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kein  Geld  hatte,  die  Strassenbahn  zu  bezahlen.  Dieser  Geschäftsführer ­
  hat  meist  so  viel  zu  tun,  dass  er  nicht  mehr  in  seinem
Gewerbe  arbeiten  kann.  Er  sucht  die  Unternehmer  auf,  sieht  auf
Einhaltung  der  Verträge,  sucht  Beschwerden  und  Streitigkeiten
beizulegen,  sammelt  die  Mitgliedsbeiträge,  sucht  neue  Mitglieder
zu  gewinnen  und  Arbeit  für  die  Arbeitslosen  zu  beschaffen.  Die
grosse  Mehrzahl  dieser  Leute  hat  eine  schwere  und  undankbare
Arbeit  selbstlos  zu  verrichten,  und  die  Ausnahmen  der  Pflichtvergessenheit ­
  machen  unter  ihnen  keinen  grösseren  Prozentsatz
aus,  als  unter  Bankiers  und  Anwälten.  Dem  Geschäftsführer  die
Beilegung  eines  Streikes  zu  übertragen  oder  seine  Entscheidung
bei  Streitigkeiten  als  unwiderruflich  hinstellen,  hiesse  allerdings
der  Korruption  die  Türe  öffnen;  aber  in  den  Fällen  aussergewöhnlicher
  Machtausstattung  pflegt  diese  nur  für  die  allerkürzeste  notwendige ­
  Frist  gewährt  zu  w'erden.  Das  amerikanische  Prinzip
der  Mehrheitsherrschaft  beherrscht  das  Feld  völlig,  wenn  auch
einem  begabteren  Manne  kein  Hindernis  in  den  Weg  gelegt  wird,
den  Einfluss  über  andere  auszuüben,  den  ihm  seine  Kräfte  ermöglichen. ­

Trotz  komplizierter  Verhältnisse  versucht  man  die  nationalen
Zentralen  ebenso  demokratisch  zu  erhalten;  nicht  überall  kann
man,  wie  bei  den  Bahnschaffnern  und  vereinigten  Bergarbeitern,
immer  alle  Mitglieder  zur  Abstimmung  zusammenbringen.  Dann
wird  das  Vertretungsprinzip  unserer  politischen  Parteien  übernommen. ­
  Die  nationalen  Versammlungen  der  Gewerkschaften
setzen  sich  aus  Delegaten  der  Ortsgruppen  zusammen,  wie  die
Parlamente  unserer  Einzelstaaten  oder  der  Union.  Ob  diese
Delegaten  nun  instruiert  werden  oder  freie  Hand  haben,  die
Stimme  der  Versammlung  stellt  doch  die  Meinung  der  Mitglieder
direkter  dar,  als  von  der  Vorwahl  oder  der  Wahl  eines  Gouverneurs ­
  oder  des  Präsidenten  gesagt  werden  kann.  Nur  haben
manchmal  die  kleineren  Ortsgruppen  eine  relativ  grössere  Stimmenzahl; ­
  aber  das  demokratische  Prinzip  ist  noch  weiter  getrieben,
als  in  der  Politik  des  Landes,  in  dem  ein  grosser  Teil  der  wichtigsten ­
  Arbeit  diesen  Versammlungen  entzogen  ist  und  den  Mitgliedern ­
  zu  direkter  Abstimmung  (Keferendum)  vorgelegt  wird.
Diese  direkte  Abstimmung  schaltet  sehr  viele  der  Gefahren  aus,
welche  heute  noch  untrennbar  von  unseren  Wahlen  erscheinen.
Wer  nicht  Beamter  einer  Gewerkschaft  war,  hat  .keinen  Begriff
davon,  in  welcher  Ausdehnung  diese  kolossale  Menschenmasse,