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schaftliche  Ziele  verfolgten.  Noch  bei  dem  Streik  der  Seeleute
in  New  York  im  Jahre  1802  verlautet  nichts  von  dem  Bestehen
einer  Gewerkschaft.  Eine  Bautischler-Gewerkschaft  wurde  in
New-York  1806  und  die  wohl  schon  einige  Jahre  früher  bestehende
typographische  Gesellschaft  1818  inkorporiert.  Die  Schiffsarbeiter
Bostons  organisierten  sich  1822  und  erhielten  1823  von  der  Gesetzgebung ­
  Massachusetts  ein  Statut  (Charter),  welches  ähnlich
dem  der  alten  Kameradschaften  (friendly  society)  das  Recht  der
Siegelführung,  des  Schutzes  der  Kassen  und  verschiedener  Unterstützungsfonds ­
  für  Unglücksfälle  der  Mitglieder  und  ihrer  Familien
erteilte.  Von  einer  Aggressiv-Politik  der  Gewerkschaften  war
natürlich  keine  Kede  und  theoretisch  waren  diese  Vereinigungen
nur  zu  Unterstützungszwecken  da.  Jedenfalls  haben  noch  einige
Vereinigungen  bestanden,  über  die  kein  Bericht  vorliegt,  aber  erst
nach  1825  erschienen  die  ersten  Arbeiterzeitungen.  Dem  „Arbeiter-Advokaten“
  in  New  York  1825—30  folgte  die  „Tägliche  Wacht“
und  „Jung  Amerika“;  diese  Blätter  vertraten  eine  radikale  aggressive ­
  Politik  und  hatten  trotz  ihrer  geringen  Verbreitung  docli
einen  gewissen  Einfluss.
1833  endlich  schlossen  sich  die  verschiedenen  Gewerkschaften
New  Yorks  zur  Zentral-Gewerkschaft  zusammen,  die  zwar  keine
Macht  erlangt  zu  haben  scheint,  aber  obwohl  sie  eigentlich  nur  einen
vorübergehenden  Sammelpunkt  von  Vertretern  der  verschiedenen
Gewerbe  abgab,  doch  politisches  Interesse  in  die  Bewegung  trug.
Schon  damals  war  das  politische  Programm  der  Gewerkschaften
fortschrittlich  und  seiner  Zeit  voraus.  Man  forderte  für  die  öffentlichen ­
  Ländereien  ein  Heimstättengesetz  mit  Unveräusserlichkci.t
der  Stätten  für  die  Ansiedler,  eine  nationale  Konkursordnung,
Abschaffung  der  Schuldhaft,  Gleichberechtigung  der  Frauen,  Abschaffung ­
  der  Sklaverei,  Beschränkung  des  Landbesitzes  auf
160  Acker  auf  den  Kopf,  Aufhebung  des  Bankmonopols  und  der
Postbeförderung  an  Sonntagen  und  im  Interesse  der  Hebung  des
Standes  allgemeine  freie  Schulbildung,  Viele  dieser  Forderungen
sind  seitdem  erfüllt  und  damit  ist  der  Beweis  für  die  richtige
Empfindung  der  Gewerkschaften  für  die  Bedürfnisse  der  Zeit
gegeben.  Unter  Präsident  Jackson  und  Van  Buren  vertrat  die
demokratische  Partei  zum  guten  Teil  die  Interessen  der  Arbeiterschaft, ­
  ja  man  schreibt  sogar  Jacksons  Wahl  der  Unterstützung
der  Organisationen  zu.
Immerhin  waren  die  Gewerkschaften  noch  schwach  gegen ­