33 Die starke Abnahme der Ackerweide und Brache geschah besonders zugunsten der Hackfrüchte und Futterpflanzen. Besonders bei ersteren ist die Anbaufläche sehr stark gewachsen, mit den Gemüsen zusammen 11m 28,7 %. Der Rückgang des Handelsgewächsbaues ist darauf zurück zuführen, dass die ausländische Konkurrenz infolge der Entwickelung der Verkehrsverhältnisse auch hier sehr erstarkt ist und den inländischen Anbau unrentabel gemacht hat. Für die Landwirtschaft im ganzen ist aber dieser Posten von geringerer Bedeutung, weil die mit Handelsgewächsen bestellte Fläche an sich nicht sehr gross ist. Gehen wir noch spezieller auf den Getreide- und Kartoffelbau ein, so sind die Ernteflächen der für Menschen und Vieh wichtigsten Nährfrüchte folgende gewesen: Koggen Weizen Winterspelz (und- Emmer) Gerste Hafer Kartoffeln 1878 5 934 927 1 813 754 403 336 1 620 483 3 743.070 2 753 216 1883 5 827 078 1 912 446 371 996 1 704 693 3 773 202 2 911 109 1888 5 814 253 1 933 337 363 565 1 684 665 3 832 488 2 920 330 1893 6 012 315 2 044 103 347 044 1 594 407 3 906 969 3 036 867 1898 5 945 191 1 969 311 327 485 1635 325 - 3 996 521 3 080 588 1902 6 154 545 1 912 215 311657 1 664 025 4 156 290 3 240 577 Eine ausgeprägte Tendenz zum Wachsen zeigt sich hier nur beim Hafer und bei den Kartoffeln, während Weizen, Roggen und Gerste im allgemeinen nur Schwankungen aufweisen. Die niedrigen Getreidepreise bieten eben keinen Anreiz, die Anbauflächen für Getreide auszudehnen. Was die Ertragssteigerung pro Flächeneinheit betrifft, so ist der Er hebungsmodus durch die „Bestimmungen über die Sammlung von Saaten stands- und Erntenachrichten“ (abgedr. in den Viertelj. zur Stat. d. D. R. 1899, IV, Erg.-Heft) wesentlich abgeändert worden, so dass nur die Zahlen seit 1899 auf eine gleichartige Weise gewonnen und unmittelbar miteinander vergleichbar sind. Will man Vergleiche mit den älteren Ergebnissen an stellen, so darf man nur die Zahlen der früheren „Vorläufigen Übersichten über die Ernteergebnisse“ wählen; diese sind auf ziemlich dieselbe Weise gewonnen wie die neuesten Daten und können daher mit diesen immerhin in Vergleich gestellt werden. Man erhält dann folgendes Bild: Durehsehnittsertrag pro ha in D.-Ztr. (ä 100 kg): Weizen Koggen Gerste Hafer Kartoffeln 1878 . . • ■ ■ 14,55 12,45 15,05 14,55 88,9 1893 . . • • ■ 16,7 14,9 14,8 10,7 134,1 1893/99 . ■ • ■ 17,5 14,2 16,7 15,2 118,2 1899/1901 . • . 18,0 14,4 18,0 16,8 132,1 1902 . . . . . 20,4 15,4 18,9 18,0 134,1 Nach der alten Erhebungsmethode lauteten die Zahlen: 1879/88 . . . . 13,1 9,8 13,0 11,4 81,0 1887/96 . . . . 14,3 10,8 13,4 11,9 89,6 3