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Frauen  erhielten  natürlich  weniger,  etwa  80—100  Mk.  jährlich
und  indianische  Feldarbeiter  etwa  1,50  Mk.  täglich.  Bei  den
Preisschwankungen  lässt  sich  natürlich  schwer  feststellen,  was
der  Arbeiter  für  diese  zwei  Mark  kaufen  konnte,  aber  viele  Gegenstände ­
  des  allgemeinen  Konsums  scheinen  damals  höher  als  heute
im  Preise  gestanden  zu  haben.  Mais  schwankte  bei  einem  Preise
von  6  Mk.  für  den  Bushel  in  der  Zeit  von  1623—1638  um  das
Doppelte.  Das  wären  also  damals  3—6  Arbeitstage  für  ein  Bushel
Mais  gegenüber  1 / 8  bis  1 j 2  Tagelohn  heute.  Butter  war  billiger
und  kostete  1  Mk.  das  kg,  Käse  80  Pfg.  Natürlich  bestanden
viele  andere  Ausgaben,  wie  Grundrente,  für  Verkehrsmittel  u.  a.
damals  nicht  und  man  kann  annehmen,  dass  die  meisten  Arbeiter
ein  kleines  Anwesen,  Hühner  und  eine  Kuh  gehabt  haben,  die  zusammen ­
  mit  der  im  Hause  üblichen  Herstellung  der  Kleidung  den
Unterhalt  der  Familie  stützte,  so  dass  die  allgemeine  Lage  der
Arbeiter  ausser  bei  ungünstigen  Ernten  mangels  krassen  Elends
und  dringender  höherer  Bedürfnisse  keine  schlechte  genannt
werden  kann.
Die  Arbeitszeit  für  diese  2,—  Mk.  war  gewöhnlich  von
Sonnenaufgang  bis  Sonnenuntergang,  da  die  künstliche  Beleuchtung ­
  noch  nicht  entwickelt  genug  war,  um  ein  arbeiten  während
der  Dunkelheit  zu  gestatten.  Nachfrage  nach  ungelernter  Arbeit
gab  es  in  Fülle,  aber  die  Ansprüche  an  die  Leistung  waren  hoch.
Bis  zu  einer  gewissen  Ausdehnung  hatte  man  Dienstverträge  geschlossen ­
  mit  Leuten,  die  Europa  gern  verlassen  wollten,  um  der
Unterdrückung  oder  Verfolgung  zu  entgehen  oder  ihre  Lage  zu
verbessern,  und  denen  man  die  Überfahrt  bezahlt  hatte,  wofür  sie
bei  der  Ankunft  eine  Reihe  von  Jahren  zu  arbeiten  hatten.  Obgleich ­
  diese  sogenannten  redemptioners  also  ohne  Lohn  zu  arbeiten
hatten,  und  in  der  Regel  nur  am  Ende  der  Vertragszeit  einen
„  Freiheits  -  Anzug“  erhielten,  waren  sie  doch  bedeutend  besser
gestellt  als  Sklaven,  und  besassen  eine  Reihe  von  gesetzlich  festgelegten ­
  Rechten.  Freilich  wurden  sie  oft  schlecht  behandelt  und
Entlaufene  hai’t  bestraft.  Dieses  System  verleitete  wegen  seiner
Einträglichkeit  besonders  Schiffsbesitzer  zu  vielfachen  Missbrauchen.
Es  war  nicht  nur  der  Auswurf  der  Menschheit,  der  sich  dem  Arm
der  Gerechtigkeit  entziehen  wollte,  der  diesen  Weg  benutzte,
sondern  es  wurden  auch  oft  junge  Leute  in  Europa  auf  den  Strassen
weggefangen  und  mit  Gewinn  nach  Virginien  und  Massachusetts
verkauft.