in ganz augenschein licher Weise. 3. die grösstmögliche Durchführung der Arbeitsteilung in technischer wie wirtschaftlicher, in psychischer wie physischer Hinsicht. Ich erinnere nur an die wichtigen Betriebszweige Ab bau, Ausbau, Abteufen, Wetterung, Wasserhaltung und Förderung. Was die letztere betrifft, so werden im O.B.B. Dortmund die pro Arbeitstag gewonnenen Kohlen teils in doppelter, teils in I x /a facher, teils in einfacher Förderschicht zutage gehoben 1 ). Im ersten Halbjahre 1898 förderten von 176 selbständigen Be triebsanlagen, die an die Staatsbahn angeschlossen waren, 71,1 % in doppelter, 9,6% in H^facher, 19,3% in einfacher Schicht. Die 1) 33ergassessor Pieper, Vorteile und Nachteile der doppelten Förderschicht auf Steinkohlengruben auf Grund der auf den grösseren Gruben des Oberbergamtsbe zirkes Dortmund gemachten Erfahrungen. Preuss. Zeitschr. 1900. 52 f.