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wegung  einsetzte,  hörte  man  das  Murren  der  Unzufriedenen,
kannte  man  nur  immerwährende  Fehden  unter  den  Volksstämmen.
Die  Engländer  hassten  die  Italiener  und  Polen  und  ebenso  bekämpften ­
  sich  Katholiken  und  Protestanten.  Der  nicht  englischsprechende ­
  Arbeiter  wurde  „John“  geschimpft,  und  hatte  oft  die
Launen  der  anderen  zu  spüren.  Jetzt  muss  der  eine  oft  stundenlang ­
  Reden  zuhören,  die  er  nicht  versteht  und  warten  bis  am
Ende  vielleicht  solche  in  seiner  Sprache  folgen.  Eine  Art
religiösen  Geistes  hält  die  Leute  zusammen  und  lässt  sie
Opfer  bringen,  denn  wo  neben  einem  praktischen  Zweck  Gefühle
mitwirken,  pflegt  immer  eine  grössere  Opferwilligkeit  zu  herrschen.
Wenn  man  die  Moral  eines  Menschen  an  seiner  Opferwilligkeit
messen  will,  dann  sehe  man  auf  die  Leute,  die  jede  freie  Minute
ihren  Genossen  widmen,  nach  der  Anstrengung  des  Tages  bis  in
die  Nacht  hinein  ohne  Entgelt  für  die  Macht  ihrer  Vereinigung
tätig  sind,  sich  um  eines  Prinzips  willen  auf  die  schwarze  Liste
setzen  und  ins  Gefängnis  werfen  lassen.  Eine  Sache,  die  zu
solcher  Aufopferung  veranlasst,  kann  keine  schlechte  sein.  Wer
kein  Arbeiter  ist,  kann  nicht  nachfühlen  wie  hart  es  ist,  wegen  der
Treue  gegen  die  Brüder  überall  von  der  Arbeit  ausgeschlossen
zu  werden;  doch  obgleich  es  für  verheiratete  Leute  die  Verurteilung ­
  zum  Hungertod  bedeutet,  laufen  sie  immer  wieder  diese
Gefahr.  Der  Sekretär  des  Illinois-Bezirks  der  Vereinigten  Bergarbeiter, ­
  einer  der  heute  reichsten  Vereinigungen  im  Lande,  ist
früher  auf  eigene  Kosten  ohne  Hoffnung  auf  Kostenrückerstattung
durchs  Land  gezogen  und  hat  dabei  seine  letzten  hundert  Mark
der  Sache  geliehen.  Dann  lag  das  Zentralbureau  der  Vereinigung
in  den  Händen  Ryan’s,  in  dessen  rechte  Tasche  die  einlaufenden,
in  dessen  linke  die  beantworteten  Briefe  kamen;  und  er  war  einer
von  Tausenden.  Das  glänze  ndsteZeugnis  für  dieSelbstlosigkeit
  der  Leute  und  die  Liebe  zur  Sache  geben  die
Sympathiestreiks,  bei  denen  Tausende  die  Ersparnisse  von
Jahren  hergeben,  um  Kameraden  zu  helfen,  die  sie  nie  gesehen
haben  und  von  denen  sie  keine  Rückzahlung  erwarten  können  oder
wollen.
Von  allen  Seiten  redet  man  über  die  Würde  der  Arbeit  und
den  Adel,  den  sie  dem  Arbeiter  verleihen;  aber  erst  die  Gewerkschaft ­
  setzt  diese  Philosophie  ins  Leben  über.  Im  allgemeinen
wird  der  Arbeiter,  dieser  mit  der  Würde  der  Arbeit  gekrönte
König,  der  eigentliche  Schöpfer  des  Volkswohlstands,  diese  Urquelle
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