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Die  Beiträge  betrugen  wöchentlich  eine  Mark;  unter  friedlicher
Haltung  nahm  die  Mitgliederzahl  zu  und  das  Vermögen  stieg  zu
einer  bis  dahin  ungekannten  Höhe.  Die  sich  aus  dieser  Kapitalkraft ­
  ergebende  Macht  erregte  natürlich  bei  den  Unternehmern
den  grössten  Unwillen.  Man  zog  über  die  Unterstützungskassen
her  und  erklärte  diese  für  einen  betrügerischen  Kniff,  um  die  Ersparnisse ­
  der  Arbeiter  von  ihrem  eigentlichen  Zwecke,  dem  Schutze
im  Alter,  bei  Todesfall,  Krankheit  und  Unfällen  abzulenken  und
sie  zur  Nährung  von  Unzufriedenheit  und  zur  Streikunterstützung
zu  missbrauchen.
Diese  Schmähungen  erreichten  natürlich  nicht  mehr  als  die
Angriffe  früherer  Jahre.  Durch  stete  Fühlung  mit  der  Öffentlichkeit, ­
  wobei  auch  die  Annonce  eine  Rolle  spielte,  erwarb  die  Vereinigung ­
  eine  führende  Stellung.  Tischler,  Schneider  und  Schriftsetzer ­
  organisierten  sich  auf  gleicher  Basis,  und  von  1852  —  59
machte  die  Bewegung  ruhige  und  stete  Fortschritte.  Diese
Periode  innerer  Kräftigung  brachte  auch  ein  besseres  Einverständnis ­
  zwischen  Arbeit  und  Kapital,  und  viele  Kreise  hegten
die  Zuversicht,  dass  der  Schiedsspruch  an  Stelle  des  Kampfes
treten  und  binnen  kurzem  die  Streiks  praktisch  aufhören  würden.
Aber  diese  hohen  Erwartungen  sollten  sich  nicht  erfüllen.
Die  Depression  nach  der  Krisis  von  1857  schuf  viele  Arbeitslose
und  die  Aussperrungen  häuften  sich.  1859  wurden  gleichzeitig
24000  Arbeiter  des  Londoner  Baugewerbes  aus  Anlass  ihrer
Forderung  einer  kürzeren  Arbeitszeit  ausgesperrt;  keine  von  beiden
Parteien  erfocht  einen  völligen  Sieg.  In  der  Zeit  von  1867—75
erreichten  dann  die  Gewerkschaften  einige  politische  Vorteile;
zunächst  wurden  sie  gesetzlich  voll  anerkannt,  und  die  von
1858—67  ständig  in  den  Hauptstädten  des  Landes  tagenden  Gewerberäte ­
  (trade  councils)  erreichten  im  Zusammenwirken  mit
opferwilligen  Persönlichkeiten  aus  allen  Gesellschaftskreisen  eine
Besserung  der  Arbeitsbedingungen  und  eine  Bewegung  zur  Reform
der  Arbeitergesetze.  Durch  diese  Kreise  vor  allem  wurde  das
Reformgesetz  von  1866  zustande  gebracht,  das  den  bis  dahin
rechtlosen  städtischen  Arbeitern  das  Stimmrecht  gab.  Fast
ebenso  wichtig  war  die  Abänderung  des  alten  Dienstbarkeitsgesetzes, ­
  das  den  Arbeiter  mit  Gefängnis  bestrafte,  wenn  er  den
Kontrakt  brach  oder  seine  Arbeit  unvollendet  verliess.  Die
politische  Rührigkeit  der  Gewerkschaftler  wurde  durch  eine
parlamentarische  Untersuchung  von  1867  belebt,  die  gegen  die