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dem  in  den  Streikklauseln  eine  grosse  Unsicherheit  auferlegt  wird.
Aber  es  erntet  auch  Vorteile  von  einem  gutüberlegten  Streik.
Die  augenblicklich  störend  empfundene  Erschütterung  des  Wirtschaftslebens ­
  führt  Arbeiter  wie  Unternehmer,  die  in  ausgetretenen
Gleisen  gingen,  zu  Wechsel  und  Fortschritt  in  den  Methoden.
Durch  Maschinenverbesserung  ist  nach  einem  Streik  die  Leistung
eines  Gewerbes  oft  grösser  gewesen  als  vorher.
Vernünftige  Streiks  haben  sich  bezahlt  gemacht  und  werden
sich  weiter  bezahlen.  Was  steht  diesem  Verlust  von  l°/ 0  des  Lohnes
und  1%  der  Zeit  für  ein  Gewinn  gegenüber  allein  an  Lohnerhöhungen ­
  und  Arbeitszeitverkürzungen,  die  durch  Furcht  vor  Streiks
erreicht  werden;  und  wie  ist  vor  allem  der  Arbeiter  moralisch
auf  eine  andere  Stufe  innerhalb  der  Gesellschaft  gehoben  worden.
Niemand  behauptet,  dass  alle  diese  Fortschritte  durch  Streiks
erreicht  worden  seien.  Aber  wenn  man  alles  das  abzieht,  was  auf
Kechnung  des  technischen  Fortschrittes  entfällt,  so  bleibt  weit
über  1%  Gewinn  übrig,  der  durch  die  wirtschaftliche  Kräftigung
der  Arbeiterschaft  zustandekam.  Mag  sich  ein  einzelner  Streik
nicht  bezahlen,  ihr  Zusammenwirken  lohnt  die  gemeinsamen  Kosten
reichlich.
Wer  seine  Stimme  so  laut  erhebt  für  das  Kecht  auf  Arbeit,
der  muss  auch  seine  Umkehrung  anerkennen:  das  Kecht,  einzeln
oder  gemeinsam  die  Arbeit  niederzulegen.  Die  moralische  Berechtigung ­
  eines  Übels  hängt  doch  davon  ab,  ob  ein  grösseres  Übel
damit  bekämpft  wird.  Und  ich  denke,  das.  amerikanische  Volk
wird  industrielle  Unterdrückung,  Schwitzbuden,  Ausbeutung  von
Frauen  und  Kindern  noch  als  das  grössere  Übel  anerkennen.
Die  Entstehungsgründe  der  Streiks  haben  wir  bereits  zahlenmässig
angeführt,  bliebe  noch  zu  erwähnen,  dass  über  die  Hälfte  von
ihnen  vollständig,  1 / 8  teilweise  erfolgreich  und  nur  weniger  als
3 / g  erfolglos  gewesen  sind.
Es  ist  immer  die  höher  stehende  Klasse  der  Arbeiter  gewesen, ­
  die  gestreikt  hat,  nicht  das  Lumpenproletariat.  „Arbeitsstreitigkeiten“ ­
  sagt  Direktor  Wright,  „sind  das  Ergebnis  einer
höheren  Bildung  .  .  .  Dummköpfe  streiken  nicht.  Es  gehört  die
Einsicht  dazu,  die  eigene  wirtschaftliche  Lage  zu  begreifen,  ehe
man  zu  diesem  letzten  Mittel  greift“.  Wie  allein  in  höher  zivilisierten ­
  Ländern,  so  sind  auch  in  unseren  fortgeschritteneren
Staaten  diese  Konflikte  häufiger,  und  so  werden  auch  in  einem
berechtigten  Streik,  der  den  Ausdruck  einer  „göttlichen  Unzu-