49 erforderlich werdende, provisorische Anschlußleitung zu tragen. Die technische Ausführbarkeit war von dem Ge- meindebaumeister anerkannt worden, da auch an historischen Straßen viergeschossige Wohngebäude nur errichtet werden dürfen, wenn der vorliegende Straßenteil mit einer Ent wässerungsanlage versehen ist, und da diese Entwässerungs anlage nicht nur gebrauchsfähig, sondern auch planmäßig fertiggestellt sein muß, war der Gemeindevorstand nach dem Wortlaut des Gesetzes berechtigt, das Gesuch des "Vereins ab zulehnen. Wieder mußte das Projekt umgeändert werden. Es geschah diesmal in der Weise, daß man ein Geschoß strich, weil dreigeschossige Gebäude auch an nicht kanali sierten Straßen errichtet werden dürfen, und außerdem wurden Anlagen für die anderweitige Beseitigung der Abfall stoffe dem Plan einverleibt. Wiederum wurde die Genehmigung versagt oder vielmehr der Polizeiverwalter, der mit dem Ge meindevorstand identisch ist, ließ sich garnicht auf die Prüfung des Projektes ein, weil die Planvorlage nicht voll ständig sei. Jetzt wandte sich der Verein an den Landrat des Kreises, der sich aber auf die Seite der Polizeibehörde stellte. Darauf richtete der Verein eine Beschwerde gegen die Verfügung des Landrats an den Kegierungspräsidenten von Potsdam, worüber die Entscheidung noch aussteht. Im Laufe des Jahres 1901 trat der Magistrat von Charlottenburg wegen Errichtung von kleinen Wohnungen mit dem Verein in Verhandlung. Da der Magistrat den Ver ein aber nur unter der Bedingung unterstützen wollte, wenn sämtliche Wohnungen der dort zu errichtenden Ansiedlung den Arbeitern und Unterbeamten der Stadt Charlottenburg zur Verfügung gestellt würden, so sah sich der Verein ge nötigt, die Verhandlungen abzubrechen. Der Verein hat in erster Linie die Interessen seiner Mitglieder wahrzunehmen, und es widerspricht diesen Interessen, wenn die von dem Verein errichteten Wohnungen nicht seinen Mitgliedern, sondern ihren Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden. Da aber in Charlottenburg ein großer Mangel an kleinen Wohnungen vorhanden ist, wäre es sehr wünschenswert, wenn irgend ein Weg gefunden würde, um die dem geplanten Unternehmen entgegenstehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Kr omrey, Baugenossenschaften. 4