77 Kapitalkosten pro t so niedrig wie möglich zu halten, darauf hinaus, mit der modernsten Technik ausgerüstet den technischen und wirtschaftlichen Betrieb planmässig zu regeln, damit sowohl die vorhandenen Anlagen stetig und intensiv fördern als auch für die abgebauten Betriebe neue in Angriff genommen werden können. Bei solcher Planmässigkeit werden sich Neuanlagen wie in einer Versicherung verteilen. — Wir haben bis jetzt gefunden, dass man beim Bergbau immer fortschreitend das Anlagekapital absolut vergrösserte, und dass beim Betriebskapital immer mehr das stehende dem auf Löhne und Material verwendeten umlaufenden gegenüber die Ober hand gewann. Dies waren die Mittel, das Gesetz des ab nehmenden Ertrages zu suspendieren. Wir konnten wohl ihre Art, nur für kurze und etwas ferner liegende Zeiten jedoch ihre Grösse vergleichen. Es ist wissenschaftlich äusserst beklagens wert, dass sich seit 1894 kein Effertz mehr gefunden hat. Es bleibt uns noch übrig, kurz unter Berücksichtigung des bereits am Eingänge dieses Abschnittes Gesagten vergleichend zu zeigen, wie die Entwickelung des Produktionsprozesses sich in den Kohlen preisen geäussert hat. Im Saargebiete finden wir in den Jahren 1862—1870 einen durchschnittlichen mittleren Fettkohlenpreis von etwa 8 M. Er schnellt dann 1870 von 7,80 M. auf 16,84 M. 1873. Dann kommt das jähe Fallen bis 1879 auf etwa 7,30 M. Die Preise halten sich bis 1888 auf ungefähr gleicher Höhe und steigen 1889 und 1890 bis auf 10,90 M. Sie fallen bis 1894 auf ca. 8,10 M., um von 1894—-1901 auf 12,50 M. pro t zu steigen. Bis 1903 fallen sie 1 ). An der Ruhr betrug im Jahre 1850 2 ) der Durchschnittspreis für alle Kohlensorten 9 Sgr. 10 Pf. = 4,09 M. pro t. Es findet dann bis 1858 3 ) ein allmähliches Steigen auf 7,71 M., darauf bis 1863 ein F'allen auf 5,50 M. Durchschnittsjahrespreis pro t För derkohle statt. Im Jahre 1873 haben wir den Maximalpreis von 15 M. pro t Förderkohle. Im Jahre 1878 beträgt er noch 5 M. Für die folgenden Jahre zeigt folgende Tabelle einige spezifizierte Durchschnittsjahrespreise in M. pro t: 1) Vgl. der Steinkohlenbergbau des Preuss. Staates in der. Umgebung von Saar brücken VI. Teil. Anlage 2. Der oben angegebene Preis bezieht sich nur auf Fett kohlen, er ist darum mit den weiter oben erwähnten Preisen nicht zu vergleichen. 2) Entw. Bd. X. Teil 1. 190. 3) Entw. X. I. 230 f.