39 nur ein sehr schmaler Hofraum übrig, der für die nach innen gelegenen Wohnungen nicht genug Licht und Luft zuläßt. Mit einer derartigen Bebauung durfte der Verein, der vor allen Dingen den Anforderungen gesundheitlichen Wohnens genügen wollte, nicht rechnen. Es mußte ein größerer Hof- raum geschaffen werden, der auch den nach der Innenseite gelegenen Wohnungen ein reichliches Maß von Licht und Luft zuführte. Eine derartige Bebauung konnte aber nur erreicht werden, wenn man zwei Grundstücke in der Weise aneinander legte, daß das schmale Rechteck des einfachen Grundstückes sich zu einem Quadrat erweiterte. Man erhielt dann ein Vorder- und ein Hinterhaus und als Verbindung zwischen beiden zwei Seitenflügel; in der Mitte blieb aber ein großer Raum unbebaut, der als Luft- und Lichtquelle diente. Es war nicht leicht ein passendes Grundstück zu einem Preise, der noch eine Rentabilität erwarten ließ, zu finden. Nachdem man längere Zeit gesucht hatte, gelang es, ein Doppelgrundstück von der Moabiter Terraingesellschaft zu erwerben, das 2814 qm umfaßte. Es handelte sich nun darum, einen Bauplan zu entwerfen, dessen Ausführung den Zwecken des Vereins vollkommen genügte. Der Verein hatte das Glück in dem Regierungsbaumeister Professor Messel ein Vorstands mitglied zu besitzen, das eine reiche Erfahrung auf dem Gebiete des Baues kleiner Wohnungen gesammelt hatte. Professor Messel hat nicht nur den ersten Plau, sondern auch alle folgenden für den Verein entworfen. Er hat die Aus führung der Bauten geleitet, ohne daß er für diese umfang reiche Tätigkeit irgend welche Entschädigung beansprucht hätte. Der 12. November 1893 ist insofern für den Verein ein denkwürdiger Tag, als an ihm der Grundstein für das erste Genossenschaftshaus Sickingen-Str. 8 gelegt wurde. Mit dem Bau des ersten Hauses wurde man am 1. Oktober 1894, mit dem zweiten am 1. April 1895 fertig. Von den 2814 Quadrat metern des Doppelgrundstückes wurde noch nicht die Hälfte, nämlich nur 1211,68 qm bebaut. So entstand ein sehr ge räumiger Hof, den man durch gärtnerische Anlagen zu einem angenehmen Aufenthaltsort zu machen suchte. Die Anordnung