44 bei allen Tiergattungen der gleiche sei, und schliesslich habe dieser Prozent satz mit der Zeit je nach der Tierart eine grössere oder geringere Steigerung dadurch erfahren, dass die Tiere 1892 in einein jungem Alter zur Schlacht bank geführt worden seien als 1873. Man muss zugeben, dass diese Er wägungen Huckerts ganz am Platze sind und dass seine Berechnung, welche alle die genannten Momente berücksichtigt, der Wahrheit näher kommt als die Goltzsche. Indessen hat Huckert von der fortschrittlichen Entwickelung, welche sich während des ganzen vorigen Jahrhunderts ab gespielt hat, einen zu grossen Teil gerade in die beiden Jahrzehnte 1873 bis 1892 verlegt und darum speziell das zuletzt berührte Moment, die Reduktion des Schlachtalters, mit einer Ziffer in Rechnung gestellt, die wenigstens beim Rindvieh, wo man die Probe aufs Exempel machen kann, nachweislich zu hoch ist. H. nimmt nämlich an, dass infolge der Reduktion des Schlachtalters beim Rindvieh in der Zeit von 1873—1892 eine Beschleunigung des Um satzes um mindestens 25 °/ 0 eingetreten sei. Wenn das der Pall wäre, d. h. wenn von der ganzen Rindviehzahl des Jahres 1892 jährlich 25 % mehr Tiere geschlachtet worden wären als im Jahre 1873 von dem da maligen Rindviehstande, so hätten auch 1892 verhältnismässig 25% mehr geboren werden müssen als 1873; denn nur auf diese Weise hätte der Rindviehstand gleichmässig so weiter wachsen können, wie er gewachsen ist. Ist nun die G-eburtsziffer beim Rindvieh im Jahre 1892 im Verhältnis zu dem ganzen Viehstande tatsächlich um 25% grösser gewesen als 1873? Eine Vermehrung der Geburten ist in doppelter Weise möglich, erstens dadurch, dass mehr weibliche Tiere eingestellt werden, und zweitens da durch, dass die relative Geburtsziffer sich bessert, d. li. dass auf 100 weib liche Tiere mehr Kälber fallen. Was den zweiten Fall anbelangt, so kann sich die relative Geburtsziffer beim Rindvieh in der Zeit von 1873—1892 nicht wesentlich gehoben haben; denn wenn auch die Zucht, Haltung und Pflege der Tiere in dieser Zeit gewisse Fortschritte gemacht haben, so waren doch andrerseits gerade die Kulturrassen, deren Einführung und Verbreitung hauptsächlich in diese Zeit fällt, sehr empfindlich und anspruchs voll und im allgemeinen weniger fruchtbar als die alten Landrassen. Es bliebe also nur der Fall übrig, dass im Jahre 1892 im Verhältnis zu dem ganzen Rindviehstande 25 % mehr weibliche Tiere gehalten wurden als 1873. Vergleicht man aber die Zahlen der hier in Betracht kommenden Kühe und Färsen, so ergab die Viehzählung: 1873: 8961221 Kühe und Färsen = 56,80% unter 15776702 Stück Rindvieh. 1892: 9946164 „ „ „ =56,65% „ 17555694 „ Danach sind also im Jahre 1892 verhältnismässig nicht mehr Kühe gehalten worden als 1873 und darum sind auch 1892 verhältnismässig nicht mehr Kälber geboren worden als 1873. Da nun der Viehstand die ganze Zeit über im Wachsen war, so folgt daraus weiter, dass 1892 verhältnis mässig nicht mehr Tiere geschlachtet wurden als 1873. Eine Beschleunigung des Umsatzes hat also in dem Sinne, dass 1892 verhältnismässig mehr