19 rolle spielte, sowie, daß zur Feststellung der Fälschung die Ermittelung lediglich des Schmelzpunktes nicht genüge. Es galt daher, noch andere Anhaltspunkte zu gewinnen und hatte man sich dafür entschieden, außerdem die Hübl'sche Jodzahl und die Röttstorfer'sche Verseifungszahl haupt sächlich mit heranzuziehen. Um zu zeigen, zu welchen Abweichungen man bei den verschiedenen Stoffen gelangte, mögen aus den Untersuchungen nur einige vergleichende Zahlen nachstehend herausgegriffen werden. Sesam- Oel. Erdnuß- Oel. Mar- ■ garine. Rinds talg. Kokos butter. Kakao butter. Schmelzpunkt.... — — 32,5 49,2 26,3 32,1-33,6 Jodzahl 108,5 98,2 48,1 36,3 8,2 34,0-37,5 Verseifungszahl . . . 187,7 190,1 195,8 195,9 254,8 192-202 Dr. Filsiuger verweist bei den bisher nicht erörterten Untersuchungs methoden auf die Preisschrift von Dr. Zipperer und „die Praxis des Nahrungsmittel-Chemikers" von Dr. F. Elsner. Die Erwartungen, die man bei Erscheinen der Filsiuger - Henking'- schen Arbeit an deren Erfolg knüpfte, haben sich als trügerische nicht er wiesen. Es kann von da ab geradezu eine neue Epoche für den Verband verzeichnet werden. Wenn derselbe von seiner Gründung an den Fälschungen den Krieg erklärt hatte, so war er erst nach mehr als zwölfjährigem Be stehen in der Lage, den Kampf mit Nachdruck aufzunehmen. Der Umstand, daß die Beimischung eines oder mehrerer Fremdfette zu dem natürlichen Buttergehalt des Kakaos eine Verschiebung der vorgedachten Zahlen veranlassen müßte, erschwerte selbstverständlich die Erkennung, von welcher Art Fett ein Zusatz stattgefunden hatte. Doch darauf kommt es überhaupt nicht an, die Hauptsache ist, daß mit Sicherheit der Nachweis geführt werden kann, wenn eine Fremdfett-Beimischung vorgenommen worden ist. Einschaltend mag bemerkt werden, daß neuerdings auch die Be stimmung des Lichtbrechnugsvermögcns von Kakaobutter im Zeiß'schen Butter-Refraktometer werthvolle Anhaltspunkte für Beurtheilung der Rein heit des Kakaofettes ergeben hat.*) Für Erkennung von Mehlzusatz, welcher bei Nichtangabe ebenfalls als Fälschung zu behandeln ist, ist der Chemiker hauptsächlich auf das Mikroskop angewiesen, wobei das geübte Auge zu unterscheiden haben wird, ob es sich um zufällige oder absichtliche Beimischungen handelt. Zu fällige Beimischungen können vorkommen, wenn mehlhaltige und reine Fabrikate mit denselben Maschinen, was sich also keinesfalls empfiehlt, ge- *) Zipperer, 2. Auflage, S. 46. 2*