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der  Kraft,  wie  der  Wähler  in  Tafeltoasten  abgetan;  er  hat  selbst
dann  nicht  mitzureden,  wenn  man  über  seine  eigene  Zeit  verfügt.
Die  Gewerkschaften  dagegen  glauben  in  dem  Sinne  an  die  Würde
der  Arbeit,  dass  für  knechtische  einförmige,  ja  auch  schmutzige
Arbeit,  der  Arbeiter  mit  Geld  nicht  allein  abgespeist  werden
kann,  sondern  dass  die  Gesellschaft  ihm  Dank  und  Anerkennung
schuldet;  dass  nicht  die  Arbeit  selbst,  sondern  der  Geist,  in  dem
sie  getan  ist,  adelt;  dass  ein  Mensch  nicht  ausschliesslich  dazu
auf  der  Welt  ist,  um  ein  Stück  Draht  durch  ein  Loch  zu  stecken,
oder  eine  ähnliche  Bewegung  immerfort  auszuführen;  dass  der
Mensch  vielmehr  soweit  als  irgend  möglich  von  erniedrigender
Arbeit  befreit  werden  muss,  solche  Arbeit  aber,  soweit  nötig,  gewissenhaft ­
  und  ohne  Murren  geleistet  werden  soll.
Was  vor  allem  die  Arbeit  zu  adeln  vermag,  ist  ihre  Freiwilligkeit. ­
  In  der  Arbeit  von  Sklaven  oder  Hörigen  ist  nichts,  in  der
von  Gefangenen  und  der  unter  patriarchalischen  Zuständen  wenig
adelndes.  Dieser  Adel  kommt  erst  mit  der  Unabhängigkeit,  der
eigenen  Initiative  des  Arbeiters  und  der  Freude  an  seiner  Arbeit.
Ohne  Unterordnung  kann  man  kein  Unternehmen  führen,  wenn
aber  die  Arbeiter  sich  auf  selbst  gesetzte  Bestimmungen  verpflichten, ­
  die  der  Unternehmer  ihnen  zubilligt,  wenn  der  Arbeiter
seinem  Kameraden  für  seine  Arbeit  verantwortlich  ist,  dann  tritt
mit  der  grösseren  Leistungsfähigkeit  auch  ein  Selbstbewusstsein
und  wie  bei  Künstlern  und  Gelehrten  eine  Freude  am  Schaffen  ein.

19.  KAPITEL.
Der  Nutzen  der  Gewerkschaften
für  Unternehmer  und  Öffentlichkeit.
Grundfalsch  ist  der  vielverbreitete  Glaube,  ein  Gewinn  für
den  Arbeiter  sei  ein  Verlust  für  den  Unternehmer.  Vielmehr  verschafft ­
  die  Gewerkschaft  dem  Unternehmer  in  vielen  Beziehungen
ebenso  grosse  Vorteile  wie  den  Arbeitern,  sie  schützt  zum  mindesten ­
  die  besseren  Elemente  gegen  die  Konkurrenz  der  Habgierigsten. ­
  Dadurch,  dass  das  Geschäft  mit  einem  gleichmässigen
Preis  der  Arbeit  rechnen  kann,  ist  auch  den  Geschäftsinteressen ­
  gedient.