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beitervereinigung  zu  erwarten  sei;  ganz  allmählich  schufen  die
Misstände  wenigstens  teilweise  selbst  ihre  Gegenmassregeln,  und
die  Entstehung  einer  besonderen  Arbeiterklasse  mit  besonderen
Klassenidealen  bildete  die  Grundlage  für  das  heutige  Gewerkschaftswesen. ­

Jahrhunderte  vorher  hatten  gewerbliche  Vereinigungen  in
Form  der  Gilden  bestanden.  Aber  sie  waren  von  unseren  heutigen
Arbeitervereinigungen  so  verschieden,  wie  der  Sklave  vom  Lohnarbeiter. ­
  Die  Meister  gehörten  ihnen  mit  an  und  kontrollierten
sie  in  der  Regel  auch.  Wo  der  Geselle  hoffen  konnte,  einst
selbst  Meister  zu  werden,  bildeten  sich  die  Gegensätze  nicht
zwischen  diesen  beiden,  sondern  vielmehr  zwischen  den  Gilden
unter  einander.  Die  Halb  -  Öffentlichkeit  dieser  Vereinigungen
gab  ihnen  unumschränkte  Gewalt  innerhalb  ihres  Gewerbes  —  ja
manchmal  sogar  Regierungsgewalt  in  der  Stadt;  sie  setzten  Löhne,
Arbeitszeit,  Qualität  der  Arbeit,  Zahl  der  Lehrlinge  usw.  fest
und  pflegten  auch  den  brüderlichen  Geist  unter  ihren  Mitgliedern,
hatten  Unterstützungskassen  und  dergl.  wie  viele  unserer  Gewerkschaften. ­
  Diese  Gilden  sind  interessant,  weil  sie  zeigen,  dass  zu
allen  Zeiten  eine  Organisationsform  unter  Arbeitern  notwendig
erschienen  ist.  Aber  ein  unmittelbarer  geschichtlicher  Zusammenhang ­
  zwischen  ihnen  und  unseren  ausschliesslich  den  eigenen
Interessen  lebenslänglicher  Arbeiter  gewidmeten  Vereinigungen
ist  von  den  Geschichtsforschern  nicht  festgestellt  worden,  und
die  grosse  Verschiedenheit  der  Prinzipien  nötigt  uns,  den  Gewerkschaftsgedanken ­
  als  ein  unmittelbares  Ergebnis  des  Fabriksystems ­
  aufzufassen.

4.  KAPITEL.
Die  Unterdrückung  der  Arbeit  unter  dem
F  abriksystem.
Das  Fabriksystem  erzeugte  in  England  eine  beispiellose
Unterdrückung  der  arbeitenden  Klassen.  Man  hat  behauptet,  dass,
wenn  dem  Tun  der  Menschen  keine  künstlichen  Grenzen  gezogen
wären,  die  Wohlfahrt  des  Volkes  sehr  wohl  dadurch  erreicht
werden  könnte,  dass  jeder  sein  eigenes  Interesse  verfolge.  Diese
Politik,  einem  Teile  der  Bevölkerung  die  Erreichung  seines  Vor ­