17 Mitte des 19. Jahrhunderts vermehrten sich die Genossen schaften sehr schnell. Diese ersten Blüten wurden durch den Sturm des amerikanischen Bürgerkrieges geknickt und ver- nichtet, und erst seit 1885 haben sie wieder eine weitere Ver breitung gefunden. Die zweckmäßigste Gesetzgebung findet sich im Staate Massachusetts, wo diese Genossenschaften „Kooperative Banken“ genannt werden. Diese Banken wollen die Mitglieder zum Sparen und zum Hauserwerb veranlassen. In den einzelnen Staaten haben die Baugenossenschaften wieder Verbände unter sich geschlossen, die viermal im Jahre Zusammenkommen. Sie haben ihre eigene Presse und auch die täglichen Zeitungen widmen ihnen gebührende Aufmerk samkeit. Nach einer Statistik vom Jahre 1892 bestanden in den Vereinigten Staaten 5838 Baugenossenschaften mit 1 745 725 Mitgliedern. Nach einem Bericht des Commissioners of the Building and Loan Associations gab es im Jahre 1899: Staat Californien Connecticut Michigan New-York Baugenossenschaften 151 15 72 358 Mitglieder .... 37 780 12 773 32 775 465 536 Darlehnnehmer . . 12 488 2 368 8 008 30 065 Anteilscheine . . . 410 67ß 86 868 296 381 1 632 820 1898 bestanden in Jowa 107 Baugenossenschaften. In Deutschland tauchte die Wohnungsfrage zuerst um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Vielleicht ging die An regung dazu von dem Buche aus, welches Friedrich Engels im Jahre 1845 über die Lage der arbeitenden Klassen in England veröffentlicht hatte, und in welchem er die traurigen Wohnungsverhältnisse der dortigen Industriearbeiter beschrieb. Allerdings hatte schon vorher V. A. Huber auf die Bedeutung der Baugenossenschaften für die Lösung der Arbeiterfrage hingewiesen, aber seine Worte hatten damals nicht zu irgend welchen praktischen Versuchen den Anlaß gegeben. Erst das Eintreten Lettes, welcher den Zentralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen gegründet hatte, führte dazu, daß sich weitere Kreise mit der Wohnungsfrage beschäftigten, und im Krorarey, Baugenossenschaften. 2