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fünf  Distrikten  der  Vereinigung  berief  ich  verfassungsgemäss  eine
Generalversammlung  aller  Bergarbeiter  für  den  17.  Juli  nach
Indianapolis.
Um  diese  Zeit  hatte  die  Notlage  im  Hartkohlenfeld  schon
begonnen.  Viele,  die  vor  zwei  Monaten  hoffnungsvoll  in  den  Streik
gegangen  waren,  hatten  ihre  letzten  Wertsachen  verpfändet.  Viele
der  fremden  Arbeiter  waren  nach  anderen  Teilen  des  Landes  oder
zurück  nach  Europa  gegangen,  aber  die  Hauptmasse  der  zurückbleibenden
  begann  die  Schrecken  des  Hungers  zu  spüren.  Eine
Aufhebung  des  Bergbaues  im  ganzen  Lande  würde  die  Bahnen
zur  Übergabe  gezwungen  haben  und  die  Leute  im  Weichkohlenfekl
  waren  zu  jedem  Opfer  bereit  und  würden  zweifellos
den  Sympathiestreik  erklärt  haben.
Aber  der  Vertrag  mit  den  Unternehmern  bildete  ein  unüberwindliches ­
  Hindernis.  Hier  waren  in  gemeinsamen  Versammlungen
bereits  Arbeitsverträge  und  Lohnskalen  für  je  ein  Jahr  vereinbart,
und  der  laufende  Vertrag  lautete  bis  zum  April  1903.  Wie  im  Stahlstreik ­
  1901  meinten  einige,  die  Pflicht  der  Selbsterhaltung  ginge
über  die  Heiligkeit  jedes  Vertrages,  und  eine  Einstellung  der  Arbeit
ohne  Forderung  auf  Änderung  der  Arbeitsbedingungen  sei  kein
eigentlicher  Streik,  da  im  Vertrag  die  Lohnrate  pro  Tag,  aber  nicht
die  Zahl  der  Arbeitstage  pro  Jahr  festgesetzt  sei.  Aber  obgleich
man  wusste,  dass  der  Angriff  auf  die  Haltkohlenbergleute  nur  der
erste  Schlag  gegen  die  Gewerkschaft  war,  und  im  Verlustfalle  bald
darauf  die  Weichkohlenleute  vernichtet  würden,  nannten  diese  obige
Argumente  Spitzfindigkeiten  und  hielten  an  ihren  Verträgen  fest.
Auch  ich  erklärte  dies  in  meiner  Bede  als  eine  Ehrensache  für
die  gesamte  Arbeiterschaft,  auf  deren  Entscheidung  alle  Freunde
im  Lande  ängstlich  nach  Indianapolis  schauten.  Und  so  beschloss
denn  schliesslich  die  Versammlung  einhellig,  also  unter  Zustimmung
der  Hartkohlenleute,  der  Versuchung  zum  Trotz  die  Verträge  aufrechtzuerhalten. ­
