1.8 Es ist des beschränkten Raumes wegen nicht möglich, hier ausführlich auf die Preisschrift einzugehen, nur möge zur Bestätigung, daß sie für den Weiterbau wichtig geworden ist, auf zwei Punkte verwiesen werden. Seite 26 und 27 wird darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn zur Ermittelung des Schmelzpunktes von Kakaofett solches in die Kapillare eingeschlossen wird, ein mindestens dreitägiges Liegen erforderlich ist, wenn man genaue, nicht variirende Schmelzpunkte erhalten will. Zipperer ermittelte in Folge dessen in verschiedenen Sorten Bohnen 31,5—34" C. als Schmelzpunkt, Angaben, die sich mit den neuen Forschungen nahezu decken, während die Stuttgarter Untersuchungen bei klarer Lösung in Aether, also bei Annahme unverfälschten Kakaofettes, sogar bis 24" 0. herabgehen. Zweitens ist zu erwähnen, daß auf Seite 29 erstmalig die Jodzahl Erwähnung findet, ein Unterscheidungspunkt, der sich in der Folge als ganz hervorragend wichtig erwiesen hat. Als besondere Festgabe für das bevorstehende Jubiläum des Ver bandes ist die zweite, gänzlich neubearbeitete und erweiterte Auflage unter dem Titel: Die Chokoladen-Fabrikation von Dr. Paul Zipperer, Berlin, Verlag von M. Krage, 1901, zu begrüßen. Es ist dies ein werthvolles Nachschlagewerk sowohl für Fabrikanten, als Nahrungsmittelchemiker. Nament lich aber ist zu erwarten, daß der Abschnitt, betreffend die Bestimmungen über den Verkehr mit Kakaopräparaten, sich mit der Zeit eine autoritative Bedeutung vor Gericht erwerben werde. Möge an dieser Stelle dem Ver fasser der Dank des Verbandes für diese mühevolle und sorgfältige Arbeit ausgesprochen werden. Bereits im Jahre 1884 hatte der Geschäftsführer das chemische Laboratorium von Dr. Bissinger und Henking in Mannheim mit Untersuchungen betraut, während noch früher der Vorsitzende den Rath des Dr. Filsinger in Dresden öfters in Anspruch genommen hatte. — Diese Beziehungen wurden die Veranlassung, daß der inzwischen leider verstorbene Henking dem Dr. Filsinger näher trat, um mit ihm die auf dem Gebiete des Untersuchungswesens gemachten Erfahrungen auszutauschen. Beiden war 1888 der Auftrag geworden, betreffs Gewinnung von sicherern Anhaltspunkten für die chemische Beurtheilung der Kakaofabrikate bei ihrer Prüfung auf fremde Beimischungen Studien zu unternehmen. Mit der Ueberschrift „Die chemische Untersuchung von Kakao-Erzeug nissen"*) konnte Dr. Filsinger die Arbeit hierüber am 28. August 1889 abliefern, während Henking unterm 1. Oktober 1889 die Erklärung abgab: „Mit den von Herrn Dr. F. Filsinger angegebenen Methoden zu chemischen Untersuchungen von Kakaoerzeugnissen bin ich vollkommen einverstanden." Die Erfahrung hatte gelehrt, daß bei den meisten vorkommenden Fällen von Chokolade-Verfälschungen der Zusatz fremder Fette die Haupt- *) M. I. X. Nr. 5.