Vorwort  des  Übersetzers

Seit  den  Zeiten  des  Manchestertums  steht  die  deutsche
Nationalökonomie  unter  einem  gewissen  englischen  Einfluss,  den
sie  trotz  ihrer  bedeutenderen  Kräfte  der  folgenden  Jahrzehnte  bis
heute  noch  nicht  völlig  abzustreifen  vermocht  hat.  Besonders
aber  in  der  Beurteilung  der  Arbeiterbewegung  haben  seit  Brentanos ­
  Übersetzung  des  Webbschen  Werkes  alle  fortschrittlichen
Kräfte  im  Kampf  gegen  unser  patriarchalisches  System  Anschluss
an  England  gesucht,  als  dem  demokratischen  Lande  par  excellence,
in  dem  die  Entwickelung  der  Industrie  der  deutschen  immer  um
einige  Jahrzehnte  voran  marschierte.
Englands  wirtschaftliche  Vormachtstellung  ist  dahin.  Heute
führt  Amerika  das  Banner.  Seit  1890  sind  die  Vereinigten  Staaten,
weniger  zur  Beängstigung  als  zur  Belustigung,  aber  auch  zur
Belästigung  ihrer  Industriellen  mit  deutschen  „Studienreisenden“
überschwemmt.  Und  abgesehen  von  den  abenteuerlichen  Schauerberichten ­
  deutscher  Zeitungen,  die  sich  immer  noch  nicht  viel
über  das  Niveau  erheben,  auf  dem  umgekehrt  amerikanische
Blätter  ihrem  verhältnismässig  wenig  daran  interessierten  Publikum
berichten,  wie  es  in  den  dunklen  europäischen  Miniaturländchen
zugeht,  deren  Zustand  der  Amerikaner  längst  überwunden  hat,
—  erscheinen  ja  in  mehr  als  erwünschter  Fülle  auch  die  „Reiseeindrücke“ ­
  dieser  Herren  auf  dem  Büchermarkt.  Man  wird  nicht
erwarten,  dass  die  Wirtschaftswissenschaften  dadurch  sonderlicb
gefördert  werden.  Wenn  aber,  wie  diese  Herren  auf  jeder  Seite
uns  wieder  Zurufen  „nicht  die  Ergebnisse  einer  Entwickelung
von  uns  blind  nachgeahmt  werden  sollen“,  so  halte  ich  es  doch
für  wünschenswert,  dass  unser  breiteres  Publikum  etwas  mit  den
Ideen  durchtränkt  wird,  die  in  diesem  „führenden  Lande“  den