40 also 439 kg oder 878 Pfund, d. h. 120% mehr als vor 100 Jahren. Würde man übrigens nicht die Gewichte der lebenden Tiere, sondern die Schlacht gewichte miteinander vergleichen, so würde der Unterschied zwischen einst und jetzt noch mehr hervortreten, weil die Tiere heute im allge meinen in besserem Mastzustande geschlachtet werden und die Schlacht prozente daher grösser sind. Aber nicht nur dass die Fleischergiebigkeit des einzelnen Tieres gewaltig gestiegen ist, für die gesamte Fleischpro duktion kommt auch in Betracht, dass heute von den an einem Tage ge zählten Tieren im Laufe des Jahres verhältnismässig mehr zur Schlachtung kommen als früher, und zwar aus dem Grunde, weil die Tiere heute viel schneller wachsen und reif werden und die ganze Herde sich viel schneller erneuert. Die Einführung und Züchtuug frühreifer Rassen hat es in Ver bindung mit reichlicher Fütterung zuwege gebracht, dass die Rinder heute schon mit l 1 / 2 —2 Jahren dasjenige Reifestadium erreichen, welches sie früher erst mit 3—4 Jahren erlangten. Soweit es sich also um die Schlach tung von solchen Tieren handelt, die eben ausgewachsen sind, hat sich der Umsatz im Laufe des Jahrhunderts um mindestens 50% beschleunigt. Aber man lässt heute bei der viel rationelleren Betriebsführung auch die übrigen Tiere, welche vor der Schlachtung erst eine Zeit lang zur Zucht, zum Zuge oder zur Milchproduktion verwendet werden, nicht mehr so alt werden wie früher, weil alte Tiere sich schlecht mästen und bei den heutigen gesteigerten Ansprüchen an die Qualität des Fleisches schwer verkäuflich sind und schlechter bezahlt werden. Man kann annehmen, dass sich auch bei dieser letztgenannten Kategorie die Erneuerung des Bestandes heute um ca. 50 % schneller vollzieht als früher. Auch die Milchleistung des einzelnen Tieres ist heute eine viel grössere als ehedem. Nach v. Kahlden 1 ) wurden auf 12 schlesischen Gütern iin Jahre 1897 von durchschnittlich 969 Kühen pro Kopf und Tag 6,76 1 ge molken, das macht pro Jahr und Kuh 2467 1. v. Roberti 2 ) gibt den jährlichen Ertrag einer Herde von 36—46 Kühen in den Jahren 1886/87 bis 1899/1900 pro Kuh und Jahr auf 1816—2865 1 an. Es ist dabei zu bemerken, dass die Ziffer 1816 annormal ist, weil die Herde in dem be treffenden Jahre an Maul- und Klauenseuche erkrankt war. Der gewöhn liche Durchschnitt war sonst 2436 1. Auf einem von Büttner 3 ) be schriebenen schlesischen Rittergute war der Milchertrag pro Tag und Kuh im Durchschnitt des Jahres 8 1, pro Jahr und Kuh also 2920 1. Man darf nach alledem als die durchschnittliche jährliche Milchproduktion einer Kuh heute 2000—2500 1 annehmen. Im Vergleich zu der Thaerschen Angabe, die wahrscheinlich noch über dem damaligen Durchschnitt steht, bedeutet das eine Steigerung um 150—200%. Was die Schweine anbelangt, so sind die Gewichtsangaben, die Schwerz macht, erstaunlich hoch: 200—300—400—500 Pfund. Wir 9 Die Herrschaft Kuchelna; Landw. Jahrb. 29. Bd. Berlin 1900. ") Über die Zucht der Milchkuh. Merseburg 1902. S. 52. 3 ) Ein schlesisches Rittergut. Berlin 1901. Beide Abhandlungen abgedruckt in Mitteil. d. landw. Institute der Königl. Univers. Breslau.