280 Zweiter Teil. Landet. Xlll. Buch- und Zeitungswesen. Zusammenwirkens tritt im Buchgewerbe von den ersten Anfängen an deutlich ans Licht und gewinnt im weiteren Verlaufe der Entwickelung stetig an Überzeugungskraft. Nicht minder wichtig ist der Einfluß der technischen Fortschritte auf Entstehung und Ausbildung der Wirtschaftsformen. Es zeigt sich hier mit Deutlichkeit, daß in der Technik der Bucherzeugung, bezw. in dem jeweiligen Grade ihrer Entwickelung und wirtschaftlichen Bedeutung, der Schlüssel zum Verständnis des buchgewerblichen Entwickelungsganges ­ gegeben ist. 2. Der deutsche Buchhandel in seinen verschiedenen Zweigen, insbesondere das Kommissionsgeschäft. Von Gustav Fischer. Mischer, Gnindziige der Vrganisatiou des deutschen Buchhandels. Jena, Gustav Mischer, 1903. S. 39, S. 87 — 88 und 5. 90—92. Die drei Hauptbestandteile des deutschen Buchhandels der Gegenwart sind Verlag, Sortiment und Kommissionsgeschäft. Der Verlag übt im großen und ganzen die produzierende Tätigkeit aus, während das Sortiment dazu bestimmt ist, die Produkte des Verlags an allen Orten direkt an die Konsuinenten zu vertreiben. Das Verhältnis des Verlegers zum Sortimenter ist gleich dem des Fabrikanten zum Kaufmann. ­ Wie es nun bei den kaufmännischen Geschäften allerlei Zwischenhändler und verschiedene Arten des kaufmännischen Betriebs gibt, so auch im Buchhandel. Wir finden neben dem reinen Sortimentsgeschäft, mit dem vielfach Antiquariat, z. T. Musikalien- und Kunsthandel rc. verbunden sind, mit dem Büchervcrtrieb beschäftigt das Barsortiment, den Groß-Restbuchhandel oder das moderne Antiquariat, Zwischenglieder, ­ welche sich in den direkten Verkehr zwischen Verlag und Sortiment eingeschoben haben, dann in einer Linie mit dem Sortiment die Reise- und Kolportagebuchhandlungen, die den Bttchervertrieb nur auf andere Weise als die Sortimentsbuchhandlungen besorgen. Der dritte Lauptzweig des deutschen Buchhandels ist das Kommissionsgeschäft. Dasselbe hat vor allem die Aufgabe, die verkehrsvermittelnde Tätigkeit zwischen Verlags- ­ und Sortimentsbuchhandel an den buchhändlerischen Zentren auszuüben. Kommissionäre waren zunächst diejenigen Buchhändler an den Meßplätzen Frankfurt und Leipzig, welche die Auslieferung der Verlagswerke auswärtiger Verleger ­ kommissionsweise das ganze Jahr hindurch besorgten. Auch heute noch macht diese Ausliefcrungstätigkeit, wie wir später sehen werden, einen nicht unbeträchtlichen Teil der Tätigkeit der Kommissionäre aus. Die Laupttätigkeit des Kommissionsbuchhandels liegt aber heute in der Verkehrsvermittlung. ­ Als mit der Einführung des Konditionsgeschäfts uud dem Sinken der Bedeutung der Messen für den Bücherverkehr ein regelmäßiger Verkehr über den Meßplatz zwischen Verlag und Sortiment das ganze Zahr hindurch an Stelle des alten Meßverkehrs ttat, da ließen sich auch die jetzt wiederaufkommenden reinen Sortimentsbuchhandlungen am Meßplah durch Kommissionäre vertreten, welche die für die Sortimenter bestimmten Sendungen sammelten und zusammen in größeren Ballen an sie abgehen ließen, wodurch sehr viel an Fracht, welche die einzelnen Sendungen gekostet hätten, erspart wurde. Auch die Verleger, welche keine Auslieferungslager ­ in Leipzig hatten, betrauten Kommissionäre mit ihrer Vertretung am Meßplatz und sandten an sie die für die verschiedenen Sortimentsbuchhandlungen