26 Seit der Gründung sind der Zentralstelle nicht nur zahl reiche große Wohlfahrtsvereine beigetreten, sondern auch fast sämtliche Reichsämter und preußische Zentralbehörden, sowie fast alle außerpreußische Bundesstaaten, eine Reihe von Stadtverwaltungen und Landesversicherungsanstalten, sowie die Landesdirektion der Rheinprovinz und die Gewerbekaimner in Hamburg. Als besondere Abteilungen sind der Zentralstelle „Der deutsche Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatspflege“ und „Die Abteilung für Armenpflege und Wohltätigkeit“ an gegliedert worden. Um die Gründung haben sich besonders verdient ge macht: Der damalige Minister für Handel und Gewerbe, Freiherr von Berlepsch und der Geheime Oberregierungsrat Dr. Königs. Julius Post, der damals Professor an der Technischen Hochschule in Hannover war, wurde als Vortragender Rat in das Ministerium für Handel und Gewerbe berufen und mit der Geschäftsführung der Zentralstelle beauftragt. Post war schon früher auf dem Gebiete der Arbeiterwohlfahrt praktisch tätig gewesen; er hatte dann im Aufträge der preußischen Regierung das In- und Ausland bereist, um die vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen zu studieren. Die Ergebnisse dieser Studien veröffentlichte er in dem zweibändigen Werk, das den Titel führt „Musterstätten persönlicher Fürsorge von Arbeit gebern für ihre Geschäftsangehörigen.“ Der erste Band dieses Werkes war schon im Jahre 1889 erschienen. Da Post als Vortragender Rat im Handelsministerium sich nicht ausschließlich der Verwaltung der Zentralstelle widmen konnte, so stellte man ihm Dr. Heinrich Albrecht zur Seite, der unter Posts Leitung die Geschäfte zu führen hatte. Albrecht hatte im Jahre 1890 eine Schrift über „Gewerbehygiene und Arbeiterwohlfahrtsbestrebungen“ ver öffentlicht und damit sein Interesse für den Wirkungskreis der neuen Zentralstelle bewiesen. Die Zentralstelle begann ihre Tätigkeit mit dem Studium und der Erörterung der Wohnungsfrage. Heinrich Albrecht hatte, ehe er sich den nationalökonomischen Studien zu wendete, sich vielfach mit technischen und hygienischen