hat,  nimmt  mit  dem  Fortschritt  der  Bewegung  diese  Gegnerschaft
immer  mildere  Formen  an,  und  am  Ende  ist  der  Besitz  einer  Gewerkschaftskarte ­
  eine  ebenso  selbstverständliche,  nicht  als  Druck
empfundene  Vorbedingung,  wie  das  Vorweisen  der  Werkzeuge  und
erforderlichen  Kenntnisse.
In  den  ungelernten  Gewerbezweigen  Amerikas  sind  die  Gegensätze ­
  noch  grösser,  entsprechend  den  Organisationsschwierigkeiten.
Die  Beweglichkeit  der  Arbeiter,  ihre  zugweise  Herbeischaffung
durch  die  Unternehmer,  die  gewerbsmässigen  Streikbrecher  und
endlich  die  von  den  Unternehmern  ausgespielten  Rassengegensätze
sind  da  noch  zu  überwinden.  Aber  die  vereinigten  Bergarbeiter
haben  den  Weg  dazu  gezeigt.
Während  des  schnellen  Umsichgreifens  einer  Bewegung  werden
ihre  Wege  oft  als  unbequem,  weil  ungewohnt,  empfunden.  Gar  bald
wird  man  sich  aber  an  die  Notwendigkeit  der  Organisation  ebenso
gewöhnt  haben  und  sie  ebensowenig  als  Unbilligkeit  mehr  empfinden,
wie  den  Schulzwang.  Das  unveräusserliche  Recht  des  Menschen
auf  beliebige  Arbeitsbedingungen  wird  dann  auf  einer  Stufe  stehen
mit  dem  unveräusserlichen  Recht  des  Kindes  auf  Müssiggang,  und
mit  derselben  Berechtigung  wird  ein  Arbeiter  gehindert  werden,
die  Anforderungen  zu  unterbieten,  die  seine  Klasse  an  ihn  stellt,
mit  der  ein  Kind,  auch  gegen  den  Willen  seiner  Eltern  zu  einem
nützlichen  Glied  der  Gesellschaft  herangebildet  wird.
Von  den  Gewerkschaften,  die  das  gemeinsame  Interesse  aller
Leute  ihres  Gewerbes  vertreten,  hat  man  allerdings  hie  und  da
solche  zu  unterscheiden,  die  ihren  augenblicklichen  Mitgliedern
eine  Vorzugsstellung  einzuräumen  suchen,  fähige  Leute  am  Eintritt ­
  hindern,  unbillige  Eintrittsgelder  fordern,  Lehrlinge  verweigern, ­
  und  dann  durch  Aussperrung  unorganisierter  allerdings
ein  Monopol  auszuüben  drohen.  Man  kann  hohe  Eintrittsgelder  aber
nicht  immer  verwerfen.  Es  mag  manchmal  eine  gewisse  Berechtigung ­
  haben,  einmal  gebrachte  Opfer  zu  kapitalisieren  oder  selbst
einen  plötzlichen  Zustrom  zum  Gewerbe  zu  hemmen.  Die  Höhe  der
aufgespeicherten  Versicherungsfonds,  an  denen  ein  Anteil  erworben
wird,  und  allerlei  andere  Motive  der  Leute  sind  zu  berücksichtigen. ­
  Aber  jedenfalls  kann  in  solchem  Falle  eine  aggressive  Besteuerung ­
  Aussenstehender  das  Gleichgewicht  stören.
Und  zweitens  ist  es  nicht  immer  politisch  klug,  diese
exklusive  Stellung  einzunehmen.  Viele  Arbeiter  können  eher
überredet  als  gezwungen  werden,  sich  zu  organisieren,  und  gar