friedenlieit“  darstellt,  die  Helden  des  Volkes  im  Vordertreffen
stehen.
Mit  jedem  Kampf  für  ein  Prinzip  oder  für  einen  Kulturfortschritt ­
  ist  abgesehen  von  materiellen  Erfolgen,  ein  grosser
moralischer  Gewinn  verknüpft.  Es  wird  wenige  moralische
Kräfte  geben,  die  den  Menschen  mehr  heben,  als  ein  solcher
Ausdruck  gerechter  Entrüstung,  und  das  Zusammenschweissen
einer  Armee  ungehobelter  Männer  unter  einem  Gedanken.  Wenn
man  über  die  Erregung  von  Bitterkeit  zwischen  Unternehmer  und
Arbeiter,  zwischen  Organisierten  und  Nichtorganisierten  spricht,
so  soll  man  auch  beachten,  wie  ein  Streik  oft  die  Luft  reinigt,
und  die  Kompensation  nicht  vergessen,  dass  sie  das  Band  gegenseitiger ­
  Aufopferung  um  die  Kämpfer  für  das  Gesamtwohl
schlingen.  Wenn  wir  im  militärischen  Sinne  sprechen,  ist  ein
Streik  eher  eine  Belagerung,  als  ein  Sturm.  Er  kann  nicht
durch  eine  Einzelhandlung  gewonnen  werden,  sondern  nur  durch
geduldige,  ausdauernde  Kombinationen;  da  heisst  es  sparen  mit
den  Vorräten,  dem  bedürftigeren  Nachbar  helfen,  und  alle  Erregung ­
  bemeistern.  Wenn  die  Nahrungsmittel  schrumpfen,  die
Kinder  blässer  werden,  andere  die  verlassene  Stelle  ausfüllen,
vielleicht  für  höhere  Löhne,  und  die  Agenten  des  Unternehmers
ihm  täglich  erzählen,  dass  andere  übertraten,  und  er  ein  Tor
sei,  sich  für  jene  zu  opfern;  wenn  man  ihn  durch  Bestechung
oder  Angebot  einer  besseren  Stellung  zu  gewinnen  sucht,  dann
muss  er  den  polternden  Stänkern,  die  vom  Unternehmer  als
Privatpolizei  angestellt  sind,  die  andere  Backe  hinhalten  und
jedem  Streit  aus  dem  Wege  gehen.  Unmenschliche  Tugenden
werden  gefordert  und  Helden  erwachsen.  Aber  von  den  hunderttausend ­
  selbstlosen  Duldern  schweigen  die  Blätter,  wenn  aber  ein
einziger  einen  Stein  aufhebt,  dann  feuern  es  die  Drähte  nach
allen  Enden  der  Welt.
Wenn  in  einem  solchen  ehrenvollen  Streite  die  Leute  ihr
letztes  Stückchen  Brot  auf  die  Wagschale  legen  und  Schulter  an
Schulter  die  furchtbare  Schlacht  kämpfen,  dann  kann  es  kein
Unterliegen  geben.  Es  ist  für  die  Gewerkschaften  eine  alte  Wahrheit: ­
  ein  verlorener  Streik  bedeutet  einen  gewonnenen  Streik.
Die  Leute  mögen  das  Feld  räumen,  ausgehungert,  geschossen  und
geschlagen,  sie  mögen  an  ihrem  Lohn  noch  verlieren  —  aber  andere ­
  sind  durch  ihren  Kampf  ermutigt;  ihre  Genossen  und  dereinst ­
  sie  selber  gewinnen  durch  das  Opfer;  gegen  Angriffe  ge ­