80 nur zuerst die Gleichgültigkeit der Arbeiterbevölkerung zu überwinden, sondern vor allen Dingen wurde auch die Un tüchtigkeit und Gewissenlosigkeit der Bäckereigehilf'en als schwerer Schaden empfunden. Im Laufe des ersten Jahres mußten 15 Gehilfen entlassen werden, bis die geeigneten tüchtigen Kräfte sich einstellten. Im ersten Jahr konnte noch keine Dividende verteilt werden, doch belief sich der Umsatz immerhin auf 45 227,72 M. Die Genossenschaft ist bemüht, den Bäckereibetrieb auch in hygienischer Beziehung nach Möglichkeit zu vervoll kommnen. Im zweiten Jahre wurde für 47 320,79 M. Brot verkauft, und die Abrechnung ergab einen Bruttogewinn von 1649,04 M. und nach Abschreibung von 570,75 M. auf das Inventar einen Nettogewinn von 1078,29 M. Nachdem dein Reservefonds 10 % dieses Gewinnes zugeführt worden war, konnte die Genossenschaft eine Dividende von 2 % auf die Geschäftsguthaben verteilen. Das Geschäftsergebnis wäre bedeutend günstiger aus gefallen, wenn die Genossenschaft in der Zeit der teueren Roggenmehlpreise dem Beispiel ihrer Konkurrenten gefolgt wäre und ein leichteres Brot für den üblichen Preis gebacken hätte. Es konnte von einer derartigen Brotverteuerung Ab stand genommen werden, weil der Genossenschaft nach ihrem Mehlabschluß noch billiges Mehl zur Verfügung stand. Neben diesen Unternehmungen, die hauptsächlich der Hebung der wirtschaftlichen Lage der Genossen dienen sollen, sind noch andere Bestrebungen zu beachten, welche sowohl die Bildung wie die Geselligkeit innerhalb ihrer einzelnen Hausgemeinschaften zu veredeln suchen. Die Mieter der einzelnen Ansiedlungen haben unter sich eine besondere Hausgenossenschaft organisiert, einen Vorstand und für die verschiedenen Zwecke besondere Kommissionen gewählt. Um von dem Leben innerhalb einer derartigen Hausgenossenschaft einen Begriff zu geben, soll im folgenden die Wirksamkeit der in der Proskauer Straße befindlichen geschildert werden: Diese Hausgenossenschaft besteht seit dem 20. November 1892. In der organisierenden Versammlung wurde be schlossen, daß monatliche Zusammenkünfte stattfinden sollten.