84 staude angehören oder ihm nahe stehen. Dieser Ausschuß hatte zunächst eine doppelte Aufgabe zu lösen. Er mußte die gesamten äußeren Veranstaltungen für die geplanten Auf führungen treffen und den Vertrieb von Eintrittskarten in einer Weise organisieren, daß diese auch wirklich in die Hände derjenigen kamen, für die sie bestimmt waren. Jedes Komiteemitglied enthält zu diesem Zweck eine Anzahl von Eintrittskarten, um sie ausschließlich an Mitarbeiter der eigenen Fabrik oder der benachbarten Arbeitsstätten abzu setzen. Da man nach und nach unter den Bewohnern der Häuser des Berliner Spar- und Bauvereins sowie unter den Arbeitern mehrerer größerer Betriebe Vertrauensleute gewann, welchen ebenfalls der Vertrieb der Eintrittskarten übertragen werden konnte, so gelang es ohne die Benutzung öffentlicher Verkaufsstellen in der ganzen Stadt die Eintrittskarten bei den Arbeitern unterzubringen. Bei den Volksanfführungen beschränkt man sich zunächst darauf, den Arbeitern musikalische Genüsse von hohem Wert in vollkommener Weise zugänglich zu machen. Das Ver ständnis für die Konzerte wird, soweit es irgend möglich ist, durch Vorträge, welche einige Abende vorher stattfinden, zu wecken gesucht. Indem den Arbeitern die besten Werke unserer großen Komponisten vorgeführt werden, sollen sie allmählich Verständnis und Freude an guter Musik gewinnen. Dem Ausschuß wird alljährlich das für den Winter vorbereitete Programm zur Genehmigung vorgelegt, wobei Wünsche, welche die Arbeiter selbst äußern, nach Möglichkeit berück sichtigt werden. Die Billets, die 40 Pf. kosten, sind gewöhn lich schon nach wenigen Tagen verkauft, ohne daß irgend welche Bekanntmachung erfolgt. Der Andrang zu diesen Konzerten ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Während anfangs vier und dann sechs Konzerte in einem Winter veranstaltet wurden, hat ihre Anzahl im vorigen Winter auf acht erhöht werden müssen, um den Be dürfnissen nur einigermaßen entgegenzukommen. Aber auch damit konnten sie noch lange nicht befriedrigt werden, denn es mußten noch immer eine größere Anzahl von Bewerbern um Karten zurückgewiesen werden. Bei 8 Aufführungen im Jahre beträgt die jährliche Besucherzahl 20 000. Es wird