173

Stellung  nicht  durch  Beitritt  aufs  Spiel  setzen,  würden  sich
aber  im  Falle  eines  aussichtsreichen  Streikes  gern  beteiligen.
Den  Anstrengungen  der  vermehrten  Organisationen  gelang  es
endlich  Anfang  1900,  etwas  Hoffnung  unter  die  Leute  zu  tragen
und  sie  für  den  unvermeidlichen  Kampf  vorzubereiten,  für  den
der  Juli  der  geeignetste  Zeitpunkt  schien.  Die  verstärkten  Klagen
aus  dem  Lockawanna-  und  Lebigh-Distrikt  beschleunigten  die  Umstimmung, ­
  und  für  Mitte  Juli  wurde  nach  dem  Städtchen
Hazleton  eine  Versammlung  einberufen,  welche  über  geeignete
politische  Massnahmen  entscheiden  sollte.  Gegen  viele  Stimmen,
die  für  einen  sofortigen  Streik  sprachen,  wurden  die  Beamten  der
Gewerkschaft  beauftragt,  die  Unternehmer  zu  einer  Versammlung
für  den  August  zum  Zwecke  der  Festsetzung  einer  Lohnskala
zu  laden.
Als  diese  die  Einladung  ignorierten,  wurden  die  Wünsche
der  Versammlung  ihnen  für  10  Tage  zur  Stellungnahme  vorgelegt, ­
  und  als  sie  jede  Konzession  verweigerten,  der  Streik  für
den  17.  September  erklärt.
Die  Gewerkschaft  hatte  zu  dieser  Zeit  weniger  als  8000
Mitglieder,  hatte  aber  den  Standpunkt  aller  so  richtig  vertreten,
dass  am  ersten  Tag  zwischen  80  und  100000  Mann  die  Arbeit
niederlegten,  und  nach  zwei  Wochen  volle  90%  der  144  000
Leute  ausständig  waren.  Die  Sympathien  von  Presse  und  Publikum ­
  waren  auf  Seite  der  Bergleute,  sobald  der  fürchterliche
Zustand  ihrer  Lage  bekannt  wurde.  Man  ging  nicht  auf  den
Leim  der  Unternehmer,  die  behaupteten,  die  Mehrzahl  der  Streikenden ­
  werde  nur  durch  die  Drohungen  einer  kleinen  Minderheit ­
  an  der  Arbeit  gehindert.  Umsonst  versuchten  die  Gesellschaften ­
  die  Hausmieten,  Grubenärzte,  Pluuderladen  und  die
Forderung  von  11  Mark  für  das  ihnen  3,60  Mk.  kostende  Pulver
als  notwendige  Beigaben  des  Gewerbes  hinzustellen,  und  beim
Nahen  des  Winters  und  dem  Zusammenschrumpfen  der  Kohlenvorräte ­
  wandte  sich  die  ganze  Empörung  des  Publikums  gegen  die
halsstarrigen  Unternehmer.
Die  für  den  5.  November  bevorstehende  Präsidentschaftswahl ­
  kam  den  Bergleuten  zu  Hilfe.  Senator  Hanna,  Vorsitzender ­
  des  Nationalkomitees  der  Kepublikaner,  machte  wiederholte
Anstrengungen,  einen  Vergleich  zu  erwirken,  und  am  3.  Oktober
boten  die  Unternehmer  eine  10  %  ige  Lohnerhöhung  an.  Das
Anerbieten  richtete  sich  nicht  direkt  an  die  Arbeiter,  sondern